Endlich, die beste Saisonplatzierung ist erreicht. Im größten und schönsten Biergarten Sambias, dem Bavarian Beer Garden in Livingstone mit Blick auf die Victoriafälle, hat Trainerlegende Florian Markert den wirklich allerbesten Sitzplatz errungen, nämlich den mit der schnellsten Bier-Nachschubversorgung, dem besten Ausblick auf Natur und weibliche Reize gleichermaßen, und zudem das einzige Stückchen Bierbank ohne Affenscheiße. Ob frisch oder angetrocknet, das Zeug ist einfach überall. Diese possierlichen Tierchen, die ein wenig an Lutscher ohne pinkes Frottee-Negligé erinnern (also eigentlich gar nicht, denn ohne das Ding kennt den Lutscher eigentlich keiner, höchstens der komische Abenteuer,
Anm. d. Red.), würden auf alle Fälle jedem WC-Man zur Herausforderung gereichen. Aus irgendwelchen Gründen ist die Verdauungsapparatur der Tiere nicht für eine Ernährung aus Bierpfützen, Schweinebratenresten, in gleißender Sonne umgekipptem Kartoffelsalat und angebranntem Semmelknödel ausgelegt. Komische Laune von Mutter Natur, ist doch jede andere Form der Diät eine Zumutung – zumindest speziell an diesem Ort, denn dort würde sie das sichere Verhungern bedeuten. Wie auch immer, das Bier schmeckt und Markert genießt die sambische Sonne, die durch den feinen Wasserstaub der nahen Fälle geradezu erträglich ist. Warum kann das Leben in Sambia bloß nicht immer so schön sein…?
Es wird langsam Zeit für die Winterpause. Der neu aufgelegte Inquisitor zeigt sich von seiner altbekannten, erschlafften Seite, die Aufbruchstimmung scheint schon wieder dahin zu sein. Sambias Cindy aus Marzahn, besser bekannt als Lutscher, ist ebenfalls die Puste ausgegangen - das ist allerdings nichts neues, Sport war noch nie Lutschers Sache. Kalle ist mal wieder besoffen - ach ja, wir wollten ja keine Selbstverständlichkeiten mehr als Nachrichten verkaufen. Deshalb hier mal eine echte Überraschung: Die Dynamos hängen
immer noch auf einem Abstiegsplatz - schon allein das würde eine Auszeit rechtfertigen. Und obendrein liegt Schnee in den Alpen - für einen Liechtensteiner ist das allemal Grund genug, dem Fußball vorübergehend den Rücken zuzuwenden und stattdessen strahlend weiße Berge rauf und runter zu rutschen. Eine Ausnahme machen wir allerdings: Freitag, 19 Uhr, ist und bleibt Copa-Time. Und mit einem anständigen Inquisitor im Rücken lassen wir uns nächste Woche bestimmt auch wieder etwas mehr einfallen...
Eigentlich herrscht dieser Tage endlich wieder eitel Sonnenschein in Sambia. Das Schundblatt der Nation, der vor Selbstverliebtheit und Bosheit nur so triefende Inquisitor, ist endlich zurück. Auch der selbsternannte Supercoach Jack Reacher (gescheitert bei den Eagle Stars, letztlich trotz anfänglicher Erfolge gescheitert bei Chambishi, zu guter Letzt abgestiegen und nie wieder aufgestiegen mit Nkana) ist zurück in Sambia, zurück bei Chambishi - dem einzigen Verein, bei dem Reacher je Erfolg hatte, wenn auch nur vorübergehend. Es erinnert ein wenig an die Verzweiflung eines VW Golfsburg, der den Quälix zurückholte, nur um die Geister der Vergangenheit zu beschwören, und kläglich auf
die Nase fiel. Und gegenüber Reacher ist der Schleifer von Aschaffenburg immerhin eine echte Koryphäe. Aber stopp! Der Artikel begann mit „Eigentlich…“, und genau dieser Vorbehalt verdient es, angesprochen zu werden: Wo ist die Bewegung beim Rest der Liga? Da ist kein Ruck, da ist keine Presseaktivität! Was muss noch passieren, damit diese verfressenen, vom Zambezi Saufen aufgedunsenen Schnarchnasen ihre fetten Ärsche hochbekommen? Aufwachen, liebe Kollegen, die Schlacht um Mittelerde aka. Sambia hat längst begonnen!
PS: Und Puddel, sorry, aber dieses Geschreibsel wirst du uns doch wohl nicht als der sambischen Presse würdig verkaufen wollen, oder? Ab in die Ecke, schämen!
Es fühlt sich an, als wäre ein Pickel, nachdem man nur lange genug darauf herumgedrückt hat, endlich aufgeplatzt: Der Inquisitor – einst die unumstritten beste Kolumne der Welt – ist (mit solider, wenn auch nicht überragender Performance) aus seinem Jahrhundertschlaf wiedererwacht, und auch der permanölende Cindy-aus-Marzahn-Verschnitt namens Lutscher scheint seine Zunge wiederentdeckt zu haben. Und was macht der großartige Markert? Kaum gucken alle zu, verkackt er so richtig und macht die Liga wieder spannend. Spannend? Sambia? Bloß weil der großartige Markert
nicht vor mitspielt? Jetzt spinnen sie endlich alle… Eigentlich aber doch auch scheißegal, solange die Zeitung richtig rockt. Inzwischen hat auch Femen den Autokraten von Sambia, besser bekannt als die vor sich hin siffende Bierbüchse, also den leckenden Aschenbecher von Kafue, für sich entdeckt. Nacktproteste vor dem Präsidentenpalast also – ob das Grabowski wirklich zum Abdanken motiviert? Wir sind skeptisch, aber vielleicht findet sich ja noch der eine oder andere Lutscher und schließt sich den ukrainischen Mädels an – dann hätte der Femen-Protest eine echte Chance!
Es tut sich was in Sambia. Der schlafende Riese, ähem, hust, der schlafende Zwerg Daniel Abenteuer scheint aus seinem Dornröschentraum erwacht zu sein. Das kann alles bedeuten, aber ganz gewiß wird die fast schon beängstigende Ruhe der letzten Jahre in Sambia eine empfindliche Störung erleiden. Was die Fans sich wünschen, ist dabei sonnenklar: Zum einen wird der Zambezi Inquisitor mit brennendem Verlangen zurück
ersehnt, zum anderen fordert eine breite Bevölkerungsmehrheit von 99,9997% die Vertreibung von Kalle Grabowski aus dem Präsidentenpalast. Und dass das Volk in der Lage ist, seine Wünsche auch einzufordern, hat man in der jüngeren Vergangenheit bereits des öfteren gesehen – das Jahr 2013 wird nicht nur interessant, sondern geradezu glühend heiß, wie ein Vulkan kurz vor der Eruption, auch und vor allem in Sambia!
Bei den Power Dynamos schwankt man nach der besten Saison der Vereingeschichte – und das als Aufsteiger ! – noch immer zwischen (berechtigter) Selbstzufriedenheit und Ärger über das knappe Scheitern im Titelrennen: Ausgerechnet gegen den ollen Kalle, gegen den man offenbar bei jeder sich bietenden Gelegenheit im entscheidenden Moment, wenn alle anderen schon gekniffen haben, doch noch den kürzeren zieht!
Kein Wunder, dass in einer solchen, mit Ungerechtigkeit und Tücke aufgeladenen Atmosphäre niemand mehr an der Pressetreibjagd teilnimmt. Warum auch? Die kindliche Kaiserin hat endlich ihren Krippenplatz bekommen und vertreibt sich ihre Zeit inzwischen mit Bauklötzen statt mit Titelgewinnen. Der Inquisitor ist der heiligen Inquisition zum Opfer gefallen und schmort zusammen mit 72 Jungfrauen und 999 Flaschen eiskaltem Zambezi im Höllenfeuer. Und der Markert, der ist mit
dem Erreichten offenbar vorerst zufrieden und hat zum Saisonauftakt sogar darauf verzichtet, Punkte zu holen.
Nun gut, Kitwe United hat es irgendwie geschafft, in der Liga zu bleiben, und der erfolgreichere Lokalrivale (die Power Dynamos, Anm.d.Red.) hat es jetzt erst bemerkt. Sensationsfaktor gleich null. Also auch keine Erwähnung in der Presse nötig – das wir es trotzdem erwähnen, spricht für sich. Südafrika und der Senegal bieten auch keine Angriffsfläche mehr, seit dort nur noch Duckmäuser tätig sind, die vor Glanz und Gloria Sambias die Waffen strecken, sobald irgendwo eine sambische Flagge gehisst wird.
Was kann man dagegen tun? Nun ja, vielleicht würde eine Neuwahl des Präsidenten etwas frischen Wind in die Liga und das ganze Land bringen. Aber eine Präsidentschaftswahl ohne den Inquisitor? Unvorstellbar! Herr Abenteuer, Sie sind am Zug!
Die Saison mit der höchsten Punktausbeute in der traditionsreichen Vereinsgeschichte der Power Dynamos ist bereits nahezu sicher erreicht, und das als Aufsteiger. Die Euphorie rund um den GröTaZ und seine Mannschaft kennt in Kitwe keine Grenzen mehr. Ausgerechnet der Auswärtssieg im Derby gegen den Mitaufsteiger und Gleich-wieder-Absteiger Kitwe United könnte den Weg zum Erreichen des absolut sensationellen zweiten Platzes geebnet haben – sofern die Konkurrenz in
der abschließenden Runde wie erwartet mitspielt. Ganz oben dreht indes der olle Kalle einsam seine Kreise – nach der Präsidentschaftswahl das zweite Mal, dass er dem GröTaZ den ganz großen Wurf verbaut. Das schreit nach so einigem, aber vor allem nach einem: Blutiger, grausamer Rache… oder sollte man dem fiesen alten Sack wirklich den Titel gönnen? Klar doch: Der GröTaZ ist schließlich auch der Größtherzige Trainer aller Zeiten!
Eigentlich hatten die Dynamos ihre Träume vom internationalen Geschäft schon abgeschrieben, doch wie aus dem Nichts sind plötzlich sechs Punkte vom Himmel gefallen. Andere sprachen von verspätetem Sommerregen, aber die Tabelle lügt bekanntlich nicht. Da steht allerdings auch nach 11:0 Toren am letzten Freitag noch eine negative Tordifferenz zu Buche. Es braucht also noch ein wenig mehr Regen, der
Regenmacher ist bereits bestellt. Mit ein bißchen vom guten alten Regentanz sollte man die Saison wohl anständig zu Ende bringen können. Und zur nächsten Saison lässt man sich dann vielleicht auch wieder was Seriöses einfallen, was man den Medien als Taktik verkaufen kann. Dran halten wird sich eh wieder keiner, da ist es letztlich auch egal, was für Märchen man den naiven Journalisten am Ende auftischt.
War das jetzt schon der entscheidende Fehler, der die Power Dynamos im Kampf um die internationalen Plätze zurück wirft? Was war eigentlich geschehen? Beim Auswärtsspiel gegen die Forest Rangers waren die Dynamos lustlos über den Platz geschlichen, als hätten sie keinerlei Pfeile mehr im Köcher – dabei ist doch das Gegenteil der Fall. Die Rangers schienen sich eigentlich schon mit einer Klatsche abgefunden zu haben und waren höchst überrascht, am Ende die drei Punkte daheim zu behalten. Doch was bedeutet das für die Markert-Elf? Gegen die letzten vier der Tabelle wird noch
gespielt, davon drei mal auswärts. Logische Folge: Der Klassenerhalt sollte somit eigentlich außer Frage stehen, zumindest solange ihm Priorität zukommt. Aber was dann? Offizielles Saisonziel ist ein Platz im soliden Mittelfeld – was man mit Platz 11 schon jetzt erreicht hätte. Aber Mandelator ist weg und gegen den ollen Kalle hat man schon gespielt. Stattdessen stehen mit Thierry Reinert und Xelaju und Eugenio Fascetti drei Copa-Oldies auf der Speisekarte – zäh, aber sättigend? Oder bleibt den Dynamos das Dessert im Hals stecken und geleitet doch noch den Weg zurück zum Fahrstuhl?
Während der Mitaufsteiger und Stadtrivale Kitwe United mit kümmerlichem Kontostand gen angestammtem Terrain trudelt, suhlen sich die Power Dynamos in Selbstbeweihräucherung und Eigenlob. Mit minimalen Reserven gestartet, sitzt der Aufsteiger inzwischen auf dem größten Schatz der Liga. Und damit ist keineswegs nur der – wenngleich beachtliche – Erfahrungsschatz des Trainers gemeint. Diesen Schatz zu heben, ist (dank GPS und inzwischen nahezu vollständig ermittelter
Lageinformationen) nur noch eine Frage von Stunden. Und ausgerechnet jetzt kommt der Tabellenführer nach Kitwe. Sir Schlotterknie mit Pudding-Wampe erwartet ein heißer Tanz auf dem Dynamo, bei dem er eigentlich nur verlieren kann. Sollte es wieder erwarten doch anders ausgehen, wird der Schatz halt aufgeteilt. Die übrigbleibende „Hälfte“ dürfte immer noch locker ausreichen, den Rest der Liga der ewigen Verdammnis anheim fallen zu lassen. Bleibt nur die Frage: Was machen wir mit dem Waldschrat?
Wohin des Wegs?
Für die Power Dynamos ist es alles andere als eine normale Saison. Als Aufsteiger gestartet, hatte man gleich wieder große Träume. Doch mit der ersten Heimpleite sah es zunächst nach den größten aller Übel, dem erneuten Kampf gegen den Abstieg aus. Nun ist kürzlich eine weitere Wende der Geschichte hinzugekommen, die Dynamos haben den Keller hinter sich gelassen und blicken nach vorne. Doch statt mit Volldampf durchzustarten, hat die Mannschaft sich nun im Mittelfeld festgefressen und kommt nicht vom
Fleck – womit wir in Phase 4 angekommen wären. Die nächsten beiden Partien müssen gegen Quasi-Tabellennachbarn absolviert werden, eigentlich die perfekte Chance, um zu Phase 3 zurückzukehren. Oder Phase 5 zu starten – wie auch immer diese heißt. Doch bis dahin fehlen noch zwei An- und zwei Abpfiffe. Wobei, den ersten Anpfiff habe ich mir grad schon beim Chefredakteur abgeholt – „Scheiß-Artikel, den kannste nicht bringen!“, hat der Alte mir entgegengeschleudert. Ätsch, hier isser trotzdem, der Artikel!
Nach den zufriedenstellenden Resultaten der letzten Wochen richtet sich der Blick der Power Dynamos wieder nach oben. Der Abstiegskampf ist abgehakt, jetzt gehts um die Plätze im internationalen Geschäft. Es wird auch langsam wieder Zeit, dass die Dynamos dort mitmischen. Während andere Teams dort lediglich ihr verletztes Seelchen streicheln, haben die Dynamos schließlich noch ein Versprechen einzulösen: Ein Titel für Sambia war beim Amtsantritt von Trainersuperstar Markert das Ziel, und das ist es immer noch. Bleibt nur zu hoffen, dass die anderen Sambanasen den Titel nicht am Ende lieber selbst holen und den Dynamos vorsorglich den Einzug ins internationale Geschäft verbauen.
Nach einer wenig zufriedenstellenden Hinrunde haben die Power Dynamos zum Abschluss noch einmal ordentlich aufhorchen lassen. Mit dem 2:1 bei den Nchanga Rangers lässt das Team von Trainerlegende und Beinahe-Präsident Markert nicht nur die Abstiegszone hinter sich, sondern nimmt auch bezüglich der Jagd auf Herbstmeister Kafue Celtic wieder Fahrt auf. "Die holen wir uns noch, und wenn ich schon mal da bin, übernehme ich auch gleich noch die Präsidentensuite", lässt sich Markert überraschend optimistisch zitieren. Warum auch eigentlich nicht? Den besseren Trainer haben die Power Dynamos allemal, und der Präsidentenbonus des ollen Kalle dürfte auch irgendwann mal aufgebraucht sein.
Die Power Dynamos ziehen ihre unspektakuläre, aber solide Linie weiter durch und halten den Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen. Eigentlich sollte der Klassenerhalt zwar nicht das höchste aller Ziele in dieser Saison sein, aber die Liga liegt noch so eng beisammen, dass allzu hohe Zielsetzungen schnell im totalen Desaster enden könnten, während in der aktuellen Lage schnell 4-5 Teams
gefunden sind, die sich eher für den Abstieg qualifizieren. Insofern gilt: Weiter nach Plan segeln und gucken, was am Ende dabei raus kommt. Wenn es am Ende einstellig wird, dürfte sich kaum einer beklagen. Zum besten Aufsteiger zu werden, scheint indes eine deutlich schwere Aufgabe zu sein, denn Nchanga marschiert munter vorneweg und zeigt, wie die Performance eines Neulings im Optimalfall auszusehen hätte.
Auch wenn die Power Dynamos weiter tief im Tabellenkeller stecken, trübt dies die Laune bei Fans und Mannschaft kaum. Alle sind vor der Stärke der Mannschaft überzeugt, und der Abstand auf die rettenden Plätze ist minimal. Lediglich an der Auswärtsschwäche muss die Mannschaft arbeiten. Nach fünf Spielen stehen null Punkte und 0:17 Tore zu Buche - Platz 18 in der Gasttabelle. Der nächste Versuch kommt nun mit den Lusaka Dynamos auf das Markert-Team zu. Wenn nicht jetzt, wann dann? Leichter dürfte es wohl kaum noch werden.
Da dachte man letzte Woche doch glatt, mit dem Abstieg nix zu tun zu haben, und nur zwei Spiele sind die Power Dynamos dann doch wieder genau da angekommen, wo sie nie hinwollten: Auf Platz vierzehn. Warum ich (der Redakteur, unnötige Anm.d.Red.) diese Zahl ausschreibe: Nun ja, werter Leser, Sie merken sicherlich, dass mir sonst nichts einfällt. Und irgendwo müssen die Zeichen ja herkommen, die unser Team am Ende der Saison in die internationalen Ränge tragen sollen... und wie man sieht, hat dass noch nicht einmal gereicht. Nur 0,2 statt 0,3 TK-Punkte, das ist eine miese Bilanz des heutigen Redaktionsschlusses.