… hat Abner Hell zu seinem Glück schon in frühester Jugend erkannt und entsprechend der Weisheit dieser - alles andere wäre untertrieben – genialen Erkenntnis, gut durch sein bisheriges Leben gefunden. Niederlagen am Wuzler – vergessen, peinliche Momente – hat es nie gegeben und da das Funktionieren der Methode des Aussitzens empirisch bereits hinlänglich belegt werden konnte, darf davon ausgegangen werden, dass hin und wieder auch die eine oder andere Verpflichtung ruhig vergessen oder verdrängt werden darf. Nicht so am grünen Rasen, weil kicken ist halt keine Kinderjause.
Umso mehr heißt es jetzt für Mladost Apatin „forwards ever, backwards never“ (Maurice Bishop).
Nachdem das spontan einberufene Trainingslager zur Vorbereitung der letzten fünf Spiele der Hinrunde, auf Grund diverser Unvorhersehbarkeiten in eine unfreiwillige Verlängerung ging und die Mannschaft von Mladost Apatin die vorangegangenen beiden Spieltage somit am Flughafen Simón Bolívar Internacional verbringen musste, ist man in Apatin jetzt hotter than hell, auf die kommenden Einsätze. „Als Aufsteiger liegen wir im Plansoll“ weiß Trainer Hell die Tabellensituation richtig zu analysieren, dennoch wünscht er sich für die kommenden Spiele keine logistischen Pannen mehr. Die Devise gegen die Mannschaften vom Tabellenende ist somit klar: „less talk, more rock! Es gibt nur eine Richtung: die zum gegnerischen Tor!“
… is Marcel Koller? Fragt sich die österreichische Fußballwelt, derweil Serbiens erste Liga auf die zehnte Spielrunde zugeht. Mladost Apatin empfängt in dieser Runde Radnicki Jugopetrol im Sportski Centar Rade Svilar, auswärts geht’s nach Niksic, wo immer das auch sein mag. Voller Vertrauen in den Vereinschaffeur - als ehemaliger Wiener Taxler für sein Zuvorkommen und seine unübertroffen präzise Navigation bekannt und verehrt - sind Vereinsführung, Trainerteam und Mannschaft äußerst optimistisch, dass die rechtzeitige Ankunft in Niksic gewährleistet ist.
Während Mladost Apatin auswärts in Belgrad gastiert, ist die Stimmung vor allem vor dem Heimspiel aufgeladen. Mit dem FK Sartid ist diese Woche der Tabellenerste zu Gast in Hell’s Kitchen. „If you like to gamble, I tell you I am your man!” heißt Trainer Abner Hell den Kontrahenten willkommen. “Heiß wie eine kubanische Jalapeno“, so beschreibt Coach Hell die Stimmung in der Mannschaft vor dem Match gegen die Stahlindustriellen. Hell: „Die Jungs wissen heute heißt es ‚Gallier gegen Römer, Proletariat gegen Bourgeoisie, Licht gegen Dunkelheit‘ – Geld allein macht keinen guten Fußball und schon gar kein gutes Teams. Es kann also nur eine Devise geben: Come on baby, let’s eat the rich!“
… rasen die Herren vom Aufsteiger Mladost Apatin zu ihrer nächsten Herausforderung. Die Stimmung in der Mannschaft ist nach vor hervorragend und von bemerkenswerter Solidarität und großartigem Teamgeist geprägt. Besonderes Augenmerk legen Spieler wie Trainer und Fangemeinde auf das Auswärtsmatch gegen die Gesinnungsgenossen aus Cacak. Der Stürmerstar aus Spanien, Alejandro Javier de Castro da Silva, zum bevorstehenden Spiel gegen den Gewerkschaftsklub: „Solidarität Genossen! Gewinnen müssen wir trotzdem!“ Wir freuen uns natürlich auch OFK Belgrad bei uns begrüßen zu dürfen! Let’s Rock ´n´ Roll!
Einen Auftakt nach Maß legten Mladost Apatins Kicker bei den ersten zwei Spieltagen in ihrer neuen Liga, der Prva Savezna, hin. Abner Hell’s Angels zeigen sich mit Selbstvertrauen gestärkt, wissen sie mit Hell doch einen Fels in der Brandung in den Ozeanen strategischen Planens an ihrer Seite. Seine Ziele sind klar definiert, die Mannschaft ist topmotiviert und geeint wie nie zuvor. Dementsprechend euphorisch auch die internationalen Reaktionen: Jose M. „Prva Savezna: god gave Mladost Apatin to you!“
Nach dem Skandalinterview mit Mladosts letztem Trainer H. Äusl – seine Aussage Lask Linz sei eine „gute und vor allem politisch sympathische Mannschaft“ hat, wir alle erinnern uns, die Grundfesten der europäischen Fußballwelt wie ein Tsunami getroffen – entschied sich der Vereinsvorstand nun zum einzigen richtigen Schritt. H. Äusl wurde entlassen und durch Startrainer Abner Hell
ersetzt. Seine Erfolge mit Vereinsgrößen wie dem 1. FC Edramsberg, Blau Weiß Rock’n’Roll oder Schwarzer Stern Favoriten sind uns allen unvergessen. Hell, bekannt für seine Erfolge in Saison-Endspurts, erklärte zum Antritt der Meistertitel sei das erklärte Ziel: „Rechnerisch ist alles möglich, wir werden alles aufbieten um die letzten Spiele zu gewinnen. Prva Savezna, wir kommen!“