Für den SV Ried ist das Abenteuer Champions League beendet. Und wenn man ehrlich ist, gibt es dafür einen ziemlich einfachen Grund: 18 Gegentore sind auf diesem Niveau einfach zu viel. Da kann man noch so lange über Pech, Gegner oder die Sterne diskutieren – wer fast jedes Spiel zum Scheibenschießen freigibt, braucht sich über das Ende der Reise nicht zu wundern.
Auch die taktische Marschroute von Dr. Calakmul darf dabei durchaus hinterfragt werden. Vielleicht war die Idee mutig, vielleicht war sie offensiv gedacht. Am Ende blieb vor allem die Erkenntnis, dass Mut und Harakiri manchmal näher beieinanderliegen als einem lieb ist.
Besonders unangenehm wird der Blick ins eigene Land. Wacker Innsbruck hat in der Champions League bislang gerade einmal drei Gegentore kassiert. Drei.
Beim SV Ried stehen 18 zu Buche.
Wer daraus jetzt ein „Mobbing-Thema“ machen möchte, darf das gerne tun. Dr. Calakmul wird vermutlich darauf verweisen, dass man in Innsbruck eben einen anderen taktischen Ansatz gewählt
hat. Oder dass man dort einfach weniger Gelegenheit hatte, den gegnerischen Torhütern beim Arbeiten zuzusehen.
Und dann wären da noch die Schweizer Kollegen, die zuletzt bekanntlich gerne gegen Österreich sticheln. Österreich sei schließlich nicht die beste Copa-Liga, hieß es sinngemäß. Nun, nach dem Champions-League-Aus des SV Ried könnte man ihnen zumindest zugutehalten, dass sie einen Ansatzpunkt gefunden haben.
Allerdings sollte man mit solchen Aussagen vorsichtig sein.
Denn wenn Österreich keine Topliga ist, stellt sich die Frage, was genau die Schweizer Kollegen eigentlich über eine Liga sagen möchten, in der man so viel Zeit damit verbringt, über Österreich zu reden.
Der SV Ried jedenfalls hat seine internationale Reise beendet. Nicht glorreich, aber lehrreich. 18 Gegentore sind eine klare Ansage – und vielleicht genau die richtige Motivation, beim nächsten europäischen Auftritt nicht ganz so großzügig mit dem Ball und dem eigenen Tor umzugehen.
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