Schweden... ein Land der Irrtümer? Geht man nach dem Oddset-Geschehen dürfte der kommende Meister (Kalmar FF ... aber pssst!) um den Titel gar nicht mitspielen. Sollte der Herbstmeistertitel ein Indiz für eine gute Ausgangslage sein, dann dürfte der Halbzeitspitzenreiter nicht absteigen (Landskrona BoIS ...kann man ruhig laut sagen). Würde man von skandinavischer Solidarität ausgehen, dann
sollte der Gastnorweger (Gefle IF ... kann man sogar singen) nicht ein ums andere Mal eine Packung kassieren. Letzters hat am zurückliegenden Spieltag besonders Spaß gemacht, sicherte sich doch damit mutmaßlich der Verein aus der wohl kleinsten Gemeinde Schwedens im Profifußball (Åtvidabergs FF ... versucht den Namen mal in den Schnee zu pinkeln !) den Platz im internationalen Geschäft. Heja Sverige!
Dieses Schweden, es macht mich wahnsinnig … kann sich denn hier niemand für einen geraden Weg entscheiden, keiner hier mal die Zügel in die Hand nehmen? Sicher, die Meisterschaft ist noch offen und abgestiegen ist bisher auch erst maximal eine Mannschaft. Doch wo ist der Dominator, der Meinungsmacher, der Meisterbarde (?), der Zwölf-auf-einen-Schlag-Fliegenfänger, der „Ich erklär den anderen die Welt so wie sie ist“-Psychologe? Wie sind denn die Zeichen des Wahnsinns hier zu verstehen? Keiner bewies,
außer einem trainerlosen Verein, lange Zeit überhaupt Ambitionen sich nach vorne abzusetzen. Vielleicht nach unten, aber nach oben sicher nicht. Als große TK-Sparer erwiesen sich die Protagonisten hierbei meiner Meinung nach jedoch gar nicht und jetzt stehen trotzdem alle mit geschwollenen … mit großen Kraftreserven da. Vielleicht kann mir ja hinterher jemand erklären warum das alles so kam oder vielleicht auch warum das alles so kommen musste. Bis dahin bereite ich mich einfach mal auf ein weiteres Wochenende des Wahnsinns vor.
Ach, du mein ... Ach, Schweden... schwer wird Dir mitgespielt... keiner will sich zur Zeit so recht mit dir anfreunden. Du wirst bald verlassen... wochenlang fand sich kein menschlicher Anführer für dich... Freunde werden mehr vermisst, als dass Dir Aufmerksamkeit geschenkt wird...Eierwitze haben Hochkonjunktur... du wirst von manchen nur als Übergangslösung verstanden. Wir wissen
nichtmal ansatzweise wer sich zukünftig als dein Bester titulieren dar... wenn du bald in der Abstellkammer beherbergen wirst schon eher. Wer bist du, was hast du die letzten beiden Jahre gemacht? Nein Schweden, dass hast du nicht verdient. Planst du Überraschungen für uns... wird sich bald alles ändern... werden die ZÜGE wieder pünktlich kommen? Vielleicht würd dir das ja helfen!
Sinn und Unsinn des Copa-Lebens... so manche Frage habe ich mir die letzte Woche gestellt... war ja immerhin Saisonhhalbzeit... zum Beispiel: warum wird man Herbstmeister, als Bester der Mannschaften mit Trainer, hat aber kein TK mehr... ist das nicht wie eine Beschneidung... große Feier, dann aber keinen Spaß... obwohl so manches soll sich danach ja besser anfühlen... habe ich gehört... nur wie fühlt sich denn dann so ein
Sieg an. Da hat man auf einmal einen Sponsor... nett, das Ganze... schon komisch, dass sich gerade die für einen interessieren von denen man eigentlich gar nichts will... ziemlich eindeutige Avancen werden da gemacht... gut, man könnte auch mal rüberschauen... nur so wirklich Lust auf neue Erfahrungen ... nein, die ist eigentlich nicht vorhanden... obwohl, so ein neues Logo ist schon was feines... vor allem meins, wollte ich nur mal sagen!
Ich würd auch mal was gerne erklären ... nimmt ja irgendwie auch immer mehr an Bedeutung ein in Schweden ... und so ganz dumm will man ja auch nicht dastehen. Hmm, was könnte es denn sein. Zur Heim-Zwei gibts ja nicht ganz so viel erzählen... ich setz die halt einfach, weil ich dem anderen keinen einfachen Dreier gönne. Und wenn er mir denn schon Punkte abluchstfuxxt, dann wenigstens nur einen. Die Auswärts-Drei... ja, hab ich auch schon getan, fühlt sich aber irgendwie komisch an. Wenns klappt, dann hätt man weniger setzen können ... und
wenn nicht, dann ists wie ein Date mit fast allem Drum und Dran... ihr wisst schon. Manchmal kann man, darf aber nicht... und manchmal, ja da rennen einen die gegenerischen Heim-Einsen nur so die Tür ein. Deshalb, wenn ihr die Frau bis zur Tür begleitet habt ... und ihr auf einen Kaffee eingelden werdet ... und der gegnerische Schweigervater meistens nur einen Bodyguard in den Weg stellt ... dann traut euch ruhig mal ran und setzt zwei eurer besten Argumente ein... ähmm... fühlt sich irgendwie doch komisch... das mit dem Erklären... was man da so alles erzählt.
Die Bürde eines Neulings, nicht leicht trägt Roquinho an dieser Last. Viel zu viel ist geschehen in den Wochen seit der Ankunft im verlotterten Norden Europas. Unklare Vorgaben, direkte Feindseligkeiten,verklausulierte allgemeine Friedensangebote und ein ungeahntes Dickicht an persönlichen Beziehungen sind einfach zu viel für den lebensfrohen Südamerikaner.
Welch Freude würde ihm doch direkte Avancen der schwedischen Damenwelt, direkte Konfrontationen mit nordischen
Exzessen oder aber einfach eingediegenes Saufgelage im vertrauten Kreis bereiten. Doch zu großer Konzentration bedarf die tägliche Zeitungslektüre, die Ausarbeitung von Spieltaktiken sowie der immerwährende Druck der Kreativität. Nichts anderes als die direkte Kampfansage bleibt dem Trainernovizen übrig, und die hat es in sich: "Ich zieh euch alle an euren Eiern durch die schwedische Tiefsteppe" Wenn da mal nicht die Saat für weitere Leugnung und Missachtung gelegt ist.
Die (zukünftig) dumme Nuß... nein der naive Schreiberling wendet sich hier an die lokale und überregionale Leserschaft. Freundlich wird man hier aufgenommen, als würde man schon lange erwartet werden. Herzlich sind die Reaktionen, als stehe ein langfristig fruchtbare Rivalität bevor. Neugierig und aufgeschlossen sind die Mitteilungen, als könnte man auf vieles hoffen.
Schweden, ein Land der freundlichen Nordländer. Nein, eher ein Land der engstirnigen Eigenbrötler, der abgeschotteten Grupppierungen, der schwer
verständlichen Kommunikatoren. Welch Qualitäten, welch Ruf, welch Legenden wurden der Allsvenskan zugeschrieben. Scheinbar ein Mythos, oder sind es doch die Eindringlinge, die Ungewollten die das gelobte Land verdorben haben?
Wie entwickelt sich die Zukunft? Ellogen über das eigene Sein? Monologe der simplen, sinnstiftenden Art? Oder doch doch das plumpe, verbale Possenspiel? Die temporäre, literarische Auseinandersetzung wird bestehen, doch wird sie auch das verbindende Element darstellen? Früher was sogar die Zukunft besser.
"Jep, so lässt es sich leben.", so ein sichtlich vergnügter Roquinho beim alltäglichen Feierabendausklang im lokalen Schwimmbad. Nicht nur, dass die von ihm trainierte Elf von sportlichem Erfolg zu Erfolg eilt, die Bewohner seiner neuen Wahlheimat nehmen zunehmend Anteil an der von ihm vorgelebten südamerikanischen Lockerheit. Caipirinhas am Beckenrand, Palmen an der Bahnhofsstraße, Samabatänze im Unterricht, so hatte er sich das vorgestellt als er in die schwedische Provinz gelockt wurde. Denn
nur die sportlichen Rahmenbedingungen gaben sicherlich nicht den Ausschlag für ein Engagement, lagen doch Angebote von weitaus renommierteren Vereinen der europäischen Eliteliga vor. So liegt wiederum eine spannende Woche vor dem kleinen Dorf Åtvidabergs, in der es nicht nur im die Verteidigung der Tabellenspitze geht, sondern auch die Vorbereitungen für die Schweden-Brasilien-Woche vorangetrieben werden müssen. Zeit wird es für eine entsprechendes Ereignis, mehr als 50 Jahre nach dem gemeinsamen WM-Finale.
"Raus auf den Platz, kämpfen bis zum Umfallen, ein Angriff nach dem anderen umd zum Schluss ein gutes Bier", so stellt sich der Roquinho, der Trainer des schwedischen Traditionsvereins Åtvidabergs FF den perfekten SamstagDienstag vor. Dieses dem südamerikanischen Fußball eigentlich nur wenig nahestehende Spielprinzip impft der Trainer seiner Elf Tag für Tag ein. Nicht nur der Aufbau eines Wikingerhügels auf dem Trainingsplatz, auch die Aufwärmübungen in
altertümlichen Felllkostümen sowie das allmorgendliche Eisbaden beweisen die Ernsthaftigkeit der Aussagen. Die Tabellenführung nach dem ersten Spieltag zeugt dann auch von ersten Früchten der Arbeit mit den schwedischen Titanen (das durchschnittliche Gardemaß der Kicker aus dem schwedischen Dorf an der Nordsee beträgt 1,95m). Die kindliche Seele des Sports spielt hier zwar keine Rolle mehr, doch wen interessiert dies bei der Außenwirkung der ersten Tabellenführung in der sportlichen Eliteliga Europas!
Generös überließ Copa-Trainerneuling Roquinho seinen neu übernommenen Verein dem Platzhirschen Loewensteinbock, um dann festzstellen, dass er sich da ein ganz schönes Ei eingefangen hat. Nun gut, Västra Frölunda ist jetzt auch nicht gerade ein Name, der dem geneigten Mitteleuropäer so einfach über die Lippen rutscht. Aber ein Verein mit diesem besch... schwedischen Buchstaben gleich zu
Beginn. Etwas einfacheres hätte der Schwedenveteran dem Novizen wohl nicht anbieten können. Wo soll da die Zeit herkommen für niveauvolle ... äh ... lose Attacken auf die Konkurrenz, sinnvolle ... äh ... lose Reaktionen auf die literarischen Ergüsse der Konkurrenz und Rundumschläge im sternhagelvollen äh ... richtig sternhagelvollem Zustand. In diesem Sinne: ÅÅÅÅÅÅhh!
- Monogamie als Fremdwort in Schweden, die Gruppenstimulation ist das höchste Gut in Schweden.
- Weiße Fußballwiesen, nicht in Schweden. Wild kopulierende Paare in steter Reichweite.
- Casanovas mit Stil, wenig vermisst in Schweden. Die direkte Eroberung mit verbaler Epephanie ist vorzuziehen.
- Strenge Sitten bei der verbalen Annäherung, nicht in Schweden. Kommunikationserrektionen am laufenden Band.
- Erst Kuscheln, dann die harten Spiele, nicht in Schweden. Der Schwede muss ran, die Schwedin davor, vom gefühlvollen Palpieren bleibt nicht viel übrig.
- Erst der Körperkontakt, dann die Infektionskrankheit, nicht in Schweden...