Noch immer hat Herbster mit den psychischen Folgen seiner Voodoo Attacke auf Pepeke Guevara zu tun. Neben dem schlechten Gewissen, ihm sportlich geschadet zu haben, plagen ihn weiterhin Schuldgefühle, für das Eheaus im Hause Guevara/Guevarez verantwortlich zu sein. As diesem Grund nahm er kürzlich den ersten Termin in der Psychotherapie-Gruppensitzung wahr.
"Was ist das denn für ein Feini?" fragte der Psychologe.
"Das ist mein fubini. Er bekommt von mir seit einem Jahr nur Erdbeerkuchen und Milch. Seitdem haben sich seine Zähne jedoch arg verschlechtert. Stumpf sind sie geworden, leicht verfault und er hat einen Kugelbauch bekommen." erzählte Herbster leicht depressiv aber mit einem Lächeln.
"Vielleicht sollten Sie darüber nachdenken, seine Ernährung umzustellen. Von dem, was Sie erzählen, scheinen die negativen Folgen offensichtlich." entgegnet der Psychologe.
Im Stuhlkreis sitzen auch noch andere Teilnehmer:
- Ein Mann der aussieht wie eine Zitrone
- ein älterer Herr namens claudinos
- eine Frau Anfang 30 mit aufgespritzten Lippen und Silikonbrüsten
"Also: Mein Name ist Roquo. Warum sind Sie heute hier?" begann der Psychologe die Vorstellungsrunde.
claudinos: "Ich habe letzten Freitag 4:5 verloren und jetzt bin ich depressiv."
Zitrone: "Mein Name ist Don Limòn. Ich bin der beste Trainer der Welt, aber irgendwie stellt sich der Erfolg nicht ein."
Herbster: "Ich habe jemanden verflucht und habe jetzt ein schlechtes Gewissen."
Roquo hakt ein: "Herr claudinos und Herr Limòn, das tut mir leid. Wir sind hier aber nicht beim Sportpsychologen. Bitte machen Sie ihre Probleme mit sich selber aus oder suchen Sie einen Kollegen auf. Schönen Tag noch."
Er notiert in seiner Akte:
- claudinos ist eine Heulsuse
- Don Limòn ist ein Großmaul
"Herr Herbster, was ist genau passiert?" will Roquo wissen, bevor er sich der Frau mit den aufgespritzten Lippen und den Silikontitten widmet.
"Ich habe eine
Voodoo-Puppe von jemandem anfertigen lassen. Danach kam Unheil über ihn und seine Frau hat ihn verlassen. Ich habe immer noch Schuldgefühle." entgegnet Herbster.
Plötzlich äußert sich die Dame: "Mein Name ist Anna Karma Limonetta de la Tequila. Habe ich eine Mann kennengelernt, auf die treffe zu wasse Du sage!"
Roquo entgegnet: "Danke für den Einwurf, Madame Limonetta. Worum geht es bei Ihnen?"
"Diese Mann. Hatte er mich gefunde bei Tinder und habe wir gehabte wilde Sex auf Fruhstucks-Tische in die Küch. Habe iche mich verliebt in die Mann aber er lasse mich immer wieder falle und behandele mich wie eine Stuck Dreck. Und immer wenn er mich hatte gefickt, fange er an su heule."
Herbster hat ein ungutes Gefühl in der Magengrube. Zu sehr hört sich diese Story bekannt an. Er hat eine Vermutung. Nicht nur wird ihm ein kleines bisschen übel, auch seine Schuldgefühle verstärken sich.
"Haben Sie zufällig ein Bild von ihm?" will Roquo wissen.
Anna Karma Limonetta zögert.
"Nennte er sich ViagraTigre bei die Tinder." sagt sie und hält dem Psychologen zögerlich das Profilbild ins Gesicht.
Weil Herbster direkt neben Roquo sitzt, sieht er das Bild und hat nun Gewissheit: Es ist Pepeke Guevara! Wieder Stiche in der Magengrube und ein Würgereiz machen sich breit. Der Psychologe spürt, was bei Herbster los ist und unterbricht die Sitzung:
"Wissen Sie, Madame Anna Karma Limonetta de la Tequila. Mit Ihnen ist nichts falsch. Sie sind eine wunderschöne, attraktive Frau, die es verdient, geliebt zu werden."
Limonetta fühlt sich von Roquo's Worten geschmeichelt und beruhigt sich, während der Psychologe fortfährt:
"Ich denke, es wäre am besten, wenn Sie Herrn ViagraTigre sagen, dass er bitte in unsere nächste Gruppensitzung kommen soll. Wir führen das hier als Männergruppe weiter. Sie notieren mir bitte ihre Nummer auf dem Patientenbogen. Wir führen Ihr Anliegen als Einzeltherapie weiter. Ich habe übrigens einen großen Schreibtisch in meinem Büro."
Während er an einem ruhigen Sonntag etwas ausgeschlafen hatte und noch faul im Bett lag, war sein Liebster zu ihm ins Bett gehüpft. Herbster kraulte fubini's Kugelbauch und schaute gedankenverloren aus dem Fenster. Irgendwas lag in der Luft, als sein treuer Freund ihn immer wieder anstarrte. Herbster reagierte nicht und so wusste sich fubini nicht anders zu helfen, als ihn zu beißen. Erst leicht, dann immer fester klemmte er seine leicht verfaulten, abgestumpften Hundezähne in Herbster's rechte Hand, mit der er die Voodoo Puppe von Pepeke Guevara gestochen hatte.
"Auuu! Was soll das?! Warum guckst Du mich so an?" entfuhr es Herbster. fubini fokussierte ihn weiter und zog dabei seine nicht vorhandenen Hunde-Augenbrauen herunter um etwas böser zu wirken. Irgendwas wollte er ihm mitteilen. Er biss erneut zu, wenn man es denn beißen und nicht eher nagen nennen kann.
"Eyyy! Jetzt ist es aber gut!" mahnte Herbster, als er danach an der Stelle roch, die fubini "markiert" hatte. Da fuhr es in ihn: Der Geruch von Zitrone war immer noch da und Herbster sichtlich irritiert. Er musste an das Heimspiel gegen Pachuca denken. Die verschenkten Punkte haften ihm immer noch an. Jetzt hatte er verstanden, was sein kugelbäuchiger Vierbeiner ihm mitteilen wollte.
Das Spiel stand unmittelbar im Zusammenhang mit dem Fluch über Pepeke Guevera und wer etwas von Voodoo kennt, der weiß, dass damit auch immer Karma verbunden ist. Seit diesem Spieltag war irgendwas anders. Der Sieg über die urinierenden Tiger war zwar ein Fest, aber unterbewusst hatten sich Gewissensbisse in Herbster's Hirn gebrannt, die sich nun physisch in Form von fubini's Nagen manifestiert hatten.
Nach dem letzten Spieltag standen sie in der Tabelle nun alle beisammen: Don
Limòn, Monterrey, fubini wie gewohnt am Tabellenende und Pepeke Guevara ganz unten. Wer dabei wohl noch an Zufall denkt..
Herbster fühlte sich immer unwohler ob der Umstände. Seinen kleinen Vierbeiner in Pepeke's Küche geschickt, die Voodoo Puppe angefertigt zu haben und alles, was damit zusammenhing und natürlich die Sache mit der Zitrone. Pepeke hatte sein Fett weg bekommen für den Fluch aus der letzten Saison und Herbster wird das Karma wohl auch noch einholen, zumal er für die Trennung von Pepeke und seiner Frau verantwortlich ist.
"Ich hoffe, sie kommt wieder zu ihm zurück. Ich wollte ihn nicht so sehr verletzen. Jetzt fühle ich mich richtig schlecht."
Der komplette Sonntag war dahin und Herbster wurde eines sonnenklar: Man kann nicht Fluch mit Gegenfluch bekämpfen und dann hoffen, dass alles gut wird. Meister wird man so erst recht nicht. Das zu glauben, war ein Trugschluss. Er muss also anderweitig herausfinden, warum ihn seine Unfähigkeit auf dem amerikanischen Kontinent Titel zu gewinnen schon seitdem er dort Trainer ist, verfolgt. Der Schlüssel, diesen Bann zu durchbrechen, kann nicht im faulen Zauber liegen. Er muss in der Natur zu finden sein!
Und nachdem er, ständig von Gewissensbissen geplagt, mehrfach mit seinem mittlerweile inkontinenten Hund Gassi gegangen war und über seine Verfehlungen nachgedacht hatte, wollte er sein Karma zumindest ein kleines bisschen regulieren, bevor er einschlief - wohl wissend, dass Gott alles sieht und ihn für seine Spielchen noch zur Rechenschaft ziehen wird:
"Pepeke, es tut mir leid! Ich wollte Dich nicht verletzen. Ich schicke Dir und auch Popoke einen dicken Kuss!" sagte er, küsste fubini auf seinen Kugelbauch, ließ wie üblich nachts das Licht an und fiel ins Land der Träume..
.. nachdem er sich an Guevara La Grande's Grab vergangen hatte, hatte er alle Zutaten:
- Etwas von der Kleidung
- Etwas vom Körper
- Etwas vom Kopf
- Etwas von den Toten
Am Día de los Muertos ging Herbster damit zu Pepiekse, der Voodoo Priesterin seines Vertrauens. Davon gibt es in Monterrey an jeder Ecke welche, mehr als in anderen Ländern Supermärkte.
"Kann ich spüren, dass diese Pepeke isse über'eblich", sagte Pepiekse, nachdem sie die Voodoo Puppe von Guevara für Herbster angefertigt hatte.
"Und Sie sind sicher, dass sie funktioniert?" fragte Herbster
"Aber naturalmente. Er tute Dich unterschätze. Hier, nimmse Du diese Nadel und tuste Du ihn so oft piekse, wie Du willst mache Tore. Wird er immer eine weniger schieße."
Zu Hause angekommen konnte Herbster es kaum erwarten, die Puppe zu benutzen. Mit einem selbstsicheren, rachelüstigen Grinsen streichelte er über den Kugelbauch seines geliebten fubini, der immer noch ein Stück der Zitrone im Maul hatte, auf die er beim Besuch bei Pepeke gebissen hatte. In einem unaufmerksamen Moment fiel ein Tropfen der Zitrone auf die Voodoo Puppe von Pepeke, die Herbster fubini zum Spielen da gelassen hatte, während er sich sein Abendessen zubereitete.
Gestärkt durch die Mahlzeit war nun der Moment gekommen: Herbster nahm sich die Puppe und die Nadel, die er von Pepiekse bekommen hatte und stach ihr je 1x in jeden Fuß und jeden Arm. Vier mal, war das genug? Nein! Ein Stich in den Kopf musste sein für Pepeke's Hetzerei aus der vergangenen Saison. Und weil er ihm noch den "Todesstoß" verpassen wollte, stach er der Puppe zum 6. Streich diesmal mitten ins Herz - doch er wusste nicht, dass sich genau dort der Tropfen der Zitrone befand.
Zufrieden und voller Hoffnung auf die Wirkung seiner schwarzen Magie sehnte er dem Spieltag entgegen, auch wenn ihn die komplette Woche Zweifel an seinem Vorgehen plagten, denn eigentlich ist er eine von Grund auf ehrliche Haut. Immer wieder
überlegte er, ob es richtig war, zum einen Pepeke 6x zu stechen und zum anderen seinem Heimspiel gegen die ausgequetschte Zitrone so wenig Aufmerksamkeit zu widmen.
- Nach einer wahren Begebenheit -
Am Freitagabend, kurz vor Anpfiff bekam er sogar so viel Schiss, dass er darüber nachdachte, die Taktik nochmal zu überarbeiten. Der Stift drückte und so musste Herbster zur Toilette: "Vielleicht wäre es doch besser, zu Hause auf 3 Tore zu gehen um eine Überraschungsniederlage gegen die ausgequetschte Limone zu verhindern" dachte er. Doch ehe er sich versah und abputzen konnte, war es nach 19 Uhr und er machtlos: Nervenkitzel pur in der Konferenz! Zunächst Erleichterung über das 6:5 bei den Tigres, aber dann, kurz vor Schluss, der letzte Nadelstich (in Herbster's Herz) von Don Limòn. Alles nur wegen fubini! Aber immerhin war seine Rache an Pepeke geglückt - was das allerdings für zwischenmenschliche Folgen hatte, wusste er da noch nicht...
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1 Tag später im Norden von Monterrey
Es war Samstag morgen im Hause Guevara/Guevarez und die Szenerie ein Spiegelbild der letzten Rückrunde: Pepeke sitzt schon wieder heulend am Frühstückstisch, als Popoke durch die Saloontür der Küche kommt:
"Isse wohl nichte Deine Ernst! Die gleiche Scheiße wie in die letzte Saison, alse Du Führer warste von die Tabelle und Angste hattest vor die 'erbster! Kann ich Deine schlappe Schwanz nicht mehr ertrage! Habe ich mir immer gewünschte eine starke Mann, aber bisse Du nur stark wenn Du tippste Deine Hetze in die Computer! Mir reichte, Pepeke! Niche die 'erbster, DU bisse die Ficker!"
Popoke war außer sich, riss die Obstschale vom Tisch, kippte sich 2 Pinnchen Tequila hinter die Binde, nahm dann die Flasche, zerschmetterte sie direkt vor Pepeke auf dem Küchenboden und verließ wortlos und mit hochrotem Kopf die Küche.
Und die Moral von der Geschicht: Sparen hilft beim Punkten nicht, auch wenn man in Zitronen sticht.
.. der dickbäuchige fubini stand hechelnd vor Pepeke Guevara. Im Maul die Zitrone. Ganz. Er biss zweimal zu. Weil er jedoch nicht mehr alle Zähne hatte, kam dies eher einem Quetschen gleich. Die saure Frucht schien darüber nicht erquickt. fubini "biss" abermals zweimal zu. Die Zitrone hatte ihr Lächeln nun gänzlich verloren. 2 mal doppelt ausgequetscht, wie Pachuca am 1. ZAT.
Pepeke saß nur verwundert da. Herabgelehnt, um dem Hund die Zitrone zu entnehmen. Dabei war er so geistesabwesend, dass ihm etwas Spucke auf fubini's schwarzes Näschen tropfte. "Bring mich zurück auf meinen letzten Platz" stand ja auf seinem Halsband.
"Das musse die Botschaft für diese Limòn sein!" unkte Pepeke und legte die ausgequetschte Zitrone in die Frühstücksschale, aber unter all' das frische Obst, was sich darin befand: Papaya, Mango, Feigen, eine Melone und eine Staude Bananen. "Die letzte Platz!" sagte er entschlossen und strich sich durch seine langen Haare. Dabei fiel eine große Strähne auf fubini's Rücken und wie von der Tarantel gestochen rannte der wieder Richtung Katzenklappe, seinen Kugelbauch über den Boden schleifend. Pepeke war sprachlos. So schnell hatte er noch nie einen Hund rennen sehen, als es wieder einen Knall gab und fubini sich durch die Katzenklappe zurück nach draußen presste.
Währenddessen in Monterrey
Herbster hatte gerade seine Morgenroutine erledigt: Zitronenwasser, Selleriesaft und einen Smoothie zur Ausleitung von Giftstoffen. Sein Ritual um bei dem ganzen Irrsinn klar im Kopf zu bleiben. Der Fluch aus der letzten Saison hatte ihn auf eine Idee gebracht:
Warum nicht Gleiches mit Gleichem bekämpfen?
Er hatte in seiner Jugend alle Monkey Island Adventures durchgespielt und erinnerte sich an den 2. Teil: LeChuck's Revenge, als Guybrush Threepwood eine Voodoo Puppe von Largo La Grande anfertigte. Woraus noch gleich?
- Etwas vom Körper
- Etwas vom Kopf
- Etwas von den Toten
- Etwas von der Kleidung
So war das Rezept. Doch woher sollte er die "Zutaten" bekommen?
Da fiel ihm ein, dass er einst mit Guevara's Schwippschager, Pepeke Lumumba, in Südafrika Trikots getauscht hatte, als die beiden sich dort spannende Duelle lieferten. Das Trikot hatte er noch irgendwo im Schrank. Etwas von der Kleidung!
Doch was war mit den anderen Zutaten? Guybrush hatte in Monkey Island 2 Spucke und ein Tupet von Largo La Grande benutzt. Wie sollte er so kurz vor dem kommenden Spiel bei den urinierenden Tigres am Freitag da ran kommen? Er wollte sich nicht unter Druck setzen, also klappte er den Laptop auf und öffnete seine Hunde-Tracking-App. Doch unmittelbar danach öffnete sich ein Pop-Up mit der Notiz "WARNUNG!" Herbster erschrak und machte sich sofort große Sorgen. Was war passiert?
"Ihr Hund war im feindlichen Territorium!" stand auf dem Bildschirm. "BEI PEPEKE?!" wurde Herbster unruhig als er das Bellen vor seinem Haus hörte, das ihm zumindest die Sorge nahm, dass seinem geliebten fubini etwas
zugestoßen war. Doch anstatt ihn hereinzulassen, konnte er vor lauter Neugier nicht davon ablassen, das Video abzuspielen, dass die Tiertracker-Cam von fubini gemacht hatte. Pepeke war dieses Accessoire nicht aufgefallen, weil sich ein Teil der Befestigung in der speckigen Nackenfalte von fubini befunden hatte.
Was Herbster dann sah, ließ in sprachlos zurück: Das Video zeigte, wie ein Tropfen von Pepeke's Speichel und ein Büschel Haare auf seinen Hund fielen! Er musste seinen geliebten Vierbeiner sofort reinlassen, um zu prüfen, ob sich diese beiden Dinge noch an fubini befanden.
Mit leuchtenden Augen fand er das pechschwarze Haar auf dem weißen Fell seines Vierbeiners. Doch was war mit der Spucke? Geistesgegenwärtig griff Herbster in die Medikamentenschublade, wo andere ihre Vorräte an COVID-Test-Kits lagern, doch ihm kommen solche vor-verseuchten Stäbchen nicht ins Haus. Mit einem Fair-Trade Q-Tip aus biologischer Baumwolle rieb er fubini mehrfach quer über die Nase, sodass auch ein minimaler Rest von Guevara's Speichel daran gehaftet haben muss.
Herbster war vollkommen euphorisiert! 3 von 4 Zutaten für eine Voodoo Puppe von Pepeke! Doch woher sollte er die letzte bekommen? "Etwas von den Toten" schien vollkommen aussichtslos. Den restlichen Tag verbrachte er daher mit intensiven Recherchen am Rechner, sodass er fast vergaß seinem kugelbäuchigen Vierbeiner etwas zu essen zu geben, damit der nicht vom Fleisch fiel - Belohnung muss schließlich sein!
Am späten Abend als es bereits dunkel war, hatte er sich schließlich einen perfiden Plan zurecht gelegt. Auch hier orientierte er sich an Monkey Island, wo Guybrush Threepwood sich an den Knochen von Largo La Grande's Großvater zu schaffen machte. Nach schier unendlichem Googlen hatte er herausgefunden, dass Guevara Senior tatsächlich auf dem Hauptfriedhof von Monterrey begraben wurde und ein Familiengrab hatte bestellen lassen, in das auch sein Sohn Pepeke später einmal kommen soll.
War das nun wirklich sein Ernst?! War Herbster etwa kurz davor, die Ruhe der Toten zu stören und sich am Grab von Guevara La Grande zu vergehen? Wenn er für das Spiel am Freitag noch eine Chance haben wollte, konnte er keine Zeit verlieren, die Voodoo Puppe rechtzeitig herzustellen.
Es war bereits kurz vor Mitternacht an diesem Sonntag Abend. Eine bessere Gelegenheit würde nicht mehr kommen, um seinen Racheplan jetzt gnadenlos durchzuziehen. Die Friedhöfe waren um diese Zeit zwar geöffnet, aber Besucher waren für gewöhnlich keine mehr da. Herbster, sturköpfig und entschlossen wie er war, warf sich seinen schwarzen Mantel um und verließ die Wohnungstür.
Draußen war er sich seines Planes sicher. Niemand war mehr auf den Straßen, als er an der Kirchuhr vorbeikam. Mit jedem Schritt ein wenig mehr Gänsehaut. Er öffnete das ungeölte, quietschende Tor zum Friedhof als plötzlich die Glocken läuteten:
0 Uhr und der neue Tag war ein ganz spezieller: Es war Dia de los Muertos!
Es ist Mittwoch früh. Mitte August. Mitten in der Woche vor dem ersten Spieltag. Pepeke Guevara befindet sich in seiner Mitte. Unmittelbar zuvor hat er am Frühstückstisch seinen ersten Tequila gestürzt. Er versucht zu meditieren, als plötzlich die Katzenklappe aufgeht und die schwarze Katze, die seine Frau Popoke mit in die Beziehung gebracht hat, in die Wohnung kommt. Sie hat eine kleine Puppe zwischen den Zähnen. Als sie Pepeke näher kommt, nimmt dieser ihr aus dem Maul:
"Heilige Rhinozeros! Isse die 'erbster!" entfuhr es ihm. "Isse die Geschichte tatesächliche wahr!"
In dem Moment geht auch die große Saloontüre auf und seine übergewichtige Frau Popoke kommt in die Küche.
Pepeke guckt sie etwas kritisch an, mit einem Blick von dem man nicht weiß, ob er Misstrauen ausdrückt oder ob die Augen bereits von dem ersten Tequila schief stehen O_o
"'atte die 'erbster also rechte gehabt.." entfuhr es ihm
"Wasse denkste Du, Pepeke? Meinße Du, Du wärßte ohne diese Fluch Meistere geworde?! Bisse Du naiv wie die Eva mit die Slange in die Bibel!" entgegnete Popoke
Pepeke ist getroffen. Seine Augen stehen immer noch auf viertel vor drei. Es scheint, als habe er tatsächlich gedacht, er wäre aus eigener Kraft Meister geworden und hätte sich so eine Nominierung für die Copa Awards verdient. Dabei war es seine Frau, der er durch den faulen Zauber den
Titel zu verdanken hat.
Kurze Zeit später, als die Wirkung des Tequila's ein wenig nachließ und er Popoke's Chilaquiles inhaliert hatte, klappe er seinen Laptop auf und tippe "www.copaforum.de".
3 Minuten später, nachdem sein 56k Modem gekrächzt und den Befehl ausgeführt hatte, navigierte er zum Mexiko Thread, sah das neue Logo vom CF Monterrey und fing an zu tippen: "Meine Frau ist übrigens relativ echt wiedergespiegelt. So langsam glaube ich das mit dem Fluch :/). Muss sie mal fragen was sie so ohne mich treibt."
Im Moment, als er auf "abschicken" drückte, gab es einen Knall an der Katzenklappe. Zunächst tat sich nichts, ehe Pepeke bemerkte, dass irgendetwas darin festzustecken schien. Popoke's schwarze Katze war in der Küche, sie konnte es also nicht sein.
Ein paar Sekunden später sah Pepeke, wie sich ein Kopf durch das Tor der Klappe presste und mit den Vorderpfoten den Rest seines offensichtlich übergewichtigen Körpers durch die Klappe presste. Als er sich komplett durchgedrückt hatte, robbte er sich, mit dem Hängebauch über den Boden schleifend, zu Pepeke. In seinem Maul hatte er eine frische Zitrone. Sie sah fröhlich aus, beinahe so als ob sie lachte. Und als er keuchend am Tisch ankam, konnte Guevara auch sein Namensschild am Halsband lesen:
"Ich bin der kugelbäuchige fubini. Wenn Sie mich finden, bringen sie mich bitte wieder auf meinen letzten Platz zurück."
In Kürze werden wir wissen, ob nach dem Puma-Fluch auch die anderen beiden Flüche von Popoke Guevaréz ihre Wirkung entfalten, denn in Monterrey ist man auf den Hund gekommen: fubini, das erfolgloseste Liga-Maskottchen aller Zeiten, hechelt bereits dem letzten ZAT entgegen - in vielerlei Hinsicht. Den letzten Platz wird er nicht mehr los und es kann ihm im Grunde genommen egal sein, was er macht. Da wäre es nicht verwunderlich, wenn er neben seinem Zünglein, dass er an der Waage hat, nochmal richtig reinscheißt und Herbster einen fetten Haufen direkt vor die Tür kackt.
Machen wir uns nichts vor: Experten hatten ein solches Szenario lange kommen sehen und wurden
darum, vor allem von dem ersten heulenden Meister Mexiko's, belächelt und verspottet. Nun, da Herbster's Befürchtungen zumindest bereits zur Hälfte eingetreten sind, kann er auch offen darüber sprechen, dass es der Plan war, Pepeke am letzten Spieltag die Schale zu entreißen. Dass dieser Plan allerdings trotz der H6 mindestens von den pinkelnden Pumas verhindert wurde, war nicht in der Kalkulation enthalten.
"Ich werde meine Lehren draus ziehen und nächstes Mal am Saisonbeginn ein paar A6en hintereinander einstreuen. Wer nix mehr hat, dem kann man auch nix mehr nehmen!" offenbarte der frustrierte Herbster patzig bereits die Taktik für die neue Saison.
Im Land des faulen Zaubers liegt derzeit einiges im Argen. Gleich zwei Trainer stellen ihr geistiges Defizit öffentlich zur Schau. Ob es nun den Dämonen geschuldet ist oder auf einen Virus zurück zu führen ist, der Gehirnzellen angreift, konnte bis dato noch nicht abschließend geklärt werden. Schätzungen zufolge sind 14,29% der mechikanischen Trainer bereits betroffen. Um wen handelt es sich also? Eine Analyse:
1. Pepeke Guevara
Mit einem riesigen Mullverband im Intimbereich ausgestattet stellte er auf der jüngsten PK die Behauptung auf, Monterrey wäre Meister geworden, wenn sie gegen Pachuca gewonnen hätten.
Wollen wir mal rechnen: Mit 3 Punkten mehr wäre Monterrey jetzt Spitzenreiter mit 2 Punkten vor den urinierenden Tigern. Die Folge wäre im besten Fall 3 Punkte am letzten ZAT, während die Tiger 6 Punkte sicher in der Tasche hätten. Es scheint, als befände sich sein gesamtes Blut immer noch in seinem Schwanz, was das Hirn in einer kritischen Unterversorgung zurücklässt. Die Lage ist ernst: Wird er seinen eigenen Titel noch erleben,
bevor auch die letzten Gehirnzellen abgestorben sind?
2. Don Limòn
Bei der "fröhlichen Zitrone", wie er sich selber nennt, scheint die Situation noch ein wenig dramatischer zu sein. So unterstellte er Herbster, den er fälschlicherweise Herbstar nannte, eine hirnrissige Taktik, indem dieser mit 11,9 Rest-TK in den letzten ZAT geht. Nun, ein kurzer Blick nach Ägypten offenbart, dass ER SELBST dort mit Ismaily SC mit 11,6 TK in den letzten ZAT startet. Offensichtlich handelt es sich hierbei dann um eine taktische Meisterleistung.
Es ist übrigens der gleiche Trainer, der in Australien kein TK mehr übrig hat, sich selbst als Weltklassetrainer bezeichnet und im Halbfinale der Copa WM sein ganzes TK verschwendete, nur um ins Finale zu kommen und dort eine sichere Niederlage zu kassieren. Wenn das mal keine taktische Meisterleistung war. Dabei sein ist eben alles.
Herbster hatte dafür nur ein müdes Lächeln übrig: "Sehen Sie, wenn man von Dämonen besessen ist, dann urteilen diese zwar über andere, sprechen aber in Wahrheit über sich selber :-)"
Ein Fluch, ihn zu knechten, ihn überall zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.
Der erste von 3 Flüchen, mit denen Popoke Guevaréz Herbster belegt hatte, hat direkt voll eingeschlagen: Die stinkenden Pumas verwechselten die H6 mit der A6 und schenkten kurzum ihr Heimspiel zu Null ab, nur um dem CF Monterrey 2 entscheidende Punkte im Kampf um die vorderen Plätze abzunehmen. Ober-Puma Diego A. Villareal schien vollkommen verwirrt und fragte nach dem Spieltag nach dem Passierschein A38, der Gerüchten zufolge zum Klassenerhalt berechtigen soll. Wir wünschen an dieser Stelle gute Besserung.
Weil Popoke so scharf auf ihren Mann war und ihn mit einem speziellen Kräuterelixir zu einem richtig geilen Hengst machte, ging es im Hause Guevara/Guevaréz vor den beiden vergangenen Spielen mächtig zur Sache. Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein wilder Ritt, auf den sich der sonst eher depressive Übungsleiter der urinierenden Tiger begab. So wild, dass ein kurzer unaufmerksamer Moment ausreichte, dass das hohe Gewicht seiner Frau sein Gemächt so unglücklich abknickte, dass es laut knallte und in einem äußerst schmerzhaften Penisbruch resultierte. Einzig das hohe Adrenalinlevel bewahrte Pepeke davor, dass er nicht an den Schmerzen verreckte. Den erlittenen Bruch konnte Popoke glücklicherweise konservativ mit einer Wickel aus
dem hauseigenen Tigerurin behandeln, sodass ihrem Mann ein Anruf beim Notdienst und ein Krankenhausaufenthalt mitsamt aller Peinlichkeit erspart blieb - Wohl dem, der eine Voodoo-Priesterin zur Frau hat!
Mit eingezogenem Schwarz spielte es sich gegen fubini, den mexikanischen Liga-Hund, allerdings wenig erfolgreich. Pepeke's Flagge hing auf Halbmast und die Mannschaft spielte wie ein Haufen voller Schlappschwänze. Für Herbster völlig überraschend:
"Ich dachte wirklich nicht, dass er da so kneift und den Schwanz einzieht. Sicher wollte er damit beweisen, dass er nicht mal diese Punkte braucht, um der erste Trainer zu werden, der sich zum Titel heult. Die Niederlage lässt seine ganze Show nochmal etwas dramatischer aussehen, von daher hat auch das gefickt eingeschädelt."
Monterrey steht hingegen vor einem Desaster: Sollte es schlecht laufen und der Fluch seine volle Wirkung entfalten, könnte man sogar noch aus den internationalen Plätzen rausfallen. Herbster hatte ein solches Szenario bereits vor einigen Wochen kommen sehen und wurde darum stets belächelt. Jammer-Meister Guevara hatte ihn unaufhörlich zum Titel geredet, um damit von sich selbst abzulenken - eine Strategie, die ihm offensichtlich den Titel brachte.
Herbster behielt also recht. Mit seiner Skepsis, der Zurückhaltung und der großen Pepeke Guevara Show.
Pepeke Guevara und Popoke Guevaréz sitzen am Frühstückstisch. Während Pepeke nachdenklich in seinem Feigenmüsli herumstochert, fummelt Popoke aufgeregt an einer Voodoo Puppe rum:
"Isse glaube, diese 'erbster hat die Gegenmittel gegen meine Fluch gefunde, Pepeke. Nixe gut!"
Pepeke erschrickt: "Meinße Du, er kann jetze Meistere werde?! Isse dachte, Deine Fluch 'abe gemacht, dasse die 'erbster gar nisse Meistere werde will!"
Popoke: "Isse spüre, er will. Aber isse weiße nisse ob er kann."
Pepeke: "Aber Deine Fluch, Popoke! Diese 'Keine Meistere Lingualis' mit die Du die 'erbster haste belegt. Isse diese noch da?"
Popoke schüttelt den Kopf
Pepeke: "Also meinste Du, er will jetzt Meistere werde?!"
Popoke nickt.
"¡No manches! Wie konnte dasse passiere?!"
Popoke zuckt mit den Schultern, nur um Pepeke dann zu beruhigen:
"Du musse entspanne. Er kanne zwar jetzte sage, dass er Meistere will werde. Aber dasse heißte noch lange nixe."
Pepeke ist immer noch irritiert, erhebt sich vom Stuhl und zieht sich nervös die Boxershorts von den Hüften:
"Popoke, isse 'abe Angste! Gucke hier, eine Spure von die Streife, allese braun!"
Popoke ist immer noch komplett entspannt und entgegnet:
"Die 'erbster hat noch eine Fluch von vor meine Zeit. Isse niss nur die 'Keine Meistere Lingualis', die nu isse weg. Die große Fluch immer noch da. Diese habe ihn daran gehindere Meistere
zu werde, seitdem diese Mann isse Trainer auf die Amerikanisse Kontinente."
Doch Pepeke lässt sich dadurch immer noch nicht beruhigen:
"Aber was isse, wenn diese 'erbster auch gegen diese Fluch eine Gegemittel 'atte gefunde?"
Popoke, schon langsam genervt von der Angst ihres Mannes:
"Also gut, Du schlappe Schwanze. Damite wir ganze sichere gehe, tu isse nu die nächste Gegnere von die 'erbster manipuliere."
Sie greift in ihre große Voodoo Kiste und zieht drei Tier-Puppen heraus, die sie zuerst mit Salz beträufelt, dann anleckt und anschließend in eine Zitrone beißt.
"Die erste isse die PUMA, die nun 'abe die Kraft, die 'erbster zu ärgere. Die zweite isse die HUND, diese fubini, die nun 'abe eine Zünglein an die Waage von die Titel. Und die dritte isse die TIGRE, Du Pepeke, die nun 'abe die Zähne, die 'erbster zu zerfleische."
Als Popoke den letzten Satz beendete fuhr Pepeke ein Schauer über den ganzen Rücken und seine Augen begannen zu leuchten, als ob er gerade statt aus der Müsli-Schale aus der Meisterschale frühstücken würde.
Ein paar Kilometer weiter in Monterrey war Herbster gerade mit dem Frühstück fertig, als ihn ein seltsames Zwicken in der Bauchregion gleichzeitig übel werden ließ während er über den Schlussspurt der Primera División nachdachte:
"Irgendwas fühlt sich komisch an. Ich glaube, ich habe schon wieder einen Fehler gemacht. Hätte ich mal besser das letzte Auswärtsspiel gewonnen..."
In Mechiko ist es ähnlich wie in Polen: Da haben die Ehefrauen gewöhnlicherweise einen anderen Nachnamen als ihre Kerle. Pepeke's Frau Popoke trägt daher die weibliche Form des Nachnamen ihres Mannes, doch irgendwas scheint in dieser Ehe außer Balance zu sein. In Fachkreisen wird dies mit der maskulinen und femininen Energie beschrieben, die beim Ehepaar Guevara/Guevaréz völlig aus der Waage gekommen scheint. Papake Guevariós, seines Zeichens Pepeke's Vater, hatte diese Entwicklung bei seinem Spross bereits länger beobachtet: "Seitdem Pepeke mit Popoke zusammen ist, zieht sie ihm die Männlichkeit! Ich erkenne meinen Sohn überhaupt nicht mehr wieder! Wo ist mein selbstbewusster, zielstrebiger Junge geblieben? Früher hat er seine Teams stark und fokussiert geleitet, doch jetzt spürt man die Unsicherheit unserer Tigres! Dafür gibt es doch überhaupt keinen Grund! Er muss doch sehen, dass Monterrey ein so
schweres Restprogramm hat, dass sie gar nicht mehr an uns vorbeikommen können!"
Ins gleiche Horn bließ auch der von Pepeke erklärte Titelanwärter Herbster: "Mir ist bewusst, dass der Kollege von sich ablenken will und uns Druck machen will. Aber den spüre ich überhaupt nicht. Wir wollen gar nicht Meister werden! Ich wäre unendlich glücklich über Platz 2 nach dieser schwierigen Saison! Unser Restprogramm erlaubt uns keine weiteren Auswärtspunkte mehr. Wir wollen Platz 2 nun über 3 klare Heimsiege absichern und uns dann über einen Platz in der Copa Libertadores freuen. Das wäre wirklich das Größte! Vor allem würde es perfekt mit dem Saisonabschluss passen, wenn wir unser letztes Spiel bei Pepeke's Tigern haben, feiern und uns mit dem sympathischen Team über ihre Meisterschaft freuen könnten! Wir gratulieren ihnen gerne, denn den Titel haben sie sich in dieser Saison redlich verdient!"
"Der Typ hat doch Dämonen! Er redet die ganze Zeit über sich selbst und versucht sich so ins Ziel zu retten. Merkt er eigentlich nicht, dass er selbst der mexikanische Fotzen-Fritz ist? Uns kann er mit seinem Gefasel nicht verunsichern. Mit dieser Rhetorik sollte er sich selbst bei der CDU, SPD oder gar bei den Grünen bewerben!"
Herbster war sichtlich angefressen aufgrund des kürzlichen Statements des designierten Meisters von den UANL Tigres. Wie wolle der exzentrische Coach des Tabellenführers den Titel eigentlich noch verspielen? Wahrscheinlich scheiße der sich aktuell ordentlich in die Hose, weil ihm die Schale so nah ist. Für das Abschieben der Favoritenrolle an Monterrey hatte Herbster jedoch wenig Verständnis:
"Ich sehe das alles immer sehr realistisch. Er hat 5 Punkte Vorsprung. Was soll da für ihn noch schief gehen? Nur weil er jetzt Muffensausen bekommt, muss er seine Situation nicht auf uns projizieren. Ja, er ist unerfahren, hat noch keinen Titel geholt und das spielt alles mit rein. Aber das heißt noch lange nicht, dass man
andere gegen uns aufstacheln muss und dabei sogar noch Falschinformationen verbreitet. Schließlich haben wir bereits 25 Heimtore geschossen. Aber es ist mir natürlich klar, dass er darauf hofft, dass wir zu Hause endlich mal verkacken. Im Land des faulen Zaubers kann alles passieren. Daher bleibt unser Ziel das internationale Geschäft."
Mit 4 Punkten Vorsprung auf den Pachuca CF ist Herbster's Team dabei in einer komfortablen Lage, die Tigres haben ihren Startplatz quasi sicher und eine Hand an der Schale. Trotzdem wollte der Coach von Monterrey den Spieß gerne nochmal umdrehen:
"Pepeke Guevara hat in seinem letzten Heimspiel eindeutig zu wenig Gegentore bekommen. Erzielt haben sie aber schon 4 mehr als wir. Vielleicht erbarmt sich nochmal einer seiner Gegner und hebelt seine durchsichtige Taktik aus. Ich kann den Kollegen ganz genau sagen, wie es in den nächsten Spielen mit seiner schwarzen Magie laufen wird. Und wenn jemand weiß, wie man Dämonen austreibt, dann bin ich das:
I'm onto you. I know what's going on here. Checkmate!"
Mit Stirnrunzeln hat man in Monterrey das kürzlich erschienene Statement vom Tabellenführer Pepeke Guevara zur Kenntnis genommen:
"Was schert der Typ sich um andere Teams, die 8 Punkte hinter ihm liegen? Er soll sich auf sich selbst konzentrieren. Ich sehe überhaupt nicht, dass wir in dieser Saison noch etwas mit dem Titel zu tun haben können. Und wenn es zufällig dazu kommen sollte, werde ich schon
dafür sorgen, dass wir die Schale nicht holen. Der Guevara will es doch so gerne, weil er sie noch nie in der Hand hatte. Ich finde, wir sollten alle ein wenig Mitleid mit dem Kollegen haben und ihm den Titel schenken. Dann hört er vielleicht damit auf, andere Trainer gegen unseren Club aufzustacheln. Was auch passiert: Ich hab' Dich im Auge, Junge! Und wenn's sein muss, fress ich Dich auf..." so ein sichtlich kampflustiger Herbster.
"Habe isse keine Bock mehr auf die Dreck! Brauche isse die Pepeke wieder wie eine Hengste in Bett und nisse wie eine verwelkte Kaktus mit slappe Swanz an die TIsche von die Fruhstuck!"
In Mexiko ist alles etwas anders als man es aus Peru kennt. Hier geben Tiger den Ton an in der Primera División. Und deren Trainer trägt einen Namen, der kubanischer Abstammung ist.
"Alles ziemlich wild hier. Hab mich noch gar nicht zurechtgefunden. Es sind ziemlich viele Eindrücke, die hier auf mich eingeprasselt sind in den Tagen seitdem ich hier bin. Idealerweise können wir die Tiger zähmen und den abendlichen Tequila nach dem Training richtig genießen. Wenn wir in der nächsten Saison international spielen, gebe ich der ganzen Liga erst mal eine Runde von dem guten Zeug aus, das in Monterrey gebrannt wird!" so Herbster
.. ist indonesisch und heißt "verfaulte Augen" wenn man dem Google Translator Glauben schenken darf. "Passt doch!" meint Herbster zu seinem überraschenden Engagement in Mexiko.
Wenn man schon im Land des faulen Zaubers ist, muss man sich mit allen Wassern waschen, um in dieser illustren 14er Liga bestehen zu können.
Neben einem Hund nennt auch ein gewisser Pepeke Guevara das Land seine Heimat. Eine alte Schachtel aus vergangenen Tagen, die gerade, zugegebenermaßen, souverän die
Tabelle anführt. Seine UANL Tigres kann Herbster nur aus dem Fernglas sehen. Fraglich, ob man da nochmal rankommt.
Immerhin hat der kürzlich entlassene Trainer von CF Monterey ihm ein ordentliches TK-Polster hinterlassen. "Das wollen wir am kommenden ZAT gleich mal nutzen, wenn wir den amtierenden Meister zu Hause herausfordern. Ich gehe davon aus, dass wir mindestens 7 Tore schießen werden!"
So ganz schien der neue Coach mit den Möglichkeiten seines neuen Teams irgendwie nicht vertraut zu sein..
Der Klassenerhalt ist unter Dach und Fach und so kann sich Sporting Cristal, das in dieser Saison durchaus mehr Tiefen als Höhen erlebte, auf den Schlusssprint konzentrieren. Es gilt, so viele Punkte, wie möglich zu holen und die Saison so versöhnlich wie möglich abzuschließen. Mit ganz oben und ganz unten hat das Team von Herbster nichts mehr zu tun und so kann man nur hoffen, dass vielleicht sogar noch ein internationaler Startplatz dabei herum kommt. Wenn es so kommen sollte, dürfte wohl jeder zufrieden sein..