Suwon – Ruki Zuki saß nachdenklich auf seiner Trainerbank und betrachtete diesmal nicht die leeren Ränge, sondern die Tabelle. „Ein weiser Mann sagte einst: Wer vier Plätze klettert, sollte aufpassen, dass ihm die Hose nicht rutscht“, murmelte der inzwischen sehr alte Trainer und rückte seine Brille zurecht.
Nach dem holprigen Saisonstart scheint Suwon Samsung Blue Wings FC endlich den richtigen Weg gefunden zu haben. Ein beeindruckendes 5:0 gegen Daegu FC und ein souveränes 3:1 gegen Incheon Korail katapultierten die Mannschaft von Platz 8 auf Rang 4. Fünf Siege aus neun Spielen, 15 Punkte und ein Torverhältnis von 20:13 –
plötzlich wird in Suwon wieder über Fußball gesprochen. Zumindest dort, wo man die Stadiontore findet.
„Der Bambus wächst langsam, aber er wächst. Außer, jemand stellt ihn in einen zu kleinen Topf“, erklärte Zuki. Auf die kommenden Aufgaben gegen Suwon FC auswärts und die Pohang Steelers zu Hause angesprochen, blieb er gelassen: „Ein Fluss fragt nicht, wie stark der Gegner ist. Er fließt einfach. Manchmal gegen einen Felsen.“
Ob die Siegesserie anhält? Ruki Zuki hat bereits eine Antwort: „Wir gewinnen ein Spiel, verlieren keines – und wenn doch, war es eine Lektion. Der Gegner darf sie behalten.“
Daegu - Mahatma sich diese Liga wirklich anders vorgestellt. Fast die Hälfte der Liga ist ohne Trainer. Der erfolgreichste Trainer der Liga hört auf den Namen Patenzug. Der punktet regelmäßig. Mahatma immerhin den letzten Tabellenplatz abgegeben. Abstiegsgefährdet ist man allerdings weiterhin. Zum Ende der Hinrunde muss man natürlich erst mal wieder gegen einen Geisterverein ran. Anschließend beendet man die Hinrunde bei einem echten Trainer. Es ist der EX-Trainer vom Daegu FC, Magica. Chrille und er kennen sich zudem aus der Bundesliga. Das ist doch mal was.
Daegu - Mahatma einfach den Saisonstart so richtig verkackt. Auch nach 7 Spielen steht man weiterhin am Tabellenende Koreas. Selbst die vier Geisterlosen, Trainerlosen Mannschaften schlagen sich besser. Gegen eines davon muss man heute Abend auch schon wieder antreten. Mahatma sich anders vorgestellt, als man in Südkorea unterschrieben hat. Besserer Fußball, schöne Abende und leckeren Lokalen. Stattdessen Rumpelfußball und Taktiken büffeln am Abend. Da bleibt diese Woche selbst der Sprachkurs liegen. Aktuell benötigt es immerhin nur noch einen Sieg, um die Laterne weiterzureichen. Vorausgesetzt, die Konkurrenz pennt.
Daejeon – Wäsche gewaschen, Koffer gepackt, Punkte verschenkt: Das Auswärts-Prozedere des Daejeon Citizen FC läuft in dieser Saison so verlässlich wie ein Schweizer Uhrwerk. Auf fremdem Rasen verteilt das Team von Trainer Anafal die Zähler aktuell großzügiger als Werbegeschenke auf einer Klubsport-Messe. Der Reiseservice von DCFC umfasst offenbar nicht nur Hin- und Rückflug, sondern auch drei Punkte als Gastgeschenk für die Gastgeber.
Doch die Tabelle lügt bekanntlich nicht
– und da steht der amtierende Meister weiterhin grundsolide im oberen Drittel. Solange die eigene Heimfestung steht und im heimischen Stadion absolut nichts anbrennt, ist in der K-League alles voll im Soll.
Anschluss an die absolute Spitze ist da, die Punkte stimmen und Anafal kann beruhigt schlafen. Die Auswärtsbilanz nennt man im Klub mittlerweile einfach schonend „ökonomisches Kraftsparen“. Wenn der FCDC seine Heimspiele weiter so stoisch abliefert, reicht der auswärtige Minimalismus völlig aus!
Suwon Samsung Blue Wings hat sich am sechsten Spieltag eindrucksvoll zurückgemeldet. Mit einem klaren 3:0 gegen Ulsan Hyundai zeigte die Mannschaft vor heimischem Publikum, dass mit Ruki Zuki weiterhin zu rechnen ist. Drei Tore, drei Punkte – und plötzlich war die Welt in Suwon wieder ein wenig freundlicher.
Doch nur eine Woche später folgte die Ernüchterung. Beim Goyang Hi FC musste sich Suwon knapp mit 0:1 geschlagen geben. Damit stehen nach sieben Spieltagen neun Punkte zu Buche. Platz neun wurde zwar verlassen, aktuell liegt Suwon auf Rang acht – doch der Blick nach oben bleibt interessanter als der Blick nach unten.
Ruki Zuki nahm die beiden Ergebnisse gewohnt gelassen zur Kenntnis.
„Wie schon Heraklit sagte: Alles fließt. Manchmal fließen die
Tore eben in die eine Richtung und manchmal in die andere. Oder war das Konfuzius?“
Nach kurzem Nachdenken fügte der erfahrene Trainer hinzu:
„Der große Sokrates sagte: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Ich weiß aber ganz sicher, dass wir auf Platz acht stehen.“
Damit war für Ruki Zuki eigentlich alles gesagt.
Die kommenden beiden Spieltage bieten nun Gelegenheit, wieder Punkte zu sammeln. Gegen Daegu FC und anschließend gegen Incheon Korail spielt Suwon jeweils vor heimischem Publikum. Zwei Heimspiele, zwei Chancen – und vielleicht schon bald wieder zwei neue Wahrheiten.
Denn eines weiß Ruki Zuki ganz genau:
Vier Tore sind vier Tore. Wichtig ist nur, dass man sich merkt, auf welcher Seite sie gefallen sind.
Daejeon – Zwischen Passkontrollen, Stewardessen-Sicherheitsunterweisungen und Flügen über das Ostmeer schaukelt der Daejeon Citizen FC aktuell sein Mammutprogramm. Während Trainer Anafal und seine Truppe in der AFC Champions League die Asien-Tournee zelebrieren, klappt zumindest daheim in der Liga alles wie am Schnürchen.
Die Hausaufgaben vor heimischem Publikum werden stoisch abgeliefert. Im eigenen Stadion ist die Punkteausbeute makellos, das Terrain eine uneinnehmbare Festung. Dass es
in der Fremde aktuell eher beschaulich aussieht und man auswärts fast nix holt? Reine Physik! Wenn man mehr Zeit in der Luft als auf dem Rasen verbringt, leidet das Auswärtskonto nun mal unter der fiesen Doppelbelastung.
Für Anafal gilt daher die eiserne Flugmeilen-Regel: Solange die Koffer gepackt werden, muss das eigene Stadion weiter ordentlich moderiert werden. Koffer rollen, Heimspiel gewinnen, Bordkarte zücken – der FCDC-Express fliegt unbeeindruckt weiter Richtung Titelverteidigung!
Suwon Samsung Blue Wings FC sorgt derzeit für einige Fragezeichen – und gleichzeitig für Gesprächsstoff. Nach dem überzeugenden 4:0 gegen Jeonbuk folgte beim trainerlosen Tabellenführer Chunnam eine bittere 0:4-Niederlage. Zwei Spiele, acht Tore und zwei völlig unterschiedliche Gesichter einer Mannschaft.
Dennoch ist die Entwicklung nicht völlig negativ: Suwon kletterte von Platz 9 auf Platz 8 und steht weiterhin bei sechs Punkten. Trainer Ruki Zuki sieht darin keinen Widerspruch: „Heraklit
sagte einst, dass alles im Fluss ist. Vielleicht gilt das auch für unsere Mannschaft.“
Auf die Frage, wie ein 4:0 und ein 0:4 zusammenpassen, antwortete Zuki ungewöhnlich philosophisch: „Konfuzius hätte vermutlich gesagt, dass man aus jedem Ergebnis lernen kann. Und Sokrates hätte wahrscheinlich erstmal gefragt, warum wir überhaupt vier Tore bekommen haben.“
Eines scheint jedenfalls sicher: Suwon bleibt schwer einzuschätzen. Vier Tore, zwei Wahrheiten – und die Saison ist noch lang.
Zwei Spiele mit Beteiligung von Jeonbuk Hyundai Motors gingen jeweils 1:0 für die Heimmannschaft aus. Zunächst besiegte Jeonbuk Daegu FC, ehe es dann eine knappe Niederlage bei Ulsan Hyundai setzte. Die beiden Werksteams schenkten sich dabei aber nichts.
Jetzt geht es daheim gegen Daejeon Citizen FC, den amtierenden Meister, und anschließend tritt Jeonbuk die Reise zum Tabellenzweiten Chunnam Dragons an. Beides wohl keine ganz so leichten Aufgaben für ein Team, das derzeitig den neunten Tabellenplatz bekleidet.
Bei den Suwon Samsung Blue Wings FC setzte es ein klares 0:4, im darauffolgenden Heimspiel gab es ein 3:0 gegen Suwon FC. Dadurch tritt die Mannschaft aus Jeonbuk auf der Stelle und findet sich weiterhin im Tabellenkeller wieder - oder besser gesagt kurz vor der Treppe in den Keller. Nach fünf Spieltagen hat die Mannschaft erst sechs Punkte gesammelt, was für die Ansprüche viel zu wenig sein dürfte. Vor Saisonbeginn hatte man vollmundig davon gesprochen, oben mitspielen zu wollen. Was das nur gedacht, um sich selbst Mut zuzusprechen? Die kommenden Spiele werden es zeigen...
Daegu - Der erste Saisonerfolg ist geglückt, die rote Laterne musste man aber behalten. Aufatmen bei Mahatma Chrille, drohte doch schon früh die erste Trainerentlassung der Karriere. Andere Vereine haben eine Doppelbelastung, hier ist es der Cheftrainer. Nebenbei wird koreanisch gelernt. "cheos seunglineun gibun joh-eun il-ieossseubnida. ije geu seong-gwaleul balpan sam-a deo naagaya habnida.", sprach Mahatma auf der Pressekonferenz. Übersetzt: "Der erste Sieg tat gut, nun müssen wir daran anknüpfen." Floskeln auf Pressekonferenzen funktionieren halt weltweit. Passend zum Herbst, nimmt man sich das Eichhörnchen als Vorbild. Fleißig bis zum Winter sammeln. Hier halt Punkte, statt Nüsse.
Daegu FC - Mahatma Chrille paukt weiterhin Koreanisch. Tut sich mit der Sprache aber noch etwas schwer. "Verkacken, den.", hier sucht er gerade im Duden die passenden Koreanischen Wort um dem Vereinspräsidenten zu erklären, was mit dem Saisonstart passiert ist. Drei Spiele, 0 Punkte, ein Tor geschossen, 6 kassiert. "ulineun sijeun choban-eul mangchyeossseubnida.", brabbelt Mahatma vor sich hin. Er soll das bitte aufschreiben, damit er das dem Aufsichtsrat so mitgeben kann. "Ich kann diese Zeichensprache noch nicht. Warum nutzt ihr keine normalen Buchstaben hier in Korea?". Ich muss jetzt los, in 7 Stunden startet der nächste ZAT.
Bei Daejeon Citizen FC beginnt nun die Doppelbelastung. Während der frischgebackene südkoreanische Meister international in der AFC Champions League unterwegs ist, wartet in der Heimat weiterhin das ganz normale Liga-Geschäft.
Und genau dort liegt für Trainer Anafal offenbar die Priorität.
Die Champions League? Eine schöne Sache. Große Bühne, fremde Länder, neue Gegner – und zweifellos eine wilde, mutige Affäre.
Aber die K-League? Das ist das Tagesgeschäft.
Anafal soll deshalb intern bereits klargemacht haben, dass man sich von der internationalen Abenteuerlust nicht vom Wesentlichen ablenken lassen will.
Schließlich ist ein Meistertitel nicht dafür da, anschließend wochenlang dem internationalen Glamour hinterherzulaufen.
Die Realität ist ohnehin schon anspruchsvoll genug: Erst Japan, dann Usbekistan – und zwischendurch wartet die heimische Konkurrenz darauf, dass der Meister vielleicht doch einmal müde aus dem Flieger steigt.
Daejeon muss also auf zwei Hochzeiten tanzen.
Anafal hingegen scheint die Rollen klar verteilt zu haben: Die K-League ist die Ehe. Die Champions League ist die Affäre.
Und wie jeder erfahrene Ehemann weiß: Eine Affäre darf aufregend sein, aber wegen ihr sollte man besser nicht das Tagesgeschäft zu Hause vernachlässigen.
Bei den Suwon Samsung Blue Wings läuft es derzeit alles andere als rund. Nach drei Spieltagen stehen für das Team von Langzeittrainer Ruki Zuki lediglich ein Sieg und zwei Niederlagen zu Buche. Besonders bitter: Zuletzt setzte es beim FC Seoul eine deutliche 0:3-Pleite. Damit wächst der Druck auf den erfahrenen Coach spürbar. Dennoch bleibt Zuki kämpferisch und betont seine unveränderte Liebe zum Verein. „Dieser Klub bedeutet mir alles“, ließ der Trainer verlauten. Die nächsten Spiele könnten nun richtungsweisend werden.
Gegen Goyang Hi FC schien der Motor von Jeonbuk Hyundai Motors nicht so recht ans Laufen gekommen zu sein. Mit 2:4 musste man sich am Ende geschlagen geben und konnte von Glück reden, dass die Gegner es locker angehen ließen.
Die Verantwortlichen aus Jeonbuk saßen mit versteinerten Mienen auf ihren Plätzen. Kurz vor Ende der Partie wurden wohl die ersten Maßnahmen ergriffen, denn der Mannschaftsbus wurde vom Stadion weg beordert, so dass die Spieler die Heimreise zu Fuß antreten mussten. "Wer im Spiel nicht laufen will, muss das nachher tun" so der knappe Kommentar des Vize-Präsidenten.
Was ist denn da passiert? Der amtierende Meister Daejeon Citizen FC ist nach zwei Spieltagen tatsächlich auf Rang 10 angekommen – noch drei Plätze vom Tabellenkeller entfernt.
Und die Zahlen sehen ebenfalls eher nach Winterschlaf als nach Titelverteidigung aus: 1:5 Tore.
Trainer Anafal soll seine Mannschaft inzwischen etwas deutlicher daran erinnert haben, dass eine Meisterschaft nicht automatisch bedeutet, dass die Gegner künftig freiwillig die Punkte in Daejeon abliefern.
„Jungs, langsam aufwachen! Und vor allem: Tore
schießen!“
Denn während DCFC noch nach dem richtigen Rhythmus sucht, zieht Suwon FC bereits davon. Und ausgerechnet Suwon kommt heute nach Daejeon.
Das ist ungefähr so, als würde man feststellen, dass der Zug schon abgefahren ist – und dann kommt der Zugführer persönlich vorbei, um zu fragen, ob man noch mitfahren möchte.
Der Meister braucht heute keinen Schönheitspreis und keine philosophische Taktikvorlesung. Er braucht Tore. Punkte. Und ein deutliches Lebenszeichen.
Bei den Suwon Samsung Blue Wings FC ist nach dem Saisonstart noch längst nicht klar, wohin die Reise geht. Nach einer Niederlage zum Auftakt folgte nun allerdings ein beeindruckendes Ausrufezeichen: Gegen Daejeon Citizen FC feierte das Team einen furiosen 5:0-Erfolg. Trainer Ruki Zuki dürfte damit zumindest kurzfristig etwas Ruhe haben. Doch ein einzelner Kantersieg macht noch keine Saison. Zu wechselhaft wirkt das Bild der Mannschaft, und die Konkurrenz in Südkorea ist groß. Auch auf den Rängen bleibt es auffällig ruhig: Das Zuschauerinteresse ist nach wie vor gering. Trotz des deutlichen Sieges hält sich die Euphorie daher in Grenzen. Schafft Suwon die Wende – oder war das 5:0 nur ein kurzes Aufflackern?
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