Verkehrte Welt in Rosario: Obwohl die Los Leprosos, Rosarios einziger Verein in der First Division und darum Stolz der Stadt, im Tabellenkeller versumpfen herrscht bei den Newell’s Old Boys keineswegs Grund zur Panik. Im Gegenteil: Graf Zahl, Trainer von NOB, ist heiteren Gemüts. Vielleicht kann die allwöchentliche Pressekonferenz blaues Licht ins Dunkel bringen...
KKK: Werter erlauchtester gekaufter Hochwürden, können wir endlich mit dem Interview anfangen? Oder wie lange wollen Sie noch mit dieser Taschenlampe rumspielen? Wir müssen über den herausragenden Saisonstart der Old Boys sprechen. GZ: Senorita Kolumna-Krause, ich bitte Sie. Das ist nicht irgendeine Taschenlampe. KKK: Aha. Was ist denn so
besonders dran? GZ: Es ist eine Taschenlampe, die blau leuchtet.
[Anm. d. Red.: Graf Zahl leuchtet mit der Taschenlampe. Sie leuchtet blau.] KKK: Okay, auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Was ist daran so besonders, dass wir deswegen nicht unser Interview beginnen können? GZ: Es macht blaues Licht. KKK: Ich verstehe… oder eher nicht. GZ:: Mit Verlaub. Sie sind auch eine Frau. Sie können das nicht verstehen. KKK: Aja, genau. Hat das jetzt wieder mit den typischen Vorurteilen wie begrenztes räumliches Denken oder dem fehlenden Interesse für Technik zu tun. GZ: Nö, wirklich nicht. Aber schauen Sie doch mal. Es leuchtet BLAU! KKK: (rollt die Augen) Grandios!
Es ist schon seltsam, was im Staate Däne Argentinien vor sich geht. Da hat einer die Eier das auszusprechen, was die restlichen 19 auch wollen, wird aber dafür gnadenlos in Form von vielen Gegentoren bestraft. Saison für Saison gibt Graf Zahl, Trainer der Newell’s Old Boys und Optimist als Nebenberuf, die Meisterschaft als Saisonziel aus. Das, wovon fast jeder Trainer seine feuchten Träume bekommt. Das große
Ziel aller Trainer in einer Saison. Das Nonplusultra. Doch nur Graf Zahl gibt jede Saison dieses Ziel an. Für diesen Mut sollte er eigentlich auf der Stelle mit der Meisterschaft belohnt werden. Aber so ist es nicht. Nein, noch viel schlimmer! Ein jeder meint, dass alleine die Selbsteinschätzung einen schon zum stärksten Gegner macht. Das muss verhindert werden. Also immer schön draufhauen. Tut ja nur dem ewigen Optimisten weh.
Rosario. Er lässt sich feiern als er in den Presseraum kommt. Als wäre er der Messias oder ein zweiter Maradona. Er ist der Popstar unter den Trainern Argentiniens. Die Lady Gaga Rosarios oder so ähnlich. Woher kommt dieses Selbstverständnis? Hier ein kleiner Ausschnitt aus der Pressekonferenz des Trainers der Newell’s Old Boys und der hiesigen Presse (die nur aus einer Person besteht. Jaja, Rosario ist wahrlich nicht das Zentrum der Welt):
Karla Kolumna-Krause (nachfolgend mit „KKK“ abgekürzt. Jegliche Ähnlichkeiten mit einer US-amerikanischen Organisation sind unbeabsichtigt und reine Willkür.): Also Herr Zahl… - Graf Zahl (nachfolgend mit „GZ“ abgekürzt. Ist irgendwie logisch, oder?): GRAF Zahl bitte. So viel Zeit muss sein. KKK (rollt mit den Augen): Also Herr Graf Zahl, erzählen Sie uns warum sie ein debiles Grinsen auf ihrem Gesicht haben als hätten Sie gerade einem kleinen Kind Süßigkeiten geklaut? GZ: Weil ICH wieder einmal Stadtmeister von Rosario geworden bin. Ich bin der König von Rosario. Schalalala… KKK: Mangels Konkurrenz? GZ: Papperlapp. Wir haben die Lumpenseckel aus Rosario in die zweite Liga geschossen. Nur wir! Und TFA ist selber schuld wenn Sie sich so einen unfähigen Trainer an Land ziehen. Platz Fünf in der Nationale B. Blamabel. KKK: Große Worte von einem Mann, der gerade einmal Neunter geworden ist? Ihr erklärtes Saisonziel war ja
die Meisterschaft. Das haben Sie gelinde gesagt verfehlt. GZ: Ach, das gehört zum Showbusiness dazu. Sie lieben es doch, wenn wir solche Kampfaussagen raushauen. Aber wir werden jetzt ein bisschen an der Sparschraube drehen müssen. Da müssen wir uns etwas zurückhalten. Meisterschaft kann nicht mehr das offizielle Saisonziel lauten. KKK: Späte Erkenntnis ob ihrer begrenzten taktischen Talente, Zahl? GZ: GRAF Zahl. Nicht umsonst habe ich so viel dafür hingeblättert. Den Adelstitel hat sich Zsa Zsa einiges kosten lassen. KKK: Von mir aus Herr Graf von und zu Anhalt Zahl-Sachsen-Anhalt. Wer ist ihr Meisterschaftsfavorit - um mal auf ein anderes Thema zu kommen, dass nicht um "Graf Zahl" handeln wird. GZ: Der eine Klub aus Buenos Aires da. Oder war's Cordoba? Mir ist der Name entfallen. KKK: Sehr präzise, danke. Haben Sie sonst noch welche Ziele außer dem sehr hoch gesteckten Ziel Stadtmeisterschaft? GZ: Joa. Wir wollen in der ewigen Tabelle vor Rosario landen. Und ich bin ziemlich zuversichtlich, dass uns das gelingt. KKK (schaut kurz nach): Ah, Sie trauen sich wirklich zu in der nächsten Saison drei Punkte zu holen? Das ist aber eine gewagte These, werter Graf. GZ: Jaja, so bin ich halt. Mein zweiter Vorname lautet nicht umsonst Understatement. KKK: Und Ihr erster?
...
Das war’s auch schon wieder aus Rosario. Gewisse Geheimnisse müssen bestehen bleiben. Fortsetzung folgt.
Was für ein grandioser Saisonstart für die Old Boys aus Rosario. Eigentlich sollte das Saisonziel, Rosario Central in der ewigen Tabelle zu überholen, schon am ersten ZAT erreicht werden. Aber gut, das wäre ja auch langweilig gewesen. Dann wäre man 13 ZATs orientierungslos in der Liga umhergeirrt.
Aber weil das Saisonziel sehr bald fällig ist, haben die Los Leprosos kurzerhand ihr Saisonziel auf „Meisterschaft“ abgeändert. Ist zwar ziemlich unwahrscheinlich, aber warum nicht. Irgendwann werden auch Schweine in einer zugefrorenen Hölle fliegen. Und genau an diesem Tag wird es TC gelingen ohne großen TK-Einsatz in Rosario zu gewinnen.
Wenigstens one good thing hat diese 29. Saison: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Austrojugo in Good Old Argentina die Championship holt. The blaming wäre einfach zu groß. Because the Austrians können nicht Fußball spielen. Marko Arnautovic wird es proven. Genauso like Lord Number will give us a Beweis, wenn er vor C.A.L.A.M.A.R.I. die Saison finishen wird. Weil he’s just the bigger and better fuxx. Mister Wehleiden kann von such a value noch lange träumen. Und das wird er going to do. That’s alles.
Überraschend gut verlief der ZAT letzte Woche. Einen 6:5-Auswärtssieg konnten die Los Leprosos in Cordoba landen um danach Kräfte sparend 1:0 daheim gegen die Argentinos Juniors zu gewinnen. Das dritte Spiel gegen CAI ging erwartungsgemäß hoch (0:5) verloren. Seit wann ist die Mannschaft um Trainerstar Graf Zahl so fuxxig?
Wir wissen es nicht. Können aber jetzt schon mal behaupten, dass durch diesen Geniestreich wohl der Klassenerhalt und die Stadtmeisterschaft von Rosario noch
ein Stückchen sicherer wird. Big Points, wie man es auf neudeutsch sagen würde. Dementsprechend verwundert zeigte sich Graf Zahl über etwaige Äußerungen des Austro-Jugo-Aggro-Talleren Thomas Magnum. Warum beschwert er sich, wenn er eine fünf gesetzt hat? Setz ne sechs; zeig, dass du cojones hast und gut ist.
Nach der Party kommt der Kater. Denn jetzt beginnen die richtigen kNOBeleien für die sympathischen Fußballer aus Rosario. Noch fünf Heimspiele und 20,6 TK. Was tun?
Herzlich willkommen in einer dunklen Welt, in der dein Verstand dem Wahnsinn anheimfallen wird. Hier in der Welt des Zweilichts werden die darin wandelnden und somit verlorenen Seelen Dinge sehen, die sie an ihrer Intelligenz und ihren Gefühlen zweifeln lässt. Du wirst beginnen dich zu gruseln und zu fürchten. In der Zone der Angst.*
Ein falscher Schritt. Ein Blick zurück oder zur Seite. Ein Zögern. Die Strafe für dein falsches Handeln kann dich unvermittelt treffen oder verspätet nach achtunddreißig Tagen. Dann wird das Böse sich manifestieren und dich mit
seinen langen, gierigen Krallen in das dunkle Nichts, in die Nacional B hinab ziehen. Von dort gibt es nur für die wenigsten ein Entkommen. Ein Ort, der noch schlimmer und fürchterlicher ist als die Zone der Angst.
Die, die in der Zone der Angst dem Abwärtsstrudel in die Nacional B entkommen sind haben unweigerlich viel Glück gehabt. Sie sind aber dennoch nicht davor gefeit, dass ihnen das gleiche Schicksal im nächsten Jahr wieder widerfahren wird. Also sei allseits gewappnet. Vor der Zone der Angst.
* Es empfiehlt sich die neuste Ausgabe der argentinischen „Kolumne“ zu lesen.
Da führt kein Weg vorbei, seh's endlich ein, Bernd. Im Viertelfinale der WM 2014 wird Argentinien abermals auf Deutschland treffen und wird wieder scheitern. Ein Messi allein reicht nicht aus.
Wir werden 2014 im Land des fünfmaligen Weltmeisters Brasilien unseren größten Erfolg feiern und den Brasilianern ein zweites Maracanaço beibringen. Mit einer Mannschaft, die aus mehreren Thomas Müllers bestehen wird. Einem erfahrenen Schweinsteiger, einem gereiften Kapitän Philipp Lahm,
einem international anerkannten Dribbelkünstler Mesut Özil, einem noch besseren Thomas Müller, einem Sami Khedira mit stahlharten Nerven, einem genialen Toni Kroos und einer deutschen Verteidigung, die mit Mats Hummels, Benedikt Höwedes, Per Mertesacker, Holger Badstuber und wie sie alle heißen, ihresgleichen in Europa wenn nicht sogar in der Welt suchen wird. Und natürlich einem genialen Tormann; egal ob er jetzt Rene Adler oder Manuel Neuer heißen wird.
Uns gehört die Zukunft. Argentinien hat ja noch den Maradona. Das reicht ja auch.
Müde muss Graf Zahl über das Gejammere von CAI-Coach Prenzlauerbergo lächeln. Eine harte Rückrunde stehe CAI bevor. Jaja, mit 3 Punkten Rückstand auf Platz 4 und 37,7 TK kann man das schon mal sagen. Ist ja alles so aussichtslos…
Viel schlimmer sieht es dagegen für die Old Boys aus Rosario aus. Gerade einmal 34 Punkte nach 23 Spielen darf der designierte Stadtmeister aus Rosario sein Eigen nennen. Dazu noch ein eher durchschnittliches TK. Und gerade mal sechs Punkte Vorsprung auf Abstiegsplatz 17.
Buhu, eine so miese Saison. Alles so schlecht. Selbst Boca ist besser dran.
Achja, und ich werde ganz sicherlich nicht Meister.
Graf Zahl, einstiger selbst erklärter Meisterschaftsanwärter Nummer Eins, hat sich für einen Platz in der Absteiger-WG beworben.
Nur noch 4 Punkte trennen die Old Boys vom Tabellenplatz 16, der gleichbedeutend mit dem Abstieg ist. Das kann noch ganz eng werden im Mittelfeld, so sind sich irgendwelche, was weiß ich für, Experten sicher. Um der Raumnot zu entfliehen hat sich Zahl nun für die Absteiger WG beworben. Schließlich wären da ja noch vier Plätze zu vergeben. Aber der Andrang ist groß. Man muss kreativ sein, um dort reinzukommen. Und genau deswegen hat Graf Zahl sich als Frau ausgegeben. Donna Zahlotte hat zwei schlagende orangengroße Argumente. Na dann..
Der Bieterwettkampf um Saviola, el pipito, spitzt sich zu.
Ausgestattet mit taktischer Raffinesse im Transfergerangel um den Nicht-WM-Wunderstürmer Javier Saviola wie ein Mischung aus Dieter Hoeneß und Horst Heldt hat SC Korinthenkacker Paulista auf sich aufmerksam gemacht. Allenfalls ein Harry Kewell würde nach Rosario wechseln wollen, so das Statement des Klubs aus Sao Paolo.
Dem gegenüber steht aber die Aussage von Saviola bei einer Pressekonferenz in Lissabon. Begeistert von der berauschenden und attraktiven Spielweise, die Graf Zahls Lehrling Count van Lezz bei Sporting Lissabon spielen lassen hatte, ließ er sich zu der
Aussage hinreißen, dass er „ein grosser Fan von Newell’s Old Boys und [vor Allem] Graf Zahl“ sei. Geld spiele für den sympathischen Stürmer keine Rolle, schließlich bekäme er in Rosario Alles, was er wolle. Der Trainer, Manager, Sportdirektor, Greenkeeper, Finanzvorstand in Personalunion der Old Boys, Graf Zahl, versprach ihm die argentinische Meisterschaft, viel Mate-Tee, seine eigene Rinderranch, die schönsten Frauen aus Rosario und selbstverständlich das Ligamaskottchen Bernadette für das Grillfest bei der Willkommensfeier im Stadion, wenn er zu den Old Boys käme.
Kein Wunder also, dass Saviola ein grosser Fan von Graf Zahl ist…
Trümmerfrau Vinnie Armando Jones hat endlich mal wieder ein Heimspiel gewonnen, aber das hält sie nicht davon ab wieder groß rumzujammern. Eigentlich Standard mittlerweile, genauso wie die ständigen Abstiegssorgen in der Bonbonera. Zwar ist das in Rosario langsam Jacke wie Hose, oder Prenzlau wie Erbergo, aber nerven tut es langsam trotzdem…
So ungefähr hört sich das Alles stark komprimiert an: „Buhuhu, alle sind so gemein. Alle hauen mir den Frack voll. Niemand hat mich lieb. Immer diese fiesen, kleinen schäbigen Auswärtsteams. Die müssten mir
doch mit Respekt gegenüber antreten. Und sich vor Angst neben einer vollgeschissenen Hose auch die Punkte liegen lassen. Schließlich habe ich hier schon so viel erreicht. Bin schließlich irgendwann mal in der 23. Saison als Zweitligameister aufgestiegen. Buhuhuhu. Ich glaube, ich höre auf. Ein Verein war mir ja schon zu viel. Und jetzt hab ich dank dieser Flachschippe Prollbergo auch noch zwei Teams am Arsch kleben. Nene, das hat der doch mit Absicht gemacht. Um mich zu schwächen. Und es is ihm gelungen. Nee, ganz sicher. Nicht nur um Aufmerksamkeit zu erregen. Ich habe fertig!“
Mit Kopfschütteln legte Graf Zahl eine ihm vorgelegte schottische Fußballzeitung weg und fing in der Pressekonferenz seines Klubs Newell’s Old Boys zu schmunzeln an, ehe er das Wort ergriff:
„Also mal ehrlich, wer den Stuss geschrieben hat, der hatte sicherlich nicht nur ein paar ALEs zu viel. Ich darf Ihnen nämlich verkünden, dass auch wir in den Bieterwettkampf um El Conejo, das Kaninchen, eingestiegen sind. Und wir sind sicherlich
eine interessantere Adresse als irgendein dahergelaufener Mittelmaß-Klub aus den Highlands! Man muss ja nur mal überlegen, wer bei uns Alles schon seine Fußballschuhe geschnürt hat. Diego Armanda Maradona, Lionel Messi, Graf Zahl, Gabriel Heinze, Gabriel Batistuta und Graf Zahl. Das ist wahre Klasse. Dafür sind wir bekannt. Und nun zurück zu ernsthafteren Themen. Dieses 1:2 neulich, das ist darin begründet… […]“ , so Trainer Graf Zahl.
Spieltag Sieben ist vorüber und die Newell’s Old Boys setzen alle Hebel in Bewegung zum Ende der Hinrunde schon ihr nicht gerade stattliches TK aufgebraucht zu haben.
„Mir doch egal. TK? Wer braucht das schon. Ist was für Ministranten. Wir hier bei NOB können auch unsere Spiele ohne TK gewinnen. Ich bereite meine Spieler nämlich schon jetzt auf die Fastenzeit vor. Und da ist es wichtig, dass
jede Form von überflüssigem Ballast abgeworfen wird. Und da gehört eben das TK, das wir wirklich zu viel haben, dazu. Wir wollen schließlich fit in das letzte Saisondrittel gehen. Und deshalb werden wir bald ins Kloster gehen. Radikalfasten und sowas halt!“ erzählte der sichtlich leicht abgemagerte Trainer Graf Zahl einem Journalisten ehe er seinen ersten Fuß in das Restaurant zum Goldenen M setzte.
bitte mach, dass mir in Zukunft bessere Ideen für einen Artikel einfallen. Und dass ich mehr Zeit für einen solchen guten Zeitungsartikel habe. Dass der Artikel lustig, raffiniert und interessant ist.
Und kümmere dich bitte darum, dass die Witze über die Eigenrauchsche Missionarstellung aufhören. Lustig ist der Witz ja. Beziehungsweise war es. Vor zehn Jahren, als ich in der sechsten Klasse war. Oder in Prenzlauerbergos Fall: Vor langer, langer Zeit als es noch keine TVs, PCs oder Radios gab, damals
vorm Krieg. Vor dem Deutsch-französischen, versteht sich.
Und wenn es dir nicht zu viel Mühe bereitet – ich weiß ja, dass du ein vielbeschäftigter Mann bist (sicherlich keine Frau) – kannst du es irgendwie hinkriegen, dass meine Old Boys die Tabellenposition halten? Muss ja nicht für ewig sein. 34 Spieltage würden mir ja reichen.
Halte deine schützende Hand über mir. Fußballgott, der du bist im Himmel, gib mir die Kraft deinen Glauben zu leben.
Ein alter Mann sitzt auf der Holzveranda seines Landhauses. Er schläft und lässt sich mit seinem Schaukelstuhl vom Wind wippen. Seine Siesta wird gestört durch einen heraneilenden Jüngling der laut „Don, Don, er ist wieder da!“ ruft…
Langsam öffnet er seine schlaftrunkenen Augen, in denen ein Glanz von Wehmut liegt. Er sieht alt aus. Alt und abgemagert. „ Werter Don! Er ist wieder da. Er reitet wieder!“ Der alte Mann im Schaukelstuhl zuckt mit den Schultern, hebt die Augenbraue und fragt: „ Wer, mi mucamo, ist wieder da?“ Der Knabe spricht mit einer zitternden Stimme: „ Sancho! Sancho Weh, euer alter Weggefährte!“ In seinem von der Sonne gegerbten Antlitz macht sich Erstaunen breit. Er wartet, denkt offenbar nach und schüttelt dann mit dem Kopf ehe er den Jüngling fragt. „¡Naranjas!
Er ist weg. Er hatte doch damals geschworen nie wieder zu kommen. Treib keine Späße mit mir. Die Zeiten sind vorbei als dass ich mich von meinen Fantasien habe leiten lassen.“ „ Nein, mein werter Don, es ist wahr. Sehen Sie selbst!“ Der Knabe gibt ihm zitternd einen Ausschnitt aus einer Zeitung. Der alte Mann nimmt ihn, schaut den Zettel skeptisch an, steht auf und geht auf und ab. Schließlich sagt er: „ In der Tat. Aber die Zeiten haben sich geändert. So leicht werde ich es ihm nicht machen! Die Spiele haben begonnen.“ Daraufhin verschwand der Mann im Inneren des Hauses.
Der Knabe bleibt allein draußen mit der offenen flachen Hand stehen und säuselt in sich hinein: „ Y la propina? Mmh, de tal amo, tal criado…“ Er bleibt noch eine Weile draußen stehen und geht dann schließlich gesenkten Hauptes von der Veranda herab.