So haben wir ihn kennengelernt: Fuchsig, clever und im wahrsten Sinne des Wortes mit allen Wassern gewaschen: bora milutinovic, der jeden Freitag Abend ein Quecksilber-Bad nimmt, um so nach jedem Spieltag auf immer neue verrückte Ideen zu kommen, mit denen er seine Gegner verwirren kann, ist sich für keinen Trick zu schade. Dabei bewegt er sich jedoch stets im Rahmen des Erlaubten. Schließlich hat der Schweizer Fußballverband bislang jede Beschwerde seiner Gegner zurückgewiesen.
Herbie ersuchte erst gar nicht die Unterstützung von oben, sondern gab sich als mähenderfährer Verlierer, obwohl er sich von dem ersten Einsatz seines Serien-Mähbie's viel beim amtierenden Meister versprach:
"Ich bin ganz ehrlich: Hätte alles direkt so geklappt, wie ich es geplant hätte, wäre es echt eine Überraschung gewesen. So lerne ich aus dem Erlebten und verpasse meinem kleinen Freund ein Software-Update, sodass Ungereimtheiten in der Geometrie des zu mähenden Terrains künftig identifiziert und umgangen werden können. Da wir kurzfristig nicht mit den verrückten Methoden von bora konfrontiert werden und die Änderungen ausgiebig testen und auf Herz und Nieren prüfen wollen, werden wir nochmal ein Testgerät nach Zürich liefern, um dem Mähbie nochmals einem ordentlichen Stresstest zu unterziehen. Soweit ich gehört habe, legen wir unserem Probanden der Lieferung Kreide, Sonnencreme und Kokosöl bei, um die Anpassungen bei realen Bedingungen zu simulieren."
Trotz der Scharmützel des Bademeisters erfreut sich die Schweizer Super League eines guten Zusammenhalts. Die Liga lebt und international unterstützt man sich gegenseitig. Noch hat
das Champions League Trio um Zürich, St. Gallen und Basel die Möglichkeit auf den Einzug ins Achtelfinale. Nur das trainerlose Luzern ist bereits aus der Ouropa League ausgeschieden.
Der FC Schaffhausen ist trotz seiner Niederlage gegen die Grasshopper eine wahre Bereicherung für die Liga, auch wegen danfire's wöchentlichen Presserückschau. Auch der FC Aarau muckt unter dem eher stillen Alexander Bölling langsam auf und die Young Boys aus Bern sind unter Castaño Deus immer für eine Überraschung gut. Speziell deswegen gilt für den FC Basel beim morgigen Heimspiel äußerste Vorsicht, denn Punktverluste kann man sich daheim im Kampf um die vorderen Plätze wahrlich nicht erlauben.
Apropos erlauben: Was erlauben eigentlich skua811 und Ole Einar Gehtnochrein? Während der Wiederkehrer der Saison vom FC La Chaux-de-Fonds richtig gut in die Gänge kam, verpasst er in der letzten Woche den Anschluss an das Verfolgerfeld zu halten. Und der Wintersportgigant vom FC Sion, für den mindestens ein NMR pro Saison zum guten Ton gehört, ist seit Wochen verstummt.
Im Vergleich zur letzten Saison boomt die Schweiz jedenfalls, wenngleich man sich mit dem übermächtigen Nachbarn aus Österreich noch nicht zu messen braucht.
Aber vielleicht schafft die Schweiz mit ein wenig Ausdauer eines Tages, den großen Goliath mit der kleinen Schleuder zu bezwingen.
Wichtig für den FC Basel ist erst mal, dass der Mähbie weiterentwickelt wird, um sich künftig auch auf den gegnerischen Plätzen zurechtzufinden. Bis dahin muss man sich auf das eigene, gut vermessene und bekannte Terrain fokussieren.
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