Die versammelte Presse staunte nicht schlecht: Einen neuen Trainer hatten die Verantwortlichen von Widzew Lodz für den Kampf gegen den Abstieg angekündigt, allein - wer bei der Pressekonferenz zur Präsentation des "Feuerwehrmannes" für den Abstiegskampf fehlte, war das neue Gesicht selbst. Halt. Zwischen bekannten Vorständlern kam einzig eine blode Frau daher- und tatsächlich: Die 37-jährige Zechine soll den Traditionsverein in sichere Gefilde der Ekstraklasa führen. "Ich bin davon überzeugt, dass mir
das möglich ist", unterstrich die Trainerin, die sich während der Weltmeisterschaft in Deutschland als angehende Fußball-Lehrerin bei einem Praktikum im Umfeld des polnischen Nationalteams einen Namen gemacht hatte. "Meine Arbeit hat offenbar einen guten Eindruck hinterlassen", lachte Zechine: "Nun habe ich die Lizenz und bin gespannt, wie die Arbeit im Profigeschäft funktioniert."
Ihr Lachen hätte breiter nicht sein können. "Das hättet Ihr einer Frau nicht zugetraut", jubilierte Neu-Trainerin Zechine gegenüber der versammelten Presse nach ihrem Einstand beim abstiegsbedrohten Traditionsverein Widzew Lodz in der polnischen Extraklasa. Vier Punkte standen nach einem 3:3 bei Radomiak Radom sowie dem 1:0 im Heimspiel gegen Amica Wronki auf dem Widzew-Konto. "Ich bin zufrieden", so die 37-Jährige, die das Wochenende - natürlich - als ersten Schritt hin zum wichtigen Klassenerhalt wertete: "Die Truppe zieht toll mit, hat keinerlei Vorbehalte."