(195) Ist die griechische Liga wirklich verblendet? Ist es tatsächlich so schwierig, sich vom Ligaalltag zu lösen und abzutauchen in eine andere Welt, um mal nicht z.B. über den ersten 6er der Saison – natürlich erzielt von Olympiakos Volou - zu philosophieren? Verblendung – Männer, die Frauen hassen. So der vollständige Titel der Romanvorlage eines momentan überaus erfolgreichen Bestsellers. Überträgt man das ganze rein hypothetisch einmal auf
den Fußball, tun sich im entfernteren Sinn noch einige Parallelen auf. Eine Liga, in der nicht einmal Frauen vertreten sind, so zumindest die Vermutung. Ist die Liga damit gleichzeitig frauenhassend? Oder wenigstens frauenfeindlich? Ist denn wirklich überhaupt kein Weibsvolk anwesend? Eine würde reichen, die hier in der Redaktion mal kleine spitze Kiesel oder den ersten großen flachen Stein werfen könnte. GRAECUS EUNT DOMUS! Ganz provokant jetzt mal ohne Vokativ und den ganzen Quatsch!
(193) Die Spieler von Olympiakos Volou können kein Bier und keinen Ouzo mehr sehen. Doch auch bei anderen Vereinen scheinen diese Getränke, die derzeit in aller Munde sind, zur allgemeinen Verwirrung beizutragen. Einige wollen Dreiradfahren, andere verwechseln Ligaspiele mit Golfturnieren, und wieder anderen verschlägt es auf Pressekonferenzen komplett die Sprache. Da kam es gerade recht, dass Trainer
Pippo seine Jungs zum Spanier einlud und sich alle dermaßen mit Tapas voll stopften und an Unmengen von Rioja labten, dass die Spieler tatsächlich mal auf andere Gedanken kamen, außer eben Ouzo und Bier zu trinken. Das sollen aber angeblich die Spieler des nächsten Gegners, AO Kavala, als U-Boot Variante perfektioniert haben, so dass man sich in Volou auf einen gefuxxten Auswärtsdreier beim Phantom freut…
(192) Beim Trainer von Olympiakos Volou blieb diese Woche keine Zeit für einen ausführlichen Bericht rund um die Vereinsneuigkeiten in dieser Zeitung. Und was soll hier auch großartig geschrieben werden, wenn sich die Kollegen wie verrückt auf einmal die Berichte aus dem Allerwertesten tippen, nur um einen Award zu erhaschen, den man getrost dahin zurückschieben sollte, wo er her kam: nämlich in den das-brauchen-wir-jetzt-hier-nicht-wiedergeben-denn-sonst-wird-es-unappetitlich! Denn ob nur BIER oder Copa-Awards:
mal ehrlich, diese ganzen aufgeblasenen Ersatzbefriedigungen, die man braucht, wenn man eben nicht Meister, Pokalsieger oder sonstiger Gewinner von HoF-Punkten geworden ist, werden sowieso nur in den Reihen vergeben, die sie erfunden haben. Und wer kann es überhaupt verantworten und morgens noch reinen Gewissens in den Spiegel schauen, wenn man dafür verantwortlich ist, dass auf geistigem Dünnschiss noch eine Sahnehaube dekoriert wurde? In Volou jedenfalls niemand, daher hält man sich aus diesen Angelegenheiten am liebsten raus…
(194) Mehrere Tage hatte der Trainer wieder einmal Zeit, seine Mannschaft auf die Rückrunde vorzubereiten. Doch man kennt es ja: alles läuft darauf hinaus, die letzten Vorbereitungen kurz vor Schluss zu treffen. Dabei sind es erneut wichtige Spiele, die bevorstehen. Doch der Trainer sieht’s gelassen: „Wir haben in den letzten 3 Spielen der Hinrunde sage und schreibe 7 Punkte eingefahren, da kann man sich im Rückrundenstart etwas zurücklehnen.“ Ob das nächste Woche dann immer noch so aussieht, entscheidet der heutige Abend…
(191) Die Faschingszeit ist vorbei, und die Spieler von Olympiakos Volou haben sich bei den letzten Spielen nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Eher mit der Marmelade aus den Faaasnetsküchle. Seitdem haben einige Trainerkollegen die Mannschaft von Pippo auf dem Kieker, schreiben blaue Listen und freuen sich wie bolle auf die Rückspiele. Bei so etwas verhilft nur die vom Coach angeornete einfach-mal-die-Fresse-halten-Taktik, um die erhitzen Gemüter etwas zu besänftigen. „Wir sagen diese Woche nichts“, sagte (?) der Übungsleiter zum erstaunen der Reporter, „die Zeitung muss diese Woche mal komplett leer und von Skandalen frei bleiben“, scherzte er, denn schon waren wieder ein paar Zeilen gedruckt…
(190) Ja, es ist Faschingszeit! Oder Karneval? Oder Faaasnet? Unter welchem Namen auch immer man diese eigenartigen Bräuche handhaben mag, Brauchtum bleibt Brauchtum. Und dass man sich dazu möglichst unmöglich verkleidet oder, als sparsame Version, seine ältesten Lumpen aus dem Kleiderschrank holt, möglichst aus den 80er, besser noch 70er Jahren, und das als „tres chic“ empfindet, ist allgemein üblich und natürlich auch jedem selbst überlassen. Dann braucht man sich nur noch 5 bis 10 Liter Bier in den Kopf zu schrauben und „Helau“, „Alaaf“ oder „Narri - Narro“ in die Menge zu grölen, schon gehört man dazu!
Da Trainer Pippo allerdings für Rosenmontag und Faaaasnetsdienschdag dicke Trainingseinheiten für die Mannschaft angesetzt hat, fällt Fasching für die Spieler von Olympiakos Volou in diesem Jahr völlig flach. Doch da macht die Mannschaft nicht mit. „Griechenland ohne Karneval ist wie ein Frühstück ohne Calamaris“, hat Otto Rehakles angeblich mal gesagt (es wird so zumindest im Volksmund weitergetragen, Anm. der Red.]. Also holen die Spieler das ganze Prozedere während der beiden nächsten Spiele gegen Proodeftiki und Ethnikos nach auf dem Platz nach. Einige Kisten Bier und 7 Fässer Wein stehen bereit…
Als Trainer Pippo schon bei seiner vorletzten Station in Frankreich gegen die Medien wetterte, wusste man, dass der Coach nicht lange bei den „Les Bleus“ bleiben würde. 3 Spieltage hielt die Liaison, dann war Schluss und der Wechsel nach Schweden perfekt. Doch was sich die Medien zuvor leisteten, scheint in Griechenland beinahe eine Fortführung zu finden. „Das Zeitunglesen muss wieder Spaß machen“, so der Aufruf, der schon in Frankreich gestartet wurde. Denn in welcher Minute bei welchem der letzten Spiele ein Tor fiel und wie man das Spiel dann doch noch drehen konnte, interessiert, auf griechisch gesagt, keinen Zyprioten! „Das Abseits-des-Platzes interessiert den gemeinen Fan, Skandale, Nebenschauplätze und Trainerfehden. Aber kaum versucht man mal, den Hauch eines Skandals zu provozieren bzw. einen Stein zum Anstoß zu bringen, schon kann einem das hier scheinbar übel genommen werden. Aber vielleicht ändert sich das ja
noch im Laufe der Saison, wenn man sich in dieser neuen Liga etwas besser kennt und nicht alles so ernst genommen wird. Aber ganz ehrlich gesagt: Ich freue mich wie bolle über die Fan-Ausschreitungen in Saloniki! Auch deren Fans scheint das tranige 0.3-TK-Geplänkel um einen Zeitungsartikel keinen Spaß mehr zu machen! Wenn unsere Fans inzwischen auch so denken, dann wird das ein riesiges Spektakel am kommenden Spieltag, wenn wir endlich gegen PAOK spielen. Vielleicht mache ich bei einer ordentlichen, handfesten Rauferei sogar mit, wenn mich die Ordner in den Block lassen…und wenn ich daran denke…wie lange ist es her, dass Dino Lambretta in der dänisch-finnischen Gemeinschaftsliga von meinem damaligen Verein Herfolge BK eins auf den Sack bekommen hat…hmm…das müssten jetzt sage und schreibe 18 Saisons her sein…damals, als wir zusammen angefangen haben und er hinterher als 18. abgestiegen ist!“
Sage und Schreibe 82 Tore verballerten die griechischen Mannschaft an den vergangenen 2 Spieltagen, im Schnitt waren dies über 5 Tore pro Spiel. Dem eigenen Saisonstart, von außen betrachtet eher durchwachsen (4:0 und 0:4), wollte Pippo nur wenig Beachtung beimessen, obwohl ihm der Frust von der 0:4-Auftaktpleite gegen Panathinaikos noch deutlich anzumerken war: „Ich bin gerade erst eine Woche da, die Mannschaft soll erstmal meine Ideen zum System umsetzen. Und ich meine damit kein 5-5-3 oder 3-3-2, wie es unser Liga-Hansel…äh…Harsel…in den nächsten Spielen zu bevorzugen scheint. In unserem Verein bin ich jedenfalls nicht verpflichtet worden, um 8 oder 14 Spieler auf den Platz zu stellen, das kann
nämlich auch der Enkel unseres Rasen-Instandhalters. Neinnein, das hat mit einer „Taktik“ erstmal wenig zu tun, und außerdem: wo ist da der Torhüter? 5 in der Abwehr, 5 im Mittelfeld und 3 Stürmer ist ja schön und gut, aber wenn hinten keiner hinlangen darf und die Hansel-Truppe jetzt so weiterspielt, dann zeige ich dem großen Hauptstadt-Verein im Rückspiel mal, wie wir die Kiste mit 4 Toren Unterschied gewinnen! Was soll’s, wenigstens haben wir im zweiten Spiel den griechischen Top-Meisterschaftsfavoriten AO Veria klar schlagen können…zumindest, wenn man nach Meinung der europäischen Kollegen gehen darf. Aber was heißt das auch schon, so am schwierigen Anfang der Saison!?“
Eine neue Liga, ein neuer Start. So heißt es auch für Trainer Pippo, der seinen Weg aus dem kühlen Norden über einige Umwege wieder zurückgefunden hat in die warmen Gefilde der Alpha Ethniki. Ein paar Jahre ist es schon her, dass man in Volos Erfolge feiern konnte, aber genau dahin möchte man zurück. Genau hier, in diesem Kult-Land, was Copa-Fußball angeht, findet man sich nun wieder zwischen Neulingen, alten Hasen und vor allem in Europa Gescheiterten. Wer es woanders in Europa nicht geschafft hat und in einer ersten Liga zu den Absteigern zählte oder knapp daran vorbeischrammte (Blackflyingdog, Dino Lambretta, Roberto Carlos 2,
Pippo), wer auch in der zweiten Ligen kein Bein an die Erde bringen konnte (dietmar harsel) oder wer nach langer Abstinenz mal wieder unter Möchtegern-Meistern und Strategie-Suchenden einen Einstieg sucht (Büttnaldo, Luclevestlel0ngue), der versucht es nun hier. Im Land der Gescheiterten. Natürlich gibt es Ausnahmen unter den Trainern, auf die nichts dergleichen zutrifft und die sich passabel geschlagen haben (SamiNo, zeugeyeboahsHH, Powerkraut), wobei zwei der letzteren wohl die lange Verbundenheit zur Alpha zurückzuholen scheint. Eine bunt zusammengefüwrfelte Truppe bislang in Greichenland. Die Karten sind gemischt, lasst also die Spiele beginnen!
Trauriges Ende bei Örgryte IS Göteborg. Vor den letzten beiden Spielen steht man in der Tabelle auf dem letzten Platz, und wenn man den letzten Trainingseinheiten der Mannschaft beigewohnt hat, weiß man, dass auch das Team den Glauben an den Klassenerhalt verloren hat. "Diese Saison verlief unglaublich unglücklich für uns, einfach unfassbar. So viel Pech habe ich noch nie in meiner Laufbahn erlebt", so Trainer Pippo. So viel Pech neben so viel Glück, müsste man anmerken, den ebenfalls unglaublich, aber
wahr: Trainer Pippo ist 2 Spieltage vor Schluss Trainerfux! Das hat es bestimmt noch nie in der Geschichte der Allsvenskan gegeben. Ebensowenig wie einen Abstieg unter dem einstigen Erfolgstrainer aus Finnland und Dänemark. Aber dies scheint die Konsequenz einer Saison, in der der Trainer auch wenig Zeit für seinen Verein opfern konnte. Zu den Spieltagen war er immer gerade noch da, für mehr reichte es dann allerdings meist nicht. Ein "alter Schwede" wird der Exil-Finne mit einer solchen Saisonbilanz sicherlich nicht. *knips*
Turbulente Szenen auf der vorletzten PK in diesem Jahr von ÖISG. Nach mehreren Wochen hatten Verein und Trainer mal wieder etwas zu verkünden,kündigten dies weit im Voraus an, und dementsprechend war dann auch das Presseaufgebot bei Göteborgs Winzlingsverein. Die Öffentlichkeitsarbeit ließ in letzter Zeit arg zu wünschen übrig, kaum verwunderlich also, dass bei einer angekündigten Pressekonferenz ein Paukenschlag folgen würde: Der Verein und Trainer gaben ihre einvernehmliche Trennung bekannt. "Es hat in letzter Zeit einfach nicht mehr gepasst, leistungsmäßig, aber vor allem auch zeitlich. Daher ist eine Trennung in
diesem Moment, wo wir noch nicht akut abstiegsbedroht sind, am besten. Wir haben uns im Guten geeinigt und können diese bisher recht zufriedenstellende Zusammenarbeit vielleicht in naher Zukunft fortführen. Mit dieser wenig erfreulichen Nachricht wünschen wir unseren treuen Anhängern und Trainerkollegen trotzdem schöne Weihnachts- und Feiertage. Für uns beginnt ab heute Abend die schwere Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Aber für einen solide geführten schwedischen Verein wird sich schnell ein würdiger Trainer finden, da sind wir uns sicher." Damit auch von der Redaktion ein FROHES FEST und bereits vorab ein FROHES NEUES JAHR 2010 !
Die Diskussion um den Informationsgehalt eines Wetterberichts hat diesen Beitragl ins Leben gerufen. Er soll die Augen öffnen für diese ansonsten immer kürzer gehaltenen Artikel in der heutigen Zeitungswelt. Zu verstehen als winziges Loblied auf dieses unterbewertete und zu Unrecht verurteilte Kleinod der heutigen Medienlandschaft!
Es gibt Menschen, die sagen, ein Wetterbericht sei sterbenslangweilig. Ungefähr so wie eine Talkshow, nur ohne Gäste, bei denen in diesen neumodisch medialen Tratschrunden ohnehin nur das erzählt wird, was niemand wissen möchte. Doch es gibt auch Leute, die sehen das anders. Man kann, wenn man denn will, in einem Wetterbericht mehr sehen als die bloße Information für die Wahl der eigenen Kleidung am nächsten Tag. Nehmen wir den Langzeitwetterbericht: „Es wird kälter in Europa, jeden Tag ein wenig mehr“. So etwas hätte im übertragenen Sinne schon viel mehr Aussagekraft, wenn man nichtegoistisch denkt. Noch simpler wird es mit der Aussage, „das Tief Angie fegt ab morgen über Deutschland hinweg und wird, zusammen mit Tief Guido, ein Chaos hinterlassen“. Aber was haben nun eigentlich Wetterberichte, im übertragenen oder nicht übertragenen Sinn, nun eigentlich mit Fußball zu tun?
Nehmen wir ein Beispiel: bei den neuesten „Apps“ (zu deutsch: Anwendungen) für iphone & Co. wird deutlich, warum das Wetter auch für den gemeinen Fan interessant ist: „Nachrichten, Börse, Wetter und Fußball“. Solche Apps gibt es fast nur noch im Bündel, werden in einem Atemzug genannt. Wem es gegönnt ist, solche Apps zu verwenden,
hat alles, was er braucht. Nachrichten, Börse, Wetter und Fußball. Herz, was willst Du mehr? Früher hieß das noch Fußball, f*****, Alkohol. Das gibt es nun wiederum noch nicht als App. Oder etwa doch? Wer diesen neumodischen Schnickschnack gutheißt, hat darüber wahrscheinlich schon nähere Informationen.
Nehmen wir noch ein anderes Beispiel, an dem noch deutlicher wird, wie ähnlich sich der Wetterbericht und Fußballspiele eigentlich sind. Ein Bonner Professor für Meteorologie will herausgefunden haben, dass es erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen Klima, Wetter und Foppes gibt. Die Anzahl der Spielzüge bis zu einem Tor sei beispielsweise genauso schwierig vorherzusagen, wie die Information, an welchem Tag an welchem Ort ein Gewitter niedergeht. Weit hergeholt und extrem dünn, diese Behauptung. Aber es geht noch weiter: Zufallselemente gibt es sowohl beim Wetter (örtliche und zeitliche Variationen von Windstärken und Temperaturen) als auch beim Fußball (Unebenheiten auf dem Spielfeld, körperliche Verfassung der 22 Spieler etc.). Und aus einer Langzeitbetrachtung von Fußballspielen (Wetterereignissen) ergibt sich eine Statistik, die mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit eine Aussage zu kommenden Spielen (Wetterprognosen) zulässt. Zugegeben, ebenfalls alles sehr weit hergeholt. Aber an der Wahrscheinlichkeit ist sicher was dran, denn auch ein kluger Fußballer hat einmal gesagt: „Ja gut…äh….ich weiß jetzt nicht, warum wir verloren haben, wahrscheinlich, weil die anderen gewonnen haben.“ In solchen Wahrscheinlichkeiten liegt also mit Bestimmtheit ein Funke Wahrheit!
(187)
Es hat etwas gedauert, bis sich Trainer Pippo durch den neuen Band zum 50. Geburtstag des kühnen gallischen Recken geschmökert hatte. Der 34. neue Band „Asterix und der quakende Clown“ steht neu in den Regalen, und schon verkündet der Verlag den bereits o.g. Titel für die kommende Jubiläumsausgabe. Von der Story soll er dem früheren Band „bei den Goten“ ähneln, da auch hier als Thema das Machtgehabe, Rechthaberische und v.a. die Querelen unter den einzelnen Gruppierungen im Vordergrund stehen. „Ich bin mir sicher, das wird wieder ein großer Spaß“, so Trainer Pippo, der ganz froh ist, dass seinem Erscheinen im Nordland nicht allzu viel Aufmerksamkeit geschenkt worden ist. „Da hatten wohl meine Kollegen ebenfalls viel zu lesen und zu schmunzeln und waren durch diese
äußerst pittoreske Geschichte, die ja ihren Ursprung in einem fußballerisch aufgehübschten Reisebericht fand, in ihren Bann gezogen.“ Somit war für Pippo „Zurücklehnen, Lesen und Genießen“ in den ersten Tagen nach der Unterschrift in Göteborg angesagt, wobei der Coach klarstellte, dass das mit dem Zurücklehnen nicht auf die Einstellung für die kommenden Spiele gelten solle. „Dass meine Herkunft nicht überall für Freude sorgt, wird die Mannschaft auf dem Platz spüren, da sind wir uns sicher. Aber mit meinem kistenweise importierten „Zaubertrank“, den es bei meiner letzten Station im Burgund an jeder Ecke im Überfluss gab, werden wir hier einen großen Kampf bieten! Und wenn die Querelen hier anhalten, kann man dem Ganzen vielleicht ein Schnippchen schlagen.“
(186) (Saison 23-26 war zuvor nicht mitgezählt. Anm. d. Red.)
Die ersten 4 Spiele sind gespielt, und so langsam haben sich wieder alle an den Spielalltag gewöhnt. Sogar die Zeitungsschreiber, wie es scheint.
Gestern Morgen klingelte dann das Telefon in der Presseabteilung des FC Gueugnon mit der Anfrage, ob es nicht möglich sei, für den finnischen Reporter Petri Grassamen ein Interview mit Trainer Pippo zur „Lage der Saison“ zu ermöglichen. In Zusammenarbeit mit dem Trainer vom FC Gueugnon ist also wieder einmal eine Prognose zum Ligastart druckfertig. Alle statistischen Angaben beziehen sich allerdings nur auf die Zeit bis zur Saison 22. Hier das Ergebnis, gnadenlos, subjektiv, unverzeihlich!
FC Nantes Atlantique
Der Augenblickliche Tabellenführer der Ligue 1 spielt unter der Führung von Jules Vernes einen äußerst offensiv ausgerichteten Fußball. Der Trainerneuling tritt bei diesem Verein in hochkarätige Fußstapfen bei einem der renommiertesten Vereine Frankreichs. Knut Lüders führte den Club in 11 Jahren 3 mal zur Meisterschaft und sogar zum UEFA-Cup- und Champions-League-Gewinn, ehe Eierbaum ebenfalls 11 Jahre ans Ruder durfte, den Club aber direkt zu Beginn in die 2. Liga führte und von dort nicht mehr heraus. Alles neu macht der Oktober, und so darf Jules Vernes in der 1. Liga wieder neu anfangen, hoffentlich nicht mit dem gleichen Geschick wie Eierbaum. In der Oddset-Statistik traut ihm trotz Offensivtaktik jedenfalls niemand den Titel zu, und ob mit diesem Spielstil am Ende die Kraft wirklich reicht, darf bezweifelt werden. Tipp: Platz 6-14
Paris St. Germain FC
Der aus Hessen stammende Trainer Sven_Weinmann ist fast schon ein alter Haudegen und hat bereits viel in seiner Trainerkarriere erlebt, bevor er nun beim größten Club in Frankreich unterschrieb. Diverse Stationen in Deutschland, England, Bolivien, Finnland und Tschechien hat er hinter sich gelassen, doch darf bei seinem sprunghaften Wesen bezweifelt werden, dass er in Frankreich länger bleiben wird. Außer bei Burnley FC hat er es immer nur eine Saison nach Unterschrift ausgehalten, anzunehmen, dass er auch nach dieser Saison das Handtuch wirft und weiterzieht. In Tschechiens und Boliviens 1. Liga wurde er am Ende seiner Saisons immerhin Tabellen-3, mal sehen, was passiert, wenn er dies in Frankreich schaffen würde. 3 Siege aus 4 Spielen sprechen eine deutliche Sprache, und das mit einer guten Taktik aus einer recht stabilen Abwehr heraus. Ob 9,4% der Oddset-Tipper momentan Recht behalten, wird man sehen. Tipp: Platz 1-5
AS St. Etienne
Warum sich Trainer Beat Uhse in der Bretagne, weit weg vom französischen Zentralmassiv, niedergelassen hat, weiß niemand so genau. Der Selbsternannte Trainer-Haudegen (Quellen können seine bisherige Tätigkeit nicht belegen) wird aber schon wissen, was er da tut. Momentan auf Platz 3, gibt der Coach ein Ziel im Mittelfeld an, was er auch bstimmt erreichen wird. Mit genügend Würsteln und Älplermagronen dürften ihm die Kräfte dafür auch nicht so schnell ausgehen. Tipp: Platz 6-10
FC Metz
Der in Deutschland beheimatete Schein-Italiener Ernesto (Ernie) Ernezano übernahm die Geschicke des FC Metz. Auch er kann 3 Siege aus 4 Spielen auf seinem Konto verbuchen, allerdings ist die Defensive weitaus wackliger als anderswo. Zu Beginn der Saison gab er als Ziel das obere Tabellendrittel an. Das dürfte auch realistisch sein, den Titel traut ihm jedenfalls niemand in ganz Europa zu. Tipp: 7-12
ES Troyes Aube Champagne
Der ES Troyes hat mit Trainer Slaver ebenfalls einen Neuling in der französischen Liga verpflichtet. Der Trainer selbst hält sich relativ bedeckt und hält sein Privatleben ziemlich anonym. Einen guten Saisonstart kann er vorweisen, keine Frage. Die Defensive scheint gut eingestellt, erst 4 Gegentreffer. Doch nun stehen 3 ganz schwere Aufgaben vor dem Team: auswärts gegen Lyon, zu Hause gegen Monaco, dann wieder auswärts gegen Marseille. Die Spiele werden für den Trainer und das Team richtungsweisend, danach lässt sich die Mannschaft sicher besser einschätzen. Derzeitiger Tipp: oberes Tabellendrittel. Stade Lavallois Mayenne FC
Ähh...wo ? Ganz im Nordwesten Frankreichs liegt diese 50.000-Seelen-Gemeinde samt Stadion für knapp 20.000 Zuschauer. Trainer Simple Minds teilt sich derzeit den Rang des „Schafs“ mit Slaver, auch aufgrund der letzen beiden (kuriosen) Spieltage, wo man auswärts mit 1:0 gewann, dann aber zu Hause nur 0:0 gegen den augenblicklichen Tabellenletzten spielte. Doch holte man immerhin bei nur 5 geschossenen Toren beachtliche 8 Punkte. Der Trainer scheint die Kräfte seines Teams gut zu haushalten, und mit etwas mehr „Fux“-Glück kann er es sogar zum Titel schaffen. Tipp: 1-5
FC Geugnon
Trainer Pippo versucht sein Glück nun in Frankreich. Er will hoch hinaus, doch ob ihm sein Hang zum Hochprozentigen da nicht einen Strich durch die Rechnung macht? In Finnland hatte er einen namhaften Vodka-Produzenten als Hauptsponsor aufgetan, hier erschienen bereits erste Berichte vom Trainer im Rauschzustand. Und er hat keinen Hehl daraus gemacht, wieder in den hohen Norden zurück zu wollen. Freuen wir uns also auf ein Gastspiel des einstigen Erfolgstrainers, nun im Lande des Baguettes, des Weins und des savoir vivre. A votre sanitär! Tipp: -
AS Monaco
Der Verein des Fürsten wird von „Le Monsieur“ Nili Nil trainiert. Inzwischen ist es für ihn die 9. (eigentlich 13.) Saison, allerdings bisher mit nur einem vorzeigbaren Erfolg: Dem Gewinn des UEFA-Cups. Trotzdem sammelte sich Nil immerhin schon 300 HoF-Punkte durch einige weitere Vizemeisterschaften an. Die Fangemeinde ist hungrig auf einen weiteren Erfolg, so langsam müsste es mal für den Titel reichen. Das skandieren auch die Fans, die derzeit regelrecht ins Stadion getrieben werden müssen. Wenn Beate Uhse jetzt mal kommen würde, wäre die Hütte auch mal wieder voll, doch da hatten sich scheinbar nicht nur die Fans verlesen. Ansonsten in der Liga bislang ein durchwachsener Start, vielleicht kommt die Motivation zurück, wenn der Fürst wieder zu den Spielen erscheint. Das Potential steckt auf jedem Fall in der Mannschaft. Tipp: Ein
heißer Kandidat auf den Titel (Oddset: 40,4%!)
FC Sochaux-Montbéliard
Trainer W.Power entschied sich nach langem hin und her schlussendlich für den FC Sochaux und nicht für Girondins. Momentan sieht es nach der richtigen Entscheidung aus. Doch wie wird sich der Trainerneuling behaupten? Und bleibt das Wechsel-Wuseltum bestehen? Und werden sich die Spieler querstellen, wenn im Training mit bleibehängten Trikots trainiert wird? Jede Menge offene Fragen, die nur die Zeit beantworten kann. Tipp: Mittelfeld
Olympique Lyon
Staudi 16 übernimmt die Geschicke des Vereins mit dem großen Namen. Zumindest klingt er so. In der Realität sah es bislang ganz anders aus. Auch Trainer, die 4 oder 5 Jahre in Lyon weilten, hatten kein Glück und suchten das Weite. Eine neue Führung musste her, und vielleicht tut ein junger Coach dem selbsternannten UEFA-Cup-Anwärter gut? Bislang war es jedenfalls ein durchwachsener Start mit vielen Gegentoren. Allerdings steht man in der Fux-Liste gut dar, also dürfen wir uns noch auf ein paar spannende Spiele freuen. Tipp: Mittelfeld.
Amiens SC
Trainer puessi ist das einzige bekannte Trainergesicht für Kollege Pippo. Kaum war Pippo damals in Finnland, kam puessi einen Monat ebenfalls in den hohen Norden. Seine größten Erfolge feierte er allerdings in Portugal und Österreich, wo er Meister wurde bzw. in die erste Liga aufstieg. Nun also ist der Dino in Frankreich und scheint das Treibnen erstmal in Ruhe zu beobachten. Aber mit ihm darf man oben sicher noch rechnen (Oddset derzeit: 6,3%). Tipp: UEFA-Cup
FC Istres Ouest Provence
faras kennt das Geschäft ebenfalls schon sehr gut und war zudem auch schon eininge Jahre in Frankreich tätig, damals noch mein RC Lens. Sein Ziel mit Platz 1-5 scheint nach dem verkorksten Saisonstart dennoch etwas hoch gegriffen. Wenn er nicht schnell das Ruder herumreißt, kann er auch schnell von unten betrachtet auf seinen Wunschplätzen landen. Und mit Phrasenbingo allein kommt man nicht in die nähe der Top-Plätze. Höchstens in der Schaf-Wertung, derzeit hier: Platz 6. Tipp: unteres Drittel
La Berrichonne de Châteauroux
Die Zentralfranzosen, lange Zeit von Tante Käthe trainiert, sicherten sich die Dienste von Trainerneuling Thwasu. Er ist bislang nicht in Erscheinung getreten, weder auf einer PK vor versammelter Presse, noch beim Training. Hat der Verein eine Ente als Meldung herausgegeben? Ist der Name „Thwasu“ nur eine Alibi-Erfindung, um offiziell nicht ohne Trainer in die Saison zu starten? Das Alter des Trainers wird jedenfalls mit „0“ angegeben, Grund genug anzunehmen, dass dort irgendwas nicht stimmt. Wenn das auffliegt, ist der Skandal perfekt. Und der Absturz ebenso. Tipp: Abstiegsplätze
Clermont Foot Auvergne
Wenn man der (reduzierten) Statistik glauben darf, ist Otto Baric in Frankreich derzeit DAS erfolglose Trainer-Urgestein schlechthin. Seine Stationen in seiner langen Laufbahn sind nicht immer nachvollziehbar gewesen, andere reden von mehreren Auszeiten zur Selbstfindung in Norwegen. Der Österreicher ist jedenfalls wieder da und kassiert derweil fleißig Unentschieden und Niederlagen, zuletzt jeweils 2 in Folge. Tipp: unteres Tabellendrittel
FC Tolouse
Nino Tonsa ist auch noch ein unbeschriebenes Blatt und sammelte zuletzt Erfahrungen in der Volksrepublik China. Nun schleicht er sich nach Europa und traut sich gleich mal den Sprung auf die UEFA-Cup-Plätze zu. 2 Niederlagen in Folge bei 0 geschossenen Toren sprechen eine deutliche Sprache. Der Trainer wird die Saison nicht überstehen. Tipp: Abstieg
Olympique Marseille
donmh1 schleicht sich ebenfalls nach Europa und schickt dafür seinen Namensvetter-ohne-1 in die Wüste nach Australien. Der einstige Südamerika-Spezialist will hier einen schnellen Fußball spielen lassen, doch hapert es noch etwas mit der Sprache („Vive la dings…“). Er will jedenfalls etwas erreichen, und wenn er nicht von wilden Taxifahrern in Marseille überrollt wird, könnte ihm das noch gelingen. Tipp: oberes Mittelfeld
US Créteil
Tja, das war es schon wieder vorbei...Trainer 2fast4you ging es wohl etwas ZU schnell, und schon stand er wieder auf der Straße. Derzeit ist der Verein immer noch trainerlos, und 2fast4you immer noch Vereinslos. Tja, so ist das mit den Bazis in Frankreich (und nicht nur dort): keiner versteht sie, und keiner will von ihnen verstanden werden. Eine personalisierte Kernschmelze. Tipp: Abstieg
Angers SCO
Man könnte meinen, hier hat sich ein angelsächsischer Verein verirrt. Daniel M, Le sMii oder auch sMiiLe , nicht zu verwechseln mit dem Haushaltsgerätehersteller Miele, will den Abstieg vermeiden. Mit etwas Anstrengung könnte ihm das vielleicht sogar gelingen, sein Ziel bei entsprechender Pressearbeit sogar mehr als realistisch. Tipp: 11-16
AS Valence
Der andere Hesse, Stroggi, hat im Gegensatz zu seinem Herkunftskollegen Sven_Weinmann (!) schon wieder seine Sachen gepackt, evtl. sogar packen müssen. Gerüchte kreisen, aber nichts Genaues wurde bekannt. Die Tabellensituation ist jedenfalls denkbar schlecht und wird auch so bleiben, wenn sich kein passender und engagierter Coach findet. Tipp: Abstieg
FC Girondins de Bordeaux
Der Rekordmeister ist Tabellenletzter, wer hätte das gedacht. Louis van Gaal, vom Namen her ein Trainer von Weltrang (haha), hat noch nicht den Hebel umlegen können und sucht noch die Form. Aber in diese Fußstapfen von Mike Gaertner nach 22-jähriger Regentschaft zu treten, ist wahrlich kein leichtes Unterfangen. Van Gaal hat klugerweise kein Saisonziel ausgegeben, erstmal abwarten, scheint die Devise. Vielleicht geling es dem Trainer, in den nächsten Spielen die Tormaschine anzuwerfen, denn das bislang erzielte einzige Tor sollte doch hoffentlich nicht das Einzige bleiben..? Tipp: Mittelfeld
Damit ist die Kurzübersicht komplett. Die Redaktion möchte abschließend noch betonen, dass gegen niemanden persönliche oder vereinsbezogene Abneigungen in irgendwelcher Form bestehen oder bestanden. Alle Berichte wurden „frei Schnauze“ verfasst und sollten nicht als persönlicher Angriff verstanden werden.
Pippos Abrechnung mit der Zeitung - hoenessartige Pressekonferenz
(135) Der Ligaalltag ist zurück. Oder zumindest die Realität. Der neue Trainer in Gueugnon scheint vom (ersten) Delirium wieder einigermaßen erholt, hat sich für die Saison wieder sortiert und die 27 Flaschen vom geleerten und neuen Freund namens Burgunder („Ein ve…veddammt…sssüffiches Ssseuch“, O-Ton vom Trainer) dem Altglas zugeführt. Somit könnte es also richtig zur Sache gehen. Könnte man annehmen! Doch scheint die französische Liga noch teilweise im Halbschlaf. Einige Mannschaftsleiter saßen bei den ersten Spielen nicht einmal auf ihrer Trainerbank, andere analysierten auf Teufel-komm-raus die ersten Spiele ihrer Mannschaften und erfreuten sich an der aktuellen Tabellensituation. Das zehrte scheinbar an den Nerven Pippos, der daraufhin auf einer hoeneßartigen Pressekonferenz nach dem ersten verlorenen Auswärtsspiel seinem Unmut der Presse gegenüber freien Lauf ließ: „Spiel analysieren…ich soll hier das Spiel analysieren, ich werd’ verrückt. So machen
das vielleicht andere…wenn ich das schön höre: „Wir haben 4:0 gegen den oder 2:3 gegen den gewonnen oder verloren“…Das könnt ihr gefälligst selber machen, ihr lieben Journalisten! Was nützt es mir denn, vor den Reportern mein 4:0, 1:3 oder den Tabellenplatz 11 zu wiederholen? Das kann schließlich jeder noch in 100 Jahren in irgendwelchen Statistiken nachlesen! Außerdem schreibt ihr doch sowieso, was ihr wollt in euren Zeitungsartikeln…bei dem ganzen Mist, der da verzapft wird…Und dann, das muss man sich mal vorstellen – dann beklagen sich auch noch einige Journalisten, es gäbe nichts zu berichten, das ist ja wohl die größte Unverschämtheit! Was glaubt ihr eigentlich, wofür wir uns hier jeden Tag den Arsch aufreißen, nur damit ihr Eure Zeitungen, Zeitschriften und täglichen Fußball-Berichterstattungen voll bekommt? Eure […] Artikel in den Zeitungen – dafür seid ihr doch verantwortlich und nicht wir! Was glaubt ihr eigentlich…?“
(189) Es ist alles nicht einfach. Fieberhaft suchte Trainer Pippo diese Woche nach einem veröffentlichungswürdigen Thema für die Zeitungsschreiberlinge, doch auch ihm wollte so recht nichts einfallen. Mit „Schreibblockade“ oder „Unlust“ wollte der Trainer dieses Thema auf der letzten PK nicht abtun. Sicherlich, es gibt wieder eine Kolumne im Land, doch darüber ist allein im Vorfeld schon genug geschwätzt worden. Wer in Schweden die Hosen voll und die Clownsnase im Gesicht hat, ist ebenso klar und nicht mehr diskussionswürdig. Da unterhält man sich mit den Ligakollegen doch besser übers Kuchen essen und Lampen einschrauben. Und erhöht damit sein TK um wertvolle 0,3 Pünktchen!