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COPA NEWS

Auf dem Weg zu Höhenflügen?
Nachdem es zuletzt zum Abschluss der Hinrunde zum ersten Mal einen kleinen Dämpfer für AO Veria gab, scheinen die Nordgriechen die Winterpause ausgiebig genutzt zu haben. Vier Punkte aus zwei Spielen - obschon beide im heimischen Stadion ausgetragen wurden - sorgen dafür, dass die "Königin des Nordens" in der Tabelle einen Sprung nach vorn macht und nun an den internationalen Plätzen schnuppern darf. Dennoch ist man nicht vollends zufrieden. Max Alletsee mokierte sich nach den Spielen: "Wir haben die ganz große

Chance verstreichen lassen. Der Sieg gegen Skoda Xanthi war gut herausgespielt, wir standen hinten dicht und haben vorne unsere wenigen Chancen genutzt, hier lief alles nach Plan. Nicht so beim Spiel gegen AO Kerkyra. Ein torloses Unentschieden bringt niemand weiter, mit nur einem einzigen Tor hätten wir eine noch bessere Position erobert." Trotz der Enttäuschung aufgrund des Unentschiedens zog Alletsee ein positives Schlussfazit: "Auf diese Leistung können wir aufbauen. Wir haben mit minimalen Mitteln fast das Maximum erreicht."
01.04.2006 13:43 - Max Alletsee - AO Veria (Archiv)
Erster kleiner Rückschlag
"Es war zu erwarten", wusste Max Alletsee, "es war klar, dass die Rückschläge kommen würden, auch wenn sie noch so gering sind." Das Fundament für seine Erklärungen bildeten die drei Spiele zum Rückrundenausklang, wo Veria einmal gewann, einmal gegen Ionikos Nikea unglücklich unentschieden spielte und gegen Alletsees Ex-Klub Olympiakos Piräus schließlich haushoch verlor. Damit büßten die Nordgriechen zum

ersten Mal in der Ära Alletsee Plätze ein, fielen leicht von zehn auf elf. "Zum Glück wurde der Zeitpunkt einigermaßen gut getroffen", war sich Alletsee sicher, "wir haben jetzt eine Rückrunde lang Zeit, das aufzuarbeiten. Vor allem das Aus im UEFA-Cup hat uns einen Knacks verpasst, auch wenn es absehbar war. Wir müssen uns jetzt vollkommen auf die Liga konzentrieren und darauf achten, genauso bedacht wie in den Spielen zuvor zu agieren."
24.03.2006 17:30 - Max Alletsee - AO Veria (Archiv)
Der Joker aus dem Ärmel
Für manche Veria-Fans ist bereits nach wenigen Wochen klar, welche Rolle Max Alletsee in Zukunft spielen wird. "Er ist der Joker, den der Vorstand aus dem Ärmel gezogen hat", berichtete der treue Anhänger Dimitri Bratensos, "mit ihm können wir die Erfolge der letzten Saison wiederholen!"
So viel Zuversicht mag zwar schmeichelhaft sein, der Angesprochene selbst hingegen gibt sich kühl: "Natürlich trägt uns im Moment eine Welle

nach oben, das ist ganz klar. Doch wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu sehr in das Tal ebendieser Welle geraten. Es wäre schön für uns, wenn wir am Ende im UI-Cup stünden, aber ich kann nicht versprechen, dass wir dies packen werden. Genausogut können wir einbrechen und am Ende in der zweiten Liga stehen - ich kann echt nicht sagen, wie es am Ende der Saison aussieht. Aber natürlich werde ich alles unternehmen, damit der Höhenflug weitergeht.."
17.03.2006 16:28 - Max Alletsee - AO Veria (Archiv)
Der stete Tropfen höhlt den Stein
Diese uralte Weisheit trifft mittlerweile auf AO Veria und dessen Trainer Max Alletsee zu. Zu Beginn der Amtszeit reagierte man im Norden Griechenlands eher verhalten auf die Verpflichtung des Fußballlehrers, der zwar für Kontinuität, nicht aber für Erfolge stand.
Ebendiese Kontinuität ist momentan am Werk. Aufwärts geht es, vorwärts, aber eher langsam und gemächlich.
"Für mich ist das kein Problem, im

Gegenteil", weiß Alletsee, "das ist mir hundertmal lieber, als ein Mal der Star zu sein und dann sofort wieder abzustürzen." Die Strategie scheint aufzugehen, es geht voran, ernsthafte Rückschläge sind im Moment nicht zu verzeichnen. "Wir wissen aber, dass das schon bald wieder ganz anders sein kann", dämpft der Trainer die Euphorie. "Wir haben bis jetzt noch gar nichts erreicht, da dürften wir nicht abheben."
10.03.2006 17:44 - Max Alletsee - AO Veria (Archiv)
Konstant
Tatsächlich scheint der Wechsel zu AO Veria Max Alletsee zu beflügeln. Er setzte sich mit AO Veria im sicheren Mittelfeld fest, feierte einen Sieg und eine Niederlage, wo er allerdings nur eine B-Elf auf den Platz schickte. "Ich bin hier zufrieden", gab Alletsee zu Protokoll, "mir gefällt es hier. Ich kann hier entspannt arbeiten und muss nicht ständig nach unten zu den Abstiegsrängen blicken. In den kommenden Spielen wollen wir uns

kontinuierlich steigern, ein paar Plätze gut machen, sodass wir am Ende vielleicht auf einem UI-Cup-Platz sind."
Besonders freut sich Alletsee auf die kommende Woche: "Es geht los im UEFA-Cup, ich bin schon sehr gespannt. Olympique Marseille ist auf jeden Fall ein nicht zu unterschätzender Gegner, wir müssen versuchen, ein optimales Ergebnis einzufahren. Besonders schön wäre es für mich, wenn wir in diesem Wettbewerb möglichst weit kommen."
03.03.2006 20:04 - Max Alletsee - AO Veria (Archiv)
Erfolgreiches Debüt
<b>Mich</b> freut es sehr, dass ich hier einigermaßen gut anfangen konnte", waren die ersten Worte, die der neue AO-Veria-Coach Max Alletsee nach den ersten beiden Ligaspielen seines Vereins von sich gab. "Ich war ungeheuer nervös, vor allem gegen Panathinaikos sind wir eine sehr riskante Taktik gefahren. Umso besser, dass uns hier ein knapper Sieg gelang. Aber auch das zugegebenermaßen ziemlich aufwändige Unentschieden gegen Paniliakos Pyrgos hat

uns eines gezeigt: Wir können auch mit den momentan formstärksten Teams der Liga mithalten, und das obwohl wir die Elf mit den meisten Gegentoren in dieser Saison sind!"
Die Aufgaben für die kommende Woche sind laut Alletsee vor allem die Verbesserung der Abwehr, denn "im Sturm funktioniert es ja ganz gut". Sollte die Saison weiterhin so verlaufen wie zuletzt, dürfte die Königin des Nordens am Ende tatsächlich nicht auf einem Abstiegsplatz stehen.
24.02.2006 16:46 - Max Alletsee - AO Veria (Archiv)
AO Veria mit neuem Trainer
<b>Ich</b> bin im Moment sehr zwiegespalten", äußerte sich der neue AO-Veria-Trainer Max Alletsee unmittelbar nach der Verpflichtung. "Ich habe dem Vorstand von AO Veria mitgeteilt, dass ich bereitstehe, wenn Gerrik Darben tatsächlich das Handtuch werfen sollte. Allerdings habe ich auch gesagt, dass es mir wesentlich lieber wäre, wenn Gerrik bei der >Königin des Nordens< bleibt."
Er hat es nicht getan, so viel steht fest. Gerrik Darben schmiss sein Handtuch nun endgültig, der Trainerthron in Veria wurde frei. "Eigentlich hatte ich ja darauf gehofft, dass manuel von Apollo

Athen in die Bresche springt, er wäre meiner Meinung nach der ideale Nachfolger gewesen. Aber als es darauf ankam, zeigte sich manuel nicht bereit, und so wurde ich vom Präsidium auserwählt. Natürlich tut es mir im Herzen weh, Olympiakos zu verlassen, aber ich hatte die Wahl zwischen Olympiakos, das kaum Tradition hatte, und Veria, das eine großartige Vergangenheit vorzuweisen hat. Ich hoffe, dieser Verantwortung gerecht werden zu können. Sollte Gerrik irgendwann doch noch einmal die Lust packen, bin ich sofort bereit, den Posten wieder zu räumen, denn Gerrik ist und bleibt nun einmal >Mr. AO Veria<.."
20.02.2006 16:33 - Max Alletsee - AO Veria (Archiv)
Saison begonnen, Olympiakos verschlafen
<b>Entsetzt</b> zeigte sich Olympiakos-Trainer Max Alletsee nach den desolaten Leistungen in den ersten beiden Spielen der Saison: "Wenn wir so weitermachen", erklärte der Trainer, "können wir gleich für die Beta Ethniki planen. Aber zum Glück bin ich ja da, ich werde in der kommenden Woche viel mit der Mannschaft arbeiten, meine Vorstellungen umsetzen. Dann wird es auch wieder aufwärts gehen mit Piräus."
Zu den

Zuckungen von Apollo-Trainer manuel bei der Erwähnung von Alletsees Namen zitierte die Regenbogenpresse diesen folgendermaßen: "Eigentlich sollte es ja nie herauskommen, aber manuel und ich waren einmal ein Paar. Doch es funktionierte einfach nicht und so trennten wir uns bald wieder. Manuel hat dies nie verarbeiten können.." Wie viel an diesen Berichten dran ist, wird sich wohl noch zeigen, eine Antwort aus Athen dürfte nicht lange auf sich warten lassen.
10.02.2006 17:03 - Max Alletsee - Olympiakos Piräus (Archiv)
Das Saisoneröffnungsinterview
Wir treffen uns mit ihm, dem Fußballtrainer aus der Provinz, der mitten in der Metropole lebt und arbeitet, den inzwischen erfahrenen Kämpfer gegen den Abstieg und die Schrecken der zweiten Liga, in einem kleinen Cafe in der Innenstadt. Er hat versprochen, pünktlich zu sein und ist es auch: als wir fünf Minuten zu früh eintreffen, hat er bereits bestellt und sitzt an einem kleinen Tisch mit Blick auf die Straße. Wir setzen uns, bestellen ebenfalls, beginnen das Interview eher ruhig. Er soll erzählen, nicht wir fragen. Kein Interview der üblichen Art.

<u>Herr Alletsee, zuerst einmal Glückwunsch zum Klassenerhalt. Seitdem die zweite Liga tatsächlich realisiert – und es damit für ihre Mannschaft, die zuvor stets auf den hinteren Plätzen landete, kritisch wurde – haben Sie es Jahr für Jahr geschafft, den Abstieg zu verhindern.</u>
Dankeschön. Aber seien Sie sich sicher, es war jedes Mal ein harter Kampf, wir hingen und hängen Saison für Saison unten drin und müssen immer aufpassen, nicht doch in die Beta Ethniki zu wandern. Anfangs hatte ich hier mit hohen Erwartungen begonnen, wollte in den UEFA-Cup, mich international präsentieren. Inzwischen ist es mir fast lieber, hier in der Liga meine Ruhe – und die ist relativ – zu haben. Meine Mannschaft ist noch nicht soweit, problemlos mehrere englische Wochen kompensieren zu können. Im Moment können wir einfach einen beliebigen Spieler aus unserer ersten Elf nicht problemlos ersetzen.
<u>Und sie bleiben trotz des Abstiegskampfes Olympiakos treu.</u>
Früher war es trotz, inzwischen ist es wegen des Abstiegskampfes. Natürlich ist es besser für den Ruf, wenn man Jahr für Jahr um die Meisterschaft mitkämpft und zwischendurch die Champions League gewinnt. Aber wissen Sie, ich fühle mich ganz wohl in meiner Rolle, ich möchte nicht tauschen. Ich meine, die Tatsache, dass ich trotz meiner im Vergleich gesehen schlechten Platzierungen so bekannt bin, sollte man ja auch bedenken.
<u>Würde es Sie nicht reizen, oben mitzuspielen, um den UEFA Cup, die Champions League, die Meisterschaft?</u>
Natürlich, wen würde das nicht reizen. Aber ich würde deswegen nicht nach Litauen wechseln, nur um dies tun zu können. Verstehen Sie mich nicht falsch, nichts gegen Litauen, aber es ist nicht mein Stil, einfach den Brocken hinzuwerfen, nur weil es nicht so klappt wie man sich das vorstellt. Natürlich gibt es auch Trainer, die so etwas machen und von mir aus sollen sie glücklich damit werden, aber ich bin jemand, der sich selbst etwas aufbauen will, etwas aus dem Nichts schaffen. Und gerade deswegen würde es mich reizen, um den UEFA Cup, die Champions League und die Meisterschaft mitzuspielen – mit Olympiakos Piräus. Ich will am Ende sagen können: „Seht her, das ist das Produkt jahrelanger harter Arbeit und Anspannung.“ Natürlich wäre es einfacher, einen Verein zu übernehmen, der bereits für solche Aufgaben gerüstet ist, solche Angebote bekommt man immer wieder. Aber wer sagt denn, dass man es sich immer einfach machen muss? Ein Titel, den man mir geschenkt hat, ist nichts wert. Erst durch die Arbeit, die man in sie hineingesteckt hat, werden Erfolge zu solchen.
<u>Und dennoch hatten sie mit dem Gedanken gespielt, Olympiakos zu verlassen.</u>
Das muss man anders sehen: Ich wollte Olympiakos helfen, indem ich es für eine Saison verlassen hätte und woanders mein Wissen erweitert hätte. Ich hatte mich mit dem Trainer von Preston North End in der zweiten englischen Liga bereits verständigt, doch ich wollte erst Nägel mit Köpfen machen, wenn ich sehe, dass es dringend nötig ist, Olympiakos zu verlassen. Ich wollte eine Saison im Ausland coachen, eine von der Mentalität her völlig andere Mannschaft trainieren und mit neuen Erfahrungen nach Griechenland zurückkehren. Ich nahm dabei billigend in Kauf, dass der im Gegenzug nach Griechenland wechselnde Trainer Olympiakos in die zweite Liga gebracht hätte – und wollte dennoch zurückkehren. Mir ging es um die neuen Erfahrungen, nicht darum, Piräus den Rücken zu kehren. Aus dem Wechsel wurde nichts, weil ich hier bei Olympiakos einen positiven Trend erkannte, den ich als kleinen Erfolg meinerseits interpretierte. Ich sagte den Wechsel ab, daraufhin fiel die Mannschaft kurioserweise in ein kleines Leistungsloch, fand aber rechtzeitig heraus und machte fünf Spiele vor Saisonschluss den Abstieg äußerst unwahrscheinlich. Am Ende zog das Konzept, das ich in England erproben wollte, schon hier, ich sehe mich also in meiner Entscheidung bestätigt.
<u>Dennoch, für einen Mann Ihrer Bekanntheit ist es doch eigentlich verwunderlich, dass Ihre Konzepte nicht immer einschlagen.</u>
Natürlich ist es so, dass viele Ideen schiefgehen. Ich hatte eine Phase, wo ich mich mehr dem Schreiben von Trainerlehrbüchern als dem Fußball an sich widmete, doch diese Phase ist vorbei. Ich glaube auch nicht, dass es nötig ist, noch einmal in eine solche Phase zu kommen. Ich war nicht ausgelastet – hier bei Olympiakos bin ich es. Wir haben in den vergangenen Jahren die Belastung durch das Training kontinuierlich erhöht. Ich erwähnte es bereits, ich sehe Erfolg als das Ergebnis verrichteter Arbeit an. Wir haben diese Denk- und Spielweise der Mannschaft eingeimpft, inzwischen hat sie das Konzept und die Wahrheit, die in ihm liegt, verstanden und angenommen. In den letzten Jahren habe ich zudem gezielt darauf geachtet, die Spielweise von Olympiakos meinen Vorstellungen anzupassen. Ich wollte keinen Sprung machen, sondern viele kleine Schritte. Der Gefahr eines drastischen Leistungsabfalls wäre zu groß gewesen, wenn ich zu den Jungs gesagt hätte: „So, und morgen spielen wir ganz anders.“ Man muss behutsam vorgehen, Teil für Teil anpassen, damit am Ende ein komplett neues Produkt dasteht. Eine komplette Änderung ist im Fußball nicht möglich, ich kann ja nicht meine ganzen Spieler umtauschen.
<u>Und dennoch wollen Sie dies langfristig tun.</u>
Sehr richtig erkannt, auf Dauer will ich eine andere Spielweise etablieren. Effektiver, aber auch riskanter. Die Sicherheit wird kommen, sie ist teilweise schon da. Wir wollen aus einer perfekten Abwehr heraus agieren, nicht aus einem perfekten Sturm heraus. Ich habe schon sehr genaue Vorstellungen, wie das Endprodukt aussehen soll – zu schade, dass dafür die meisten griechischen Spieler nicht gebaut sind.
<u>Es wird also auf Neuverpflichtungen hinauslaufen, teure Spieler aus dem Ausland.</u>
Nicht zwingend, aber dies wird ebenfalls eine Stütze sein. Auf Dauer will ich es aber schaffen, die Jugendarbeit im Verein hier so voranzutreiben, dass unsere einheimischen Talente meine Anforderungen komplett erfüllen. Im Moment hat unsere Talentsucher-Abteilung Hochkonjunktur, wir suchen für unsere Zwecke geeignete Spieler, die zugleich finanzierbar sind. Wir können es uns einfach nicht leisten, einem Verein aus Peru oder Uruguay die halbe Stammelf wegzukaufen, die pfeifen uns was. Und für uns ist da auch noch das Risiko, dass die Neuverpflichtungen nicht wie erwartet einschlagen. Erklären Sie doch einmal Ihrem Chef, warum es nicht schlimm ist, gerade Millionen aus dem Fenster geschmissen zu haben.
<u>Natürlich, kein leichtes Unterfangen, an der Grenze zur Unmöglichkeit. Wonach suchen Sie eigentlich?</u>
Unsere Vorstellungen sind ziemlich klar. Wir suchen einen effektiven Stürmer, der nicht viele Chancen benötigt und gut im Konterspiel ist, also schnell und präzise. Aber danach sucht man lange. Für das Mittelfeld benötigen wir noch einen klassischen Regisseur, eine Nummer 10 der alten Prägung. Übersicht, gutes Passspiel und Kreativität sind die Anforderungen, die wir stellen. In der Abwehr haben wir einige hoffnungsvolle Talente in unseren Reihen, denen wir aber noch den letzten Schliff verpassen müssen. Hier sind hervorragende Zweikampfwerte, aber auch eine gewisse Aggressivität gefragt. Sie wollen jetzt natürlich wissen, wieso ich mir absichtlich gelbrot- oder rotgefährdete Spieler in die Mannschaft hole, das grenzt doch an Selbstmord! Aber Sie müssen wissen, ich verbinde Aggressivität immer mit Willen, Willen zum Sieg. Das ist es, was wir dringend benötigen. Ist dieser Wille da und kommen noch absolute Disziplin und natürlich Ausdauer hinzu, bin ich überzeugt, dass wir jedes Spiel gewinnen können. Ich sage „können“, natürlich werden wir danach nicht sofort Meister werden, aber man wird mit Sicherheit Fortschritte erkennen, je ausgeprägter diese Tugenden sind.
<u>Sie glauben also daran, dass eine Mannschaft in der Lage sein kann, 30 Spiele lang zu arbeiten bis zum Umfallen?</u>
Natürlich. So sind Erfolge möglich und so werden wir Erfolge erringen. Natürlich kann man sich nicht darauf verlassen, das alles eine Saison lang perfekt ineinander greift, aber es ist zumindest möglich, dies solang zu schaffen, bis man seine Ziele erreicht hat.
<u>Werden Sie eigentlich bereits für die nächste Saison jemand verpflichten, der diesem Anforderungsprofil entspricht?</u>
Nein. Der Vorstand und ich haben uns zusammen entschlossen, so wenig Transfers wie möglich zu tätigen, nicht nur diese Saison, sondern allgemein. Es kann ja nicht unser Ziel sein, bester Söldnerverein der Welt zu werden, im Gegenteil: Der griechische Fußball ist durchaus beeindruckend, seit Jahren dominieren wir Europa. Da wäre es doch Blödsinn, die vorhandenen Kapazitäten nicht zu nutzen.
<u>Trotzdem wollen Sie nicht komplett auf Transfers verzichten.</u>
In der Tat, aber es wäre utopisch, diesen Weg zu verfolgen. Das geht im Moment einfach nicht und niemand kann behaupten, dass das irgendwann in ferner Zukunft gehen wird. Um wieder auf die eigentliche Frage zurückzukommen, in dieser Sommerpause werden wir uns personell nicht von außerhalb verstärken, auch wenn wir bereits bestimmte Spieler im Auge haben und gewillt sind, sie zu verpflichten. Es ist möglich, dass wir uns zur kommenden Rückrunde verstärken, wahrscheinlicher sind Wechsel aber erst in der nächsten Sommerpause. Wir planen langfristig.
<u>Plant der Verein auch langfristig mit Ihnen?</u>
Davon gehe ich aus, ansonsten würde man mir nicht all meine Wünsche erfüllen. Aber natürlich muss man sich jeden Tag sicher sein, dass der Verein sagen kann, dass man beurlaubt ist. Der Verein schließt langfristige Verträge mit mir ab, ich bin mir also gewiss, dass Vertrauen in mich gesteckt wird. Die betreffenden Leute, sowohl den Vorstand als auch die Spieler als auch die Fans, will ich natürlich keinesfalls enttäuschen. Sie kennen ja meine Definition von Erfolg, dies gilt nicht nur für meine Spieler, sondern in erster Linie für mich. Ich arbeite viel, eben weil ich hier dieses Vertrauen spüre, das woanders nicht der Fall war. In Finnland bei Hämeenlinna und Jazz Pori ließ mich der Vorstand machen, was ich wollte. Dies kann fatal sein, man neigt dazu, sich für die Fehler des Managements verantwortlich zu fühlen, weil man ja selbst soviel Stimmgewalt hatte, diese Fehler zu verhindern. Hier bei Piräus sind die Aufgaben klipp und klar voneinander getrennt, ich pfusche nicht im Management herum und das Management pfuscht nicht bei mir herum. Jeder akzeptiert die Aktionen der anderen Abteilungen, jeder macht, was er am besten kann. Wenn das Management einen Fehler macht, bin ich mir sicher, dass ich daran nichts hätte ändern können. Andersherum ist es genauso: Wenn ein Spieler nicht die erwartete Leistung bringt, hat die Finanzabteilung damit nichts am Hut. Das ist gut für die Psyche,

man wirft sich weniger vor, man erkennt die eigenen Fehler als solche an. Es macht alles viel einfacher, wenn man immer einen Schuldigen hat, der sich zu seinen Fehlern bekennt. Und so ist es bei uns.
<u>Ich muss noch einmal die Frage stellen: Gibt es irgendwelche Zielsetzungen, irgendwann die internationalen Ränge zu erreichen?</u>
Der Vorstand, wie gesagt, vertraut mir uneingeschränkt. Die Herren sind überzeugt, dass ich dieses Ziel langfristig mit dem Verein erreichen kann. Ich möchte dieses Vertrauen nicht enttäuschen, arbeite an neuen Trainingsplänen, die momentan noch einmal überprüft werden. Aber es heißt im Vorstand nicht: „Nächstes Jahr spielen wir im UEFA-Cup oder mit einem anderen Trainer!“ Man lässt mir alle Zeit der Welt, darüber bin ich sehr froh.
<u>Sie sprachen gerade von neuen Trainingsplänen. War man mit den alten nicht zufrieden?</u>
Es gab keine Kritik vom Präsidium, die halten sich da raus. Aber ich habe in überraschte Gesichter geschaut, als ich dem Vorstand davon erzählt habe, also denke ich durchaus, dass sie mit den alten Plänen zufrieden waren. Ich mache es immer wieder so, dass ich meine eigene Arbeit kontrolliere,schaue, ob alles so läuft wie geplant. Es lief nicht perfekt, also machte ich mich daran, nach Feierabend neue Pläne zu entwickeln. Ich lege alles neu auf, überdenke alles grundsätzlich. Wenn alles fertig ist, wird jeder Spieler im Verein seinen individuellen Plan haben, der seine Stärken fördert und seine Schwachstellen verbessert. Natürlich gibt es noch Übungen, die alle Profis gemeinsam bestreiten, aber einen Teil der Trainingseinheiten werden sie in eigenen Übungsgruppen verbringen. Wir haben zudem sogenannte „Leistungsgruppen“ entwickelt, also bestreiten alle guten Techniker gemeinsam Technik-Einheiten – unabhängig davon, ob sie im Sturm oder in der Abwehr spielen. Im Moment haben wir noch ein relativ starres Konzept, das die Spieler nach ihrer bevorzugten Position ordnet. Dieses Konzept wird komplett aufgehoben, wir sortieren nun nach Leistung in den einzelnen Bereichen.
<u>Aber dazu benötigt man doch viel mehr Übungsleiter..</u>
Sehr richtig, am besten wäre natürlich ein Übungsleiter pro Spieler, das wäre das Optimum. Aber das ist natürlich nicht finanzierbar, schließlich darf auch das neue Training nicht mehr kosten, das ist mein Anspruch. Um das zu erreichen, werden die Einheiten nicht getrennt von Profis und Amateuren durchgeführt, sondern – das ist die Idee dahinter – Amateure können in den Bereichen, in denen sie ihre Stärken haben, durchaus bei den Profis mittrainieren. Das Gleiche gilt für Profis, die in bestimmten Bereichen Defizite haben. Die müssen dann zu den Amateuren. Das ist bei uns möglich, weil wir keine so extreme Leistungsspanne haben, das kommt uns zugute. Am Anfang werden das wahrscheinlich noch viele komisch finden, aber ich bin mir sicher, dass dieses Konzept zieht. Es hilft auch dem Trainerstab, der die individuellen Stärken schon anhand des Trainingsplanes erkennen kann. Durch dieses flexible System kitzeln wir noch mehr Leistung aus den Profis raus, es will ja niemand zu den Amateuren. Umgekehrtes gilt für die Amateure, die sich profilieren wollen. Sie sehen genau, wann sie in bestimmten Bereichen gut genug sind, um bei den Profis mithalten zu können, und wo es noch hapert. Das System ist transparenter für alle. Wir werden übrigens wöchentlich im Trainerstab darüber diskutieren, welcher Spieler in welcher Leistungsgruppe spielt.
<u>Sie sprachen davon, dass ihre Vertrags-Amateure gegenüber den Profis nicht so viele Defizite haben, wie es bei anderen Vereinen der Fall ist. Ist dies ein Lob für die Jugendarbeit oder ein Armutszeugnis für die Profis?</u>
Wieso sollte es ein Armutszeugnis sein? Für Vereine wie Panathinaikos, die jährlich um die Meisterschaft kämpfen, ist es wesentlich schwieriger, einen gleichwertigen Unterbau heranzuziehen, weil die Profis viel mehr leisten. Andererseits stellt sich für Panathinaikos auch das Problem nicht, da man jederzeit problemlos neue Spieler einkaufen kann. Wir wollen dieses Geld nicht ausgeben, investieren es lieber in junge Spieler. Würden wir einen teuren Super-Star verpflichten, hätten wir ein ungeheures Risiko: Was tun, wenn er sich verletzt und längere Zeit ausfällt? Wenn er von seinen Gegenspielern konsequent gefoult wird? Wenn er nicht in Tritt kommt, seine Form nicht findet, mit Griechenland nicht zurechtkommt? Unser Nachwuchs kommt von hier, hat sich eingelebt und alle Zeit der Welt, bevor sie Leistung zeigen müssen. So gesehen fahren wir ein geringeres Risiko. Es ist unsere Philosophie, nicht so viel Geld in vielleicht für den Verein schlechte Transfers zu stecken.
<u>Sie gelten als ein überzeugter Anhänger von für eine Saison ausgeliehenen Spielern, haben dieses Konzept aber in Piräus noch nicht so extrem angewendet wie beispielsweise in Finnland. Warum?</u>
Dafür gibt es dreierlei Gründe. Erstens ist es schwieriger, für eine international so bekannte Liga wie Griechenland Spieler zu finden, die vom Können her passen und die ein Verein ziehen lässt. Verkäufe und damit verbundene hohe Einnahmen sind vielen Vereinen lieber als ein Spieler, den man ausleiht, der kommt dann auf den Geschmack und lässt seinen Vertrag auslaufen, um danach ablösefrei nach Griechenland zu wechseln. Zweitens wollen wir kein so hohes Risiko mit Neuverpflichtungen eingehen, wollen einen Kader, der auch charakterlich zusammenpasst. In dieser Hinsicht passen wir sehr auf, denn die „Seele“ der Mannschaft kann schon durch einen einzelnen Spieler gestört werden. Und drittens beobachte ich jeden Spieler selbst, bevor ich ihn verpflichte. Da ich aber auch schon so gut ausgelastet bin, haben meine Talentsucher die Anweisung, mir nur absolute Knaller auf den Tisch zu legen. Wenn ich die Wahl zwischen einem Training mit der Mannschaft oder der Beobachtung eines Spielers habe, nehme ich immer das Training. Aber ich hoffe, dass ich in der Winterpause bei den Testspielen einiger Vereine dabei sein kann, sodass wir für die übernächste Saison eventuell neue Spieler haben.
<u>Was wäre, wenn man sie beurlaubt und einen neuen Trainer einsetzt?</u>
Ich glaube, ich wäre sehr vorsichtig, bevor ich einen neuen Vertrag unterschreibe. Ich habe einige Ligen, in die ich wechseln würde und eine Menge Ligen, in denen ich keinen Vertrag unterschreiben würde.
<u>Wohin würden Sie wechseln? Und wo würden sie keinen Verein übernehmen?</u>
Natürlich gibt es da Klassiker wie die Bundesliga oder die englische Premier League, zu denen kann ich einfach nicht nein sagen. Auch andere Angebote von der Insel – Schottland einmal ausgenommen – würden mich reizen, für eine neueröffnete walisische Liga wäre ich zu haben. In Amerika sind mit Sicherheit Uruguay und Peru sehr reizvoll, in Asien ist es Australien. Leider kenne ich mich in Afrika nicht allzu gut aus, ich kenne nur die algerische Liga, die mir sehr gefiel. Aber ein Engagement auf dem schwarzen Kontinent ist nicht im Bereich des Unmöglichen. Aber in Länder wie die Ukraine wird es mich nie verschlagen, auch nicht zu den Schotten.
<u>Wäre es für Sie auch eine Option, komplett aus dem Trainergeschäft auszusteigen?</u>
Nur, wenn ich auf irgendeine andere Art und Weise dem Fußball erhalten bleiben könnte. Der Fußball bedeutet mir so viel, ich kann ihn einfach nicht komplett aufgehen. Aber natürlich kann es immer sein, dass man an einen Punkt kommt, wo man sagt, dass man jetzt langsam alles gesehen hat. Sollte es diesen Punkt tatsächlich geben, werde ich auch nicht zögern, das Handtuch zu werfen, Platz für Nachfolger zu machen. Aber wenn ich mir meine Arbeit zurzeit so anschaue, wird das wahrscheinlich noch lange dauern.
<u>Sie werden immer wieder als Zögling von Speedy Gonzales bezeichnet. Stimmt das?</u>
Zuallererst muss man natürlich einmal anmerken, was für eine ungeheure Ehre das ist – zumal ich andere, wesentlich erfolgreichere Trainer wie Kent Karlsson eher in der Tradition eines Speedy Gonzales sehe, zumindest was den Erfolg anbelangt. Speedy hat durch seine besondere Art der Fußballwelt viel gegeben, er ist nicht nur äußerst erfolgreich, sondern besticht auch noch durch seinen Charme. Zu hören, dass er mein Mentor sei – es wurde mir immer wieder einmal von Trainerkollegen zugetragen –, macht mich unglaublich stolz, jedes einzelne Mal. Es mag sein, dass wir beide Ähnlichkeiten haben. Dennoch, wenn Speedy mein Mentor ist, dann hätte ich noch viel von ihm zu lernen. Ich hatte einmal versucht, ihn zu kopieren, aber inzwischen ist dies unterbewusst. Eine Kopie wäre eine Beleidigung, ich habe versucht von ihm zu lernen. Ob dies gelungen ist oder nicht, müssen andere beurteilen. Ich bin da aber eher skeptisch. Wahr ist allerdings, dass Speedy und ich uns gut verstehen und man auch hin und wieder telefoniert. Ich verlasse mich auf sein Urteil, insofern könnte die vorgebrachte These durchaus stimmen – allerdings nicht in dem ursprünglich gedachten Bereich.
<u>Werden Sie Griechenland tatsächlich irgendwann einmal verlassen?</u>
Ich mache meine Entscheidung zu bleiben oder fortzugehen nicht von einem Ländernamen abhängig, sondern von der Liga dahinter. Im Moment sehe ich unsere Liga tatsächlich ohne ernsthafte Konkurrenz in Europa, in Südamerika gibt es noch ein paar interessante Ligen. Aber sollte es tatsächlich einmal eine konkurrenzfähige Liga geben und dort für mich ein interessanter Posten frei werden, dann muss man tatsächlich einmal alles überdenken. Ich kann also weder versprechen, dass ich in zwei Jahren weg bin noch dass ich zeitlebens in Griechenland bleiben werde, obwohl es hier natürlich sehr schön und reizvoll ist.
<u>Vor einigen Jahren waren Sie auch für ausschweifende Skandale bereit, ist dies immer noch so?</u>
Ich bin ruhiger geworden in all den Jahren, habe gelernt, mich zu zügeln. Lange Zeit habe ich versucht, mich beinahe krampfhaft anders als die Anderen darzustellen, doch ich bin von dieser Haltung abgewichen. Natürlich bin ich noch immer für Skandale zu haben, aber ich muss nicht bei jeder kleinen Geschichte meine Finger im Spiel haben.
<u>Mit Manuel von Apollo Athen verband Sie all die Jahre eine herzhafte Rivalität, allerdings gab es auch hier zuletzt wenig zu hören. Wie ist Ihre Beziehung zu Apollo momentan?</u>
In der Tat, es gab eine Phase, wo man über die Hauptstädter wegen Rechtschreibfehler herzog. Eine Rivalität war da und ist auch noch da – doch genauso gut könnte ich sagen, ich befände mich im Konkurrenzkampf mit AO Veria. Manuel war immer der klar bessere Trainer, ich versuchte, ihn wenigstens über die Presse gefährlich werden zu können. Auf jeden Fall sind die Aufeinandertreffen mit Apollo jedes Mal etwas besonderes – aber hinter den Kulissen ist es durchaus so, dass manuel und ich uns gut verstehen. Wir haben also kein Messer im Stiefel, wenn wir uns begegnen, diese Zeiten gab es nie. Es gab eine etwas hitzigere Phase, doch immer war klar, dass das in der Presse stattfand und dass es deswegen nicht zwingend Verletzte nach dem Spiel geben würde. Wir wären ja selber blöd, so etwas zu riskieren.
<u>Herr Alletsee, ich bedanke mich für das Interview und wünsche Ihnen viel Glück für die Zukunft!</u>

(Nachtrag des Autors: Das kann man mal machen, wenn der DSL-Router zwei Wochen zur Reparatur ist und man viel Zeit hat. Entschuldigt bitte die Inaktivität.)
07.02.2006 16:05 - Max Alletsee - Olympiakos Piräus (Archiv)
Kellerkinder
<b>Zwar</b> wurden am aktuellen Doppelspieltag durchaus das Tor getroffen, dennoch muss sich Olympiakos Piräus damit abfinden, vorerst auf den letzten Platz gefallen zu sein.
"Mit solch einer Leistung kann man in der Alpha Ethniki nicht bestehen", erkannte der Trainer Max Alletsee, "mir kommen Zweifel, ob alle meine im Interview vor ein paar Wochen getätigten Aussagen richtig waren. Vielleicht bedarf es auch einen Nachfolger, der das Ruder hier herumreißt, und zwar kräftig. Meine Politik der kleinen Schritte scheint jedenfalls nicht zu funktionieren."
17.02.2006 17:20 - Max Alletsee - Olympiakos Piräus (Archiv)


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