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COPA NEWS

Äpfel, Birnen oder Gänge?
Zürich. Dauerregen. Nouri sitzt unter dem Terrassendach und betrachtet seinen Rollrasen.
Grün ist er wieder. Jedenfalls stellenweise. Zwischen den neuen Halmen liegen noch braune Streifen. Perfekt ist anders. Aber er lebt.

Dabei geht Nouri ein Satz nicht aus dem Kopf.
«Nee, 6!»
Irgendwo zwischen Regenrinne und Regentonne öffnet sich eine seit Jahrzehnten verschlossene Schublade in seinem Kopf.

Mathematikunterricht. Nouri, deutlich kleiner und vermutlich ähnlich stur, steht an der Tafel.
«Und was kommt heraus?»
«Sechs.»
«Sechs was? Äpfel? Birnen? Fahrräder?»
Damals lernte Nouri: Eine Zahl ohne Einheit ist keine Antwort. Jahrzehnte später versucht Herbie dieselbe Methode im Profifussball.

Sechs was also?
Sechs Punkte hat Basel. Fünf Gegentore. Vier Gänge besitzt sein berühmter Namensvetter laut Google. Später erklärte der Trainer, er sei eine «überarbeitete Version».
Überarbeitet im Sinne von verbessert? Vielleicht ist Herbie inzwischen ein E-Auto. Der neue e-Herbie. Modell Basel, Softwarestand 44.2, Almdudler im Kühlkreislauf. Nur besitzen die meisten Elektroautos gar keine vier oder sechs Gänge. Herbie benötigt offenbar zwei zusätzliche, um nach einem 0:4 in Aarau, einem 1:0 gegen St. Gallen und einem 0:1 bei GC wieder auf Betriebstemperatur zu kommen.
Die Reichweite bleibt überschaubar. Bei den Grasshoppers war nach neunzig Minuten nur noch Leerlauf verfügbar.
Herbie hatte angekündigt, in Zürich sei wenig zu holen.
Das stimmte.
Für ihn war nichts zu holen.

Das 1:0 gegen Basel war GCs erstes Tor, erster Sieg und erstes Lebenszeichen der Saison. Der Rollrasen bekam Wasser, die Mannschaft Punkte und Herbie Gelegenheit, seine überarbeitete Version auf dem Heimweg erneut zu überarbeiten.

Dann kam Luzern.
Vor dem Spiel hatte der FC Luzern in drei Partien kein einziges Tor erzielt. Zehn Gegentore, kein Trainer, kaum Puls. Nouri hatte dort auf den

ersten Auswärtssieg gehofft.
Nach neunzig Minuten stand es 3:0.
Für Luzern.

Nouri pflegt also nicht nur angeschlagenen Rasen. Er belebt inzwischen auch tote Vereine. Wer in der Schweiz weder trifft noch gewinnt, braucht keinen neuen Trainer. Ein Heimspiel gegen GC genügt.
Damit steht Grasshopper nach vier Spielen weiterhin auf Platz zehn. Ein Tor erzielt, sieben kassiert, drei Punkte. Gleichzeitig lagern noch 65,1 TK im Keller. Der teuerste Rasensprenger der Liga ist randvoll und hat bisher einen einzigen Grashalm getroffen.

Bora hatte Nouri bereits angeboten, den Rollrasen nach dem 0:3 gemeinsam einzusammeln. Für die nächste Meisterfeier könne St. Gallen ihn gut gebrauchen.
Nach dem eigenen 0:3 bei den Young Boys darf bora ihn gerne behalten. Zum Abdecken von Bremsspuren.
Seine berühmte 3:0-Theorie funktioniert weiterhin. Er hatte lediglich vergessen zu erwähnen, dass St. Gallen gelegentlich auf der falschen Seite steht. Sonnencreme schützt eben vor UV-Strahlung, nicht vor Castaño Deus.

Der kommt nun mit den Young Boys nach Zürich. Castaño spart nach eigener Aussage kein Wasser, weil in seinem Garten ohnehin nur Tabak wächst. Bei YB weiss man nie, ob gerade Cervelat, Rivella oder kubanisches Rollkraut in der Taktiktafel steckt.

Danach geht es nach Schaffhausen. danfire hatte stolz verkündet, er habe bereits Wasser auf den eigenen Rasen bekommen. Daheim gewann Schaffhausen bislang 3:0 und 1:0. Auswärts verlor es 0:2 und 0:3.
Leider findet das Spiel in Schaffhausen statt.

Der Regen wird stärker. Der Nachbar erscheint hinter dem Hag und blickt erst auf den Rasen, dann auf die Tabelle.

«Junge, nach vier Spielen Letzter. Gegen Young Boys und Schaffhausen also wieder null?»
Nouri denkt an Herbie. An den Mathematiklehrer. An Äpfel, Birnen, vier Gänge und eine angeblich überarbeitete Version.
«Nein. Aber sechs.»
Der Lehrer in seinem Kopf hebt mahnend den Finger.
«Sechs was?»
«Punkte, Herr Lehrer.»
21.08.2026 21:40 - Nouri - Grasshopper Zürich (0.3 TK)
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