Mehr scheint es in der Zeitung der irakischen Division 2 League nicht zu werden. Ein ehrliches Interesse an einer regelmäßigen Aufstockung des Torekontigents scheinen nur Balad und Kirkuk zu haben und so könnte auch bei diesen bald die Motivation für wöchentliche Statements schwinden. Aber eben bei diesen zwei Teams läuft die Saison nicht so wie sie sollte und so rafft man wo es nur geht jedes Zehntel Pünktchen zusammen. Sportlich hat derweil Kirkuk das erste Duell, noch dazu Auswärts, mit Balad für sich entschieden und ist wieder an das Tabellenmittelfeld herangerückt. Trainer Pilatschkin weiß: Noch ist die Sache für die schweigende Ligaspitze nicht gelaufen!
Nun, da man zum Ende der Hinrunde in der irakischen Division 2 League erste Bilanz ziehen kann, hat bei den Verantwortlichen so mancher Vereine das Umdenken eingesetzt. Ein krasses Beispiel dafür bietet der derzeitige Tabellenletzte aus Kirkuk, bei dem man zu Beginn der Saison nicht einmal insgeheim sondern offiziell auf die ersten vier Ränge geschielt hatte. Doch dieses Ziel scheint nun schon nach zehn Spielen nicht mehr realisierbar und so gibt man sich fortan, um die Trennung von Problemkind und Trainer Pilatschkin zu umgehen, weitaus bescheidener. Die Liga soll wieder etwas mehr Spaß machen.
Stiefmütterlich umsorgt darf sich derzeit der irakische Zweitligist Kirkuk fühlen, nachdem Trainer Sergej Pilatschki, der noch vor der Saison große Ambitionen offenbarte, die Mannschaft in den vergangenen Wochen nur sporadisch betreute. Entsprechend steht der verunsicherten Mannschaft erst ein Sieg zu Buche – die drei Unentschieden sind ohnehin wertlos. Der Trainer bekam nun von den radikal-sunnitischen Ultras des Klubs buchtstäblich eine Waffe auf die Brust gesetzt und wird dem Ligageschehen fortan sicherlich aufmerksamer folgen.
Sergej Piltaschkin betritt mit der irakischen Divison 2 League weitgehend unbeschriebenes fußballerisches Neuland, nachdem er in Ermangelung einer estnischen Meistri- und Esiliiga sich seine ersten Sporen in der Assistenz bei Gouna in Ägypten verdient hatte. Mit Kirkuk gelangte er nun zu einem der größeren Fußballvereine aus der nordirakischen Provinz, für den die Zweitklassigkeit auf lange Sicht zuwenig sein muss. Kurzerhand machte man den sofortigen Aufstieg gar zum erklärten Saisonziel und will sich damit in den kommenden 26 Partien vor der Konkurrenz sicher nicht verstecken. Bleibt abzuwarten, inwiefern der Neuling die hohen Erwartungen in Kirkuk erfüllen kann.