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COPA NEWS

Der kleine Bruder des Todes
Schlaflose Stunden. Das Dröhnen der Heizungsrohre weckt mich aus einem unwirklichen Viertelschlaf, die Wände sind aus Granit, der rostige Wasserhahn plätschert sein trauriges Lied, ein Anflug von Melancholie umspielt sein Gesicht.

Müde poltert der Sturm in der entweichenden Nacht, ein Zischen dringt an mein Ohr. Ein undichtes Fenster oder doch die Gasleitung, einerlei scheint die Wahl zwischen zwei mittleren

Extremen. Die Milch aus dem Kühlschrank schmeckt verdorben, scheinbar Stromausfall.

Unter den flackernden Kerzen türmen sich Berge aus geschmolzenem Wachs, bereit neue Lichtquellen zu bilden, noch ehe die alten abgebrannt sind. Im Orient sprechen sie von Öllampen, ich rieche nur Gas. Ein warmes Gefühl erobert meinen Körper und stürmt mein Nervenzentrum.

Endlich kann ich mal wieder ein bisschen schlafen.
18.10.2011 07:06 - Mc Phillster - Tampa Bay Rowdies (0.3 TK)
 
Zaungastvögelkönig
Gelbe Strahlen einer nicht enden wollenden Sonne, gleißendes Licht das die Nacht dem Tag verbrüdert. Die Wärme steigt aus den Zehen der Mutter in die Wiege des Kindes, der Mensch schwelgt in unendlicher Erhabenheit, ein Gott trompetet den letzten Abgesang eines untergehenden Es.

Das Blau des Himmels sticht in den purpurnen Farben einer blassen Wöchnerin in die mit smaragdfarbenen Diamanten umwobene Helle seinen

Dolch, dreht ihn in einer eruptiven Fiktion von Nichts um die eigene Achse und liebkost das hervorquellende Glück.

Leichtes Vergessen schleicht auf den Sohlen eines heimlichen Liebhabers durch den Tanz der Elemente und den vernichtenden Schlag eines Dampfhammers, getrieben durch IHN, in die Seelen der erdenen Gestalten, feiert eine Art Maskenball, verkleidet das innerste Verlangen und flieht, ohne die Wimpern befeuchtet zu haben.
14.10.2011 11:56 - Mc Phillster - Tampa Bay Rowdies (0.3 TK)
 
Inkarnation Individual
Ein raubmordendes Trio von besessenen Taubenzüchtern treibt weiter sein Unwesen auf den Dächern dieser Stadt. Hauptsächliche Opfer: Mäusebussarde. Krallen her oder Leben. Flotter Anmachspruch.

Allerdings natürlich schlecht bezüglich des Raubmordes. Krallen und Leben und Patronenhülsen inklusive Sack. Witzig dennoch: Mäuse lachen sich ins Fäustchen. Faust auch.

Kannibalenvereine

fressen ihre Trainer. Übungsleiter vorübergehend im Kochtopf. Calmund gewünschter Nachfolger. Macht er's? Isst er's? Verrückte Abseitsfallen möglich, jede Ecke ein Freistoß. Walther sagt.

Wo ist er? Wer? Er. Wer er? Na er. Achso er. Ja. Weiß nicht. Depp. Hä? Ja. Lass mich. Zähl dich selbst ab. Klar, Kraut. Rübe. Mohrrübe. Rassist. Blumenkohl. Politischer Rassist. Aus.
05.10.2011 13:47 - Mc Phillster - Tampa Bay Rowdies (0.3 TK)
 
Was zur Hölle wollt ihr Buntspechte?
Kurze, knappe Wahrheiten möchte der Schotte diese Woche verkünden, manchmal etwas banal, manchmal gar keine Wahrheit und manchmal keine Verkündung. Es sind mehr Sprüche oder Aneinanderreihungen von Worten. Jedenfalls sind sie nicht immer ernst zu nehmen, enthalten allerdings teilweise erhebliche satirische Spitzen. Nun gut, Vorhang hoch, Mann der Schnüre:

„Kopfsteinpflaster, das ist wie eine Aufforderung oder eine logische Kette: Kopf - Stein - Pflaster.“

„Klebt der Uhu auch an Bäumen?“

„Gib mir

meinen Korb zurück, den ich dir gerade gegeben habe.“

„Kommt der Antrieb aus dem Unterbewusstsein des Autos?“

„Sackasmus - ein nicht ernst gemeinter, männlicher Orgasmus.“

„Der Postbote wird nur verwarnt, aber der Feuerwehrmann fliegt vom Platz.“

„Heinz, gebb ma de Klewer rüwer. Isch muss abdichde.“

Die Reihe könnte noch ewig in die Länge gezogen und erweitert werden, doch die Zeit ist nun um.

Ihr könnt jetzt rauskommen, ihr kleinen Spechte.
28.09.2011 10:52 - Mc Phillster - Tampa Bay Rowdies (0.3 TK)
 
Spruchreife Dosenweisheit
Alltag ist, auf Ereignisse zu warten, Ereignisse zu erleben, sich an Ereignisse zu erinnern, Ereignisse zu vergessen und wieder neu zu erwarten. So dreht sich der Kreisel des Lebens, so läuft die Uhr der ewigen Komponente Zeit, so zerrinnt der Sturm im Wasserglas.

Das Leben ist überhaupt nicht so kompliziert wie manch einer denkt. Und auf der anderen Seite noch hundert Mal komplizierter. Das Leben läuft hauptsächlich in den Bahnen von Vorfreude, Vorunwohlsein und Jetzt.

Jeder kennt die Vorfreude auf eine Sache, dann scheint jede Minute endlos. Eben noch ging die Zeit scheinbar viel schneller. Natürlich weiß nicht nur der Mann mit der Zunge, dass das Blödsinn ist. Die Zeit bleibt gleich, die Empfindung ändert sich.

Oder das Gegenteil: Es naht eine unangenehme Sache, wie gerne dürfte nun die Zeit sich lange anfühlen, tut sie aber nicht. Jetzt rennt sie nur so davon. Die Zeit ist demnach immer gleich, aber subjektiv-relativ.

Aber so auch die Ereignisse, denn sowohl die unschönen Pflichttermine, die sich an einem gewissen unwohlen Bauchgefühl

erkennen lassen, als auch die schönen Momente gehen vorüber. Und selbst in der stärksten Phantasie und der kräftigsten Erinnerung ähneln sie mehr leeren Schatten als Wirklichkeit.

Ich erlebe diese Dinge immer doppelt intensiv: Bei freudigen Ereignissen quält mich eine zermübende Ungeduld, meine Gedanken sind immer woanders, ich wandle wie ein Gespenst durch die Welt, es ist wie ein Fieber, ein schönes zwar, aber dennoch ein Fieber.

Bei negativen Ereignissen, und ich zähle hierzu einige, denke ich regelmäßig: Jetzt sind es noch zehn Tage bis X. Du musst die Zeit noch genießen, danach geht die Welt unter. Oder sowas Ähnliches. Genau lässt es sich nicht beschreiben. Die Welt geht unter oder mein Leben endet oder es ändert sich alles zum Schlechten. Allein das Gefühl ist sehr real.

Andererseits! Was wäre das Leben ohne diese Spannungen? Ohne Auf und Ab? Ohne Nervenkitzel, Fieber, Vorfreude oder Angst? Das Leben besteht aus all diesen Empfindungen und Gefühlen. Selbst die Schlechtesten möchte ich nicht missen. Sie würden fehlen.
21.09.2011 09:43 - Mc Phillster - Tampa Bay Rowdies (0.3 TK)
 
Elegien an einen
Die gekachelten Kieswege der tomatenen Auffahrt sprechen ihre eigene Symphonie zum Klang der verwelkten, toskanarot gewordenen Blätter. Auf den Kastanien stehen die Spechte und lagern sich wie sie liegen. Es scheint ein Wind durch Amerika zu ziehen, den jeder spürt und keiner erkennt.

Gewisse Ablagerungen sind zu vermuten, gewisse neue Melancholien muten neu an, frische Geister leben in den Tiefen dieser Aquariumsweisheit und schneiden den Besuchern die Grimassen eines untergegangenen

Atlantis. Weniger die Wiederholungen, als vielmehr die Affekte stechen hervor.

Es ist nicht unüblich sich genau so zu benehmen, keiner bemerkt gravierende Unterschiede, ein Laie sieht vielleicht den angesetzten Milchrand und freut sich der entdeckten Zufälligkeit. Ein Ex-Perte verlangt mit geschultem Auge nach genaueren Expertisen. Zu Recht.

Er bekommt sie dennoch nicht. Freiheit und Einschränkung sind die Bänder des gleichen Gummis. Ein Mensch das Produkt eines Spiels aus ihnen.
11.09.2011 18:10 - Mc Phillster - Tampa Bay Rowdies (0.3 TK)
 
Vergangene Zukunft - zurück, zurück
"Ich stelle mich vor die Mannschaft, Typen wie ich, und aus Amerikas Zweiter soll eine Liga werden, gegen die Kolumbien und Argentinien Nonnenklöster sein sollen!"

Tosender Applaus der Journalisten und Vereinsangehörigen, die Antrittsrede des alten Schotten ging gerade zu Ende und der halbe Saal liegt sich in den Armen, Fremde küssen sich die Haarteile. Aufruhr, Tumult, Ekstase. Eine neue Ära soll eingeleitet werden.

Die Rowdies (wer hätte bei einem solchen Namen nicht zugeschlagen?) und der Schotte, ein ziemlich burleskes Paar, das Biest und der Schreckliche, Frankenstein und sein Monster, Tim und Struppi, die Vergleiche scheinen endlos.

Die Rückkehr hatte er sich fast schon abgeschnitten, und dann auch noch Amerika?! Amerika! Eindeutig, Amerika! Ein bisschen fühlt er sich wie Cristoforo

Colombo bzw. Cristóbal Colón, wobei er die Santa Maria auf dem Luftweg herübergehievt hatte.

Es war ein schöner Flug, von oben waren einige Maiblumen zu sehen, die in Richtung neue, mittlerweile alte, Welt unterwegs waren.

"Sieht hier ganz schön alt aus. Dagegen ist Glasgow ein richtiges Edelrestaurant", so Mc Phillster zu dem Empfangskomitee. "Vor einem halben Jahrtausend war hier alles neu. Da hätten sie mal sehen sollen", donnert es aus der Brust des Präsidenten zurück. "Sie müssen das wohl wissen. Allerdings lebten hier vor sechshundert Jahren auch noch Indianer."

Für die nächsten Spiele versprach der neue Trainer gleich einiges an Objektivtät und die üblichen Floskeln. Besonders im ersten Spiel gegen Husten Dünamoo soll die Post ab gehen.
09.09.2011 10:01 - Mc Phillster - Tampa Bay Rowdies (0.3 TK)
 
Wanderschaft III
Wie kann es ein Mensch an einem Platz aushalten? Wo versteckt er seine Triebfedern, die ihn in andere Gegenden treiben? Wo seine Abenteuerlust? Unter einem Haufen konservativer Ideen? Unter spießigen Idealen? Diese Fragen schwirren ihm immer wieder durch den Kopf und brechen schließlich die Grenze auf.

Veränderung, stetiger Wandel, keine Ruhe, kein Anhalten, immer weiter, die

ganze Welt soll sich drehen und niemand soll einschlafen in seinem zusammengefallenen Leben. Träume, Visionen, Pläne, nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis ihre Erfüllung finden. Weg mit den verschlafenen Alltagsmenschen, nach dem Tod ist noch genug Zeit für Bewusstlosigkeit. Nicht schon lebend tot sein, das allein ist sein höchster Anspruch, sein Ziel, sein Gott.
25.03.2011 12:29 - Mc Phillster - Changchun Yatai (0.3 TK)
 
Ein Bericht für eine Akademie
Seit die Flüsse des alten Landes plötzlich und wie aus dem Nichts aufwärts fließen, neigt auch der Otto normale Verbraucher zu einem gesteigerten Taschentuchkonsum. Wie Wasserfälle brodeln die Massen in die Luft, Geysiren vergleichbar. Da würde sogar Marilyn Monroe nass unter dem Rock werden.

Nun zählt nur noch die Wassersteuer. Denn wo viel Wasser, da viel Steuer. Exportiert wird natürlich auch und Lines gezogen bzw.

verlegt. So machen sie die Welt von sich abhängig und sich selbst unverzichtbar.

Stellen Sie sich einmal vor, ein Automobil würde mit Wasser fahren. Nicht mit dem üblichen Leitungswasser aus dem Hahn bzw. Harn, sondern mit Extrawasser. Markenname: V Water. Und einzig das alte Land hätte genug Vorkommen von diesem Produkt. Wer würde dann nicht gerne da wohnen? Niemand. Und wer müsste draußen bleiben? Mäzene. Hopp ante portas.
16.03.2011 13:50 - Mc Phillster - Changchun Yatai (0.3 TK)
 
Auftragende Säulen
Auf einer Bank in der Nähe der Damentoilette sitzt ein Mann und isst seine halbe Currywurst. Die andere Hälfte haben ihm die Vögel gestohlen. Nun sitzt er da und beobachtet andere Passanten. Er sieht dicke und dünne Menschen, kleine und große, behandschuhte und barhäuptige. Und er sieht ihre Bärte.

Die meisten Leute beachten ihn nicht, denn er ist in der

Farbe der Bank gekleidet: Vermoostes Weiß. Deshalb fällt er auch nicht auf, auch wenn er eigentlich kein Chamäleon ist. In der Wüste würden höchstens seine Socken nicht auffallen, denn die sind nach altmodischer Art und sehen aus wie ein beflecktes Kamel.

Nur wenn der Alte niest, blickt ihn mal einer an. Ansonsten bleibt er unsichtbar. Für die Meisten.
09.03.2011 00:55 - Mc Phillster - Changchun Yatai (0.3 TK)
 
Anteilsmäßig
Seht ihr die gelenkigen Schweinefüße? Sie zippeln und zappeln in der Gegend herum und wissen nicht, was ihre Brüder nicht wissen, sondern die Federn des Hahnes nur ahnen.

Changchun Jinlai Yatai hat eine schwere Woche hinter sich. Sie haben gegen eine Mannschaft gewonnen, um dann gegen eine andere irgendwie zu verlieren.

Warum schreibt der auf einmal über Sport? Ist

doch ganz klar: Ich habe für mich selbst entschieden, dass jeder Bericht einen Anteil von 10% Fußball enthalten soll, so wie das die Benzinbonzen in diesen Tagen auch machen.

Klar, keiner will das hören, aber ich mache es trotzdem. Es will ja auch keiner diesen E 10-Mist und trotzdem wird er angeboten. Sogar mit erpresserischen Mitteln wird er vertrieben und das mache ich immerhin nicht.
03.03.2011 11:25 - Mc Phillster - Changchun Yatai (0.3 TK)
 
Säbelrasseln
Die rasselnden Trommeln gezeichneter Kinder, die zerfetzten Fahnen eines alten Schiffes, das Spielzeug, über Jahre nicht benutzt und in einem verbrauchten Zustand, wie manche Menschen. Verbraucht und alt, heruntergekommen sind nicht nur die Häuser. Der Draht, der die Verbindung herstellt, ist durchschnitten. Da kommt kein Klagen aus den hohlen dreieckigen Mündern. Da ist keine Seligkeit, die Engel sind fort und die Apfelbäume regieren die Welt.

Auf einer alten Schaukel versuchte ich einst so

hoch zu kommen, wie es einem irdenen Menschen nur möglich ist. Ich war mit den Füßen schon fast über dem Dach des Nachbarhauses. Zumindest dachte ich das. Denn in Wirklichkeit berührten meine Beine kaum die Luft um mich herum.

Dann wollte ich noch höher. Ich dachte, dass ich auf die Laterne springen könnte und würde dann von oben die ganzen Leute anschauen und wenn es mir beliebt hätte, dann bekämen sie kein Licht. Ich sprang also und landete hart auf dem Boden, nichts gebrochen.
23.02.2011 14:12 - Mc Phillster - Changchun Yatai (0.3 TK)
 
Lass lieber schnell die Finger von meinen hellgrünen Schenkeln
Idiotie kommt niemals aus der Mode. Deshalb kleidet sich der Schotte auch in diesen Tagen wieder sehr aufreizend. Der fragt keinen französischen Kellner, ob dem das gefällt und auch keinen Kniggknagge. Der macht das einfach. Drüber mit den ganzen Teilen und schon steht die Queen des Untergrunds vor den verdutzten Journalisten.

Ist das das ganze Erfolgsrezept? So einfach geht das? Königin des Drecks? Einfach süffisant, wie das

der Trainer macht. Ganz gekonnt kokett. Strahlemann und Söhne.

Lieber einen Ball im Gesicht, als einen Liter Suppe auf der Hose. Heiße Suppe. Keine Hose. Steigerung der Spannung. Bis die Blase platzt und der ganze Samen sich ins Tal ergießt. Taktik.

Krallen des Glücks, lasst doch meinen Schuh los. Oder wollt ihr mit mir fallen? Der Abgrund ist nicht gepolstert. Lasst lieber schnell die Finger von meinen hellgrünen Schenkeln.
17.02.2011 17:46 - Mc Phillster - Changchun Yatai (0.3 TK)
 
Stachelbeereneinerlei
Aus unterirdischen Quellen, hervorgepumpt durch einen Brunnen, speist der Trainer Mc Phillster seine Mannschaft mit frischem Wasser. Manchmal hängt dann auch ein Salamander mit im Glas, oder eine Eidechse, manchmal auch ein Vogelei und vorzeitliche Gesteinsschichten. Hauptsache es schmeckt und weckt die Geister, die ich rief.

Aus den tiefsten Höhlen dringt die reinste Luft nach oben, setzt sich dort ab, dreht eine Ehrenrunde auf

den Frieden und fährt zurück in die Tiefen eines anderen morgen. So wie einst ein Stern vom Himmel fiel, der nun unter der Erde lebt und Berge aufgetürmt hat.

Direkt in der Nähe des Mittelpunktes lebt das kleine Völkchen der Maulwürfe. Auch die spielen Fußball und wollen nun in der zweiten chinesischen Liga antreten. Schöne Alternative zu Ecuador, dieses Mal keinen Vorteil durch Höhen-, sondern Tiefenluft.
10.02.2011 15:24 - Mc Phillster - Changchun Yatai (0.3 TK)
 
Rundlaufsucht
Dieses Jahr zu Weihnachten stand bei mir eine Tischtennisplatte in der Garage. Wie die da hingekommen ist, weiß ich nicht. Stand einfach da und schaute mich an. Wie ein Kätzchen. Nur schöner. Und praktischer. Frisst nicht, leckt nicht, steht nur und lässt auf sich spielen. War das scheiß Fest doch mal zu was gut.

Seitdem steht sie nun da. Keiner wollte sie zurück. Keiner scheint sie zu vermissen. Ging wohl alles mit rechten Dingen zu. Spielen lässt sich darauf gut. Rundlauf nicht so, weil

zu eng. Aber draußen auf der Straße geht es. Nur wenn ein Auto kommt kracht es eben.

Wenn sie ihr eines Bein hochhebt, kann man auch alleine spielen. 50 Jahre nach den Menschen und ich könnte noch Tischtennis spielen. Die Platte überlebt mich sicher. Ich bin zwar kein Timo Boll, aber ich schlage eine Fünfjährige in vier Sätzen im Tiebreak.

Was bewegt mich? Füße. Was bewegt sie? Rollen. Was ist ihre Farbe? Grün. Und meine? Auch. So steht sie nun und macht mich glücklich.
03.02.2011 17:14 - Mc Phillster - Changchun Yatai (0.3 TK)
 
Ein italienisches Märchen
Nun liegen meine Gedanken an den Gestaden Italiens und wippen in der gleichförmigen, doch niemals traurig machenden Wellenbewegung, die dem Land die Dinge wiedergibt, die es auf dem Meer verloren hat. Eine alte Kleiderkiste, ein Stück Segeltuch oder einen ausgebleichten Schiffskoch spült die Flut an manchen Tagen an.

Da gibt es über das ganze Land verteilt diese kleinen, etwas verlassenen Dörfer in denen die Zeit keine Rolle spielt und der Sand nur so schnell wie er selbst will durch das Stundenglas fällt.

Dieses Klima, diese

Wesensart, diese malerischen Hintergründe. Eine Bank steht auf einer nach vorne gezogenen Klippe, verlassen und alt, die Farbe an dieser und jener Stelle schon abgeblättert. Auf der linken Seite liegt eine Orange, auf der rechten ein aufgeschlagenes Buch und in der Mitte sitzt dieser einsame Mann. Sein Blick schweift weit ab, saugt die Atmosphäre mit einem kräftigen Atemzug ein und wendet sich wieder seinem Pirandello zu.

Am nächsten Tag bringt die Flut drei Dinge an Land: Eine Orange, ein durchnässtes Buch und einen Mann, der nie ein Schiffskoch war.
26.01.2011 08:33 - Mc Phillster - Changchun Yatai (0.3 TK)
 


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