|
LIGA MX: EL DÍA DEL NUEVE DE OCTUBRE – TAG DER RACHE
|
Von unserem Korrespondenten, der seit dem 9. Oktober seiner Freundin nichts mehr zu beichten hat
Es gibt Tage, an denen eine Saison ihren Höhepunkt erreicht. Und es gibt den neunten Oktober. Ehrlich gesagt müsste die Spielzeit hier enden: Pokal überreichen, Flutlicht aus, alle nach Hause. Alles danach ist bloß Nachspielzeit.
Der Grund: Pepeke Guevara hat seine Popoke wieder am Frühstückstisch! Die Tacos mit grünscharfer Soße haben endlich wieder einen Abnehmer, die Tequilaflasche darf zurück ins Regal, und die Taschentücher gehen an die Wohlfahrt. CF Monterrey? Abgefrühstückt. Mit Guacamole, ohne Zitrone, dafür mit der viel beliebteren Limette in Mexiko.
Das ganze Land ist außer Rand und Band. Jede Stadt in Mexiko benennt Monumentales nach diesem Tag, in Torreón trägt sogar ein ganzer Platz den Namen: Plaza de nueve de octubre, inklusive Gedenktafel. Alle Hunde der Stadt jaulen „Viva el nueve de octubre“ himmelhoch bis in die Morgenstunden.
In Mexiko-Stadt hat es der Tag bereits in den Studentenslang der Autónoma geschafft: Wenn die Freundin den Seitensprüngen ihres Freundes mit gleicher Münze heimzahlt, heißt es nur noch: „Ich hab diesem Hijo de puta un nueve octubre gemacht.“
Und in Monterrey wurde ein neuer Feiertag ausgerufen: „El Día de la Venganza“. Einmal im Jahr wird nun am 9.10. mit Wohlwollen Gerechtigkeit gesucht, ganz nach dem Motto „wie du mir, so ich dir“. Der Bürgermeister der Stadt lud dazu zwei Männer auf die Plaza de la Justicia: Herbster vom Stadtklub CF Monterrey und Pepeke Guevara aus dem nahe gelegenen Nuevo León. Die Security trug vorsorglich Schutzwesten und Hundekekse. Dann trat der Bürgermeister ans Mikrofon, strahlte in die Menge und bat die beiden Streithähne um ein paar Worte. Herbster räusperte sich als Erster.
Trainer Herbster trat ans Rednerpult:
„Liebe Bürgerinnen und Bürger von Monterrey! Ich stehe heute hier, blasser als sonst, aber mit geschwellter Brust. Wir feiern den Tag der Rache, und ich muss gestehen: Ich habe da etwas Erfahrung. Pepeke und ich verbindet eine lange Geschichte aus Flüchen, Hundehaaren und |
|
|
sehr viel Zitronensaft. Ich habe darüber viel Schlaf verloren, er viel Tequila. Ich gebe zu, einen Hund als Spion einzusetzen, war moralisch fragwürdig. Und die Nackenfalte als Versteck für die Kamera war auch keine Glanzidee. Ich habe gelogen und integriert. Nur eine Sache bereue ich wirklich: dass ich dabei erwischt wurde.
Und natürlich ein Gruß an den Starpsychologen Roquo, der bei dieser ganzen Sache zugeschaut, zugehört und zahlreiche Sitzungen mit mir abgehalten hat. Du hast mir stundenlang genickt und ‚Interessant, erzählen Sie mehr‘ gesagt. Ich weiß nicht, ob du mich geheilt hast, Roquo, aber deine Rechnungen waren jedenfalls das Einzige in dieser Saison, das pünktlich eingetroffen ist!“
Herbster neigte seinen Kopf zu Pepeke Guevara, wendete seinen Körper leicht zu ihm, streckte die rechte Hand in seine Richtung und sagte:
Zum Schluss möchte ich sagen, wer einen so würdigen Gegner wie dich hat Pepeke, braucht keine Freunde mehr. Mein lieber Freund und Kollege, ich reiche dir die Hand.
Pepeke ging auf ihn zu, sein Blick inzwischen sehr angetan von der Rede und umarmte ihn. Nahm sein Hand und hielt sie gemeinsam mit seiner in den Himmelhoch. Die Menge jubelt.
Dann trat Pepeke ans Rednerpult:
„¡Ay, mis queridos ciudadanos de Monterrey! Ich danke euch, dass ihr mich eingeladen habt. Der Tag der Rache, ¡qué bonito! Ein Tag, an dem man endlich sagen darf: Was du mir antust, tu ich dir auch an. Ich hab geweint wie ein Wasserfall, hab mit der Tequilaflasche gesprochen, und immer mit Bild von meine Frau geredet! Aber jetzt ist meine Popoke wieder da, und ich bin ein glücklicher Mann, un hombre feliz.
Y ahora, mi amigo`erbster, schau mich an. Du hasse meine Abwehr zerlegt, meine Herz wie Nachts zerbrösssselt, und Hund Fubini als Spion eingesetzt, ¡cabrón! Pero, weißt du was? Ohne dich, diesse Derby wäre wie eine lahme Hund. Du bisse mi größter pendejo, pero mi pendejo, ¿entiendes? Komm her!
Sie umarmten sich wieder.
Ein Mariachi spielte, man hörte jemanden singen. Strophen wie aus einem psychologischen Lexikon. Ein Kind weinte, und irgendwo in der Ferne bellte leise, aber hörbar, ein sehr zufriedener Fubini.
|
|
11.10.2026 10:26 -
Pepeke Guevara -
UANL Tigres
(0.3 TK)
|
😂 1 🤯 1 |
|