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COPA NEWS

Flugblatt – gefunden in den Straßen von Veikkarest, Hauptstadt Transfinnaniens – 04.11.1897

Vlamp ist gestürzt!
Unsere Revolution hat gesiegt!
Sein Palast wurde gestürmt. Seine letzten Kräfte hat er im Kampf verbraucht. Er war bereits schwach als er zurück nach Veikkarest kam. Doch nun liegt er am Boden, gefesselt in seiner eigenen Zahnside. Die Macht gehört wieder uns, dem Volk. Alle werden profitieren, wenn ich, Poicon Frost, mit meinem bis zuletzt als unrein gegoltenem Hämeenglobin von den Finnen der Veikkarest Burg herabwinken werde. Jetzt werden auch diejenigen unter uns, die nicht von Geburt an Transfinnen sind und in deren Adern noch echtes Hämeenglobin fließt, eine Chance haben, die Meisterschaft zu gewinnen.
Doch die Revolution hat noch einen schweren Tag zu bestehen. Vlamp hat in England einen Nachfahren gezeugt. Er wird bald nach Transfinnanien kommen und versuchen, unsere Revolution wieder zu zerschlagen. Seid also stets wachsam, ihr Hämeenglobinnas!

Doch nun feiert!
Und singt unser Revolutionslied, wie ihr es bereits in allen Zeitungen dieser Welt abgedruckt findet:

Wer streift so spät durch Dorf und Wald?
Es ist der Graf, doch er ist schon alt;
Er führt das Zepter wohl im Arm,
Doch hälts unsicher, spürt die

Harm.

Mein Graf, warum warst du so lang nur fort?
Wollte streben nach einem anderen Ort!
Mir wurde von Kunst und Kultur gesagt?
Doch haben sich mich schmachvoll verjagt.
„Du großer Graf, komm zu mir hin!
Gar schöne Zeiten hab ich im Sinn;
Manch’ frisches Blut ist hier im Land,
Meine Menschen haben gülden Gewand.“
Mein Volk, mein Volk, und spürest du nicht,
Was Britannien uns damit verspricht?
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Graf;
Es ist nicht dass, was unser bedarf.
„Willst, großer Meister, du zu mir fahrn?
Unsre Frauen warten mit wallendem Haar;
Unsre Jugend führet den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und du stimmst mit ein.“
Mein Volk, mein Volk, da war ich lang fort
Verließ für England den transfinnischen Ort?
Mein Graf, mein Graf, ich seh’ es vor mir:
Kommst du zurück, so revoltieren sie dir.
„Komm nach England du düstre Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“
Mein Volk, mein Volk, ich musste dorthin!
Nach Freiheit und Kunst stand mir der Sinn!
Das Volk verlassen, bleibt nicht lang brav,
Junge Burschen verlangt nach der Macht vom Graf,
Verjagt und ermattet kehrt er zurück in der Not;
Die Burschen warten auf ihn und schlagen ihn tot.

04.11.2011 16:14 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Brief von Poicon Frost an Hansi von Müllerstein – 28.Oktober 1897

Rüdiger! Rüdiger!
Wach aus deiner Lethargie auf!
Dein dunkler Graf hat dich nicht nur verlassen, er hat dich verraten!
Du willst das nicht hören, weil du ihm immer noch hörig bist. Doch mit der Zeit und der Entfernung verblasst seine Macht langsam über dich Er ist nach Transfinnanien zurückgekehrt und hat dir nichts als deinen Platz im Irrenhaus hinterlassen. Er hat dafür gesorgt, dass du für immer dort weggesperrt bleiben sollst. Du sollst keinen Kontakt mehr zu dieser Frau Minaal haben, weil er möchte, dass seine Brut in ihr ohne Störungen heranwächst. Er hat dich nur gebraucht, um seine lächerlichen Pläne in die Tat umzusetzen. Er wollte doch tatsächlich unser ganzes Volk verraten und sich von seinen Wurzeln kappen. Dass Vlamp mit seiner schier unmenschlichen Erfahrung urplötzlich soviel von den Menschen hält und unter ihnen leben will, ist unbegreiflich. Sein Plan musste fehlschlagen, die Menschen akzeptieren nichts, was sie nicht begreifen können. Sie sind engstirnig und brutal. Wie die wilden Tiere, für die wir sie seit Anbeginn unserer Zeitrechnung halten. Vlamp hat diese neue Zeitrechnung vor vielen Hundert Jahren selbst

heraufbeschworen. Jetzt hat er seine eigenen Regeln gebrochen, um sich mit den Menschen einzulassen. Seine Brut in der menschlichen Minaal soll unwissend über seinem wahren Vater heranwachsen und später seinen Vater beerben und unser Herrscher werden. Das ist ein Frevel gegenüber unserem großen Vertrag, den alle Anderen vor ewigen Zeiten abgeschlossen haben.
Er denkt, wir hätten seine Pläne nicht durchschaut und er könne einfach nach Transfinnanien zurückkehren und seinen Platz an der Spitze unseres Bundes wieder einnehmen. Doch das ist vorbei! In Transfinnanien herrscht Revolution. Wir werden nicht zulassen, dass ein vergreister und verwirrter Vlamp weiter die Geschicke unseres mächtigen Bundes lenkt und zudem ein Menschenbalg sein Nachfolger werden soll.
Viel zu lange sind wir im Verborgenen geblieben. Jetzt ist die Gelegenheit, die Macht auf die neue Generation zu verteilen. Vlamp Und dazu brauchen wir dich! Wir schleusen dich aus dem Bolton Asylum aus. Du wirst für geheilt und im Besitz vollkommener geistiger Gesundheit erklärt. Dein Ansehen in der Boltoner Gesellschaft wird mit unserer Hilfe bald wieder hergestellt sein. So kannst du dich Minaal nähern und sie und ihren Bastard umbringen. Doch die Zeit drängt! Vlamps Brut reift schnell.

Syno Noun!
Poicon Frost
28.10.2011 17:46 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Tagebucheintrag Minaal Hansker vom 20. Oktober 1897

Der Rat meiner Freundinnen hilft mir nichts. Täglich Fenchel-Anis-Tee trinken gegen die Schmerzen. Ich nehme Unmengen dieses widerwärtigen Gebräus zu mir, und dennoch quälen mich die Magenkrämpfe. Auch, dass sie bereits nach zwei Wochen der Schwangerschaft auftreten ist sehr merkwürdig. Meine Freundinnen, die bereits niedergekommen sind, hatten solche Probleme erst in den letzten zwei Monaten. Sie hatten auch nicht so einen großen Babybauch bereits nach drei Wochen, wie es bei mir derzeit der Fall ist. So bin ich wieder einmal bei Dr. Pippierstein vorstellig geworden. Er ist mir von den freundlichen Nachbarn, den Countelezz´s empfohlen worden. Er sagt, alles wäre in bester Ordnung und das frühe Anschwellen meines Bauches läge daran, dass sie das Fruchtwasser bereits gesammelt habe. Das sei zwar ungewöhnlich, aber ein sehr gutes Zeichen, dass sich das Kind prächtig entwickele. Wenn mir unsere Nachbarn diesen Arzt nicht so derart ans Herz gelegt hätten, würde ich sein Urteil bezweifeln. Aber ich

vertraue auf ihr Urteil, sie sind so ein freundliches altes Ehepaar und haben eine Menge Lebenserfahrung. Ich bin schließlich erst seit kurzen schwanger, die Countelezz´s haben zwei Kinder damals in Transfinnanien aufgezogen, und das, während sie von Pori nach Oulu umgezogen sind. Dort scheint es auch Sitte zu sein, ein großes silbernes Amulett zu tragen, welches mit dem übelriechenden Kraut Hexenpfeffer gefüllt ist. Das trage ich jedoch nur, wenn die Countelezz´s zu Besuch kommen, so sehr verbreitet es seinen stinkenden Geruch. Aber gegen die Unterleibschmerzen hilft es dennoch nicht. Morgen werde ich deswegen noch einmal meinen bisherigen Hausarzt Dr. Pirill aufsuchen. Er kann mir bestimmt sagen, was es alles mit diesem einzelnen Gegentor auf sich hat, dass mir die Countelezz´s neulich serviert haben, und seit wann Dr. Pippierstein 5 Heimtore setzt. Das macht mich doch alles ein wenig stutzig. Zudem meinte mein Mann Mikathan gestern, dass er das Kind des Nachts bereits treten gespürt habe, als er mit seinem Arm um meinen vollen Bauch eingeschlafen sei. Das geht doch alles viel zu schnell?
20.10.2011 16:54 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Brief aus Transfinnanien – 08. Oktober 1897

Meine geliebte Kinte im fernen Südamerika,

wie sehr freue ich mich, dir endlich nach der so nervenzerfetzenden und zeitintensiven Stellungssuche über die vergangenen Monate einen Brief vollster freudiger Nachrichten schreiben zu können. Mir wurde eine Anstellung in einem der angesehensten Königshäuser Europas angeboten. Die hier angetretene Arbeit im doch sehr kärglichen Transfinnaninen kann ich somit recht bald hinter mir lassen. Darüber bin ich nicht nur wegen der geringen Vergütung sondern erfreut, sondern auch wegen der zunehmend bedrückenden Stimmung in diesen Landen. Die Landsmänner, mit denen ich meinen täglichen Vodka einzunehmen pflege, erwähnten in den letzten Tagen immer häufiger die Rückkehr eines ominösen Dunklen Grafen. Seinen Namen sprachen sie nicht etwa mit normaler Stimme aus, nein, die senkten sie zu einem kaum vernehmbaren Flüstern herab. Des Weiteren verlassen sie seit dem gestrigen Tage bereits vor Einbruch der Dunkelheit das Wirtshaus. Dabei hatten wir sonst immer bis tief in die Nacht dort gesessen und uns auf das Angeregteste

unterhalten. Daran ist seit dieses leidige Dunkle-Graf-Thema aufgekommen ist, nicht mehr zu denken. So ziehe denn auch ich mich jetzt regelmäßig am frühen Abend in meine Kammer zurück und denke über die Äußerungen meiner Freunde nach. Wie kann denn ein Dunkler Graf eine solchartige Angst auslösen, wenn er doch abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz zu finden ist. Auf diesen und andere Einwendungen meinerseits erwiderten die Älteren der Runde gebetsmühlenartig fadenscheinige Argumentationen von Wiederkehrender Stärke und dass Er gerade jetzt viel frisches und gesundes TK der Transfinnen benötige, um seinen Konto vom verdorbenen TK der Engländer zu reinigen. Derartige mystische Hirngespinste sind mir seit jeher zuwider, wie Du weißt. Deswegen bin ich froh, dass diese eintönigen Tage hier in Transfinnanien bereits gezählt sind. Ich werde morgen in aller Frühe zum Bahnhof aufbrechen und mich in den Zug nach Italien setzen. Oder Spanien? Hauptsache Mailand!
So übersende ich dir ein letztes Mal die herzlichsten Grüße aus Tranfinnanien, meine geliebte Kinte,

Dein Ach Wärichschon

08.10.2011 20:00 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Bolton Asylum - Krankenakte Hansi von Müllerstein – Handschriftlicher Eintrag von Dr. Sewon 07. Oktober 1897

Die tagelang anhaltenden Zustände geistiger Abwesenheit des Patienten Nummer V-32, Hansi von Müllerstein, phasenweise schon von narkoleptischen Zügen begleitet, hat sich seit meiner Rückkehr von unserer Mission zunehmend verändert. Patient wirkt von Tag zu Tag aktiver. Meine Mitarbeiter berichteten davon, dass er anfangs alleine sein Bettlager verlassen hat und stundenlang am Fenster stand, als hielte er nach etwas verlorenem Ausschau. Dies veranlasst mich, neue Untersuchungen in seinem Fall wieder aufzunehmen. Patient V-32 wurde eingeliefert, nachdem er letztes Jahr eine überraschende Erbschaft eines nach Amerika ausgewanderten Verwandten angetreten hatte. Kein Grund, seinen Verstand zu verlieren. Eigentlich. Doch er trug sein neues Vermögen erneut in die Casinos. Nachdem er bereits vor Jahresfrist in Sion einen Großteil seines Vermögens verspielte sah er sich durch diese Erbschaft auf einem neuer Welle des Schicksals reiten. Diesmal geschah es in Monaco. Die gesamte Erbschaft wurde verspielt. Seine Eltern schickten ihn zu uns. Ich unterzog ihn der in diesen Fällen üblichen lobotomischen Behandlung, auf die er zunächst wie andere Patienten mit geistiger Absenz reagierte. Bereits wenige Tage nach der Behandlung trat jedoch Besserung ein, er begann wieder zu kommunizieren. Zunächst lediglich mittels Augenkontakt, später verbal und sogar mit

Zeitungsartikeln. Die Behandlung schlug an. Einige Tage nach dem Einzug unseres Feindes Vlamp Meistula in die benachbarte Carfax Abbey jedoch wurde Patient V-32 in seinem Heilungsverlauf zurückgeworfen. Er nah urplötzlich die oben beschriebenen narkoleptischen Verhaltensmuster an, verlor Heimspiele, phantasierte von einem torlosen Spiel, an dem er teilgenommen habe und versank in der Bedeutungslosigkeit des Mittelfeldes. Zwecks unserer Jagd auf Meistula musste ich meine Tätigkeiten hier im Bolton Asylum kurzfristig ruhen lassen. Jetzt, wo ich mich wieder meiner Tätigkeit zuwenden kann, finde ich Patient V-32 in oben beschriebenem unerklärlichem Zustand vor. Das Ausschau halten aus dem Fenster kann nicht die suche nach der verlorenen Erbschaft sein, denn an diese dürfte er sich nach der Lobotomie nicht mehr erinnern. Es muss etwas anderes sein. Im Lichte der neuen Verhaltensmuster sollten wir die früheren Äußerungen des Patienten V-32, dass er nunmehr nicht Hansi sondern Rüdiger von Müllerstein hieße, neu bewerten. Zudem nahm er immer Bezug auf einen gewissen dunklen Grafen. Bislang begriffen wir diese Aussagen als normale Nebenwirkungen des chirurgischen Eingriffes. Doch zunehmend kristallisiert sich heraus, dass der dunkle Graf jener sein könnte, den wir erst kürzlich aus Bolton vertrieben haben. Hat er sich Patient V-32 angenommen? Wartet Rüdiger von Müllerstein auf seine Rückkehr? Und was meint Rüdiger damit, wenn er behauptet, der dunkel Graf habe etwas hier in Bolton gelassen?
07.10.2011 14:29 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Tagebucheintrag Mikathan Hansker vom 26. September 1897

Wir alle tragen tiefempfundene Trauer ob des Dahinscheidens unseres Mitstreiters Torstincey P. Morris. Jener wackere Amerikaner ist jetzt wohl real vereint mit seinen Clubmitgliedern. Traurig, dass sein Tod unser aller Sieg überschattet. Wir konnten das Böse aus unserer Stadt Bolton vertreiben. Unter Auferbietung all unserer gemeinsamen Kräfte spürten wir ihn auf, jagten ihn, hetzten ihn und zwangen ihn letztlich zur Flucht. Vlamp Meistula ist fort. Ja, tot sogar. Ich selber habe ihm eigenhändig seinen verfluchten Kopf von den Schultern geschlagen, als er regungs- und wehrlos in seiner letzten verbliebenen länglichen Holzkiste auf seiner Heimaterde lag. Sofort zerfiel der gesamte Körper zu Staub und war in der Dämmerung nach Sonnenuntergang selbst

bei genauester Beobachtung nicht mehr auszumachen. Ich fühlte mich wie ein unverhoffter Tabellenführer, der dem Tabellenletzen den finalen Todesstoß verpasst hat. Seine Schergen, die Zigeuner, nahmen samt ihrer Kutsche sofort Reißaus und zerstoben in alle Richtungen. Nur der Holzsarg blieb leer vor unseren Füßen liegen. Kann so ein mächtiges Geschöpf der Nacht derart spurlos verschwinden? Es hat ganz den Anschein. Schon seit mehreren Tagen wurde von keinem nächtlichen Überfall und blutigen Morden berichtet. Frieden ist eingekehrt hier in Bolton. Selbst meine Frau Minaal, die so viel durchmachen musste in den letzten Tagen, kann nun endlich zur Ruhe kommen. Die hat sie nun auch sehr nötig. Denn, und das schreibe ich freudestrahlend nieder, sie ist in anderen Umständen und wird mir in neun Monaten ein Kind schenken.
26.09.2011 17:11 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Bolton Evening News 22.09.1897
Wohlhabender Investor verlässt auf mysteriösen Umständen die Stadt

Lag es an nur seiner auffälligen skandinavisch bleichen Hautfarbe, dass Vlamp Meistula in Bolton nicht recht heimisch werden konnte? Oder schnitt ihn die gesellschaftliche Upper-Class ganz bewusst und drängte somit einen angesehenen nordosteuropäischen Geschäftsmann aus unserer aufstrebenden Stadt in North West County. Ein großer Verlust für die Gesellschaft und vor allem für die Wirtschaft ist die überstürzte Abreise dieses zurückhaltenden Gentlemans allemal.
Dabei hätte bereits seine Ankunft in Bolton durchaus für Gesprächsstoff in der Gesellschaft sorgen können. Als einziger Überlebender der mysteriösen und Tragik überschatteten Überfahrt des russischen Dreimasters Demeter konnte er das Festland betreten. Doch hier zeigte sich schon seine zurückhaltende, schüchterne Art; niemand nahm Notiz von diesem hochgewachsenen und verschlossenen Edelmann. Fast unbemerkt wurde er neuer Besitzer des in den letzten Jahren sträflich verwahrlosten aber traditionsreichen Anwesens Carfax Abbey. Die geschäftlichen Ambitionen Vlamp Meistulas wurden bereits in den ersten Tagen deutlich, in denen er seine Kräfte nicht zuerst in die Instandsetzung von Carfax Abbey steckte, sondern ohne Umschweife in den Handel einstieg. Unzählige längliche Kisten, vermutlich mit wertvollen Handelsgütern aus dem

Nordosteuropäischen Raum wurden in sein Anwesen geschafft und verließen es bald darauf wieder. Ein neues Handelszentrum für ganz Nordengland sollte hier seine Geburt finden; so schien es.
Doch dem Händler Vlamp Meistula wurden zusehends Steine in den Weg gelegt. Wiederholt wurde er von Dr. Sewon, dem Leiter der benachbarten Heilanstalt, diffamiert, sogar sein Anwesen wurde geplündert. Die angesehene Familie der Factoras bezichtigte Meistula sogar, am Tod ihrer Tochter Slavy Schuld zu tragen. Dabei war gerade Slavy bekannt dafür einen, sagen wir mal, ausschweifenden Lebensstil zu pflegen. Doch nicht genug damit, Meistulas wertvolle Handelswaren sahen sich zunehmend den Plünderungen von gemeinen Straßendieben ausgesetzt. Blanke Zerstörungswut einiger Unbelehrbarer verhinderte so die Ansiedlung eines großen nordosteuropäischen Geschäftsmannes in Bolton, die unserer darbenden Wirtschaft so gut getan hätte. Denn mit all diesen Gerüchten und Rückschlägen kann natürlich selbst der beste Geschäftsmann kein Unternehmen neu begründen. Mit erheblichen wohl finanziellen Verlusten zog sich Vlamp Meistula schließlich in einer Nacht- und Nebelaktion in seine alte Heimat Transfinnanien zurück.
Die Stadt Bolton wird ihn uns sein Geschäftsgebaren noch vermissen, wenn sein Unternehmen aus der transfinnanischen Veikkausliiga erst die europäischen und dann wie Weltmärkte erobert.
23.09.2011 16:59 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Ups. Danke!
Heute gibt es mal keinen Artikel. Denn ich möchte mich bedanken. Habe gerade erst gesehen, dass ich für einen Copa-Award nominiert war. Für den Zeitungsschreiber-Award. Das muss ja auf irgendwelche Finnen hier zurück gehen. Also gebt es zu, ihr habt vielleicht doch heimlich in eins der vorgestellten Bücher reingelesen. War schließlich für fast jeden Geschmack was dabei.

Herzlichen Glückwünsch an Paulo und Vlad, die sicherlich verdientermaßen diesen Award gewonnen haben. Die ersten zwei ZATs war diese Saion erstmal redaktionelle Zurückhaltung angesagt. Aber das ist sicherlich nur eine schöpferische Pause. Denn so eine Nominierung ist ja doch Anreiz, noch mal ein bißchen mehr auf die Schreibmaschine zu packen.
Also nochmal danke an die Nominierer :-)
16.09.2011 18:34 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Troposphere
Sie haben jetzt die Wahl.
Sie …
ich lehne mich auf meinem Trainerstuhl zurück, schaue mir das Geschehen auf dem Spielfeld an und versuche mir Notizen zu machen, wie meine Mannschaft doch noch Meister werden kann, als ich ein Geräusch höre, dass ich noch nie gehört habe. Okay, das Geräusch – krach, peng usw. – habe ich wahrscheinlich schon mal gehört, doch jetzt kommt es von oben. Der Boden vibriert, eine Wellenbewegung, als ob irgendetwas von oben nach unten stürzt, und an Gott, der den Stoff der Raum-Zeit ausschüttelt. Dann denke ich: Verdammte Scheiße, das ist ein Erdbeben, lasse meinen Notizzettel fallen und renne ungefähr in dem Moment aus dem Stadion, als der Alarm

ertönt.
Außerhalb des Stadions begegne ich unserer Sekretärin. Sie weiß immer, was los ist.
„Hallo Archirel Manto“, murmelt sie, als ich mich neben sie stelle.
Vielleicht hätte ich ihr sagen sollen, dass ich weiß, wo sich Professor Carsi aufhält. Vielleicht hätte ich ihr sagen sollen, dass ich seine Ausgabe von „The End Of Mr. 0“ im Antiquitätenladen in einer alten Bücherkiste gefunden habe. Und vielleicht hätte ich ihr sagen sollen, dass ich mich deswegen nun genauso verstecken muss, wie Carsi selber. Aber niemand darf erfahren, dass ich Zugang zur Troposphäre habe. Aber ich muss Carsi finden. Nur so wird jemals wieder jemand den Titel in der Veikkausliiga verteidigen.
12.08.2011 17:34 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Die 13½ Leben des Käpt’n Pippär
Während in Transfinnanien manch ein Horrorwesen sein Unwesen treibt, hat sich Pippär seine ganz eigene Welt geschaffen. Im fantastischen Land Zamonien wird er von Tratschwellen und Zwergpiraten erzogen, was seine bisweilen lesenswerten Artikel erklärt. Über seine Körpergröße, schweigt sich Pippär bislang jedoch aus. Lange Zeit hockte er jedoch in den dunklen Höhlen der Vizebergen fest, wo er in der Nachtschule von Prof. Dr. Abdul Carsigaller alles über

die erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens lernt. Und tatsächlich, eines Tages wird er aus den dunklen Schatten hinausgespült und genießt eine Saison lang ein süßes Leben in der Süßen Wüste. Er gewinnt sogar einen Lügenwettbewerb. Doch wer hoch fliegt, kann tief fallen. Die Stadt Atlantis (!) verrät ihn und er gerät auf die Moloch, wo er mit vielen anderen versklavten schwarzen Bären nun sein Dasein fristet.
05.08.2011 17:16 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Neue Opfer
Vlamp Meistula hat sich in seiner Veikkausliiga schon wieder sehr heimisch eingerichtet. Direkt in der ersten Nacht hat er sich an den sorglos auf Platz Eins thronenden Hansi Müllerstein herangepirscht und sein Vertrauen erschlichen. Arglos und voller Meisterschaftsträume verfing sich Hansi in seinem Netz aus Lügen. Ohne Gnade siegte Vlamp in der Hinrunde souverän 3-0 und verführte Hansi fortan, sich Stück für Stück auf die dunkle Seite der Veikkausliiga zu schlagen. Seit einigen Nächten, in denen Vlamp Hanis von Müllerstein wieder und wieder besuchte und sich an seinem TK ergötze, hat sich Hansi einen neuen Namen gegeben: Rüdiger. Die unumkehrliche Verwandlung steht demnach also kurz bevor.
Hansis (Rüdigers) Onkel väterlicherseits, Andi van Hidelsing, sind die

immer bleicher werdende Hautfarbe und das vermehrte Verlangen Hansis nach rohem TK nicht verborgen geblieben. Van Hidelsing lehrt an der Universität von Amsterdam Mystik, so konnte er schnell drei und sechs zusammen zählen und so die Pläne von Vlamp Meistula durchschauen. Er startete einen verzweifelten Versuch, die Metamorphose Hansis zu Rüdiger zu verhindern, indem er ihm in der vorletzten Nacht sechs Knoblauchzehen um den bleichen und mit zwei blutroten Punkten versehenem Hals zu hängte. Doch das dunkle Verlangen Rüdigers war bereits zu stark, er befreite sich des Nachts aus den Knoblauchketten, die Hansi im Diesseits verankern sollten. Und gewährte Vlamp Meistula letztmalig Einlass in seine Gemächer.
Er trat ein und vollendete sein grausiges Spiel.
Zu spät. Für Hansi. Und die Veikkausliiga?

29.07.2011 18:44 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Dracula
In den Sümpfen und Mo(o)ren von Transfinnanien fürchten sich die Trainer jeden Freitagabend vor unheimlichen Schatten und Geräuschen. Sie wissen, dass sie in der Dunkelheit nicht sicher sind. Im Schutze der Nacht, so erzählen sich die Alten, streift ein unheimliches Wesen mit bleicher Haut und langen Zähnen durch die transfinnanischen Wälder. Der Legende nach ist es der unsterbliche Vlamp Meistula, der nach dem TK der rechtschaffenen transfinnanischen Trainer trachtet. Es ist sein Lebenselixier. Mit ihm nährt er seine Kräfte. Saugt Vlamp Meistula in einem Liga-Spiel einem wehrlosen Opfer so viel TK aus, dass der gegnerische Trainer nicht mehr spielfähig ist, so hat Vlamp einen neuen Gefährten für sein rastloses Leben kreiert. Er muss

nun selber anderen Trainern TK aussaugen, um zu überleben. Einige Jahre zuvor wähnten sich die Trainer in Sicherheit. Vlamp Meistula versuchte, seine transfinnanische Heimat zu verlassen und Bolton, England sich niederzulassen. Eines seiner ersten Opfer war die schöne und leicht zu beeindruckende Lezzy Countenra. Mircha Morray sollte sein nächstes Opfer werden. Doch zusammen mit Mikathan Hansen und Andriham van Hidelsing verfolgte sie ihn und vertrieb ihn aus Bolton.
Sie dachten, sie hätten ihn vernichtet, doch Vlamp Meistula verkroch sich in seinem transfinnanischen Schloß und nahm sich genug Zeit, um sich vollends wieder zu erholen. Und er kehrte zurück und verbreitet in der Veikkausliiga wieder Angst und Schrecken.

22.07.2011 18:47 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Die Zunge Europas
„Nicht schmeckt so gut, die Dünnheit sich anfühlt.“ Vor allem die Dünnheit der Tor-Kontos der Konkurrenz. Meister Erdmann und sein Rovaniemi Palloseura hangeln sich seit Jahren von mittäglichen Café-Besuchen im schlurfenden Zombie-Restaurant über langweilige Besuche bei den Großeltern zu Abenden mit Sonja, mit der er sich schon lange nichts mehr zu sagen hat, außer den endgültigen Worten. Der erfolglose Gag-Schreiber scheint jedoch seine tägliche Tristesse und Verbitterung zu genießen

und liefert gnadenlose Sozialstudien ab. Am Ende einer Saison, während der man Meister Erdmann und seine Gedanken begleitet, begegnet er unverhofft in der S-Bahn einer alten Bekannten, Jappo. Zusammen mit ihr startet er einen überraschenden Ausflug ins Meisterschaftsrennen. Dort trifft er unter anderem auf den Möchtegern-Checker NIKE und die Dorfschönheit Countharina. Reißen ihn die neuen Eindrücke aus seiner Lethargie? Kann er bald endlich „mit nacktem Oberkörper Holz hacken, ohne dass es scheiße aussieht“?
15.07.2011 14:15 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Wilde Reise durch die Nacht
Gerade als der zwölfjährige Kapitän Gustaveryslave kurz davor ist, mit seinem Schiff, der MS Kuopion, von einem tosenden siamesischen Zwillingstornadosturm hinunter in die Tiefen der Ykkonen gerissen zu werden, wird es urplötzlich totenstill. Alles schweigt. Nur ein leises goulun des Meeres kann von aufmerksamen Lauschern vernommen werden. Der Tot hält persönlich Einzug auf der MS Kuopion, gemeinsam mit seiner wahnsinnigen Schwester Demethola. Beide bieten Gustaveryslave eine Wette um Ligaverbleib und Verderb an. Er

müsse sechs Aufgaben erfolgreich bestehen, dann könne er den Tornadosturm überleben und in der Veikkausliiga weiter segeln. Ohne eine echte Wahl zu haben, willigt Gustaveryslave ein und es erwarten ihn fantastische Abenteuer. So erschlägt er die zerstrittenen TK-Riesen Haka, Oulu und Häme mit einem einzigen Tor. Er begegnet sich selbst in Birmingham. Landet auf der Insel Kiffen, auf der die Heimspiele aufreizend die Drachen anlocken. Am Ende wartet jedoch die größte Aufgabe auf ihn. Den Abstieg persönlich auf dem Mond zu besuchen.
08.07.2011 18:35 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Die Therapie
Die zwölfjährige Tochter des erfolgreichen Psychiators Pippo Larenz ist spurlos verschwunden. Das Schicksal seiner geliebten Zeitungslandschaft ist auch nach acht langen Spieltagen der Ungewissheit ungeklärt und wird es wohl für immer bleiben. Pippo Larenz hat sich in seinen abgelegenen Abstiegskampf zurückgezogen, um Ruhe zu finden. Immer wieder wird er jedoch von einer mysteriösen Frau

aufgesucht, die an der Wahnvorstellung leidet, der beste Trainer Finnlands zu sein. Sie bittet ihn immer offensiver, seit langer Zeit wieder eine Therapie zu beginnen. Diese scheinbar aus dem Nichts auftauchende Frau, bringt Pippo Larenz wieder auf die Spur zu seiner verlorenen Tochter. Er beginnt eine Therapie, in der es sich mehr und mehr um ihn und seine Zeitungslandschaft dreht. Eine zerstörerische Spirale beginnt sich zu drehen.
01.07.2011 18:39 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 
Feuchtgebiete
In seinem Debüt-Artikel beschäftigt sich der ehemalige ChamLi-Moderator Pippo Roche nicht nur ausführlich mit den ekligsten Aspekten der finnischen Zeitungslandschaft, sondern offenbart trotz aller Obszönität eine überraschende Zartheit.
Der 18-jährige Hansi Memel führt ein sehr ausschweifendes Copa-Leben. Mit Atlantis und Waitakere führt er in aller Ausführlichkeit die Veikkausliiga und die Championship in Neuseeland vor. Doch was dort in seinen dubiosen Wohnorten Dunkelsteigi und Grenzenlos passiert, stößt an die Grenzen des guten Geschmacks der finnischen Zeitungsleser. Bei einer seiner Vorstöße in tiefere Copa-Abgründe hat er sich im dunklen Kontinent eine Nchanga-Fissur zugezogen und muss deswegen in der zweiten Liga operieren.

Dort werden alle Copa-Hygiene-Regeln nach bestem Wissen und Gewissen ignoriert und außer Kraft gesetzt. Doch Hansi Memel möchte diesen Aufenthalt nutzen, um seine geschiedenen Vereine Atlantis und Waitakere wieder zum Erfolg zu führen. Das erweist sich allerdings als schwierig, da jederzeit ein neuer ZAT ohne anzuklopfen durch die Tür kommen kann. Im besten Falle ist das noch die gut aussehende Pflegerin Roboison, die die Phantasie und Körpersäfte von Hansi Memel anregen.
Mit diesem Debüt-Artikel möchte Pippo Roche vor allem die unterdrückten Zeichen der finnischen Zeitungsschreiber thematisieren und sie dadurch in die Öffentlichkeit ziehen. Doch bleibt immer der Hintergedanke, wie viel Pippo in Hansi steckt, oder wie weit Hansi in Pippo drin steckt. Zu 70% angeblich.
22.06.2011 15:40 - Archiebald Mor - Vaasa PS (0.3 TK)
 


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