„Geschickt abgelenkt, dann geschickt zugeschlagen!" So lautet zumindest die Version der Pokerrunde, die sich nach wie vor nicht zu benehmen weiß und Lumumba nun hinter jedem Sieg ein Genie wittert. Der Trainer der Golden Arrows beließ es bei einem Schulterzucken. Die Wahrheit sei viel unspektakulärer: „Mich hat's am Koloss gejuckt. Ich kratze, rutsche mit den Fingern ab, und plötzlich steht's 4:3." Taktik sieht anders aus.
Und so ist man aus Versehen wieder im Meisterschaftsrennen. „Ich wollte da gar nicht hin", gestand Lumumba. „Ich habe mich nur gekratzt."
Große Hoffnungen macht sich dennoch niemand. Ein kurzer Blick in den Rückspiegel zeigt eine ganze Meute von TK-Monstern, die die ersten drei Plätze jagen. Aussichtsreich steht davon nur einer da, und man muss es zweimal lesen: der Spotz-Besitzer. Ausgerechnet er, in Tabellenregionen, die ihm bislang fremd waren.
Lumumba
rät zur Vorsicht: „Bei der Höhenluft da oben wird einem schnell schwindelig. Wenn er zu hoch klettert, muss er sich am Tresen festhalten.“
Und genau dem muss man als Nächstes gegenübertreten. Zum Aufwärmen geht’s erst mal in die Kaschemme, wo man dem Spotz-Besitzer auf eigenem Terrain einen Punkt abluchsen will. „Erst ein kleines Warm-up am Tresen, dann schauen wir mal, was er noch auf den Beinen hat“, grinste Lumumba. Zumal er den Verfolger direkt im Nacken hat: Wer nicht aufpasst, hängt ihm schneller hinten dran, als er „Hausrunde“ sagen kann.
Danach wird’s noch heikler: Zu Hause empfängt man Vasco da Gama, dessen Trainer sich sicher noch gut ans Hinspiel erinnert und nur zu gern Revanche nehmen würde. „Der hat bestimmt noch eine Rechnung offen, und zwar keine, die man mit Trinkgeld begleicht“, ahnte Lumumba. Es werden heiße Wochen. Gut, dass man sich notfalls wieder kratzen kann.
Ein ganz normaler Spieltag für Pepeke Lumumba. Auswärts verloren, zu Hause gewonnen – und die Konkurrenz macht ihm langsam die Meisterschaft kaputt.
Bei den Golden Arrows herrscht dieser Tage eine bemerkenswerte Form der Zufriedenheit. Trainer Pepeke Lumumba blickt auf einen Spieltag zurück, der sportlich wenig Überraschendes bot, tabellarisch allerdings durchaus für Schweißperlen sorgen dürfte.
Zunächst setzte es auswärts eine knappe 0:1-Niederlage. Da wäre durchaus mehr drin gewesen, allerdings offenbar nur theoretisch. Lumumba zeigte sich nach Abpfiff ungewöhnlich ehrlich: „Der Gegner hatte uns trotz des knappen Sieges stets im Griff. Ein verdienter Sieg.“ Mehr Analyse brauchte es offenbar nicht. Man muss schließlich auch wissen, wann man besser die Klappe hält.
Zu Hause lief es anschließend deutlich besser. Mit einem souveränen 4:0 meldeten sich die Arrows zurück und demonstrierten, dass zwischen Auswärtsfahrt und heimischem Rasen offenbar ein gewaltiger Qualitätsunterschied liegt. Lumumba durfte zufrieden sein und die Fans konnten jubeln.
Doch während in den eigenen Reihen Normalität einkehrt, zieht die Konkurrenz davon. Allen voran Maritzburg, wo Trainer Mr. Freak nach dem
Vizemeistertitel der vergangenen Saison offenbar beschlossen hat, dass Silber zwar schön glänzt, Gold aber besser aussieht. Seine Mannschaft marschiert, punktet und vermittelt zunehmend den Eindruck, dass sie sich mit dem zweiten Platz nicht beschäftigen möchte.
Lumumba nahm die Entwicklung sportlich. „Das hat er sich verdient“, lautete sein knappes Statement. Ob darin Respekt, Resignation oder bereits die Vorbereitung auf den nächsten Urlaub steckt, blieb offen.
Dahinter lauern die Black Aces. Noch etwas grün hinter den Ohren, aber durchaus ambitioniert, heizen sie den Zweikampf um die Spitzenplätze kräftig an. Während Maritzburg vorneweg galoppiert, scheinen die Aces zumindest schon einmal die Steigbügel gefunden zu haben.
Und die Golden Arrows? Die liegen auf Rang drei und bemühen sich auffällig darum, das Wort Meisterschaft möglichst nicht mehr in den Mund zu nehmen.
„Sechs Punkte Abstand sind in dieser Phase der Meisterschaft durchaus aussagekräftig. Wir konzentrieren uns auf die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb“, erklärte Lumumba. Ein Satz, der nach realistischer Zielsetzung klingt – oder nach einem eleganten Rückzug aus einem Rennen, bei dem die anderen bereits die Ziellinie sehen.
Während im Spotz noch immer die Scherben zusammengefegt werden, schafft Santos Cape Town endlich den Sprung ins Tabellenmittelfeld. Doch statt zu feiern, scheint dort bereits Langeweile einzukehren. Zu wenig Drama für Trainer fubinio, der gewohnt ist gegen den Abstieg zu spielen.
Da kommt Trainer Santa von den Schwarzen Assen gerade recht, um dem grauen Ligaalltag etwas Würze zu verleihen.
Der Neuling fühlt sich offenbar schon berufen, den etablierten Trainern dieser Liga Nachhilfe zu erteilen. Sechs Tore seien schlicht zu viel des Guten, ließ er arrogant verlauten. Weniger sei schließlich mehr!
Pepeke Lumumba hörte aufmerksam zu – und siehe da: Der Mann hatte recht! Gegen SuperSport beherzigte Lumumba die bahnbrechenden Erkenntnisse und gewann kurzerhand mit nur einem Tor mehr.
„Danke, Santa! Für nen Neuling gar nicht so schlecht“, lobte Lumumba den selbst ernannten Taktik-Guru. „Vielleicht gibt er mir ja für
die nächsten Spiele wieder wertvolle Tipps. Wenn er mir noch erklärt, wie man mit null Gegentoren gewinnt, ohne selbst eins zu schießen, wird er mein persönlicher Co-Trainer.“
Während Lumumba also neue taktische Horizonte entdeckt, scheint Eigenrauch bei den Golden Arrows sein Spiel gründlich verschlafen zu haben. Am Spielfeldrand offenbar abwesend, vor dem Tor ohne Durchschlagskraft – ein Auftritt zum Vergessen. Immerhin wurden den Arrows die Punkte auf vollkommen legale Weise geschenkt. Kein Regelbruch, kein Protest, einfach Bescherung ohne Weihnachtsmann. Wer weiß, wofür es am Ende gut ist. Vielleicht braucht Eigenrauch nen Wecker, um beim nächsten Spiel überhaupt rechtzeitig aufzuwachen oder einfach nen Tipp von Trainer Santa.
Der Koloss Lumumbas steht jedenfalls wieder bereit und wartet auf neue Aufgaben. Ob er die Konkurrenz einschüchtern oder lediglich den nächsten verschlafenen Auftritt überbrücken soll, bleibt abzuwarten.
Diese gab es am Wochenende zu Hause bei den Lumumbas und nebenbei ein Sieg gegen Aziz Kara! Golden Arrows Trainer Pepeke Lumumba hatte ausnahmsweise mal wieder einen guten Rieche. Banana Joe schwang zwar wild seine Banane auf der Trainerbank, so bananig es nur ging, doch Lumumba ließ sich nicht beeindrucken. Stattdessen stand er an der Seitenlinie und trällerte seelenruhig sein eigenes „Nananaaa".
Weniger musikalisch, dafür umso kostspieliger ging es im „Spotz" zu. Moreno Deus gönnte sich dort gleich vier Hausrunden. Vier! Und verschwand anschließend, ohne auch nur einen müden Cent Trinkgeld dazulassen. Fubini soll fassungslos
zurückgeblieben sein. Kein Wunder, dass man munkelt, das Spotz werde für eine Woche schließen – offiziell „aus organisatorischen Gründen", inoffiziell wohl eher, um sich von Morenos Verwüstung zu erholen.
Sportlich geht es derweil auch anderswo turbulent zu: Floberle hat bereits den ersten Absteiger ausgemacht und hofft, nicht selbst der Zweite zu werden.
Die Black Aces versuchen sich zu emanzipieren, kriegen von Altmeister Yves Eigenrauch den Arsch versohlt und verlieren dabei Tabellenplatz 1. Eigenrauch dazu: „Kleine Bengel muss man eben behandeln wie kleine Bengel“. Warum er das so sagte? Wer weiß, wer weiß!
„Anständig." Mehr wollte Pepeke Lumumba zum Spiel gegen die Black Aces zunächst nicht sagen. Auf Nachfrage packte er dann doch aus: „Der Gegner hat uns den Ball immer wieder zugespielt, mit einer kleinen Verbeugung und einem höflichen ‚Bitte, Sir', wenn meine Jungs mal wieder ihr Unvermögen gezeigt haben. So erzieht man Gäste.“
So und nicht anders hat scheinbar auch Trainer Santa seine Spieler. „Ich möchte hier ein Kompliment aussprechen“, fügte Lumumba hinzu. „Er hat zwar etwas gebraucht, aber so zeigen sich gut erzogene Menschen. Ehrfürchtig und respektvoll. Bravo!“
Dank dieser Gastfreundschaft klettern die Arrows auf Platz drei und schnuppern Champions-League-Luft. Wobei: Schnuppern ist das richtige Wort. Titelverteidigung ist zwar
immer ein Thema, doch in diesem Jahr will das Feeling im Team partout nicht aufkommen.
Deutlich überzeugender verlief das Spiel gegen Schlusslicht Chippa United. Auch hier zeigte sich der Aufsteiger von seiner besten Seite: brav, zurückhaltend und offenbar fest entschlossen, gleich wieder abzusteigen. Trainer Micbasti musste wegen der schlechten Ergebnisse gehen, seither steht das Team ohne Coach da. Im Umfeld heißt es, man plane bereits fleißig für Liga 2. Vorausschauend, das muss man ihnen lassen.
Und Bernd W.? Der säuft sich derweil fröhlich durch die Saison und lenkt so charmant von den schlechten Ergebnissen ab. Ob das Taktik ist oder Verzweiflung, weiß nur er selbst.
Lumumba blickt jedenfalls gelassen voraus: „Hauptsache, alle bleiben anständig. Dann klappt das auch mit dem Ball."
Es geht wieder bergauf, zumindest ein bisschen. Pepeke Lumumba scheint seinen zwischenzeitlichen Durchhänger überwunden zu haben und liefert wieder das, wofür man ihn bezahlt: Standardfußball mit Standardergebnissen. Heimspiel 3:0, souverän und ohne großes Herzklopfen. Auswärts dann die Kehrseite: 0:4! Auch das, könnte man sagen, gehört mittlerweile fast schon zur Tradition.
Richtig sauer wird Lumumba allerdings, wenn er auf die Neulinge (N) aus Witbank(Name wird von der Redaktion nicht genannt) zu sprechen kommt. „Diese Unverschämtheit kennt wirklich keine Grenzen!", polterte er nach dem Spiel. „Da fehlt es an jeglichem Respekt, an jeglichem
Anstand. Man tritt hier auf Leute ein, die längst am Boden liegen."
Und er weiß, wovon er spricht: Chippa United kann ein trauriges Lied davon singen, wie es ist, wenn die Aufsteiger aus Witbank keine Gnade kennen. Während andere Vereine die Bedienungsanleitung: ‚How I have to behave in my first Premier Soccer League Season‘ lesen und den Gegner, der am Boden liegt nicht auch noch treten, scheinen einige Neulinge ihre eigene Definition von Fair Play mitgebracht zu haben. Eine, die offenbar „gnadenlos" mit „unhöflich" verwechselt wird.
Lumumba jedenfalls zieht seine Lehren: „Wir bleiben höflich. Aber wehe, die kommen uns in die Quere."
Es ist ruhig geworden um die große Trainerkunst bei den Golden Arrows. Pepeke Lumumba wirkt müde, ausgelaugt, fast schon durchgenudelt wie ein Boerewors auf dem Grill bei zu kleiner Flamme. Taktiktafeln bleiben leer, Videoanalysen ungeschaut, Gegnerstudien: Fehlanzeige!
„Ich habe seit Tagen keine einzige Medienmeldung mehr gelesen", gestand Lumumba mit hängenden Schultern. „Nicht aus Prinzip, sondern weil ich einfach nicht mehr kann. Die Buchstaben verschwimmen, die Tabellen tanzen und irgendwann hab ich aufgegeben und den Laptop zugeklappt."
Das
Ergebnis ist Blindflug-Fußball. Aufstellung? Bauchgefühl. Formation? Münzwurf. Wechsel? „Wer gerade am wenigsten hustet, kommt rein", verriet er. Selbst die Gegneranalyse wurde offenbar durch reines Rätselraten ersetzt. Man schreibt blind, man spielt blind, man hofft blind.
Lumumba selbst nimmt es mit Gelassenheit: „Manchmal ist Nichtwissen auch eine Taktik. Vielleicht überrascht uns der Gegner ja genauso wenig wie wir uns selbst."
Ob das reicht, die Pfeile nach oben zu schießen? Fest steht nur: Diese Saison vergeht im Blindflug, und unaufhaltsam.
Mit dem Mut des Sonnengotts Helios höchstpersönlich im Blut zogen die Golden Arrows in ihre letzten Duelle und kehrten mit einer Bilanz zurück, bei der selbst Helios kurz die Sonnenbrille absetzen musste: 1:2 gegen die Kaizer Chiefs, dann 2:1 gegen Rangers und Altmeister Deus. Ein Sieg, eine Klatsche! Licht und Schatten, sozusagen, ganz im Sinne des Namenspatrons.
Trainer Pepeke Lumumba war nach dem ZAT not amused: „Wir treten hier auf der Stelle, weil sich offenbar niemand an Bedienungsleitungen hält! Eine Un-ver-schämt-heit!" Ob damit die Abwehr gemeint war? Wohl kaum! Problem in Südafrika ist der fehlende
Respekt.“ Pepeke Lumumba verfügt aber über genug Erfahrung um diese Defizite in der Liga taktisch auszugleichen.
Der Blick richtet sich aber nun nach vorn auf Santos Cape Town, den nächsten Happen auf dem Speiseplan. Und weil bekanntlich nichts so gut vorbereitet wie ein Bierchen im „Spotz", soll dort demnächst ein Teamausflug stattfinden. Offiziell: Teambuilding. Inoffiziell: vielleicht lässt sich dem Gegner ja bei einem Bierchen zu viel das ein oder andere Geheimnis entlocken. Lumumba grinste nur: „Man trifft sich eben – zufällig, versteht sich."
Helios, gib Licht. Die Pfeile brauchen jeden Sonnenstrahl.
Die Golden Arrows zeigen sich zufrieden – die Taktik ging diesmal tatsächlich auf, kaum von der Mittelmeerreise zurück, geht es mit voller Konzentration weiter. Für Erholung bleibt leider keine Zeit, denn die Konkurrenz fährt voll auf.
So sah sich auch der „Schwalbentrainer", bei einem Glas Wein wieder, der lieber eine Dekade zurückanalysierte, als sich um die Gegenwart zu kümmern, nur um sich am Ende mit einem einfachen 1:0 vom Spotz-Wirt abfertigen zu lassen.
Bei Pep ;-) Lumumba selbst kribbelt es dieser Tage spürbar. Mit dem Koloss von Rhodos zwischen den Beinen (da kann Joe’s Banane einpacken) und auf sein trojanisches Pferd gesattelt, geht es für ihn in ungewohnte Tabellenregionen. Tabellenplatz 12 macht den Trainer auf seine alten Tage nervös. „Es fällt mir schwer, Ruhe zu
bewahren. Am liebsten würde ich schon nächste Woche volle Offensivkraft geben", verrät er. Für die Nervosität sorgen unter anderem die Aufsteiger, die sich nach wie vor nicht benehmen können. Bei Trainer Santa, sichtlich aufgeregt, läuft der Plan jedoch wie am Schnürchen: Der erfahrene Trainer (natürlich ist er erfahren), der seine Erfolge längst nicht mehr beweisen muss, geht genau auf die gewünschte Provokation Lumumba’s ein – jetzt heißt es abwarten auf einen Taktikfehler. Moreno Deus - ein nachträgliches ‚Welcome back‘ - hingegen findet den Weg nach einer ‚Nafriliga‘-Saison zu alter Wirkungsstätte zurück. Und macht da weiter wo er aufgehört hat: ganz oben.
Nervosität in Afrikas Bester schon auf dem Höhepunkt. Dabei ist noch nicht mal Weihnachten.
Was für eine Woche für G-Arrows – sportlich durchwachsen, medial dafür ein Fest. Pepeke Lumumba reibt sich auf seiner Reise in Griechenland (weiterhin auf der Suche nach defensiver Verstärkung) verwundert, aber freudig die Augen: Die Zeitungslandschaft erlebt ein regelrechtes Comeback. Plötzlich wird wieder ausführlich analysiert (der eine besser, der andere schlechter), kommentiert und spekuliert, als hätte jemand den Schreibern (ich glaube man braucht nicht gendern) kostenlose Druckerschwärze spendiert.
Sportlich lief es halb nach Plan: Das 1:0 gegen Dynamos war ein sauberer Pflichtsieg, das 3:2 gegen SuperSport dagegen ein Schuss vor den Bug. Die Strategie steht trotzdem, das Ziel bleibt ein oberer Tabellenrang – Ablenkung durch die aufgeregte Presselandschaft hin oder her. Profis wissen eben, was sie tun, auch wenn die Schlagzeilen gerade wild durcheinanderpurzeln.
Die Aufsteiger (wie gesagt, gendern nicht notwendig) sorgen für Würze, die offenbar das Handbuch für
„Wie verhalte ich mich als Neuling" nie gelesen haben: Bernd W. und Santa! Statt brav zu schweigen und der südafrikanischen Trainerelite ehrfürchtig die Hand zu schütteln, spazieren die beiden herum, als hätten sie die Liga erfunden. Respekt vor grauen Trainerhaaren? Fehlanzeige – die beiden Frischlinge diskutieren munter mit, als säßen sie schon seit zwanzig Jahren auf der Bank (das tun sie ja eigentlich auch).
Und Banana Joe, dessen Coaching-Ideen eher einem Chakalaka ähnelt, nur ohne Würze. Die Mischung aus Tomaten, Zwiebeln, Karotten und Bohnen wurden einfach durch Bananen ersetzt und geschmacklos serviert. Scheinbar sollen nun Besuche im Spotz helfen, um die eigene Kreativität in der Spielidee zu steigern. Doch wie man hörte hat fubinio dem Bananenpöbel Hausverbot erteilt. So muss der wiederum gucken, wie er an seine Taktik kommt. Südafrika lebt also wie in alten Zeiten wieder auf und bleibt spannend – auf und neben dem Platz.
Wer unkonzentriert spielt, der verliert – so einfach, so bitter. Die Golden Arrows durften das am Wochenende gegen Maritzburg am eigenen Leib erfahren. Statt Fokus auf den Ball verbrachte Pepeke Lumumba seine Zeit am Bosporus. Mal Asien, mal Europa. Hier natürlich ein Katzensprung zwischen Kontinenten, sich zu bewegen. Es wurde Fußball gespielt wie im Halbschlaf – und aufgewacht ist man erst, als der Gegner schon jubelte. Kein Wunder! Auf die Frage der Reporter, was man so weit weg von Zuhause mache, antwortete er: „Ich suche zwei Innenverteidiger, da wir letzte Saison dort etwas Bedarf hatten.“
Maritzburgs Trainer, „Mr. Freak“, wie er sich bekanntlich nennt, macht seinem Namen alle Ehre. „Wie kommt der nur auf die Idee, so offensiv gegen uns zu spielen?“, wütete Lumumba von der Videokonferenz aus. Wird Zeit, dass der Trainer wieder zurückkommt. Ein Stopp in Griechenland muss jedoch noch eingelegt werden. „Ich wurde auf ein Talent hingewiesen. Den muss ich mir anschauen.“
Was den
Trainer noch beschäftigte, waren die Lobeshymnen auf diverse Trainerkollegen der Liga – Namen wurden gefeiert, Strategien gepriesen, Genies ausgerufen.
Nur einer fehlte in der ganzen Beweihräucherung völlig: Yves Eigenrauch! Der dienstälteste Trainer im Geschäft. Kein Wort, keine Zeile, keine Erwähnung. Dabei hat der Mann mehr Spieltage auf dem Buckel, als so mancher Jungstar Interviews gegeben hat. Chapeau, Herr Eigenrauch – auch ohne Rampenlicht hält man die Stellung.
Und dann wäre da noch dieser Asi Kara. „Watt will der denn?“fragte sich Lumumba „Soll sich selbst um seine Banane kümmern, falls er sie zu greifen kriegt“, so die diskrete Formulierung des Trainers. Eine Ansage, die vermutlich weniger mit Obst als mit Zuständigkeiten zu tun hatte.
Die Golden Arrows hingegen sollten sich schleunigst wieder auf das Wesentliche besinnen: den Ball. Konzentration ist bekanntlich keine Typfrage, sondern Übungssache. Nächste Woche also bitte mit offenen Augen – und wachem Kopf.
Pepeke Lumumba feierte seinen dritten Meistertitel so ausgiebig, dass man sich fragt, ob die Vorbereitung ihn je eingeholt hat. Belohnt wurde die Hingabe der vergangenen Saison mit einer Nominierung zum besten afrikanischen Trainer. Lumumba zeigte sich tief geehrt und stellte klar: „Das Ergebnis sei egal, die Nominierung allein schon die eigentliche Auszeichnung“. Eine Aussage, die vermutlich jeder Trainer gern trifft, kurz bevor feststeht, wer gewinnt.
Die neue Saison ist derweil längst angepfiffen, wichtigstes Indiz: das Spotz, die beste Fußball-Spelunke der Welt, hat wieder geöffnet – perfekt für die nahtlose Fortsetzung der Feierlichkeiten. Und für den Austausch fußballerischem
Sachverstand.
Sportlich wird's kurios: Statt zwei Teams durften sich überraschend gleich zwei weitere Trainer über den Aufstieg freuen. Bernd W., Santa, MicBasti und desaster! Alle sind sie herzlich Willkommen. Man freut sich auf die Duelle. Die 43. Saison verspricht dadurch zusätzliche Würze. Gelten die Neuzugänge doch als kluge Taktiker mit starker Copa-Persönlichkeit, sollen sich aber bitte als Aufsteiger verhalten.
Die Golden Arrows selbst geben sich betont bescheiden: Man gehe mit Demut und Respekt in die Saison und setze alles auf Null. Wer den Titel verteidigen wolle, müsse eben respektvoll sein – Fußballphilosophie von schlichter Eleganz, tauglich fürs Trainingsshirt.
Zwei Spieltage vor Saisonende sind die Golden Arrows bereits Meister der südafrikanischen Liga. Seit dem vergangenen Freitag wird gefeiert, als hätte man nicht nur den Titel geholt, sondern gleich den gesamten Fußball erfunden. Von Training ist seither kaum noch die Rede — dafür umso mehr von guter Laune, vollem Bauch und der schwer messbaren Kunst, nach einer langen Nacht trotzdem noch so zu tun, als wäre alles unter Kontrolle.
Meistertrainer Pepeke Lumumba steht dabei im Zentrum der Feierlichkeiten.
Während andere Teams noch rechnen, analysieren (vor allem Santos Cape Town) und sich mit taktischen Folien selbst be(un)ruhigen, hat Lumumba seine Mannschaft längst in den Feiermodus geschickt. Sein Erfolgsrezept scheint simpel: viel Vertrauen und ein klarer Plan.
Trotz der Katerstimmung wollen die Arrows nun die letzten beiden Partien mit voller Konzentration angehen. Schließlich will niemand den Eindruck erwecken, die Meisterschaft sei schon nach der Schlusspfeife des vorletzten Spiels im Kopf abgehakt — auch wenn es genau so aussieht.
Sieben Punkte Vorsprung auf Rang zwei. Was soll da noch passieren? So dachten sicher einst die Bayern im Championsleague Finale als die letzte Ecke des Spiels geschossen wurde. Nein aber im Ernst, was soll schon passieren? Hier in den Medien passiert ja auch nicht viel. Einzig vom Schreibtisch des Arrows Trainers und aus der altehrwürdigen Kaschemme, der Legende aller Sportcafes, aus dem guten alten Spotz sind Tastentöne zu hören. „Mit dem Wettbewerb können wir sehr zufrieden sein, aber die Kommunikation auf
Trainerebene war hier in Südafrika mal deutlich besser,“ so ein halbentäuschter Arrows-Trainer. „Wir hoffen natürlich dass wir uns ein weiteres blaues Sternchen Anpinnen können (P.Lumumba hat die Meisterschaft scheinbar schon sicher), aber es macht natürlich weniger Spaß wenn uns dafür keiner hoch in den Himmel lobt,“ macht er etwas selbstverliebt weiter. Da wünschen wir dem Trainer dass die anderen Trainer nun natürlich mit schlechtem Gewissen in der nächsten Saison fleißiger werden.
In Durban waren bis in die Morgenstunden diese ohrenbetäubenden, bienenschwarmartige Dauerton erzeugenden Vuvuzelas zu hören. Die Fans rasteten völlig aus, als wäre die Lieblingsmannschaft der Durbaner, die erfolgsverwöhnten Golden Arrows, bereits südafrikanischer Meister. Die Euphorie der Fans konnte Trainer Pepeke Lumumba nicht teilen. „Wir haben mit den zwei Siegen einen wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft gemacht, doch die
Schale ist noch nicht hier. Daher arbeiten wir bis zum Schluss konzentriert weiter,“ so die nüchterne Aussage des Trainers. Damit ist er sicher auch gut beraten, denn am Wochenende warten zwei schwere Spiele auf die Mannen (ich hasse diese Bezeichnung) von Lumumba, u.a. die Dynamos, die sicher noch ein kleines Wörtchen mitreden wollen. Die Arrows werden nochmal alle Kraft in diese Spiele reinwerfen müssen, um am Ende der 26 Spiele ganz oben zu stehen.
Der Saisonendspurt brennt – und die Golden Arrows ziehen sich in ein Trainingscamp zurück, um den entscheidenden Schritt zu machen. Vor Ort machen widrige Wetterbedingungen einen geregelten Ablauf unmöglich, doch Pepeke Lumumba reagiert blitzschnell und verlegt das Team kurzerhand an die norwegischen Fjorde. Eine mutige Entscheidung, die sich auszahlt: Noch immer thronen die Arrows an der Tabellenspitze. Doch wie lange können sie
dem Druck standhalten? Die Verfolger sind in Lauerstellung, bereit, jeden noch so kleinen Fehler gnadenlos auszunutzen. Die Arrows wissen: Ein Moment der Unachtsamkeit kann alles kosten. Es ist ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel auf höchstem Niveau. „Vier Punkte Vorsprung geben uns ein gutes Gefühl – aber wir dürfen keinen Zentimeter nachlassen. Die Konkurrenz ist hellwach“, warnt Lumumba aus dem kühlen Norden.