Nein, nicht was Sie denken. Der Fuzuela-Filter ist keine elektro-akustische Bandpass-Schaltung, mithilfe derer man bestimmte Frequenzen filtern kann, um unliebsame Geräusche für den TV-konsumenten quasi unhörbar zu machen und so die FIFA-WM von einem unerträglichen Lärm in einen kakaorouladenmässigen Telvisionsgenuss umzuwandeln.
Der Fuzuela-Filter ist vielmehr ein für Oma Erni Fenris unabkömmlicher Gegenstand, den sie normalerweise nach dem Tröten mit ihrer Fuzuela benutzen tut. Da es sich beim Tröten naturgemäss um eine feuchte Angelegenheit handelt,
bei der viel Nässe erzeugt wird, die die Umwelt entsprechend benetzen tut, müssen hernach diese Säfte, bevor sie sich in bestimmte Gewebe für immer einschliessen und ungewollte Flecke bilden, entsprechend entfernt werden, bevor selbiges geschieht. Umgangsprachlich wird der Fuzuela-Filter mit vielen verschiedenen Ausdrücken benannt, oft mit regional bedingten UNterschiedlichkeiten: In Wien heisst er zum Beispiel Tschurifetzen, in Hannover würde man wohl vom Intimpflegetuch sprechen - und in Südafrika heisst er eben "Oma Erni Fenris' Fuzuela-Filter".
Was macht Oma Erni, wenn sie nicht gerade auf ihrer Fuzuela trötet? - Richtig: Sie surft im Internet. Ja, Oma Erni ist richtiggehend süchtig nach dem Netz. Und besonders angetan haben ihr es die Kontaktbörsen, in denen sie mit ganz Südafrika schweinigeln kann.
Doch nun war sie etwas verstört: Beim Surfen durch die diversesten Schweindl-Seiten kam sie auf www.oldmansdream.thebigfigrickW-blog.sa, wo ihr ein anonymer Chatpartner via WebCam ein Kamel und seine Kakaoroulade gezeigt hat und ihr auch gleich erklärt hat, warum diese so braun ist.
Die alte Dame war entrüstet und drehte den Computer sofort ab. Denn Oma Erni macht zwar alles und am liebsten ohne - aber sowas nun wirklich nicht.
Sie hat sofort Anzeige bei der südafrikanischen Internetpolizei erstattet: ein Schuldiger war - Sepp Blatter sei Dank - auch sofort
ausgemacht: Bernd W. wurde in seinem Stamm-Shebeen in Kapstadt beim Verzehren einer Kakaoroulade und eines grossen Bieres abgeführt. Doch nach 48 Stunden musste W. wieder freigelassen werden, denn W. war unschuldig:
Es wurde nämlich bewiesen, dass Oma Erni mit www.oldmansdream.thebigfigrickW-blog.SA auf einer saudiarabischen Website gelandet war, die mit W.'s südafrikanischer Website www.kakaoroulade-SM.za nichts zu tun hat.
Dass Oma Erni nach 3 Wochen WM noch immer nicht das Internet-Landeskürzel des Weltmeisterschaftsveranstalterlandes kennt, ist ein ziemliches Armutszeugnis für eine Dame, die sich als Fussballkennerin ausgibt. Dennoch hält W. angesichts des hohen Alters von Oma Erni von einer Verleumdungsklage Abstand, aber ganz bei sich denkt er doch "Ts ts ts, Oma Erni, die alte Sau die arabische..."
Legenden ranken sich um die Tröte von Oma Erni, und will man Oma Erni Glauben schenken, dann scheint es, dass Tausende Footie-Fans die Fuzuela von Oma Erni schon geblasen haben. Doch wenn man sich umhört in Kapstadt, Johannesburg und in all den anderen Slums, dann weiss kaum einer, was gemeint ist mit „Oma Ernis Vuvu“, geschweige denn, dass sie jemand gesehen hat. Alles, was die Menschen hier in Südafrika wissen, sind Gerüchte, die sich von „Ernis Vuvu ist ein Urwald“, über „Oma Erni hat ihren Urwald vor einiger
Zeit selbst gerodet“ bis hin zu „Die Vuvu ist eine ausgetrocknete Wüste“...
Was ist also dran an der selbsternannten Princess of the Shanty-Towns? Ist Oma Erni etwa bloss ein „Sex Sells“-Produkt der Marketingabteilung von Jomo Cosmos? Ist Omas Vuvu gar ein „Fair-Trade“-Produkt, also nach dem Erste-Welt-Helden Ajax einfach nur „weniger Ware für mehr Geld“? Ajax, dem Oma Erni konstant ein Rendez-Vouz bei einer Kakao-Roulade und einem Kaffee-Hag verweigert, verzweifelt schön langsam an der Fuzuela...
Ich rufe Oma Erni an und frage sie, ob sie mit mir eine Jomo-Kakao-Roulade essen gehen will ich würde sie auch einladen und meinetwegen kann sie auch einen Verlängerten Kaffee-Hag dazu bestellen, denn ich weiss, dass Oma eine Schwäche für verlängerten Kaffee-Hag hat. Doch Oma Erni antwortet sie möchte lieber auf ihrer Fuzuela tröten. Immer will Oma Erni auf ihrer Fuzuela tröten. Wenn ich sage, Oma, kommen Sie, gehen wir ins Stadion und schaun mir sich die Ajax an, sagt sie meinetwegen, aber nur, wenn ich meine Fuzuela mitnehmen darf und darauf tröten kann. Ehrlich gesagt, ich kann das
Tröten der Fuzuela nicht mehr hören, und am liebsten würde ich die Fuzuela nehmen und auf ihr herumtrampeln bis sie nur mehr ein Haufen Restmüll ist. Nur der Respekt vor dem Alter und der Erfahrung Oma Ernis bewahren mich davor, ihre Fuzuela zu zerhacken. Ich mache einen neuen Versuch und sage Oma, wollen Sie mit mir in die Sommerfrische fahren, doch Oma Ernis sagt nur Es ist gerade Fussballweltmeisterschaft im TV, da fährt man nicht in die Sommerfrische, das hebt man sich in so einem Fall für den August auf. Dann nimmt sie ihre Fuzuela in die Hand und beginnt wieder ganz fürchterlich zu tröten…
Die Jomo-Kakao-Roulade ist die beste, die es gibt. Alle anderen Kakao-Rouladen sind bestenfalls Ausschussware dagegen. Oma Erni glaubt es nicht, weil sie den Preis der Jomo-Kakao-Roulade für zu günstig findet. Unverschämt günstig.Oma Erni sagt, eine Kakao-Roulade, die so günstig ist, wie die Jomo-Kakao-Roulade, kann nichts heissen. Der Preis der Jomo-Kakao-Roulade ist einfach zu günstig. Daher kauft sich Oma Erni um das Geld der Jomo-Kakao-Roulade lieber eine Vuvuzela. Da weiss man wenigstens was man hat.
Ajax isst ausschliesslich Jomo-Kakao-Rouladen. Keine andere Kakao-Roulade kommt ihm in die
Küche, geschweige denn auf den Teller. Nur die Jomo-Kakao-Rouladen-Kakaocreme schmeckt nach ostafrikanischem Hochlandkakao, und und nur der Jomo-Kakao-Rouladen-Teig schmeckt so herrlich industriell nach Erster Welt. Ajax mag keinen Fair Trade. Beim Fair Trade ist der Erste Welt-Mensch der Blöde. Der Erste-Welt-Mensch bezahlt beim Fair-Trade mehr Geld für dieselbe, wenn nicht für eine schlechtere Ware. Die Jomo-Kako-Roulade ist kein Fair-Trade. Die Jomo-Kakao-Roulade ist höchstgradig unfair. Doch die Jomo-Kakao-Roulade ist die beste Kakao-Roulade, die es gibt. Alle anderen kakao-Rouladen sind bestenfalls Ausschussware dagegen.
Angezählt, wie es der werte Kollege (*würg*) von den Piraten richtig ausgedrückt hat, ist momentan der Möchtegern-Held Ajax aus Cape Town.
Bernd W., dessen Trainerstuhl nach 6 Runden bereits gehörig wackelt, muss sich nun etwas mehr überlegen als hingerissen zu sein vom coolen Namen Ajax, vom Castle Beer, oder auch vom Blick des Tafelbergs runter aufs Kap der Guten Hoffnung.
Kap der Guten Hoffnung - was für
eine Metapher für die Ausgangslage von W.s Team. Der Aufstiegszug scheint abgefahren, jetzt gehts um eine gute Platzierung, um für nächstes Jahr ein starkes Anfangs-TK zu haben. Und um sonst nichts. Naja, ausser halt vielleicht darum, den Freunden (*würg*) von Jomo und Orlando schöne Mitbringsel zu bereiten, wenn man bei ihnen zu Gast sein wird: 12 x 1.2 ist zwar 14.4, aber was tut man nicht alles für bleibende Freundschaft...
Das stand in keiner klassischen Sage des Altertums und von dieser Heldentat hatte man in den offiziellen Überlieferungen noch nichts gehört: Ajax musste seine grösste Heldentat vollbringen: Tantalusqualen sind ein Schas dagegen, und sogar der gute alte Sisyphus würde niemals tauschen wollen mit Ajax. Aber Ajax kennt keine Furcht. Er machte sich auf, seinen Mann zu stehen: Er sollte Oma Erni beiwohnen. Doch es kam ganz anders: denn Oma Erni fickte Ajax!
Und dementsprechend fuchsteufelswild trat Ajax Cape Town Trainer W. nach der verheerenden 4:5 Auswärtsniederlage bei Oma Erni vor die Mikrofone: Diese alte Sau
hat uns reingelegt! Sie meinte vor dem Spiel, wir sollten uns keine Sorgen machen, mit ein wenig Kuscheln sei das ganze bereits erledigt. Aber plötzlich hat sie ihre Meinung geändert, wollte auch noch Petting, dann noch mehr, und am Ende ist das Schweinderl dann das ganze Programm gefahren. Aber wir sind ein anständiges Team, wir sind für solche abartige Scheisse nicht zu haben. Aus. Schluss. Basta.
Nach ausgiebigem Duschen ist Ajax nun bereit für die nächsten Heldentaten: Es warten eine dunkle Gestalt mit grosser Klappe aus Kleinasien und - welch Freude - das Derby gegen die anderen Cape Towner: Santos!
Ajax, Held der Antike - was für ein cooler Name für ein Fussballteam, denkt Ajax-Trainer und neuerdings Wahl-Cape-Towner Bernd W. bei sich, während er am Tafelberg sitzt und ein Castle nach dem andren trinkt.
Apropos Castle: die Castle Premiership ist das erklärte Ziel von W. in Südafrika, und ein erstes Resümee fällt leicht: Das Castle war nicht schwer zu ordern, jetzt muss eigentlich nur noch die Premiership her. Doch da warten unangenehme
Gegner in der Mvela Golden (ist das auch was zum Saufen?) League: einen bözen Onkel hat W. schon ausgemacht, und auch eine alte Dame scheint keine Unbekannte zu sein: nur, dass sich diese alte Dame gar nicht damenhaft benimmt, sondern sich vielmehr wie eine Proll-Omi gebärdet. Aber das kann W. nicht erschüttern: nach 10 Krügerln Castle taumelt W. den Tafelberg hinunter und träumt den afrikanischen Traum, von 2010, von der Premiership und von einem antiken Helden namens W.
Gerade noch aus Sambia ins 16-monatige Nirgendwo gepurzelt, findet sich Bernd W. wie in einem Time-Warp in der Liga seiner Träume beim Team seiner Träume wieder: in Südafrika bei Ajax Cape Town.
W., vor versammelter Presse auf sein Wunschteam angesprochen, ist glückstrunken: Why Ajax Cape Town? Naja, because it is Ajax ! I mean the Kaizer Chiefs are the Kaizer Chiefs. And
the Orlando Pirates are the Orlando Pirates. But this is AJAX – you know what I mean?
Respect, Berndi - der Englisch-Kurs, dem sich Bernd W. für das Engagement in Südafrika unterziehen muss, scheint bereits Früchte zu tragen. Und falls Sie sich wundern, ob das eigentlich Oxford-English ist, das Bernd W. hier spricht: Keine Sorge: it isn t - It is Viennese English, isn t it.