"Nanu!", wer fragt sich das eigentlich noch, bei einem Verein, der schon lange keinen mehr verwundert, weil er immer verwundert, also mit Verwunderlichem nicht mehr zu verwundern vermag.
Der Grund für diese doch etwas verzwickte Aussage, ist folgender: nach einem endlich mal wieder perfektem Spieltag liegt Yokohama aufeinmal in der oberen Tabellenhälfte und mit drei Punkten Rückstand
auch wieder in Reichweite der internationalen Startplätze. Doch würde es niemanden verwundern, wenn man in 2 Wochen schon wieder im Abstiegskampf steckt, nur um dann 2 Wochen später doch nochmal Hoffnungen zu schöpfen und...am Ende Meister wird. Naja, das wäre dann wirklich ein Grund zur Verwunderung, aber bevor das eintreten wird, wird Walter Freiwald eher zugeben, dass seine Produkte Mist sind!
Sensationelles ereignete sich an diesem Wochenende bei Yokohama FC. Der ungeschulte Beobachter wird nichts erkennen können, wenn er die Tabelle sowie den Spieltag betrachtet. Der Japan-Kenner dagegen weiß, dass genau dies die Sensation ist. Es war ein ganz normaler Spieltag: 2 Heimsiege, 1 Auswärtsniederlage und dabei Zuhause ohne Gegentor geblieben. Dies bringt den FC vor bis auf
Platz 11, die bisher beste Platzierung.
Vor lauter Freude war der sonst so gefasste KiMu den Tränen nahe und ließ sofort Konkurrenz-Shirts zu Freiwalds Kampagne drucken.
"Ich habe einen normalen Spieltag erlebt!" Ob diese Shirts allerdings so der Renner werden ist sehr fragwürdig. Immerhin ein Exemplar wurde verkauft - KiMu wird es zum nächsten Spieltag tragen!
Die Sonne scheint mal wieder über Yokohama. Mit zuletzt 5 Siegen in Folge konnte man sich in Jägermanier an die internationalen Plätze heranpirschen. Umso besser, steht man doch im AFC Cup vor dem unmittelbaren Aus.
Man soll Trainer KiMu in den letzten Wochen oft laut aber auch verwirrt lachend aus einem naheliegenden Sushi-Restaurant gehört haben, in dem es den besten Sake der Stadt gibt. Experten sowie Vereinsoffizielle fragen sich bereuts, wann der Trainer dieses sorglose verballern der letzten Reserven stoppen will, oder ob er die Mannschaft mit seiner Taktik letztlich doch in den Abgrund reißt. Denn eins ist sehr klar, lange kann man dieses Tempo in der Liga nicht mehr gehen, da hilft auch ein internationales Ausscheiden nichts.
Wer die Überschrift etwas verwirrend findet, der hat noch nie ein Spiel vom Yokohama FC mit angesehen, denn die Überschrift ergibt wenigstens nach mehrmaligen konzentrierten Lesen einen Sinn, die Spiele, die Taktik, ja manchmal sogar die Existenz, von Yokohama macht auch nach langjähriger Studie keinen Sinn.
Wieso verballert man eigentlich Jahr für Jahr Auswärtstore damit man 2:5 oder ähnlich verliert? Die Antwort kennt keine, außer vielleicht KiMu und seine Mannen. Doch man vermutet, dass nichtmal diese das selbst wissen. Also geht der Yokohama-Dampfer weiter heiter baden, was für einen Dampfer an und für sich ja nicht schlecht ist, doch leider nimmt es derzeit solche Tiefen an, dass es am Ende nicht positiv sein kann!
Das ist eigentlich ein Wort, das niemals im Zusammenhang mit Yokohama fällt und doch stellt man sich nun die Frage: Warum sind alle Teams, wenn sie zu Gast in Yokohama sind so torfreudig?
Keine anderes Team hat so viele Gegentore zuhause, kein anderes Team ist so schlecht zuhause. Pech könnte man sagen, doch man kann sich einen respektvollen Umgang im eigenen Stadion auch erarbeiten.
Es läuft mal wieder alles drunter und drüber und für KiMu heißt es jetzt erstmal die Klasse zu halten. Immerhin ist man international noch dabei und man wird seine Kräfte jetzt auch darauf konzentrieren müssen. Obwohl das Augenmerk natürlich auch bei der Liga bleiben muss.
...stays the same, nothing ever changes. English summer rain seems to last for ages."
Um hier mal die Band Placebo zu zitieren. Denn irgendwie schafft es Yokohama nicht mehr sich nach oben zu arbeiten. Wiedermal eine Saison in der man international dabei ist und wiedereinmal eine Saison in der man dann in der Liga total versagt. Zufall? Ich glaube nicht. Und dan verliert man doch schon wieder gegen Lippi und seine Mannen, gegen die man in 7 Partien bisher nur 2 Mal gewinnen konnte.
Ein richtige Angstgegner also. Wo führt das also alles hin? Wenn es wieder ins Halbfinale des AFC-Cup geht, dann wäre das ja noch in Ordnung!
Nein, das Missverständnis ist nicht das ausgegebene Saisonziel, das da wäre: internationaler Startplatz. Das Missverständnis hat ganz andere Ausmaße: 90-60-90 um genau zu sein und heißt Oshikura. Wie konnte KiMu das nicht erkennen, obwohl sie einen ganzen Abend "Stadt-Land-Scheidungsgrund" spielten? (Scheidungsgrund mit"I": 'Ihr Mann weiß nicht, dass sie eine Frau sind!')
Es gibt diverse Theorien:
A)Es war nicht
Oshikura sondern ein Reporter vom Ossi-Kurier (oder eine Reporterin, wenn sie verstehen!?)
B)KiMu hatte wirklich noch nichts von den schönen Seiten des Lebens
C)Der offiziell-angegebene Zeitpunkt des Tequillagenusses stimmt mit dem tatsächlichen nicht überein
D)Apfelwein
oder E)Till Schweiger
Eines steht in jedem Falle fest, wenn seine Mannschaft genauso unaufmerksam auftritt ist am kommenden Spieltag nichts zu holen und aus 90-60-90 wird ganz schnell 9:0-6:0-9:0.
Ein fröhliches Stell-dich-ein gaben sich einige japanische Trainer in der vergangenen Woche. KiMu lud die Kollegen Lippert (der von Freiwald ersetzt wurde), Powerkraut, Kohler, Oshikura und schweren Herzens auch Bernd W. zu einer Runde Stadt - Land - Scheidungsgrund ein.
Die ersten Runden, die mit einem nigel-nagel-neuen Kugelschreiberset von Freiwald gespielt wurden verliefen glimpflich, ehe es zu Runde 4 und dem Buchstaben "M" kam. Während die Konkurrenz gemächlich schrieb war Bernd W. bereits nach wenigen Sekunden fertig. Ungläubig warteten die Konkurrenten auf seine Antworten und die präsentierte dieser sogleich stolz:
"Land - Mexiko, Stadt - Mexiko City, Name - Mexikana (wie
angeblich seine Cousine dritten Grades heißt), Film - Mariachi (erste Teil von Irgendwann in Mexiko), Scheidungsgrund - Mit einer Mexikanerin fremdgehen!" Grinsend saß er da, der Bernd W., dann rastete zunächst Oshikura aus, der seinen nigel-nagel-neuen Kugelschreiber nach W. warf. Darüber entsetzt verließ Freiwald fluchtartig die Hotel-Lounge.
Um das ganze zu beruhigen wollte KiMu eine Runde, passender Weise, Tequila holen, doch als er zurückkam waren außer W. alle weg. Dieser war wiederrum verärgert, dass sein Sieg nicht honoriert wurde und versprach Rache im Derby gegen den FC.
So blieb KiMu allein mit 6 Tequila zurück. Es heißt, er hatte einen netten Abend!
Eigentlich der Yokohama FC einen Saisonstart nach Maß hingelegt, doch leider einen nach Yokohama Maß. Mit einem 4:4 Zuhause steht man ganz in der Tradition von früher. Die Aufstiegssaison startete mit einem 5:5 auswärts. Vielleicht hätte man die freie Zeit besser in Paris verbracht, sowie einige der neuen Kollegen, die nicht so herzlos weggebombt wurden, wie frühere Aufsteiger. Stattdessen kamen einige Spieler noch klitschnass vom
Dauerschwimmen zurück, das macht die Trikots schwer und die Mannschaft langsam. Zu allem Überfluss steht nach den ersten beiden Spieltagen auch noch der Stadtrivale auf Platz 1.
Um auf den Spieltag zu reagieren verweilt die Mannschaft bis Mittwoch in Paris, es steht Eiffelturm-klettern auf dem Programm. Ob das der richtige Weg ist die Mannschaft zurück in die Spur zu bringen?
Aber hier läuft wie immer alles gegen jeglichen Plan und somit doch nach Yokohama-Plan!
"Auf gehts ihr Phoenixe!" titelt die hiesige Zeitung, die vom letztjährigen Stadtmeister Yokohama FC für die anstehende Saison einiges erwartet.
Noch befindet sich die Mannschaft allerdings zum Training auf hoher See. Oberst Ost nutzte seine militärischen Kontakte und organisierte einen Flugzeugträger, auf dem nun allerdings ein Fußballplatz das Deck ziert. Unter Deck gibt
es diverse Fitnessräume und auch Schwimmen kommt natürlich nicht zu kurz.
KiMu meldete sich deshalb per altmodischer Post bei den hiesigen Pressevertretern: "Wir sind schoneinmal nach einer guten Saison auf die Schnauze gefallen, aber die Saison war noch besser als die vergangene. Vielleicht fallen wir ja dann jetzt nur ein bisschen auf die Schnauze, oder Stolpern nur!"
Na dann, auf gehts!
Es gibt ja bekanntlich nichts, was dem Japaner mehr Freude bereitet, als der Schaden anderer. (siehe Takeshis Castle usw.), also braucht sich Avispa Coach Lippert gar nicht erst wünschen, dass die Freude über sein 6:6 beim hässlichsten aller Trainer im stillen Kämmerlein vollzogen wird. Lauthals jubelten die Anhänger von Yokohama, als der Schlusspfiff im anderen Stadion ertönte. Tausende
Bestellungen mit "Avispa - TK-Verschwender Nummer 1" gingen bei Freiwald ein, dessen Verein über die T-Shirt Kollektion wenig erfreut war.
Zudem war die Freude riesig, denn zum ersten mal, seit gefühlt 2 Saisons ist man beim FC wieder die Nummer eins in der Stadt, die Marinos wurden zurück auf den Boden der Tatsachen geholt und bei KiMu und Co. träumt man nun doch wieder vom internationalen Geschäft!
Es scheint kuschelig zwischen dem FC und den F-Marinos, zumindest sagte Marinen-Coach W. vor kurzem, dass der FC der einzige Verein der dort steht, wo es ihm gefällt. In Wirklichkeit ist das natürlich überhaupt kein Grund zum kuscheln, eher einer dem Konkurrenten mal eins auszuwischen, denn blickt man auf den Saisonverlauf sieht das geschulte Auge, und auch das ungeschulte, ja sogar das blinde, dass der FC die gesamte Saison hinter dem ungeliebten Stadtrivalen lag,
schlimmer noch, man lag die ganze Zeit im "Irgendwo" (Zitat aus W's Tagebuch, Seite 516, 2010) nämlich zwischen Abstiegsrängen und internationalen Plätzen, dort wo nichts passiert. Der Trost: Yokohama stand meiste am Ende so gut da, wie die ganze Saison zuvor noch nicht, also gibt es noch Hoffnung, und diese soll beim Stadtderby aufrecht erhalten werden. Also Herr W. nach diesem Spiel wird auch der letzte Verein der sie zufrieden machte, das nicht mehr tun!
Nach der doch etwas verkorksten Saison im vergangenen Jahr hat man nun alle Trümphe in der Hand in der kommenden Saison wieder international zu spielen. Bis dahin stehen allerdings 3 harte Spiele auf dem Plan und 4 Teams, die mit nur einem Punkt Rückstand bzw. Punktgleich in Lauerstellung liegen. Grund genug für Oberst Ost seine Mannen auf Fischjagd zu schicken, ohne Angel, ohne Sauerstoffflasche, nur die bloße Hände, wer nicht 10 gefangen hat, darf nicht aufhören.
Man munkelt der dritte Torwart schwimmt immernoch.
An diesem einen Tag wird sich entscheiden, ob es eine gute oder doch eine mäßige war. Nur eines ist sicher, es wird kein Saisonplatz mit einer 1, Nachdem man in den vergangenen Saisons 1. und 11. geworden war.
Zumindest konnte man dies von dem dieswöchigen Heimspiel behaupten, in dem die Jungs von KiMu und Oberst Ost mal wieder gar nichts zustande brachten. Glücklicherweise ist bei Yokohama immer mit etwas besonderem zu rechnen und so gewann man immerhin auswärts und liegt nach wie vor in der oberen Tabellenhälfte.
Viel zu lachen gab es dennoch nicht fürs Team. Der Oberst schickte sie zum "Insel-Hopping". Bekanntlich hat Japan ja viele Inseln und so musste jeder Spieler zwei Inselnamen ziehen, im Anschluss musste jeder von Insel A nach Insel B schwimmen. Mit dem Weg von Shikotan nach Tokara-Retto erwischte es den Ersatzkeeper besonders schlimm, dabei hatte dieser doch nichts zu den Niederlagen beigetragen. Aber, so ist das Leben!
Ein bisschen hatte sich KiMu schon gewundert als die Einladung kam, doch dann dachte er sich, na gut, ich war Meister, warm eigentlich nicht. Weitere Verwunderung kam dennoch wieder auf, als er las Herr Kaiser? Heißt der japanische Kaiser nicht Akihito und nicht nur Herr Kaiser? Egal, er trat die Reise an. Angekommen wunderte er sich erneut, so ein schäbiges Hotel für den obersten im Lande...und als er reinging offenbarte
sich die Misere. Aufgetautes Sushi, billiger Wein und ein Treffen mit dem Hamburg-Mannheimer Maskottchen, der in Wirklichkeit nichteinmal ein Wort Deutsch spricht und lebenslänglich verpflichtet ist keine anderen Spots zu drehen, so war nichteinmal ein Werbespot für den Yokohama FC drin. Verärgert machte sich KiMu auf den Heimweg, die einzige Beruhigung war die Tatsache, dass Oberst Ost das Training derweilen gewissenhaft leitete.
Endlich, entlich oder auch entlicher Weise hat Yokohama mal wieder ein knappes Spiel für sich entscheiden können. Der 5:4 Heimsieg am vergangenen Freitag war extrem wichtig für den Verbleib in der oberen Tabellenhälfte, zur Feier des Tages gab es für die gesamte Mannschaft, geröstete Peking Ente, um schoneinmal Stimmung für kommende Woche zu schaffen, dort geht es nämlich gegen Chefchinese und Meister der Hässlichkeit Hamma Shon. Dieser ist
zwar nicht mehr auf Pferdezähne angewiesen, aber dennoch ist das ein oder andere Hühnchen zu rupfen mit Yokohama, oder sagen wir besser, die ein oder andere Ente.
Für die kraftlosen Yokohamer muss nun eine ausgefuchste Taktik her, wenn das derzeitige Tabellenbild gehalte werden will. Ost plant derweil mit der gesamten Mannschaft den Mount Everest zu besteigen, allerdings musste der Plan aus Zeitgründen erstmal auf Eis gelegt werden, aber es gibt ja eine Sommerpause!