Amadora - Nur noch 23mal schlafen, dann feiert Estrela Amadora-Coach Paulo sein zehnjähriges Copajubiläum. Leider kann man es nicht standesgemäß mit einem "M" (für Jubiläum) begehen, da am letzten ZAT der vergangenen Saison, in Kombination mit eigener taktischer Klugscheisserei, eine Krähe den Abflug gemacht hat. Schönen Dank nochmal an an dieser Stelle.
Aber man soll ja immer nach vorne blicken, und da tut sich zum Glück Einiges. Um nicht wieder so ein Desaster am letzten Spieltag zu provozieren, hat sich Paulo,
inspiriert durch den großen Erfolg des Ex- A Bola- Kolumnisten AlpBen, entschlossen, etwas gegen den auch in Portugal um sich greifenden Trainermangel zu tun und mit Uniao Leiria einen zweiten Verein übernommen. "Naja ich gebe zu, das hat jetzt nicht nur altruistische Beweggründe" so Paulo in einer ersten Stellungnahme. "Wobei schon im Vordergrund steht, etwas für die Liga zu tun. Wer nun wann an der Spitze der ewigen Tabelle steht, ist doch eigentlich auch gar nicht so wichtig, oder?"
Amadora - Herzlich willkommen bei Herzblatt. Unsere heutige Kandidatin ist die Portugiesische Wanderpokalhure. Alle Fragen sind gestellt, die mehr oder weniger originellen Antworten sind gegeben. Nicht ganz klar ist nur die Frage, ob nun eigentlich drei oder vier Kandiaten um die begehrenswerte Trophäe wetteifern, da sind sich die Experten noch uneins.
Einig scheinen sie sich aber in Einem zu sein: Es ist so waaaaaahnsinnig spannend! Deshalb vor dem großen Saisonfinals noch als Hilfestellung für die Kandidatin eine Zusammenfassung, heute von unserer Susi Jähnig aus Campo Maior:
"Nun, schöne Wanderpokalhure, musst Du Dich entscheiden: Nimmst Du Kandidat eins, den sonnengebräunten Algarveschönling, der Dich gern mal auf ein Radler einladen und
Dir danach nicht nur Dopingmittel spritzen möchte? Oder Kandidat Nr. 2, den Vorstadtproll, der sich einbildet, Dich trotz geringer Testosteron-Kraftreserven noch einmal erobern zu können? Oder Kandidat 3, den rüstigen Rentner, der vor TKraft zwar kaum laufen kann, was ihm aber nicht viel bringt, da er zu Dir eigentlich schwimmen müsste? Die drei kennst Du ja schon, schließlich durften sie Dich alle schonmal in die Vitrine stellen. Wählst Du daher Kandidat vier, der so gut loslegen, aber noch besser vorzeitig schlappmachen kann? Oder, was naheliegend wäre, wählst Du lieber den Hubschrauberpiloten und flüchtest angesichts dieser Auswahl zu den Wilden in den Bergen an der spanischen Grenze?"
Amadora - Früher war alles besser und nicht so kompliziert wie heute, das wussten schon die Großeltern. Dies gilt auch für Portugal und die Superliga.
Nicht nur, dass in den seligen früheren Zeiten die Meisterschaft der Superliga ausschließlich zwischen zwei Vereinen (aus Amadora und Leiria, meistens aber aus Leiria) ausgemacht wurde und die
Vizemeisterschaft sogar nur zwischen einem Verein aus... na, es weiß eh jeder, wer gemeint ist. Nein, auch das taktische Niveau war höher. So hat man es zumindest in der verklärten Erinnerung. Zumindest reichte es damals nicht, in vier Spielen dreimal die Höchstnote 6 zu ziehen, um das Kompliment "Taktikfuchs" einzuheimsen. Eigentlich schade, dass es damals nicht so war, irgendwie.
Amadora - Nur noch 1410 Tage, und schon ist wieder Weltmeisterschaft. in Russland, vielleicht auch in Neurussland, der Ostukraine oder in einem spanischen Restaurant ("Don Bass"), wer weiß das schon. Oder die WM in Katar wird einfach vier Jahre vorgezogen, weil der Klimawandal dann noch nicht so heiß ist.
Aber das ist alles aus portugiesischer Sicht egal, weil man die WM, wo sie nun auch immer stattfindet, sowieso wieder in den Sand setzen wird, zumindest wenn die Heulsuse dann noch an Bord ist. A propos: in der größten Sandburg am portugiesischen Strand
sitzt immer noch der kleine Tobi und schmeißt auf alles, was sich unter seinem Sandburgturm bewegt, mit Förmchen. Fraglich allerdings, ob er noch genug Plastikspielzeug hat, um seine Position dauerhaft zu verteidigen. Die Möchtegern-Eroberer probieren derweil verschiedene Taktiken aus, neben mehr oder weniger gezieltem Sprenstoffeinsatz und Tunnelbohrungen gehört wie üblich auch Rumjammern und Favoritenschuhgeschiebe zum Repertoire. Man darf gespannt sein, wer am Ende die größte Sandburg hat, wer im Sand eingegraben wird, oder ob rechtzeitig die Flut kommt.
Amadora - Aus in der Champions League, schon lange Aus als Titelverteidiger, bleibt mal wieder nur das übliche saisonziel "Hauptsache keine Mayonnaise". Oder so ähnlich, wie war das gleich nochmal?
Wie auch immer, in Amadora kann man sich, auf Platz 7 in der Hängematte liegend, entspannt zurücklehnen und den Ausklang der Saison beaobachten. Wird sich den Denker noch einer
runterholen, oder wird er einfach von allen vergessen ("Der kleine Tobias möchte aus der Tabellenführungsabteilung abgeholt werden")? Bekommt Horst Manson eine Ecke im neuen Cristiano-Ronald-Museum (z.B. zwischen zwei Tuben Haargel)? Kekst sich cafu zur Meisterschaft? Holt sich Capo seinen 37. Titel in Portugal? Oder wird am Ende gar der Lutscher... na gut, wir geben lieber zurück ins Studio.
Amadora - Am kommenden Freitag trifft Paulo auf gleich beide ehemalige A Bola- Redakteurskollegen. Erst geht es zuhause gegen cafu's Blueray des Aves, anschließend reist man an die Algarve, um in Portimao ein, vermutlich schweigsames, picknick zu veranstalten.
Bleibt natürlich die Frage an die Ex-Kollegen: Wo ist eigentlich der vierte im Bunde, der einst von den beiden mit viel Trara ins leckgeschlagene Redaktionsboot geholte
Alpbenalpschafbenschusw.? Seit Bekanntwerden dessen wahrer Identätäten ist komischerweise nicht mehr viel die Rede von der A Bola und ihren angeblich 200 Ausgaben. Vermutlich, da man mittlerweile weiß, dass diese 200 Ausgaben sich auf die Anzahl der Profile des berühmten Co-Redakteurs beziehen? Wie auch immer, es wäre trotzdem schön, wenn über die Zusammentreffen der alten Haudegen auch mal wieder in einer A Bola berichtet würde.
Amadora - Aus aktuellem Anlass erscheint heute der wöchentliche Presseartikel von Estrela Amadora aus Edinburgh. Amadora-Coach Paulo hat die Superliga diese Saison früher als gewöhnlich abgeschlossen, um sich ganz der Schottischen Unabhängigkeitskampagne widmen zu können.
"Ich bin total aufgeregt. Ich drücke den Schotten alle Daumen und alles was ich habe, dass sich heute eine Mehrheit für die Unabhängigkeit entscheidet. Ich bin guter Hoffnung, dass es klappt und dass der neue Staat trotz vieler Unwägbarkeiten und Panikmache eine echte Erfolgsstory wird."
Amadora - Was sagen eigentlich die Ratingagenturen zur Herbstmeisterschaft des SC Farense? Wird der jetzt umbenannt in AA FAArense, oder denken sich die Ratingagenturenmitarbeiter nur, ach, die anderen sind selbst schuld, wenn sie den Denker fahren lassen und nur rufen "ja wohin farense denn"? Diese und andere (aber nicht all zu viele) Gedanken treiben Zstrela Zmadora - Coach Paulo um, während er in der Hängematte ruhend in den Urlaubs begleitenden Dauerregen blickt. Trübe Aussichten hier, trübe Tassen dort, nicht leicht zu entscheiden was besser ist. Vielleicht sollte man dazu auch mal die Ratingagenturen befragen?
Amadora - Urlaubszeit ist Sauregurkenzeit und Faulheitszeit. Der unlängst von ehemals Paulo auf Pzulo abgestufte Zstrela Zmadora - Trainerguru liegt in der französischen Alpensonne am Swimmingpol und verfolgt mehr oder weniger unintessiert die Wirtschaftsnachrichten, da sie nun mal hinten am Sportteil der Tageszeitung dranhängen, "Wer ist eigentlich diese Fitch, von dem immer alle reden?" fragt er sich. "Scheint irgendwas mit Treppenbau zu tun zu haben, weil es immer ums Abstufen geht die ganze Zeit. Naja, wir als Fahrstuhlmannschaft haben damit zum Glück nichts zu tun. Ich kenne nur den fizz, Vorname Gin. Und dafür ist es jetzt höchste zeit."
Amadora - Nur noch sieben Wochen, dann ist wieder Oktoberfest. Höchste Zeit für Estrela Amadora-Coch Paulo, sich nach einem neuen Dirndl umzusehen, das alte vom letzten Jahr sitzt doch erstaunlicch straff. Muss wohl, wie so viele Kleidungsstücke, beim Waschen eingelaufen sein.
A propos einlaufen. Einen ordentliche Einlauf bekam Estrela letzte Woche von Maritimo Funchal verpasst: 0:6 auf Madeira, Trauminsel geht jedenfalls anders. Kein Wunder, dass der Noch-Titelverteidiger im grauen Mittelfeld der Tabelle festhängt. Ob sich das diese Saison nochmal ändern wird? Paulo ist da optimistisch: "Wenn ich erst mit meinem neuen Dirndl auf der Trainerbank sitze, werden die Tore fallen wie reife Melonen!"