Allein die Überschrift sollte ausreichen, alle Schweizer aufzuschrecken, aber hier wird nicht weiter auf diesen Umstand und die Denkwürdigkeit der Geschehnisse eingegangen, denn wie immer gibt es in Chile mehr und wichtigeres zu besprechen, als die politischen Zustände im alten Europa.
Man sollte gelegentlich in der Hektik des Alltags innehalten und sich fragen: Wo komme ich her? Wo will ich hin? Und woher weiß meine Frau von meiner Freundin?
Die Antworten sind
oft verblüffend einfach und wenn man fünf oder sechs Mal mit "Warum?" nachgefragt hat, ist man bald schon am Grund des Kernproblems. Und auch hier zeigt sich wieder einmal die uralte Erkenntnis nützlich: Eine solide Basis ist die Grundlage aller Fundamente. Wobei Basis hier nicht im mathematischen Sinne verwendet wird.
Aber zurück zum heutigen Spieltag: Ich hau euch alle weg. Besonders Nublense. Und La Calera. Und insbesondere Iquique. Und Cobreloa. Und ... ach was solls.
Letzter Spieltag. Zeit all die Phrasen runterzuspulen, die die letzten 0,3 Tk bringen. Die letzten Tropfen, die man noch braucht, um dann doch nicht da zu stehen, wo man von Standes wegen, also wenn man es genau sieht. Doch dazu später mehr.
Das Ziel ist der Sieg, alles andere ist primär. Und, um hier mal bei der Stange zu bleiben: die Meisterschaft ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Um diesen Sauhaufen hier mal aufzumischen ist jedes Mittel eine halbe Biene. Oder anders: Poesie liegt im Auge des Betrachters, nun ja, vielmehr in seinen Ohren. Was für den einen sinnloses Gebrabbel ist, kann für den betrunkenen Kiffer durchaus die Wahrheit bedeuten, und die liegt ja auf dem Platz. Und auf dem wird gespielt.
Aus diesem Grund - und nicht, weil irgendjemand irgendwie andeutet, man schreibe hier, um TK zu schnorren - wird hier Woche für Woche eine bedeutende Seite der neuen Literaturgeschichte aufgeschlagen. Und weil hier nicht nur Poesie, sondern auch Wissen vermittelt wird: "She caught the Katy" hat nichts mit einer Frau namens Katy zu tun. Falls
Günther Jauch mal fragt, man kann ja nie wissen... einen Telefonjoker irgendjemand?
Zurück zum Wesentlichen: heute entscheidet sich, wer die nächsten Jahre den Titel "Meister der Herzen" tragen darf. Durchaus Hoffnung bei diversen Protagonisten, aber eigentlich ist es doch schon klar. Nichts wird jedoch verraten. Es könnte ja noch alles anders kommen, als der eine oder andere es vorher durchgerechnet hat. Wobei: Im Rechnen sind die meisten schlecht...
Das bringt mich zum enttäuschenden Start der neuen Staffel von GNTM. Die Schnitten sind eher unschön, der Rassismus ist schon durch und Opa Joop sah auch schon mal besser aus. Da lob ich mir doch meine Dienstagabende. Da muss ich kein Fernsehen schauen, da unser Amateurtheater wieder probt. Vorstellung ist am ersten Septemberwochenende, Karten kann man bei mir per PN vorbestellen.
Zurück zum Fußball: Ich hau euch alle weg. In diesen Sinne: Ich hau euch alle weg. Trotzdem schönes Wochenende. Aber erst nach heute Abend. Weil ich euch ja alle weghaue. Nicht grämen, nach der Saison ist vor der Saison.
Hemistark. Genauso kann man die bisherige Saison zusammenfassen. Hemistark.
Aber wenden wir uns denn weniger freudigen Ereignissen zu. Der Winter hat uns fest im Griff, es ist kalt und die meisten Menschen frieren. Und auch diese tut nichts zur Sache. Es geht nunmal auf das Ende der Saison zu und die Nerven liegen blank zwischen all den leeren Bierdosen und Whiskyflaschen. Die letzte Ration Ron
Harper ist leergetrunken und man kann nur noch sitzen und zittern. Ob es zum Saisonziel reicht? Ob man doch nur wieder mit einer handvoll Gurken nach Hause geht - und hier sind nicht die Spieler gemeint.
Wie man es dreht und wendet, es kann nicht mehr aus den verbleibenden Spielen herausgequetscht werden als man vorher hineingetan hat. Oder anders: Das Luxusessen von heute ist die Scheiße von morgen.
Die Sonne über den Bergen lachte schon wieder über die Bemühungen der Kicker von CDOH dem Trainer alles recht zu machen. Dieser war unzufrieden und ließ diese Unzufriedenheit an den Spielern aus.
Aber das ist man ja schon gewohnt und niemand kann sich davon freisprechen, dass es nicht doch eine gewisse Genugtuung verschafft, die wohlgenährten Millionäre Hüpfen und Schwitzen zu sehen. So will
man das, so kriegt man das.
Uninspiriertheit am Ende der Saison ist ein weiteres Thema, dass einen Blick wert ist. Natürlich trifft das nur auf andere zu, niemals auf den Schreiber dieser Zeilen, der allerdings, so lässt auch ein Blick in seinen Terminkalender erahnen, die Minuten bereuen wird, die er hier sitzt und tippt. Und so groß ist der Zeitdruck, dass man durchaus vermuten kann, er steht mitten in einer Zeile auf und
Die Atacamawüste lebt - und zwar laufen hier Fußballer durch den trägen Sand, der unter ihren Füßen kleine Sandstürme über den Käfern und kleinerem Getier auslöst, das hier zwischen den Steinen und Kakteen ein karges Leben fristen.
Der Trainer liegt derweil am Pool und schüttet sich den dritten Planters Punch zwischen die Lungenflügel aus dem einfachen Grund, dass er das Gefühl hat, erhabe sich das verdient. Hat er? Die
öffentliche Meinung ist gespalten. Aber man kann sich nicht immer nur der Arbeit verschreiben, sondern sollte zwischendurch auch mal ein wenig Sonne und Pool genießen. Und Poolnixen natürlich aber das ist ein anderes Thema.
Und Fußball? Hier kommen wir zu dem Sandsack aus der Überschrift des Artikels. Damit so ein Sandsack in Wallung gerät, muss man ihn ordentlich bearbeiten. Wenn er dann aber mal rumschwingt, ist er ein ernstzunehmender Gegner. Denkt mal darüber nach!
Schon wieder ein weiterer Spieltag, der nicht so laufen wird, wie von den Experten vorhergesagt. Aber das kennt man ja schon. Vorhersagen sind schwer, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen.
Der CDOH kämpft weiter in aussichtsreicher Position und der Autor dieser Zeilen wünscht sich die Zeit zurück, als Alkohol noch kreativ machte und nicht nur wütend und aggressiv. Wütend auf die
anderen Trainer, die sich nur zurücklehnen und auf die Ausrutscher warten. Wütend auf die Fans, auf die kann man immer wütend sein. Wütend auf Amerika und die NSA, wütend auf die UNO und Saddat, wütend auf das verkackte Unkraut in meinem Garten.
Aber ich habe gelernt, dass das Leben eine nichtendenwollende Reihe von vernichtenden Niederlagen ist, bis man sich nur noch wünscht, Flanders sei tot!
Völlig verkatert und mit einer gehörigen Menge Restalkohol zwischen den Leberzirrhosen, die letzten Reste des Silvesterbuffets mit einem Schlachtermesser aus den geräumigen Zahnzwischenräumen puhlend, dazu ein Dreitagebart, der auch für eine Woche gereicht hätte: willkommen in 2014.
Die guten Vorsätze sind kurz nach halb drei verpufft, als unser Lieblingstrainer die Finger dann doch nicht von der Tochter des Masseurs lassen konnte. Wenn er sich nur an den Namen des Mädchens erinnern könnte... Als Ohrwurm einer dieser unsäglichen Elektro-Swing-Stücke,
in dem es um Liebe, Sex und Alkohol ging, also irgendwie um seine eigene Lebensgeschichte, ergänzt um Liebe.
"Vor uns liegen schwere Zeiten, es geht darum anzugreifen und dem Spiel wieder unseren Willen aufzudrücken!" - so oderso ähnlich wollte er das neue Jahr seinem Team schmackhaft machen, aber mehr als ein "ich brauch mehr Wasser... und bring Aspirin mit!" kam nicht über seine aufgesprengten Lippen.
"Aber ich weiß immer noch, welche Trottel meine Feinde sind!", dachte der kleinwüchsige Alkoholiker noch, bevor er sich einen Tequila-Shot einpfiff...
Weihnachten ist vorbei und der Alltag ist wieder eingekehrt in das sagenumwobene Trainingsgelände zwischen den geheimnisumwitterten Andenkegeln. Der CDOH übt hinter verschlossenen Türen, da die Rückrunde ihre Schatten voraus wirft. Endspurt.
Endspurt? Jetzt schon? Ja, denn nur mit einer langen, starken Serie kann man den Herbstmeister noch abfangen und - INTERVENTION - so einen langweiligen
Artikel kann man doch nicht als Jahresendartikel abgeben! Da muss die Zeitungspolizei einschreiten und gleich einmal klarstellen, dass man Spannung, Spiel und Überraschung nicht nur in Schokoladenhoden verpacken kann, sondern auch ernste Themen mit Wortwitz und spannungsgeladenen...
Irgendwie will der Funke nicht überspringen. Kassiere ich halt das TK und leg mich wieder hin. Kommt gut ins neue Jahr. Cheerio Ms. Sophie...
Es gibt Tag, da sollte man lieber im Bett bleiben und nicht ins Internet gehen um mal eben zu schauen, wie der Lieblingsklub in der Tabelle steht oder ob es nicht doch Nacktbilder der Frau oder Freundin (oder Beiden) auf redtube gibt.
Doch leider steht man auch an solchen Tagen auf und macht genau das. Und dann hat man plötzlich eine Abmahnung im Briefkasten und man soll doch bitte für sein Pron-Gestreame ein wenig Geld bezahlen und sich
demnächst auf anderen Kanälen einen runterholen.
Was bleibt ist dann noch Fußball. Aber auch hier geht es nicht wirklich vorwärts, der eigene Verein dümpelt so in der Mitte der Tabelle vor sich hin, International sieht es eher nach Ausscheiden aus und so flüchtet man sich zu seinem besten Freunde - dem Alkohol.
Und es gibt Tage, da kann man nicht aufstehen wegen eines Kopfschmerzes, der in seiner Liga ganz weit oben ist.
Während aus dem Autoradio Page und Plant ein einsames "Babe I'm gonna leave you..." herausdrücken, fährt der einsamste Trainer der chilenischen Fussball-Ligen in seinem 1968 Ford Mustang McQueen-Edition eine staubige Straße einen Berg hinauf. Die Sonne geht langsam hinter den Anden auf (man befindet sich also auf der Westseite der Gebirgskette).
Taktitk und Technik sind für einen Moment aus dem Hirn fubinis verschwunden und seine Gedanken
konvergieren immer wieder zu der zentralen Frage, die in diesen Tagen die halbe Welt bewegt: Ist die Riemannsche Vermutung ein Beleg für Gödels Unvollständigkeitssatz? Und was haben die Illuminaten damit zu tun?
Wie dem auch sei, es steht wieder ein schwerer Spieltag an und die Mannschaft ist echt nicht gut vorbereitet. Der Cheftrainer hat versucht dem Team einen Begriff von Taktik zu vermitteln und die Abwehr gegen den Angriff Schach spielen lassen. Die Erfolge kann man dann Freitag abend sehen...
Auch bei unserem Lieblingsclub auf dem südamerikanischen Kontinent, demCD O'Higgins gegründet vom besten Kumpel von Magnum, ist der Advent eingetroffen. Aber anders als bei anderen, inkompetenten und/oder talentfreien Trainern in Chile kam der Advent hier sturzbetrunken an.
Zugegeben, es passt schon in die Landschaft beim CDOH, auf der anderen Seite ist es schwierig für den erfolglosesten Erfolgstrainer der Geschichte, dem gutausehenden fubini die
Mannschaft auf die schwierigen Aufgaben vorzubereiten, wenn eine in tannengrün gekleidete und rot bekerzte Gestalt vom Spielfeldrand interveniert.
Und zwar mit derben Sprüchen und fäkalen Vergleichen. Da kann man schon einmal genervt sein. Aber ein Trainer beim CDOH hält man sich bekanntlich an die zwei Grundregeln jeglicher Philosophie:
1. Es gibt immer einen einfachen Weg
und
2. Gewalt ist immer eine Lösung
Am Anfang war 1955. Oder so. Aber anschließend kam auch nichts besseres. Und insofern verwundert es nicht, wenn die chilenische Liga recht mau in die neue Saison gestartet ist.Auf der anderen Seite ist bald Advent und so gibt es vielleicht jetzt schon das ein oder andere Geschenk.
Sicher sein kann man sich aber, dass unserer Lieblingsclub keine Geschenke vergeben wird. Der Trainer hat
seine Spieler bei Guacamole und Tequilla (inklusive Wurm) auf neun Punkte aus zwei Spielen eingeschworen und gedroht, mit aller Härte durchzugreifen, falls es zu unvorhersehbaren Punktverlusten kommen sollte.
Ja, es weht ein rauer Wind durch die Anden und so kann man sich schon mal an die Zeiten zurücksehnen, als man sich noch hin und wieder ein Geschenk macht. Früher war alles besser.
Nachdem die neue Saison anfängt, wie die Alte (siehe Bericht letzte Woche), beschäftigt sich unser innovatives Magazin in dieser Woche mit dem - nein, nicht mit dem Neuen, das hätten wir ja in der letzten Woche schon abfrühstücken können - mit dem, wie könnte es in Chile auch anders sein, Hässlichen.
Das Hässliche an und für sich ist zum einen nicht schön anzuschauen, zum anderen hinterlässt es auch einen virtuellen Zahnschmerz in der Großhirnrinde. Und damit spielen wir nicht nur auf die Unausgereiftheit einiger Fußballspielergesichter an, die, zugegeben, schon einmal an Unfälle im Schlachthof denken lassen, sondern auch an zähe,
unansehnliche Spiele (oder auch nur Spielzüge) die sich wie ein widerwärtiges Stück angeschimmelten Leders kauen lassen.
Zum anderen kann es auch zu empfindlichen Nebenwirkungen oder auch Kollateralschäden führen. Beispiel? Nach dem Besuch des "True Texas Chainsaw Massacres Redux" in der "lately extended bloody red kirmes version" hat man keinen Bock mehr auf Hackfleisch und/oder Zungenküsse. (Für den Vegetarier kann man wahlweise das Hackfleisch auch durch geronnene Sojamilch ersetzen.)
Was bleibt unterm Strich für diese Woche: Ein hässlicher Artikel, der aber immerhin als Vorbereitung für sechs schicke Punkte unseres Lieblingsvereins durchgeht.
Alte Spieler, alte Trainer, alte Alte. Bevor hier jetzt ein "Alles auf Anfang"- oder "Neue Saison, neues Glück"-Artikel erscheint, werden alte Sachen der Inhalt sein. Abseits eines (mit Whisky und Wein widerlegtem) Stinsen'schen "Neu ist immer besser" wird es also ein "Alt aber noch brauchbar" geben.
Das Alte an und für sich, also nicht im Sinne von "alt an Jahren" oder "alt, aber ich nehm Dich trotzdem mit nach Hause", sondern mehr ein "ich kenn Dich schon länger, aber ich hab nichts Besseres" oder "ich hab halt kein Geld für was Neues, da muss das Alte halt noch länger halten", also mehr ein Festhalten am Gewohnten, ein Benutzen des Eh-schon-da Seienden, muss nichts Schlechtes sein. Statt eines neuen, unbekannten Stürmers setzt man den gewohnt torgefährlichen
Mittelstürmer der letzten Saison halt noch mal ein. Statt jede Woche eine neue Kleine über ein teures Abendessen in das heimatliche Schlafzimmer zu lotsen, ruft man halt - nochmal - die Dorfmatratze an und spart sich viel Geld und Vorspiel.
Im Fußball ist es ähnlich, bei Copa sowieso. Den Gegner der letzten Saison kenne ich und kann ihn auch besser analysieren, eventuell über mehrere Spielzeiten hinweg. Den neuen Mitspieler, vielleicht sogar in seiner ersten Saison, muss ich irgendwie erraten. Erfahrungen mit anderen Frischlingen helfen da vielleicht, wahrscheinlich aber nicht. Dies soll kein Artikel gegen neue Mitcopatadores sein, aber es zeigt eindeutig auf, dass man mit Altem besser rechnen kann.
Schön, dass Powerkraut wieder zu seinem Ex-Club gefunden hat, da weiß ich wenigstens, was mich erwartet. Die sechs Punkte sind sicher. Und alt ist er auch noch.
Aktuell findet die Schachweltmeisterschaft in Indien statt. Der Herausforderer Magnus Carlsen, 22 Jahre alt, ringt den Weltmeister Vishwanathan Anand nieder und liegt nahezu uneinholbar mit 6:3 vorne. Heute reicht ihm ein Remis um neuer Weltmeister zu werden.
Ein gammeliges Unentschieden reicht dem Tabellenführer der chilenischen Liga natürlich mal gar nicht, um den ersten Platz zu verteidigen. Selbst unser Lieblingsklub, der leider nicht ganz so toll in die Saison gestartet ist, liegt noch in Schlagdistanz.
Leider führt diese Situation zu einem gänzlich uninspiriertem Zeitungsartikel, für den sich der Autor schämt und mit müder und versagender Stimme Besserung verspricht.
Mitten in die gute Laune einer kleinen Feier kam die Nachricht, dass die Saison wieder losgeht. Sehr hübsch dabei, dass die Vortragende jung und glatt daherkam. Nicht so schön der desolate Geisteszustand des Trainers.
Das Bemühen der gesamten Mannschaft, inklusive Funktionären und Spielerfrauen, diesen zu ändern brachte wenig bis gar keinen Erfolg. So muss sich der Kader durch quälende Vorträge über die diametral wegbrechende Doppel-Sechs und zentral-opaker Kontextsensitivität in der Viererkette.
Wenigstens haben die Kicker dabei gelernt, dass man auch ohne sich einmal zu bewegen etwas über Fußball lernen kann. Deswegen spielt man nicht besser, aber länger schlecht.