Sandstürme peitschten über die Spielstätte des HBK, Menschenmassen wirbelten durch die Luft, das Stadiondach schwang sich in die unendlichen Weiten des Kosmos auf, es regnete Schlangen und Elche, gelbe Steine gingen durch die Straßen und alles, alles, alles färbte sich smaragdrot.
Ein kleiner Ausschnitt aus den Träumen Kidderminsters verdeutlicht: Der Mann ist nicht nur am Tage verwirrt und von Qualen belagert, sondern muss sich auch noch auf seinem vermeintlichen Ruhelager mit derartigen Widrigkeiten herumärgern.
Andere Träume haben sich in den letzten Spielen gar erfüllt: Man durfte als erste
Mannschaft weltweit mit Geschmacksverstärkern um die Handgelenke spielen. Eine leckere und in der Vorweihnachtszeit geradezu harmonisch-ästhetische Glanzleistung.
Reibungspunkte gibt es derzeit nur mit den Anhängern, denen Kidderminsters sinnloses Geschwätz auf Pressekonferenzen und in der Zeitung gehörig gegen das Fuhrwerk donnert, will heißen den Zeiger verbiegt, indem er auf selbigen geht.
Nun gut, der vermeintliche Erfolg gibt ihm Recht. Und wenn er sich vor jedem Spiel von Kopf bis Fuß mit Hodensalbe einschmiert: Hauptsache die Punkte bleiben in Halmstad bzw. im Koffer für die Rückfahrt bei Auswärtsengagements.
Taktisch unklug, journalistisch unterprivilegiert, aus dem Munde riechend: Alle diese Dinge machen den Lord schon seit einer halben Ewigkeit aus und das scheint auch gut so zu sein. Gentleman? Leider nie gelernt. Aber jetzt auch noch senil?
Tatsächlich kann er sich an die Anweisungen vor den letzten Spielen nicht mehr erinnern. Hat er wirklich vor dem Heimspiel gesagt: "Schießt den Ball einmal ins eigene Tor und geht nach Hause", während er auswärts mit dem Kommando "Bloß
unnötig Kräfte verschwenden" antrat?
Er weiß es nicht mehr und nicht nur das, er weiß auch so einiges anderes nicht mehr: Welche Zeitung die Erstligazeitung ist, ob er schon mal in der ersten Liga gespielt hat und in welchem Land wir hier überhaupt sind.
Es geht ihm nicht gut dem alten Lord. Nur noch selten spricht er, aus Angst peinliche Kommentare zu geben oder vergessene Erinnerungen erneut zu erfragen. Nur noch selten spricht er.
Und wenn, dann faselt er irgendetwas über Bolivien.
In der einen Hand eine Tasse wohlriechenden Instantkaffee, in der anderen eine Zuckerschnecke nebst Honigglasur. So wollte der Lord auch diese Woche in den verdienten Feierabend entgleiten. Da fiel ihm ein, dass er ja nicht nur das Wochenende über, sondern auch noch Anfang der nächsten Woche im Ausland verweilen wird. Also schnell weg mit dem Kaffee und der Frau und ran an die Schreibmaschine.
Tragisch komisch, komische Tragik: Während in der Zeitung wieder ein bisschen Stimmung entsteht, gibt es nun sportlich einen Rückschlag. Egal.
Die verrosteten Tasten der alten Maschine klacken nicht mehr ganz so frisch
und der Trainer des HBK muss sich die Finger schon fast blutig schlagen, um einigermaßen vernünftige Worte zu produzieren.
Immer wieder springt ihm aber auch ein "Hoimpf", "Broml" oder "Hurz" über die Klinge seiner messerscharfen Schreibe, die diese Woche stumpf wie eine Kinderschere wirkt, aber bis zur nächsten am Schleifstein der Zeit Anlehnung gefunden haben werden wird und ihre Schärfe wiedererlangt.
Das Hasenkostüm hängt derweil immernoch an dem gleichen Haken. Woher kommt also das zweite Kostüm, das ein Mitarbeiter der schwedischen Kolumne gefunden hat?
Wie nicht nur jeder Schwede, sondern wie wir wissen jeder Mensch weltweit, hat auch der Lord von Kidderminster das schwedische Blättchen gelesen und zunächst nur verhalten reagiert. Die ersten Journalisten rannten nämlich die halmstader Buden ein und wollten Genaueres über eine Verstrickung des Engländers in diese Entführungssache wissen.
Abstreiten, klar, das können sie alle. Wer würde auch schon zugeben, dass er eine strafbare Handlung begangen hat? Der Lord jedenfalls nicht und so kam es zum üblichen Dementi.
Als die Herren von der Presse allerdings die Räumlichkeiten wieder verlassen hatten, da grinste sich der Trainer des Halmstads BK eins und trank genüsslich einen großen Schluck seines Lieblingstees.
"Arme Unwissende", das waren die Worte die er zu seinem neu erworbenen Papagei sprach. Ein Papagei, der sämtliche anderen Tiere imitieren kann. Und so antwortete er auch nur trocken: "Miau."
Kurz darauf klingelte das Telefon. Einen Mitschnitt des Gespräches stellte uns der englische Geheimdienst, der den Lord in
anderen Angelegenheiten unter die Lupe nimmt, zur Verfügung.
Mit modernsten Gerätschaften konnte man herausfinden, dass die eine Stimme die des Herrn von K. war. Wer sich hinter der anderen versteckt und ob diese nicht doch durch einen Topflappen oder änliches verzerrt wurde, ist bis dato ungewiss:
L.v.K.: Hallo, hallo? Ahoi?
John Doe: Die Katze ist gelandet und hat die Haselnüsse gefunden.
L.v.K.: Sehr gut. Und der Habicht? Längsgestreift?
John Doe: Längsgestreift und ohne Nase mit blauem Stoff.
L.v.K: Dann läuft nun Plan DX13 an, rösten der Honigmelone.
John Doe: Ok, dann mach ich mich auf den Weg.
Klick.
Ein eindeutig zweideutiges Gespräch. Kann man mit diesem Material überhaupt etwas anfangen? Die beiden Sprechenden sicherlich schon. Unwahrscheinlich, dass sie sich nicht verstanden haben.
Beim Verlassen des Büros stellte der Lord den Wasserkocher wieder an seinen Platz, direkt auf einem kleinen Tischchen. Nur verdeckt von einem zerfetzten Mantel. Oder Kostüm. Ein Hasenkostüm.
Jaja, schon gut, der Witz war schlecht. Aber das hätte man sich doch auch denken können. Oder dachte hier tatsächlich auch nur ein Mensch, dass es einen wirklich lustigen Eierwitz gäbe? Wenn ja, dann bitte einsenden.
Etwas geknickt, weil die eigentliche Absicht des Artikels nicht erkannt wurde, schlich der mittlerweile erfolgsverwöhnte, auf unendlichen Höhen schwebende Trainer des Fußballvereins aus Halmstad durch die düsteren Alleen des schwedischen Landes.
Lord von Kidderminster: So richtig ist er in Schweden noch nicht angekommen. Oder liegt es daran, dass er in einer anderen Liga spielt? Gefhört man als Zweitligist nicht mehr zum erlauchten Kreis? Hat man überhaupt jemals dazugehört?
Fragen
über Fragen, aber da es nicht in der Natur des Engländers liegt, darüber wirklich betrübt zu sein, denkt er sich letzten Endes nur: Ach, scheißt der Hund drauf! Oder auch: Kack the dog on that shitting shit shit!
Man kann sich ja auch in der zweiten Liga amüsieren. Hui.Huo.Huoi. Na irgendwie doch nicht. Die trainerlosen Vereine antworten so schlecht auf die zwischenmenschlichen Belange und die Paten möchte man erst gar nicht behelligen.
Wie käme das denn auch, wenn man sagen würde: Herr Pate, mir ist so langweilig, komm und spiel mit mir. Der würde doch quadratschädelig werden und abhauen bzw. weg bleiben, da er ja nicht da ist.
Aber es gibt doch noch Mitspieler in der zweiten Liga. Aber, ach hab ich vergessen.
Was? Ihr kennt den...haha...ihr kennt...hahaha...den...Eierwitz...nicht? -Also ich eigentlich auch nicht. Aber ich kenn da jemanden, der einen kennt, dessen Mutter mal mit dem Schwager einer Großcousine seiner Tante eine Liaison hatte, der schwört, dass auch er schon russischen Zupfkuchen gebacken hat.
Und nur bei diesem Backen, ausschließlich und endlich, kann man den Eierwitz überhaupt in den Mund nehmen. Aber auch nur, wenn man den Mund nicht schon vorher zu voll hatte.
Prinzipiell wird demnach der Eierwitz nur von Russischem-Zupfkuchen-Bäcker-Mund zu Russischem-Zupfkuchen-Bäcker-Ohr weitergegeben.
Warum ich ihn dann nicht kenne? Hm, naja gut, irgendwie hab ich vielleicht noch nie, eventuell, Russischen Zupfkuchen, also wenn man das so sagen will, gebacken, sondern nur, dem Hörensagen nach, ein oder auch gegebenenfalls zwei Mal zu geguckt.
Nun kam aber diese Petition vollkommen überraschend, dachte man gar nicht, dass überhaupt jemand sich für die Backerzeugnisse eines schwedischen
Zweitligatrainers interessiert bzw. nun natürlich Nicht-Backerzeugnisse, was aber zur damaligen Zeit noch niemand wusste oder auch nur geahnt haben könnte, außer natürlich Dr. P.!
Lange Rede, kurzer Sinn, man hat also einen Eierwitz aufgetrieben. Ob dieser nun aber original derjenige ist, den man beim Backen auch erzählt, ist noch nicht bestätigt worden.
Hier also der Witz, über den ich selbst nur minimal schmunzeln musste:
Das junge Paar frühstückt.
Er: "Liebling, die Eier ..."
Sie: "Hart oder Weich?"
Er: "Kraulen!"
Haha, der ist ja noch schlechter als den, den ich zuerst hatte. Man sollte sich selbst immernoch übertrumpfen können.
Wobei man fair bleiben muss: In der sechsten Klasse wäre das der Renner gewesen. Hier ringt man den Lesern wahrscheinlich nicht mal ein Lächeln ab. Außer vielleicht dem angehenden Starkolumnisten Schwedens. Sollte jemand das verhindern können, dann wäre ich durchaus zu einem weiteren Eierwitz aufgelegt.
Da man diese Woche so gar kein Bedürfnis hat über das Sportliche zu reden und es auch wirklich keinen interessiert, veröffentlicht man lieber eine Backanleitung, wie man "Russischen Zupfkuchen" macht. Laut Nachbar Klaus "absolut unglaublich lecker".
Also: Erstmal muss man natürlich das Backpulver und das Mehl in eine Schüssel drangsalieren. Achtung: Bitte tatsächlich feinstes Backpulver nehmen. Lassen Sie sich von dem Supermarktheini Ihrer Wahl kein Kokain andrehen. Wichtig: Vorher unbedingt den Ed-von-Schleck-Test machen.
Gut, weiter im Text: Zu den bereits genannten Zutaten weiterhin noch Zucker und Kakao hinzugeben. Der hier häufig vorkommende Fehler: Salz statt Zucker. Empfehlung des Hausmanns Karl Otto: Gefäße beschriften. Lesbar am besten.
Dazu sollte man noch dringend Butter und Eier geben. Auf den Eierwitz verzichte ich aus Platzgründen
und wegen der Ausgelutschtheit desselben.
Dennoch sollte man die ganze Pampe jetzt gut durchkneten und sich dabei, falls erwünscht, warme Gedanken machen. Richtig gemacht, kann es das Gefühl einer sibirischen Nacht geben, in der die Schlittenhunde leibliche Stöckchen apportieren. Anmerkung: Der letzte Schritt ist nicht erforderlich, um ein gutes Backresultat zu erlangen.
Ein paar Dinge fehlen nun noch, doch die kann man auch ganz leicht bei der hilfsbereiten Nachbarin erfragen. Das Wichtigste ist, dass man schon mal einen Ausgangsteig hat, den man nun auch noch eingehend umformen und individuell verarbeiten kann.
Aus eigener Erfahrung: Jedem schmeckte dieser Kuchen, nur mir überhaupt nicht. Jeder lobt dich, doch du möchtest am liebsten ein Rückfahrticket auf den Teller für gerade verspeisten Kuchen. So ist nun mal das Leben.
Schreibstil o.k.? Bitte melden unter Tel.-Nr.: (0931) 201-76000
Sportlich ist eigentlich nichts passiert. Die "Anderen", wie wir sie mittlerweile gerne nennen, spielen immernoch ihren Käse zusammen und scheinen aus demselben Eintopf zu fischen. Dementsprechend sind die Brocken die es letztendlich regnet auch identisch.
Allerdings droht die Zeitung des schwedischen Oberhauses langsam zu versacken bzw. verstielen. Als teilweise neutraler Beobachter von unten kann man sich durchaus ein außenstehendes Urteil erlauben.
Folgendes dazu: Klar, einige Artikel waren schon lustig. Und auch ein, nein zwei Mal habe ich gelacht. Dass ein Herr Solo es aber nunmal drauf hat, war hinlänglich bekannt. Und Wendys literarische Ergüsse
gehören hier eben sowieso schon fast so fest in den Alltag wie die Elchsgrütze oder die tägliche Haarblondierung.
Doch der Rest? Naja, der Rest ist eben Schweigen.
Fazit: Wenn man weiß, welche Artikel sich lohnen, dann kann man gemütlich und schnell die Zeitung überfliegen. Außer natürlich, wenn in den guten Berichten die schlechten zitiert werden. Dann kann man ja gleich alles lesen. Nur das geht wiederum nicht, weil es keinen so starken Kaffee gibt. Zumindest bisher. Ein Superkoffeingetränke könnte die Krise beenden. Oder eben Schlaf. Doch das ist auch so eine Sache: Schlafen wollen, um im richtigen Moment nicht schlafen zu müssen. Verzwickt.
Was war denn da nur los in der zweiten schwedischen Liga? Alle Vereine die keinen Trainer an der Seitenlinie präsentieren konnten, haben wie Robotermannschaften die gleichen Spiele bestritten. Ging da alles mit rechten Dingen zu?
Auf jeden Fall bleibt ein komischer Beigeschmack, wenn man auf die ersten beiden Spiele schaut. Nicht, dass das jemandem geschadet hätte, aber dennoch macht man sich ja seine Gedanken: Schafft Copa wieder die alte
Qualität zu erreichen? Wird man genug Trainer an Bord bekommen, um auch die weggefallenen Ligen wieder auf zu machen? Und wer hat unsere Erinnerung an die verlorenen Saisons geklaut?
In Halmstad jedenfalls hat man den ersten Schockmoment des neuen Copas schon überlebt: Die Hammarby News sind wirklich wieder zurück. Und auch das zeigt: Gewisse Dinge hat man wirklich nicht vermisst. Denn man hat auch in den letzten Monaten keine Schlafprobleme gehabt.
Willkommen zurück Schweden, du hast dich nicht verändert. Naja, fast nicht. Ein paar Stühle wurden verrückt und befinden sich nun in ärztlicher Betreuung. Ein Schotte ging nach Indien und ein Engländer nach Schweden. Auch wenn es nicht die Reise nach Jerusalem war, hat der Lord dennoch den letzten freien Stuhl verpasst und sitzt auf dem Boden.
Auch auf dem Boden der Tatsachen scheint er angekommen und spürt den rauen Wind der leider noch ziemlich unterbesetzten zweiten Liga im Gesicht. Oder ist das gar der Mief, der aus dem Oberhaus herunterzieht?
Denn auch dort trifft man wieder auf altbekannte Trainer, manche bekannt und manche alt. Die halmstader Nachrichten erscheinen natürlich wie gewohnt
in der Zeitung der Allsvenskan. Man möchte sich wenigstens einreden dürfen, dass man in einer Sache erstklassig ist, wenn das sportlich schon nicht geht.
Neu ist in dieser Saison, wie schon erwähnt, auch der Trainer. Der immer stark nach Fusel stinkende Schotte hat sich nach Indien aufgemacht, um dort seine innere Mitte zu finden, oder sowas in der Art.
Übernommen hat die Truppe nun der ständig nölende Lord von K., der noch vor ein paar Wochen in Südamerika gearbeitet hatte, sich aber an die letzten Spielzeiten einfach nicht mehr erinnern kann, sodass er nun geflüchtet ist und in Schweden nochmal neu anfangen möchte.
Mögen die Spiele beginnen und uns die Patenzügler vollgesinnt sein.
Lord von Kidderminster läuft bei Modenschau mit // Röcke aus Papier der Trend des Frühlings
Der Lord von Kidderminster läuft am heutigen Abend auf einer Modenschau in Mailand mit, nachdem er sich an Piotr van Hausens Rat gehalten hat und sich Röcke aus seinen Wertpapieren gebastelt hat.
Da der Lord noch aus geraumer Vorzeit die Kunst des Strickens und des Häckelns beherrscht, kann er die gesamte Produktion der Röcke selbst übernehmen und es müssen keine afrikanischen Kinder für diese Drecksarbeit missbraucht werden. Also 'Made in Kidderminster' statt 'Made in Zimbabwe'. Ansonsten bringt er viele Eigenschaften eines Models mit. Er sieht gut aus, ist an Drogen gewöhnt, nur mit dem Gewicht klappt das noch nicht so ganz. Er wiegt leider über 30 Kilo und daher wird er seine neue Kollektion in Zunkunft auch nicht selbst vorstellen können. Da müssen dann wieder die Kinder aus Afrika einspringen, denn die kommen gewichtsmäßig ganz gut hin. Dennoch wird er damit ziemlich viel Geld machen. Dieses aber in den Verein stecken kommt für ihn nicht in Frage. Der Lord dazu in einem Interview:
"Ich weiß, dass ich jetzt ein Modezarr bin, aber damit muss ich leben. Das ist der Preis des Erfolges. Nicht dass ich diesen Lagerfeld mag, aber so ein Snob will ich auch
gar nicht werden. Ich will schön ein bar Milliönschen scheffeln und ab auf mein Bankkonto. Bei meinem Klub setze ich nämlich lieber auf die Jugend. Denn wie man mit zusammengekauften 'Stars' ganz schön schlecht dastehen kann, das zeigt uns ja schon Universidad. Diese Söldnertruppe. Dieser Eberle ist ja schon wieder im Ausland und versucht teuer einzukaufen. Leider ohne Sinn, Verstand und Ahnung. Naja, Abramowitsch lässt grüßen.
Entgegen aller Gerüchte befindet sich mein Freund Oliver Twist übrigens nicht in Vietnam und hat auch nichts mit der Entführung oder sonstigen schmutzigen Dingen zu tun. Er hat von mir eine Woche Sonderurlaub bekommen, um nach England zu unserem ehemaligen Waisenhaus zu fahren und dem Vorsteher des Waisenhauses die Dinge anzutun, die er uns damals angetan hat. Ich hoffe, dass er Erfolg hat und wir werden nächste Woche an dieser Stelle einen Bericht von Oliver Twist veröffentlichen, der die Ereignisse genaustens schildert. Das war es von meiner Seite. Ich muss dann zum Flughafen. Mein Flieger nach Mailand wartet. Zu Fußballfragen gebe ich heute keine Auskunft."
Sprach es und verschwand in seiner Kutsche, die mit ihm in den Sonnenuntergang davonfuhr.
Es war wohl reine Phantasie oder einfach nur Einbildung oder beides, aber der Lord von Kidderminster scheint wohl in einer Art Delirium die Aktien gekauft zu haben. Es war zwar kein Traum, aber er war wohl nicht ganz bei sich als er diese Pressemitteilung bekannt gab. Nun scheint er einigermaßen nüchtern und bekennt, dass dieser Kauf nie stattgefunden hat und dass er sich schämt. Er weiß leider von den letzten 36 Stunden überhaupt nichts mehr und ist vor einer Viertelstunde in seiner Badewanne aufgewacht, die voll mit Geld war. Auf seinem Bauch lag ein Notizbuch, das den Namen 'Manfred P.' enthielt. Wer das aber nun ist, das weiß der Lord nicht. Er war froh zu wissen, wo er ist. Fakt ist, dass das ein ganz schöner Rausch gewesen sein muss.
Die letzte Erinnerung des Lordes besteht darin, dass er in Kolumbien mit
Piotr van Hausen in einer Bar saß und einen Cocktail schlürfte. Dann ging er kurz aufs Klo und danach weiß er nichts mehr. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob P.v.H. etwas damit zu tun und ob er ihm etwas in den Drink gegeben hat. Sein Hintern tut dem Lord jedenfalls nicht weh. Bei so Leuten wie van Hausen weiß man nämlich nie. Jetzt muss die Sache natürlich aufgeklärt werden und wir erwarten eine Stellungnahme von Piotr van H.
Auch die Frage, was die beiden in Kolumbien gemacht haben, stellt sich. Sind sie etwa beide in den Drogenhandel mit den Kolumbianern verwickelt? Das wird sich zeigen.
Der Lord gab indes bekannt, dass er keine Interviews auf SNB mehr geben wird, da er keine Aktienanteile daran hat und kein Geld bekommt. Warum also sollte er dort Pressekonferenzen übertragen lassen? Grotesk.
Wirtschaftsticker: Lord von Kidderminster wird Großaktionär bei SNB
Was die Spatzen schon gestern nach der Gründung des Senders SNB von den Dächern gepfiffen haben, wurde heute offiziell bestätigt: Lord von Kidderminster hat sich als Großaktionär in den Sender eingekauft und hält nunmehr 34,7% der Aktienanteile, die der Sender für die Börse freigegeben hat. Damit ist er der größte Aktionär und hält daher ein Mitbestimmungsrecht.
Warum allerdings der Lord Geld für Aktien hat und nicht für neue Spieler seiner Mannschaft ist sehr fragwürdig. Auch woher das Geld stammt konnte bisher nicht ermittelt werden. Fakt ist, dass er gestern Abend nach Kolumbien unterwegs war und heute mit Säcken voller Geld zurückkam. Aufgrund einer Vielzahl von Anfragen seitens der Journalisten gibt der Lord um 14.00 Uhr eine exklusive Pressekonferenz auf SNB, die genau jetzt beginnt:
"Guten Morgen erstmal an alle Anwesenden. Ich möchte hier lediglich bekannt geben, dass ich ein größeres Aktienpaket des Senders erworben habe. Also schalten sie bitte nie wieder einen anderen Sender ein, da ich jetzt indirekt am Gewinn beteiligt bin. Auch sie an den Fernsehbildschirmen: Finger weg von der Fernbedinung. Am besten sie schmeißen sie gleich ganz weg.
Nun aber zum eigentlichen Punkt. Ich stecke mein Geld, das übrigens aus einem Flohmarktverkauf in Kolumbien resultiert, daher
lieber in Aktien als in Neuzugänge für die Stormers, weil wir schon eine super Mannschaft haben und keine Neuen benötigen. Vielleicht werden wir bei einem möglichen Aufstieg auf dem Transfermarkt tätig, aber nicht jetzt. Ich baue sowieso lieber auf die Jugend und nicht auf so teure, verwöhnte und obendrein hochnäsige Stars, die Millionen kassieren und dann nicht zum Ball gehen, weil sie Angst haben sich die Fingernägel abzubrechen. Das ist der einzige Grund. Es läuft doch sportlich derzeit optimal, also fragen sie nicht so blöd.
Damit werde ich die Pressekonferenz nun auch beschließen, da ich erst vor zehn Minuten aufgestanden bin und jetzt erstmal ein schönes Bad in meinem Geld nehmen möchte. Was? Woher was kommt? Achso das Geld. Naja, wie gesagt aus Kolumbien. Ich arbeite da als Tankwart und verkaufe Häkeldeckchen auf dem Flohmarkt. Was wollen sie damit sagen, dass man so nicht viel Geld machen kann? Wollen sie mich als Lügner bezeichnen? Name? Na ihren Namen hätte ich gerne. Alles klar."
(Der Lord holt ein schwarzes Buch hervor, trägt etwas ein und verschwindet)
Diese Pressekonferenz hat ja mehr Fragen aufgeworfen, als sie beantwortet hat. Da kann man gespannt sein, ob sich das alles in Zukunft noch aufklären wird. Und ob wir morgen einen toten Journalisten ohne Finger in einem Flussbett finden.
BILD deckt auf: Drogenexzess - Lord von Kidderminster für 24 Stunden im Knast
Nach den zuletzt immer heftiger werdenden Anschuldigungen gegen den Lord von Kidderminster, in Bezug auf Drogengeschäfte und Menschenhandel, hat der sich scheinbar aus Frust einmal mehr den Drogen hingegeben und wurde von der örtlichen Polizei, nach einer Verkehrskontrolle und einer darauffolgenden Verfolgungsjagd, für 24 Stunden in eine Zelle gesperrt.
Diese Halbwahrheiten erfuhr nun ein BILD-Mitarbeiter als er beim Friseur mit seiner Nachbarin gesprochen hatte und machte daraus sofort einen großen Artikel, der sogar die sehr brisante Frage: "Kann man von dieser Rente leben?" von der Titelseite verdrängte. Wie es sich für die BILD gehört wurde natürlich nicht weiter recherchiert, sondern man vertraute mal auf das Geschwätz der Nachbarin. Der Lord nahm im Anschluss an diese Schlagzeile Stellung zu diesen Gerüchten auf einer Pressekonferenz bei Ki.Ka:
"Der größte Teil der Geschichte stimmt tatsächlich. Nur der Grund ist aus der Luft gegriffen. Sie müssen nämlich wissen, dass ich nicht aus Frust zu Drogen greife. Nein, das würde ich nie tun. Wissen sie was mich zu diesem Exzess getrieben hat? Piotr van Hausen. Upps, da hab ich mich wohl verplappert. Das war ja die Antwort auf die Frage: Wer ist ein ehemaliger RAF-Terrorist? Naja, ich wollte nichts vorwegnehmen, aber jetzt ist es wohl geschehen. Macht ja nichts. Also in Wirklichkeit hat mich einfach der Spaß dazu gebracht, denn Drogen nehmen kann durchaus schöne Seiten haben, falls sie das nicht wussten. Natürlich in Maßen, das ist ja klar. Aber ich möchte auch keine Werbung an dieser Stelle machen. Vor allem nicht für den super feinen Stoff aus Kolumbien. Der ist wirklich gut. Wie dem auch sei, ich wollte zunächst klarstellen, dass da kein Frust im Spiel war. Ich heiße ja nicht Spitney Breast oder wie die da heißt, diese Sängerin. Sie wissen schon wen ich meine. Damit sollte klar sein: Mein Drogenkonsum ist Spaß abhängig und natürlich von meinem Alkoholkonsum, aber das ist eine andere Geschichte.
Der Rest des Artikels stimmt. Ich saß etwa 24 Stunden hinter schwedischen Gardinen. Ganz allein. Nur so ein anderer Typ war noch bei mir in der Zelle. Er stellt sich mir vor, aber ich konnte mir den Namen nicht merken. Dejagah oder so. Er erzählte von sich und seinem unterschriebenen Vertrag bei Wolfsburg und da war mir alles klar. Wolfsburg, VW, da ist der bestimmt im Aufsichtsrat und war in letzter Zeit öfters Mal in Thailand oder so. Auf jeden Fall da, wo die Mädchen ein bisschen leichter sind. Sie wissen schon. Scheinbar wurde er in Bolivien erwischt. Da kennt unser Land keine Gnade. Prostitution ist hier strengstens
erlaubt. Ich meine verboten. Verboten natürlich.
So, hätten wir das auch geklärt. Damit wäre ja alles gesagt. Ich hab mich dann gegen Kaution freigekauft. Naja, die Polizei ist gut hier, das muss man ihnen lassen. Knallhart und immer auf der Hut, aber korrupt. Ja, korrupt sind sie schon. Die haben mein Trinkgeld wie die Bluthunde angenommen. Naja, Bluthunde, Blutgeld, das passt eigentlich ganz gut.
So was steht sonst noch auf der Tagesordnung? Achso ja, also mit dem Verschwinden der Tochter des Präsidenten habe ich nichts zu tun. Ganz ehrlich. Ich bin im Moment sowieso fast nur in Kolumbien und hätte gar keine Zeit dafür. Aber Oliver habe ich jetzt schon länger nicht mehr gesehen. Der wird doch nicht. Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Der Junge ist sauber. Nicht clean, aber zumindest nicht dreckig. Er hat daher ein vollkommen reines Vorstrafenregister ohne irgendein Delikt. Gut, da er ein illegaler Einwanderer ist, hat er dieses Register auch nicht. Aber es kommt doch aufs Prinzip an. Der hat sich in der Strafkolonie nichts zu Schulden kommen lassen. Alles Weitere wird sich klären.
Was möchten sie sonst noch wissen? Was? Zu welchem Thema? Fußball? Achso, das stimmt. Ich trainiere ja auch noch einen Verein in Bolivien. Das kann man leicht vergessen bei all dem durcheinander. Es läuft soweit ganz gut. Wir sind Tabellenführer. Derzeit sieht es wirklich sehr gut aus. Aber was soll ich sie hier mit Taktik langweilen. Sie verstehen es ja doch nicht. Lassen sie das mal meine Sorge sein. Sie können dann schön in die Pitsche-Patsche-Händschen klatschen, wenn wir ein Tor schießen. Um mehr sollten sie sich wirklich nicht kümmern. Fußball ist was für Erwachsene. Und natürlich für Senioren wie Piotr van Hausen (91).
So das war es von mir. Ich werde dann auch mal wieder. Mein Maulesel nach Kolumbien geht in einer Viertelstunde. Falls noch Fragen übrig sein sollten, dann wenden sie sich bitte an unseren Pressesprecher R. Auschgift oder an die örtliche Polizeidienststelle. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.
Viva la revolución!"
So, das war sie also die Pressekonferenz des Lordes. Sie hat mal wieder einiges aufgedeckt und wir freuen uns schon auf den nächsten Skandal, den er liefert.
Im Anschluss folgen nun die Teletubbies, die leider nur noch zu dritt auftreten. Po hat die letzte Nacht leider nicht überlebt und ist friedlich entschlafen. Er hatte seit geraumer Zeit H5N1. Die BILD berichtet darüber morgen exklusiv mit der Schlagzeile: "Stirbt Deutschland aus? Die Vogelgrippe erreicht die BRD. Erster Comedian verstirbt in der Nacht zu Mittwoch auf tragische Art und Weise."
Nachdem die ganze Sache letzte Woche noch geheim gehalten werden konnte ist das Geheimnis nun doch an die Öffentlichkeit gelangt. Es wurden Menschen von Bolivien aus transferiert. Sowohl Import als auch Export. Der Lord von Kidderminster, der Drahtzieher dieser Aktionen, nahm dann auch gleich Stellung in einer Pressekonferenz bei n24:
"Hallo erstmal. Es entspricht der Wahrheit, dass wir einen Menschen aus Bolivien gegen einen anderen aus Australien eingetauscht haben. Um Oliver Twist aus der australischen Gefangenschaft zu holen musste ich ein Tauschopfer auftreiben, da die Skalvenhändler auf einen Ersatz bestanden haben, was vollkommen verständlich ist. Nun habe ich lange überlegt wer dafür in Frage kommen könnte. Letztendlich bin ich bei meiner Wahl auf Redangel21 gekommen. Sie wurde nicht, wie in der ortsansässigen Presse berichtet, von ihrem Verein entlassen, sondern ich habe sie gegen meinen Freund Oliver getauscht. Ganz gewaltfrei ging das natürlich nicht ab, aber das war es mir wert. Sie arbeitet nun auf einer Plantage in Ostaustralien und darf dort körperliche Dienste vollziehen, wenn sie verstehen was ich meine. Naja, ein bisschen habe ich diese Sklavenhändler doch angelogen, denn die sind ja nicht gerade die Hellsten. Ich habe behauptet, dass sie noch Jungfrau wäre, sonst hätten die die nicht genommen......hahaha.......die und Jungfrau.....hahaha.......für das Gegenteil habe ja spätestens ich gesorgt. Naja wie dem auch sei. Sie arbeitet jetzt auf jeden Fall dort und die Liga ist von einer miserablen Trainerin gereinigt. Die Liga kann mir dankbar sein. Außerdem war ich es Oliver schuldig. Aber zum Glück sind wir hier in Bolivien. In jedem anderen Land würde so ein Tauschgeschäft wahrscheinlich bestraft werden, aber hier nicht. Hier gibt es ja keine Gesetze. Herrlich!
Aber
wechseln wir das Thema. Sportlich war es am letzten ZAT ja nicht so der Hammer. Das muss besser werden. Andererseits ist das doch auch irgendwie langweilig und nebensächlich. Auf dem Platz ist halt auf dem Platz. Darüber in der Zeitung nochmal zu reden ist doch überflüssig. Wer wissen will wie wir gespielt haben oder wie die Tore gefallen sind, der soll sich das Spiel anschauen. Da rede ich lieber über Meerschweinchen. Ich hab übrigens zwei. Die sind richtige Racker, wenn die so rumlaufen und überall hinmachen......ach eigentlich hab ich gar keine Haustiere, aber danke der Nachfrage. Mir war nur langweilig. Ich stelle mir gerne Dinge vor. So lang bis ich die Vorstellungen nicht mehr von meinem richtigen Leben unterscheiden kann. Das macht Spaß und ist viel interessanter als andersrum. Was? Sie verstehen nicht wie ich das meine? Dann sind sie ein Holzkopf.
Mein Name sei Lord von Kidderminster."
Ahja, da war der Lord wohl mal wieder ein bisschen auf Drogen. Anders ist das ja kaum zu erklären. Wir dachten die Lieferung von Herrn van Hausen war für Oliver bestimmt und jetzt nascht der Lord selbst davon.
Oliver ist durch die ganzen Aufputschmittel wieder voll da und wird bei dem nächsten Spiel der Stormers alleine auf der Bank sitzen, da der Lord in seine Heimatstadt reist, um sich den Männerchor von Kidderminster (siehe Bild) anzuhören.
Nach einer sehr erfolgreichen Hinrunde könnte der Lord von Kidderminster jetzt eigentlich die Tage genießen. Alle himmeln ihn an (vereinsintern natürlich, Anm. d. Red.) und eine Entlassung ist soweit entfernt wie die Erde vom Pluto. Dennoch sucht er nach Verbesserungsmöglichkeiten. Als alter Perfektionist gibt es nichts, was man nicht noch besser machen kann. Aus diesem Gedankengut heraus ist auch die neue Stelle des Co-Trainers geboren. Bisher gab es diese schlichtweg nicht und der Lord coachte die Mannschaft ohne einen Assistenten der ihm das Wasser trägt oder die Schuhe leckt. Das wird ab der Rückrunde anders, denn genau so jemanden hat der Lord gefunden. Nach tagelanger Suche durch sämtliche ehemalige Kolonien Englands ist er fündig geworden und hat seinen alten Freund Oliver Twist gefunden und als seine linke Hand vorgestellt. Er wird vorläufig nur die kleineren Laufarbeiten erledigen können, da er aufgrund eines enormen Untergewichts kaum laufen kann. Dennoch ist er froh zur Crew zu gehören und schwört vollen Körpereinsatz. Insgeheim munkelt man allerdings, dass er nur geholt wurde, um einen Sündenbock zu haben falls die
Stormers den Aufstieg nicht schaffen. In diesem Fall würde er wohl die gesamte Wut des Lords zu spüren bekommen. Der Lord dazu in einer Pressekonferenz auf n-tv:
"Es ist das Mindeste was ich für Oliver tun kann, denn schließlich habe ich ihn damals verraten für drei Brotränder. Wobei ich auch sagen muss, dass die Brotränder vorzüglich waren. Sie müssen sich nur mal diese leckere Krust vorstellen. Aber ich schweife vom Thema ab. Er wird erstmal nur kleinere Bringdienste ausführen bis wir ihn mit Hilfe von Steroiden wieder hochgepäppelt haben. Ich habe gerade gestern noch genug Drogen von meinem alten Kumpel Piotr van H. (91) gekauft. Mit denen müsste er dann bald wieder auf dem Damm sein. Ansonsten freue ich mich auf die Rückrunde und auf alles was da noch kommen mag."
Neue Spieler gab es allerdings nicht. Die Stormers können sich nämlich keine teuren Einkäufe leisten. Das ist nicht wie bei dieser Söldnertruppe von Florian Eberle, wo alles zusammengekauft wird. Diese Millionenelf, die nicht mal daheim das Tor trifft und die einzige Trophäe, die die geholt haben ist die rote Laterne.