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Vom Bankgeheimnis zum Titelkampf – Schaffhausen wird langsam verdächtig
Es gibt Momente im Fußball, in denen man sich ernsthaft fragen muss, ob die Konkurrenz eigentlich noch alle Schafe auf dem Deich hat. In Schaffhausen ist dieser Moment spätestens mit der neuesten Ausgabe der Schweizer Kolumne gekommen. Dort verkündet Nouri höchstpersönlich: „FC Schaffhausen. Willkommen im Titelkampf.“

Ausgerechnet Nouri. Der Mann, der monatelang mit 13 fehlenden Zentimetern auf seiner Terrasse kämpfte, hat inzwischen offenbar so viel Zeit auf seinem Gartenstuhl, dass er nicht nur die Schweizer Tabelle studiert, sondern auch noch fremde Mannschaften zum Meisterschaftskandidaten erklärt.

Dabei wollte danfire eigentlich nur in Ruhe Fußball spielen, gelegentlich drei Punkte einsammeln und das restliche Torkontingent möglichst unauffällig durch die Saison bringen. Doch mit dem 2:1 beim FC Zürich und dem anschließenden 5:0 gegen Aarau wurde daraus nichts. Der erste Auswärtssieg der Saison war endlich unter Dach und Fach, und zu Hause gab es gleich fünf Tore hinterher. Sechs Punkte, sieben Treffer und der Sprung von Platz sieben auf Platz vier – plötzlich steht Schaffhausen nur noch sechs Punkte hinter Spitzenreiter Basel.

Dass man dabei noch 36,5... 36,8 TK im Tresor hat, macht die Sache für die Konkurrenz offenbar nicht angenehmer.

Nouri nennt es Vorsorge. In Schaffhausen nennt man es weiterhin Bankgeheimnis. Schließlich muss man nicht gleich das ganze Konto räumen, nur weil man einmal einen Auswärtssieg eingefahren hat. Wer weiß, wofür man das Guthaben später noch braucht? Vielleicht für die entscheidenden Spieltage. Vielleicht für eine neue Schafweide. Oder vielleicht auch nur, um Herbie irgendwann erklären zu können, dass man ohne Softwareupdate und mit deutlich weniger technischen Hilfsmitteln ebenfalls Fußball spielen kann.

Wobei Herbie derzeit ganz andere Sorgen hat. Sein geliebter Mähbie hat ausgerechnet im Spitzenspiel gegen Nouri den Dienst versagt. Ein Softwarefehler, möglicherweise sogar eine Sicherheitslücke, soll dafür verantwortlich gewesen sein. Besonders pikant: Nouri kennt sich bekanntlich mit Bits und Bytes aus und hatte die Maschine zuvor ausgiebig in seiner Garage beherbergt. Ob dort tatsächlich jemand an der Software herumgespielt hat, bleibt offen. Sicher ist nur, dass Herbie inzwischen öffentlich die Verantwortung übernimmt und sich fragt, ob ihn dieser technische Zwischenfall am Ende die Meisterschaft kosten könnte.

Vielleicht sollte er bei seinem nächsten Update einfach eine Funktion einbauen, die erkennt, wann ein Rasenroboter besser ausgeschaltet bleibt.

Immerhin hat Herbie bereits eine neue Beschäftigung gefunden. Gemeinsam mit danfire soll er nun als Batman und Robin die Schweiz vor den dunklen Mächten des St. Gallener Energie-Vampirs retten. Dafür wurden angeblich Aufkleber mit einem maskierten Schaf und einem VW-Käfer samt Augenbinde produziert. In Schaffhausen sorgte diese Nachricht zunächst für Irritationen. Nicht wegen der Vampirgeschichte, sondern weil bislang niemand wusste, dass Herbie den gemeinsamen Kampf gegen das Böse bereits bis zur Fanartikelproduktion vorangetrieben hatte.

Grundsätzlich steht man solchen Vorhaben natürlich offen gegenüber. Schließlich verbindet die beiden Trainer ihre rheinländische Vergangenheit, und wenn irgendwo ein Schaf mit Batman-Maske benötigt wird, dürfte Schaffhausen tatsächlich die richtige Adresse sein. Allerdings sollte Herbie vor einer größeren Werbekampagne vielleicht erst einmal sicherstellen, dass sein Mähbie nicht wieder eigenmächtig nach Zürich fährt.

Der eigentliche Anlass für die ungewöhnliche Allianz liegt ohnehin in St. Gallen. Dort hat bora milutinovic nach seinem mathematischen Ausflug in die Welt der 6:6-Ergebnisse endlich zur ursprünglichen 3:0-Lehre zurückgefunden. Gegen den FC Zürich wurde mit 3:0 gewonnen, in Bern gleich mit 0:3 nachgelegt. Der Bademeister ist wieder zufrieden, die Flamingos haben ihre Liegen reserviert und die Sonnencreme wird trotz fortgeschrittenen Oktobers

weiterhin großzügig verteilt.

Herbie vermutet hinter dieser Rückkehr zur Ergebniskonformität inzwischen eine geradezu übernatürliche Energiequelle. Nach seiner Theorie könnte bora durch die richtigen Resultate Kräfte sammeln, die ihm seine freitagabendlichen Quecksilberbäder zusätzlich verstärken. Das klingt zunächst abenteuerlich, erklärt aber immerhin, weshalb ein Mann, der angeblich vampirähnliche Eigenschaften besitzt, gleichzeitig verzweifelt versucht, die Freibadsaison bis in den Winter zu verlängern.

Vielleicht hat bora einfach Angst, dass mit dem letzten Sonnenstrahl auch seine 3:0-Theorie verschwindet.

Für danfire wird diese Frage allerdings schneller relevant, als ihm lieb sein dürfte. Denn am kommenden ZAT wartet ausgerechnet St. Gallen gegen Schaffhausen. Der amtierende Meister empfängt den neuen Teilnehmer am Titelkampf, und bora wird vermutlich alles daransetzen, seine frisch wiederentdeckte Ergebnismatrix nicht erneut beschädigen zu lassen.

Dass Schaffhausen bereits bewiesen hat, wie man dem Bademeister mit einem 3:2 die Laune verderben kann, dürfte dort noch in unangenehmer Erinnerung sein. Vielleicht sollte man deshalb vorsorglich ein paar Öcher Printen einpacken. Nicht unbedingt als Verpflegung, sondern zur Stabilisierung der Bodenhaftung, falls bora wieder versucht, die Fußballmathematik auf den Kopf zu stellen.

Doch damit nicht genug. Direkt anschließend kommt auch noch Nouri mit seinen Grasshoppern nach Schaffhausen. Der Mann, der danfire gerade erst offiziell im Titelkampf begrüßt hat, darf also persönlich überprüfen, ob seine Einschätzung tatsächlich gerechtfertigt war.

Für Nouri dürfte das eine willkommene Abwechslung werden. Seine Terrasse ist schließlich fertig, die Abdeckplane hält dicht und der Mähbie steht angeblich ausgesteckt in der Garage. Viel mehr kann man als Schweizer Gartenbesitzer kaum erreichen. Jetzt bleibt ihm nur noch, sich um die Meisterschaft zu kümmern.

In Schaffhausen freut man sich jedenfalls auf den Besuch. Die Schafe sind informiert, der Deich ist vorbereitet und Herbies DIN-ISO-Vorschriften liegen vorsichtshalber weiterhin griffbereit. Sollte Nouri erneut versuchen, den gesamten Rasen millimetergenau zu vermessen, wird man ihm freundlich erklären, dass hier Fußball gespielt und keine weitere Terrasse gebaut wird.

Nebenbei hat die Schweiz inzwischen auch ihre erste Volksabstimmung seit Wiederbelebung der Kolumne erfolgreich abgeschlossen. Die Initiative, Österreich zur stärksten Liga Europas zu erklären, wurde mit vier Nein-Stimmen bei null Ja-Stimmen abgelehnt. Bemerkenswert daran: Sämtliche Stimmen kamen von den Trainern der ersten vier Tabellenplätze – Basel, St. Gallen, Grasshopper und Schaffhausen.

Offenbar sind sich die vier Spitzenvereine wenigstens in einer Sache einig.

Während also die österreichische Initiative Geschichte ist, beginnt in der Schweiz eine ganz andere Diskussion. Basel führt die Tabelle an, St. Gallen verteidigt seine 3:0-Lehre, Nouri sitzt auf seiner fertigen Terrasse und Schaffhausen hat sich mit zwei Siegen plötzlich mitten in diese Gesellschaft geschoben.

Ob daraus tatsächlich ein ernsthafter Angriff auf die Meisterschaft wird, muss sich erst zeigen. Sechs Punkte Rückstand auf Basel sind schließlich noch immer sechs Punkte, und die kommenden Begegnungen mit St. Gallen und Grasshopper werden gewiss keine gemütlichen Spaziergänge über den Deich.

Aber vielleicht ist genau das der entscheidende Unterschied zwischen Schaffhausen und den anderen drei Titelanwärtern.

Herbie braucht funktionierende Software. bora braucht seine Ergebnismatrix. Nouri braucht inzwischen wenigstens keine neuen Terrassendielen mehr.

Und danfire?

Der braucht vorerst nur seine 36,5... 36,8 TK, ein paar vernünftige Ergebnisse und jemanden, der den Tresor wieder abschließt.

Denn eines sollte die Konkurrenz inzwischen gelernt haben:

Wer in Schaffhausen nichts ausgibt, hat nicht zwangsläufig nichts vor.
14.10.2026 21:01 - danfire - FC Schaffhausen (0.3 TK)
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