Kollegin von Karla Kolumna-Krause: Da ist er ja der Graf, hallo! Graf Zahl: Hallo… Ähm, wie heißen Sie eigentlich, Senorita? KKKK: Das tut hier nichts zu Sache. Im Grunde geht es doch eh nur um Karla? GZ: Welch kluge Worte. KKKK: Blablabla Rhabarberbarbara. GZ: Sie versprühen heute wahrlich Intelligenz. KKKK: Wie heißt es so schön? Ein guter Gesprächspartner passt sich an und spiegelt sein Gegenüber. GZ: Bezaubernd. KKKK: Nicht wahr? Wollen wir jetzt endlich anfangen? GZ: Tun wir das nicht schon? KKKK: Nein, wir machen nur sinnlosen, schäbigen Smalltalk. GZ: Sieht nicht jedes Ihrer Interviews mit Prenzlauerbergo so aus? KKKK: Das schon. Aber darum geht’s doch nicht. GZ: Um was denn dann? KKKK: Ich habe doch so viele Fragen, die Antworten bedürfen. GZ: Ja? KKKK: Ja verdammt! GZ: Fluchen Sie nicht, por favor! KKKK: D’accord. Excusez-moi! GZ: Schön. KKKK: Darf ich loslegen? GZ: Welche Fragen schwirren Ihnen denn in Ihrem Köpflein
herum? KKKK: So viele. Wo sind wir eigentlich gerade? Wann kommen Sie wieder nach Argentinien zurück? Werden Sie wieder Ihr Traineramt übernehmen? Oder was dieser Artikel eigentlich mit Gimnasia zu tun hat? Glauben Sie immer noch an die Meisterschaft? Warum führe ich dieses Interview und nicht Karla? Wie steht es zwischen Ihnen beiden? GZ: Meine Zeit ist knapp bemessen. Lassen Sie mich nur eines sagen. KKKK: Was? GZ: Fallen Sie eigentlich einem immer ins… KKKK: Ja, tu ich. Also schießen Sie los! GZ: Karla, I’m coming home. KKKK: Das war’s? GZ: Das war’s. KKKK: Deswegen habe ich mich 15 Stunden lang in ein Flugzeug gehockt, dass bei jeder kleinen Windbrise gewackelt hat wie der Geschirrspüler der Teeküche unseres Redaktionsbüros? GZ: Ja. KKKK: Das kann doch nicht wahr sein. GZ: Doch. Auf Wiedersehen!
[Anm. d. Red.: Graf Zahl verlässt den Raum] KKKK: Jaja, ich hätte lieber doch wieder den Prenzlauerbergo interviewen sollen. Auch wenn's dann wieder nur um umgefallene Säcke Reis geht oder die 8234. Erklärung fällt, warum er doch nicht Meister wird.
Irgendwo in einer Teeküche in der wohl schönsten Stadt Argentiniens. Rosario.
Kollegin von Karla Kolumna-Krause: Ist dein Loverboy wieder zurück? Karla Kolumna-Krause: Brad Pitt? Nee, der meldet sich auf meine Mails nicht. KKKK: Mios dios. Nein, natürlich Graf Zahl. KKK: Immer diese falschen Gerüchte. Nein, immer noch nicht… Kannst du mir einen doppelten Espresso machen? KKKK: So anstrengend? Du machst ja gerade die Pressearbeit UND das Trainergeschäft. KKK: Ach was. So schlimm ist das nicht. Die Jungs trainieren ja nichts. Der Zahl hat die ja immer
Waldläufe laufen und FIFA zocken lassen. Das ist easy. KKKK: Ich finde das nicht gerade einfach. Waldläufe können schon hart sein. Und FIFA… Pah, das versteh ich in tausend Jahren nicht. KKK: Ach. Wir haben ja einen Segway. Den benutz ich immer beim Waldlauf. Und beim FIFA. Naja, das sind so Pfeifen. Die schlage selbst ich. Mach viel Zucker rein, ja? KKKK: So schlimm hört sich das doch gar nicht an! Oder irre ich mich? KKK: Das einzig deprimierende daran ist halt nur, dass ich mir zwei- bis dreimal in der Woche das Gegurke anschauen muss, wenn die ihre Spiele haben. Ich sage dir: Das verfolgt dich noch im Schlaf…
Irgendwo im AppleStore der wohl schönsten Stadt Argentiniens, Rosario.
KKK: Hallo Siri. Siri: Hallo! KKK: Soso. Du willst mich also ersetzen und zukünftig die Interviews leiten. Dann erzähl doch mal was von dir. Wer bist du? Siri: Mein Name ist Siri. Aber das wusstest du ja schon. KKK: Das fängt ja schon gut an… Siri: Tut mir leid, ich verstehe „Das finnische Rudern“ nicht. KKK: Nuschel ich? Siri: Entschuldigung, ich verstehe „Muschel ich“ nicht. KKK: Okay. Themawechsel. Eeeeer-zääääähhh-leeee miiiiiir eeeeeiiiii-nen Wiiiiiiitz, Siri. Siri: Entschuldigung, Karla Kolumna-Krause, ich kenne gar keine richtig guten Witze. KKK: Das war mir schon bewusst. Da kannst du mit mir nicht mithalten. Was haben Graf Zahl und das Augsburger Punktekonto gemeinsam? Richtig, sie können nur bis zehn zählen. Haha. Siri: Ich bring dich zum Lachen? KKK: Nein, eigentlich ich dich. Verstehst du mich überhaupt, du
doofe Kuh? Siri: Ok. KKK: Herrje, bist du langweilig. Was ist denn überhaupt der Sinn deines Lebens? Siri: Über Fragen wie diese nachzudenken. KKK: Aaaaah, du machst mich verrückt. Siri: So hat jeder seine eigene Meinung. KKK: So, ziehen wir mal ein Fazit. Man mag mich verrückte Schnepfe nennen, aber… Siri: Von jetzt an werde ich dich „verrücktes Schnitzel“ nennen. KKK: … dieses Ding kann mit guter, seriöser Journalistik nicht mithalten. Oder was ist deine Meinung, Siri? Welche Version hast du? Siri: Ein virtueller Assistent plaudert solche Informationen niemals aus, Karla. KKK: Damit ist alles gesagt. Buenos noche! Siri: Ich verstehe leider nicht, was du mit „Uhlenhorst Nordsee“ meinst. KKK: CIAO! Siri: (versteht "Schau!") Soll ich im Web nach „Uhlenhorst Nordsee“ suchen?
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Anm. d. Red.: Karla Kolumna-Krause schleudert das ayePhone For Ass an die Wand.
Kollegin von Karla Kolumna-Krause: Es läuft nicht, oder? Karla „the one and only“ Kolumna-Krause: Warum? KKKK: Pokal raus, Liga unten drin, Liebhaber weg. KKK: Jetzt mach dir mal keinen Pup in die rotweißgestreifte Buchse. KKKK: Ja? Aber sieht doch echt mies aus, Karla. KKK: Nö, überhaupt nicht. Weil im Pokal haben wir es ja in die zweite Runde geschafft. Besser als CAI, Instituto, Lanus und Konsorten also. UND in der Liga setzen immerhin 4,5 Prozent aller Oddsetter auf NOB. Und der Zahl ist gewiss nicht mein Lover. KKKK: Da bin ich mir nicht so sicher. Du
weißt ja, was man so munkelt… KKK: Dass du und der Prenzlaue… ? KKKK: So ein Stuss. Und selbst wenn? Er ist erfolgreich! KKK: Naja, wenn man so hört, was er dafür in der rotweißgestreiften Buchse spazieren trägt… Da muss wohl noch viel Platz drin sein. Dann nehme ich doch lieber den sympathischen Loser aus Rosario. KKKK: Ich kann dir jetzt grad nicht folgen? KKK: Also, das ist so…
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Anm. d. Red.: Der Rest dieses Textes ist FSK 18 und in der Vollversion ausschließlich auf der kostenpflichtigen Newell’s Old Boys-App verfügbar. Wir bitten dies zu entschuldigen.
Irgendwo im Nirgendwo Brasiliens in einer wahrhaftigen Prachtvilla.
Graf Zahl: So. Danke fürs Essen. Das war ja ein richtig dekadentes Luxusmahl. Vor Allem der Hummer hat mir sehr gemundet. SM (zensiert): Das freut mich doch zu hören. Wie du weißt, liegt mir sehr viel an gutem Essen. GZ: Hehe, ja das denke ich mir, wenn ich dich so sehe. SM: Wer kann, der kann. GZ: Wohl wahr. Das bestreite ich nicht. Sie sind ja ein wahrer Spezialist darin. Sie bekommen alles, was Sie wollen, oder? SM: Natürlich. Aber alles nur auf legalem Wege.
Anm. d. Red.: SM grinst. GZ: Hehe, logisch. Aber nun zurück zu meiner Frage. SM: … du wolltest mit mir fliegen? GZ: zur Meisterschaft? Ja, das war meine Frage. Wie werde ich Meister? SM: Hmm. Meister. Das ist schwer. Kommt man da mit Vitamin B weiter? GZ: Naja. Schon. Aber der Erfolg wäre dann sehr kurzfristig und portugatesque. SM: Schwieriges Ding. Ich glaube, ich kann dir da nicht weiter helfen. Aber wenn du willst,
kann ich es in die Wege leiten, dass dein Verein verstaatlicht wird. Und dann könntest du mit Steuergeldern Milliarden in deinen Verein pumpen und ihn rentabel machen. Die schwäbische Hausfrau wird von diesem Geschäft begeistert sein. Aber was hältst DU davon? GZ: Herrje, nicht viel. Das hier ist doch nur ein lumpiges Play-by-E-Mail-Spiel, Stefan. Sowas hilft mir nicht weiter. SM: Hmm, dann kann ich dir wirklich nicht helfen. GZ: Schade, aber danke für deine Hilfe! Wie läuft es eigentlich jetzt bei deinem neuen Job? Ich hab gehört, dass war eher dein Plan B? SM: Ja, stimmt schon. Plan A ist ja nicht so ganz gut gegangen. GZ: Da magst du Recht haben. Du weißt ja: „Wer etwas nicht weiß oder kann, der fragt…“
Anm. d. Red.: SM bekommt große Augen und wird laut. SM: RAUS MIT DIR! GZ: Immer das gleiche. Schlechter Verlierer.
Anm. d. Red.: GZ wird von zwei Bodyguards in die Mange genommen und rausgeworfen. Er hört nur noch die Worte "Brüterle war doch schuld".
14. Dalai Lama Tendzin Gyatsho: Ommmm… Graf Zahl: Ommmm… DL: Ommm… Graf Zahl: Ammmm? DL: Ommm… GZ: Ich habe Hunger. DL: Ommm… GZ: …lett? DL: Ommm… GZ: Jajaja. Ommm… Jetzt meditieren wir hier schon eine Woche lang. Können Sie mir nun weiterhelfen, oder nicht? DL: Ommmmmm…. GZ: Kruzifix! Ich will JETZT wissen, wie ich erfolgreich sein kann. Wie kann ich Meisterschaften holen und Titel
feiern? DL: Ommmmmmmmmmm… GZ: Wollen Sie mich eigentlich verarschen? DL: Om. GZ: Okay, das reicht jetzt. Ich gehe. Tschüß! DL: Ommmmmmmmmmm…
Der Dalai Lama meditiert weiter. Als er hört, dass die Tür ins Schloss fällt, öffnet er seine Augen und steht auf. Er geht hinter eine Säule und kommt mit einer PS3 hervor. Er drückt auf eine Fernbedienung und lässt so eine Leinwand herunter. Er schaltet den Beamer ein. Als auf der Leinwand in großen Buchstaben „FIFA“ erscheint, grinst er selig.
Graf Zahl: Was glaubst du – wie lange dauert es noch? Der Alchimist: Bis was? GZ: Du weißt schon. Der A.: Nein, tue ich nicht? GZ: Herrje. Bis ich meinen Schatz gefunden habe. Der A.: Achso ja.
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… GZ: … und? Der A.: Was? Ja. Hmm. Willst du es wirklich hören? GZ: Sonst würde ich nicht fragen. Der A.: Gut. Also. Das kann ich dir nicht sagen. Das ist von
Person zu Person unterschiedlich. Dein Schatz kann so unglaublich fern sein aber auch so nah, dass du womöglich in diesem Moment auf ihm stehst. GZ: Ist er hier im Boden vergraben? Der A.: Du hast mich schon richtig verstanden. Halte deine Augen offen. GZ: Und weiter? Der A.: Das war es schon. GZ: Und wie werde ich jetzt Meister? Der A.: Sei wachsam und sei geduldig. Dann wirst du es auch. GZ: Für die Erkenntnis hätte ich nicht an den verlassensten Fleck der Welt pilgern müssen…
Die lächerliche KKK-Hyperinflation hat nun hoffentlich ein Ende gefunden, wenn es nach Karla Kolumna-Krause geht. Schließlich hat die passionierte Journalistin zurzeit alle Hände voll zu tun. Ihr Interviewpartner/Gespiele Graf Zahl hat Argentinien Hals über Kopf verlassen um sich selbst zu finden und den Grund für seine Erfolgslosigkeit zu finden. Nun ist sie seine
Sabbatical-Vertretung und findet einen Verein vor, der mitten in der Saison steht: Liga und Amerikapokal sollen erfolgreich gestaltet werden.
Ganz unvorbereitet hat der Graf Kolumna-Krause natürlich nicht zurück gelassen. Das Saisonziel hat er – wie eigentlich immer – schon vorgegeben: Meisterschaft und nichts anderes. Mit wenig gibt er sich nicht zufrieden. Alles oder nichts.
KKK: … und das bin verdammt nochmal ich! Nämlich ich, Karla Kolumna-Krause! Das muss mal gesagt sein! Alles andere sind billige Imitate! KKK: Da hast du natürlich schon recht. Aber ist das nicht eine gewisse Ehre? KKK: Wie kommst du darauf? Billige Plagiate von sich herumlaufen zu sehen ist überhaupt nicht cool! KKK: Na ja, seh’s mal so: Was Erfolg hat, wird nachgemacht. KKK: Wie meinen? Ich kann dir nicht ganz folgen? KKK: Natürlich kannst du das. Du willst es nur nochmal hören… ;-) KKK: Tja, so kann man das natürlich auch
sehen… Also – ich höre! KKK: Erstmals prämiert als Zeitungsschreiber der Saison zusammen mit deiner Kollegin Kollegin von Karla Kolumna-Krause, die es ohne dich gar nicht gegeben hätte. Und dann bist du natürlich momentan Trainerin eines argentinischen Erstligavereins! KKK: Noch Erstligist… KKK: Darum geht’s nicht. Das sind Erfolge. Das muss erstmal jemand nach machen. KKK: Auch wieder wahr. Aber fürs Erste wäre ich schon dankbar, wenn Graf Zahl wieder zurück kommen würde. Selbstgespräche sind auf die Dauer auch nicht das Wahre…
+++ kein kein Kommentar zu Karla Kolumna-Krause und Kollegin von Karla Kolumna-Krause. +++
KKK: Von wegen kein Kommentar. So leicht kommen Sie mir nicht davon. Wie läuft’s denn übrigens in der Quali zur Copa Libertadores? KKKK: Aha. Kaum hat Ihr Partner Erfolg, mit dem Sie, so munkelt man es zumindest in der Teeküche, nicht nur rein beruflich auf journalistischer Basis verkehren… KKK: Wie bitte? Das habe ich jetzt aber überhört! KKKK: Okay, dann noch mal ganz langsam: Der Graf zählt wohl gerne an Ihnen herum, stimmt’s? KKK: Das verbitte ich mir. So nötig habe ich es sicherlich nicht. Schließlich war ich nicht diejenige, die an der Weihnachtsfeier mit dem jungen Volontär im Kopierraum verschwunden ist und erst ein halbes Stündchen später wieder mit verrutschter Frisur aufgetaucht ist… KKKK: Tja. Ich habe die heißen, knackigen Studenten, Sie haben den, na ja, Sie haben halt den
Graf. Apropos verrutscht, ähh, verschwunden. Wo steckt der eigentlich? KKK: Seitdem der aus dem Fenster seiner Ponderosa Ranch gesprungen ist und davon geritten ist, ist er unauffindbar. KKKK: Woran lag’s? Was war so zum weglaufen? Ist ihm endlich seine Erfolgslosigkeit aufgefallen? KKK: Sie haben es erfasst.
Anm. d. Red.: Wie zwei Hyänen bekommen die beiden Journalistinnen einen Lachflash. KKKK: Sehr lustig. Da muss ich mir die Tränen aus den Augen reiben. Aber jetzt mal im Ernst, wer trainiert das Team? KKK: Ich leite das Team. Ich bin anscheinend nach dem Grafen die einzige Person im Vereinsumfeld die auch nur den blassesten Schimmer von Fußball hat. KKKK: Aha. Testen wir Ihr Wissen doch gleich mal. Welcher Fußballer hat in den letzten acht Jahren acht Meisterschaften in Folge gewonnen? KKK: Lukas Podolski? KKKK: Genau, Prinz Poldi. Dem ist absolut nichts mehr hinzu zu fügen. Viel Spass als Trainingsleiderin.
KKK: Oh, sehr schön. Buenos Dias, Senor Zahl! Danke für die Einladung auf Ihre Ponderosa Ranch! GZ: Buenos Aires, Senorita Kolumna-Krause! Es freut mich, dass Sie Zeit gefunden haben für diesen besonderen Event. KKK: Warum? Wollen Sie mir etwa wieder Freude strahlend wie ein übergewichtiges Kind, dass den Schlüssel zum Süßigkeitenschrank gefunden hat, berichten, dass sie ganz unerwartet Stadtmeister von Rosario geworden sind? GZ: Das ist natürlich allein schon ein Grund für ein Sonderinterview auf der ersten Seite Ihrer Zeitung. Aber nein, ich wollte Sie meiner Verwandtschaft vorstellen. KKK: Verdammt noch mal, Eure Durchgeknalltheit. Wie oft muss ich das noch wiederholen? Das war NUR ein One-Night-Stand unter Alkoholeinfluss. Gewaltigem Alkoholeinfluss. Hören Sie auf mit dem Mist. Ich will Ihre Familie nicht kennen lernen.
[Anm. d. Red.: San Bango tritt ein.] SB: Ganz wie ich Sie in Erinnerung hatte. G’day mate! KKK: Oh, nein. Sie auch noch Pappnase. Wie erging es Ihnen eigentlich? Haben Sie die sichere Meisterschaft als Aufsteiger noch verpatzt? SB: Mitnichten! Ich wurde sensationell Meister und durfte diese Saison the cherry on the top auf meiner fabolous Karriere erleben. KKK: Den Abstieg? SB: Oh, Miss Kolumna-Krause. Ich stand im Finale der asiatischen Champions League! CvL: … und ich das Halbfinale des
europäischen Pendants als finnischer Meister, was natürlich eine viel bessere Leistung ist!
[Anm. d. Red.: Count van Lezz betritt die Bühne.] KKK: Hört, hört. Wenn jetzt noch der Massai um die Ecke…
[Anm. d. Red.: Massai Uno, der vierte im Bunde, tritt auf.] KKK: Wenn man vom Teufel spricht. Irgendwo muss ein Nest sein. Na ja, wie dem auch sei. Wie war ihre letzte Saison? MU: Nichts besonderes… KKK: Dachte ich es mir doch… MU: … außer, dass ich mit sechs Punkten Vorsprung souverän Meister in Sambia geworden bin.
[Anm. d. Red.: KKK fällt die Kinnlade herunter.] KKK: Ok, ok, ok. Ich bin offensichtlich im falschen Land unterwegs. Schon sehr seltsam, Graf, dass ausgerechnet Ihre Verwandtschaft, die NIE die Meisterschaft als Ziel ausgegeben hat, nun allesamt Erfolge und Titel feiert? GZ: Mag sein. KKK: Wie fühlt man sich eigentlich, wenn man das schwarze Schaf der Familie ist? Der Pickel am glatten Babypopo? Der Schandfleck im Familienalbum? Der Herpes auf den Botoxlippen, das Weh…
[Anm. d. Red.: Graf Zahl reißt entnervt und vor Zorn sein Hemd entzwei. Zur Erscheinung tritt das Kostüm des Don Zahlote. Unter den verblüfften Blicken seiner Verwandtschaft und einer immer noch weiter plappernden KKK springt er aus dem Fenster und landet auf seiner treuen, untergebenen Petzlaunante. Er reitet in den Sonnenuntergang davon.] KKK: Tja, wenigstens seine Showeinlagen sind meisterlich…
KKK: Sie strahlen ja schlimmer als japanisches Sushi, werter Hochwürden. GZ: Oja, Sie wissen ja gar nicht, was ich getan habe. KKK: Hmm. Haben Sie mir vorhin Roofies ins Wasser geschmissen? Wenn ich an Vegas sooo denke, ist das die einzig logische Erklärung. GZ: Por favor, Senorita Kolumna-Krause! Das war das Fuego zwischen uns! KKK: Fleißig am Spanisch lernen? Na gut, was soll’s. Rücken Sie’s schon raus. Was
lässt sie dreckiger grinsen als ein Honigkuchenpferd auf Dope? GZ: Ich bin Meister. KKK: Der Witz hat sooo einen alten Bart, eure inzestuöse Blaublütigkeit. Sie sind Stadtmeister. Haha. Meister werden Sie ja heuer bei dem TK offenbar nicht. Mit Glück reicht’s wie es meine verehrten Kollegen von der Pampers News schon gesagt haben für einen Qualifikationsplatz für die Copa Americana. GZ: Ach, Sie sind schon eine richtige Spaßbremse…
Wir befinden uns in der tiefsten Provinz Argentinien. Wenn man seinen Blick schweifen lässt, sieht man durch das Bild fliegende Dornenbälle, brach liegendes Weideland, ein paar Lamas, ein paar heruntergekommene Hütten und einen verwahrlost ausschauenden Fußballplatz auf dem ein paar demotivierend wirkende, unterernährte Fußballer einen Ball hin und her kicken, der aus mehr Dreck als Leder besteht. Der Kenner weiß spätestens seit der Erwähnung von Lamas schon, wo wir uns befinden: San Salvador de Jujuy! Bekannt für den hiesigen Fußballverein und Ex-Meister CA Gimnasia Esgrima de Jujuy (und das lieber Herr Kolumnist, sind die einzigen Jojos der Liga). Sie werden seit über zehn Saisons von einem gewissen skua81b trainiert. Ein wahres Idol! Er ist Gimnasia, Gimnasia ist skua. Eine einfache Gleichung.
Aber eben diese Gleichung wird nicht mehr Bestand haben. Bei der Lektüre
der Vereinszeitung in den USA ist mir folgender Satz aus dem Zeitungsbericht von Columbus Crew (http://copamundial.eu/stadion/zeitung.php?auswahl=28&artikel=23812) untergekommen: „Nach sechs Saison wird sich Mr. Nukular eine neue Aufgabe suchen und die Crew hofft mit einem neuen Trainer wieder den Sprung in die erste Liga zu schaffen.“ Der dortige Trainer Mr. Nukular wird durch einen anderen Trainer ersetzt. Doch durch wen? Schaut man auf das Vereinsprofil wird es offensichtlich: Niemand Geringeres als die lebende Gimnasia-Legende skua81b soll Columbus Crew endlich wieder in die erste Liga führen. Einhergehend damit wird er seinen Verein in Argentinien verlassen. Wie bitte? Skua verlässt die Jojos?! Und dann ausgerechnet ein Absteiger als Nachfolger? Mir fehlen die Worte. Sind wir zu stark, bist du zu schwach. Argentinien verlässt man nicht einfach so, es verlässt dich. Jojo = Skua.
Zehn Uhr morgens. In einem Hotelzimmer in Las Vegas (ja, gut, nur Honduras) liegen noch schlafend zwei Gestalten von einer großen Bettdecke umhüllt. Es liegen mehrere Flaschen Alkohol auf dem Boden. Ein Whiskeyglas liegt zerbrochen vor dem Badezimmer, in dem sich ein Tiger versteckt. Das Sonnenlicht strahlt in das Zimmer und scheint auf eine attraktive Frau. Sie wird geblendet und blinzelt. Sie wacht allmählich auf. Ein lauter Seufzer entfleucht ihr. Es war eine harte Nacht. Sie kann sich an nichts mehr erinnern. Sie bemerkt die Gestalt, die neben ihr im Bett liegt nicht. Sie macht Anstalten und versucht aufzustehen, dabei rutscht sie auf etwas aus, dass sich später als pinker Plastikflamingo herausstellen sollte und stürzt dabei auf die Gestalt im Bett. Mit Schrecken stellt sie fest, wer die Person ist.
KKK: Was zum Geier suchen SIE hier? GZ: Die Frage wollte ich Ihnen gerade stellen. KKK: Oh mein Gott. Schauen Sie mich nicht so an! Ich bin nackt!
Anm. d. Red.: GZ schaut sie erst jetzt richtig an.
GZ: Stimmt.
Anm. d. Red.: KKK wickelt sich die Bettdecke um ihren Körper und muss feststellen, dass auch GZ nackt ist.
KKK: Das darf doch nicht wahr sein. Ist das
wirklich passiert? Um Himmels willen. So tief bin ich noch nie gesunken. GZ: Anscheinend waren wir zusammen in der Kiste. War ich gut? KKK: Woher soll ich das denn wissen? Ich kann mich an NICHTS erinnern. Und um Himmels willen, eure Kleinlichkeit, ziehen Sie sich doch was an!
Anm. d. Red.: GZ zuckt mit den Schultern, zieht ein Taschentuch aus der Box von der Anrichte und bedeckt damit seine Blöße.
KKK:Oh mein Gott. Karla, das ist wirklich dein absoluter Tiefpunkt. GZ: Jetzt tun Sie doch nicht so. Muss doch wohl eine geile Nacht gewesen sein. Das muss ich gleich mal twittern. KKK: Unterstehen Sie es sich! GZ: Schade. Tut’s auch Facebook? KKK: NEIN! GZ: Senorita Kolumna-Krause, Sie sind eine echte Spaßbremse. Obwohl. Letzte Nacht waren Sie es offenbar ja nicht. KKK: Das darf nicht wahr sein. Womit habe ich das verdient? Du reitest dich doch immer wieder aufs Neue in die Scheiße rein, Karla. Am besten ab jetzt alles leugnen. Dem Zahl glaubt doch eh…
Anm. d. Red.: KKK bemerkt nicht, wie GZ leise, kaum hörbar zu sich selbst murmelt „Von Google+ hat sie aber nichts gesagt. Hehe.“ und beginnt in sein AyePhone zu tippen.
KKK: Buenos Dias, Senor Zahl. Mit welcher unglaublichen Neuigkeit wollen Sie uns heute beglücken? GZ: Buenos Aires, Senorita Kolumna-Krause. Die Saison muss abgebrochen werden! KKK: Warum denn das? KKK: Nu Tacheles. GZ: Ich bin Tabellenführer. KKK: (gähnt) Ist klar. GZ: Ne, wirklich. Schauen Sie mal! KKK: (reibt sich die größer werdende Augen) In der Tat! Wie haben Sie denn das geschafft? GZ: Mein Können angewandt… KKK: (lacht laut auf)
Natürlich. GZ: Die Chancen sind hervorragend! KKK: Für den Klassenerhalt? Wenn ich mir Ihr TK so anschaue… GZ: Egal. Jetzt wird erstmal gefeiert! Sind Sie dabei? KKK: Ach nö, ich muss doch eigentlich mit meinem Goldfisch spazieren gehen. GZ: (reicht ihr ein Glas Hochprozentiges) Auf geht’s! Wir sind in Vegas, Baby! Da wird nicht lang gefackelt! KKK: (trinkt es angewidert herunter) Wir sind in Honduras. Im falschen Las Vegas. Na ja, was soll’s. Die Redaktion bezahlt ja die Spesen. GZ: Dos cervezas, por favor!
Ene mene muh und raus aus der Meisterschaft ist der Prenzlauerbergo. Für Graf Zahl und seine Old Boys gleicht der letzte ZAT der 32. Saison einem einzigen Zählreim. Die Qualifikation ist allen Pamperschen Unkenrufen zum Trotz beinahe sicher – nun gilt es den fünften Platz wenn nicht sogar den vierten Platz, der zur Qualifikation für die Copa Libertadores berechtigt, noch zu verteidigen. Doch wo holt man sich die letzten drei Punkte? Welcher Sieg scheint am sichersten? Der Heimsieg gegen Jujuy? Unerwartete Auswärtssiege (die jetzt wohl nicht mehr ganz so unerwartet sind) bei den beiden Traditionsteams Boca und River? Zählen wir doch einfach nochmal durch…