Mit großer Belustigung – und, ich gebe es offen zu, einer gehörigen Portion Stolz – habe ich die jüngsten Analysen meines geschätzten Kollegen Kees nach unserer Partie gegen Vegalta Sendai gelesen. Das er extra ein überdimensionales Stück Gouda in den Presseraum geschleppt hat, um die Komplexität unseres Fußballs zu entschlüsseln, ehrt mich. Doch so charmant seine Theorien über Telepathie, grünen Tee und unsichtbare Einwechselspieler auch klingen: Die Realität in Cerezo Osaka ist weitaus mysteriöser, komplizierter und tiefgründiger, als es sich ein rationaler Geist wie Kees überhaupt vorstellen kann.
Kees glaubt, wir würden unsere Spieler hypnotisieren. Wie banal! Hypnose ist etwas für Jahrmärkte. Was wir bei Cerezo Osaka praktizieren, ist keine Gedankenkontrolle, sondern die totale Synchronisation des Raum-Zeit-Gefüges.Wenn unsere Spieler zehn Sekunden früher als die Verteidiger von Sendai wissen, wo der Ball landen wird, dann liegt das nicht an einfacher Telepathie. Wir trainieren nicht im dreidimensionalen Raum. Mein Co-Trainer und ich haben mathematische Matrix-Modelle entwickelt, bei denen die Laufwege auf den quantenmechanischen Prinzipien der Stringtheorie basieren. Der Ball wird nicht in freie Räume geschickt – unsere Spieler krümmen den Raum so, dass der Ball gar nicht anders kann, als in ihren Laufweg zu fallen. Dass Vegalta Sendai beim Versuch, dies nachzuahmen, mit dem Linksverteidiger im Mittelkreis und dem Stürmer auf der Trainerbank endete, wundert mich nicht. Wer die relative Instabilität des taktischen Kontinuums nicht berechnen kann, sollte die
Finger von der Raumkrümmung lassen!
Auch das Tee-Ritual muss ich korrigieren. Zweimal im Uhrzeigersinn drehen? Bitte, wir sind doch keine Amateure. Die Drehung erfolgt exakt im goldenen Schnitt und im Rhythmus der Fibonacci-Folge, während der grüne Tee eine spezielle Frequenz-Schwingung besitzt, die die Synapsen der Spieler auf die Flugbahn des Spielgeräts einnordet. Das ist keine Hexerei, das ist angewandte transzendente Ballistik!Und was meine Auswechslungen betrifft: Kees behauptet, der Ersatzspieler sei die ganze Zeit schon da gewesen und man habe ihn nur nicht gesehen. Ein netter Versuch, aber physikalisch ungenau. Wir nutzen schlicht die Taktik der Quanten-Superposition. Bis zu dem Moment, in dem ich die Auswechseltafel hebe, befindet sich der Einwechselspieler in einem Zustand der absoluten Wahrscheinlichkeit sowohl auf der Bank als auch bereits im gegnerischen Strafraum. Ich entscheide lediglich den Moment der Messung. Dass die Abwehr von Sendai ihn erst sieht, wenn er das Tor erzielt, ist ein rein optisches Problem ihrer Wahrnehmung.
Kees hatte recht mit der Annahme, dass alles von langer Hand geplant war. Selbst das Gefühl Sendais, den Ausgleich „in der Luft“ zu haben, war eine von uns präzise kalkulierte Luftspiegelung, um die gegnerische Euphorie in kinetische Energie für unseren Konter umzuwandeln.Ich danke Kees für die Blumen und das Stück Gouda – auch wenn mir ein gereifter Parmesan als Analogie für unsere reife Spielweise lieber gewesen wäre. Wir sehen uns im Rückspiel. Und wer weiß… vielleicht spielen wir dann komplett ohne Ball, nur um zu sehen, ob Sendai ihn trotzdem verteidigen kann.
Osaka – Das Stigma des „ewigen Zweiten“ soll endlich der Vergangenheit angehören. Pünktlich zum Start der neuen Fußball-Saison herrscht beim japanischen Top-Klub Cerezo Osaka eine spürbare Jetzt-erst-recht-Stimmung. Nach einer bitteren vergangenen Spielzeit, in der die Mannschaft gleich doppelt kurz vor dem ganz großen Triumph scheiterte, nimmt Trainer Tore Bulwa das Heft des Handelns nun mit maximaler Entschlossenheit in die Hand.
Der Rückblick schmerzt die Fans in Osaka noch immer: Sowohl in der heimischen Meisterschaft als auch auf internationaler Bühne im renommierten AFC Cup musste sich Cerezo
Osaka jeweils mit dem undankbaren zweiten Platz begnügen. Zweimal Silber, zweimal haarscharf am Titel vorbei – eine Bilanz, die für einen ehrgeizigen Coach wie Tore Bulwa Fluch und Ansporn zugleich ist. Die Zeit der Trostpflaster und Ehrenpreise ist für ihn endgültig vorbei.
Die Konkurrenz in der Liga und im asiatischen Raum weiß, dass mit Cerezo Osaka in dieser Verfassung zu rechnen ist. Taktisch feinjustiert und mit einer klaren Marschroute ausgestattet, schickt Tore Bulwa seine Männer auf den Rasen. Die Jagd auf die Trophäen ist eröffnet, und in Osaka zählt ab sofort nur noch der erste Platz.
Die Saison biegt auf die Zielgerade ein, und bei Cerezo Osaka richtet sich der Blick der Verantwortlichen ganz klar nach oben. Nach einer intensiven Spielzeit mit Höhen und Tiefen hat das Team ein neues, greifbares Ziel vor Augen: Trainer Tore Bulwa und seine Mannschaft schielen ganz offiziell auf den 2. Tabellenplatz.
Während der Kampf um die absolute Spitzenposition in dieser Phase der Saison vielleicht außer Reichweite sein mag, hat der Vize-Titel für den Verein eine enorme Bedeutung. Der Sprung auf Platz zwei wäre das Resultat harter Arbeit und einer konstanten Weiterentwicklung in den vergangenen Monaten. Für Cerezo Osaka ist dieser Endspurt die Chance, eine ohnehin schon starke Spielzeit mit einem echten Highlight zu krönen.
Schön wär es wenn davon noch etwas da wäre, denkt sich Tore Bulwa.
Doch auch im letzten Eck ist hier nichts mehr zu finden. Wie es aussieht hat sich Wug bei seiner Aufräumaktion in Bulwas Keller schön bedient. Anders ist es nicht zu erklären wie der Herr Wug mit soviel TK in der ganzen Saison ausgestattet sein kann. Wie dem auch sei, nun muss man mit den verbliebenen TK’s das Beste aus der Saison rausholen und den Abstieg verhindern, damit man auch nächstes Jahr in die ein oder andere Show eingeladen wird.
Kaum hat Tore Bulwa seine Zelte in Australien aufgeschlagen, schon reißen sich die Medien um seine Person. Nachdem er schon eine Einladung zur neuen Staffel des Dschungelcamps bekommen hatte, möchte ihn nun kein geringerer als Wug für seine neue Trash-TV Serie „Trödeltrupp – Dein TK liegt im Keller“ verpflichten.
Ob Bulwa sich das wirklich antun soll?! Schließlich arbeitet Wug für den Schmuddelsender bei dem ab Mitternacht die sexy Sportclips laufen….Man erzählt sich auch das Wug das eine oder andere blank gezogen hat in der Sendung.
Vorausgesetzt Wug lässt die Finger von Bulwa, wäre dieser bereit bei einem guten Angebot, in der ersten Sendung dabei zu sein!