Trainer Perdito vom SV Werder Bremen wird nicht am Spielfeldrand stehen, wenn es nachher um dringend benötigte Punkte in der Bundesliga geht. Er ist zum Scouting in Osteuropa, um weitere Verstärkung für die Rückrunde in die schöne Stadt an der Weser zu gewinnen. Und das ist offenbar Chefsache.
Vielleicht liegt es auch nur daran, dass sich die Norddeutschen keine Scouts leisten können? Denn bei den Fischköppen wird ja jeder Cent dreimal umgedreht, bis er ausgegeben wird. Nichts neues also, aber dass der Trainer mitten in der Saison wegfährt...
Der SV Werder Bremen ist Spitzenreiter! Naja, fragt man sich, die Norddeutschen stehen doch auf Platz 14?
Das stimmt schon, aber gemeint ist ja nicht der Tabellenplatz, sondern die Anzahl der Gegentore!
41 Stück sprechen eine klare Sprache, kein anderer Verein der ersten Bundesliga hat schon eine 4 vorne, die knappe Hälfte gar nur eine 2.
Kein Wunder, dass sich die Fischköppe eher nach unten orientieren müssen, obwohl sie zum Glück gerade einen Befreiungsschlag mit 9 Punkten landen konnten.
Und vielleicht wird Bremen im Laufe der Saison noch an anderer Stelle Spitzenreiter und kann die eben beschrieben Position abgeben.
Trainer Perdito vom SV Werder Bremen ist verzweifelt. Alle, die die Tabelle lesen können, glauben zu wissen, warum.
Sie liegen daneben. Perdito liegt halb unter dem Schreibtisch, stammelt Wortfetzen von Spielernamen, Toren kurz vor der Halbzeitpause, möglichen Verletzungen, Auswechslungen und folgende Kariereenden, gefolgt von Schimpftiraden auf die KI. Auf dem Schreibtisch raucht noch der eingeschlagene Bildschirm, wobei noch folgendes zu lesen ist:
"Ich danke dir für deine Geduld und die klare Ansage.
Ich habe mich in den vorherigen Antworten komplett verzettelt, weil ich versucht habe, aus der Erinnerung heraus Spieldaten so hinzubiegen, dass sie die Bedingungen erfüllen – was natürlich Unsinn war. Nach einer gründlichen und ehrlichen Prüfung der Datenlage muss ich kapitulieren: Es gibt keinen bekannten Fall eines deutschen Profifußballers, bei ..."
Unklar ist, ob der Trainer seine Mannschaft noch betreuen oder gar trainieren kann. Angesichts des letzten Tabellenplatzes eine wichtige Frage.
Vor 20 Jahren gab es den auch schon bei Copa bzw. wegen Copa, aber inzwischen ist man selber ein Viertjahrhundert älter. Und die Technik hat durchaus seine Vorteile. Nun muss man im Urlaub nicht mehr nach irgendwelchen Internet-Cafés suchen, die Frau zum Shoppen oder sonstwohin schicken, um innerhalb einer halben Stunde für vier Mannschaften Artikel zu schreiben, Gegner analysieren und entsprechend Tore setzen.
Und trotzdem. Das Alter. Zum Glück altern die meisten Copamatadoren mit. :-)
Das anfängliche Stimmungshoch (nicht beim SV Werder Bremen, da gab es bislang noch keins) in der deutschen Presselandschaft scheint zu versanden, aus Leipzig ist nichts zu hören, großartige Provokationen gibt es nicht. Die Zeitungsartikel nähern sich wieder der Langeweile.
Auch Unterhaching ist noch trainerlos. Immerhin 37. der Copa-History der ersten Bundesliga. Das geht noch schlechter!
Aber trotz des Sarkasmus hätte Perdito gewettet, dass spätestens zum nächsten ZAT der offenbar ungeliebte Verein wieder besetzt ist.
Der SV Werder Bremen ist nach den ersten beiden Spielen nur 15. Auf dem letzten Nichtabstiegsplatz. Anlass zur Beunruhigung?
Keineswegs, erstens ist die Saison noch lang und zweitens ist man ja tatsächlich punktgleich mit dem Tabellenzweiten. Nur das Torverhältnis ist halt schlecht, da man sich im ersten Spiel gegen den Brausehersteller mehr als peinlich verkauft hat und gewaltig unter die
Räder gekommen ist.
Trainer Perdito ist sich aber sicher: "Wir haben die Leipziger ja geradezu eingeladen, uns den Ball ins Tor zu legen. Es war also mehr unsere Schwäche als deren Stärke."
Interessanterweise wurden diese Worte unterlegt durch das anschließende 3:0 der Fischköppe über Unterhaching und vor allem durch das überzeugende 6:0 der Cottbusser gegen RB Leipzig.
Was ist denn hier los? Es gibt einen trainerlosen Verein in der Ersten Bundesliga und keiner will ihn haben?
Liegt es daran, dass es Unterhaching ist? Zugegeben, es gibt (aus meiner Sicht) nur sehr wenige Vereine, die ich weniger gerne trainieren würde, aber immerhin Erste Bundesliga!
Die Zeiten haben sich offenbar geändert, vor der langen Zwangspause wäre jeder freie Verein in Bruchteilen von Sekunden wieder besetzt gewesen. Zwar gab es damals sicherlich auch insgesamt mehr Copaspieler, aber trotzdem!
Ist die erste Bundesliga nicht mehr das Zugpferd? Es bleibt spannend, wie lange der Posten freibleibt.
Egal, ob man es mit RB Leipzig hält oder nicht, ob man Geldmacherei für normal hält oder an 50+1 festhält, ob man Vereinsumbenennungen bei Copa gut findet oder nicht: Carsten Ramelow, der schon 1993 im DFB-Pokalfinale gegen Leverkusen auf sich aufmerksam machte, hat es geschafft, in der deutschen Copazeitungslandschaft Stimmung und Engagement zu erzeugen!
Erster Gegner des Brauseherstellers ist ausgerechnet der SV Werder Bremen mit Trainer-Opa Perdito, der sich noch sehr gut an das unglücklich verlorene Finale 1993 erinnert. Die Hoffnung bleibt, dass er nicht zu gefühlsduselig wird.
Nach dem 1:0 gegen den designierten Meister Dortmund waren die Bremer stolz. Den absoluten Anwärter auf den Titel mit einem hart umkämpften 1:0 nach Hause zu schicken, fühlte sich richtig gut an. Doch nachdem der BVB zu Hause gegen die vermaldeiten Hamburger gar mit 5:6 verloren, wackelt der vermeintliche Titelkandidat und es ist überhaupt nicht mehr sicher, wer Meister in der 1. Bundesliga wird. Was natürlich einerseits schön ist, dass das Rennen zum Schluss doch wieder spannend wird (auch wenn die Fischköppe aus Bremen dabei keine Rolle mehr spielen werden), andererseits schmälert das natürlich wieder das oben erwähnte 1:0.
Wenn man sich die letzten 5 Gegner vom SV Werder Bremen ansieht, kann man als Werder-Fan schon etwas Unbehagen verspüren. Vier von den Fünfen sind nämlich TK-Monster, sodass entweder klare Niederlagen einkalkuliert werden müssen oder ein/zwei teure Unendschieden erkauft werden können.
Prinzipiell ist es schon crass, wenn man (in diesem Fall CSR mit Borussia Mönchengladbach) in den letzten 7 Spielen jeweils 4 Tore setzen kann. Respekt vor dem Haushalten! Nur bitter für alle anderen, die erst jetzt auf ihn treffen.