"Drei Jahre bin ich jetzt schon in Australien, und immer haben wir nur die Hucke voll gekriegt. Nie was erreicht ausser einem Haufen Gegentore. Und jetzt, nach langer Suche, haben wir endlich den Schlüssel zum Erfolg gefunden: Die Pressefreiheit einschränken! So leicht geht das!"
Sprach City Suns-Coach Lobanowski auf seiner Pressekonferenz im Rockdale-Vereinsheim. Und in der Tat: Seit der hässlichste Trainer der Welt die bankrotte Australische Fußballpresse aufgekauft hat,
hat Lobanowski etwas erreicht, was er mit sportlichen Mitteln nie geschafft hätte: Die Gegner erschauern, wenn sie seinen Namen hören. Manche, wie Kollege Gerob, vor Angst, andere (und es dürfte die Mehrheit sein), schütteln sich vor Lachen. Ob der Wolves-Trainer nach seinem Auswärtsmatch in Sydneys tristem Vorort auch zu letzterer Gruppe gewechselt sein wird?
Sie war groß angekündigt: Die Übernahme der australischen Sportpresse durch die "russische Mafia" aus der Ukraine in Person des "hässlichsten Trainers der Welt" Lobanowski <i>(Kollege Gerob, der diese Äußerungen vermutlich nach dem 22. Spieltag nochmal überdenken dürfte :) ) </i>. Andere Kollegen sehen die Zukunft unter postsowjetischer Presseknute nicht ganz so finster, können ihr gar positive Seiten abgewinnen (<i>"Schlimmer als mit diesen sog.
'Witzen' von Tom Taileor kann es auch im GULAG nicht sein"</i>, so ein anonym bleiben wollender Kollege).
Aber wie dem auch sei: Erstmal passierte gar nichts. Nach guter sowjetischer Tradition hat die Revolution erstmal ein, zwei gemütliche Wochen Verspätung - Zeit genug für Coach Lobanowski, sich auf Platz 3 der Hyundai A-League (die demnächst in Lada-Nova-Leagovich umbenannt wird) festzubeißen. Aber das ist ja bekanntlich nur 4 Plätze über der Abstiegszone, wie die freie Presse schreibt.
Die City Suns stehen weiterhin in der Spitzengruppe der Hyundai A-League, aber so rechte Freude mag trotz 6 Punkten aus den letzten beiden Spielen nicht aufkommen bei Coach Lobanowski. Der hadert nämlich mit der Presse. "Jede Woche dasselbe Lied, wir werden schlechtgeschrieben, es heißt mehr oder weniger unverhohlen, wir stünden zu Unrecht dort oben, es wäre völlig unverständlich, warum die City Suns so gut dastünden etc. bla bla bla. Das geht mir langsam zu weit. Dass diese Pressefuzzis nicht sonderlich phantasievoll sind, wissen wir ja mittlerweile, dass sie anscheinend keine anderen Themen haben, ist aber nicht unser Problem. Da können diese
Schmierfinken behaupten was sie wollen bzw. ihnen die Konkurrenz garniert mit dem ein oder anderen Scheck einflüstert - Ich finde jedenfalls, wir stehen zu Recht da oben, - wie wir ebenso zurecht am Ende viel weiter unten stehen werden."
Ein ungewöhnlicher Wutausbruch des legendär schweigsamen Lobanowski, der ja sonst nur mit seiner Frühstücksbierflasche kommuniziert. Und er hat sogar ganz gegen seine Gewohnheiten auch eine Lösung für sein Problem: "Ich hab mit dem Präseidenten gesprochen. Wir werden einfach dieses Schmutzblatt D-U-S kaufen, dann wird ein anderer Wind in der Redaktion wehen! Ab nächster Woche wird zurückgeschrieben!"
.. hatten die City Suns am letzten ZAT zu verzeichnen- es gab mal wieder die schon traditionelle 3:4 Heimpleite in letzter Minute, nachdem Gästecoach Diablo die Suns-Verteidiger wie erwartet mit einer spontan angesetzten Lesung aus seinem berüchtigten Wanderbuch eingeschläfert hatte. Da half auch alles Ohropax nichts.
Nachdem man also mal wieder gut begonnen hat, kristallisiert sich doch
langsam erfreulicherweise der City-Suns-typische Saisonverlauf heraus: Stark anfangen, dann stark nachlassen, um dann stümperhaft am Saisonende den Einzug in den seit Jahren ebenso ersehnten wie knapp verfehlten internationalen Wettbewerb (<i>"Und sei es nur der Tailor- Gastroenteritis- Gedächtniscup auf Loo Island"</i>, so ein sichtlich verzweifelter Coach Lobanowski) zu verplempern.
Die City Suns stehen vor einem seltsamen Spieltag - man freut sich mehr auf das Auswärtsmatch als auf die Matches zuhause, wo man doch eigentlich bislang immer ganz gut ausgesehen hat."Die schwierigsten Spiele werden diesmal wohl die Heimspiele" so der Taktikfuchs Coach Lobanowski. "Das sind diesmal ganz gemein zu spielende Gegner. Erst die City Lions - wenn deren Trainer Rubio Deus vor dem Einlaufen einer seiner 'Witze' erzählt, müssen meine Jungs doch erst 10 Minuten fieberhaft die Pointe suchen, und da kanns dann schon locker 0:2 stehen. Und dann noch die Knights -Wenn deren Coach Diablo am Spielfeldrand wieder anfängt, seine Geschichten aus 1001 Nacht zu erzählen, dann fallen meine Verteidiger doch sofort in einen apathischen
Tiefschlaf."
Praktischerweise hat man gerade die Namensrechte am heimischen Barton Park an einen passenden Sponsor verhökert - die City Suns laufen seit dieser Woche in der <b>"Ohropax-Arena"</b> auf. Wie auf dem Foto sichtbar, freut sich Lobanowski über seine neue Sponsorenacessoires- "Mal was anderes als immer diese 'Taxofit'- hemdkrägen", so der Coach. "Die Umbenennung wird sich auch bei anderen Gegnern noch auszahlen" so der Trainer weiter. "Denken sie nur z.B. an das Geheule der Nordgeister oder die ganzen krachmachenden Maschinen der grünen Kanalarbeiter."
Die City Suns stehen mal wieder im Lichte dubioser Gerüchte - wie Nordgeister-Coach Tailor verlauten ließ, hört er in den "einschlägigen Foren und Hinternhofbars", in denen er verkehrt, Stimmen, die ihm vermeintlich Übles über seinen Konkurrenten aus Rockdale zuflüsterten - die City Suns wollten angeblich ihren Namen ändern und an den Strand umziehen. "Dazu kann ich nichts sagen" so Suns- Coach Lobanowski genervt. "Der Tailor soll sich lieber um seine eigenen Probleme kümmern - sein Verein ist seit
Jahren pleite und vom Spielbetrieb abgemeldet, aber er hüpft hier immer noch durch die Gegend. Naja, sein Team trägt ja nicht ohne Grund den Namen 'Geister'". Wenn wir wirklich nach Manly Beach ziehen sollten, wäre er doch der erste, der am Strand um 6 Uhr morgens sein Handtuch auf dem besten Platz auslegt."
Auf dem Weg zum Strand stehen aber erst noch ein paar Bäume im Weg - die Frankston Pines kommen erstmals nach Rockdale zu Besuch. - "Ihre Prognose für das Spiel, Herr Lobanowski?"- "Ganz klar: Kieferbruch."
. "Herr Lobanowski? Hallo? Haben Sie meine Frage verstanden, zum Spiel gegen Northern Spirit.?" - Wir sind in der allmontäglichen Pressekonferenz des Rockdale City-Suns- Trainerstabs, doch im Gegensatz zu sonst ist Chefcoach Lobanowski äußerst wortkarg. Eigentlich gibt es keinen Grund dafür, seine Jungs haben in einem 'beschissenen Spiel' <i>(so Trainer- Imitator T. Tailor)</i> die Lokalivalen von Northern Spirit exorziert und rangieren auf Rang 3. Doch alle Reporterfragen werden ignoriert, seit der verschrobene Coach, mit einem dicken Buch bewaffnet, auf dem Podium Platz genommen hat. Nur leichtes, abwesendes Gemurmel gibt er von sich. Wortfetzten wie ".Prophet in der Wüste. wanderte ich..
Sonnenuntergang. Tailor.das Kamel.. Oase.." wabern durch den Saal. Plötzlich klappt das Buch zu und Lobanowski plappert euphorisch ins Mikrofon: "Wissen Sie, ich lese gerade die Autobiographie 'Die 1001 Kamele in der A-League' des Kollegen Diablo. Extrem spannendes Buch, kann ich nur weiterempfehlen. Auf jeden Fall 1001-mal besser als das Witzbuch des Kollegen Rubio Deus. Auch wenn das jetzt nicht wirklich schwer zu überbieten ist. Jedenfalls bin ich davon so gefesselt, dass ich keine Zeit habe für Ihre albernen Fragen. Bin total gespannt, wo Diablo als nächstes hinwandert. Ach ja, Wandern. Zum Sportlichen nur so viel: Am Freitag wandren wieder 6 Punkte auf unser Konto. Bis dahin: Gute 1001 Nacht und frohe Oase!"
Für nächsten Freitag ist wieder Spuk angesagt im Barton Park – Tom Tailors Nordgeister kommen zu Besuch. Wie immer natürlich mit geschmackvollen Geschenken im Gepäck– nachdem sie letzte Saison eine Ladung Kakerlaken in der Umkleide hinterlassen hatten, liegt diesmal eine Tonne original Nordysdney-Hundehaufen im Geschenkkorb, der begleitet von einem rituellen Befruchtungstanz des Gästetrainers übergeben werden soll. Man fragt sich langsam in Sydney, was das wohl für Wetten sind, die Tailor da immer zu verlieren scheint.
Neben einer extra auf Wunsch des Gästetrainers in dessen Coachingzone installierten XXL-Dixitoilette (<i>„Für unsere Mitbringsel, und nach dem Spiel zum Entsorgen meiner Mannschaft“</i>, so Norhern- Spirit- Coach Tailor) konzentrieren sich die Vorbereitungen der City Suns vor allem auf intensives Videostudium. Doch aus aktuellem Anlass stehen im Trainingslager nicht die sonst üblichen Klassiker „Wenns im Kasten zweimal klingelt“ oder
„Unter der Lederhose jodelts, V-IX“ auf dem Programm. „Nein, diesmal habe ich aus einem Standardwerk ein paar sehr interessante Szenen zusammengeschnitten (siehe Foto), anhand derer wir diese lästigen Nordgeister schulbuchmäßig eliminieren werden“ so Coach Lobanowski lässig. „Dank der Zeitverschiebung ist ja in Australien auch noch Fasching, traditionell bekanntlich die beste Zeit, um übel riechende Geister und sonstiges Gesocks zu vertreiben.“ Ob die Geistervertreibungs- Tools auch gleich noch gegen die bislang recht tief heulenden Wölfe von Wollongong wirken, bei denen man anschließend zu Gast ist? Oder wird diesmal etwa Lobanowski exorziert, das Dixiklo runtergespült und die City Suns von ihrem seltsamen Trainer befreit?
Lobanowski gibt zu: "Ja, wir haben Northern spirit beschissen"
Ein neuer Skandal erschüttert die Hyundai-A-League: Heute nacht tauchten unvermittelt vor dem Rockdale-Vereinsheim 200 Carabinieri auf und filzten die Holzhütte von oben bis unten. Und die razzia war mehr als erfolgreich: Coach Lobanowski wurde dabei ertappt, als er verdächtiges Material aus dem Kellerfenster werfen wollte. Und so blieb dem Trainer nichts anderes übrig als zuzugeben, was ihm von seinem Kollegen Tom Tailor vorgeworden wurde: "Ja, es ist wahr. Wir haben beschissen. Und zwar Northern Spirit. Und wissen Sie was- es hat unglaublich gut getan!" Die örtliche GSG9 präsentierte als
Beweis ein mehr als eindeutiges Dokument (siehe Foto) aus Lobanowskis Spind.
Das sind genau die Nachrichten, welche die gerade auf Platz 4 gespülten City Suns vor dem Duell mit Meister Paramatta nicht brauchen können. Aber auch ohne diese skandalösen Umstände wäre wohl spätestens am nächsten Spieltag der Höhenflug der City Suns beendet gewesen. "Eine beschissene Lage" sei das halt, in jeder Hinsicht", so Lobanowski.
Zwei Spieltage ist die A- League- Saison erst alt, und schon sieht sich City- Suns- Coach Lobanowski heftigen Anfeindungen ausgesetzt, die ihn zu einem knallharten Dementi zwangen: „Es wurden leider von Seiten der Flughafenbarhocker der Bankstown City Lions ungeheuerliche Vorwürfe erhoben, die natürlich jeglicher Grundlage entbehren. Ich möchte nur nochmal öffentlich klar stellen: Ich habe dem Kollegen Deus weder die Haare geschnitten noch ihm Eiswürfel in seine -im übrigen sehr hübschen- himmelblauen Leinenhosen geschoben. Es ist zwar allgemein bekannt, dass ich über einen gesunden Humor und viel Fantasie verfüge –wie z.B. alljährlich bei der Formulierung meiner Saisonziele zu beobachten-, aber zu
solch albernen Scherzen bin ich nun wirklich nicht aufgelegt. Da müssen Sie schon den ebenfalls von Rubio belasteten Kollegen Tom Tailor fragen – dem ist ja bekanntlich jedes Mittel recht, um seinen 3. Platz zu verteidigen.“
A propos Saisonziele – in Rockdale werden mal wieder Sauerstoffgeräte benötigt. „Völlig übers Ziel – <i>einen grauen Mittelfeldplatz</i> - hinausgeschossen“ seien seine Spieler, befand Coach Lobanowski. „Platz 3, um Himmels Willen, was sollen wir denn da oben. Na wenigstens steht Northern Spirit noch vor uns, sonst wären die Jungs ja komplett ausgeflippt. Aber diesen Ausrutscher werden wir schon an den nächsten Spieltagen wieder gerade biegen.“
Nachdem man letzte Saison mal wieder ganz souverän den angestrebten grauen Mittelfeldplatz erreichte, freut man sich in Rockdale schon wieder auf die neue Saison: "Unsere Ziele sind natürlich ganz klar wieder: Unauffällig mitspielen, die entscheidenden Spiele ganz knapp in den Sand setzen, auf keinen Fall die internationalen Plätze erreichen und dafür sorgen, dass Australien bei der WM gegen Portugal rausfliegt" gab Coach Lobanowski in gewohnt militärisch-knappem Stil die Vorgaben für die vierte Saison der City Suns im australischen Oberhaus vor. "Letztes jahr hat das ja alles super geklappt, auch wenn mir persönlich Platz 7 fast schon etwas zu nah an der oberen Tabellenhälfte war. Da muss ich den ein oder anderen Heißsporn in der Mannschaft nochmal etwas 'briefen', was das taktische Verhalten angeht. Aber ansonsten liegen wir gut im Plan."
Ob Lobanowski da richtig liegt, wird sich gleich in den ersten Spielen
gegen die graues-Mittelfeld-Kollegen von Perth Glory und den Polizeizebras zeigen.
"Aber lassen Sie mich noch zwei persönliche Anliegen vorbringen", so Lobanowski zum Abschluss der PK, als bereits alle drei Pressevertreter am wie üblich vom Kollegen Tom Tailor bestückten CCC-Büffet ('Cockroaches, Chips & Circumstance') standen. "Einerseits freue ich mich als Hobbygeograph, dass wir mit Perth und Brisbane überhaupt noch zweimal woanders hinreisen dürfen als nach Melbourne und in irgendwelche obskuren Slums von Sydney. Das wird ja bald eine reine NSW/Melbourne-Inzucht hier. Das kenne ich aus meiner Familie und beobachte es mit einer gewissen Sorge. Und andererseits bin ich überglücklich, dass unsere Kollegen der Weißen-Adler-Bunnys jetzt endlich ihre Namensänderung beim A-League-Standesamt durchgebracht haben und wieder ohne Ring am Start sind. In diesem Sinne wünschen wir allen eine unterhaltsame Saison."