CNI-Coach Ole Gunnar Fidjestöl sonnte sich in seinem Garten in Iquitos und labte sich an einem liebevoll gegrillten Piranha. Zuvor hatte er in der peruanischen Trainer-Blitzschachliga den Kollegen Butters mit den schwarzen Figuren bezwungen und war somit in der Tabelle auf den vierten Rang geklettert. Vorne drehte der Übungsleiter vom Bierglas auf Rädern (Makaay10) mit einer Bilanz von 8 Siegen, 2 Remis und 0 Niederlagen einsam seine Kreise, während der „Karpov des Fürstentums“ am Tabellenende nach zehn Partien noch immer auf den ersten Spielgewinn wartete. In
der nächsten Runde wartet nun auf den Norweger mit Hardkore ein besonders unbequemer Gegner am Brett. Dieser hatte zuvor entweder grandiose Husarenritte abgeliefert oder war sang- und klanglos untergegangen. In diesem Moment klingelte der Hermes-Bote an der Haustür des Bartträgers aus Vikersund: „Das ist bestimmt mein bestelltes Magnus-Carlsen-Shirt. Das war wahrlich ein Schnäppchen, da gab es sogar eine Stiftung in Liechtenstein und einen „Läufer gegen Pferd? – Ich bin doch nicht bekloppt!“-Wimpel für das Bonanzarad gratis mit dazu.“
„Samstag, 40. Februar, Rubbeldiekatz… Und hier ist sie wieder, Ihre Hit-parade, in Ihrem Zett-Deh-Eff, aus den Cottbusser Energie-Film-Studios, in Ihre spießigen und geschmacklos möblierten Wohnzimmer... Ich begrüße Sie arme Idioten alle ganz herzlich, wo auch immer Sie uns gerade zuschauen… Im Westen, bei Nordsee, bei Südzucker, in der Ostmark, aus einer Mittelzelle in der JVA Braunschweig… Und wir legen gleich los mit einem bärtigen Mann, den Sie alle kennen… Ein Mann, bei dem die Damen sagen werden: „So einen Pullover möchte ich auch gerne haben“… Ein Mann aus dem hohen Norden, für den die 3°C hier wunderbarstes T-Shirt-Wetter darstellen… Und da ist er auch schon, 3x die 3, 1x die 110, 4x6 Flaschen im Träger, der Schachfreund mit der Liechtensteiner
Eröffnung, der Ole, der Gunnar, der Fidjestöl, mit dem Titel… Ach, den habe ich vergessen… pepe, fahr das verfluchte Band ab…“ (Ein Bartträger fährt mit seinem Bonanzarad auf die Bühne, in der rechten Hand eine Bierflasche, um den Hals gebunden eine Butterbrotdose mit Butters-Aufkleber.) „Eisgekühltes Ringnes Lager, Ringnes Lager eisgekühlt / Eisgekühltes Ringnes Lager, Ringnes Lager eisgekühlt / Und dazu ein belegtes Brot mit Schwertfisch (Schwertfisch), ein belegtes Brot mit Elch (Elch) / Das sind zwei belegte Brote, eins mit Schwertfisch, eins mit Elch / Und dazu… (Der Kulturkanal des ZDF verabschiedet sich aus der Übertragung, während der singende Protagonist unter tosendem Mitklatschen des Saalpublikums kreisend und immer lauter krakeelend seinen Vortrag fortsetzt.)
„Endlich wieder Schach-WM“, freut sich CNI-Coach Ole Gunnar Fidjestöl, der zudem einem jungen Landsmann die Daumen drücken kann. Erstmals steht nämlich ein Norweger davor, sich bei der Königin der Brettspiele die WM-Krone aufzusetzen. Für den Bartträger aus Vikersund daher natürlich Ehrensache, sich in tiefster Nacht die Live-Übertragungen in seinem Stammlokal Strömsgödest Drammen (Ecke Calle J. / Avenida A. F.) anzuschauen und mit
Magnus Carlsen mitzufiebern. Außerdem hat Fidjestöl für den speziellen Anlass extra auch einen „Ich bremse auch für Mittelgambit-Spieler“-Aufkleber an seinem Bonanzarad angebracht. Eine Sache ist dem ehemaligen Skispringer aber noch nicht so ganz klar: „Wieso wird zur Eröffnung eigentlich so selten die beschleunigte Drachenvariante gespielt? Oder die MacCutcheon-Variante? Oder die Sokolski-Eröffnung? Kann mir das mal bitte jemand erklären?“
Mit einer großen Überraschung wartete die Tageszeitung für CNI-Coach Ole Gunnar Fidjestöl auf: Erstmals seit 1970 war in Norwegen das Team von Strömsgodset Drammen wieder Landesmeister im Fußball geworden. Jener Verein, nachdem sich eines der beliebtesten fremdländischen Lokale in Iquitos (Ecke Calle Jilipollas, Avenida Anorthosis Famagusta) benannt hatte. Das Restaurant – nicht ganz zufällig eine äußerst gerne von Fidjestöl mit
dem Bonanzarad besuchte Einrichtung mit vielseitigem Bierausschank – veranstaltete als Hommage an den norwegischen Champions extra einen Mottoabend mit Freibier und üppigen regionalen Spezialitäten. Natürlich kann sich der Bartträger in peruanischen Diensten diese einmalige Gelegenheit zum Feiern nicht entgehen lassen, zumal mit Ole Einar Björndalen, Johann Olav Koss und Trond Iversen einige bekannte Sportler zu diesem Zweck einen Besuch in Iquitos avisiert haben.
Tja, irgendwie ist CNI dann doch Meister geworden. Erstaunt blickte Coach Ole Gunnar Fidjestöl nach dem 6:4-Auswärtssieg bei Alcides Vigo auf die Anzeigetafel und begutachtete die Ergebnisse der Konkurrenz. Und so fand eine eigentlich gar nicht sonderlich gut gespielte Saison ihr krönendes Ende, in der man letztlich in der Rückrunde gehörig vom Spielplanglück profitierte. Dennoch sind gerade die unerwarteten Triumphe oftmals die schönsten, so dass am Amazonas der Titel besonders ausgelassen gefeiert wurde. Nun steht aber die Jubiläumssaison vor der Tür und vieles ist anders in Peru. Vor allem der Abschied von Urgestein und Teeliebhaber pepe ist unerfreulich für die Liga, der somit ein wichtiges Zugpferd abhandengekommen ist. Bleibt zu hoffen, dass der Kollege nur ein Sabbatical einlegt, um frisch gestärkt in die stärkste Liga Amerikas
zurückzukehren. Apropos Rückkehr: Mit Universidad César Vallejo bereichert ein Traditionsteam wieder die Primera División. Als zweiter Aufsteiger tritt erstmals José Gálvez im Oberhaus an, wobei dem Club (oder ist es sogar eine Einzelperson?) das Kunststück gelang, ohne Trainer den Weg in die Erstklassigkeit einzuschlagen. Ist dies ein Synonym für eine Krise in Peru, wo mittlerweile die Mehrzahl der Zweitligisten keine Übungsleiter vorweisen kann? Man könnte das bezogen auf die Quantität durchaus so sehen. Wenn man aber die Trainerbänke der Primera División analysiert, dann scheint eher die hohe Qualität der Besetzungen potentielle Neuzugänge abzuschrecken. Es bleibt also auch in Saison 40 die wichtigste Erkenntnis: Wenn Du in Peru trainierst, sei Dir niemals zu sicher… denn es immer alles möglich. Alles!
Kein Pisco Sour, kein Pfefferminztee, kein Ringnes Bayersk Lager und auch kein Schlüpferstürmer aus Liechtenstein, die peruanische Spielzeit leuchtet (entgegen anders lautender Gerüchte) am Ende unter dem Stern eines Kristallweizens aus der Hauptstadt. Am Amazonas wird man sich angesichts des etwas unglücklichen Restprogramms voraussichtlich am Freitag von der Spitze verabschieden, die Saison aber einem Platz im Vorderfeld beenden und sich damit wieder
für die Copa Libertadores qualifizieren. Dennoch ist man bei CNI und Trainer Ole Gunnar Fidjestöl zufrieden, denn letztlich hat das Team eine solide, aber keine wirklich überragende Runde gespielt. In der Zwischenzeit hat der norwegische Übungsleiter seinen Vertrag bei den Amazonaskickern um drei Jahre verlängert, insbesondere auch, um dem momentanen Trainerexodus entgegenzuwirken: „In Zeichen der Not muss man ein klaren Zeichen setzen. Skol!“
CNI-Coach und Skisprunglegende Ole Gunnar Fidjestöl hockte zufrieden am Amazonasufer und hielt seine Angelrute in den Fluss. Ob sie denn gut beißen würden, wurde der Norweger von neugierigen Passanten gefragt, schließlich sei der späte Tageszeitpunkt zum Angeln nicht unbedingt optimal. „Das kann ich nicht beurteilen", so die Replik des Pollunderträgers. „Ich habe am Haken nur eine Flasche Ringnes Bayersk Lager angebracht, um sie in der Strömung angenehm
kühl zu halten.“ Insofern musste die karge Beute nach mehreren Stunden also nicht verwundern, was die Stimmung des Bartträgers aber kaum beeinträchtigen konnte. In der Liga kann man sich am Wochenende nämlich über zwei Heimspiele freuen und daher auch berechtigte Hoffnungen auf einen Platz in der Königsklasse machen. „Lieber Libertadores ist mein Motto für die kommenden zwei Wochen“, so der Norweger prägnant, bevor er ein weiteres Lagerbier aus den Fluten barg.
Zufrieden hatte CNI-Coach Ole Gunnar Fidjestöl einen norwegischen Zuchtlachs auf den heimischen Schwenkgrill geworfen und fachkundig mit einer Flasche Ringnes Bayersk Lager abgelöscht. [sic: Übrigens genau das bewährte Rezept, mit dem der Bartträger auch die Kocharena und das Kochduell gewonnen sowie bei „Lafer, Lichter, lecker“ abgeräumt hatte]. In der Liga hatte man zuvor den Medizinstudenten eine bittere Pille verabreicht
und zudem wohl endgültig den Abstieg von Sport Huancayo besiegelt. Jenseits der Sportarenen galt es in der Liga ein bemerkenswertes Jubiläum zu feiern und zu würdigen, da die 500. Ausgabe des Hauptstadtschmierblattes „Arriba Arroganza“ das fahle Licht der Welt erblickt hatte. Vor dieser beeindruckenden Konstanz verneigt sich der Norweger und prostet grüßend mit einer weiteren Flasche Lagerbier freundlich in Richtung der Kapitale.
Bestens gelaunt hockte CNI-Coach Ole Gunnar Fidjestöl in seiner Stammlokalität Strömsgödset Drammen (Ecke Königsallee, Champs Elysees) und kaute an einem Marmeladenbrötchen. Das Abstiegsgespenst war endgültig aus der Stadt vergrault worden, so dass sich der Norweger entspannt seiner Morgenlektüre widmen konnte. Doch beim Blick auf die Tabelle der Segunda División entgleisten die Gesichtszüge des Bartträgers: Sportskamerad Butters am Tabellenende, die Jungfrau mit dem
Hundefutter im Niemandsland und das Bier auf Rädern mit letzter Kraft in der Mitte des Feldes. Somit droht den Peruanern in der kommenden Saison der Super-GAU, falls sich zwei trainerlose Teams als U-Boote in das Obergeschoss mogeln sollten. Leider haben die internationalen Husarenritte der vergangenen Spielzeiten nicht für einen verdienten Run auf peruanische Teams gesorgt. Erfolg macht also nicht immer nur sexy, manchmal schreckt er halt auch ab. Das ist in Peru nicht anders als beim Musikantenstadl oder beim FC Bayern.
Ole Crockett und Floriano Tubbs fahren mit ihrem Ferrari Quattro Stagioni auf dem Freeway von Iquitos, aus dem Radio ertönt das „Crockett’s Theme“ von Jan Hammer. Der Norweger ist bester Laune, als er das Fahrzeug auf einen Supermarktparkplatz steuert.
Ole Crockett: „Hör mal zu, Floriano… Das ist mal richtige Musik! Das Stück hat man übrigens nach mir benannt, weil ich der Hauptprotagonist dieser dekadenten Krimiserie bin.“ Floriano Tubbs: „Die Geschichte hast Du mir schon tausend Mal erzählt, zuletzt als ich Dir meine neue Rolex für 12.000$ präsentiert habe. Und auch die Jan-Hammer-Poster, die Du im Büro aufgehängt hast, sprechen eine deutliche Sprache… Was sagst Du eigentlich zu meinen neuen Lederslippern? Nur 600$ bei Deichmann, ein echtes Schnäppchen. Und die passen perfekt zu meiner weißen Leinenhose von Armani für 850$.“ Ole Crockett: „De-de-dimm, de-dimm, de-dimm – dimm-de-dimm, de-de-dimm-de-dimm… Was hast Du gemurmelt? Ich habe gerade nicht zugehört und diesen fabelhaften Titel genossen. Wie viele Grammys hat es
eigentlich für den hervorragenden Song gegeben?“ Floriano Tubbs: „Ach, egal. So, wir müssen jetzt diesen Supermarkt durchsuchen. Der Geschäftsführer wurde zu Fischmehl verarbeitet und an einen argentinischen Bio-Lachs-Produzenten verhökert… Ich setze nur noch meine neue Ray-Ban-Sonnenbrille für 800$ auf, dann kann es schon losgehen…“ Ole Crockett: „Man was stinkt das hier drin nach Bohnerwachs. Und aussehen tut das hier wie bei Aldi Süd nach einem Kabelbrand… Sag mal, bist Du eigentlich sehr neidisch, dass Jan Hammer einen Song nach mir benannt hat und nicht nach Dir?“ Floriano Tubbs: „Wir sollten uns auf unsere Arbeit konzentrieren. Ich bin mir sicher, dass es auch nach mir benannte Devotionalien gibt. Aber wahrscheinlich nur prämierte Luxus-High-End-Produkte für die Hautevolee, für die Reichen und die Schönen…“ Ole Crockett: „Floriano, Du hast Recht! Hier habe ich schon das erste passende Beispiel gefunden! Corega Tubbs!“
(Bitte als Abspannmusik erneut einen Titel nach Wahl von Jan Hammer hinzudenken, gerne auch das „Crockett’s Theme“.)
Ole Crockett und Floriano Tubbs fahren nach einem heftigen Regenfall mit ihrem Lamborghini Funghi Prosciutto auf ein verlassenes Firmengelände im Hafen von Iquitos. Tubbs steigt aus, weil er eine verdächtige Fabrikhalle untersuchen möchte. Dabei tritt er mit seinen handgenähten englischen Lederschuhen für 600$ in eine mächtige Schlammpfütze. Irritiert stützt der Cop seine Hand am Fahrzeug ab, um den Schuh auszuziehen. Dabei rutscht er leicht ab und kann sich nur mühsam auf seinen Hermès-Socken für 50$ abfangen. Durch eine folgende ruckartige Bewegung des Fußes gerät Tubbs vollends aus dem Gleichgewicht und kracht mit
seinem Ermenegildo-Zegna-Anzug für 2.800$ und seiner modischen Kopfbedeckung für 80$ in den Matsch, wobei die Ray-Ben-Sonnenbrille für 470$ und das mit Manschettenknöpfen besetzte maßgeschneiderte Alianza-Hemd für 230$ ebenfalls Schaden nehmen. Ole Crockett versucht, seinen Kameraden wieder moralisch aufzurichten: „Mensch Floriano, setz dich wieder ins Auto, wir sind hier bei der falschen Adresse gelandet. Zieh aber vorher die schmutzigen Klamotten aus, nicht dass du noch die weißen Ledersitze versaust. Verdammt nochmal, wieso ist das Navi eigentlich noch nicht erfunden worden?“
(Bitte jetzt in Gedanken einen Titel von Jan Hammer nach Wahl als Abspannmusik hinzudenken.)
Auch als Norweger hat man es im Leben nicht immer leicht, die Welt besteht schließlich nicht nur aus Lagerbier und Bonanzarädern. Insbesondere das stetige Bemühen, die Innovationen des ungeliebten skandinavischen Nachbarn links liegen zu lassen, erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Flexibilität. Denn schließlich gilt daheim die Prämisse: kein Volvo, keine Möbel von IKEA, keine CDs von Abba, kein Mobilfunkgerät von Sony Ericsson, keine Schwedenhappen, kein Strom von
Vattenfall, kein Konto bei der SEB, kein H&M (gut, das ist leicht zu verschmerzen) und kein Zlatan Ibrahimovic für CNI. Doch bei einer Sache macht ein Ole Gunnar Fidjestöl dann doch gerne eine Ausnahme: Surströmming. Die faulige und intensiv riechende, fermentierte Fischspezialität lässt sich der bärtige Norweger gerne sporadisch nach Peru schicken: „Man braucht schließlich immer mal wieder ein Geschenk, wenn dieser Allianz-Vertreter aus der Hauptstadt seinen Geburtstag feiert.“
Man muss es halt nehmen, wie es kommt. Nach dem internationalen Aus droht für CNI auch in der Copa Peruana das frühzeitige Ende. Nach der Packung bei Alcides Vigo dürfte aber insbesondere das 5:5 im heimischen Gerrit-Konijnenberg-Stadion gegen Centro Deportivo Municipal der Todesstoß für die Ambitionen der Amazonaskicker gewesen sein. Immerhin deutet vieles darauf hin, dass man ob des reduzierten Rahmenkalenders in der Rückrunde über ausreichend Freizeit
verfügen wird. So kann sich Coach Ole Gunnar Fidjestöl ausgiebig dem Mattenspringen, dem Bonanzaradeln und dem Ringnes Bayersk Lager widmen. Außerdem wird der Norweger punktuell auch als DJ in seinem Stammlokal Strömsgödset Drammen (Ecke Calle Dings, Avenida Bumms) auflegen und die Wünsche seiner Kollegen erfüllen. Als Erster hat sich übrigens Sportskamerad Butters die komplette CD “The Downward Spiral“ von den Nine Inch Nails gewünscht.
Nein, gut war die Laune wahrlich nicht bei CNI und Trainer Ole Gunnar Fidjestöl: Das internationale Aus nur noch eine Frage von Stunden, zwei Auswärtsspiele in der Liga vor der Brust und zu allem Überfluss hat noch ein sintflutartiger Regenschauer das schöne Ringnes Bayersk Lager verwässert, als der Norweger kurz für eine Pinkelpause in das innere seines Stammlokals (Ecke Calle Jilipollas, Avenida Anorthosis Famagusta) eingekehrt war. Alles
eine Frage des Timings, die richtigen Spielzügeu finden, aber auch das Verlassen der bestuhlten Außeneinrichtung zur Verrichtung eines kleinen Geschäftes. Irgendwie war plötzlich der Wurm drin beim bekennenden Bonanzaradfahrer, nachdem vor einer Woche noch eitel Sonnenschein geherrscht hatte. Doch in Peru darf man sich bekanntlich niemals hängen lassen, sonst wartet der Butters in der Segunda División mit einem Patenteller Uruguay.
Vergnügt schwang sich CNI-Coach Ole Gunnar Fidjestöl auf sein Bonanzarad, an dem seit neuestem oben an der Fahne ein „Bandoneon, nein danke!“-Aufkleber erstrahlte. Schließlich war zwar schon das europäische Akkordeon eine äußerst grenzwertige Angelegenheit, aber die argentinische Quetschkommode war nun beim besten Willen überhaupt nicht zu ertragen. Nicht einmal mit ausreichend Pisco Sour oder heimischem Ringnes Bayersk Lager. Aber egal, jedenfalls
war der bärtige Hipster-Norweger angesichts des ordentlichen Saisonstarts und der starken internationalen Performance bester Laune. Und während aus dem alten Weltempfänger am Lenkrad von einem brasilianischen Radiosender der alte Gassenhauer „20 Zentimeter, nie im Leben von Hideta“ erschallte, trat der Norweger beschwingt in die Pedalen. Sollte aus dem Radio irgendwann ein Bandoneon erklingen, könnte er das Gerät sofort problemlos im Amazonas versenken.
In der vergangenen Woche hat CNI-Coach Ole Gunnar Fidjestöl die Möglichkeit genutzt, sich aus der täglichen Trainingsarbeit auszuklinken und stattdessen eine kleine Sommerreise anzutreten. Auf diese Weise bot sich die seltene Gelegenheit, dem angenehm temperierten Mattenspringen in Zakopane beizuwohnen. Doch während seine norwegischen Landsleute enttäuschten, schoben sich die deutschen Skispringer in den Vordergrund und dominierten den Wettbewerb. Ein erstes Vorzeichen für die Olympischen
Spiele in Sotchi? „Eher ein Menetekel, denn die Deutschen sind schon sehr stark. Selbst den Österreichern gehen die Nachwuchstalente aus, das könnte eine üble Klatsche im Teamwettbewerb geben.“ Doch es bleibt für alle Norweger die Hoffnung, dass am Ende einige Zitate aus dem Fundus von Eurosport-Legende Dirk Thiele herangezogen werden. Vor allem, dass die Deutschen im Sommer mit Zitronen gehandelt hätten. Aber hätte der Hund nicht, dann hätte er bekanntlich einen Hasen erwischt.