Ups, wo hab ich denn diese Überschrift gefunden? Wahrscheinlich hat mich ein befreundeter schwedischer Trainer, der sich selbst Fubi nennt, inspiriert. Apropoz Freundschaften, im Fußball gibt es keine Freundschaften, unter Männern sowieso nicht, oder tragen wir rosa Hemdchen, wie Tim Wiese? Am Wochenende muß ich gegen meine zwei Lieblinge aus der Allsvenskan ran, gegen Fubi und Marki. Tut mir leid, eigentlich will ich Euch ja nicht weh tun, aber ich muss auch mal kurz an mich denken. Man hat ja schließlich einen Namen zu verteidigen. Obwohl Fubi mit der (h)eißenbahn nach Göteborg unterwegs ist, obwohl wir ja eigentlich in Södertälje spielen hat das nix zu bedeuten, das ist sicher nur ein Ablenkungsmanöver. Und Marki hat nur noch einen ganz kleinen
(TK-Vorrat), aber auch das hat nix zu sagen, auch das ist sicher nur ein Ablenkungsmanöver. Also muss ich mich am kommenden ZAT wieder richtig nackig machen um im großen Orchester weiter mitspielen zu dürfen, das passt mir gar nicht, aber was will man machen.
Sollte mein Zeitungsartikel der letzten Woche einige Gemüter zu sehr erregt haben, so möchte ich mich hiermit, nein natürlich nicht entschuldigen, aber dazu äußern. Ich freue mich, dass die schwedische Zeitung auch international gelesen wird, und ich möchte Euch beteuern, ich stehe trotzdem, rein politisch gesehen, immer noch auf der richtigen Seite. Da könnt Ihr sicher sein. Ich werde mich bemühen diese unsägliche Person in Zukunft aus meinen Artikeln heraus zu lassen. Okay?
Unter dem Begriff Joint Venture (wörtlich: gemeinsames Wagnis) versteht man eine gemeinsame Tochtergesellschaft von mindestens zwei rechtlich und wirtschaftlich getrennten Unternehmen. Diese getrennten Unternehmen sind die Allsvenskan aus Schweden und die Prva Savezna aus Serbien Montenegro. Das Bündnis „Demokratie jetzt“ fordert vom Ligenverantwortlichen, dem Hexer aus Dortmund, sofort und unverzüglich, eine Zusammenlegung der beiden beliebtesten Zweiten Ligen Europas, um eine Schließung durch ein kleines österreichisches Individuum zu verhindern. Dieser kleine Knirps aus Österreich, mit Seitenscheitel und Schnauzbart, steht mit seinen Elefanten am Fuße der Alpen, und wartet nur darauf, über Selbige zu ziehen um hilflose kleine zweite Fußballliegen zu überrennen und zu schließen. Mit der kampflos errungenen Beute möchte er dann eine zweite österreichische Liga aus dem Boden stampfen, nur damit er endlich
selbst eine Kolumne a la „Heute für Morgen-Erste Liga-News“ schreiben kann. Doch wozu das ganze? Wer will solche News lesen? Gibt man ihm einmal den kleinen Finger, so dauert es nicht lange und er verlangt, dass Bayern von Deutschland und Südtirol von Italien abgetrennt wird, nur damit er, der kleine Knirps, dann die dritte österreichische Liga aus dem Hut zaubern kann. Wehret den Anfängen, schon einmal hat ein kleiner österreichischer Knirps großes Unheil über die Welt gebracht. Fast 50 Jahre hat es gedauert bis sich die Menschheit wieder richtig erholt hatte. Wir, also meine Frau und ich, vom Bündnis „Demokratie jetzt“ sind gegen eine Schließung jedweder zweiten Liga in Europa, besonders gegen eine Schließung der Superettan, wo wir ja alle herkommen, bzw. der Druga Liga, von wo all die anderen Verrückten die ich kenne herkommen. Lasst uns jetzt abstimmen pro Joint Venture mit SM. Contra dem Mostviertler.
Pünktlich zu Frühlingsbeginn hat ein gewisser Marcool den EHEC-Pokal ins Leben gerufen um das drohende Frühlingsloch in den Zeitungen zu stopfen. Aus aller Herren Länder reisen nun die besten Mannschaften nach Zons einen kleinen Ortsteil von Dormagen. Dormagen liegt linksrheinisch, also Richtung Holland hin. Da ja in Richtung Hollend selten guter Fußball gespielt wird, dachte sich dieser Marcool, veranstalteste eben deinen eigenen Pokal, da ist in Zons wenigstens einmal im Jahr was los.
Sogar die Regeln hat er
angepasst, die Mannschaft mit den meisten Niederlagen zieht ins Finale ein. In der 7. Minute soll eine Spielunterbrechung dafür genutzt werden, ein Lied der unlängst verstorbenen Withney Huosten vorzutragen. Während des Spiels müssen alle Reservespieler auf der Bank an einem Fanschal stricken, wer den längsten hat bekommt zwei Freikarten für „unser Star für Baku“. Alles in allem keine schlechte Idee, wenn man sie denn irgendwann verstanden hat. Dann kann’s aber schon zu spät sein.
Sonntagabend, ca. 20:22 Uhr, Otto Normalschwede schaut eigentlich wie immer auf ARS den Kommissar Beck, da wird das Program jäh unterbrochen. Auf dem Bildschirm erscheint eine blau gelbe Fahne, ein Warnton erklingt, das hat normalerweise um diese Zeit nichts Gutes zu bedeuten, dann erfolgt eine Ansprache von Angela Merkelson an das gemeine Volk. Sie bittet uns Ruhe zu bewahren und genau zu zu hören. Eine Bedrohung für Schweden, genauer gesagt, für die Schwedische Liga und vor allem für deren Trainer, sei aufgetaucht. Ein kleiner Wicht, sozusagen der KleiTaZ, der kleinste Trainer aller Zeiten, der sich selbst Java Jim nennt, so klein, dass er sogar in einer leere Bierflasche passt, schickt sich an, die Schwelle zur Allsvenskan zu überschreiten. Gut, mögen sich nun einige Zuschauer fragen, wo ist da die Bedrohung? Es geht ums Prinzip schlechthin. Wollen wir uns das gefallen lassen?
Brauchen wir so einen in unseren Reihen? Ist es gerechtfertigt, dass wegen so einem unser Sonntagsabendkrimi unterbrochen wird? Er liegt schon auf Platz 3 der Superettan und kann nur noch durch Gottes Hand aufgehalten werden, oder durch uns. Ich rege hiermit eine Volksabstimmung an um über die Zukunft unserer Allsvenskan zu entscheiden. Man könnte zum Beispiel beim Wasalauf kurz vor dem Start, Stimmzettel an die Teilnehmer verteilen. Wer dafür ist das Java Jim zurück in die Allsvenskan soll, steckt seinen Stimmzettel nach Zieleinlauf in einen kleinen Schlitz einer kleinen Kiste, wer dagegen ist, der wirft ihn einfach weg, mal sehen was raus kommt. Und nun weg da vom Fernseher, will wissen wer der Mörder ist.
PS Frage an herrn Fubini: Was ist scharfe Steine für eine Verletzung? siehe ein Schutz des Fußes vor Verletzungen, wie z. B. Schnitte, Stöße, scharfe Steine;
Die eine Woche ohne Computer war schon recht anstrengend. Was macht man so wenn man plötzlich so viel Freizeit hat? Man geht zwischen Küche (Bierkasten) und Stube hin und her. Man trifft Leute (Kinder) die hat man seit Monaten nicht mehr gesehen hat, man sind die groß geworden. Der eine konnte mich grad noch davon abhalten die 110 auf meinem Handy (das ging wenigstens noch) zu wählen um einen Einbruch zu melden. Ich wär sein Vati sagte er. Zwischendurch ab und zu mal den Computer einschalten, obs denn von allein wieder in Ordnung gegangen ist, aber denkste, immer wieder dasselbe, Hochfahren -> Willkommen -> Runterfahren. Dazwischen die
Gespräche mit der Alten, äh der Frau Pacult meine ich natürlich, Zuhören, Nicken, Recht geben usw. Ihr kennt das ja. Gott sei Dank ging der Fernseher noch, wenn der auch noch ausgefallen wäre, wäre ich sicher aus dem Fenster gesprungen. Dann der rettende Gedanke, abgesicherter Modus, Virenscanner. Nach 36 Stunden Dauerscannen endlich die Erlösung. 8 Trojaner enttarnt und entfernt. Der Rest war Pille Palle und nun läuft er wieder. Man ist gleich wieder ein anderer Mensch. Aber wer ist das, der da halb verhungert in der Ecke rumliegt? Ach der Leibnits, der war ja auch noch da. Oh das tut mir aber leid. Zu erst mal ein herzliches Willkommen. Hi hi.
Heute muß der Bericht über ein Praktikum von Silvan Leibnits in Schweden leider entfallen. Als Herr Leibnits am Montag von Ägypten aus kommend in Södertälje ankam stand er vor verschlossenen Toren. Leider war am Sonntagabend der Computer des Herrn Pacult total zusammengebrochen. Pikanterweise passierte das, als er auf der Suche nach der Antwort auf die Frage war: Welche Fans schimpfen sich Hühnchen und Müllsammler. Als der Computer des Herrn Pacult 3 x abgestürzt war, kam eine Fehlermeldung mit einem Warnton verbunden und einem TR/ am Anfang. Schnell war natürlich entfernen
angeklickt aber damit war das Problem nicht behoben. Als er am Montagmorgen den Compi wieder anschalten wollte ging gar nix mehr. Compi fährt hoch, sendet Willkommen, und fährt wieder runter. Und das so oft man sich einloggt. Da Herr Pacult daraufhin einen Tobsuchtsanfall bekommen hat, hatte er den vor den Toren Södertäljes stehenden Leibnits glatt vergessen. Wer nun dent, gut es gibt doch Telefone und Internet, der hat die Rechnung ohne Telecolumbus gemacht. Telecolumbus das neue Wunderland des WWW. Tut mir leid Herr Leibnits, sie müssen leider wieder nach Hause fahren, heute fällt das Training aus.
Die zweite Woche weilte Trainingspraktikant Silvan Leibnits nun bereits in Schweden bei Assyriska Föreningen aus Södertälje. Der schwedische Meisterverein bietet dem Trainer des Schlusslichtes in Ägypten hier die Möglichkeit etwas Neues über den Fußball zu lernen um daheim seinen Tabellenplatz zu verbessern. Und sein Praktikum fruchtet schon etwas, denn am vergangenen Wochenende konnte er die ersten 3 Zähler einsacken. Wie Fußball sah es zwar noch nicht aus, aber gewonnen ist gewonnen. Am Sonntag war dann auch sofort Spieltagsauswertung und Taktik angesetzt. da staunte der Herr Leibnits nicht schlecht, denn sowas gab es bis dato im ägyptischen Fußball nicht. Sonntags rennen dort alle in die Mosche und danach in die Kneipe. Die Spieler faulenzen den ganzen Tag herum und auch die Trainer lassen gern mal alle Fünfe grade sein. Herr Leibnits lernte bei der Spieltagsauswertung, dass man auch auswärts immer zu elft auflaufen sollte, dass man in der Halbzeitpause nicht den Gebetsteppich
ausrollt, und dass man auch nach Rückständen noch ordentlich gegenhalten sollte, so kann man doch noch das ein oder andere Spiel zu seinen Gunsten drehen. Auch sollten nicht alle 11 Spieler dem Ball hinterher rennen, sondern einige sollten sich immer im freien Raum anbieten. Auch kann man hier oder da mal ein verstecktes Faul einflechten um in Ballbesitz zu kommen bzw. zu bleiben. Nach Hütchen aufstellen und Autogrammpost beantworten lernte Silvan Leibnits diese Woche wieder etwas Neues. Am Freitag standen Standards auf dem Programm und Herr Leibnits durfte sich mit den anderen Auswechselspielern in die Mauer stellen. Da staunte er nicht schlecht, wie sich die Bälle und Flanken Reihenweise wie Bananen um die Mauer bogen und fast jedesmal ihren Weg ins Tor fanden. Nun ist er erst mal wieder nach Ägypten gereist um alle Neuerungen an seinem Team auszuprobieren. Auch wie man einen schlechten Spieler mal verbal zusammenfaltet will er am kommenden Zat gleich mal vor Ort testen, Kandidaten dafür gäbe es genug. Bis Sonntag dann.
Ja es stimmt, seit Montag ist er da, der neue Trainingspraktikant, Silvan Leibnits. Der schwedische Meisterverein hatte diese Stelle zu Beginn des neuen Jahres eigentlich extra für Java Jim geschaffen, um ihm den Ein- bzw. Aufstieg in Schwedens erste Liga zu erleichtern. Doch nun ereilte uns der Hilferuf aus Ägypten, die dortige Meistermannschaft der letzten zwei Jahre, El Gouna FC steckt in argen Abstiegs- und Finanzsorgen. Den Trainer entlassen wollten sie nicht, da er ihnen so ans Herz gewachsen ist. Mit 0 Punkten und schon 7 Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz geht in El Gouna unter der Leitung von Silvan Leibnits aber zurzeit gar nichts mehr.
Wie sieht so ein Praktikumsalltag aus?
Am Montag war erst mal Kaffee kochen und Telefondienst angesagt. Auch beim Beantworten der Autogrammpost konnte er gleich tatkräftig mit anpacken. Schon lange suchten wir eine feuchte Zunge, die uns beim Anlecken der Rückumschläge behilflich sein könnte. Am Dienstagmorgen war Waldlauf angesagt, nicht nur die Trainingsform an sich war Neuland für Sportkamerad Leibnits, sondern die Bäume, also der Wald überhaupt. Sowas haben die
ja in Ägypten nicht. Am Nachmittag war er beim Aufstellen der Kegel behilflich, und konnte sich so ein erstes Bild vom Stadion in Södertälje machen. Sowas großes und schönes gab es ja in Ägypten auch nicht. Am Mittwoch waren Spielformen aller Art angesagt und Sportkamerad war mittendrin, zumindest beim Spiel 5 gegen 2. Beim Fußballtennis stellte er sich gar nicht so dumm an, und bei der anschließenden Pokerrunde durfte er sogar das ein oder andere Spielchen gewinnen, damit bei ihm kein Lagerkoller auftritt. Am Donnerstag standen Sprints und Medizinballweitwurf auf dem Programm. Da wollte er sich zwar erst verdrücken, aber der Torwart hat ihn doch ziemlich schnell auf dem Klo gefunden, bzw. mit dem Medizinball getroffen. Es tut schon nicht mehr weh sagte Sportkamerad Leibnits am Abend den warteten Journalisten. Am Freitag war Abfahrt nach Jonköping, Sportkamerad Leibnits war schon eine Stunde eher da, denn es mussten nicht weniger als 87 Sporttaschen und Kisten in den Bus verfrachtet werden. Nun hat er erst mal 1 ½ Tage frei und kann sich ein wenig erholen, ehe es am Sonntag mit der Spieltagesauswertung weiter geht.
Selten habe ich mich beim wöchentlichen Zeitungsstudium so köstlich amüsiert. Angefangen von dieser lustigen Schnitzeljagd über mehrere Kontinente, bzw. Landesverbände, weiter natürlich über den Inhalt und am meisten über diese Idee. Es sieht zwar ein bissel aus, als hätte mein Bauern-Regel-Kalender dafür die Inspiration gegeben, aber mir soll`s recht sein. Am Ende ist wohl dann ein bissel die Luft, bzw. der Einfallsreichtum ausgegangen, aber das ist anderen großen Künstlern auch schon passiert. Keiner wird doch im Ernst daran glauben, dass Jonköping im Dezember 2012 schwedischer Meister sein wird, aber warten wir`s einfach ab.
Ansonsten habe ich mich in meiner Firma, die ja bekannter Weiße Getriebe für Windkraftanlagen herstellt sofort darum gekümmert, das die Rotorblätter nicht mehr so scharfkantig und klobig konstruiert werden, damit sie im Notfall nicht die Menschen und die Landschaft bedrohen. Ab dem nächsten Jahr sind sie vorne rund und aus Gummi, sollte es zu einer Havarie mit Absturz kommen, so streicheln sie mit ihren Blattenden etwaige, sich in der Nähe befindliche, Spaziergänger und Spaziergängerinnen. Und der Boden wird nicht mehr umgepflügt sonder leicht angeklopft.
Also nochmals, großes Lob an meinen Lieblingskontrahenten vom Vätternsee.
Pünktlich zum Ende der Weihnachtszeit bereitet man sich in Södertälje auf Knut vor. An diesem Tag werden traditionell die Kerzen und der Schmuck von den Weihnachtsbäumen entfernt. (Nur die Spitze des Weihnachtsbaums, die dieses Jahr von einer riesigen goldenen Meisterschale geziert wurde, wird mit Samthandschuhen angefasst und in eine eigens dafür angefertigte Glasvitrine eingeschlossen.) Dieser Tag findet in einem feierlichen Rahmen statt, der in der Plünderung der übrig gebliebenen Süßigkeiten, mit denen die Bäume verziert waren, endet. Insbesondere für die Kinder ist das noch einmal ein festlicher Höhepunkt. Anschließend werden die Bäume aus dem Fenster geworfen. Dann liegen sie noch paar Tage auf den Straßen, so dass mancher Köter daran pinkeln kann und dann werden sie vom
Bauhof eingesammelt. Peter Pacult muss bis spät in die Nacht immer und immer wieder die Geschichte erzählen, wie er es denn geschafft hat Meister aller Schweden zu werden. An dieser Stelle sei dem mutigen Oddset Tipper gratuliert, der als einzigster aller Copamundialtrainer auf Södertälje getippt und damit Fußballsachverstand bewiesen hat.
Ich freue mich, dass Euch meine Weihnachtsgeschichte wieder soooo gut gefallen hat. Wenn Ihr wollt denke ich mal über eine entsprechende Ostergeschichte nach. Auch Pfingsten und der 1.Mai böten sich ja an. Die Bauernregelnreihe werde ich nicht fort setzen. Bei der Lektüre, der letzten 51 Zeitungsartikel musste ich feststellen, dass überhaupt nichts von dem eingetreten ist, was die alten Bauernregeln in Punkto Winter vorausgesagt haben. Die spinnen doch diese Bauern.
Wendy: Josef schau, wir sind wieder in unser Land und in unsere Zeit zurückgekehrt. Auch Fubini unser Esel ist wieder da.
Maulwurf: Ja. Schau, dort ist ein Stall mit einer Krippe. Die Tiere rücken schon zur Seite. Es sieht so aus, als ob das unser Platz wäre.
Wendy: Sicher ist er das.
Maulwurf: So werden die Schweden also unser Kind nie kennen lernen, Maria. Schade. Ich bin sicher, dass es dort sehr viele nette Leute gibt, die sich gefreut hätten.
Wendy: Sie werden unser Kind kennen lernen, Josef. Und nicht nur in Schweden, sondern die ganze Welt wird sich dieses Kindes erinnern.
Vielleicht werden sie sogar jedes Jahr seinen Geburtstag feiern. Jedes Jahr am 24.12.
Nachwort:
"Weil in der Herberge kein Platz für sie war" (Lukas 2,7).
Dies ist der biblische Hintergrund für den Brauch der Herbergsuche oder des Frauentragens und auch unseres diesjährigen Krippenspieles. Dabei drücken die Menschen ihre Sehnsucht aus, dem Herrn in ihrem Herzen mehr Raum zu geben. So findet der Mensch im Herbergsuchen tiefer zu sich selbst und zu Gott.
Ich danke allen freiwilligen und unfreiwilligen Darstellern für ihre Mitwirkung und wünsche Euch allen ein frohes Fest.
Claudino: Jetzt hör einmal auf, immer mit der Pistole herumzuspielen!
Superm@n: Peng! Peng!
Maulwurf: Sag einmal, junger Mann, hat dir die Sonne zu lange auf den Kopf geschienen?
Superm@n: Peng! Peng! Peng!
Wendy: Jetzt hast du mich aber ganz schön erschreckt.
Superm@n: Ich wollte Sie nicht erschrecken.
Wendy: Das beruhigt mich.
Superm@n (zu Maulwurf): Ich wollte Sie erschießen.
Maulwurf: Und warum?
Superm@n: Nur so zum Spaß!
Maulwurf: Warum schaut ihr uns denn so an?
Claudino: Sie reden mit uns. Die Erwachsenen hier schauen Kinder nur selten an, und die Alten schimpfen mit uns.
Wendy: Wirklich?
Superm@n: Mein Vater sagt, die modernen Leute in einer Stadt haben keine Kinder mehr.
Claudino: Ich möchte schon einmal Kinder haben.
Maulwurf: Ach so!
Claudino: Haben Sie denn Kinder?
Maulwurf: Nein. Aber wir erwarten sehr bald ein Baby.
Claudino: Schön.
Superm@n: Oh je!
Maulwurf: Warum oh je?
Superm@n: Weil Sie da Schwierigkeiten mit den Nachbarn bekommen werden. Weil die Wände so dünn sind. Mein Vater hat sich das Rauchen abgewöhnt, damit er weniger hustet. Denn immer, wenn er gehustet hat, hat sich der Nachbar aufgeregt.
Wendy: Was ist denn das für
ein Mensch?
Superm@n: Ich weiß nicht, wir haben ihn noch nie gesehen, er beschwert sich beim Hausmeister, und der schimpft dann mit uns.
Maulwurf: Aber es gibt bestimmt auch andere Leute in diesem Hochhaus?
Claudino: Ich weiß nicht, wir kennen niemanden hier. Ich kenne nur ihn, wir spielen oft zusammen. Ich wohne auf Stiege 233, und Sie?
Maulwurf: Wir wohnen nicht hier.
Superm@n: Schade, ihr seid nett.
Maulwurf: Sag einmal, junger Mann, wir suchen die Straße, die aus Göteborg hinausführt. Kennst du sie?
Superm@n: Ja, sicher.
Maulwurf: Das ist schön, bist du so nett und zeigst sie uns?
Superm@n: Hmm. Nein, ich kann nicht.
Maulwurf: Nun, wenn du nicht kannst.
Superm@n: Ich muss nach Hause, das Fernsehen fängt gleich an. Sie übertragen heut die Meisterfeier von Assyriska Föreningen live. Also dann, peng, peng, peng!
Claudino: Er meint es nicht so, kommen Sie, ich führe Sie hin.
Wendy: Danke, das ist sehr lieb von dir.
Langsam und müde wandern Maria und Josef aus Göteborg hinaus, einem hellen Stern entgegen. Auch in 2000 Jahren ist die Herbergssuche nicht leichter und die Nächstenliebe nicht größer geworden. Am Ende der Woche werden wir wissen wie die Geschichte ausgeht.
Zwei Nachbarn tratschen im Korridor einer Wohnung eines Göteborger Altstadthauses: (er, Java Jim, im Bademantel der 20-er jahre, sie, Roquinho, mit Dederonschürtze und Lockenwicklern)
Java Jim: Seit meine Frau, Gott hab sie selig, vor 16 Jahren gestorben ist, habe ich das Zimmer nicht mehr angerührt.
Roquinho: Da muss es ja schön ausschauen.
Java Jim: Aber das Leben geht schließlich weiter, und wenn man modern und aufgeschlossen ist.
Roquinho: Von wem sprechen Sie da? (Schaut ihn erstaunt an)
Java Jim: Und wenn man die Not in der Welt sieht und das Herz am rechten Fleck hat.
Roquinho: Das goldene Herz!
Java Jim: So habe ich mich entschlossen, das Zimmer wieder zu vermieten.
Roquinho: Ganz selbstlos natürlich.
Java Jim: Um einen angemessenen Preis natürlich. Umsonst ist der Tod.
(Es läutet)
Java Jim: Ah, da läutet es schon! (Er geht zur Tür.) Ja, bitte?
Maulwurf: Guten Tag, wir kommen wegen des Zimmers.
Java Jim: Wenn Sie bitte Ihre Schuhe abputzen wollen! Ah Sie haben ja gar keine!
Maulwurf: Komm, Maria!
Java Jim: Ist das Ihre Frau?
Maulwurf: Ja.
Java Jim: Sind Sie verheiratet?
Wendy: Er sagte doch, ich sei seine Frau.
Java Jim: Und was hat sie da?
Maulwurf: Was meinen Sie?
Java Jim: Naja, ist sie ...(etwas dick)
Wendy: Ja, wir erwarten in Kürze ein Kind.
Java Jim: Von Kindern
war aber nicht die Rede. Ich bin nicht mehr der Jüngste und meine Nerven sind nicht mehr die stärksten. Kinder machen viel Lärm und machen alles kaputt. Ich hänge sehr an der teuren Einrichtung. (wie z.Bsp. an dieser Flasche da, auf dem Regal)
Maulwurf: Aber das Baby kommt ja erst am 24., und wenn es etwas ruiniert, ich kann es reparieren.
Java Jim: Was sind Sie denn von Beruf?
Maulwurf: Tischler.
Java Jim: Ach, Arbeiter. Da werden Sie am Abend sicher mit Ihren schweren Schuhen auf meinem schönen Teppich herumsteigen, ach nein sie haben ja gar keine. Also wirklich, es tut mir leid.
Maulwurf: Aber bitte, es ist wegen meiner Frau. Wir haben keine Unterkunft.
Java Jim: Aus welchem Bezirk kommen Sie denn?
Maulwurf: Wir sind nicht aus Göteborg.
Java Jim: Dann kann ich Ihnen wirklich nicht helfen. Ich nehme keine Fremden in die Wohnung. Ich bin ein alleinstehender Witwer. Wissen Sie, was man da so alles hört. (von Vergewaltigungen und so) Nein, nein, Sie mögen ja anständig sein, aber Sie müssen meinen Standpunkt auch verstehen. Tut mir leid, guten Tag.
Nachdem Wendy und Maulwurf es im Rathaus und bei der Bahnhofsmission noch erfolglos probiert hatten, spazierten sie traurig durch einen Park, da kamen sie zu einem Kinderspielplatz. Ich glaube zwar nicht, dass gerade kleine Kinder den beiden helfen können, aber wir werden sehen, was mit Maria und Josef weiter passiert.
Markert: (telefoniert) Hallo, Hotel zum Goldenen Schloss, Markert hier. Küss die Hand Frau Gräfin. Nein, ich habe den Herrn Baron nicht gesehen, nur den Herrn Minister. (Zur Thierry) Thierry, warum kommen Sie denn nicht? Zweimal habe ich nach Ihnen schon gerufen!
Thierry: (starrt gerade aus, zu Maria und Joseff) Was ist Herr Markert?
Markert: Herkommen sollns!
Thierry: Aber, da schauns doch endlich! (zeigt auf Wendy und Maulwurf)
Markert: (sieht sie von oben nach unten an) Die Herrschaften wünschen?
Maulwurf: Wir hätten gern ein Zimmer.
Markert: Ein Zimmer und die Frau Gemahlin?
Wendy: Ja, ich mit.
Markert: Wir sind völlig ausgebucht, aber wir werden gleich sehen ... (blättert im Gästebuch). Hm, nein, da kommt morgen die Frau Kammersängerin. Und diese drei Zimmer hat ein Eminem, ein amerikanischer Popstar bestellt.
Maulwurf: Drei Zimmer für einen Menschen?
Markert: Natürlich, damit er seine Trommeln unterbringt. Wartens, ich werde mich erkundigen, ob der Herr Minister schon abgereist ist. (Zu Thierry) Komische Leut. Schäbig angezogen und so, na ja Künstler wahrscheinlich, die ihren Reichtum verbergen wollen.
(zu Maulwurf) Nein, er bleibt leider noch.
Maulwurf: Nun, dann werden wir gehen.
Markert: Warten Sie, aber das kann ich Ihnen eigentlich nicht zumuten. Ein
kleines Zimmer im Dachgehschoß.
Wendy: Wir stellen keine Ansprüche. Was kostet denn das Zimmer?
Markert: 990 Kronen, ohne Musikzulage.
Maulwurf: Für welche Musik?
Markert: Nun, vom Fenster des Zimmers können Sie das Dach der Staatsoper sehen.
Maulwurf: Und der Preis erstreckt sich über welchen Zeitraum?
Markert: Pro Tag natürlich, aber nur, bis ein anderes Zimmer frei wird.
Maulwurf: Und das kostet dann?
Markert: 1.450 Kronen. Wünschen die Herrschaften, dass ich das Gepäck vom Wagen hereinbringen lassen soll?
Maulwurf: Nein, danke. Wir sind nicht mit dem Wagen da.
Markert: Ach Sie kommen vom Flughafen?
Wendy: Nein, wir haben unser Fubinirad vor der Türe stehen.
Markert: Ihr was?
Maulwurf: Also dann, auf Wiedersehen und besten Dank.
Markert (telefoniert weiter)
Thierry: So etwas hab ich noch nicht erlebt! Eine Frechheit!
Wie ihr bemerkt haben solltet, hatte ich die Sekretärin des Hotelbesitzers vergessen und habe kurzerhand Thierry R. nachnominiert. Hilft aber alles nix, auch hier im schönen Göteborger Hotel "Zum Goldenen Schloss" war kein Platz für Maria und Josef. Alles eingebildete Leute da. Warten wir ab, ob sie nächste Woche bei der Herbergssuche etwas mehr Glück haben. Zeit wird es ja langsam, der heilige Abend rückt näher.
Alle da? Alle Texte gelernt? Da kann die Probe ja beginnen, übrigens, wir zeichnen alles auf Band auf, da kann man es gleich verwenden, sollte es Euch wieder erwarten beim ersten Mal gleich gelingen. Also Maria und Josef streichen durch die Lande gespielt von Wendy und Maulwurf, und suchen eine Herberge, weil sie zu Hause rausgeflogen sind.
Wendy: Nur nicht den Mut verlieren, Josef!
Maulwurf: Ich ruhe mich nur ein wenig aus, Maria. (Maulwurf legt sich auf den Boden und hat eine fabelhafte Idee) Jetzt wäre doch Zeit am Christkind zu basteln, soll es bis heilig Abend fertig sein.
Wendy: Ach Josef, du Dummerle, der Braten ist doch schon längst in der Röhre, das weist du doch. Maulwurf: (traurig) Ja, aber ich war doch nicht dabei, das ist unfair. Wendy: Außerdem sind wir nicht zu unserem Vergnügen unterwegs, sondern um eine Herberge für uns zu finden. Maulwurf: Wie viele Herbergen haben wir schon aufgesucht? An wie vielen Türen haben wir vergeblich geklopft?
Wendy: Es ist eben kein Platz für uns, weil so viele andere Leute hier sind. Aber wir werden die Stelle finden, an der unser Kind zur Welt kommen soll, Josef.
Maulwurf: Ja, Maria. Trotzdem! Das ist ein unfreundliches Land!
Fubini (spielt in dieser Szene den Esel): Ia, Ia, Josef geh doch mal da hinten hin und schau ob du frisches Grün für mich findest, Ia. Josef geht ca. 20 m weg um
grünes zu suchen. Der Esel wendet sich Maria zu, er ist in Wirklichkeit der Erzengel Gabriel, der die ganze Sache hier erst verbockt bzw. vereselt hat: Weiß er immer noch nicht, wer der richtige Vater ist? Dieser Depp. Wendy: Das darfst du nicht sagen, Esel, er liebt mich eben, und nur das zählt.
Maulwurf: (kehrt zurück) Ich glaube der Herr hat nicht die richtige Zeit ausgesucht, um dieses Kind zur Welt kommen zu lassen. Hier wächst ja nicht mal etwas Essbares für das Vieh.
Wendy: Er weiß, was er tut.
Maulwurf: Sicher, sicher Maria. Dennoch würde ich gerne einen Vergleich machen. Wenn wir 100, 1000 oder gar 30000 Kilometer weit weggehen könnten. Und wenn es 20, 200 oder 2000 Jahre später wären.
Sprecher (also ich): Maria und Josef werden nun in das Jahr 2011 versetzt. Da kommen sie schon!
Maulwurf: Was ist passiert, Maria?
Wendy: Ich glaube, der Herr lässt es auf einen Vergleich ankommen.
Maulwurf: Ja wirklich, damit wir endlich eine Unterkunft finden. Komm, wir gehen.
Wendy: Und unser Esel?
Maulwurf: Schau, was aus ihm geworden ist! (aus dem alten grauen Esel ist ein schickes Fahrrad geworden) Und schau, hier ist eine Tafel. Wir sind in, Göteborg. Welch eine schöne Stadt!
Das hat ja schon ganz gut geklappt. Ich denke das können wir gleich so nehmen, nächste Woche dann wieder Probe, am besten gleich in Göteborg, 15:00 am Dom. Tschaui
Nein ins Kino gehen wir heute wirklich nicht, das passt zeitlich nicht. Nein ich habe auch nicht Esel zu dir gesagt. Eis essen gehen wir jetzt auch nicht, nun wein doch nicht gleich wieder Kleiner. Der Onkel Peter holt das alles nach, wenn Weihnachten vorbei ist. Jetzt müssen wir uns aber sputen, bis Heilig Abend sind nur noch 5 Wochen Zeit. Der letzte Zat ist aber schon 2 Wochen eher, das bringt meine ganze Planung durcheinander.
So, mal schnell durchzählen ob alle da sind. 1, 2, 3, …. 10. Da fehlt doch einer, ach so, mit mir sind’s 11. Okay, Roquinho ist nicht rasiert, das muss besser werden, na gut, zur 1. Probe noch nicht so wichtig. Wendy hat schönes Haar, Markert schläft schon wieder, Java Jim komm doch endlich aus der Flasche raus, wir wollen anfangen.
Also, es geht wie immer um ein junges Paar, dass durch die Lande zieht und eine Herberge sucht, da sie ja schwanger ist und das Baby ja nicht in einer Buswartehalle auf die Welt kommen kann. Hier hat jeder seinen Text, dazu die Stichworte des Vorredners, damit Ihr wisst wann Euer Einsatz ist. Ihr könnt natürlich zwischendurch auch ein bissel improvisieren, aber nicht zu viel, sonst kommt am Ende noch was anderes raus.
Einige Requisiten brauchen wir noch, die Kann Fubini besorgen, er hat eh am wenigsten Text. Also wir brauchen noch ein altes Fahrrad, eine Wasserspritzpistole, eine Holztür, ein Telefon, ein Notizbuch Din A 4, eine Klingel, eine Bibel und ein paar alte Sachen. So das sollte alles gewesen sein. Dann bis nächste Woche zur 2. Probe pünktlich wieder hier.