„Und hier ist er: auf dieser Bühne, Startnummer 8, 5x dabei, 2x die 1, 6x die 2, 0x die 3, der Ole, der Gunnar, der Fidjestöl, mit dem Titel „PeRU“... Wenn Sie den smarten Norweger wiederhören möchten, wählen Sie die Endziffer 8! Pepe, fahr das Band ab!"... (ditteditteditt… ditteditteditt) „CNI, OGF und Dimmu B.; Lagerbier, Raumschiff I. und Schanzenschnee... PEP, TEE und Aufholjagd; Pfefferminz, Stammlokal, Bonanzarad... Kerrygold, RaMA und Kolumneeh; O-Ton Süd, Auswärtssieg und Namensdreh... AIG, AXA und Allianz; EGO, Rekord-M und dickster Kopf... VDC, DZR und Sarkozy; Frankenreich,
Liga 2, die gibt es nie... SBA, nur für Jungs und ganz in pink; Nordwin Studt, nie gehört, von oben wink... OSP, Power-M und Alpaka; Kokain, Poesie und Colombia... AVH, HIX und Kaiserschmarrn; Welcome back, Liga 1, Österreich-Titan... (Eine mittelalte und nicht sonderlich attraktive Frau in einem avocadofarbenen Kostüm mit Blumenapplikationen am Revers überreicht Fidjestöl einen Strauss gelber Nelken.)... PeRU mit freundlichen Grüßen, das Land liegt uns zu Füßen und wir stehen drauf... Bei uns ist Leben, nicht nur Schall und Rauch. In Argentinien, da hörn sie lieber auf!“ (Tosender Beifall.)
Während die Liga zum Endspurt ansetzt, freut man sich in Iquitos auf einen geruhsamen Saisonausklang mit weihnachtlichem Glühwein und Spekulatius. Aber wer wird denn nun am Ende der Saison vorne stehen, Herr Fidjestöl?: „Ich denke, dass kein Weg an Gregor Schlierenzauer vorbeiführt. Daneben werden aber auch Simon Ammann und mein Landsmann Anders Jacobsen bei der Titelvergabe ein Wörtchen mitreden werden. Gespannt bin ich auf die jungen polnischen Springer, die bei den Mattenspringen im Sommer... wie, ach so, wer hier
in Peru diese Saison Meister wird? Das ist mir doch völlig egal, da wird sich schon jemand finden. Wir werden die Spielzeit jedenfalls im gesicherten Mittelfeld beenden. Darf ich Ihnen kurz noch mein Rezept für weihnachtliches Glühbier auf Basis von Lagerbier verraten? Nein? Na gut, dann wünsche ich allen Norwegern und Peruanern aus dem Strömgödset Drammen an der Ecke... ah, ich komme nicht drauf... in Iquitos eine fröhliche und besinnliche Weihnachtszeit. God Jul og ei godt nytt år! Feliz Navidad!“
„Ein Herz für Butters, sollten allen haben. Ein bißchen Liebe, denn die brauchen wir...“, so trällerte schon Andrea Jürgens in den 70er Jahren, um Rentnern und Kleinbürgern die Ersparnisse für einen fragwürdigen Zweck aus der Tasche zu locken. Ein Herz für Butters (und für das unübersichtliche Konsonantenpotpourri) hat in dieser Woche CNI-Trainer Ole Gunnar Fidjestöl bewiesen. Zwei Spiele, 0 Punkte und 12 Gegentore sind die eindrucksvolle Bilanz eines Spieltags, der bei Virgen del Chapi auch den letzten Funken an Glauben an eine finale
Gerechtigkeit auf Erden zerstört hätte. Nicht so allerdings bei Fidjestöl, den man gut gelaunt in seiner Stammkneipe erleben durfte: „Ich gönne dem Kollegen vom Radio seinen Erfolg. Wir können mit den Ergebnissen gut leben, denn mit dem Abstieg werden wir nichts mehr zu tun haben. Somit wird das Raumschiff Iquitos aus dem Urwalddickicht am Amazonas auch in der kommenden Saison in der Primera División sein Unwesen treiben. Darauf kann man doch mal anstoßen, oder nicht? Komm, jetzt trinken wir zusammen erst einmal ein schönes Lager aus meiner Heimat!“
Der Weltraum – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2010. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs PSS Iquitos, das mit seiner 12 Mann starken Besatzung eine Saison lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von Peru entfernt, dringt die Iquitos in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Aah uuuh ah, uh uh aaa uuh aaah..
Folge 10: Das Freundschaftsspiel
(Die Besatzung der PSS Iquitos betritt in Sportklamotten die Kommandobrücke.) Pille: „Meine Güte, was für eine Pleite! 1:6 gegen unser Schwesterschiff PSS Chiclayo... Jetzt sind wir wieder das Gespött der gesamten Flotte. Wir müssen dringend an unserer Kondition arbeiten, damit uns zukünftig solche furchtbaren Blamagen erspart bleiben.“ Captain Hicks: „Sparen Sie sich Ihren Fitnessterror! Sie können ja nicht einmal einen Ball vernünftig stoppen. Laufen wie ein Weltmeister, aber kicken als wären beide Füße amputiert! Wenn ich nicht wenigstens genial für Praktikant Sonntag aufgelegt hätte, dann hätten wir im 8er-Fussball nicht einmal ein mickriges Ehrentor erzielt. Was sich insbesondere unser Kittelschwein Pauer in der Innenverteidigung geleistet hat, spottet jeder Beschreibung.“ Mr. Pepp: „Faszinierend, auf welche Art und Weise man einen Hausmeister alles tunneln kann. Ich habe 33 erfolgreiche Versuche unserer Gegner notiert.“ Fjodor Markov: „Captain, Captain. Schauen Sie doch mal ins Internet, vielleicht sind auf der Website von GalaxySportal bereits die Spielernoten für die Partie eingestellt.“ Captain Hicks: „Gute Idee. Praktikant Sonntag, könnten Sie bitte mal Ihre Fortbildung zum Thema Erwachsenenunterhaltung beenden und nach unseren Noten Ausschau halten?“ Praktikant Sonntag: „Natürlich. Oh, die Bewertungen sind tatsächlich schon eingestellt... PSS Iquitos: Tor: Mr. Pepp (4), Abwehr: Pille (4,5), Pauer (3,5), Mr. Zeze (5), Mittelfeld: Baxxter (4), Al-Juary (4,5), Markov (3), Sturm: Sonntag (2,5), Hicks (6).“ Captain Hicks: „Was? Der Capitano eine 6? Sind die bei diesem schmierigen Online-Portal jetzt völlig geisteskrank? Und der Christoph Metzelder der PSS Iquitos mit einer 3,5? Lesen Sie doch bitte einmal das ausführliche Statement dieser Drecksseite zu meiner Leistung vor.“ Praktikant Sonntag:(liest vor) „Der alternde Sturmtank Captain Hicks konnte nach einer unfassbar schlechten Leistung froh sein, kein Pferd gewesen zu sein, da man ihn sonst vermutlich zum Abdecker geschickt hätte. Trotz einer mehr oder minder zufälligen Torvorlage zum zwischenzeitlichen 1:5 der mit Abstand schwächste Spieler auf dem Platz.“ Captain Hicks:(stinksauer)
„So ein skandalöser, niederträchtiger und unsachlicher Pseudojournalismus! Dagegen war früher sogar die Prawda eine seriöse Nachrichtenquelle.“ Mr. Pepp: „Captain, schauen Sie mal, den Artikel hat ein gewisser Meinrad Pauer verfasst.“ Captain Hicks: „Was? Das ist doch der Bruder von unserem feinen Kittelschwein. Das hätte ich mir gleich denken können, dass die alte Zecke hinter dieser gezielten Sabotage steckt.“ (Facility Manager Manfred Pauer betritt die Kommandobrücke.) H. P. Baxxter: „Yeah, let’s bring some energy to this place.” Captain Hicks: „Das trifft sich ja bestens. Hören Sie mal, da haben Sie ja eine feine Intrige angezettelt! Sie haben schön Ihren Bruder bei GalaxySportal angewiesen, meine Leistung niederzumachen und sind selbst nach unterirdischer Leistung mit einer 3,5 davonkommen. Ihnen wird das Grinsen noch vergehen, wenn ich Sie zum „Toilet Manager“ degradiere.“ Manfred Pauer: „Captain, immer mal schön locker bleiben. Erstens sind Sie nicht mein Disziplinarvorgesetzter und zweitens ist mein Bruder Qualitätsjournalist. Wenn er das Spiel so gesehen hat, dann ist das eine objektive Einschätzung Ihrer und meiner Leistung.“ Captain Hicks: „Das kann doch wohl nicht Ihr Ernst sein! Sie haben diese Schmierenkomödie doch angezettelt und mit Ihrem feinen Herrn Bruder ausgekungelt. Jeder Blinde hat gesehen, dass ich die Lichtgestalt unseres Teams war und Sie von allen guten Geistern verlassen.“ Manfred Pauer: „Tja, so kann man es sehen. Man muss es aber nicht so sehen, wie Sie mit Blick auf die ausgesprochen gute Reputation von GalaxySportal soeben feststellen durften.“ (Facility Manager Manfred Pauer verlässt die Kommandobrücke.) Captain Hicks: „Irgendwann wird unserem Kittelschwein noch das Lachen vergehen. Wollen wir doch mal schauen, ob der Kollege bei unserem nächsten Freundschaftsspiel gegen die PSS Trujillo nicht in einige heftige Zweikämpfe verwickelt sein wird. Da werde ich mir schon einmal die Metallstollen an meine Schuhe schrauben...“ H. P. Baxxter: I’m the shouter, noch lauter, the Bohnenkrauter. I’m the master, disaster, the Gurkenlaster. I’m the checker, the Trecker, the Boris Becker...” (labert sinnfrei weiter) Captain Hicks: „Immerhin sind wir bald diesen impertinenten Schreihals los.“ Mr. Pepp: „Ich muss Sie leider enttäuschen. Der Kollege hat leider kein gültiges Visum für den Planeten Marusha VII und die lokalen Behörden weigern sich nun, ihn dort aufzunehmen. Captain, warum schlagen Sie mit dem Kopf gegen die Bordwand? Tut das nicht weh?“
„Was man im Land von Sarah Palin kann, sollte doch für einen ausgewachsenen Norweger kein Problem darstellen“, bemerkte CNI-Coach Ole Gunnar Fidjestöl zu seinem neuesten Projekt. Nachdem eine US-amerikanische Künstlerin über 60 Tage einen Burger fotografierte, um das (nicht festzustellende) Siechtum der Nahrung zu begutachten, setzt Fidjestöl vor kurzem beherzt nach. Vor einigen Wochen hat er auf einem Tisch in seinem Stammlokal Strömsgödset Drammen (Ecke Calle Jilipollas, Avenida Anorthosis Famagusta) eine Dose Ringnes Bayersk Lager und ein Mettbrötchen platziert, um auch hier den
Gang alles Irdischen zu dokumentieren. Mittlerweile sind drei Wochen seit dem Beginn des Experimentes vergangen. Während das Bier (wie eigentlich immer) schal und abgestanden aussieht, führte die Geruchsbelästigung durch das Mettbrötchen dazu, dass im Restaurant derzeit nur die Terrasse benutzt werden kann. Fidjestöl zeigt sich davon unbeeindruckt und weiterhin enthusiastisch: „Die sieben Wochen werden die im Lokal hier auch noch überstehen. Was zählt ist doch vielmehr, dass hier bei permanent 30°C wirklich zeitlose Aufnahmen entstanden sind. Das ist wahrlich ganz große Kunst.“
„Und hier ist er: auf dieser Bühne, Startnummer 4, 2x dabei, 3x die 1, 1x die 2, 8x die 3, der Ole, der Gunnar, der Fidjestöl, mit dem Titel "Norwegerbier"... Bitte nicht wiederwählen, ich kann den Schrott nämlich schon nicht mehr hören! Pepe, fahr das Band ab!"... „Es war schon spät, als ich durch den Amazonas heimwärts schwamm. (dingelingeling) Da stand ein Wirtshaus, da sah ich Butters, der war totenstramm. Ich hatte Zeit, und ich war nass, drum trat ich ein. (dengelengeleng) Da saßen Männer mit braunen Augen und mit schwarzem Haar.
(dingelingeling) Und aus der Jukebox erklang Musik, die geil und heftig war. Als man mich sah, stand einer auf und lud mich ein. Norwegerbier, sollte es hier immer geben. Dimmu Borgir, Mensch, wir sollten einen heben, denn in Peru, hört man viel zu selten nur ein Brett, Scheiß Simply Red.“ (Eine unansehnliche ältere Dame mit gemustertem Kleid überreicht Fidjestöl eine halb verblühte gelbe Tulpe) „Norwegerbier, sollte es hier immer geben. Dimmu Borgir, Heavy Metal, das ist Leben, denn in Peru, hört man viel zu selten nur ein Brett, Damn Simply Red.“ (Standing Ovations.)
Die Universität von Chiclayo hat wieder zugeschlagen: Nachdem von der angesehenen Hochschule bereits vor einigen Spielzeiten der „am besten skandierbare Trainername“ ausgezeichnet wurde (wir erinnern uns gerne daran, dass CNI-Coach Ole Gunnar Fidjestöl damals in den Hauptkategorien gewann), wurden nunmehr die schönsten Vereinsnamen der Primera División zu Peru gekürt. Im diesem Jahre gingen die norwegische Skisprungikone und Colegio Nacional de Iquitos allerdings leer aus. Strahlender Sieger wurde Olímpico Somos Peru, dessen Name „Gemeinschaftsgefühl, Stolz und
olympischen Geist ausstrahle“ und somit „ein leuchtendes Vorbild für die Bezeichnung von Sportgemeinschaften“ darstellt. Ebenfalls lobende Worte fanden die Uni-Professoren für Coronel Bolognesi und Alianza Lima. Auf den hinteren Plätzen landeten erwartungsgemäß Virgen de Chapi („die Jungfrau des Hundefutters“) und La Peña Sporting Lince („ein amorphes Nichts, so unerfreulich wie ein Furz nach einem Teller Linsensuppe“). Immerhin hat man bei diesem gescholtenen Team endlich reagiert und für die kommende Saison eine Namensänderung veranlasst.
„Sechs Minuten noch in der Gerrit-Konijnenberg-Arena zu Iquitos... Keiner wankt, der Regen prasselt unerbittlich hernieder. Bosque, der rechte Läufer von San Marcos, er hat den Ball... verloren diesmal an Suárez, Suárez müsste flanken... Kopfball, abgewehrt... aus dem Hintergrund müsste Ramirez schießen, Ramirez schießt... und Tor, Tor, Tor... 4:3 für Iquitos!“ Ein verdammt hartes Stück Arbeit konnte man am vergangenen Freitag in Iquitos erleben, wo das Heimteam letztlich die Gäste vom Tabellenletzten San Marcos knapp distanzierte. Ein eminent wichtiger Sieg, der der Mannschaft
vom Amazonas weiter alle Chancen auf den Klassenerhalt bietet. CNI-Coach Ole Gunnar Fidjestöl zeigte sich beim dänischen Abend in seinem Lieblingsrestaurant Strömsgödset Drammen (Ecke Calle Dings, Avenida Bumms) bei einer guten Dose Faxe und Musik von Laid Back und Whigfield erleichtert: „Wenn wir das Spiel verloren hätten, dann sähe es jetzt ganz finster aus. So scheint in dieser Saison zumindest schon einmal ein Absteiger festzustehen. Jetzt können wir ohne Druck in das Match mit Alianza Lima gehen. Haben die eigentlich noch immer diesen Frodo Marzahn auf der Bank hocken?... Nein? Na dann, Skol.“
Schon ziemlich müde und von einer langen Anreise aus Norwegen gezeichnet, hatte es sich CNI-Coach Ole Gunnar Fidjestöl am Dienstagabend vor seinem Kofferradio gemütlich gemacht, um noch ein wenig den heimischen Ätherwellen zu lauschen. Auf der Frequenz von Radio Beromünster hörte er dann einen merkwürdigen Mann, dessen Stimme ihn noch im Halbschlaf an seine Jugend erinnerte. War das nicht Ecki Stieg, der ehemalige Großvesir der "Grenzwellen" und der "Nightline" von Radio ffn, der ihn mit einem
Überblick über die peruanische Liga beglückte? Damals, als das widerwärtige Formatradio noch nicht existierte und kein Morning Man Franky oder Insbettgo Woman Bettina mit ihrer penetranten und aufgesetzten guten Laune zu Kopfschmerzen und tiefen Depressionen beitrugen. War das also ein guter Traum, und alles würde wieder gut werden?... Aber dann hörte Fidjestöl den eigentümlichen Mann die Vereinsnamen aussprechen... mit skurrilem bayrischem Einschlag und seltsamem Intonationsverhalten. Kein Ecki Stieg... aber trotzdem ein schöner Traum.
Der Weltraum – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2010. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs PSS Iquitos, das mit seiner 12 Mann starken Besatzung eine Saison lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von Peru entfernt, dringt die Iquitos in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Aah uuuh ah, uh uh aaa uuh aaah..
Folge 9: Die Führung
Fjodor Markov: „Captain, Captain. Warum haben Sie so schlechte Laune?” Mr. Pepp: „Haben Sie das unter Ihren Kopfhörern mal wieder nicht mitbekommen? Nun, zum einen hat sich Chef-Ingenieur Kunzy bei den Highland Games einen Leistenbruch zugezogen und fällt einige Monate aus. Zum anderen hat sich der Scheich aus dem operativen Geschäft verabschiedet und stattdessen einen Controller an Bord der Iquitos geschickt.“ Captain Hicks: „So ein Erbsenzähler hat mir gerade noch gefehlt. Dieser feine Herr Al-Juary hat dann auch gleich seine ersten glänzenden Vorschläge gemacht. Deshalb dürfen wir jetzt neue Einnahmequellen erschließen und als Weltraumtaxi fungieren. Was glauben Sie denn, weshalb wir gerade zum Planeten Marusha 23 fliegen? Doch nur wegen diesem Trottel von Kunden aus Deutschland! Außerdem hat mich dieser Pedant von Controller dazu verdonnert, für Kunden und Besatzungsmitglieder gleich eine Führung auf der Kommandobrücke abzuhalten. Das hat mir gerade noch gefehlt!“ Lt. Cappura: „Captain, hier habe ich die Teilnehmerliste für Sie. Interessant, auch unsere Köchin und der Hausmeister wollen sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen.“ Captain Hicks: „Das war ja klar! Wenn es etwas umsonst gibt, dann ist das alte Kittelschwein natürlich ganz vorne mit dabei. So, bringen wir es zacki-zacki hinter uns!“ (Hausmeister Pauer, Köchin Riners, Controller Al-Juary, Praktikant Sonntag und der Mitreisende aus Deutschland betreten die Kommandobrücke.) Marga Riners: „Nej, nej, nej. Das ich das noch erleben darf. Die klejne Kechin aus Schlesjen auf der Bricke vom großen Raumschiff Iquitos.“ H. P. Baxxter: „Yeah, let’s bring some energy to this place.“ Captain Hicks: “Von mir aus. So, herzlich Willkommen auf der Kommandobrücke der PSS
Iquitos. Mein Name ist Captain Hicks, ich bin der Hauptverantwortliche hier an Bord. Ich werde Sie nun zusammen mit Mr. Pepp in die Geheimnisse dieses modernen Raumschiffs einweihen… wobei, sooo ganz auf dem neuesten Stand ist hier nicht wirklich alles, aber da können Sie sich bei Johnny Kontrolletti und dem Besitzer dieses Seelenverkäufers bedanken.“ Hassan Al-Juary: „Das will ich ja wohl überhört haben! Dieses Schiff ist technisch in einem ausgezeichneten Zustand, da gibt es beim besten Willen nichts auszusetzen.“ H. P. Baxxter: „Hardcore!“ Captain Hicks: „Gesundheit. Wie dem auch sei. So, hier sehen Sie jedenfalls das Herzstück der Brücke, den Bildschirm. Hier können wir jedes Raumschiff erkennen, das sich in einem Umkreis von 25.000 Kilometern befindet. Gut, es sei denn, es verfügt über eine neuartige Tarnkappenfunktion, dann können wir natürlich nichts erkennen.“ H. P. Baxxter: „How much is the fish?“ Captain Hicks: “Hey, alter Technoeumel! Mag ja sein, dass Du schon taub bist, das ist aber trotzdem kein Grund, hier so sinnfrei herumzubrüllen!“ Marga Riners: „Herr Kapitän, was ist das hier links denn für ejn dolles Jerät?“ Captain Hicks: „Das?.. Ja, das ist ein... Photonentorpedo. Damit können wir bei Bedarf die Klingonen beschießen und uns dann klammheimlich aus dem Staub machen. Darf ich Ihre Aufmerksamkeit nun erneut auf den fantastischen Bildschirm lenken…“ Manfred Pauer: „Moment mal. Das ist doch eine Infineon Playstation 63! Sie wollen mir doch nicht etwa erzählen, dass Sie während der Dienstzeit hier am zocken sind? Ich werde das Gerät unverzüglich konfiszieren und dem Scheich Meldung machen. Unfassbar!“ Captain Hicks: „ Hausmeister Pauer, das können Sie jetzt doch nicht machen! Bleiben Sie hier! Na gut, nehmen Sie das Teil mit… aber wehe, Sie löschen die Highscores bei Vega Strike 14. Da habe ich mehrere Monate gebraucht, um den Markov zu schlagen.“ H. P. Baxxter: „Respect to the man in the ice-cream-van!” Captain Hicks: „Schnauze, Blondie!" H. P. Baxxter: „Tschuldigung..."
(Offizielle Colt-Seavers-Revivalwoche in Funchal, Iquitos, Tétouan und Fukuoka.)
„Liebe Aspekte-Zuschauer, Besucher des „Grünen Hügels“ in Bayreuth, Freunde von Kirchenmusik aus dem 16. Jahrhundert und Roger Willemsen: Colegio Nacional de Iquitos freut sich, Ihnen heute Skisprunglegende und CNI-Trainer Ole Gunnar Fidjestöl in einer Adaption eines Welthits präsentieren zu dürfen. Vorhang auf!“: Nang-nang, nang-nang, nang-nang, nang. Schnipp, Schnipp. „Ich bin ein echter Norweger / Man
trifft mich in Iquitos / Und trinke gerne Ringnes Lager Bier / Aber was ich noch viel lieber mag, ist kerniges Skispringen / Von Peterka bis zum Konijnenberg / Doch in Peru da mag man nur… den Fußball und die Ponchos / Es kommt niemals ein Springen im TV / Und was ich auch vermissen tu, sind norwegische Ladies / Die trinken nicht nur Kaffee und Kakao / [Refrain:] Vielleicht werde ich ja mal Meister / Mensch, ich krieg schon wieder Durst / I’m the Unknown Jumper / Und der Marquard ist ‘ne Wurst.“ Nang-nang, nang-nang, nang-nang, nang.
„Und hier ist er: auf dieser Bühne, Startnummer 3, 4x dabei, 2x die 1, 3x die 2, 1x die 3, der Ole, der Gunnar, der Fidjestöl, mit dem Titel "Santa Iquitos"... Pepe, fahr das Band ab!"... „Humdada, humdada, humdada, uuhah, humdada humdada, humdada, uuhah. Santa Iquitos. Städtchen wie aus Träumen geboren. Ich hab meine Brille verloren, im Tequila, der wie Feuer brennt. Santa Iquitos. Nachts
an deinen schneeweißen Ufern, grillte Butters mit Wynton Rufer. Glück für das man keinen Namen kennt. Sie war ein Kind des Lichts, ich mag Fjorde und Ringnes Lager. Hier gibt es nur den Fluß, und das Essen ist auch recht mager. Kalt war die Sehnsucht. Santa Iquitos (Iquitos). Den Schritt zu wagen, Santa Iquitos. Von Oslo nach Peruuuuuuuu... Humdada, humdada, humdada, uuhah, humdada humdada, humdada, uuhah..."
Schon nach dem 2. Spieltag der Primera División zeigt sich, dass CNI-Trainer Ole Gunnar Fidjestöl mit seiner Saisonprognose leider goldrichtig lag. Der „Spielplan des Grauens" bescherte dem Team vom Amazonas im ersten Heimspiel die Möchtegernolympioniken, denen das Motto „Dabei sein ist alles“ aber offensichtlich nicht ausreicht. Mit 3:4 ging die Partie für die Mannschaft des Norwegers letztlich verloren, so dass man sich bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison mitten im Kampf um den Klassenerhalt wiederfindet. Dennoch ist dies kein Grund für Fidjestöl, die Flinte ins Korn
zu werfen: „Immerhin haben wir gewisse Erfahrung im Kampf gegen den Abstieg und sind die Experten für die hinteren Plätze in der Tabelle.“ Dennoch zeigte sich der Norweger von der Entwicklung ziemlich enttäuscht, da ihm in Peru keine stressfreie Saison im Mittelfeld der Liga vergönnt scheint: „Irgendwie läuft es nicht so richtig, vielleicht muss man doch über eine Herausforderung in einer Meisterschaft mit mehr Mannschaften nachdenken.“ Auch die Zahl der internationalen Plätze beschrieb Fidjestöl als unbefriedigend, auch wenn ihn zumindest dieses Problem nicht direkt betrifft.
Der Äther – Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2010. Dies sind die Abenteuer von Radio Iquitos, das mit seinem norwegischen Moderator eine Stunde lang unterwegs ist, neue Musikrichtungen zu erschließen und nordische Künstler zu unterstützen. Dabei dringt Radio Iquitos in Dimensionen vor, die nie zuvor ein Peruaner gehört hat... CNI-Coach Ole Gunnar Fidjestöl scheint mit seinem Trainerjob nicht vollig ausgelastet und moderiert daher seit kurzem jeden Dienstagabend im Lokalradio von Iquitos ein illustres
Spartenprogramm ("Nordpol"). Dabei stellt der Skandinavier bei einer gemütlichen Flasche Ringnes Bayersk Lager bekannte und unbekannte Musiker aus seiner alten Heimat vor. Den Anfang machte dabei in der vergangegen Woche ein Dimmu-Borgir-Special. Mit seiner eigentümlichen Auswahl versucht Fidjestöl, in Peru und den angrenzenden Nachbarländern neue Hörerschichten für skandinavische Musiker zu erschließen. Für die kommenden Ausgaben sind auch Interviews mit Marit Larsen, Mayham und Apoptygma Berzerk geplant.
Noch einigermaßen gut gelaunt hatte sich CNI-Coach Ole Gunnar Fidjestöl zur Abendlektüre in sein altbekanntes nordeuropäisches Lieblingsrestaurant an einer der beliebtesten Straßenecke von ganz Iquitos begeben. Bei Fleischklöpsen in Preißelbeersoße und einem kühlen Ringnes Bayersk Lager schien einem gelungenen Feierabend nichts im Weg zu stehen... bis der bekennende Norweger dann einen Blick auf die Ansetzungen für die neue Saison warf: "Das ist ein Spielplan des Grauens! In der vierten Saison bin ich nun schon in Peru beschäftigt, jedes mal
beginnen wir mit einem Auswärtsspiel... und dann auch noch beim Meister. Da wird sich unser schöner Verein wieder von Beginn an in den Kellerregionen der Tabelle tummeln. Als Krönung dann auch noch zwei Heimspiele am vorletzten ZAT, wenn die ganzen Koryphäen wieder mangels Alternativen ihr Rest-TK verballern müssen. Darauf muss ich mir erst einmal einen Aquavit bestellen. Camarero!" Angesichts dieser finsteren Perspektiven ist die Losung für die neue Spielzeit klar: Es kann für Colegio Nacional de Iquitos mal wieder nur darum gehen, die Klasse in dieser starken Liga zu halten.
Einen Zeitungsartikel für die Galerie gibt es in dieser Woche aus Iquitos, denn das Rest-TK bietet für den kommenden ZAT auch ohne lyrische Ergüsse keinen Spielraum mehr für große Überraschungen. Für Colegio Nacional de Iquitos (CNI) geht eine insgesamt sehr ordentliche Saison unspektakulär zu Ende, nachdem man bis zu der Partie gegen La Pena Sporting Lince sämtliche Heimspiele gewinnen konnte. In den letzten Spielen wird man sich bei CNI bemühen, zumindest das trainerlose Team in die zweite Liga zu verbannen, um möglichst wenige der arrivierten
Trainer in der kommenden Saison zu verlieren. Für Ole Gunnar Fidjestöl ist das natürlich Ehrensache: "Wir werden nochmals alles geben, um die Spielzeit daheim ungeschlagen zu beenden. Ein bisschen traurig ist es schon, dass es für den Captain wahrscheinlich nicht reichen wird. Aber Hauptsache pepe bleibt dabei, da kann man auch in der nächsten Spielzeit wieder zusammen einen Ausflug mit dem Bonanzarad tätigen und den Marquard mit Kirschkernen beschmeissen. Camarero, oiga? Ach so, der Liga wünsche ich eine schöne Sommerpause. Skol und Salud aus Iquitos!"