Eigentlich hätte nach dem 5:0 gegen Matrix und Mito HollyHock endlich Ruhe einkehren müssen. Doch bei Vegalta Sendai herrscht weiter Tabellenkeller. Niemand versteht es. Fünf Tore, kein Gegentor – und trotzdem fühlt sich die Tabelle an, als hätte sie den Verein persönlich auf “Unten bleiben” eingestellt.
kees van edam vermutet längst eine Verschwörung der Geometrie.
„Das Spielfeld war völlig gerade!“, schimpfte der Niederländer. „Wie soll man da kreativ abstürzen? Beim letzten Mal war wenigstens alles schief. Da konnte man die Niederlage auf die Erdkrümmung schieben.“
Dieses Mal rollte der Ball allerdings schnurgerade. Viel zu gerade. Die Pässe kamen an. Die Spieler wussten plötzlich, wo sie hinlaufen mussten. Selbst Matrix stand ratlos an der Seitenlinie und suchte verzweifelt den roten Knopf, mit dem man die Realität wieder verbiegt.
Nach dem fünften Tor begann kees nervös zu werden.
„Das ist gefährlich. Wenn wir weiter so spielen, glauben die Leute noch, wir könnten
Fußball.“
Deshalb trainierte Vegalta am nächsten Morgen vorsichtshalber wieder auf einem Übungsgelände mit 17 Prozent Gefälle, zwei Kreisverkehren im Mittelkreis und einer Rolltreppe im Strafraum. kees will schließlich nicht, dass seine Mannschaft die Bodenhaftung verliert.
Im Tabellenkeller bleibt man trotzdem. Offenbar hat die Tabelle beschlossen, dass Siege lediglich höfliche Vorschläge sind. Sie schaut kurz auf das 5:0, nickt anerkennend und antwortet trocken:
„Sehr schön gespielt. Jetzt bitte wieder nach unten.“
kees nahm es sportlich. Er bestellte sich einen Bauingenieur, drei Wasserwaagen, einen Bergführer und einen Action-Regisseur. Für das nächste Heimspiel soll das Stadion nämlich aussehen wie ein Hollywood-Film: Explosionen an den Eckfahnen, Verfolgungsjagden zwischen den Ersatzbänken und ein Helikopter, der den Ball in der 90. Minute aus der Gefahrenzone fliegt.
Denn eines hat kees gelernt: Auf einem geraden Spielfeld kann zwar jeder gewinnen – aber nur im Tabellenkeller wird daraus ein echter Actionfilm.
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