Sunnies im Haar, bonking auf dem Trainingsgelände, Zugabgaben erst am Freitagnachmittag. Die Blamage des Weltklassetrainers Don Hernàn zeichnete sich klar ab. Hatte er vor der Mutter aller Spieltage mit Auswärtspartien bei Bango-San-Lein bzw. Dr. No-woman-no-cry etwa die Hosen voll?
"Pfff. I'm rooted!, so ein sichtlich angesäuerter Don Hernàn, der eigentlich als good root bekannt ist. Klar ist, dass er seine Abhandlung zur Frischhaltefolie wohl all zu wörtlich genommen hat. Klassisches Eigentor der Marke Don global inc.. Nun ja, so bleibt kaum noch Kraft und Zeit für das Spiel des Jahres! Adelaide United empfängt die Marconi Stallions, eine Partie, die kaum an Brisanz zu überbieten ist. Fussballfeinschmecker erinnern sich noch
freudig an die letztjährige Saison mit dem taktischen Geniestreich von Don Hernàn in der südlichsten Stadt Australiens und der COPA-WM in Marokko.
Bekanntlich wollte Don Hernàn mit seiner Übernahme des Adelaide City FC noch zusätzlich Öl ins Feuer zu Beginn der Saison giessen, was durch den immer noch vom Friedenspreis halluszinierenden Spielleiter leider verunmöglicht wurde. Eine Zwangsrelegation kam für Weltklassetrainer Don Hernàn natürlich nicht in Frage, so dass er - einstweilig - bei den potenten Hengsten aus Sydney eine temporäre Heimat gefunden hat. Gleich und Gleich gesellt sich gern. E pluribus unum! "Old stories, what the heck. I'm having a naughty!", sagts, lächelt und verschwindet...
...hoffen wohl seine zahlreichen Gegner, Freunde des Fehdehandschuhs und Titelaspiranten. Nach einer - inniges Manifestieren sei Dank - Seuchenwoche würde manch Übungsleiter das Weite suchen; nicht aber unser aller Weltklassetrainer!
"Bueno, was soll ich sagen. Mejor, la próxima vez, ich schreibe POSITIVO! Dann vielleicht auch treten gute Dinge ein.
Esta semana, me cago en D***, pa olvidarlo!", so ein sichtlich zerstreuter Don Crespo.
Er spürt den kalten Hauch der Gegner im Nacken und empfiehlt allen Lesern, sie die Resultate der Gruppe C der Gruppenphase der Champions League nochmals im Detail anzuschauen. Getoppt wird dieser Irrsinn wohl bloss noch vom 4:4 im heimischen Metropolitano gegen Valencia... Hasta la vista!
Nachdem Arminia gegen den HSV noch 4:2 zu Hause gewinnen konnte, folgten Auswärts Pleiten in Nürnberg und Köln.
Nachdem man letzte Saison gegen die beiden Mitaufsteiger auswärts knapp verlor, konnte man in der Bundesliga nicht annähernd mithalten und wurde vorgeführt.
jetzt droht sogar nachdem man Tabellenführer und auf Platz 3 abrutschte jetzt der brutale gang in die untere Tabellenhälfte. Denn der komplette Sturm hat sich schwer verletzt und ein Saisonende naht bei den Spielern. Im Winter kann man auch nicht nachlegen, da die finanziellen mittel fehlen.
Auf Arminia warten schwere Zeiten im Kampf um den Klassenerhalt,
Daegu - Mahatma sich diese Liga wirklich anders vorgestellt. Fast die Hälfte der Liga ist ohne Trainer. Der erfolgreichste Trainer der Liga hört auf den Namen Patenzug. Der punktet regelmäßig. Mahatma immerhin den letzten Tabellenplatz abgegeben. Abstiegsgefährdet ist man allerdings weiterhin. Zum Ende der Hinrunde muss man natürlich erst mal wieder gegen einen Geisterverein ran. Anschließend beendet man die Hinrunde bei einem echten Trainer. Es ist der EX-Trainer vom Daegu FC, Magica. Chrille und er kennen sich zudem aus der Bundesliga. Das ist doch mal was.
Düsseldorf - Kommenden Spieltag empfängt man den VFL Bochum. Der hatte in der Vorwoche für ein Kuriosum gesorgt und das Tore schießen beim Heimspiel gegen RB Leipzig einfach eingestellt. Die Fortuna hat hier eine komplett andere Strategie in Leipzig gefahren, einfach die 3 Punkte mitgenommen und genau das Gegenteil gemacht. Tore geschossen. Manchmal kann Fußball so einfach sein. Das Heimspiel gegen RB kommt dabei erst noch in der
Rückrunde.
Wenn die Bochumer das Stadion verlassen haben, wird Lautern reingelassen. Neuaufsteiger, gut gepunktet, gutes TK Polster. Dritt höchstes der Liga. Das sieht nach einer sehr stabilen Leistung aus.
Nach dem Teufeln reist man zum TK Spitzenmonster nach Gelsenkirchen. Die stehen zwar gerade im Tabellenkeller, werden aber wie letzte Saison, eine Wahnsinns Rückrunde spielen, wenn nicht sogar den Titel holen. Ausgerechnet am 34. Spieltag im Heimischen Düsseldorf.
Beim FC St. Gallen gibt es nur eine unumstößliche Wahrheit: 3:0. bora milutinovic hat sie einst auf einer Serviette notiert, dreimal gefaltet und seitdem gilt sie als heilige Fußballwissenschaft. Nach dem souveränen 3:0 gegen Sion nickte bora zufrieden. „Die Welt dreht sich noch richtig herum.“
Doch dann erreichte ihn die Schockmeldung aus Schaffhausen. Danfire hatte tatsächlich ein 3:2 produziert. bora wurde kreidebleich. „Das… das lockt den Mähbie an!“
Der Mähbie 53, dieses rätselhafte Wesen, das irgendwo zwischen Mittelkreis, Rasenmäher und Schafherde lebt, erscheint nämlich immer dann, wenn jemand leichtsinnig von der 3:0-Theorie abweicht. Augenzeugen berichten, dass plötzlich überall frisch gemähte Kreise im Strafraum auftauchten, drei Eckfahnen rückwärts flatterten und ein Schiedsrichter für wenige Sekunden fließend Rasen
sprach.
Danfire beteuerte zwar, die beiden Gegentore seien unvermeidbar gewesen. bora winkte nur ab. „Unvermeidbar? Der Mähbie hat euch mit einem Löwenzahn hypnotisiert! Ihr habt plötzlich gedacht, zwei Gegentore wären eine gute Idee.“
Seit diesem Vorfall trägt der gesamte Trainerstab des FC St. Gallen vorsichtshalber Ohrenschützer gegen das geheimnisvolle Brummen des Mähbie und verteilt vor jedem Spiel drei Grashalme als Glücksbringer. Außerdem darf niemand mehr das Ergebnis 3:2 laut aussprechen – stattdessen heißt es nur noch: „der Schaffhauser Rasenzwischenfall.“
bora bleibt deshalb völlig gelassen. Er blickte ein letztes Mal auf die Tabelle, lächelte und sagte: „Der Mähbie kann uns in Schaffhausen erschrecken. Zuhause sind wir aber noch sicher. Wir bleiben bei 3:0. Denn wer von der 3:0-Theorie abweicht, mäht irgendwann den Rasen – aber niemals den Gegner.“
City Sharks - Die City Sharks drehen an der Tabellenspitze ihre Kreise, während der Cheftrainer weiterhin versucht, den benötigten Passierschein A38 zu erhalten. Eine Galeere mit City Shark Logo liegt nun im Hafen vor Anker. Das braune Formular hat man in der Tasche. War es das nun? Leider nicht. Das lila Formular muss noch besorgt werden. Dieses Mal nur 2. Etage (puh), 1. Gang (yeah) und die 1. Tür rechts (YES!). Doch dort angekommen stellt Chrille fest: Rechts gibt es gar keine Tür. Also wieder runter ins Erdgeschoss zu Schalter 1. Die beiden Damen halten gerade einen netten Plausch. Dann warten wir kurz und stören nicht. Wird schon nicht so lange dauern. Was sollte man sich auch stundenlang erzählen können?
Tacuarembo - Da sind sie, die 5.000 USD für einen neuen Trainer. Das Aus in der Copa Libertadores konnte der Club dennoch nicht abwenden. Aber wie auch: Unfassbare 24 Gegentore musste der TFC schlucken und beendete die Gruppenphase dennoch nur auf Rang 3. Punktgleich mit dem mexikanischen Vertreter. Aber das Torverhältnis brachte letztendlich das Aus. Betrachtet man alle Pokale weltweit, hat nur West Ham United in der UEFA Champions League mit 27 Treffern noch mehr kassiert. Über 20 ist schon sehr selten, da hatte der TFC nie eine Chance. Egal, abhaken und in der Liga weitermachen. Na toll, gleich gegen zwei trainerlose Geister Vereine. Geht ja prima weiter...
Was für eine Ausbeute am vergangenen Spieltag! Der SK Sturm Graz sammelte fleißig Zähler: Gegen den SC Wiener Neustadt gab es einen deutlichen 4:0-Erfolg, gefolgt von einem torreichen 3:3-Schlagabtausch bei SV Austria Salzburg. Zum Abschluss der Runde behielten die Grazer gegen den Wolfsberger AC knapp mit 1:0 die Oberhand. Mit 28 Punkten rangiert Sturm damit punktgleich mit Rapid Wien ganz oben in der Tabelle. Doch bei all der Freude über die Punkte lohnt sich ein vorsichtiger Blick auf die Reserven: Mit einem verbleibenden TK von 38,7 liegt Graz aktuell am unteren Ende der Liga-Reserven.
Trainer Froggelmeister wird mit den Ressourcen künftig wohl etwas sparsamer haushalten müssen, um auf der Zielgeraden nicht in Atemnot zu geraten. Dass man sich derzeit ganz oben wiederfindet, ist ohnehin nur eine flüchtige Momentaufnahme, die sich schon morgen wieder drehen kann. Die Liga ist extrem stark und unheimlich dicht zusammengerückt. Hier gibt es Woche für Woche enge Kisten, weil enorm viele feine Mannschaften und gewiefte Trainer am Werk sind – was den Wettbewerb aber eben auch unglaublich attraktiv und spannend macht.
Man darf also gespannt sein, wie es weiter geht.
Das Licht im Dozentenzimmer war sanft. Anna stand vor mir, öffnete langsam ihren Mantel und flüsterte mir zu: „Zieh dich aus.“ Die Finger zitterten gerade noch beim Blick auf die Ergebnisse (von wegen Scheingefechte) als Anna völlig emotionslos nachschob: „Zieh dein altes Leben aus. Hör auf mit diesem verstaubten Uni-Kram. Diagnose zahlt keine Miete, Liebling. Transformation tut es.“
Ich erstarrte. Da stand ich nun: schweißnasse Hände, maximal vorbereitet auf die intimste Sitzung meines Lebens und sie serviert mir eiskalte Betriebswirtschaftslehre. Während ich innerlich noch immer versuchte, die plötzliche Abkühlung zu verarbeiten stammelte ich perplex:
„Aber… aber Anna! Genau das werfen mir die Kollegen doch schon die ganze Woche vor. Don Limòn stürzt auf Platz 16 ab und halluziniert Champagner-Nächte mit dir, Maverick fantasiert über meine Kassen-Couch, Pepeke sackt stumm vor der Tastatur zusammen und fubini verliert sich in Membranen und Salz im Kaffee. Wenn wir das jetzt abbrechen, bricht doch das ganze wissenschaftliche Konstrukt zusammen. Mein Diplom steht kurz bevor, die Kollegen sind wandelnde Neurosen, das gehört erforscht!“
Sie schlug meine Lehrbücher zu und lachte trocken auf. „Diplom? Studieren? In Zeiten künstlicher Intelligenz?! Wer quält sich denn heute noch durch verstaubte Analysen? Die Liga braucht keine Therapeuten mehr… die Primera División Mexico braucht einen Guru. Du sitzt auf einer Goldmine: Gerade die, die hier am lautesten brüllen und von sich selbst am meisten überzeugt sind, haben die tiefsten Risse. Ihr gigantisches Ego ist unsere Zielgruppe. Du analysierst sie nicht mehr umsonst. Du verkaufst ihnen High-Performance-Mindset-Pakete zu unverschämten Preisen!“
Der Gedanke war perfide. Aber genial.
Meine Enttäuschung über das ausgebliebene Tete-a-Tete wich einer neuen Überzeugung: Warum Gegner
gratis diagnostizieren, wenn man ihren Schmerz vergolden kann? "Die Universität ist Geschichte. Die „Hazienda für mentale Dominanz – Institut Mexico“ ist eröffnet. Ab sofort buchbar unsere exklusiven Transformations-Pakete für maximales inneres Wachstum."
Für Don Limòn – „Erotische Realitäts-Kompensation: Raus aus der roten Zone“Dein Upgrade gegen den freien Fall. Lerne im geschützten Raum, wie du sportliches Versagen nicht mehr mit erfundenen Romanzen überspielen musst. Transformiere deine Libido in echte Abwehrarbeit.
Für Pepeke Guevara – „Tastatur-Resilienz: Schluss mit Manana“Vom leeren Bildschirm zum Alpha-Output. Löse deine Schockstarre und bringe deine Finger zurück in den Flow.
Für El Campeche – „Raus aus dem kognitiven Flucht-Narrativ“Klarheit statt Kopfkino. Löse tief sitzende Gedankenmuster auf und befreie dich von dem Drang, Schein-Konflikte und externe Ermittler-Plots zu kreieren. Wir führen dich Schritt für Schritt zurück in das Hier und Jetzt deines sportlichen Potenzials.
Für Herbster – „The Art of Receiving: Das Spielplan-Geschenk umarmen“Mach dein Herz auf für unerwarteten Erfolg. Wer immer nur Mangel und böse Absichten erwartet, blockiert seinen eigenen Tabellenfluss. Öffne die Tür, atme tief ein und nimm das 3-Punkte-Paket als deinen persönlichen Durchbruch an.
Exklusives Eröffnungs-Special für die gesamte Liga: Wer innerhalb der nächsten 48 Stunden bucht, erhält nicht nur das handsignierte Workbook „Vom Punktelieferanten zur Alpha-Energie gegen die Paten-Dominanz“, sondern bekommt eine 15-minütige Aura-Reinigungs-Session mit Anna persönlich geschenkt. Kommentiert einfach irgendwo in euren Artikeln mit „TRANSFORMATION“ in der Zeitung.
Was für ein Comeback! Was für eine Tragödie! Don Limòn ist Letzter. Mit einer Eleganz, die man sonst nur von einem Einkaufswagen mit kaputtem Rad kennt, hat er sich auf den letzten Platz zurückfallen lassen – und wirkt dabei erstaunlich entspannt. Eine Spurensuche
Offenbar hat der gute Mann den Kopf nämlich momentan nicht unbedingt beim Fussball. Gerüchten zufolge beschäftigt ihn seine Romanze mit Anna derart intensiv, dass selbst der Spielbetrieb (in der Liga; A.d.R.) plötzlich wie eine lästige Unterbrechung wirkt. Während die Konkurrenz um Punkte kämpft, schaut Don Limòn aus dem Fenster, lächelt verträumt und scheint gedanklich irgendwo zwischen AufStellungen, Champagner und Bitte nicht stören festzuhängen.
Und genau in diesem Moment kommt Maverick um die Ecke und brilliert, als hätte jemand heimlich den Schwierigkeitsgrad auf Weltklassetrainer gestellt. Angriff, Tempo, Glanz – während Don Limòn vermutlich gerade überlegt, ob man eine taktische Auszeit auch für romantische Angelegenheiten beantragen kann.
Noch besser: Roquo hat plötzlich den Weg aus dem Tief gefunden. Eben noch verschollen im fussballerischen Bermuda-Dreieck, jetzt wieder aufgetaucht und mit einem Gesichtsausdruck unterwegs, der sagt Hola chica, bailamos o follamos? Die Konkurrenz bekommt Schnappatmung, Roquo bekommt Punkte.
Und dann ist da noch Herbster. Er grinst. Einfach nur grinst. Dieses Grinsen
eines Menschen, der genau weiss, dass irgendwo gerade jemand anderes ins offene Messer läuft. Und wer könnte dieser jemand sein? Doch nicht etwa Don Limòn, der gerade versucht, seine romantischen Prioritäten mit der Tabellensituation in Einklang zu bringen.
Währenddessen erlebt Pepeke Guevara den vermutlich härtesten Arbeitstag seiner Karriere. Vor lauter Erschöpfung schafft er es nicht einmal mehr, einen Artikel zu veröffentlichen. Der Verleger schaut auf den leeren Bildschirm, Pepeke schaut zurück, und irgendwo im Hintergrund stirbt eine Tastatur leise den Heldentod. Mañana murmelt er. „Ganz bestimmt mañana.“ Dann fällt sein Kopf auf die Schreibtischkante.
Doch das eigentliche Drama kommt erst. Don Limòn steht vor dem Spiegel, betrachtet die Tabelle und erkennt: Letzter Platz. Dann betrachtet er seinen Terminkalender. Zuerst wieder ein verdammter Pate. Dann Santos Laguna. Und danach noch zu Tagträumer El Campeche. Dann schaut er wieder in den Spiegel.
Und plötzlich sitzt die Hose nicht mehr ganz so locker.
Nicht etwa aus taktischen Gründen. Eher aus jener Mischung aus Nervosität, Vorfreude und blankem Respekt, die entsteht, wenn man als Tabellenletzter zu einem Gastspiel reist und gleichzeitig versucht, emotional noch halbwegs auf der Erde zu bleiben.
Die Tabelle ist ein Trümmerfeld. Die Konkurrenz lacht. Die Romanze glüht. Und international läuft es für Mexiko prächtig! Viva México Cabrones!
IFK Norrköping liefert weiterhin Fußball, der so düster ist, dass selbst der schwedische Winter neidisch wird. Ein Sieg gegen den Tabellenführer – ein kurzer, fast schon unheimlicher Lichtblitz – gefolgt von einer Auswärtsniederlage, die so kraftlos war, als hätte die Mannschaft kollektiv beschlossen, dass Bewegung überbewertet ist. Trainer Loewensteinbock versucht, das Ganze zu erklären, doch seine Worte wirken inzwischen wie Durchhalteparolen aus einem Seniorenchor.
Währenddessen sorgt ein Trainerkollege der Liga für die Art von Unterhaltung, die man sonst nur aus medizinischen Fachbüchern kennt: Inkontinenz, demente Aussetzer, und ein genereller Zustand, der nahelegt, dass bald jeder Verein einen eigenen BUFTi braucht, um die Trainerbank überhaupt betriebsfähig zu halten. Die Allsvenskan entwickelt sich zur ersten Liga, in der die Trainer nicht nur Taktiktafeln, sondern auch Notfallwindeln mitführen.
Zwischen den Spielen tauschen die Coaches keine Spielideen mehr aus, sondern Empfehlungen für geriatrische Reformhausprodukte. Ein Trainer soll inzwischen als Handelsvertreter für
„Bio‑Knorpel‑Vital‑Plus“ auftreten – ein Präparat, das angeblich Gelenke stärkt, aber vermutlich eher die Illusion, man könne noch rennen. Andere schwören auf „Senioren‑Power‑Müsli“, das laut Verpackung „Lebensfreude aktiviert“, aber bei Norrköping maximal ein leichtes Zucken im Augenlid auslöst.
Der Sieg gegen den Tabellenführer? Wahrscheinlich ein Unfall. Vielleicht hat jemand versehentlich die Mannschaft mit Hochleistungs‑Koffein versorgt. Das Auswärtsspiel hingegen zeigte wieder das vertraute Bild: ein Team, das sich bewegt wie ein Pflegebett mit kaputten Rollen.
Die Liga ist inzwischen ein groteskes Schauspiel. Trainer, die aussehen, als hätten sie ihre besten Jahre vor drei Jahrzehnten hinter sich. Spieler, die wirken, als hätten sie ihre besten Jahre vor drei Tagen verschlafen. Und mittendrin IFK Norrköping, ein Verein, der zwischen Glanzmomenten und geriatrischer Verzweiflung pendelt.
Wenn das so weitergeht, wird die Allsvenskan bald die erste Liga sein, in der die Trainerbank offiziell als „Pflegestufe 2 – mit sportlicher Zusatzoption“ eingestuft wird.
Montevideo. Uruguay hat vierzehn Erstligavereine und zehn Trainer. Piotr van Hausen bietet inzwischen 5.000 Dollar Handgeld, Harry Haller nennt uns das Sorgenkind des Kontinents, und Totengräber Chrille hat diese Woche vorgeführt, wie man die Prämie am elegantesten kassiert: erst kündigen, dann unterschreiben.
Wir schlagen daher ein anderes Format vor. Eine Staffel Selling Sunset, gedreht am Río de la Plata.
Objekt eins: charmanter Altbau in Tacuarembó. Amtierender Meister, Tabellenplatz
zwölf, seit Freitag frei. Schlüssel liegen bereit.
Objekt zwei: Traditionsadresse in Montevideo. Serienmeister, eigenes Publikum, im Keller lagern 39,7 unberührte TK. Renovierungsbedarf im Angriff.
Objekt drei und vier: bezugsfertig, keine Vormieter, keine Übergabe nötig.
Lage: Strand, Berge, kurze Wege, überschaubare Nachbarschaft. Und ein Meister, der gegen den Abstieg spielt, ist kein Makel. Das ist ein Gesprächsangebot.
Beim Coach des Ismaily SC herrschte in dieser Woche Ausnahmezustand. Anstatt sich in Ruhe mit Taktik, Spielzügen und der Vorbereitung auf den nächsten Gegner zu beschäftigen, wurde der ohnehin enge Zeitplan durch einen gestörten Büroalltag komplett durcheinandergebracht. Xerez am Anschlag!
Termine verschoben sich, Abläufe gerieten ins Stocken und selbst die kleinsten organisatorischen Aufgaben entwickelten sich
plötzlich zu Zeitfressern. Für taktische Feinheiten blieb kaum noch eine Minute. Xerez musste improvisieren, Prioritäten setzen und versuchen, trotz des Chaos den Überblick zu behalten. Selbst ein Weltklassetrainer hätte unter diesen Bedingungen wohl Mühe, eine perfekte Trainingswoche auf die Beine zu stellen. So wurde aus der geplanten Taktikwoche vor allem eines: pure Hektik. Doppelbelastung lässt grüssen….
… ist ein Geschenk des Himmels. Würde er nicht die zweite Saison en suite verkacken, wären die Augen vielleicht auf den eigenen Misserfolg gerichtet. So gibt es aber Jemanden, der einfach noch bemitleidenswerter dasteht. Und sich dann auch noch versteckt. Ein gefundenes Fressen für den geübten SMler. In diesem Sinne: Lasst Microfenris in dem Loch - egal von wem oder was -, in dem er steckt. Abwesend hilft er der Liga mehr, als wenn er aktiv wäre. Also Status passiv, wie es Microfenris auch sonst gerne mag.