Eine Respektlosigkeit ungeahnten Ausmasses fand kürzlich in einer nicht näher bezeichneten Runde von SM-Granden statt. Wer bei dieser Entgleisung zugegen war, worum es genau ging und wo sie stattfand (angeblich spricht man von einem simplen email-Verkehr), ist nicht bekannt. Böse Zungen behaupten, der belanglose Trainer Barisic, in einschlägigen Zirkeln nur “Maierhofer” genannt, hätte als zufälliger Tabellenführer eine ihm nicht
zustehende Ehrerbierung verlangt. Offenbar hat der erste Tabellenplatz bei Barisic, der in der SM noch NICHTS GELEISTET hat, eine Art Grössenwahn verursacht hat. Sein Pech war nur, dass er sich diese Unglaublichkeit in Gegenwart von fünf SM-Meistern geleistet hat.
Was Barisic nun erwartet, weiß man nicht, doch die Redaktion vermutet, er wird erstmals die drei Pfeiler der SM neu erlernen müssen: Respekt. Schweigepflicht. Rache (gibt es nicht).
Roter Stern Belgrad hat als Meister der serbisch-montenegrinischen Liga bisher enttäuscht futschleckn. Seit dem ersten Spieltag befinden sich die Belgrader am letzten Platz der Tabelle oaschfickn und Spieltag für Spieltag konnten sich die Belgrader nicht steigern beidllutschen. Nun, am letzten Spieltag ficken konnte Roter Stern die rote Laterne endlich an Hajduk kurac Belgrad abgeben. Die Rückrunde verspricht spannend zu werden saubeidl, sowohl was den Abstiegskampf, sowie den Kampf um die Meisterschale betrifft
sauhua. Prognosen sind schwierig futkanister, es wird empfohlen, auf das Wachstum der Radieschen zu achten. Daraus konnte man schon viel lernen hurnkinda in der Zeit der Herbstmeisterschaften.
“Ihr Neffe ist vom letzten Platz weggekommen” wollte der Consigliere den Don besänftigen. Doch er wusste sofort, dass er einen Fehler gemacht hatte, den Namen des in Ungnade gefallenen zu nennen. Der Don war seit Wochen unansprechbar, der Consigliere war ratlos. Immerhin war W. der verdammte Lieblingsneffe…
W. war in der Provinz gelandet, denn das Pflaster in der Hauptstadt war ihm zu heiss geworden. Hier sollte W. sicher sein, plante er doch, sich wie die Einheimischen zu kleiden. Also wollte er sich ein für die Gegend typisches Kapuzengewand kaufen. So würden ihn die Häscher des Don niemals finden.
W. trat also ein in einen Shop, von dem er dachte, hier sei er richtig. Doch der Schwerpunkt des Sortiments war hier offensichtlich anders gelagert. W. sah sich erst mal um:
Fenris-Biographie: „Meine grössten Erfolge“ : Verlag Cacker, erhältlich auf einem Post-It.
Kondom „Fenris“ : Designed nach dem realen Vorbild des Namensgebers. Leider ausverkauft, da die gesamte Charge nach China und Japan exportiert und dort ein grosser Verkaufsschlager war.
Pager „Obilic“ : sendet Erinnerungs-Nachricht „Zugabgabe nicht vergessen“ an 12 von 14 ZATs an deinen
befreundeten Trainerkollegen.
Computerspiel „Red Dead Redemption“ : Indianerabschiessen in der virtuellen Welt, wenn’s in der realen nicht funktionert hat.
Heckstrahler „Rote Laterne“ : momentan ausverkauft. Restposten noch bei der Konkurrenz erhältlich (z.B. Roter-Stern-Butik)
Schlammpackung „Borac“: Leidest du an Verspannung, weil du wieder mal den 1. Platz verpasst hast? Löse deine Probleme mit einem Moorbad! Einfach die ganze Schlammpackung in eine Badewanne leeren und dann den Konkurrenten reinstossen. Packungsgrösse reicht für eine Saison.
Blauer Stern Modell „Roter Stern“ : Gibt es hier nicht, hat es hier nie gegeben, wird es hier auch nie geben.
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. Angesichts solcher Geschmacklosigkeiten wandte sich W. mit Grausen ab und beschloss, wieder nach Belgrad zurückzukehren. Die ganze Scheiße, die ihn zu Hause erwarten sollte war ihm allemal noch lieber als das verabscheuungswürdige Hinterwäldlertum hier draussen in der Provinz von Cacak.
W. war untergetaucht. Die Caporegimi des Don hatten schon ihre Häscher ausgeschickt. Wie konnte ihm das bloss passieren? Er, der Lieblingsneffe, der der Familie ihren Namen wieder gegeben hatte, indem er mit dem Roten Stern alles gewann, was es zu gewinnen gab, sollte verspielt haben? Wie konnte der Don so kleinlich sein, wegen eines läppischen Interviews? Alle geben heutzutage Interviews und reden Mist im TV. W’s Interview war wenigstens profund und von fussballerischem Fachwissen. Mannchmal war der Don wirklich ein altmodischer “Moustache-Pete”...
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Dragica wollte ihr Etablissment gerade schliessen, es war halb sieben Uhr morgens, als er da stand: hässliches Gesicht, beginnende Glatze
und olivgrüne Crocs. Dem eingetrockneten Grind um seinen Mund nach zu schliessen hatte er als letztes wohl Topfenpalatschinken gegessen.
Dragica wollte den kaputten Typen mit freundlichen, aber klaren Worten (“Schleich di, Oida!”) wegstampern, als sie in sein Gesicht blickte: Sie schaute ihn eine halbe Minute lang an, bis sie endlich sagte:
“Du jetzt wach i auf: Der Stoffl,
der zehn Häuser weiterg'wohnt hat in der Gassen!”
Dann zwinkerte sie ihm zu wie vor 15 Jahr',
sie sagt: “Na, wie geht's da, mei Stoffl, nach Jahr,
du hast a schon lang nix mehr vo dir hör’n lassen…”
Nach einem unglücklichen Saisonstart konnte der Meister der serbisch-montenegrinischen Liga, Roter Stern Belgrad, an diesem ZAT endlich den ersten vollen Erfolg einfahren: 5:2 gegen Buducnost Podgorica.
Trainer Bernd W. im Interview nach dem Spiel:
“Ich bin überglücklich über diesen Erfolg. Der total missratene Saisonstart hat an unser aller Nerven gezerrt. Gut, dass es gegen Vizemeister und den Dritten schwer würde, haben wir gewusst. Und das 6:6 im ersten Spiel war eingeplant, doch die totale Pleite gegen den Vierten und Fünften hat uns schon sehr zurück geworfen. Aber es zeigt einfach nur, wie stark die Liga in Wirklichkeit ist. Wir haben das immer gewusst, nur ist uns dieses Wissen in einem kurzen Moment des Überfliegerseinwollens abhanden gekommen. Aber wir haben uns in die Berge zurückgezogen und mit der Mannschaft, vor allem den jungen Spielern, Teambuilding betrieben. Die Ruhe haben wir gebraucht, um zu erkennen: Da hat sich eine gewisse Überheblichkeit eingeschlichen in die Mannschaft und wir haben geglaubt, es läuft sowieso alles für uns. Das ist nicht gut und da nehme ich mich selbst nicht aus. Aber seien Sie mal ehrlich, wer kann es den Jungs nach vier in Serie gewonnenen Meisterschaften verdenken, dass sie glaubten, unbesiegbar zu sein? Vor allem junge Spieler werden da zu Möchtegern-Überfliegern. Aber wir haben das eindringlich besprochen, und glauben Sie mir: der Dämpfer kam zur richtigen Zeit. Dass es nun gleich im ersten Spiel nach der Kasernierung geklappt hat, nehme ich als ein gutes Zeichen, nicht mehr und nicht weniger. Wir wissen,
dass nur beständiges Weiterarbeiten uns zum Ziel führen kann. Danke.”
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. Das Gesicht des Don war weiss geworden vor Zorn. Und auch sein Consigliere war diesmal ratlos, zugleich war er sich der Gefahr der Situation bewusst:
Ausgerechnet sein Lieblingsneffe hat den Don verraten, und das in aller Öffentlichkeit: Ein Bruch der Omertá- Allerweltsgeschwafel in der Zeitung - die schlimmste Sünde der SM und ein Gesichtsverlust für die ganze Familie . Die Hände des Dons begannen zu zittern und sein Herz verspürte einen Stich bei dem Gedanken, was er für W. alles getan hatte.
Hatte dieser undankbare Bastard etwa vergessen, dass es der Don war, der ihn vor dem Abstieg in Schottland gerettet hat, indem er ihn nach Serbien geschleust hat? Dass er dem als Nichtsnutz geltenden W. sein Vertrauen geschenkt hat und ihm den schillerndsten Verein des ganzen Balkans verschafft hat, damit er den Namen der Familie wieder ins rechte Licht rückt?
Vizemeister, Dritter, Pausenligameister, drei Mal Erster, Championsleaguefinale, Copa-Awards,…alles hat der Don für W. gemacht, alles…das einzige Missgeschick war die Sache mit dem Schlammloch, doch dafür hatte der alte Consigliere bezahlt...
Zum ersten Mal in seinem Leben wusste der Don nicht, was er tun sollte, denn die Liebe zu seinem Neffen hinderte ihn noch daran, das Notwendige, das übliche in so einem Fall, anzuordnen. Und auch der Consigliere hielt sich zurück, wusste er doch, dass das einzig richtige diesmal das falsche sein könnte. Für W., und auch für ihn selbst…
Diesen peinlichen Beinamen hat er sich gegeben. Und während er selbst sich immer mit seinem selbst gegebenen Attribut bezeichnet, erntet er hinter seinem Rücken nur Hohn und Spott. Er will die Gipfel in Rekordschnelle stürmen, und noch bevor er ganz oben ist, schiesst er Gipfelfotos von sich selbst. Nur leider im entlarvenden Winkel, ganz in Sky-Runner-Manier eines Christian Stangl. Doch in seiner Mammut-Jacke fühlt er sich unbezwingbar. Und sein Orange-Handy ist das Fenster zu seiner visualisierten Welt. Die „16-Summits“ der Prva Savezna will er als erster bezwingen mangels anderer Herausforderungen, denen er sich stellen kann, oder vielmehr: die er erreichen
könnte. Daher muss er sich neue Ziele erfinden, mit denen er sich schmücken kann: „Gegentorrekord“, „Liebling der Götter“, oder eben die „16-Summits der Prva Savezna“. Wie peinlich das Ganze ist, wird ihm von seinem Personal-Coach ausgeredet. Er schwärmt von längst vergangenen Erfolgen, von Frauen, die er niemals hatte, und vom K2, den er ganz allein und über die lebensgefährlich verschlammte Südwand, bezwungen haben will. Seine Welt hat er sich visualisiert. Das hat er in einem Selbstfindungs-Seminar mit Andreas Berger und Bernhard Kohl gelernt. Die haben ihm auch eingeredet, er bräuchte diesen bescheuerten Markennamen.
Er war froh, wieder zu Hause zu sein. Er ist einfach kein Urlaubs-Mensch. Sonne, Sand und Meer, das ist einfach nicht seine Welt. Er ist zu Hause in der Halbwelt, da wo sich kleine Ganoven wegen einer verlorenen Pokerpartie das Messer in die Seite rammen, dort wo manchmal auch 17+5 ein Black Jack ist, wenn es dir das Leben rettet. Seine Freundin weiss von all dem nichts, und das soll auch so bleiben, denn er will, dass sie glückich ist. Nein, er ist kein schlechter Mensch, er kann nur bei dem "normalen Leben" der anderen nicht mitmachen. Und dazu zählt auch „Urlaubmachen“. Aber jetzt war er wieder
zu Hause, saß noch in seinem Wagen, um die Quoten für’s Wochenende zu checken, während seine Freundin das Gepäck hinauftrug. Plötzlich ein schriller Schrei aus dem Stiegenhaus. Er sprang auf, zückte sein Messer und stürmte ins Haus. Dort stand sie, kreidebleich, und ihr Blick haftete auf der Fussmatte. Und was dort zu sehen war, kam einem Horrorfilm gleich: Dort lag der abgehackte Kopf eines Zebras, in seinen Augen steckten zwei Bleistiftstümpfe, und das eingetrocknete Blut hatte die Worte „Willkommen“ unlesbar gemacht.
Er wusste, er war wieder zu Hause.
Java Jim war verzweifelt. Seine nordische Bande, von der er gedacht hatte, sie sei wie eine Familie für ihn, hatte ihm übel mitgespielt. Von Rufmord und übler Nachrede war da die Rede. Doch Java Jims Verzweiflung währte nur kurz. Er war schon zu lange im Geschäft, um einer untreu gewordenen Bande seine Ehre zu erbieten. Er wusste, was zu tun war, an wen er sich wenden würde: Er würde die ehrenwerte Gesellschaft der Prva Savezna, die SM, um Aufnahme bitten...
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Die ehrenwerte Gesellschaft der Prva Savezna ist keine Liga im eigentlichen Sinn.Hier geht es um mehr, als bloss einen Titel zu erringen. In der SM zu sein heisst, dass Du Dir in jedem Moment deines Lebens bewusst bist, dass du SMler bist.
Ob du in der Prva Savezna spielst oder in der Druga Liga, die SM ist deine Familie. Wenn du international spielst, spielst du für die SM. Wenn du einen Satz in der Zeitung schreibst, schreibt ihn auch immer die Familie mit. Ob du am Abend alleine dein Bier trinkst oder mit Freunden durch die Strassen ziehst, du wirst immer ein SMler sein und dich danach verhalten. Wenn du isst, wenn du trinkst, wenn du schläfst, ja sogar wenn du mit einer Frau ins Bett gehst, wirst du stets die SM im Kopf haben.
Denn wenn du in der SM spielst, ist dir eines bewusst: das ist Unsere Sache.
Die SM begründet sich auf drei Pfeilern, die ihre ehrenwerten Mitglieder im Blut haben: Rispetto, Omertá, Vendetta - oder auf serbisch: Respektovic – Omertácevic – Vendettac.
Der erste und wichtigste Pfeiler der SM ist der Respekt. Sie SM verlangt Respekt vor deinem Gegner, vor der Liga und vor dir selbst. Der gegenseitige Respekt ist der Schlüssel für den Erfolg der SM - dafür, dass es keine dubiosen Mitspieler, Wendehälse, oder Verräter gibt. Wer keinen Respekt hat, der ist schnell wieder weg und sollte besser nie wieder kommen.
Eine Chance wird jedem gegeben, eine zweite nicht. Und auch ein Fehler wird jedem verziehen, ein zweiter nicht.
Der zweite Pfeiler der SM ist die Schweigepflicht - die Omertá:
Die Schweigeplicht der SM bezieht sich auf deine Ergebnisse: Vermeide, darüber zu sprechen oder - noch schlimmer - zu schreiben. Wenn du einen Gegner
auswärts 1:2 oder 3:4 besiegt hast, dann prahle nicht in der Zeitung damit herum. Erweise dem Besiegten den Respekt, den er verdient. Jeder wird das Ergebnis lesen und dich dafür respektieren oder dir sogar seine Aufwartung machen, doch wenn du deinen Mund nicht halten kannst wie ein Waschweib, verlierst du als erstes deinen Respekt und am Ende alles.
Weiters sollst du schweigen darüber, gegen wen du spielst oder gespielt hast, über Mannschaftsaufstellungen, Trainingseinheiten, Taktiken, Stadionausbauten und all diesen Schwachsinn. Nur der Capo-Kolumnista schreibt in der SM über diese Dinge. Ein altes Sprichwort aus der SM besagt: Wer schreibt und dabei schweigt, wird Meister - und was noch viel wichtiger ist: er lebt hundert Saisonen lang in Frieden.
Der dritte Pfeiler der SM ist die Vendetta - die Rache. Über sie ist zu sagen: ES GIBT SIE NICHT. Rache ist unvereinbar mit dem ersten Pfeiler des gegenseitigen Respekts. Rache in der SM gibt es nur in Verbindung mit Respekt: in deiner Vergeltung musst du dem Gegner den Respekt erweisen, den er verdient, oder unterlasse es, dich zu rächen. Ein Gegner verdient nur dann keinen Respekt, wenn er der SM gegenüber den Respekt versagt hat.
Wenn du diese drei Pfeiler berücksichtigst und danach lebst, bist du ein ehrenwertes Mitglied der SM-Gesellschaft und Deine Sache ist auch Unsere Sache. Es mögen dies altmodische Werte sein, die in der heutigen, nur auf schnellen Profit ausgerichteten Zeit merkwürdig klingen. Viele können vielleicht auch gar nicht verstehen, was damit gemeint ist, doch die halten sich der SM ohnehin besser fern. Denn wir, die wir Unserer Sache sicher sind, wissen, dass es diese drei Pfeiler sind, die garantieren, dass die SM überdauern wird.
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. Java Jim fühlte sich gut. Er wurde in der SM aufgenommen. Der Empfang war sogar, ganz gegen seine Erwartungen - Alter Schwede ! - äusserst herzlich ausgefallen. Gleich fünf Capi (und nicht irgendwelche) hiessen ihn spontan willkommen und selbst der Capo-Kolumnista liess es sichnicht nehmen, im SM-Studio eine Willkommensnachricht zu verlautbaren. Natürlich startet Jimmy als Capo der Drugisten von Rad, so wie es sich gehört. Es scheint, der Junge hat begriffen, worum es geht…
Ist Walter Fotzenhobel in Wirklichkeit ein SMler?
Die Meinungen darüber gehen auseinander, aber Roter Stern Belgrad-Trainer W. meint: "Jaja, der ist auch einer von uns. Schauen Sie sich doch mal das Wappen an: das sind doch eindeutig die weissen Adler von Serbien. Und rot-blau-weiss: Das ist ja gar nicht Australien, das ist das S aus der SM ! Ich meine, der Walter hat Dreck am Stecken, so wie alle in der SM, und hat sich halt nach
Australien abgesetzt. Seine Wurzeln kann er halt nicht verleugnen, daher hat er sich einen serbischen Verein gesucht, der so tut, als ob er in der A-League spielt".
Etwas abenteuerlich, die Theorie von W., aber ganz von der Hand zu weisen sind die seltsamen Zusammenhänge nicht. Die Öffentlichkeit hat ein Recht informiert zu werden: Walter Fotzenhobel - Was hat Australien mit Serbien zu tun? Ein Fall für Dr. Watson?
Viel vom Ende, vom Aufhören und vom Sterben ist die Rede dieser Tage beim Stamm der Balkan-Indianer:
Partizan-Belgrad-Redakteur HHO steht belanglos auf seiner berühmten Friedhofstribüne und kommentiert das Geschehen.
In Zrenjanin hiess es ganz unerwartet und nach langem Leiden R.I.P. “Requiescat Ibi Proleter” - Hier ruht der Prolet - ein Spieltag vor Ende der Meisterschaft. Aus Höflichkeit kondoliert man dem Kasperl, aber: Ein starker Abgang sieht anders aus.
Ein Ex-Drugist in spe verspielt bereits vor der neuen Saison seine letzte Überlebenschance, da er dem Prva Savezna-Schnitzelessen nicht die gebührende Ehre erweist, sondern lieber zu Hause Europaleague-Qualifikations-7.Runde schaut, angeblich weil er sich
“den Tod holte” beim Feiern wiederum jemandes Dritten Lebensendes.
In der Prva Savezna hingegen spricht alles von einem Zugunglück mit “ana schiachen Leich”.
Und Ruhiger Wolf? Er spürt den Tod nahen. Doch wie man weiß, bedeutet für den Indianer der Tod nicht das Ende, sondern nur das Hinübergleiten in eine andere Welt: die ewigen Jagdgründe.
Doch diese andere Welt ist gar nicht so eine spirituelle Sache, wie das unwissende Bleichgesicht vielleicht vermuten möchte. Ganz im Gegenteil, sie ist vielmehr eine virtuelle Sache hehe, denn für Ruhigen Wolf gibt es nur einen ewigen Jagdgrund: und der heisst Prva Savezna!
In diesem Sinne: Auf zum letzten Gefecht – es ist ein guter ZAT zum Sterben!
Das SM-Quiz.
Heute zu gewinnen: 0.1 TK.
Die Frage: Welcher Indianer hat den nördlichsten Geburtsort der Prva Savezna?
Die Antwort ist gar nicht so einfach. Das windige Bleichgesicht F. sinniert nun schon seit Tagen, will er doch um jeden Preis die 0.1 Bonus-TK einsackeln. über seinem Colt gebeugt, ein Glas Whisky in der Hand, lallt er in seinen nicht vorhandenen Bart: "Trinkt Feuerwasser" kann es nicht sein, sagt doch schon der Name "Jugo"petrol, dass er ganz tief aus dem Süden kommt. "Falscher Meister" ist es auch nicht, denn der ist nicht aus dem Norden,
sondern, wie wir wissen: ein Hinterwäldler. "Bobocatepétl", "Zwei mal Erster", "Meister 100 Monde lang" und Ruhiger Wolf sind es auch nicht, denn die kommen aus Beograd oder einem seiner schönen Vororte. Ole Sharahand, der Spartaner, und die anderen Rothäute von den schwarzen Bergen können es auch nicht sein, liegen jene doch noch weiter hinter der Tankstelle.
40 Wagen westwärts und man trifft auf den Stamm der Cuckaricki, aber auch das ist die falsche Himmelsrichtung.
Who the fuck ist also der Balkan-Indianer mit dem nördlichsten Geburtsort?
»Vorwärts, Ruhiger Wolf!«, rief ich. »Es ist sonst alles verloren!«
Die Männer oben merkten, was unten vorging, und kamen schnell wie die Eisenbahn. Zu gleicher Zeit aber blitzten uns von der Tankstelle her einige Schüsse entgegen. Ruhiger Wolf stürzte zu Boden. Ich blieb vor Schreck halten.
»Ruhiger Wolf, mein Freund«, rief ich, »hat dich eine Kugel getroffen?« »Ruhiger Wolf wird sterben«, antwortete er.
Da erfasste mich eine Wut, welcher ich nicht zu widerstehen vermochte. Soeben langte „Falscher Meister“ hinter mir an. »Ruhiger Wolf stirbt!«, rief ich ihm wütend zu. Ich nahm mir nicht erst Zeit, ein Messer oder einen Revolver zu ergreifen. Mit hoch erhobenen Fäusten stürzte ich mich auf „Zwei Mal Erster“ und „Heisst wie ein Eissalon“ und die anderen Indianer, welche bereits ins obere Tabellendrittel gedrungen waren. Der vorderste unter ihnen war Häuptling Strandbrunzer; ich erkannte ihn sogleich. »K.I.T.T., du Hur‘«, rief ich ihm zu. Mein Faustschlag traf ihn an die Schläfe; er brach zusammen wie ein Holzklotz.
Der neben ihm haltende Partizane hatte bereits den Tomahawk gegen mich zum
Schlage erhoben; da fiel der Schein der Flamme hell auf mein Gesicht, und er ließ erschreckt das Schlachtbeil niedersinken.
»Ole Sharahand!«, rief er laut.
»Ja, hier ist Ole Sharahand. – Foahr‘ in Oasch!«, rief ich.
Ich kannte mich nicht. Der zweite Hieb traf Orangenhaut mit einem mächtigen Schnicks, so dass er niedersank wie vom Cuckaricki gestreift.
»Ze-lez-nik!«, riefen die Indianer zaudernd, was soviel bedeutete, wie „Wir haben verloren!“.
»Ole Sharahand!«, rief auch der andere Beograder. »Das seid Ihr, Sharlie? O, da begreife ich alles. Jetzt haben wir gewonnen!«
Ich erhielt einen Messerstich in die Schulter, aber das fühlte ich gar nicht. Zwei der Cacaken fielen von den Schüssen TCs, und den dritten schlug ich noch nieder. Mittlerweile kamen immer mehrere der Vojvoden herab, aber sie konnte ich dem Proleten überlassen.
Ich wandte mich zu Ruhiger Wolf und kniete neben ihm am Boden nieder.
»Wo ist mein Bruder getroffen?«, fragte ich.
» Hier in der Brust«, antwortete er leise, die Linke auf die rechte Seite der Brust legend, welche sich von seinem Blute rötete – rot wie ein Roter Stern…
Nach dem Versuch, sich noch einmal gegen das Unvermeidliche aufzubäumen und Borac nicht zum Meister werden zu lassen, hat Ruhiger Wolf in einem Gespräch mit Ole Sharahand von seinen Todesahnungen berichtet…
»Ich danke dir! Doch auch ich will ihn noch verhindern, daher das 5:4 - aber wir sind jetzt fertig. Die Zeit zum Angriff ist gekommen. Und ich werde den Kampf nicht überleben. Lass uns Abschied nehmen, mein lieber, lieber Schar-lie! Der gute Manitou mag dir vergelten, dass du mir so viel, so viel gewesen bist! Mein Herz fühlt mehr, als ich mit Worten sagen kann. Lass uns nicht weinen, die wir Männer sind!
Begrabe mich in den ewigen Weiten des Marakana, am Ufer der blauen Donau, die hier in Beograd nur mehr braun ist - auf meinem Pferde und mit allen meinen Waffen, und auch mit meinem Rest-TK, das in keine anderen Hände kommen soll. Und wenn du dann zu den Menschen zurückgekehrt bist, von denen dich keiner so lieben wird, wie ich dich liebe, so denke zuweilen an
deinen Freund und Bruder Ruhiger Wolf, der dich jetzt segnet, weil du ihm ein Segen warst!«
Er, der Indianer, legte mir die Hände auf das Haupt. Ich hörte, dass er nur mit Mühe das Schluchzen unterdrücken konnte, und riss ihn mit beiden Armen an mich, indem ich weinend hervorstieß: „Ruhiger Wolf, mein Ruhiger Wolf, es ist ja nur eine Ahnung, ein Schatten, der vorübergeht. Du musst bei mir bleiben; du darfst nicht fort!“
„Ich gehe fort!“, antwortete er leise aber bestimmt, riss sich mit Überwindung seiner selbst von mir los und wendete sich nach dem Lagerplatz zurück.
Indem ich ihm folgte, suchte ich in meinem Gehirn vergeblich nach einem Mittel, ihn zu bestimmen, nicht an den bevorstehenden ZATs teilzunehmen; ich fand keins, weil es keins gab. Was hätte ich darum gegeben, und was gäbe ich noch heut darum, wenn es mir möglich gewesen wäre, einen Ausweg zu finden…!
nach: (c) Winnetous Tod (Winnetou III, siebentes Kapitel: Am Hancockberg)
Kennen Sie Slobodan, den Roten Seestern? Er lebt an der serbischen Adria und hat – untypisch für einen Seestern - 6 Arme!
Jeden Donnerstag abend, wenn die Rote Sonne im Wasser versinkt und der grosse runde Mond am Himmel aufgeht, setzt sich Ruhiger Wolf an den serbischen Strand. Er zeichnet dann mit einem Pfeil Wappen in den Sand, die aussehen wie ein Löwe oder wie eine Lokomotive oder wie eine Zapfsäule. Und immer zeichnet Ruhiger Wolf auch einen Roten Stern. Dann wartet Ruhiger Wolf, bis Slobodan von den Wellen angeschwemmt wird und der Seestern seine Arme auf die Zeichen legt. Er legt einen oder zwei oder auch mehr Arme auf die Zeichen – oder auch gar keinen. Und Ruhiger Wolf weiss die Botschaften seines
Freundes, des Seesterns, zu lesen. Slobodan ist noch niemals falsch gelegen - nur einmal ist er im angeschwemmten Adriaschlamm stecken geblieben und Ruhiger Wolf konnte seine Arme nicht mehr richtig sehen.
Heute hat Ruhiger Wolf neben dem Roten Stern einen Tschetnik-Kämpfer und einen Cuckaricki in den Sand gezeichnet. Die ersten Wellen, die Slobodan anschwemmen werden, kann Ruhiger Wolf schon an seinen Mokassins spüren. Der Wind schmeckt salzig heute abend, die Sonne senkt sich langsamer als sonst, und irgendetwas macht den Ruhigen Wolf unruhiger als sonst. Es ist dies ein eigenartiger Geruch, der heute abend von den Wellen hergetragen wird, fast nicht vernehmbar - doch seine Indianernase trügt ihn nicht: Es riecht nach faulem Fisch…
Während Ruhiger Wolf die Einkehr sucht, um abseits des Prärie-Alltages neue Kraft zu schöpfen für die Kämpfe, die da anstehen, gibt es diese Woche aus gegebenem Anlass eine kurze Abschweifung ins Bildungswesen der SM:
Die SM-Akademie ist keine Fussballschule oder Trainingsausbildung im herkömmlichen Sinn, sondern vielmehr eine Elite-Fussball-Universität und Lebensschule in einem, die weltweit ihresgleichen sucht.
Die SM-Akademie ist nichts für Mitläufer oder Durchschnittsfuzzis. Auch wer zu faul ist oder zu oft die Schule svenskt, der sollte sich besser eine fussballerische Sonderschule im hohen Norden suchen...
In die SM-Akademie kommst du auch nicht mit dem Geld deines Papis rein (Stichwort „Roter Stern Bargeld“), sondern hier musst du so auftreten, dass die SM-Scouts bei der Aufnahmeprüfung sofort wissen: Da ist einer mit der Technik eines Dejan Savicevic, dem Torriecher eines Slobodan Santrac - und du bist ein Führungspieler wie Dragan Stoikovic.
Doch das ist nicht alles: Die Selektion derer, die Aufnahme finden, ist psychischer Druck pur. Die fussballerische Gabe musst du selbst mitbringen (siehe oben), den Rest der serbisch-montenegrinischen Kulturtechniken lernst du hier: Härte, Durchschlagskraft, Rücksichtlosigkeit, Sexualkunde und Rechtschreibung.
Wie in allen Bildungsystemen gibt es auch in der SM-Akademie verschiedene Abschlüsse die der Prva-Savezna-Schüler machen kann:
Dipl.jugo: ist sowas wie der Bachelor der SM-Schule: Eine hervorragende Basis, um ins Ausland zu gehen, und dort Karriere zu machen.. Mit dem Dipl.Jug. stehen dir
Meistertitel in den meisten Ligen offen. In schwächeren Ligen (z.B. Österreich, Schweden,...) wirst du automatisch als Favorit gehandelt, und dieser Rolle höchstwahrscheinlich immer gerecht werden. Die ganz grossen Erfolge werden in deinem Leben aber eher die Ausnahme bleiben.
Mag.rer.soc.serb.: ist sowas wie der Master der SM. In der SM wirst du damit meistens im oberen Tabellendrittel und um die internationalen Startplätze mitspielen (vielleicht). Mit harter Arbeit kannst du es sogar zu einem Meistertitel bringen. Gehst du als Mag.rer.soc.serb. allerdings ins Ausland, kannst du mit wenig Aufwand sehr erfolgreich werden: Du wirst hunderte Karrierepunkte verdienen und ständig um Meistertitel und internationale Plätze, im speziellen Championsleague et. al., mitspielen. Ein vorderer Platz in der Hall of Fame ist dir sicher (für den, den das erstrebenswert ist).
Dr.champ sm..: Der höchste Abschluss der SM-Elite-Universität. Verbunden mit jahrelanger härtester Arbeit, Entbehrungen jedweder Art, und Erniedrigungen durch die SM-Ausbildner, wirst du am Ende ein SM-Meister sein. Deine Aufgabe wirst du auch ausschliesslich darin sehen, SM-Meister zu sein. Internationale Ligen oder Ehren interessieren dich nicht, ja der Dr.champ.sm. verachtet sie geradezu, denn sie dienen nicht seinem einzigen und letzten Zweck: SM-Meister zu sein.
Mit der Ausbildung zum Dr.champ.sm. verhält es sich so ähnlich wie im Zen: Bevor du dich mit der SM-Lehre eingehend auseinandersetzt, ist ein Fussball einfach nur ein Fussball. Wenn du aber die SM-Lehre studierst, dann ist ein Fussball kein Fussball mehr. Und wenn du SM-Meister bist, ist ein Fussball wieder einfach nur ein Fussball.
Ruhig ist es geworden um den Ruhigen Wolf und ruhig ist auch der Ruhige Wolf geworden, wie er da aus den Kämpfen am letzten Mond kam. Sollte der Grosse Geist etwa schon wieder eingreifen wollen oder war es bloss eine Laune der Natur, dass die Pfeile des Ruhigen Wolfes daneben gingen, während die blinden Geschosse seines Freundes "Der sich immer viel zu wichtig nimmt" mitten ins Schwarze trafen, das er nicht einmal angezielt hatte.
Doch der Pfad zu den Blauen Präriesternen ist noch lange und Ruhiger Wolf hat sich die Mokassins ausgezogen, denn nun helfen ihm nur mehr die ganz alten Indianer-Instinkte. Und wer so etwas Wichtiges vorhat, der sollte keine langen Reden halten, sondern nach ein paar Worten zur Sache kommen...