KiMu hat nun schon wirklich viel erlebt in Japan, doch erscheint es ihm, als würde er jede Saison mindestens viermal gegen Kashiwa Reysol spielen. Gefühlt findet dieses Spiel häufiger als jedes andere statt. Aber das kann einem momentan relativ egal sein. International hat man mal wieder gezeigt, dass der Fuchs die Eier hinten hat. Nach dem Verwirrspiel um die trainerlosen Koreaner, die Boussati am Ende übernahm hat man zurückgeschlagen und in fuxiger Art und Weise eben die Chinesen als Ersatz dafür nach Hause geschickt. Dort ist der FC fix durch, sofern kein Totalaussetzer passiert und auch in der J-League liegt man voll im Soll. Da nimmt man den dauernden Sonnenschein gerne auf.
Eigentlich lässt die Tabelle alles andere zu, als einen negativen Beigeschmack, doch das Trauma der Red Diamonds scheint Spuren hinterlassen zu haben. Diese gewannen in der letzten Saison ihre ersten 5 Spiele, erst der Yokohama FC schaffte es das Team zu besiegen. Danach ging es steil bergab und als man hoffnungslos war, knallte man den FC mit 6:6 die Rechnung für die Hinrundenniederlage auf den Tisch und beraubte einem aller Hoffnungen auf die Titelverteidigung. Jetzt geht hier die Angst um, denn es läuft ähnlich gut wie bei den Diamanten im vergangenen Jahr. Doch wo liegt der Trost begraben? Richtig - man hat am ersten Spieltag Zuhause verloren, also doch nicht alles gut.
Tja, man kann wohl allem einen Nutzen Abringen!
R: KiMu, Sie haben Aufs und Abs mitgemacht, haben 2mal die Meisterschaft geholt und standen im Halbfinale des AFC-Cup. Morgen startet die 8.Saison nach Wiederbeginn, Ihre 9. insgesamt beim FC. Wann ist Schluss? Bei 10?
K: Haha, vielleicht wenn ich Nili Nil überholt habe. Nein, im Ernst, ich weiß es nicht, ich habe Spaß, ich fühle mich wohl, warum sollte ich Wechseln!?
R: Wie motiviert man sich überhaupt?
K: Spaß ist ganz wichtig und meine
eigenen Ansprüche. Ich will immer gewinnen, bin ein Ehrgeizling und gebe dieses Jahr ganz klar das Ziel aus die Meisterschaft ein drittes Mal in die Stadt zu holen.
R: Stichwort Stadt: Wegen des Manipulationsskandals hat der Rivale, die F-Marinos am grünen Tisch den Klassenerhalt geschafft. Segen oder Fluch?
K: Segen! Die Stadt lebt von den Duellen. Und wenn wir am Ende vorne stehen ist es gleich doppelt so schön.
R: Vielen Dank und eine schöne Saison.
KiMu hat schon den ein oder anderen Saisonstart in Japan erlebt, dieser hier hatte aber wieder eine ganz eigene Wuerze. Die bittere Heimniederlage regte ihn zutiefst auf, doch sein Team bewies auswaerts Kampfgeist und holte sich die "verlorenen" drei Punkte wieder. Nun ist sozusagen wieder alles auf Anfang. Ein Hit, der hierzulande von Wolfgang Lippert neu interpretiert wurde. (Den er ganz alleine geschrieben hat) geklaut wurde.
Die Fans konnten ganz gut leben mit dem Ergebnis, doch die Tabelle laesst Aerger aufwallen, man liegt hinter dem eigentlich abgestiegenen Stadtkonkurrenten den F-Marinos. Dem Herren sei Dank, hat man noch 32 Spieltage um diese ungeliebte Bild umzudrehen!
Morgen wird es ernst. Sechs Teams können sich nach Meinung von KiMu Morgen noch Hoffnungen auf den Titel machen und die Nachfolge von seinem Team antreten. Dass es ein Nachfolger und keine Titelverteidigung wird, das steht wohl leider fest und so stellt man sich die Frage, ob nach 2 Meistertiteln, zwei missglückten Titelverteidigungen, einer schlechten Saison in der Champions League und der offensichtlich verpassten Teilnahme am internationalen Geschäft im kommenden Jahr, nicht doch irgendwann die Zeichen auf abschied stehen. KiMu verneint das vehement. Nach wie vor fühle er sich wohl, er habe so viele Erfolge hier gefeiert, doch er ist noch immer hungrig. Oft hört man sich so vor einem Abaschied an, doch Anzeichen gibt es bisher nicht.
Da beschwerte sich KiMu jüngst noch über Kollege c.s., schon gibt es weit größeren Ärger mit dem "roten Diamanten" Jeremy Stengel. Anfangs mit guter Taktik 5 Siege in 5 Spielen errungen wurde er schnell nach hinten durchgereicht. Es gibt Trainer die kämpfen sich hoch, es gibt Trainer die resignieren - eine Sache der Persönlichkeit. Doch leider gibt es auch jene,
die bevor sie resignieren noch anderen ihre Spiele zerstören. So auch ein gewisser Herr Stengel, der den beiden Teams aus Yokohama am Wochenende 12 Buden einschenkte und sich dadurch zwar nicht aus der prekären Abstiegssituation retten kann, wohl aber KiMus Träume von der Titelverteidigung zerstört hat. Dafür gibt es in guter alter Stefan Raab Tradition ein: "Extra-Pfui-Gold!"
Es war eine alte Weiheit in Yokohama, auf gut folgt schlecht und umgekehrt. Als man jedoch nach Platz 11 im kommenden Jahr Platz 12 belegte hoffte man, dass nach der Meisterschaft nun eine weitere gute Saison folgt. Die Realität sieht etwas anders aus. Der FC wird zwar eine bessere Saison als sonst spielen, wenn er "schlecht" ist, jedoch wird das nicht zu einem internationalen Startplatz reichen, angesichts der zahlreichen Auswärtspartien die nun noch folgen. Schade, aber man hat in diesem Jahr zu viel Kraft auf des Gegners Platz gelassen. Den Gnadenstoß gaben die 6 Gegentore gegen die Red Diamonds, sodass man sich am Ende mit der oberen Tabellenhälfte wird begnügen müssen!
Das Weinende - Apokalypse für alle Alkoholiker!
Der Weinende - Nervensäge für alle die es nicht mehr hören können.
Nachdem der FC in diesem Jahr schon zweimal gegen Oita Trinita und c.s. gespielt hat, kann man ruhigen Gewissens sagen, um wen sich der Artikel dreht - na? Erraten sie es? Klar um Oita Trinita und c.s. Denn nicht nur, dass er sich über einen selbstverschuldeten Nichtantritt derart erbost, nein, er liegt nun seelenruhig auf Platz 2 und schreibt dann noch es seien Punkte gegen den Abstieg. Vielleicht weiß er ja bereits um einen weiteren NMR, doch eher ist es eine Einlull - Taktik.
So erbost sieht man KiMu selten, aber gut. Solange man sie am Ende überholt ist alles im grünen Bereich - besser die Klappe halten!
Liest man die japanische Zeitung, muss man sich schon wundern. Während die einen es mit Androiden versuchen wollen propagieren andere Maos "Großen Sprung nach vorn!" Wieder andere versuchen den Gegner aus dem Konzept zu bringen, indem sie ihr heimisches Stadion ständig bewässern, ob Absicht oder nicht ist dort allerdings noch nicht geklärt. Tatsächlich wunderte sich KiMu beim letzten
Gastspiel in Fukuoka bereits: "In unsere Hälfte war es immer trocken, während es in der gegnerischen regnete. Das hat uns total aus dem Konzept gebracht. Ich war noch nie so froh über einen Seitenwechsel, doch der Regen wechselte mit! Das war schon seltsam."
Ob das tatsächlich Lippis Karma geschuldet war, oder aber den nigel-nagel-neuen Rasensprengern von Walter Freiwald bleibt dahingestellt.
Fast wurde man nervös in Yokohama ob der ungewöhnlichen Situation: zwei erfolgreiche Saisons am Stück, das kann ja wohl nicht wahr sein. Schwups-di-Wups kommt die Faust ins Gesicht, der Tritt in die Genitalien, das böse Erwachen, oder wie auch immer man es nennen möchte. In der Liga hat man zu viel gewollt und wurde mit einem eiskalten 1:2 Zuhause ausgekuckt. Auswärts hatte man keine Chance. In der Champions League war wegen schlechterem Torverhältnis in der Zwischenrunde Schluss und so muss man nun ordentlich gasgeben. Das Ziel muss es jetzt sein in den internationalen Plätzen zu beenden. Es sieht nicht schlecht aus, doch das Seil der Gegner ist schon gespannt!
Die bisher extrem lockere und einwandfreie Saison des Titelverteidigers aus Yokohama erlitt vergangene Woche einen kleinen Dämpfer! Zwar kletterte man in der Tabelle weiter nach oben, dennoch sah man, dass eben doch nicht alles klappt! Die Niederlage gegen Hiroshima hätte nicht sein müssen, zumindest nicht wenn man sich derart reinhängt. Für KiMu kein Grund zur Sorge, er wisse ja wie es nach einer Meisterschaft laufen könne und dafür ist noch alles im grünen Bereich. Trotzdem sollte man soetwas in Zukunft vermeiden. Zumal bei der Doppelbelastung die Kräfte wohlbedacht eingeteilt werden sollten!
R: KiMu, sie sind Titelverteidiger, in der Champions League sind sie nach schlechtem Start doch noch Gruppensieger geworden und auch in der diesjährigen Meisterschaft stehen sie gut da. Kann zur Zeit überhaupt etwas schiefgehen?
K: Schauen sie sich doch einmal die Red Diamonds an. So etwas geht schnell.
R: Aber sie haben die schlechteste Abwehr der Liga und stehen trotzdem weit oben - alles richtig gemacht?
K: Nun ja, es läuft gut, das kann man kaum leugnen, aber wir wollen nicht überheblich sein, die Saison ist lang!
R: Das macht 1000 Yen ist Phrasenschwein!
Was sagen denn ihre Spieler, wenn sie sich auf "eine Zigarette" mit uns treffen?
K: Ach, die sind schlau genug sich nicht einen alten, unsportlichen Typen zum Vorbild zu nehmen.
R: Aber sie genießen Respekt und Anerkennung. Hat das früher gefehlt? Sie galten ja einst als Wanderhure!
K: Es passt einfach. Das ist meine 8.Saison in Yokohama und ich fühle mich wohl.
R: Nie an einen Wechsel gedacht?
K: Bisher nicht!
R: Und wann wäre der Zeitpunkt reif?
K: Das werde ich dann merken, aber ich hoffe das dauert!
R: Danke fürs Gespräch!
Das ist nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, jene Bahn in der es neben dem Transport von A nach B auch noch so einiges geboten gibt, was Herr Freiwald unter die Leute bringt. Vielmehr ist es vielleicht die Lösung für den, gegen die Obrigkeit meuternden c.s. (Counter Strike?) der derzeit, beleidigte Artikel aus seiner imaginären Ecke schreibt. Zugegeben, die Redaktion aus Yokohama hat sich nicht eingehend mit dem Thema beschäftigt und fand ein gefundenes Fressen für einen Fast-Food-Artikel, wenn es dennoch Auswärts-Sechser hagelt, hat es sich wenigstens gelohnt. (Achtung: Ironie!)
Lippi kündigte gerade das Finale der japanischen Ausgabe des Familienduells an. Die Stengel-Family hatte sich bis dorthin vorgekämpft. Alex Stengel legte im Finale vor, jetzt musst Jeremy nicht mehr viele Punkte machen um den Sieg zu erringen. Es galt fünf Fragen zu beantworten:
Lippi: Ein hundert Leute haben wir gefragt: nennen sie eine Stadt, die für ihre Würstchen bekannt ist!
JS: Darmstadt!
Lippi: ...einen bekannten Organisten!
JS: Leber!
L: ...ein Lebewesen, das fliegen kann.
JS: Fliegenpilz.
L: Ein Gericht, das Kinder nicht mögen!
JS: Jugendgericht.
L: und eine Apfelsorte.
JS: Birne.
Damit war der Sieg leider verspielt und das Geld blieb bei Lippis Produktionsfirma.
Eigentlich blickte man in Yokohama gelassen auf die Saison. Bloß nicht zu viel Stress machen am Beginn, doch kaum wirft man einen Blick auf den Spielplan, muss man doch ein wenig Angst bekommen, spielt man am Wochenende doch gegen die Urawa Red Diamonds, die bisher alle Spiele gewinnen konnten. Umso größer ist der Druck beim Heimspiel. KiMu warnt den Überflieger allerdings schoneinmal vor: "Nun, Respekt vor der Leistung bisher, das schaffen nicht viele, doch einen Fall von dort kriegen auch nicht viele hin. In dieser Woche kommt für sie die Woche der Wahrheit und die findet ausgerechnet gegen die Teams aus Yokohama statt, da wird ihnen absolut nichts geschenkt!"
Ganz ganz langsam erwacht die Yokohama Maschinerie aus ihrem Sommermärchen. Noch ist man nicht wirklich aufgewacht, die Augen sind noch leicht glasig, das Licht ist hell, doch die Gewissheit ist da, das Märchen war real! Wiedereinmal startet der FC als Titelverteidiger in eine Saison, man kennt das und man hat schmerzhaft erfahren, dass Erfolge nicht zeitlos sind. Zu schnell ist man zurück auf dem Boden der Realität. In dieser Saison soll das anders werden, nicht ohne Probleme, aber immerhin, holte man einen 1:0 Heimsieg am ersten Wochenende der Saison. Zudem geht in dieser Woche bereits die Champions League los. Eine heitere Saison nimmt ihren Lauf!