(211) Schlussspurt. Das Finale der 29. Saison ist eingeläutet, keine Zeit mehr für zurückhaltendes Herumtaktieren, langwieriges Geschwafel über Kurioses, Bedeutungserklärungen suomischer Vokabeln und dergleichen. Es geht nur noch um Siege, bedingungslosen Kampf und darum, wer am Ende oben steht. Und wer bei den Fischen schläft. Und dazu geht Pippo jetzt auf die Matratzen.
Ja, auf die Matratzen. Der Don und Clemenza haben es bestens vorgemacht, ebenso Solozzo, Barzni
und die Tattaglia-Familie. Sie alle waren bereits auf den Matratzen und haben, gestärkt durch jeder Menge Cannoli und Sfogliatelle, diese Kämpfe durchgehalten. Gut, ein paar sind am Ende auf der Strecke geblieben….Doch in Vantaa werden zum Schluss nochmals alle Kräfte mobilisiert, und dazu hat sich Pippo mit jeder Menge süßem Gebäck eingedeckt, dass zur Not auch einen tröstenden Nebeneffekt hat. Aber wer weiß? I sogni si avverano per chi sa aspettare ;-)
(210) Finnland – ein Land der wenigen Einwohner, nie untergehenden Sonne, der Er-Finn-der oder auch des gehobenen Alkoholkonsums. Das alles hatten wir bereits in den vorausgehenden 7 Folgen beleuchtet. Nun, in Teil 8 dieser Reihe, widmen wir uns der Kuriosität schlechthin, wobei auch das Naheliegendste eigentlich unausweichlich erscheint: die eigene, virtuellen Liga. Wie stellen die kuriosesten Kuriositäten in dieser Liga (bis dato) einmal vor.
Man muss eigentlich nicht lange in den unendlichen Weiten des world wide web suchen, um irgendwelche kuriosen Geschichten auszugraben. Eigentlich hat man, ohne dieses lange Gesuche, das beste Beispiel Woche für Woche vor den eigenen Augen. Die finnische Veikkausliiga als pars pro toto, ihre Stars, Schreiber-Sternchen und Schweiger (eingebettet in atemberaubender Alliteration) mit ihrem konglomerierenden und teils pittoresken Zusammenwirken, aus dem in der finnischen Medienlandschaft Woche für Woche eine Satire entsteht, die ihresgleichen sucht. Sehen wir uns beispielsweise das Phänomen broTiger an (Platz 5 in unserer Liste): Schon zur Herbstmeisterschaft wurde ihm der steile Absturz vorhergesagt. Was passiert? Den 12. Spieltag in Folge hält sich der TK-Knapser und oberste Trainerfux an der Spitze! Kurios! Ebenso kurios und auf Platz 4: das Tabellenende mit PLM2. Seit 8 Spieltagen gibt es hier ebenfalls keine Änderung.
Weiter im Text mit Platz 3: die finnische Sauna sorgt ebenfalls für Kuriositäten. Wurden die Ausgaben des Slätterkarl schon des öfteren als Schmierblatt denunziert, entspringt zugegebenermaßen doch manchmal ein Fünkchen Wahrheit diesem Käseblatt. Dazu ist hier auch noch kurios, dass ein Stehplatz hier einem eher mittelprächtigen bis ungeliebten Verweilen gleichkommt, obwohl dies im Stadion die wohl beliebtesten Plätze sind. Hier gibt es die schönsten Gesänge, die
härtesten, eingefleischtesten Fans, die höchste Vereinsidentifikation, kurzum: am meisten Stimmung! Und das dürfte eigentlich in unserer Ligasauna nicht anders sein. So aber: eindeutig kurios!
Kommen wir zu Platz 2 und zum Verfassser des Käseblatts, PaddingLutscher. Kein anderer Kolumnenschreiber in Europa kämpft derart nah an den Abstiegsplätzen ums Überleben bzw. den Verbleich in der höchsten Spielklasse wie er. Da sollte ein Kolumnist eigentlich den totalen Durchblick durch den Ligaalltag haben, die Mitspieler besser kennen als die sich untereinander, und, beispielsweise wie in Serbien/Montenegro oder Portugal, um die Meisterschaft mitspielen. In Finnland gilt dies nicht und damit ebenfalls als kurios.
Auf Platz 1 ist aber, zum derzeitigen Zeitpunkt unübertroffen, Kollege van Lezz. Auch wenn es der Redaktion gewaltig gegen den Strich geht, dass wieder und wieder über diesen Vodkafabrikanten berichtet wird und er sich als Trash-Phänomen, vergleichbar mit einer Daniela Katzenberger oder Gina-Lisa, ständig in die ersten Reihen drängeln muss, ohne wirklich etwas zu leisten: für Kuriositäten sorgt der Mann, das muss man ihm leider (auch als „Leistung“ durchgehen) lassen. Wie kann man in einer Woche vom selbsternannten Titelaspiranten zum Nichtfavoriten verkümmern, obwohl die Mannschaft beide Wochenendspiele gewonnen hat und sich Tabellen-Zweiter nennt? Dieser Kerl bemängelt, dass er auswärts nicht mit 2:1 gewinnen kann, was aber logischerweise kein Wunder ist, wenn die Mannschaft so eingestellt wird, dass sie 6 Tore schießt! Und nun hat der Count auch noch 5 Heim- und 3 Auswärtsspiele vor sich, beklagt sich aber über seine schlechte Tordifferenz. Wir sind eindeutig der Meinung: das ist so kurios, wie es seinesgleichen sucht. Doch wir freuen uns natürlich auf jede Menge weitere Kuriositäten, gerne auch weiter in der eigenen Liga!
(209) Finnland – ja, wir hatten das bereits im letzten Artikel – immer noch ein Land des Alkoholkonsums. Der gemeine Finne an sich ist jedoch nicht fixiert auf Vodka, sondern genießt auch andere landestypische Spezialitäten, wie z.B. den finnischen Glühwein, kurz „Glögi“. Über die Semantik dieses Begriffs lässt sich vielleicht nochmal der Count gesondert aus…
Jedenfalls kam im Dezember letzten Jahres ein chemisch unwissender Finne auf die Idee, seinen Glühwein im Wasserkocher zu erhitzen und diesen kurzerhand an mehr als ein Dutzend Personen auszuschenken. Nun lernt heutzutage jedes Kind im Chemieunterricht, was ein pH-Wert ist und dass Wein, auch Glühwein, einen gewissen Anteil an Säure enthält. Für unsere Leser im Vorschulalter: Ein niedriger pH-Wert bedeutet eine
saure Lösung, die, v.a. im heißen Zustand, recht aggressiv mit Metall reagieren kann, was zu Korrosion und nicht zuletzt zu einem Auflösen von besagtem Metall führen kann (je nach Art der Säure und des Metalls). Wenn sich eine Heizspirale aus Kupfer in einem Wasserkocher befindet, der eigentlich nur für das Erhitzen von Wasser konzipiert wurde, muss man sich demnach nicht wundern, wenn die Glühweinkonsumenten mit Leber- und Nierenschäden ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Der Inverkehrbringer des Glühweins beschwerte sich anschließend, es hätte sich kein Hinweis auf der Glühweinverpackung befunden, dass man das Getränk so nicht hätte erhitzen dürfen. Allerdings steht auf Kirschen auch kein Hinweis zur Vorsicht, dass diese Früchte verschluckbare Kleinteile enthalten….
(208) Finnland – ja, wir wissen es alle - ein Land des Alkoholkonsums. In der finnischen Zeitungslandschaft begegnet uns der Umgang mit Vodka ständig, auch wenn es ein nicht immer korrektes Bild dieses nordischen Landes widerspiegelt. Das ist zwar nicht sehr seriös, bringt aber in einigen Fällen auch mal sein Gutes mit sich.
Wie geschehen im März 2005: In Planica/Slowenien kippt sich einer der berühmtesten finnischen Ski-Weitspringer, Janne
Ahonen, zusammen mit seinem Skisprungkollegen 24 Dosen Bier hinter die Binde und landet am darauf folgenden Morgen im volltrunkenen Zustand einen 240-Meter-Sprung, den er leider nicht im Stehen vollendet. Somit also kein gültiger Weltrekord, der dummerweise auch noch mit einer Verletzung einhergeht. Um einer Blutprobe zu entgehen, lässt er seine Verletzung nicht einmal in Slowenien behandeln. Bleibt aber natürlich die Frage: Hätten er mit 25 Dosen die 250 Meter geschafft?
(207) In dieser Woche gibt es keine Ausgabe des Kuriosititätenkabinetts. Das liegt nicht etwa an mangelndem Schreibstoff, wie so mancher denken könnte. Themen liegen genügend vor und sind bereits vorselektiert. Nein, nach langer Zeit wird es einmal wieder Zeit, der Realität ins Auge zu blicken, denn es ist – auch während Pippos Urlaub letzte Woche – viel passiert, über das zu berichten lohnt.
Man spielt und schreibt Kuriositätenartikel, in der darauffolgenden Woche das gleiche, und so weiter und so fort. Man könnte meinen, in Vantaa ist der reguläre Spielbetrieb völlige Nebensache. Wie die Mannschaft spielt, entweder knapp gewinnt, dann wieder mal 0:6 verliert, anschließend mal ein 4:4…alles egal? Denkste! Trainerfuchs Pippo hat für jedes Spiel seine tatischen Überlegungen, so viel steht fest. Doch wenn es, wie bislang, die wenigen Skandale im Lande erlauben, dann lenkt er gerne ab vom regulären Spielbetrieb und diesbezüglicher Berichterstattung und schleicht sich, ganz unauffällig und ohne wöchentliche Kommentierung, langsam ins obere Tabellendrittel. Die kompletten ersten 3 Spieltage schaute man sich die Konkurrenz noch von ganz unten an, ohne dass im Verein Hektik
aufkam oder am Trainer gezweifelt wurde. Nicht einmal von der überregionalen Presse. Doch zur Saison-Halbzeit darf man mal wieder kurz den Tunnelblick verlassen und sehen, was sich so um einen herum tut.
Die Zeitungslandschaft blüht einigermaßen – wie gesagt, ohne wirklich große Skandale – , für einige Vereine gibt es ein reges Auf und Ab, nur an der Spitze ist für Pippos Geschmack deutlich zu wenig Fluktuation. Der Herbstmeister verballert seine Kräfte und wird dies bald zu spüren bekommen, der Count hat inzwischen auch als letzter Finne seine weiße Weste beim Quiz verloren, und siehe da: Allianssi Vantaa trauen inzwischen sogar 22,2% der international tätigen Trainerkollegen den Titel in Finnland zu. Das sah vor 2 Wochen mit 2,2% noch ganz anders aus, als man in der Kollegen-Sauna noch weit hinten einen Stehplatz hatte. Wem man von nun an im Sitzen auf den Schniepel schauen und vielleicht demnächst mit der Kelle auf den Allerwertesten dreschen darf, bleibt abzuwarten. Die Chance dazu, die man eigentlich nicht hat, will man in der Rückrunde nutzen, und wenn, wie vom Käseblatt prophezeit, doch nur wieder der Vizemeistertitel herausspringt, wäre das für Pippo jedenfalls nicht das Schlechteste.
(206) Finnland – ein Land der Irrtümer? Und was hat der Cop aus New York mit Helsinki zu tun? Wir klären auf!
Es ist Weihnachten in der Stadt der Engel, irgendwann in den späten 90ern. Der New Yorker Polizist John McClane besucht seine getrennt lebend Ehefrau, die sich auf einer Weihnachtsfeier im 30. Stock des Nakatomi-Towers befindet. Doch dann kommt Hans Gruber dazwischen, bringt 30 Partygäste in seine Gewalt und zwingt damit unseren Helden zum ersten Mal zu einer groß angelegten Aufräumaktion. Reporter eilen herbei und berichten exklusiv von der Geiselnahme, und auch ein Seelendoktor wird in das Fernsehstudio eingeladen, um dem Zuschauer die psychologischen Gegebenheiten im 30. Stockwerk darzustellen. „Herr Doktor Hesseldorf, was können wir für die nächsten 2 Stunden erwarten?“
„Zum derzeitigen Zeitpunkt dürften sich die Geiseln im Frühstadium des Helsinki-Syndroms befinden.“
„Helsinki, in
Schweden?“
„Nein, Finnland.“
Ein großartiger Dialog. Dieser unglaublich originelle und geistreiche, dabei gleichzeitig kombinierte tiefschwarze und doch so feinsinnige Humor. Ein Meilenstein amerikanischer Filmgeschichte, 9 Sekunden geballtes, auf den Punkt gebrachtes Kino, darin eingebunden eine perfekt getimte europäische Psychoanalyse. Übertragen auf das tatsächlich real existierende Phänomen, das eigentlich gemeinte Stockholm-Syndrom, so begreift erst hier der Zuhörer die Vollkommenheit eines humoristischen Labyrinths: „Grundsätzlich gehen die Geiseln und die Terroristen schon bald durch ein Stadium des psychologischen Austausches und einer Projektion von ihrer gegenseitigen Abhängigkeit. Eine seltsame Form des Vertrauens und einer Bindung entwickelt sich…“
Ja, in der Tat. Eine seltsame Form des Vertrauens und der Bindung. Wie beim Patenzug mit unserer seltsamen Patenliga. Parallelen gibt’s, die gibt es einfach nicht!
(205) Finnland – ein Land der Er-Finn-der. Dieses ach so große Gebiet mit den wenigen Einwohnern hat nicht nur Hochprozentiges zu bieten, mit dem sich die Einheimischen die Rübe wegballern. Dieser vielgepriesene Genussmittelkonsum fördert auch den Erfindergeist. Als ein Beispiel soll heute die aus Finnland stammende A.I.V.-Methode erklärt werden, ohne die eine moderne Gesellschaft heute undenkbar wäre.
AIV – Da denkt der ein oder andere vielleicht zuerst an das Aviäre Influenza-Virus. Oder doch eher an das gepanzerte Mannschaftstransportfahrzeug (armored infantry vehicle), das M59 APC? Auch nicht? Naja, an den Architekten- und Ingenieur-Verein wohl jedenfalls auch nicht. Aber alles weit gefehlt - hier geht es um die Initialen eines großen Erfinders und – was ihn so sympathisch macht – Chemikers: Artturi Ilmari Virtanen. Und jetzt gut aufgepasst, denn so ausführlich kann man das im Wikipedia nicht finden:
Jener gute Mann hatte kurz vor Mitte des 20. Jahrhunderts (man könne auch sagen während des 2. Weltkrieges) eine Vision: wenn man nur irgendwie diesem Problem mit dem kühlen Klima in Finnland ein Schnippchen schlagen könnte, so dass man von einer schwierigen Trocknung
des Wiesengrases absehen könnte, um damit das liebe Vieh – die Grundlage das klassischen finnischen Schnitzels – zu ernähren. Irgendeine Methode müsste es geben, Viehfutter derart zu konservieren, dass es auch noch seine Vitamine erhält und sogar ein fettes Schnitzel von einem gesunden, glücklichen Schwein auf dem Teller landet. Oder halt die Currywurst. Oder was auch immer…Hauptsache Fleisch!
Jedenfalls entwickelte Virtanen ein Verfahren, Gras, Mais, Klee, Ackerbohnen, Luzerne, Hafer und Rübenblätter in Silos milchsauer zu vergären, quasi als abgewandeltes Sauerkraut für Rindviecher. Um ein unerwünschtes Fremdbakterienwachstum (also neben den Milchsäurebildnern) zu unterdrücken, gab er noch Methan- bzw. Ameisensäure sowie ein weiteres Konservierungsmittel hinzu und brachte das ganze unter luftdichtem Verschluss vor der Gärung auf einen pH-Wert von 3-4. Ohne Sauerstoff können die Bakterien dann prima wachsen, und wichtige Vitamine werden nicht einfach wegoxidiert. Das war dann sogar 1945 einen Nobelpreis wert. Damit war er bereits der zweite finnische Nobelpreisträger (von inzwischen insgesamt 4), wobei jedoch bis heute der einzige im Bereich Chemie! Die anderen drei werden dann noch irgendwann im Laufe dieser Reihe vorgestellt…
(204) Finnland – ein Land der teilweise nie untergehenden Sonne. Um dieser Tristesse zu entgehen, kann man Vodka trinken, Bücher lesen, die Lebensabschnittgefährtin beglücken oder einfach nur dasitzen und Musik hören. Doch was hört der gemeine Finne, wenn er an seiner HiFi-Anlage das Knöpfchen drückt? Wir haben hinter die finnischen Wohnzimmergardinen geschaut und berichten nun exklusiv über Musik, die aus Finnland stammt und es teilweise auch in unsere Musikregale geschafft hat (Klassische Musik einmal ausgenommen)!
Schaut man sich zunächst in Schallplattenläden um (also zeitgeschichtlich etwas früher), dann erinnert sich der ein oder andere vielleicht an die Leningrad Cowboys, die seit den späten 80ern aktiv sind und besonders wegen ihrer Haarpracht auf diversen Covern ins Auge fallen. Sie haben damit auch den berechtigtsten 1. Platz in diesem Artikel (wg. kurios…)und stehen daher nicht nur wegen ihrer langen Bekanntheit an erster Stelle in diesem Artikel.
Beflügelt von deren Erfolg sprießten in den 90ern Bands wie die Pilze aus dem finnischen Sumpfboden. Etwas weniger bekannt, aber dennoch international mäßig erfolgreich war Amorphis, die es im Metalbusiness versuchten, wobei allerdings immer wieder finnische Folkloreelemente mit eingebaut wurden und daher vielleicht der ganz große Durchbruch verwehrt blieb. Mitte der 90er formierten sich The Rasmus, die allerdings erst Jahre später mit In The Shadows ihren internationalen Erfolg feierten. Seitdem sind sie aber wieder ziemlich von der Bildfläche verschwunden, obwohl sie weiterhin touren und neue Alben produzieren. HIM entstanden ebenfalls Mitte der 90er und konnten sich 2000 mit Join Me wochenlang an der Spitze der deutschen Charts halten. Der Sänger von HIM, Ville Valo, kam zuletzt noch mit Summer Wine in die Charts, ansonsten ist es, auch durch die Alkoholabhängigkeit des Frontmanns (jaja, der finnische Vodka, Anm. d. Red.), sehr
ruhig geworden um die Band.
Ende der 90er machten vier studierte Cellisten auf sich aufmerksam, indem sie zunächst Metallica-Titel, später auch Songs von Rammstein, Faith No More und Slayer, aber auch eigene Kompositionen, a capella nachspielten und dazu hardrock-artig Headbangig betrieben: Apocalyptica war geboren und feierte große internationale Erfolge.
Und weiter geht’s: wir sind inzwischen im Jahr 2000, und wer erinnert sich nicht an einen Song, der es in Finnland nur auf Platz 4 schaffte, aber 23 Wochen lang auf Platz 1 der deutschen Singlecharts hielt. Mit Freestyler hatten die Bomfunk-MC’s ihren internationalen Durchbruch, allerdings konnten sie anschließend nur noch in Finnland Erfolge feiern. International betrachtet blieb es bei diesem One-Hit-Wonder.
Wer sich weniger dem CD’s hören, sondern mehr dem Zocken am Rechner (Computerspielen) widmet, der hat vor einigen Jahren vielleicht das Spiel Max Payne 2 – The Fall of Max Payne in den Händen gehalten (lohnenswert, Anm. d. Red.). Der balladenartige Titelsong, der in voller Länge im Abspann gespielt wird, stammt ebenfalls aus einer finnischen Schmiede und ist unter dem Namen The Late Goodbye von den Poets Of The Fall bekannt. Ansonsten ist die Band aber auch eher unbekannt geblieben. Etwas weniger (zumindest der Allgemeinheit) bekannt sind die Bands The 69 Eyes, Children of Bodom oder Sunrise Avenue, die hier daher keine besondere Beachtung finden.
Damit erstrecken sich die Musikgenres immerhin vom klassischen Pop, Cello-Rock, Hardrock und Metal bis hin zu Electro. Eine beachtliche Bandbreite, wobei der Schwerpunkt eindeutig bei Rock und Metal liegt. Ebenfalls auffällig ist, dass nur Bands internationale Berühmtheit erlangten, die einen englischen Bandnamen tragen. Bleibt zu hoffen, dass man diese Eigenart nicht auf den finnischen Fußball überträgt und auch ohne Anglizismen im Vereinsnamen (bald) internationale Erfolge gefeiert werden dürfen!
(203) Finnland – ein großes Land mit wenigen Einwohnern. Dennoch: Die Kuriositäten muss man hier nicht suchen. Denn an der im Folgenden dargestellten Aktion sind gleich 23.000 Finnen oder 0,4 % der Bevölkerung beteiligt.
Unglaublich, aber wahr: 23.000 Finnen beteiligen sich derzeit an einer Abspeck-Aktion. Ziel ist es, dass zunächst die Teilnehmer, die sich bereit erklärt haben, an dieser Aktion mitzuwirken, so viele Pfunde purzeln lassen wie irgend möglich. Die im Februar registrierten Teilnehmer mussten sich zunächst einer Körpermassenbestimmung unterziehen, bevor sie nun bis Ende Mai Zeit haben, ordentlich abzunehmen. Dann erfolgt eine erneute Wägung, und die Differenz-Tonnage wird berechnet. Doch wozu nun das alles? Ganz
einfach: Ein Großindustrieller, der anonym bleiben wollte, hat sich bereiterklärt, für jedes verlorene Kilo dieser 23.000 Personen 15 (!) Euro in die nepalesische Bildung zu investieren. Maximal will er sich dieses Vorhaben 10 Mio. Euro kosten lassen, was umgerechnet insgesamt mehr als 650 Tonnen Körperfett entspricht. Da allerdings mehr als 20 % der finnischen (arbeitsfähigen) Bevölkerung an Übergewicht leidet, sollte das Ziel, dass jeder Teilnehmer etwa 29 Kilo abspecken muss, vielleicht schon vorher erreicht werden. Ähnliches wird in Deutschland seit Jahren unter anderem Namen verkauft und sogar donnerstags im deutschen Fernsehen ausgestrahlt: „Abnehmen um die Wette“ heißt dortzulande „Germanys next Top-Model.“
(202) Keine schlechte Idee, eine eigene Reihe zu eröffnen, in der sich themenbezogen die Sprache oder – wie im Falle dieser Reihe – finnische Eigenheiten und Kuriositäten dem Neu- und Altfinnen näher bringen lassen. Wir beginnen ebenfalls mit Teil Nummer 1, in dem heute über den finnischen Fußball berichtet wird.
Nun mag der eine oder andere denken, wenn es hier um finnischen Fußball gehen soll, dann folgt jetzt wieder eine Berichterstattung über die Tops und Flops des vergangenen Spieltags, noch eine Vereinsvorschau oder ein sinnloses Auseinanderpflücken der im letzten Spiel angewendeten Taktik. Aber weit gefehlt! Dafür ist nämlich Platz in der Kolumne, der man bestimmt nicht erneut etwaiges vorweg nehmen möchte! Hiermit bieten wir etwas Eigenes...hiermit geben wir auch der Frau von heute - ähnlich einem Jodeldiplom - etwas an die Hand, womit man auf eigenen Füßen steht.Hier, und nur hier, geht es um das echte, das kalte, das finnische und nonvirtuelle real-suomi-life! Und dieses Mal, wie bereits erwähnt, geht es nun um Fußball.
Der finnische Fußball, der gemeine finnische Fußball oder auch einfach nur der Fußball in Finnland ist erst einmal genauso groß wie überall auf der Welt. Zumindest, was die Ausmaße des Fußballs, also des Balles an sich, angeht. Alles andere ist bei den Finnen etwas kleiner, was allerdings nicht immer auf die Kälte zurückzuführen ist. Gemeint sind Zuschauerzahlen, Stadiongrößen, Mitgliederzahlen bei Fanclubs, Prämien und Vereinsgrößen. Wenn man sich allein die Stadien anschaut, so befindet sich die größte Zuschauerkapazität in Tampere mit ca. 17.000 Plätzen. Selbst der große Hauptstadtclub HJK besitzt nur ein Stadion mit knapp 11.000 Plätzen, obwohl sich das Olympiastadion, in dem die finnische Nationalmannschaft gewöhnlich spielt, mit über 40.000 Plätzen direkt nebenan
befindet. So ist es kein Wunder, dass der Zuschauerschnitt in Finnland bei nur ca. 3.000 Zuschauern pro Partie liegt. Denn kleine, unattraktive Stadien ziehen nun mal auch keine Zuschauer an. Wofür aber große Stadien bauen, wenn keiner kommt? Ein Teufelskreis!
Fußball in Finnland ist ein reiner Sommersport. Die Liga startet üblicherweise im März oder April und endet etwa im September. Eine überlange Winterpause lässt wahrscheinlich die Bindung zum Verein und zur Faszination Fußball so erkalten, dass Eishockey in Finnland immer noch Sportart Nummer 1 ist und auch wohl bleiben wird. An den Entfernungen der einzelnen Spielstätten kann die Unattraktivität wohl kaum liegen, denn die ist im Eishockey auch nicht unbedingt günstiger.
So kommt in Finnland wohl alles zusammen, was den Fußball nicht aufblühen lässt: Fehlende Fußball-Infrastruktur (Stadien, Prämien, Werbung), außer der Staatlichen Lotterie (Veikkaus) eine fehlende Lobby und auch ein gescheiterter Aufbau einer Vereinsidentifikation. Letzteres scheint ein unlösbares Problem zu sein, denn wenn von klein auf im Winter auf zugefrorenen Seen Schlittschuh gelaufen, Eishockey gespielt oder Langlauf praktiziert wird (1,2% der Gesamtbevölkerung sind laut Wiki sogar im Eishockey organisiert!), dann ist es schwierig, dazwischen einen Fußball zu platzieren und die jungen Leute aus der Natur in die Halle zu locken. Da können auch einzelne Fußballstars – Spieler wie Pekka Lagerblom, Sami Hyypiä, Petri Pasanen, Joonas Kolkka, Mikael Forssell und Ehemalige wie Jari Litmanen, Arto Tolsa oder Olli Huttunen – trotz ihrer Popularität kaum jemanden bewegen, dieser Sportart, ausgenommen vielleicht bezüglich der Nationalmannschaft – mehr abzugewinnen. Eine Teilnahme bei einer Europa- oder gar Weltmeisterschaft könnte aber vielleicht eine Euphoriewelle in Gang setzen. Aber bis dahin ist es ein langer Weg. Und bis dahin bleibt wohl nur die Euphorie bei Copa.
(201) Die finnische Liga ist reaktiviert! Diese Nachricht hat bereits vor Wochen für viel Wirbel gesorgt und sich wie ein Lauffeuer rund um den gesamten Globus verteilt. Aus aller Herren Länder wurden von allen 14 Vereinen inzwischen (teils namhafte) Trainer verpflichtet, und wie bolle freut man sich nun auf den lang ersehnten Start hier im hohen Norden. Die Berichterstattung aus den verschiedenen Lagern verlief bisher eher vorsichtig zurückhaltend und abtastend, keine Mannschaft möchte sich scheinbar direkt zum Ligastart mit einem Skandal aus dem Fenster lehnen. Also war auch in Allianssi (wie von früher fast schon gewöhnt) Zeit genug, die illustre, zusammengewürfelte Runde etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, heuer jedoch ohne irgendwelche Prognosen. Quasi als kleine Kennenlernhilfe für alle Neu- und Altfinnen: FC Lahti – Marcool
Der Haudegen und ehemalige 3-fache österreichische Meister versucht zum ersten Mal sein Glück in Finnland. Als jüngster Coach geht er hier ins Rennen und hat gleich am ersten Spieltag das Privileg, seine (gesetzte) Tabellenführung zu verteidigen. Sein Curriculum Vitae ist nicht immer ganz nachvollziehbar und lückenlos, gab er als amtierender österreichischer Meister seine dortige Aufgabe auf und wechselte nach Schottland zu Celtic Glasgow. Hier hielt es ihn jedoch nicht lange, und auch hier gab er sehr bald das Zepter aus der Hand. Seitdem eine Auszeit, doch jetzt ein Neuanfang in Finnland. Mal sehen, wie lange es ihm hier gefällt…aber jedenfalls ein Hochkaräter und (nebenbei) Copa-Awards-Gewinner! FC Haka Valkeakosk – Terry Butcher
Ganz weit – bis in die 12. Saison- zurück gehen musste man, wenn man den Namen in den Geschichtsbüchern der finnischen Liga finden wollte. Damals war Terry Butcher bei Vaasan aktiv, hatte aber mit dem 11. Ligaplatz genug und wechselte nach Schottland. Sein Weg ging ebenso über Österreich, seinen Meister machte er jedoch zwischendurch in Polen. Der immer noch in Polen lebende Butcher versucht jetzt also sein Glück beim FC Haka, um diesem bislang so erfolglosen Verein endlich Leben einzuhauchen. Ob es gelingt? Wir werden sehen… HJK Helsinki – Semon Lehtola
Der auch in anderen Ländern als Lehntola oder MaoMD bekannte Semon steigt bei seinem alten Club HJK wieder ein. Von ihm dürfen wir stets brandaktuelle Zeitungsberichte erwarten, war er auch zu Beginn der Reaktivierung gleich der erste, der über die Presse etwas mitzuteilen hatte. Seine finnischen Sprachkenntnisse scheint er jedenfalls nicht verlernt zu haben. Ob er aber auch seinen Taktik zur erneuten finnischen Meisterschaft (nach der in der 25. Saison) so schnell reaktivieren kann, wird man sehen. Ebenfalls ein Juwel in der ehrenwerten finnischen Trainerriege und ebenfalls Copa-Award-Inhaber. Erwähnenswert noch sein Copa-Eintrag, wonach er angeblich innerhalb von 24 Stunden (!) von Guingamp nach Helsinki, noch am selben Tag zum SSV Jahn Regensburg und am folgenden Tag nach Portugal wechselte. Hoffentlich folgt nicht noch so einen Marathon! FC Inter Turku – Gabriel Garcia Marquez
Bei diesem Namen denk man wohl kaum an einen finnischen Trainer. Doch halt: dieser scheinbare Trainer-Neuling war schon einmal unter dem Pseudonym Nyyrikki Jyväskulä beim FC tätig und hat sich als bekennender Saunagänger hier unter neuem Namen wieder eingefunden. Mehr bekannt als mehrzellige Grünalge unter dem Foren-Pseudonym „Volvox“ bringt er als Schein-Spanier auch wieder einen beachtlichen Erfolg mit: Als 2. Trainerstation suchte er von Wacker Burghausen kommend die Herausforderung in der serbisch-montenegrinischen 2. Druga-Liga und stieg jetzt prompt als Meister auf. Nun sucht er erneut die Herausforderung bei dem finnischen Kultclub schlechthin. 6 Meisterschaften hat der Verein erreicht, und es ist anzunehmen, das GGM an diese Erfolge wieder anknüpfen möchte. Nebenbei: 3-facher Copa-Awards-Gewinner, (genau wie Pippo) Copa-Weltmeister und Ausrichter der Royal League (die hoffentlich wieder reaktiviert wird!?). Allianssi Vantaa – Pippo
Allianssi Vantaa, hervorgegangen u.a. aus dem insolventen Verein AC Allianssi, ist wieder Heimat vom ehemaligen Trainer Pippo. Während der finnischen Inaktivität dümpelte der 3-fache Meister von Frankreich recht schnell in den Norden zurück, allerdings ins Feindland Schweden, wo er keinen leichten Stand hatte. Zum Glück wurde bei seinem ehemaligen Verein in Griechenland ein Posten frei, doch auch hier konnte er nicht wieder richtig Fuß fassen: Platz 7 zum Saisonende. Nun treibt’s ihn wieder zurück in das Land, wo er endlich auch mal Meister werden möchte. In seinen 4 Jahren beim damaligen ACA wurde er 3 mal Vizemeister und 1 mal Dritter, schaffte aber nie den Sprung an die Spitze. Dies soll sich bald ändern, und wenn auch in dieser ersten Saison wieder nur der Vizemeister herausspringt: Irgendwann ist es soweit… FC Atlantis Helsinki – PLM2
Vielleicht einer der unerfahrensten Spieler in Finnland kommt zum brandneuen Verein FC Atlantis. Er hat sich aber in Englands zweiter Liga (und unter anderen Namen auch in anderen diversen 2. Ligen) scheinbar schon genügend abgehärtet, um in dieser rauen Umgebung zurecht kommen zu können. Ob es erfolgs- und zeitungstechnisch ruhig bleibt um Verein und Trainer, bleibt abzuwarten. Finnland ist jedenfalls gespannt auf den Verein mit ungewöhnlich mystischem Namen. FC Hämeenlinna – broTiger
Verzweilfelt hat man gewartet auf utz1, doch er bleib im ewigen Eis weiterhin verschollen. Als finnischer Rekordtrainer (15 Saisons) hätte man ihn gerne wieder gesehen, so übernimmt nun broTiger die Geschicke des Vereins. Ob ihm bewusst ist, dass er mit diesem Verein, der den 1. Platz in der ewigen Tabelle belegt, eine hohe Bürde auferlegt bekommen hat? Dieser Platz ist ihm dank der Inaktivität von KTP Kotka durch den momentanen Dritten, HJK Helsinki, wohl nicht zu nehmen,
dennoch erwarten die Fans viel von diesem Verein. Denn immerhin 4 Vizemeisterschaften konnte man mit utz1 einfahren, viel weniger sollte es – wenn es nach den Fans ginge – auch diese Saison nicht sein. Mit seinen bislang engagierten und regelmäßigen Zeitungsreporten könne es aber mit broTiger und seinem FCH wieder aufwärts gehen! Myllykosken Pallo -47 – PeterPlanlos
PeterPlanlos heißt also der neue Mann am Ruder von MyPa. Und wenn man dachte, dass bisher nur finnische Trainer so verrückt sein können, nach Schweden zu wechseln, der muss feststellen, dass es auch anders herum geht: (zugutehaltend) aus der 2. schwedischen Liga, war dem Trainer wohl bisher nicht bewusst, was es bedeuten kann, die Fronten zu wechseln, quasi „überzulaufen“. Sein auf den ersten Blick bescheidenes Ziel (bis Platz 9) scheint somit recht ehrgeizig. Ob er diese 6 Punkte wirklich einfahren kann? Rovaniemi Palloseura – LarsK1
Auch bei RoPS hat ein noch recht unbeschriebenes Blatt angeheuert, namentlich LarsK1. Ein paar Trainerstationen stehen bereits auf der Liste, allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Wiki-Einträge sucht man demnach vergeblich, und auch aus den bislang recht kurz gehaltenen Presseartikeln lässt sich noch nicht die Flut an Informationen über diesen Trainerneuling herausziehen. Hoffen wir, dass er der Presse (wie zuletzt in Mattersburg) nicht ablehnend gegenübersteht und er ein Mosaiksteinchen zur Zeitungs- und Ligalandschaft beiträgt. Vaasan Palloseura – Archiebald Mor
Archiebald Mor. More? Moresmo? Oder einfach nur M? Man weiß es nicht so genau, und auch die Wiki-Suche hilft einem nicht wirklich. Aber Archiebald M? Da war doch was…richtig! Der letzte amtliche finnische Meister hieß Vaasan Palloseura, und Trainer war kein geringerer als Archiebald M. Inzwischen gibt er etwas mehr von seinem Namen preis, und sein minorer Namensvetter treibt sich irgendwo in Asien herum. Offensichtlich bleibt, dass sich Mor, zuletzt in Spanien tätig, auf die Luftveränderung freut, denn die Erfolglosigkeit und die damit verbundenen 92 Gegentore in 38 Spielen sprechen Bände. Freuen wir uns also auch in Finnland auf jede Menge Tore bei Spielen gegen Vaasan! Rovaniemi Palloseura – Don Hennes
Man könnte meinen, mafiöse “Dons” gibt es nicht in Finnland. Doch weit gefehlt! Nun hat sich ein ebensolcher mit einem großen Namen auch hier eingefunden. Der selbst ernannte „alte Haudegen“ (tatsächlich ältester Trainer in Finnland) gelangte u.a. über Trainerstationen in Österreich und in Deutschlands 2. Liga nun zu den angeblich „liebenswerten und gastfreundlichen Finnen“. Als ehemaliger Trainer von Helsingborgs IF wird er darüber vielleicht bald anders denken, allerdings ist sein Einfluss und seine Verbindung zum Corleone-Clan nicht endgültig geklärt. Mit welchen Methoden er sich zu seinem Ziel, einem internationalen Starterplatz, durchkämpfen wird, bleibt daher abzuwarten. AC Oulu – Count van Lezz
Da ist er also, der Ober-Finne, der ehrgeizige Titelaspirant, der fanatische Saunagänger mit Vodka-Aufguss! Kein aktiver Trainer dieses Copa-Universums weckt so viele finnische Assoziationen wie er. Doch sein geliebter FC Jazz ist auf der Strecke geblieben. Also was macht ein verrückte Copa-Philosoph in einer solchen Situation? Kurzerhand wird ein neuer Verein in der westfinnischen Großstadt Oulu aus dem Boden gestampft, und das Vereinskürzel klaut man sich vom einstigen Konkurrenten Allianssi. Für den Count ist eben nichts unmöglich, auch wenn es andere vielleicht unmöglich finden mögen! Ist damit bereits der Süd-West-Konflikt geschürt? Wird ihm dies noch zum Verhängnis im Endspurt um seine eventuelle zweite Meisterschaft, auch wenn er diesbezüglich lieber tiefstapelt? Und wenn schon, es gibt ja auch noch das Neben-dem-Platz! Also bleibt man gespannt auf weitere philosophisch-taktische Auslegungen des Copa-Setzverhaltens, das auch in früheren Zeiten von vielen Exil-Finnen verfolgt wurde. Der Graf ist also wieder zu Hause… FC Kiffen 08 – Padding Lutscher
FC wie? In ganz Europa rieben sich die Trainerkollegen die Augen. Doch auch das ist Finnland. Dieser Verein aus Helsinki, neu eingegliedert in die finnische Liga, hat keinen geringeren als (Sir) Padding Lutscher verpflichtet. Erneut fragt man sich, was einen Trainer dazu bringt, aus Schweden nach Finnland zu wechseln. Doch dass man vom Unterclown Eberle irgendwann die Nase voll hat, kann man in Vantaa nur zu gut verstehen. Nun kommt also ein erfahrener Kolumnenschreiberling und will eine ebensolche ganz alleine ohne Unterclown-Hilfe übernehmen: alle Achtung, wir sind gespannt! Wird er dies jedoch bei dem zu erwartenden Vereinsheim-Dunst mit klaren Worten durchhalten? Vernebelt es ihm nicht schon nach kurzer Zeit die Sinne? Und wie vertrauensvoll wird eine Kolumne eines Redakteurs, der zuletzt den Svenska-Slätterkarl unter den Fittichen hatte? Man ist sehr gespannt im Finnen-Land… Tampere United – Waldbad
Unfassbar, mit Waldbad kommt noch ein Schwede. Man könnte sich fast untergraben fühlen, doch in Vantaa darf man ja leider die Schnute nicht zu weit aufmachen. Der Niedersachse will doch tatsächlich in die obere Tabellenhälfte, gibt der Presse gegenüber gar Platz 5 als Ziel an. Und das, obwohl er doch in Schweden nur mit Ach und Krach den Klassenerhalt gepackt hat. Wenn er sein Zufriedenheits- und Pudelwohl-Gefühl auch auf die Mannschaft übertragen kann, sind wir gespannt. Er tritt jedenfalls in die Fußstapfen des großen Finnen helmi, der sich seinerzeit mit beachtenswerten Zeitungsartikeln hervorgetan hat. Darauf wären wir noch mehr gespannt!
Änderungen und Irrtümer vorbehalten, Abbildungen ähnlich. Alle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und realen Handlungen sind rein zufällig. Jedwedes Konfliktpotential wird nicht ausgeschlossen.
(200) Bei dieser Meldung in der 200. Jubiläumsausgabe stockte den Reportern der Atem. In den letzten Wochen hatten einige Trainer aus Griechenland das Weite gesucht und ihre Vereine im Stich gelassen, und gerade in Volou wurde verstärkt Stimmung gemacht gegen die aufkeimende Trainerfluktuation. Doch nun das: Auch Trainer Pippo räumt nach dieser laufenden Saison seinen Stuhl. „Ja, es stimmt“, so der Trainer, „ich werde meinen Posten zur Verfügung stellen, das steht definitiv fest. Ab sofort können sich Trainer aus dem In- und Ausland bei mir melden, wenn Sie Verantwortung in Volou übernehmen und im kommenden Jahr international spielen wollen. Denn dass wir in die Europa-League kommen werden, ist so sicher wie dass der Papst scheißen muss!“ Ist dies ein getarnter Rückzug aufgrund der Schmiergeldaffäre? War nun auch Pippo darin verwickelt? Wurde auch hier der Druck zu groß, oder hat er über den Lametta-Dino gar Verbindungen ins Rotlichtmilieu? „ Es geht gar nicht darum, was war oder was
ist“, so der Trainer, „es geht nur darum, was wird. Fakt ist, dass es mich zurückzieht in den hohen Norden. Die Veikkausliiga in Finnland wird reaktiviert, namhafte Trainer aus ganz Europa werden sich dort versammeln und an alte Zeiten anknüpfen. Top-Trainer aus Frankreich oder Portugal werden dorthin zurückkehren, dass ich dazugehöre, ist doch ganz klar. Und dass man sich nicht zweimal bitten lässt, auch wenn man hier international spielen könnte, ist ebenso Ehrensache. Der finnische Fußball blühte damals richtig, richtig auf und stand kurz davor, eine der besten Ligen Europas zu werden. An der Herausforderung, dies erneut zu erreichen, will ich mitarbeiten und meinen Teil dazu beitragen. Also, Dank an meine Kollegen für die schöne Saison in Griechenland. Irgendwen sehe ich in der übernächsten Saison im internationalen Geschäft wieder. Versprochen!“ Wenn er nun doch in den Schmiergeldskandal verwickelt war und das Geld nach Finnland schafft, dürfte ihm das wohl auch nicht schwerfallen. Stó kalló Elláda!
(199) In der letzten Woche berichteten wir über die Krisensitzung der griechischen Trainergilde, die aufgrund der Brisanz des Schmiergeld-Themas auf reges Interesse in der griechischen Leserschaft stieß. Einige Trainer fragten sich, wie dieses Treffen nun ausgegangen und zu welchem Schluss die Delegation gekommen sei. Etwas verwunderlich, dass einzelne Trainer nicht einmal darüber berichten konnten, waren sie doch schließlich bei der Konferenz dabei!? Zur Erklärung (und wie auch bereits der Fachpresse zu entnehmen war): es handelte sich nach der besagten Ouzo-Pause größtenteils nur noch um eine rein physische Anwesenheit der Trainer, wenn sie denn überhaupt noch anwesend waren. Doch geben wir hier gerne nochmal das Ende der Konferenz wieder (nach der ersten Ouzo-Pause folgten übrigens noch 2 weitere Sitzungen mit jeweils anschließender Pause, die hier jedoch nicht wiedergeben wurden, d. Red.), damit erneut auch die nicht daran beteiligten Trainerkollegen wissen, worum es ging:
Powerkraut(um auf sich aufmerksam zu machen, schlägt er 2 Ouzo-Gläser so lange gegeneinander, bis eins davon mit einem hässlichen Geräusch zu Bruch geht. Powerkraut hält sich mit beiden Armen am Rednerpult fest) Pschtt…. (nach kurzem Abwarten schreiend) DA IS RUHE IM GLIED! Verdammtes besssoffenes Pack hier…kammama seh’n, wer ein echter Grieche is unn das Ssseuch verträäächt unn wer nich… RolandB.(mit einem Ausruf der Empörung, sitzt als einziger kerzengerade in der ersten Reihe neben seiner Mama) Es gab auch Milch, ich habe nur Milch getrunken! Meine Mama sagt nämlich, Alkohol macht dumm! Jawohl! Powerkraut (guckt runter zu RolandB) Schön, mein Rolandchen, priiimaa! Eutersekret trinken ist was für kleine Kinder… (an alle gerichtet) Übrigens, werte Kollegen: wemman Wasser mit Ouzo vermengt, sieht’s auch wie Milch aus…nur als kleinen Tipp! Sssoo…(nimmt einen kräftige Schluck aus seiner Flasche) nu aber weiter hier… SanFan(vor sich hinnuschelnd) Dieser verdammte Klugscheißer, der blöde… Dino Lambretta(dreht sich zu SanFan) Recht haste, mein lieber SanFan, Recht haste! Wird Zeit, dass dem da vorne mal einer das Maul stopft! SanFan(jetzt hellwach) Ja, geile Idee, Dino! Dem mal so richtig die Fresse polier’n, das wär’s. So richtig eins auf die zwölf geben! Aber vielleicht warten wir noch, bis er Meister ist, dann macht’s doppelt Spaß! Dino Lambretta, SanFan (lachen beide) Hehehe... Powerkraut(kippt den nächsten Ouzo, beschlabbert sich dabei) Oh, scheissse…. SamiNo dreizehn-zwo-elf….neun-vier-sechs… Powerkraut(kippt noch einen Ouzo, diesmal ohne Schlabberei) Mann, Sssammi, Du alter Erbsenzähler! Jetz’ pass mal ufff: Fünf-dreizehn-sieben! Drei-elf-zwo! Siebzehn-eins-neunzehn! Na? Blickstes noch? Ich sach’ nur: PRIMZAHLEN! Versuch’s mal damit! SamiNo ] (mit total irritiertem Blick Powerkraut anstarrend) Was...wie? Primzahlen? Hä? Powerkraut Jaja, Primzahlen…wer kann denn ma…ach, unser Ostwestfale von da hinten ausser letzten Reihe…und der Nachbar auch gleich,
Luick oder ssso, ihr wolltet doch ohnehin…also auch vor der Pause schon…noch was sagen, nich? Dann geht doch mit dem Zahlenmann mal nach draußen und erklärt’s ihm! Und versucht bitte noch, ’n Stückchen Käse für ihn zu finden. lauterntom, Luick(erheben sich von ihren Stühlen, gehen zusammen mit SamiNo vor die Tür, beim Rauslaufen fängt Luick bereits an:) Also pass auf, Primzahlen sind Zahlen, die nur durch eins und sich selbst teilbar sind…. Powerkraut(trinkt sich noch einen, ruft noch hinterher) Und tipp' damit mal beim Griechen-Bingo! Ssoo…die wär’n schomma wech…nun sssurück… Dino Lambretta Was soll’n jetzt der Scheiß mit den Primzahlen und dem verdammten Käse? Powerkraut(mit strafendem Blick) Mein lieber Herr Lametta... Schomma was von der grauen Maus gehört, die ständig auf Käsejagd is? Wenn die Maus Käse findet, dann is die sssufrieden. Und wenn sie sssufrieden is, dann plaudert sie gerne. Ssssum Beispiel über die Taktik beim nächsten Spiel. Mit Überraschung beim Spiel in Volou wird dann nämlich nix, und wer profitiert davon? Hm…? SssammmiNo schomma nich…Pippo bestimmt auch nich, der spielt dann nämlich schön auf Unentschieden. ICH ! Ich profitiere und hab dann ssswei Konkurrenten weniger im Titttelkampf! Dino Lambretta Oh Mann, der is ja total durchgeknallt. Powerkraut Wartet’s ab, nur Geduld. Wirst schon seh’n, das gibt ’n dickes 6:6…wart’s nur ab! (mit dem Zeigefinger wedelnd) nunenconuschent(schüttelt den Kopf)Mann, Krauti…jetzt mach’ dich mal locker…hör auf zu sabbeln da vorne und komm mit raus, ich hab noch ne Kiste Kirschli im Auto…hat mir letzte Woche einer geschenkt, damit der Blankoscheck nicht ganz so trocken rüberkommt! Powerkraut(hellhörig) Blankoscheck? Kirschli? Du weissss, dassas nich gesund is? nunenconuschent(geht zu Powerkraut, stütz ihn und nimmt ihn mit zum Hinterausgang ) Mensch Krauti…der Kirschli hat viel weniger Kalorien als z.B. ’ne Tüte Chips…gesund…tsss…es muss doch nich immer alles gesund sein…aber der Scheck…ich sach’ Dir, wenn Du den siehst, Du glaubst ja garnicht, wie gesund man sich dann fühlt! Die Tür fällt hinter den beiden zu, plötzlich ist absolute Stille im Raum. Die verbliebenen Trainer schauen sich ratlos an, plötzlich springt einer auf: Dino Lambretta Der und Geld, von wegen… die Kohle hat bestimmt zeugeyeboahsHH, der wusste schließlich als erster davon…wo steckt der eigentlich? SanFan Der hat sich doch in der Pause vom Acker gemacht. Ich würde vorschlagen, wir trinken noch einen und überlegen dabei, wie’s weitergeht….hier passiert sonst heut’ eh nix mehr… Die restlichen Kollegen erheben sich zustimmend und eilen erneut zum Ouzo-Ausschank. Beim Hinausgehen tippt Dino Lambretta SanFan auf die Schulter Ey, würd’ ich so nich sagen…haste das von diesen französischen Nationalspielern und dieser Mieze gehört? Echt niedlich die Kleine, ich hab’ übrigens ihre Nummer…
(198) Endzeitstimmung in Griechenland. Wie die Ratten verlassen die Trainer die sinkenden Schiffe, zurück bleiben inzwischen 4 vor die Wand gefahrene Vereine, die die beiden Absteiger unter sich ausmachen werden. Damit steht wohl fest, dass, dass es keinen Verein treffen wird, der vielleicht einen unfähigen, aber dennoch aktiven Trainer besitzt. Damit die Liga nicht geradewegs auf eine kompletten Verwaisung zusteuert und am Ende der Saison vielleicht noch eine Mannschaft mit aktivem Trainer übrig bleibt, die dann auch (viel zu einfach) Meister wird, traf sich eine namhafte Delegation der führenden Ligavertreter zu einem Disput in kleiner Runde. Ein kleiner Auszug aus der knapp 9 und 3/4telstündigen Diskussion soll hier zu Informationszwecken wiedergegeben werden, damit auch die nicht daran beteiligten Trainerkollegen wissen, worum es ging: Powerkraut(kratzt sich am Kopf und räuspert sich): Äh..ähm…liebe…werte anwesende Kollegen…aus gegebenem Anlass hat sich der Trainerausschuss unter meiner Leitung…also da ich Tabellenführer bin…zusammengefunden, um die augenblicklichen Skandale und das Trainersterben zu ergründen und vielleicht zu beenden…Dazu möchte ich… SanFan(fällt ihm ins Wort) Jaja, „Kollege“…schön hier die Lorbeeren einheimsen, die ganze scheiß Vorarbeit für dieses Treffen habe schließlich ich organisiert, als ich noch Ligaprimus war…blöder *piiiieeep* Powerkraut(etwas verlegen) Jaja… RolandB. (schaltet sich in seiner monotonen und kommatalosen Art auch ins Gespräch ein) Also dazu möchte ich festgehalten wissen dass wir zwischenzeitlich am 22. Spieltag Tabellenführer waren und daher eigentlich hier auch reden dürften und dass das ja eigentlich alles ganz schön furchtbar ist dass uns so viele Trainer verlassen und (fängt hier an zu schluchzen)ich das garnicht begreifen kann und ich ja die ganze Zeit auch davon gar nichts gewusst habe und…..und…böhöööö…(Roland B. bricht an dieser Stelle endgültig in Tränen aus und verlässt, von seiner Mama begleitet und an die Hand genommen, den Raum) Powerkraut(ergreift energisch erneut das Wort) Jetzt ist es aber gut…so kommen wir ja nie weiter. Als 5-facher Meister steht mir wohl das Wort zu! Und jetzt ist mal Schluss hier mit der Heulerei, wir haben schließlich was Ernsthaftes zu besprechen! SamiNo(murmelt leise vor sich hin) zwölf-zwo-neun…neee…elf-acht-drei…verdammt…(dann plötzlich laut und Powerkraut zustimmend) Wohl wahr, wohl wahr! Gut gesprochen! (murmelt weiter leise vor sich hin) zehn-acht-vier…neun-drei-sechs….diese verdammten Zahlen, wie soll ich bloß meinen nächsten Artikel verfassen, wenn ich die Zahlen nicht weiß…drei-elf-sieben… Powerkraut(wieder voll konzentriert) Danke, Kollege SamiNo, vielen Dank! Jetzt aber mal ohne Flachs! Und nebenbei….wer sind Sie eigentlich da
hinten in der letzten Reihe? Sind Sie hier richtig? Dies ist die Krisensitzung der Alpha Ethniki, gehören Sie dazu? Haben Sie sich im Raum vertan? (Powerkraut hebt arrogant die Nase und schaut mit einem Lehrerblick kontrollierend in die hinterste Reihe) Luick(mit leiser, schüchterner Stimme) Ich bin Luick von Apollo Athen… Powerkraut Ah…danke, setzen! Und Sie? (sein Blick schweift zu Luicks Sitznachbar) lauterntom(läuft knallrot an im Gesicht, stammelt mit unsicherer Stimme ein paar Silben vor sich hin)lauterntom, OFI….OFI Crete…. Powerkraut Aha…ja…achja, bei Ihnen habe ich ja erst 2:4 verloren, ich erinnere mich…ungern…nagut, also weiter im Text, wo waren wir? (durchkramt einen dicken Papierstapel, einige Seiten fallen seitlich vom Rednerpult und flattern zu Boden) Ich möchte zunächst mal Herrn Lametta hören, was ihn dazu bewogen hat, verlauten zu lassen, das Schmiergelder geflossen seien…Nun, Herr Lametta? Dino Lambretta(sichtlich empört) Lambretta, bitteschön! Nicht Lametta, merken Sie sich das! Und Sie verlangen doch jetzt nicht ernsthaft von mir, dass ich meine Quellen preisgebe, oder? Pfff….(dreht sich zu seinem Nachbar nunenconuschent)Was bildet der sich eigentlich ein? nunenconuschent(reibt sich den Schlaf aus den Augen) Wie, was ist? Was ist los? Ah…hmm…mich würde diese Scheisse Geschichte jetzt aber eigentlich auch mal interessieren, Herr Lametta… alle außer nunenconuschent (mit offenem Mund und irritiertem Blick ob der unverständlichen Betonung einzelner Wortfetzen) nunenconuschent Was? Kollege Pippo mach das genauso! Powerkraut(langsam verärgert) So kommen wir doch nicht weiter, meine Herren! Vielleicht möchte Herr SanFan etwas dazu sagen? SanFan(schlägt wie ertappt sein Schmuddelheft zu und lässt es unterm Tisch verschwinden)Ich? Wieso ich? Powerkraut Na, Sie haben schließlich als erster dementiert und die Schmiergeldgeschichte als unerhörten Skandal bezeichnet. Haben Sie Anhaltspunkte, dass es keinen Schmiergeldskandal gibt oder gab? SanFan Also das wird ja immer schöner hier….(allgemeine Unruhe bricht aus) zeugeyeboahsHH(dreht sich zu SanFan Ey, haste das Spiel gesehen, Alter? Okay, ich hab' zwar 5:6 verloren, aber mit 5 Stürmern, war das geil.Leckofanni war das geil... SamiNo dreizehn-zwo-elf….neun-vier-sechs… RolandB.(betritt mit seiner Mama wieder den Raum, löffelt aus einem Hipp-Gläschen) Luick(mit leiser, schüchterner Stimme von ganz hinten) Ich bin Luick….ich will auch was sagen… lauterntom(immer noch mit knallrotem Gesicht, schweißgebadet)lauterntom, OFI….OFI Crete…. Powerkraut Oh mann…(schägt die Hände vor’s Gesicht) Also gut: 15 Minuten Ouzo-Pause, Getränke gibt’s draußen…
197 Trotz der Finanzkrise, über die kürzlich ganz am Rande berichtet wurde, sollte die griechische Liga jetzt ein wenig Geld in die Hand nehmen und teures Öl ins Feuer gießen. Oder eher in die Glut. Von Feuer zu sprechen wäre noch etwas verfrüht, denn noch glimmt es nur ein wenig. Ein Hauch von Skandal deutet sich an, und inzwischen hat auch Olympiakos Volou damit zu tun. Doch dazu später mehr. Es geht jedenfalls um Vorwürfe eventuell getätigter Schmiergeldzahlungen in der Alpha Ethniki. In Saloniki ist der Verdacht erhärtet worden, in Piräus wurde sogar ein Trainer entlassen. Ob diese mit dem etwaigen Skandal zu tun haben könnte, ist noch unklar. Sicher ist jedenfalls, dass SanFan von Proodeftiki Nikea ganz tief mit drinsteckt. Dieser dementierte umgehend, doch ganz unerwartet kommt dieser Verdacht eigentlich nicht. Wie sonst kann sich ein
in all den Jahren eher unauffälliger Verein so lange an der Tabellenspitze halten, wenn nicht durch illegales Geld und/oder TK von außen? Die ganze Saison über schwieg die Presse aus Nikea, seit der Trainerverpflichtung gab es keine Neuigkeiten aus der Stadt des Tabellenprimus’. Wie konnte sich der Verein so lange da oben halten, und wie ist er dort überhaupt hingekommen? Wie kann es sein, dass dieser Skandal erst so kurz vor Saisonende zu Tage trat? Und wie geht der Verein nun damit um. Am Wochenende spiel man gegen die Mannschaft von Trainer Pippo, zeigt die Mannschaft um Coach SanFan nun Nerven? Denn ist so ein Skandal erst einmal an der Öffentlichkeit, dauert es Wochen, wenn nicht Monate, um wieder Ruhe in den Verein einkehren zu lassen. Meist sind es in diesen Situationen die Trainer, die solch sinkende Schiffe als Erste verlassen, wie unter anderem schon geschehen in Piräus…und bald auch in Nikea?
196 Dicke Eier werden die Spieler auf dem Rasen bei den kommenden 2 richtungsweisenden Spielen wohl nicht finden. Für Volou wird der Ausgang der Spiele entscheidend sein, ob man im Mittelmaß versinkt oder doch nochmal oben angreift. "Der dicken Eier können sich die Spieler zu Hause entledigen, auf dem Platz haben wir keine Zeit für Ostergeschenke...", so ein sichtlich konzentrierter Trainer, der wieder mal zwischen
dem ganzen Osterstress nur ganz kurz die Zeit für unsere Redaktion gefunden hat.
Dabei löste er aber wenigstens noch das Rätsel um die mysteriösen Zahlen, zumindest die am Anfang seiner Berichte. Diese hatten nämlich erst kürzlich noch für einigen Diskussionsstoff gesorgt: "Es handelt sich bloß um die Nummerierung meiner Zeitungsbeiträge, seit ich den Trainerschein besitze..." Na dann: Frohe Ostern!