Von Höhenrausch und sanfter Bergbriese konnte man im beschaulichen Dörfchen Eibar nicht sprechen, zu weit unten liegen die Regionen in der Tabelle in denen man sich derzeit befindet. Grund dafür waren vor allem im Heimspiel erhebliche Abwehrschwächen. Da halfen auch die 90 minütigen Brüllatacken des Trainers nicht, der in gebrochener Sprache mit "erabili gaztelu" (so viel wie "Bildet eine Reihe") immer wieder seine Mannschaft aufwecken musste. Die Angst wieder die Schießbude der Liga zu werden kreist immer
noch in den Köpfen umher, nachdem man vor einigen Jahren den Ligarekord von 105 Gegentore in der Saison aufstellte. Der Trainer war nach den Spielen sichtlich um die richtigen Worte bemüht: Das Spiel heute hatte mehr mit Caracolillos- als mit Tempofußball zu tun und ich war hinterher so sauer wie ein zu lang gelagerter Sidra. Zumindest kulinarisch ist der Trainer längst in seiner neuen Heimat angekommen, daher wurde auch ein bekannter Gourmetkoch aus San Sebastian als buon cocinero eingestellt. Wenn sich da mal keiner den Magen verderben wird.
Das gab es zumindest für Coach Fairboy vom Vereinspräsidium des SD Eibar. Der aus der kolumbianischen Liga kommende Trainer war sich wohl nicht bewusst welche neuen Aufgaben hier auf ihn warten würden. Jetzt kann er neben spanisch, das er während seiner 2 jährigen Trainerpause kaum gebraucht hat noch ordentlich baskisch lernen, so fordern es die traditionsbewussten Vereinsbosse. Doch der Trainer denkt daweil schon an andere Dinge, z.B. an den Verbleib in der Primera Division, das für den Winzling aus dem Baskenland sicher nicht einfach wird, wenn man sich die starke Konkurrenz anschaut! Doch auf eines kann der Trainer sicher setzen ein top motivierte Mannschaft und viele Stunden hinter Lehrbüchern.