Besser hätte sich den Einstand des neuen Trainers bei Olmaliq wohl niemand vorstellen können - mit zwei klaren 4:0-Heimsiegen ist Xelaju auf Anhieb der Sprung auf den Platz an der Sonne gelungen. "Von hier oben hat man eine super Aussicht! Ich kann dem Mao sogar auf seinen irakischen Dickkopf spucken, nachdem wir uns eine Weile nicht mehr getroffen haben. Ich möchte mich an dieser Stelle noch nicht groß zu unserem Saisonziel äußern und stapel mal tief und
gleichzeitig sehr hoch: "Wir wollen vor Mao stehen, in welchen Tabellenregionen das ist, ist da zweitrangig. Ich habe noch eine paar Rechnungen mit ihm offen und muss in der internen Rangliste endlich wieder aufschließen. Ich drohe doch derzeit aus dem Windschatten rauszufallen und ganz allein auf der Strecke zu bleiben! Für einen Rentner wie mich ist der Erfolg ein Jungbrunnen sondergleichen, deshalb freue ich mich besonders über diesen Wiedereinstieg auf die Trainerbank!"
Nachdem er die letzten Spielzeiten seinen wohlverdienten Dauerurlaub genoss, ergab sich für Xelaju nun eine überraschende Unterbrechung seiner Tätigkeit als Rosenpfleger und Rasenmäher: „Ich wurde vor kurzem vom Präsidenten von Olmaliq FC, Sergeij Golotschmatov, angerufen und er hat mir einfach ein Angebot gemacht, das ich nicht ausschlagen konnte. Ich bin zwar damals mit der Ankündigung in den Ruhestand gegangen, dass ich nur dann auf die Bank zurückkehren würde, wenn der Irak wieder eine Liga betreibt, aber Golotschmatov hat mich einfach mit seiner Vorstellung eines erfolgreichen
Vereins überzeugt – hervorragende Jugendarbeit, ein professionelles Umfeld mit einem großen Trainingsgelände, eine nette Stadtvilla für den Coach, und und und.“ Selbst die Tatsache, dass Xelaju erstmal in einer zugigen 3-Zimmer-Wohnung unterkommen wird und die Jugendmannschaften derzeit nur eine F- und zwei E-Mannschaften umfassen, hat ihn nicht davon abgehalten, seinen geliebten Garten gegen diesen neuen Arbeitgeber einzutauschen. „Die Liga ist recht stark, aber ich denke, dass wir uns hier durchsetzen werden und vielleicht sogar auf Anhieb einen internationalen Startplatz erreichen werden.“
Der einwöchige Inselurlaub scheint sowohl dem nun deutlich ausgeruhten Trainer, als auch der Mannschaft, die eine Woche lang von ihm befreit war, gut getan zu haben. "Die beiden Auswärtsniederlage tun natürlich weh, aber solang wir daheim stark sind, mache ich mir eigentlich keine Sorgen - einen internationalen Startplatz können wir theoretisch noch erreichen, mit dem Abstieg haben wir nichts mehr zu tun - ich kann meinen
Job also in aller Ruhe erledigen und mich darüber freuen, dass wir das Tal des Schreckens durchschritten haben ohne größere Verluste gemacht zu haben", äußerte sich Xelaju, der das Mannschaftstraining nach seiner Rückkehr sofort wieder übernahm und sich diebisch darüber freut, es allen Kritikern gezeigt zu haben, die ihn mit seinem Kindergarten lieber heute als morgen in der zweiten Liga haben wollen.
Der Caiman lacht über den gestutzten königlichen Adler
Der königliche Adler "Aigle Royal" wurden am vergangenen Spieltag von Xelajus Caiman gestutzt, auch die Rekordserie von 6 ungeschlagenen Spielen konnte Tumetots Spieler nicht vor einer klaren 4:0 Schlappe bei der aufstrebenden Mannschaft schützen. "Wir haben mal wieder bewiesen, dass wir die wichtigen Spiele gewinnen können - jetzt hält uns nichts mehr auf!" strahlte Erfolgstrainer Xelaju den verdutzten Reportern entgegen. Ob die Zielsetzung der internationalen Qualifikation noch erreicht werden kann, steht allerdings in den Sternen - und die sind dem Adler nun mal näher als dem Caiman...
Der erfolgreiche und beliebte Meistertrainer, internationaler Startplatz-Aspirant und derzeitiger Kindergärtner Xelaju gönnt sich in diesen Tagen eine Auszeit und entspannt: "Während andere Trainer es nicht mehr nötig haben, sich zu pflegen, oder bereits über das Ende der Meisterschaft spekulieren, nehme ich mir eine Auszeit, brate in der Sonne und lasse die Jungs allein trainieren. Die Taktik für die nächsten Spiele haben wir intensiv besprochen und ich bin sicher, dass mein Team auch ohne mich erfolgreich ist." Sprach's und ließ sich von einer Inselschönheit verwöhnen.
Bei Al-Jaish spielt man mal wieder April-Wetter-Fußball: Daheim zeigen Xelajus Mannen dem Gegner seine Grenzen auf und schießen ihn aus dem Stadion, auswärts stellt sich der zukünftige Meister dagegen selten dämlich an und vergisst es, die nötigen Tore zu machen. "Wir haben immer gesagt, dass wir auswärts unsere Abwehr verbessern müssen. Das ist uns jetzt schon ganz gut gelungen, doch sollten wir auch mal daran denken, dass unsere Spiele über die Mittelfeldlinie hinweg spielen dürfen und nicht nur mit 11 Mann hinten drin stehen müssen!"
Nachdem Al-Jaish in den letzten 3 Spielen 10 Gegentreffer kassieren musste, hat Xelaju seine Mannschaft in die Pflicht genommen. "Das geht so nicht weiter. Wenn wir jetzt nicht den Anschluss verlieren wollen, dann müssen wir hinten besser stehen und nicht so viele Treffer zulassen. Die Defensive ist jetzt gefragt und deshalb werden wir vor den nächsten Spielen auch in ein kleines Trainingslager gehen!" Unter den Fans kursieren bereits Gerüchte, dass der seit 10 Saisons immer als Stammtorhüter gesetzte Al-Hatten sogar seinen Nimbus verlieren könnte. Ein Einsatz des Ersatztorhüter Ibn-Fangen scheint also in greifbare Nähe zu rücken - sein erster für Al-Jaish seit er vor 8 Jahren vom Konkurrenten Nassriya wechselte.
Die Tage sind vorbei, als man bei Al-Jaish nur noch darüber diskutierte, wieviele Punkte sie denn Abstand vor dem Zweitplatzierten haben würden, aber auch jene, als man versuchte, sich die Situation schön zu reden und doch gegen den Abstieg spielte. Die Mannschaft erscheint geheilt von der Krankheit der letzten Jahre und spielt derzeit im oberen Drittel mit - mehr darf zurzeit wohl nicht erwartet werden. Das Spiel beim aktuellen Meister beweist es - es war keine hohe Niederlage, der Sieg war aber auch zu keinem Zeitpunkt greifbar.
"Ich werde dieses Gehetze von dem Kommunisten aus Al-Sinaa nicht kommentieren. Nur soviel: Anstatt sich den Kopf über einem Fünf-Jahres-Plan zu zerbrechen oder mit ähnlichen Forderungen die Mannschaft auszubeuten, sollte er mal wieder darüber nachdenken, seine soziale Ader zu zeigen. Wir wollen keine Almosen, aber als reine Punktlieferanten fahren wir nicht zu ihm." Die Mannschaft trainiert abgeschirmt von der Presse, die Xelaju geschickt auf sich zieht und das Team so in aller Ruhe das Projekt 3456 vorbereiten lässt. Auf die Frage, was sich hinter diesem Namen verstecke, antwortete Xelaju kryptisch und bezog sich auf ein lang verschollenes Buch, das er in naher Zukunft enthüllen werde.
Xelaju steht auch nach 12 Spieltagen im oberen Tabellendrittel - Grund genug für den erfolgreichen Trainer Xelaju ein paar mathematischen Überlegungen anzustellen: "Wenn wir uns ansehen, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt 2/7 (28,6%) der Saison hinter uns haben und wir bereits 3/8 (37,5%) der Punkte der vergangenen Spielzeit eingefahren haben, dann ist es uns gelungen, eine 131,25%ige
Leistung im Vergleich zu einer 100%igen Leistung des Vorjahrs zu bringen. Rechnet man dies nun auch noch auf die Gesamtsaison um, so kommt man zu dem Ergebnis, dass wir am Ende mit 73,5, aufgerundet also 74 Punkten, dastehen. Das dürfte für einen zweiten Platz reichen, je nachdem, ob wir 100% der möglichen Punkte gegen Al-Sinaa holen, dann könnte das bereits zu Meisterschaft reichen!"
Die Heimstärke hat Al-Jaish auf den zweiten Tabellenplatz katapultiert. "Die Mannschaft hat derzeit einen Lauf, den anscheinend niemand aufhalten kann. Die Stimmung innerhalb des Teams, aber auch im Umfeld ist genial und wir sehen endlich wieder Licht nach all dem Dunkel der letzten Saisons." Auf das mögliche Ende Copamundials angesprochen bekam Xelaju einen Weinkrampf und konnte nicht mehr an der Pressekonferenz teilnehmen. Sein Sprecher lies nachher verlauten, dass "ihm das alles sehr, sehr nahe ginge und er nicht wisse, was er freitags um 16 Uhr tun solle."
Eine Entscheidung des Präsidiums wurde ohne Gegenstimmen angenommen: Ab jetzt wird die Mannschaft bis zum Ende der 25. Saison mit Trauerflor auflaufen.
Nach einigen verpatzten Saisons scheint sich Al-Jaish wieder auf dem Weg der Besserung zu befinden. Trotz einer 0:1 Niederlage bei Zakho konnte sich Xelajus Team auf dem dritten Tabellenplatz halten. 5:4 gewann man gegen Al-Difaa und konnte dann auswärts beim 3:1 in Al-Shurta noch einen drauf setzen. "Das war schon ganz großes Kino, von Feinsten!" schwärmte der Trainer nachher auch zurecht. Das Tal der Tränen scheint überwunden und die Mannschaft spielt wieder erfolgreich. Das Präsidium zeigte sich ebenfalls zufrieden: "Die Entscheidung, Xelaju auch weiterhin das Vertrauen auszusprechen, hat sich als richtig erwiesen. Wer uns bereits totgesagt hatte, sollte sich jetzt entschuldigen!"
Endlich wieder auf einem einstelligen Tabellenplatz!
Die Erleichterung nach den ersten Spielen war den Spielern, der Vereinsführung und Trainer Xelaju deutlich anzusehen. Durch zwei klare Heimsiege war es Al-Jaish gelungen, den dritten Platz der Tabellen zu erreichen - seit Jahren die beste Platzierung. "Die Jungs haben sich ihre Gedanken gemacht und wissen, dass es hier für sie um eine Menge geht. Die richtigen Ansätze sind da, jetzt geht es uns darum, die
Leistung zu stabilisieren. Das ist nach den Rückschlägen der letzten Jahre nicht leicht, aber wir wollen diesen langsamen Weg gehen und uns nicht durch Harakirimaßnahmen die Zukunft selbst verbauen." Das nächste Spiel steht in Zakho an und es wird gemutmaßt, dass die beiden Trainer ein paar leckere Bierchen trinken werden, um sich dann die C- und B-Jugendspiele ihrer Fußballschule anzusehen.
Die Mannschaft hat sich geschlossen hinter die Vertragsveränderungsvorschläge des Trainers Xelaju gestellt. "Wir stehen nach dieser katastrophalen Saison jetzt in der Pflicht, unsere wirkliche Leistung abzurufen. Der Trainer ist der richtige und wir werden einen einstelligen Tabellenplatz mit attraktivem Fußball zu erreichen." lautete die Pressemitteilung der Mannschaft. Die
Gehaltskürzung in Verbindung mit einer sehr stark leistungsbezogenen Komponente dürfte in dieser Formulierung Neuland im Irak sein.
Mit Blick auf den ersten Spieltag sagte Xelaju: "Wir haben ein Heimspiel und werden beweisen müssen, dass wir eine Heimmacht sind. Nassriya kann ruhig kommen, schöne mitspielen, die Punkte abgeben und wieder gehen - unsere Fans wird es freuen!"
Der wohl beliebteste und ehemals erfolgreichste irakische Verein, Al-Jaish, hat unter Regie des beliebten Meistertrainers Xelaju die wohl schlimmste und nervernaufreibenste Saison überstanden, die am Ende mit dem letzten Nichtabstiegsplatz belohnt wurde. "Das war schon ein ganz schönes knappes Ding, aber es ist gut, dass wir mit Xela die Saison beendet haben: Die Fans lieben ihn und er hat nun die Möglichkeit, mit der Mannschaft den Sprung in die obere Tabellenhälfte zu schaffen. Wir wollen noch nicht vom internationalen Geschäft reden, ein einstelliger Platz sollte erstmal reichen", sagte der Vereinspräsident. Xelajus Wunsch nach einer generellen Gehaltsveränderung wurde lange diskutiert und ergab folgendes:
<b>Es
gibt keine Neuverpflichtung.
Sowohl Trainer als auch Spieler erhalten nachträglich eine Nichtabstiegsprämie ausgezahlt, verpflichten sich aber gleichzeitig dazu, eine 30%ige Gehaltskürzung hinzunehmen.
Die Erfolgsprämie wird wieder eingeführt (hatte Xelaju vor 3 Jahren abschaffen lassen, nachdem die Mannschaft die Meisterschaft knapp verpasst hatte).
Für die Winterpause werden 20.000 Dollar bereitgestellt, um eventuell doch noch einen Vertragsamateur zu kaufen, der die Mannschaft an der entscheidende Stelle unterstützen soll.</b>
Die Mannschaft hat sich bis jetzt noch nicht zu Xelajus Vorschlägen geäußert, alles andere als eine Zustimmung wäre jedoch überraschend und nicht hinnehmbar.
Die ersten Trainingseinheiten hatte Xelaju bereits absolvieren lassen, da bat er zur letzten Pressekonferenz des Jahres. "Wir haben in den letzten Spielzeiten Pech gehabt und teilweise einfach schlecht gespielt. Ich sehe ein, dass ich die Fußballschule etwas zu selten einbezogen habe und werde mich dort wieder häufiger blicken lassen. Jemba Jobo und ich sollten noch vor Saisonbeginn über eine Maßnahmen an unserer Schule nachdenken. Gerade im taktischen Bereich können wir noch etwas verbessern. Da gilt es jetzt, alle Kräfte zu mobilisieren und unsere beiden Mannschaften wieder zu den stärksten Teams des Irak zu machen. Alles andere wäre eine Enttäuschung."