Zürich. Mittwochmorgen. Vor Nouris Haustür stehen vier identische Pakete. Auf jedem klebt dasselbe Etikett: Drei Punkte – Gruppe A.
Der Nachbar dreht eines um.
«Das hier gehört Schalke.»
«Danebenstellen.» «Sochaux?»
«Auch.» «Siena?»
«Ebenfalls.» «Und deines?»
Nouri zeigt auf das eingedellte Paket unter der Regentonne. Nach dem 0:3 auf Schalke und dem 1:0 gegen Sochaux sieht es ein wenig mitgenommen aus.
«Alle haben drei Punkte, aber du bist Letzter?»
«Europäische Gleichberechtigung. Jeder bekommt dasselbe, wir stehen trotzdem unten.»
Der Nachbar öffnet das Paket. Darin liegt ein einzelnes Tor, sorgfältig in französisches Zeitungspapier
gewickelt.
«Mehr war gegen Sochaux nicht drin?»
«Es hat gereicht. Wir sind sparsam. Champions League ist teuer.»
Als Nächstes wartet zweimal Siena: zuerst in Zürich, danach in der Toskana. Auch der italienische Meister besitzt drei Punkte und offenbar eine Vorliebe für knappe Ergebnisse.
Der Nachbar nimmt zwei leere Kartons aus der Garage.
«Für die Rücksendung?»
Nouri klebt auf beide ein neues Etikett:
Keine Punkte nach Italien. Eigenbedarf.
«Und wenn Siena die Annahme verweigert?»
«Dann stellen wir ihnen die Pakete einfach vor das Tor.»