'...und deswegen stellen wir hiermit den Antrag, unsere Heimspiele zukünftig in der Tokyoter Innenstadt austragen zu dürfen!'
Die Zuschauermisere bei Thespa Kusatsu hält an, zuletzt besuchten gerade mal 27 Leute das heimische Stadion. Deshalb greift der Verein nun nach seltsamen Mitteln.
Tor-Stan:
'Ich habe lange mit unserem Präsidenten über die Lage gesprochen. Mittelfristig werden wir wohl die Ananas-Plätze nicht
verlassen. Und bevor wir vor leerer Kulisse spielen, ist es doch geschickter, wenigstens ein paar einkaufende Hausfrauen als Zuschaue anzulocken, natürlich bei freiem Eintritt.'
Auf die Frage, ob man das ganze nicht auch sportlich anpacken könnte, wenn man einfach attraktiver Fussball spielen würde:
'Keine Zuschauer - kein Geld! Kein Geld - keine guten Spieler! keine guten Spieler - keine Zuschauer!'
Am Ende der letzten Runde war allen Beteiligten anzumerken, daß sie diese Saison ganz schnell abhaken möchten. Auch Tor-Stan war froh, als es dann endlich vorbei war:
'Im Mittelfeld um die goldene Ananas zu spielen ist einfach fad! Für uns und die Zuschauer sowieso. Deswegen dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn sich zum letzten Heimspiel nur noch ganze vier
Thespa-Fans ins Stadion verirrten. Und wir sind uns immer noch nicht ganz sicher, ob die sich nicht verlaufen hatten und eigentlich die Bushaltestelle suchten!'
Damit ist das Ziel für die neue Saison eigentlich schon klar:
Möglichst lange vorne mitspielen und wieder attraktiv Fussball spielen, damit dann vielleicht wieder ein paar mehr Leute den Weg ins Stadion finden!
Der ehemalige Meister und Champions-League Sieger Thespa Kusatsu läuft immer noch seiner Form hinterher und pendelt sich weiter im Niemandsland der J-League Division 1 ein!
Zum nächsten Heimspiel gegen den Aufsteiger FC Tokyo werden maximal noch 19 Fans erwartet, die zumindest per facebook zugesagt haben!
Nachdem der Gast als Tabellenletzter auch nicht unbedingt als Zuschauermagnet gilt, gibt es neue Ideen bezüglich der neuen Spielstätte.
Laut Trainer Tor-Stan laufen momentan Planungen, das vereinseigene Stadion zu verkaufen und auf dem Vereinsgelände eine kleine Holzkonstruktion für die Zuschauer neben den Trainingsplatz zu bauen!
Einziger Interessent bisher: ein Rasenmäher-Händler!
'Seit meine Jungs dieses scharfe Zeugs gewöhnt sind, geht gar nichts mehr! Also fussballtechnisch, der Rest ist mir egal! Unser Torwart lutscht in der Halbzeitpause mittlerweile rote Chili-Schoten und kriegt dann ein Ding nach dem anderen rein! Also in sein Tor, der Rest ist mir egal! Da können unsere Stürmer treffen, wie sie wollen, solange wir immer mehr Tore kriegen als schiessen, wird das nix mit einem Sieg. Obwohl der zur Abwechslung mal wieder dringend nötig wäre! Gottseidank sind die Abstiegsplätze schon relativ weit entfernt, sonst müsste ich mir in die Richtung auch noch Gedanken machen! Jetzt geh ich erstmal heim und mach irgendwas was Schweiniges! Also im Kochtopf, der Rest ist mir egal!'
Nach Doping- und Manipulationsverdächtigungen in den letzten Wochen scheint wieder Ruhe eingekehrt zu sein bei Thespa Kusatsu. Aber diese Ruhe ist trügerisch und Tor-Stan mag solche Phasen gar nicht:
'wir machen zu wenig Tore und lassen zu viele Gegentore zu! Das Torverhältnis von -16(!) spricht Bände. Daß wir trotzdem im Mittelfeld der Liga stehen ist einfach nur Glück! Es wird mal wieder Zeit, daß die Spieler etwas Feuer unter den Hintern kriegen, sonst stehen wir ganz schnell in Tabellengefilden, in die niemand will! Ich erwarte in den nächsten Spielen unbedingten Einsatz, sonst brennt hier die Hütte!'
Sieht also schwer nach 'Ruhe vor dem Sturm' aus...
Beide Spiele von Thespa Kusatsu stehen unter Manipulationsverdacht. Laut japanischem Fussballverband waren zwar keine erhöhten Aktivitäten auf dem Wettmarkt zu beobachten, ganz im Gegenteil, aber:
'Daß Thespa zwei Spiele an einem ZAT gewinnt, ist so ungewöhnlich, daß wir hier davon ausgehen müssen, es mit einer gezielten Spielmanipulation zu tun zu haben!'
Tor-Stan konnte darüber nur müde lächeln:
'Erst wirft man uns vor, die Spieler zu dopen, nur weil sie vor dem Spiel ein bisschen Chilli gegessen haben, jetzt kommt gleich der Manipulationshammer. Ich bin schon sehr gespannt, mit welchen Vorwürfen wir uns in den nächsten Wochen noch rumschlagen müssen!'
Es wird langsam eng für Tor-Stan und Thespa Kusatsu! Mit hohen Erwartungen ist die Mannschaft in die Saison gestartet, das Ergebnis ist bis zum Ende der Hinrunde allerdings sehr mager. Da halfen bisher auch keine Nahrungsmitteltricks bzw. pseuso-dopinghaltige Substanzen.
Umso wichtiger ist, daß die Rückrunde erfolgreich verläuft, sonst war das erste gleichzeitig auch das letzte Jahr für Tor-Stan in Japan. Was er so von sich gibt, hört sich aber sehr nach den branchenüblichen Durchhalteparolen an:
'Meine Mannschaft hat Zeit gebraucht, um sich einzuspielen. Ab jetzt wird Gas gegeben, und ich bin mir sicher, daß wir in einem halben Jahr zumindest um den Titel mitgespielt haben.'
Wers glaubt!
"Chicken Vindaloo war zwar geschmacklich ganz hervorragend, fussballtechnisch allerdings ein totaler Reinfall. Was bei Europäern als einfach nur scharf empfunden wird, scheint bei Japanern eine ganz andere Wirkung zu haben. Und ich hab mich gewundert, warum sich alle Spieler mit dem Bauch zur Wand umgezogen haben...das war wohl für die eher Chicken Viagraloo. Naja, für den Tabellenletzten hats ja noch gereicht, aber danach hat sich die eingeschränkte Bewegungsfreiheit und wahrscheinlich auch die Blutleere im Kopf bemerbar gemacht! Vor der Rückrunde werden wir auf jeden Fall noch ins Trainingslager fahren. Nach Mexiko! Chili-Kochkurs!"
Gerüchten zufolge hat Tor-Stan die restlichen Portionen Vindaloo für den Eigenbedarf eingefroren.
Wie lange wirkt Chili bei japanischen Fussballern?
Nachdem bereits die Vorwoche nach einer gehörigen Portion des scharfen Zeugs sehr erfolgreich verlief, gab es auch diese Woche wieder zweimal Grund zum Jubeln, nachweislich aber ohne Chiligenuss am Vorabend! Daher die Frage, wie lange es denn nachwirkt. Dazu einige Stimmen aus dem Spielerlager:
'ich lauf jetzt einfach solange, bis es zu Ende verdaut ist!'
'diese Windeln erlauben doch erstaunliche Bewegungsfreiheit und halten warm!'
'ich wollte es mir gestern rausoperieren lassen, aber ich bin nicht bis zum Krankenhaus gekommen.'
Montagabend lädt Tor-Stan übrigens wieder zum Abendessen. Es gibt Chicken Vindaloo.
Einen ganz wichtigen Sieg konnte Thespa Kusatsu im Spiel gegen die F-Marinos von Trainer Bernd W. feiern. Grundstein für den Sieg war das Essen am Vorabend, bei dem Tor-Stan seinen Spielern Chili verabreichte, ohne deren Wissen. Das wirkt bei Japanern ungefähr so, als würden sie sich einen Hamster durch ein Papprohr... naja egal!
Auf jeden Fall wurden die Jungs dadurch endlich mal wach und schossen Tore und zwar genau in der richtigen Zahl!
Aber: das für nächsten Montag angesetzte gemeinschaftliche Abendessen haben bereits 80% der Spieler abgesagt. Die Begründung: sie wollen nochmal eine Extra-Trainingseinheit einlegen. Tor-Stan: 'auch recht!'
Japan ist ein hartes Pflaster für Tor-Stan! Nach den extrem durchwachsenen Leistungen in den letzten beiden Spielen muss sich der Trainer von Thespa Kusatsu mit einem für diesen Verein sehr unüblichen Thema befassen: Abstiegskampf. Auch wenn das so früh in der Saison etwas übertrieben wirkt, sprechen die Ergebnisse doch eine recht deutliche Sprache!
Und die nächsten Spiele werden nicht leichter. Auch wenn mit Wolfgang Lippert, einem schlechten Ex-Fernsehmoderator und einem gewissen Bernd W. nicht gerade Trainerlegenden bei den Gegnern angestellt sind, stehen die beiden Vereine doch zumindest in der Tabelle etwas besser da!
Das ist ein ehrgeiziges Vorhaben, das Tor-Stan, der Trainer von Thespa Kusatsu da in Angriff genommen hat: Perfekt japanisch in 233 Wochen. Begonnen hat er am Montag und bis Dienstag waren seine Japanisch-Kenntnisse noch nicht allzu weit fortgeschritten, so daß doch wieder ein Dolmetscher mit am Spielfeldrand stehen musste. Bis zu den nächsten beiden Spielen will er aber zumindest mal so viel erreicht haben, daß er "Auf gehts Thespa, schiesst ein Tor!" fehlerfrei intonieren kann. Steht doch dann unter anderem das Spiel gegen den aktuellen Spitzenreiter Sagan Tosu an. Aber vielleicht sollte er zum Japanisch- noch ein wenig Gesangsunterricht nehmen, sonst verwelken wieder die Kirschblütenbäume neben dem Stadion!
Tor-Stan konnte es nicht fassen! Daß es ihn ausgerechnet mal nach Japan verschlagen würde, das hatte er sich in den kühnsten Träumen nicht erwartet. Daß es allerdings so weit kam, ist einzig und alleine dem Umstand zu verdanken, daß der Spielbetrieb in den Emiraten immer noch ruht. Zu gerne hätte er von seinem Vetter achten Grades Tor-Ben die 'Fujis' übernommen, also Ahli
Al Fujairah, einen der erfolgreichsten VAE-Vereine. Macht aber halt wenig Sinn, einen Verein zu trainieren, der nicht spielt. Und so verschlug es ihn in die Heimat der Kirschblüten. Daß hier mal gute Trainer am Werke waren, ist ihm aus diversen internationalen Aufeinandertreffen noch in Erinnerung. Wie hoch die Qualität allerdings nach einigen spielfreien Monaten noch ist, darüber darf spekuliert werden!
das scheint das Motto der japanischen J-League Division 1 zu sein. Bis auf einen setzten alle Trainer darauf, das Heimspiel zu gewinnen und auswärts nicht ins offene Messer zu laufen. Entsprechend nichtssagend ist bisher die Tabelle. Lediglich Sagan Tosu konnte sich bisher etwas absetzen auf Kosten von Vegalta Sendai. Für Tor-Stan geht es weiter darum, die sicheren Punkte einzufahren und kein 'Heimopfer' zu werden:
"Vielleicht reicht es in dieser Liga, einfach alle Heimspiele zu gewinnen, das kann ich bisher noch nicht beurteilen, aber wir werden das auf jeden Fall versuchen!"
Eine Saison ohne Auswärtspunkt?
Letzte Woche war die Welt noch rosarot und himmelblau beim FK Teplice, hatte man doch den Meister überragend geschlagen und den vierten Tabellenplatz erobert. Nach dem letzten Wochenende hängen wieder tiefschwarze Gewitterwolken über dem Vereinsgelände und das ist keine Wettervorhersage. Nur ein Punkt aus zwei Spielen, drei waren als Mindestziel ausgegeben worden. Abgerutscht auf den siebten Platz und damit auch erst einmal wieder weit weg vom Saisonziel. Wie es nun weitergeht, da hält sich Tor-Stan bedeckt, er schwänzte die letzte Pressekonferenz, um sich, wie er sagte, 'in Ruhe auf die nächsten Aufgaben vorzubereiten.'
Mit zwei tollen siegen, darunter ein grandioser 5-4 Erfolg beim amtierenden Meister, hat sich der FK Teplice auf den vierten Platz vorgeschoben und somit den Kontakt zur Spitzengruppe hergestellt. Trainer Tor-Stan warnt allerdings davor, sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen: 'gerade jetzt heisst es Gas geben, bisher haben wir noch gar nichts erreicht. Erst wenn wir nach dem letzten Spieltag auf dem vierten Platz stehen. kann man von einer erfolgreichen Saison sprechen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg!'