Wenn man denn neue Mitspieler für Copa Mundial gewinnen möchte, darf man den österreichischen Markt auf keinen Fall außer Acht lassen. Schließlich ist das Terrain von Kamerad Schnürschuh - wie die Geschichte eindrucksvoll belegt - für Strategiespiele ein geradezu prädestiniertes Terrain.
Was haben wir den Österreichern nicht alles zu verdanken? Jörg Haider und Larissa Marolt. Opus und den Phettberg. Sissi und Franz. Wurst und Red Bull. Mörtel Lugner und das Mautpickerl. Heurigen und Karl Moik. Einspänner und Córdoba. Dazu ein Fundus von merkwürdigen Begrifflichkeiten, die nördlich von Salzburg nur noch von den Einheimischen und den
Illuminaten verstanden werden. Und dann haben die Ösis ja mit Deutschland (zumindest in ihrer Wahrnehmung) auch noch einen Landschaftsmaler und Hobbystrategen gegen Herrn Beethoven eingetauscht. Wie dem auch sei. Was muss man also tun, um mehr Teilnehmer aus der Metropole Wien für Copa Mundial zu gewinnen? Nun, ganz einfach, es muss viel mehr in Richtung Felix Austria geschleimt werden! Also, liebe Weener, werte Magister und Maturanten, Ihr alle aus der schönsten Stadt der Welt, kommt's zu Copa und seid's dabei. Trinkt's a Melange und nehmt's a Mannschaft. Auf Euch haben wir hier alle sehnsüchtig gewartet. Zumindest solange wir von woanders keine gescheiten Mitspieler herbekommen.
Auch Rheinland-Pfalz hat sich einen Platz in unserer Rubrik „Copa Lokal“ verdient. Insbesondere die Gegend rund um den Kurt-Beck-Vergnügungspark, der eine vortreffliche Investition in die Zukunft ist, was aber natürlich noch nicht alle notorischen Nörgler und widerwärtigen Spießer begriffen haben.
Gut, das Projekt ist chronisch defizitär, aber man muss sich eine Rennstrecke halt einfach mal leisten dürften. Und auch wenn man sich vom Ecclestone schön hat über den Tisch ziehen lassen, so ist dies doch kein Grund, über den Nürburgring den Stab zu brechen. Das Problem ist einfach nur die schwache Auslastung der
Rennstrecke! Deshalb muss neben Rock am Ring, dem Renault-Clio-Cup und dem Nissan-Micro-ohne-Servolenkung-Pokal endlich auch ein anderes Ereignis würdig gefeiert werden. Also, Vorhang auf für das Copa-Mundial-Speedster-Wochenende am Nürburgring. Endlich sind die Besucher mal mittendrin! Man darf sich sogar bei einem echten Verein ins Cockpit setzen und eine Runde gegen die Boliden von Campomaiorense-Tuning oder AMG Boavista fahren. Wenn dann auch noch Bier und Bratwurst zu zivilen Preisen angeboten wird, sind von 0 auf 100 in 3,6 Sekunden hier sämtliche freien Teams weg. Sogar die der Russen, die ja bekanntlich (außer Panzern) keine Fahrzeuge bauen können.
Nachdem mittlerweile fast jedes Dorf im Münsterland abgegrast worden ist, führt die Suche nach neuen Mitspielern für Copa Mundial in dieser Woche in das nördliche Niedersachsen, genauer gesagt an den Jadebusen.
Der Ort ist in erster Linie Kapitänen von Öltankern und LPG-Frachtern bestens geläufig. Neben dem weltbekannten Tiefseehafen bietet Wilhelmshaven (so der Name der Stadt) aber auch eine wichtige Zielgruppe, deren ständige Langeweile hohes Akquisitionspotential bietet. Schließlich ist die Nordseestadt einer der größten Standorte der Bundeswehr, wo bekanntlich nicht nur für die Abteilung KZH (krank zuhause) bereits am frühen Morgen der Feierabend eingeläutet wird. Insofern sollte man sich dringend mit Frau Von der Leyen in Verbindung setzen, damit Copa Mundial als strategischer
Grundwehrdienst unverzüglich auf den Dienstplan kommt. Dies am besten verknüpft mit der Maßgabe, dass ein NMR gleichbedeutend mit einem Aufenthalt im Café Viereck bis zum nächsten ZAT ist. Auf diese Weise diszipliniert man die Truppe, für die die gängigen abgekürzten Copa-Vokabeln ohnehin im Einklang mit der Sprache im sonstigen Dienstgebrauch stehen. Kritische Stimmen mögen nun einwenden, dass die Neulinge intellektuell nur kleine Brötchen backen, so dass keine gehaltvollen Zeitungsartikel entstehen oder neue Titelkandidaten gefunden würden. Diesen sei aber entgegnet, dass man stets auch Kanonenfutter und Füllmaterial benötigt, um eine Gesellschaft erfolgreich zu befrieden. Und wo könnte man für diesen Gedanken nicht auf mehr Verständnis stoßen als bei der Bundeswehr? Marsch, Marsch!
Wie könnten wir auf der Suche nach neuen Mitspielern unsere Freunde in der Schweiz vergessen? Jenes opportunistische Bergvolk, vor dem wirklich alle gleich sind. Zumindest alle diejenigen, die mit einem Geldkoffer die Landesgrenze überschreiten, um dem zuverlässigen Eidgenossen die Verwaltung ihres Vermögens anzuvertrauen.
Das Finanzzentrum Zürich bietet daher sicherlich auch große Möglichkeiten, ausgebuffte und finanzstarke Neulinge für Copa Mundial zu begeistern. Schließlich ist es im Private Banking bei der UBS und der Credit Suisse mittlerweile ziemlich langweilig geworden. Allerdings müsste zuvor doch einmal das etwas angestaubte Anreizsystem angepasst werden, denn für blaue und gelbe Sterne rührt der Schweizer nicht einmal eine Tasse Nesquik um. Also, in Zukunft bitte 50.000 CHF an
Bonus für die Erringung einer Meisterschaft, 10.000 CHF für die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb und 100.000 Fränkli für den Sieg in der Champions League. Dazu die Neueinführung von Derivaten für das Torkontingent, also TK-Futures, Triple-Knock-Out-Zertifikaten sowie dem Campomaiorense-Turbo-Optionsschein und dem Belenenses-Reverse-Convertible. Endlich also faire und gleiche Bedingungen für alle, so mögen es die Eidgenossen. Gut, das bedeutet natürlich, dass alle anderen TK-Anleger ziemlich verarscht werden, dies geschieht aber zumindest auf einem fachlich bemerkenswert hohen Niveau! Jetzt gilt es nur noch, die entsprechenden Sponsoren für die Prämien zu finden. Ein Anruf bei den freundlichen Nachbarn aus Salzburg mit der Gummibärchenbrause sollte dafür aber genügen.
Man hört ihn schon in der Ferne jammern: Genau, den Ossi. Denn schließlich hat man sich in dieser Rubrik bis dato trefflich darum bemüht, neue Mitspieler zu gewinnen, aber dabei den armen und chronisch benachteiligten Ostdeutschen nahezu komplett vergessen.
Hiermit ist nunmehr Schluss, denn in dieser Woche fungiert die Hansestadt Anklam aus Mecklenburg-Vorpommern als Zielgebiet für Neurekrutierungen. Eingeweihte Kenner werden einwerfen, dass der Geburtsort von Otto Lilienthal und Matthias Schweighöfer natürlich auf keinen Fall fehlen darf. Allerdings ist der Grund für die Auswahl von Anklam deutlich profaner. Schließlich gibt es in keiner Stadt der Republik mehr Arbeitslose als an diesem Unterzentrum kurz vor der polnischen Grenze. Und die vielen Bürger ohne
adäquate Aufgaben wären natürlich prädestiniert dafür, die Lücken bei Copa Mundial zu schließen (sofern man das Internet in Anklam schon kennt). Dabei könnten sie auch gleich eifrig Zeitungsberichte schreiben, sich Quizfragen ausdenken und überhaupt das Spiel auf eine technisch neue Ebene hieven. Zeit genug müsste in MeckPomm ja vorhanden sein. Anklam wird also alle Träume der Copatadores erfüllen: Copa als modernes Browsergame, die Copa-App fürs I-Phone, professionelles Management von Personal und Ressourcen, zügige Sanktionierung von Betrügern etc. Kurz gesagt, Anklam macht Copa Mundial zu einem Traum. Allerdings sollte man zur Umsetzung dieser Vision im Gegenzug über die Wiedereinführung von 100 TK Begrüßungsgeld nachdenken.
Ein weiterer verzweifelter Versuch, neue Mitspieler für Copa Mundial zu gewinnen, verfrachtet den Chronisten in das tiefste Bayern. In einen kreuzkatholischen Kosmos also, in dem man auch bei Wahlen sein Kreuzchen stets an derselben Stelle macht.
Denn dort in Traunstein ist die Welt bekanntlich noch in Ordnung: Gefühlte 90% Zustimmung zur CSU, sonntäglicher Kirchgang, Laptop und Lederhosen, Franz-Josef-Strauß-Statuen, keine Arbeitslosen (außer die stadtbekannten Faulenzer und Hallodris), glückliche Menschen, strahlender Sonnenschein, Weizenbier und Waldemar Hartmann. Eigentlich fehlt den Bewohnern von Traunstein nur noch Copa Mundial, um bereits zu Lebzeiten das irdische
Paradies erreicht zu haben. Um bei der konservativen Einwohnerschaft zu punkten, muss aber erst einmal das Design verändern werden: Demnächst also bitte weiß-blau, Alpenpanorama, Bayernhymne, Kühe auf grünen Wiesen, dazwischen dann und wann mal ein BMW. Und die Regeln müsste man ein klein wenig modifizieren (verbessern, würde man im Süden der Republik sagen). Denn schließlich fehlen noch wichtige Bonifikationen. Zukünftig also bitte denken an den jeweiligen TK-Bonus für Katholiken, CSU-Wähler, Heterosexuelle, Schafskopfspieler und Horst Seehofer. Vielleicht kann dann sogar vom Malus für Saupreißen und Österreicher Abstand genommen werden.
Auf der Suche nach neuen Mitspielern begeben wir uns heute in die beliebte Karnevalsmetropole am Rhein und unternehmen dabei den Versuch, peinliche Anspielungen auf vermeintliche gesellschaftliche Randgruppen zu vermeiden.
Wie steigert man den Zuspruch nun also in Cologne? Nun, zunächst einmal gilt es, den unverhältnismäßig geringen Anteil Kölner Vereine zu erhöhen und endlich Fortuna Köln, den 1. FC Köln II und Türkiyemspor Köln in die Copa-Ligen zu integrieren und mit diesen Traditionsclubs vorzugsweise Bayer Leverkusen, Fortuna Düsseldorf und Borussia
Mönchengladbach zu ersetzen. Dies wird aber noch nicht ausreichend sein, um durchschlagenden Erfolg in der Domstadt vermelden zu können. Hierfür ist vielmehr eine wichtige Regeländerung notwendig: Zukünftig sollten auch Spielabsprachen möglich sein! Analog dem kölschen Klüngel muss es doch möglich sein, mit dem Hennes ein schlankes Heim-1:0 zu vereinbaren, um im Gegenzug dem Klaus vom Niederrhein die Auswärts-6 einzuschenken. Ein biblisches Geben und Nehmen halt. Es ist schließlich noch immer jotjejange und ächte Fründe stönn speziell in Köln stets gerne zosamme.
Auf der Suche nach neuen Mitspielern für Copa Mundial begeben wir uns in dieser Woche in das chronisch unterprivilegierte Bergische Land. Hier müssten doch neue Mitspieler zu finden sein, auch wenn die Konkurrenz groß ist (Zitat Wikipedia): „In Remscheid existieren zwei Diskotheken: Die Diskothek „Sprung“ in der Remscheider Innenstadt und die „Diskothek Déjà-Vu“ in Lüttringhausen.“ Man möchte keine von beiden je betreten müssen.
Warum nun also Remscheid? Nun, die Stadt zählt sicherlich zu den hässlichsten Orten Nordrhein-Westfalens und ist somit zu den wenigen Städten zu zählen, auf die noch nicht einmal die Bürger von Hagen, Duisburg-Rheinhausen oder Gelsenkirchen neidisch sind. Der Eingeborene
hat dann auch primär ein wesentliches Hobby, was sich auch in der lokalen Infrastruktur niederschlägt: sein Auto. Denn außer Autowerkstädten, Tankstellen oder Tuning-Butzen wird man in Remscheid keinen nennenswerten Industrie- oder Dienstleistungssektor finden. Insofern muss also nur das Design von Copa an ein D&W-Cover angepasst werden und schon dürfte der Ansturm aus dem Bergischen Land beginnen. Und gegen eine optisch ansprechende Darstellung von Automobilen und entsprechender Begleitung hat der sonstige Copatador sicherlich auch nichts einzuwenden. Ein kleiner Nachteil bleibt allerdings: Auch wenn unser Marketing in Remscheid erfolgreich sein sollte, wird die Zahl der Zeitungsartikel sicherlich nicht zunehmen. Zumindest wäre dies wohl für alle Beteiligten das Beste.
Zunächst einmal gebührt dem Kollegen aus der tristen und grauen Vorstadt ein großer Dank, dass überschätzte Metropolen bei der Suche nach neuen Mitspielern nicht vergessen werden.
Apropos: Natürlich werden jetzt viele Pharisäer nörgeln, es gebe ohnehin schon als mehr als genug Teilnehmer aus Sturgahrt. Denn schließlich gehören mindestens 30 Accounts zu Dennis (mittlerweile 20) aus der Landeshauptstadt Baden-Württembergs. Wenn man aber trotzdem noch mehr Mitspieler aus Stuttgart gewinnen möchte, ist es unabdingbar, eine Sache deutlich zu
betonen: Copa Mundial ist „koschdenlohs“! Umsonst! Gratis! Gebührenfrei! Design egal, Schriftart egal, Aufmachung egal, ein deutlich blinkender Hinweis, dass Copa völlig kostenlos ist, und schon rennen uns die Schwaben die Bude ein. Wobei man ein Sternchen (*) für die findige Landsmannschaft unbedingt ergänzen sollte. Nämlich den Hinweis, dass die Spielleitung nicht auch den Strom bezahlt, der für die Internetverbindung benötigt wird. Ansonsten geht es ganz schnell, und die erste Kanzlei aus Stuttgart klagt die entstandenen Kosten bei André und dem Copa-Team ein.
Wie kann man neue Mitspieler Für Copa Mundial gewinnen? Marítimo-Coach Horst Manson bemüht sich um passgenaue Antworten, damit endlich eine zielgruppenkonforme Gestaltung der Website begonnen werden kann.
Für den Hort der (deutlich) Besserverdienenden auf Sylt ist die Sache natürlich sonnenklar: Entscheidend sind Exklusivität und die Reputation der Gäste im Club Copa Mundial! Zunächst einmal müssten die bisherigen Mitspieler dafür sorgen, dass namhafte Teilnehmer auf der Startseite in den Vordergrund gerückt werden. Denn in Kampen möchte man mit Professor Hackebeil, Piotr van Hausen oder (sogar) dem Count von Lezz spielen und nicht mit Zitronen oder Trainer Jähnig, dessen Name ohnehin eher nach Ballonseide
klingt als nach Dolce & Gabbana. Insofern sollte zeitnah eine Umbenennung der Mitspieler stattfinden (z. B. in Paolo Graf von Amadora oder Prof. Dr. Cafu (nur Privatpatienten)), Horst von Manson würde jedenfalls sofort mit gutem Beispiel vorangehen. Ein weiterer Faktor für den Erfolg in Kampen ist natürlich auch ein adäquater Mitgliedsbeitrag, damit der lästige Pöbel vor den Toren von Club Copa zurückbleibt. Insofern sollte auch der Spielleiter zügig die entsprechenden technischen Änderungen vornehmen, schließlich reichen zwei Neulinge aus Kampen, um die Serverkosten bis zum Verglühen der Sonne zu tragen. Die ersten zahlungskräftigen Sponsoren (IWC, Louis Vuitton, Jaguar) scharren ebenfalls schon ungeduldig mit den Hufen.
Was kann man gegen den Mitgliederschwund bei Copa Mundial tun? Nun, Marítimo-Coach Horst Manson hat die Lösung parat: Man muss einfach das Design passgenau an die jeweilige Zielgruppe anpassen. Insofern bietet es sich an, für unterschiedlich Städte und Regionen die Startseite der Website zu modifizieren.
Für Frankfurt bietet sich natürlich an, die Seite optisch und farblich an einen 500-Euro-Schein anzupassen. Daneben sollte es mehr Bonusoptionen im Spiel geben, selbst für Vereine, die bereits durch den Staat und den Steuerzahler gerettet wurden. Darüber hinaus muss die Kluft zwischen armen
und reichen Schluckern endlich wieder größer werden. Also: 60,0 TK für die internationalen Plätze, 20,0 TK für den schäbigen Rest. Dann vermengt sich das Ganze auch nicht so unerfreulich. Darüber hinaus müssten noch die Unentschieden in der Europa League vom Spielleiter verboten werden und sämtliche Meister mit einem Handkäs mit Musik honoriert werden. Vielleicht könnte man die Website auch mit einem Song der Rodgau Monotones unterlegen und jeden Tag einen Kalauer von Badesalz oder Mundstuhl präsentieren. Der Andrang aus der Mainmetropole wäre sicherlich kaum mehr zu stoppen.
Ein Land kehrt der Krise den Rücken zu. Die Rezession und die Schuldenkrise hinter sich lassend, bereitet sich Portugal auf den Aufschwung vor. Und was könnte hier ein zuverlässigerer Frühindikator sein, als die nahezu vorzufindende Vollbeschäftigung in der Superliga, in der mittlerweile fast alle Trainerbänke mit gut ausgebildeten Fachkräften besetzt sind. Der IWF und die Troika staunen über die unerwartet positive Entwicklung und die Anziehungskraft der heimischen Liga,
während in anderen Volkswirtschaften die Arbeitslosigkeit bei Trainern einen historischen Höchststand erreicht. Bei Marítimo Funchal hat Coach Horst Manson einige Ideen entwickelt, wie man dem Fachkräftemangel in diesen Ökonomien entgegenwirken kann. In den nächsten Wochen wird er erläutern, wie durch eine passgenaue geographische Ausgestaltung des Designs von Copa Mundial die Arbeitslosigkeit zügig bekämpft werden kann. Und keine Angst, es sollen dieses Mal keine Autobahnen gebaut werden.
„Komm mit mir ins Bratwurstwunderland, der Eintritt kostet den Verstand.“ So oder so ähnlich titelte bereits eine unglückselige Kapelle, die der deutschen Kulturnation auf diese Weise das vielleicht missglückteste Wortspiel aller Zeiten jenseits der „Prostatatätowierten“ von Fips Asmussen nahebrachte. Aber was will man schon von einer Landsmannschaft erwarten, mit der keine Konversation möglich ist, ohne dass nicht in jedem dritten Satz der Begriff „Koschden“ auftaucht. Egal. In Portugal stellt sich dagegen vor dem Freitag nur noch
eine Frage: Wer wird sich die dickste Bratwurst vom Grill nehmen? Gewinnt am Ende das Understatement aus Leiria, das Gejammer aus Campo Maior, siegen doch die Dopingmittel aus Faro oder machen gar die Goldenen Zitronen aus Braga das Rennen? In Funchal ist das allen so ziemlich egal, solange von Paolos’ Würstchenparadies weiterhin ein köstlicher Geruch von Frittenfett und Holzkohlegrill durch den Hafen der Altstadt zieht. „Möge am Ende der Beste die Liga für sich entscheiden“, so Trainer Horst Manson, bevor er seine Zähne in einer stattlichen Krakauer vergrub.
„3 im Weck“ lautete nach fränkischer Manier das Ergebnis für Marítimo Funchal und Trainer Horst Manson am vergangenen ZAT, während für die Gegner nur ein Eimer mit schalem Wurstwasser übrigblieb. An solche Rückrundentriumphe schon gar nicht mehr gewohnt, stand der Coach der Insulaner an der Würstchenbude seines Vertrauens und studierte den Sportteil der überregionalen Gazetten. Donnerwetter! Da hatten es die Portugiesen doch tatsächlich mal wieder in das Endspiel eines
internationalen Wettbewerbs geschafft. Und zwar nicht die üblichen Verdächtigen, sondern das relativ unscheinbare Boavista Porto mit Trainer Led Zeppelin hatte die nationalen Farben mit Bravour auf dem Kontinent vertreten. Jetzt steht nur noch ein läppischer Franzose dem finalen Husarenstreich im Wege. Auf der Insel Madeira drückt man jedenfalls dem letzten portugiesischen Europapokalteilnehmer die Daumen. Und einen kleinen Tipp hat man auch noch parat: Es kann sich manchmal lohnen, einen Artikel zu verfassen. Boa sorte!
Positiv überrascht zeigte sich Marítimo-Trainer Horst Manson von der großen Wurstauswahl an der angeblich besten Imbissbude des portugiesischen Festlandes. Obwohl das Bauchgefühl ihn eigentlich davon abriet, entschied sich der Coach von der Atlantikinsel Madeira spontan für die Braga Traditionswurst, den Bragauer. Allerdings bekam das fettige Exemplar dem Übungsleiter aus Funchal überhaupt nicht, nach kurzer Zeit bereit begann sein Magen gegen den fiesen Eindringling zu rebellieren. Darüber
hinaus verschlechterte der Wurstgenuss auch noch die Laune von Manson, so dass es zu Wutausbrüchen und heftigen Fluchattacken gegen das portugiesische Mittelzentrum Braga kam. Geschickter hatte es da Kollege Milutinovic gemacht. Seine Landwurst aus Campomaior mundete und bekam ihm vorzüglich, was sich auch im Heimspiel gegen Marítimo letztlich aus entscheidender Vorteil erwies, um die Insulaner mit einem Kantersieg zurück auf den Atlantik zu schicken. Die Auswärtswurst hat halt manchmal so ihre Tücken.
Bei Marítimo Funchal freut man sich auf den am Freitag anstehenden Höhepunkt der Saison: die erstmalige Reise zum Strandverein aus Estoril. Jenes Städtchen, das insbesondere für sein Casino und die Formel-1-Strecke bekannt ist, daneben aber auch als Naherholungsgebiet für die Hauptstädter sehr gefragt ist. Zudem soll sich in Estoril aber auch die beste Bratwurstbude des portugiesischen Festlands befinden, die sich einer
profunden Prüfung von Marítimo-Coach Horst Manson und Gastgeber Bora Milutinovic unterziehen lassen wird. Erst danach wird die Frage geklärt sein, on Paolos' Würstchenparadies im Hafen von Funchal einen ebenbürtigen Rivalen auf dem Festland findet. Zur Sicherstellung einer fachkundigen und sachlichen Beurteilung haben sich auch Boris Becker, Marco Reus und Reiner Calmund für den großen Bratwurstgipfel angekündigt.