Jetzt ist es also quasi amtlich. Naja, eigentlich nicht, denn noch immer warten man auf eine Reaktion von offizieller Seite, aber es ist davon auszugehen, dass die Europa League heuer nicht mehr ausgespielt wird. Da Pellegrini gegen Eindhoven sowieso vor dem Ausscheiden stand, versucht man sich irgendwie zu freuen über die Situation, denn immerhin ist man damit noch dabei in der Europa League, auch wenns den Bewerb nicht mehr gibt, es ist ein wenig kompliziert.
Zumindest hat man sich mittlerweilen auf einen Konsens geeinigt und zwar Copa solange in Saisonpause zu schicken, bis wieder alles funktioniert. Angesicht dessen, dass niemand so wirklich sagen kann, wann Andre wieder zu den Tasten greift, werden wir uns hier vielleicht bald eine lange Zeit nicht mehr sehen.
Der Skandal in der Europa League nimmt kein Ende und so darf man wohl davon ausgehen, dass es heuer keinen geregelten Betrieb mehr geben wird. Vielleicht wird man nie erfahren, ob man ins Halbfinale eingezogen wäre.
Das Problem an sich ist aber nicht die Europa League, es geht um viel mehr, es geht um Copa! Was ist, wenn andere wichtige Teile des Spieles betroffen wäre, wenn der normale Ligabetrieb ins stocken gerät? Was für Konsequenzen das hat, können wir uns ausmalen, das Ende von Copa.
Aber malen wir nicht den Teufel an die Wand und hoffen das Beste! Copa darf nicht sterben, hoffen wir, dass die Reanimationsversuche erfolgreich sind.
Neben der Meisterschaft, in der es heute gegen Stankom und den Paten Donji Srem geht, ist oder war Krusevac noch in der Europa League vertreten. Allerdings musste der Bewerb zum wiederholten male ausgesetzt werden. Bestechungsvorwürfe und Ungereihmtheiten machen die Runde. Pellegrini hat auf jeden Fall voreilig eine Pressemeldung herausgegeben und jeden Zusammenhang an dem Manipulationsskandal abgestritten. Es wäre naheliegend von der UEFA, den einzigen Vertreter der SM zu verdächtigen. Wie es jetzt weitergeht in der Europa League bleibt weiter ungewiss. Von offizieller Seite gab es bis dato keinerlei Stellungnahme und daher muss man davon ausgehen, dass es bis auf weiteres keine Spiele in diesem Bewerb geben wird.
Wie allgemein bekannt, wird kommenden Sonntag in Deutschland gewählt und eine Woche später in Österreich. Nirgendwo entkommt man, den Intellekt beleidigenden, Wahlplakaten. Von den Werbespots im Fernsehen ganz zu schweigen. Wer damit noch nicht genug hat, sieht sich diverse Wahlkampfduelle im TV an, um dann jegliche Hoffnung in die Zukunft zu verlieren. Es geht wiedermal darum, dass kleinste Übel zu finden.
Zum Glück ist Serbien eine Insel der Seligen. Hier gibts weder das eine noch das andere. Es wird zwar auch offiziell gewählt, aber das Ergebnis steht schon im Vorhinein fest. Zumindest wird einem nichts vorgeheult, man weiß was man bekommt.
Nach wie vor geht es knapp her in der Prva. Noch hat sich kein Team als Titelfavorit in Stellung bringen können, auch wenn der FK Sartid fast durchgehend seit Saisonstart an der Tabellenspitze steht. Das liegt vorallem an der funktionierenden Tormaschinerie. Mit 51 geschossenen Toren sind sie absoluter Spitzenreiter und haben noch dazu am wenigsten Gegentore bekommen. Das muss sich rasch ändern!
Auf der anderen Seite hat Qbat noch die größten TK-Reserven, aber davon sollte man sich nicht beeindrucken lassen, im Normalfall sollte sich Zeleznik wieder selbst zu Fall bringen. Aber auch ein blindes Huhn, findet mal ein Korn.
Langsam wird es zur Gewohnheit, dass Trainer Pellegrini nicht auf der Bank platz nimmt, während seine Mannschaft um Punkte kämpft. Letzte Woche war er auf Urlaub im Süden, diese Woche gehts nach München, um in der Allianz Arena das 39. Aufeinandertreffen zwischen Deutschland und Österreich zu bestaunen. Nebenbei wird noch ein kleiner Städterundgang eingeplant, obwohl München nicht sonderlich spannendes zu bieten hat, wie Pellegrinis Erinnerung weiß, denn es ist nicht das erste Mal, dass er sich in dieses Städtchen verirrt.
Bevor er fährt, wird aber noch schnell eine Taktik ausgeheckt, damit man brav punktet gegen den Kameltreiber und den Bademeister.
Zumindest fast! Immerhin konnten die Herren der Prva dreimal ohne NMR auskommen. Trotzdem die Hälfte der ZATs gehen mit einem NMR über die Bühne. Diese Woche hat es Olschara nicht ins Stadion geschafft. Zumindest haben die drei Trainer der Vorwoche wieder zu den Spielen gefunden und wurden nicht entlassen von ihren Vereinen. Man muss sich mittlerweilen über die kleinen Dinge freuen.
Unser lieber Freund Opa Reiner, der es über dunkle Kanäle aus der Druga raus geschafft hat, wäre am besten Wege dorthin zurück, aber wie wir wissen, gibt es die Druga nicht mehr. Es dürfen hier schon Wetten abgeschlossen werden, wieviel Runden vor Schluss der Kollege ohne TK auskommen muss.
Es waren natürlich gleich drei NMRs letzte Wochenende. Hadschi hat zwar eine Kolumne geschrieben, aber mit dem zählen hat ers nicht so. Neben den genannten Barisic und abner hell, hat sich auch Mitsch unser Bademeister in die ilustre Gesellschaft begeben. Scheint so, als wenn sich die drei wieder nach der guten alten Druga sehnen. Da die Abstimmung dermaßen geheim war, hat es sich noch nicht bei allen durchgesprochen, dass es die Druga nicht mehr gibt.
Damit wird ihr Bemühen, NMRs zu produzieren natürlich konterkariert, denn selbst wenn sie ihr Ziel erreichen und am Ende (ohne entlassen zu werden) die letzten drei Tabellenplätze für sich beanspruchen können, mit einem Abstieg wird das heuer nichts mehr. Leider!
Was sowieso schon jeder wusste, wurde nun durch die Presse endgütlig öffentlich gemacht, W. und Hadschi haben sich ordentlich bereichert. Die anderen Trainer haben das natürlich genauso gemacht, aber die beiden müssen sich offensichtlich damit brüsten. Jetzt haben sie die Rechnung natürlich ohne JanAge gemacht, der sich scheinbar auf den Schlips getreten fühlt.
Ob Hadschi jetzt um seine preisgekrönte Kamelzucht zittern muss, die er mit Transfererlösen finanziert hat. Wohl kaum, die SM ist zwar nicht mehr das, was sie einmal war, aber korrupt ist sie immer noch und das wird sich auch nicht ändern.
Während <b>JanAge</b> eine Prva-Hymne komponieren lässt und <b>Hadschi</b> ein Kolumne (oder so was ähnliches) veröffentlicht, schwelgt der <b>W.</b> in Drepressionen. Vermutlich hat er sogar recht, die guten alten Zeiten sind vorbei! <b>Fenris</b> hat geheiratet (soweit ich weiß, aber keinen Zombie) und ist die Freundlichkeit in Person. Er hilft bei Ikea-Kästen, besorgt Eintrittskarten fürs Stadion, allesmat Sachen, die es so früher nicht gegeben hätte. Davon einmal abgesehen, wann war eigentlich das letzte Schnitzelwirt treffen mit Sliwo saufen? Es ist solange her, dass man sich nicht einmal daran erinnern kann.
Die Aufgabenstellung der Woche für Trainer Pellegrini, abseits von Training und so weiter, war es sich mit Hajduk Trainer JanAge zu treffen. Das klingt für den ersten Moment nicht so schwer, aber tatsächlich ist es ein Ding der Unmöglichkeit. Das Pellegrini, ob eines engen Terminplans, ursprünglich Qbat darum gebeten hatte, sich mit JanAge zu treffen (immerhin wohnen beide in Belgrad), davon soll gar keine Rede sein, denn eigentlich war es zu erwarten, dass das Zottelmonster wiedermal seinen Arsch nicht hochbekommt.
<b>Phase 1</b>: 10:49 Uhr Kontaktaufnahme mit
JanAge. Dafür benötigte Zeitspanne: 1 Stunde 13 Minuten.
Ergebnis: spätere Kontaktaufnahme vereinbart.
<b>Phase 2</b>: 15:28 Uhr. Spätere Kontaktaufnahme. Dafür benötigte Zeitspanne: 1 Stunde 14 Minuten.
Ergebnis: Pellegrini hat keine Zeit, es kommt ein Kollege zum Treffen.
<b>Phase 3</b>: 17:19 Uhr. Kollege kommt zum Treffen. JanAge musste weg und ist nicht da, dafür die Sekretärin.
<b>Phase 4</b>: 18:18 Uhr. Auch wenn sich JanAge und Pellegrini nie getroffen haben, immerhin das Ergebnis hat gepasst.
Nun könnte es doch noch zu einem Treffen zwischen JanAge und Pellegrini kommen, am Freitag gastiert die Mannschaft aus Krusevac bei Hajduk. Stellt sich die Frage, ob beide Trainer Platz auf der Trainerbank nehmen oder ob wieder einmal andere vorgeschickt werden. JanAge Sicht der Dinge, weichen selbstverständlich stark von Pellegrinis Darstellung ab. Von zu feige kann gar keine Rede sein, es war schlicht Bequemlichkeit und Qbat normalerweise ein guter Handlanger. Warum der dieses mal Männchen macht, war äußerst ärgerlich für Pellegrini. Aber egal, das Pakt ist jetzt schließlich doch bei Qbat gelandet und wenn es JanAge zurück will, muss er sich mit diesem Treffen.
Selbst wenn die Entscheidung vielleicht eine vernünftige war, die Druga zu schließen, ist es doch ein schwerer Schlag für die SM-Familie. Pellegrini war einst selber in Druga gestartet und hat sich die Prva Savezna hart erkämpft, das wird es in Zukunft leider nicht mehr geben. Die erste Liga zählt ab sofort 18. Teams, dazu gehören auch zwei Patenteams, die es gilt schleunigst los zu werden. Dafür sind einige alte Bekannte wieder erstklassig, nicht alles aufgrund ihrer Leistung, sondern weil an der Druga Meuchelmord begangen wurde.
Es hilft ja nichts, die Tatsachen liegen auf den Tisch, ein Abstieg ist nicht mehr möglich, mal sehen, wie die erste Saison verläuft und wie sich die Neuen und Alten schlagen.
Das wird eine verdammt schwere Aufgabe, am letzten Spieltag in den internationalen Startplätzen zu bleiben. Gleich vier Verfolger sitzen Krusevac im Nacken, mit lediglich zwei Punkten Rückstand und dem leichteren Restprogramm. Pellegrinis Truppe muss gleich gegen zwei unberechenbare Patenteams ran, FK Jagodina und Radnicki Nis, beide kämpfen noch gegen den Abstieg und sind schwer
einzuschätzen. Als Draufgabe kommt zum Saisonabschluss Nochtabellenführer Zeleznik, dass die Meister werden, gilt zwar als fast ausgeschlossen, ein Ärgernis ist Qbat aber allemal.
Leider scheint es auch nichts mit dem erstehnten ersten internationalen Titelerfolg zu werden, die ersten beiden Finalspiele gingen verloren, somit sind die Chancen nur mehr theoretischer Natur, als Sieger vom Platz zu gehen.
Abgesehen von den zwei Meisterschaften, hat es Pellegrini nun endlich geschafft, auch international in einem Endpiel zu stehen. Verein und Trainer stehen somit vor einem weiteren Meilenstein in der Klubgeschichte. Während in der heimischen Liga Mitkonkurrent Cukaricki-Stankom und FK Sutjeska warten, bekommt man es im Europa League Finale mit Twente Enschede zu tun. Aufgrund des sehr geringen TK-Unterschieds, kann man die Chancen wohl auf 50:50 beziffern. Sollte der Finaltriumph tatsächlich gelingen, wird man in Krusevac wohl endlich mit dem Bau einen Denkmals für Pellegrini beginnen.
Nationale wäre man heuer auf jeden Fall damit zufrieden, den vierten Tabellenrang auch weiterhin zu verteidigen.
Pellegrini übt sich noch in Zurückhaltung, nicht so die Buchmacher und der Schwarzmarkt. Obwohl die Rückrundenspiele im Europa League Halbfinale noch ausständig sind, kann man in Krusevac schon Tickets fürs Finale kaufen. Ebenso werden Wetten auf Krusevac fürs Finale schon angenommen. Klar ist, die Ausgangslage für die Rückspiele ist vielversprechend. Mit zwei Heimsiegen kann man für die SM wichtige Punkte in der Uefawertung einfahren und tatsächlich erstmalig ins Finale eines internationalen Pokals einziehen. Der Gegner in einem möglichen Finale kommt entweder aus Frankreich (Olympique Lyon) oder Holland (Twente). Wenn das nächste Woche klappt, sollte man endlich stolz sein in der SM auf sein Mineralwasser!