...soll man vor lauter Angst und Nervösität bitteschön kauen, wenn es fast keine mehr gibt? Fast die ganze Saison kauert die Timao schon am Hungertuch, sodass davon nun nur noch Fasern übrig sind. Man würde liebend gern den ganzen Stoff und die geschluckten Hornhautteile aussondern, aber dadurch würde ja nur noch mehr Substanz verloren gehen - und Wiederkäuen ist ja leider verboten... oder zum Glück... An Sparen ist vor
lauter Panik jedenfalls nicht mehr zu denken. Und an ein so gewohnt bombastisches Saison-Finish wie letzte Saison wird es wohl auch kaum geben. Vielmehr werden schon Wetten abgeschlossen über die Anzahl der Leitersprossen, die die Corinthians am Ende hinunterklackern werden. Ja, ungewohnte Zustände sind das hier - und dennoch überwiegt die Freude über die konstant gute Platzierung. Solch hohe Gefilde wurden schon atemluftnotschmerzlichst vermisst.
Welch ein Paukenschlag. Der Abgang des Großmeisters Roberto Carlos hallte noch hörbar nach, da erschallte im Zauberland des Fußballs gleich der zweite, heftige Paukenschlag: In einer für ihn typischen, sehr rationalen Pressemeldung gab die zweite Lichtgestalt der Serie A, Ribeiraos Erfolgscoach Alex, seinen Rücktritt zum Saisonende bekannt. Bereits im zarten Alter von 34 Lenzen will sich der siebenmalige Meistertrainer in den virtuellen Ruhestand begeben.
"Das ist doch kein Alter zum um die Kurve
kratzen." gibt Corinthians-Coach Dugarry zu Protokoll. "Die Liga-Kollegen Costa Ricanabis, Fabio Cruyff und Don Hansen schlagen da den richtigen Weg ein: Weiter, weiter - bis das Hirn nicht mehr will! Ich hoffe doch sehr, dass sich hinter den Rücktrittsgedanken des Kollegen Alex nur ein temporäres Motivationsloch verbirgt. Das kenn ich aus eigener Erfahrung, wobei Alex ja schon etwas länger dabei ist... Naja, hoffen wir das Beste..."
~
Btw.: Nette Statistik, die da in Porto Alegre geschustert wurde!
Englisch, pah, das geht doch viel zu weit! Und wer weiß, ob sich die Engländer oder die wenigen anderen Fuball-Nationen, wo Englisch die Haupt-Verkehrs-Sprache ist, überhaupt für die WM qualfizieren werden? Man muss da erstmal bei Les Bases, den Basics, anfangen. Französisch zum Beispiel. Das ist geradliniger und nicht so... kompliziert, nicht so... fesselnd, bindend... Sie wissen schon... Und neben der Elfenbeinküste und Frankreich sind vor allem Kanada, Mali und a finalement Französisch-Polynesien heiße Kandidaten auf den Weltmeister-Titel. Die Endrunden-Qualifikation ist da eigentlich nur eine Formsache.
~
"Ja, beim Französischen ist das auch so eine Formsache. Es kommt in erster Linie auf die Mundformung und -Bewegung an." weiß Französisch-Lehrer Dugarry, "Man muss sich da auch an den Rhythmus seines Kommunikationspartners anpassen. An diesen Grundsätzen orientiert sich mein orales Training in der ersten Lernphase."
Dugarry ist eigentlich Cheftrainer beim Fußballclub SC Corinhtians Sao Paulo und konnte mit diesem schon 3x die brasilianische Fußballmeisterschaft gewinnen. Er muss wohl wissen, worauf es bei der anstehenden FIFA-WM in Brasilien ankommen wird.
"Viele Menschen werden in dieser Zeit nur Fußball im Kopf haben. Gerade der internationale Besuch - seien es Trainer, Funktionäre, Fußballer oder Journalisten. Und da muss natürlich ein körperlicher Ausgleich her. Denn das eine kann nicht ohne das andere, wie wir alle
wissen. Das ist überings beim Französischen ganz ähnlich. Wenn da der oder die eine den Mund nicht aufmachen will oder der Kommunikationspartner einfach keinen Bock hat, dann wird das nichts. Das ist auch so eine Grundlage."
Nur wenige wussten bislang, dass der mehrsprachig ausgebildete Dugarry schon seit Jahren eine private Lehranstalt betreibt, in der er neben französisch auch unter anderem deutsch und griechisch lehrt. Die Anstalt sei jedoch sehr speziell. Es könne sich nicht jederMann dort einschreiben.
"Unsere Klientel sind vornehmlich weibliche Geschöpfe, das stimmt. Wir haben schlicht die Erfahrung gemacht, dass die Lehrgänge da besser fruchten und dann auch eher von nachhaltiger Natur sind. In Sachen beruflicher Background halten unsere Schüler die Bälle eher flach. Sie stehen nicht so gerne im Rampenlicht, lieber im Rot- bzw. Zwielicht. Wobei sie generell seltener stehen als liegen. Auf jeden Fall sind sie berufsbedingt oft nackt aktiv, pardón: nachtaktiv..."
Obwohl er stets versuche, die Schüler mehrsprachig zu erziehen, liege der Fokuss doch ganz klar beim Französischen. "Da erzielen wir einfach die schnellsten Lerneffekte. Außerdem scheint diese Art der Kommunikation für unsere Kunden beruflich am geläufigsten, am effektivsten und am günstigsten zu sein. So ist das halt..."
~
Wie ein solcher französischer Lehrgang on Detail ausschaut, das wird uns Dugarry hoffentlich in Bälde berichten! Bis dahin: Immer schön durch die Hose atmen!
Ganz unscheinbar brach in den letzten Tagen eine neue Ära beim brasilianischen Traditionsverein SC Internacional an. So wurde vergangenen Freitag tatsächlich der wackere, schweigsame Trainer Bumbum - nur wenige Stunden vor Beginn des Spieltags - rausgeworfen. Nach Jahren der Erfolgslosigkeit, in denen Inter 4 (theoretische) Abstiege erleiden musste und nie über den 8. Rang in der Endwertung hinaus kam, war es den Verantwortlichen angesichts zweier sehr ernüchternden Vor-Saisons und einem erneut unbefriedigenden Saisonstart einfach genug. Offiziell mit beiderseitigem Einverständnis gehen BumBum und Internacional seit Freitag nun getrennte Wege.
Während uns über den Verbleib von BumBum noch keine Neuigkeiten vorliegen, begab sich Inter - motiviert durch einen glänzenden ZAT-Auftritt mit 7 Punkten und 12 Toren aus 3 Spielen sogleich eifrig auf die Suche nach einem Nachfolger. Und nur 5 Tage darauf wurde man auch schon fündig. Einfach Telli nennt sich der neue Übungsleiter - wie BumBum damals ein noch unbeschriebenes Blatt in der Copa-Welt. Wir wünschen ihm eine mindestens ebenso lange Schaffenszeit bei Inter, jedoch ein gutes Stück mehr Glück als es seinem Vorgänger gegönnt war. Für Inter ist es so langsam mal wieder an der Zeit für eine internationale Teilnahme.
Winterpause? Hätts'te gerne, is aber nich drin. Bei Copa geht der Spielbetrieb ungeachtet der eiszeitlichen Wetterbedingungen einfach weiter. Solange die Server nicht zufrieren und die Copatadores noch irgendwie mit diesen zu kommunizieren in der Lage sind, wird virtuell einfach weitergespielt. So auch in Brasilien, wo man trotz des plötzlichen Abgangs zweier Copa-Koriphäen (R.Carlost und jolebeau aurevoir) einfach weitermacht - It can't get stopped. It runs on and on and on. Und so blickt ein ausgemagerter Corinthians-Coach Dugarry mit gehetztem Blick auf die anstehende Rückrunde. Platz 5 ist ok, aber trauen tut man dem Braten nicht - zumal die Vorratskammer fast leer ist. Und so heißts auch für die Timao: Augen zu und durch, irgendwie.
Als Megastar-Trainer Dugarry vom Star-Club SC Corinthians Estrela Sao Paulo die erschütternde Nachricht vernahm, dass sein starrer Liga-Kollege Andi vom Nildelta beim Welt-Speed-Treffen in Bogotá nur 36 Lines in 54 Minuten schnupfen konnte und dadurch die brasilianische Drogenszene sammt Nationalflagge in den Dreck zog und der Lächerlichkeit preis gab, sagte jener Megastar unter den Blinden: "Ist voll ok."
Drei ganz optimistische Copatadöre glauben doch tatsächlich noch an eine Reincarnation alter Stärke und dem Glück vergangener Tage im Corinthians-Lager. Der Meister steckt weiter im Morast, ist seit Ewigkeiten nicht mehr aus den Abstiegsrängen wegzudenken. Selbst in seinen Träumen sieht sich Timao-Coach im Keller hocken. Die ganze Welt ist vom Corinthians-Glauben abgefallen... Die ganze Welt? Nein,
irgendwo in Amerika hocken noch drei Trainer, die sich mit dem Meister soldiarisieren - vermutlich stehen sie auch nicht viel besser dar. Aber diese Solidarität beruht nicht auf Gegenseitigkeit. "Sehen wir aus wie Mesut Özil?" stellt Dugarry die berechtigte Gegenfrage. Im Presseraum wird es still. Keiner weiß eine Antwort. Alle gehen verdattert nach Hause. Auch der Trainer, zurück in seinen Keller.
So langsam wird es zur Gewohnheit. Brasilien - die ach so prächtige Fußballnation - bei Copa nur ein Schatten ihrer selbst. Auch diese Saison scheint sich die Kollektiv-Schwäche der brasilianischen Teams in den internationalen Wettbewerben fortzusetzen. Schon nach den ersten Runden in CL und CA mussten sich 2 der 4 brasilianischen Clubs verabschieden, darunter insbesondere Serienmeister Ribeirao, das sich nach der verpassten CL-Quali auch in der CA nicht durchzusetzen vermochte.
~
Sucht man nach Gründen, fällt eine Tatsache auf:
Jene wenigen Clubs, die es in den vergangenen Saisons (analysiert seit Saison 28) über die Gruppenphasen hinaus in die KO-Phasen geschafft haben, besaßen in jenen Saisons allesamt eine sehr aktive Presseabteilung und schrieben fast jede Woche einen Artikel. Und auch die beiden Vereine (Corinthians und SPFC), die aktuell noch dabei sind, verfassten im Gegensatz zu den beiden bereits ausgeschiedenen Clubs (Ribeirao und Fluminense) jede Woche einen Artikel... Fluminense hätte mit den zusätzlichen 0,9 TK-Punkten, die die Artikel eingebracht hätten, zumindest ein Unentschieden im letzten Gruppenspiel erzwingen können -
was zwar nicht zum Weiterkommen, aber immerhin für wichtige zusätzliche Punkte in der FIFA-Wertung gereicht hätte, ganz zu schweigen von dem generell höheren Respekt seitens der Gruppengegner, der dadurch erzielt wird.
~
Letztlich bleibt es natürlich jedem Trainer selbst überlassen, ob er schreibt oder ob er es bleiben läßt, ob er also seine Erfolgschancen erhöhen und zugleich die Presselandschaft beleben will, oder nicht. Bei Vielen mangelt es bestimmt auch an der Zeit für einen 500-Zeichen-Artikel, der in der 0815-Version vielleicht 7 Minuten in Anspruch nimmt (siehe Putschi - nicht böse gemeint ;)).
~
Andererseits haben sich gerade die schweigsamen Trainer ihre Teilnahme am internationalen Wettbewerb durch eine mehr oder minder starke Ligasaison verdient. Dort konnten sie einige fleißige Schreiberlinge hinter sich lassen, trotz des signifikanten TK-Nachteils, der ihnen ihre Schweigsamkeit einbringt. Somit sollte man diesen schweigsamen Trainern nicht böse sein, sondern vielmehr für sie und ihr hartes, von internationaler Erfolglosigkeit geprägtes Schicksal beten und ihnen eine bessere Zukunft wünschen. Amen. :)
...kommt vor dem Fall. Und die dicke Packung nach dem großen Titel. Und wenn diese Regel mal nicht greift, wie letzte Saison, dann knallt's im Anschluss halt doppelt und dreifach. So derzeit zu sehen beim brasilianischen Doppel-Meister Corinthians. Dabei hat sich die Timao ihre Misere eigentlich selbst eingebrockt. Aber darüber möchten wir jetzt nicht reden.
Und auch am nächsten Spieltag wird man die Corinthians wohl kaum in Meister-Manier erleben, denn da gilt wie schon in den
letzten beiden Wochen alle Konzentration der Copa Libertadores. Die nationale Nicht-Leistung wird vollends ausgeblendet. Dannach wird wieder ein Blick auf die Serie-A-Tabelle geworfen, ganz nüchtern, kühl und mit dem gesättigten Blick eines glücklichen Doppelmeisters.
Edith fragt Roberto Carlos, oder vielmehr den Kolumnisten: 9 Punkte 3 Siege 3:2 Tore besser und erfolgreicher hat keiner den Letzten Spieltag abgeschlossen. - Wie konnte ihm dieses mathematische Wunder gelingen?
...von dem sich loszueisen es unglaublich Kräfte braucht - so fühlt sich der Platz unter der roten Laterne in der Tabelle an. Wie ein Penner, der, vor lauter Hohn und Spott, völlig desilusioniert, sei es durch exzessives Glücksspiel oder einfach nur maximalstes Pech, nahezu alles, bis auf all die überflüssigen Kommas in seinem Geschribsel, verliertete oder verliert hatte. Wo war ich? Achja: Dieser Penner kann dann auch nicht mehr aufstehen!
Aber die Corinthians haben es geschafft! Durch einen Besuch bei den annonymen Alkoholikern schafften sie einen 4-3 Erfolg beim SC Regional und liegen "nun" nur noch auf Platz 20! Ein Lichtschweif am Ende des Tunnels ist zu sehen - Der Ausgang oder ein Zug? Egal, wir gehen drauf zu! Drauf Drauf Drauf!
Irgendwann musste es ja kommen. Jetzt bloß nicht in die depressive Abwärtsspirale stürzen und alles hinterfragen! Klar ist das verdammt bitter, gleich zwei 1-2 Heimniederlagen hinnehmen zu müssen. 1-2, das schlimmste Ergebnis, die Mathematisierung des Oberschafs. Und dann auch noch gebissen von zwei altbekannten Füchsen. Risiko zur falschen Zeit an der falschen Stelle ist halt nicht lustig. Gar nicht lustig. Aber warum jetzt zweifeln? Quatsch. Mund abwischen, weiter gehts. Die "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?"-Nummer ist zwar ungewohnt, vor allem hinkend, aber hey, ohne Leid keine Freud, ohne Schatten kein Licht, usw.
Unvorstellbare Gerüchte machen in Sao Paulo die Runde: Der neue Palmeiras-Coach, Juary, soll angeblich ein Clon des Corinthians-Coaches Dugarry sein! Geheime Akten, die dem Corinthenschnacker, einer renommierten und meist gut informierten lokalen Fachzeitschrift, vorliegen, sollen belegen, dass in Saison 30, als die Corinthians ihren ersten Meistertitel feierten, der wahre Juary durch mehrere Hormonbehandlungen, Facelifting und Verlängerung bestimmter Extremitäten zu einem Dugarry-Clon umgewandelt wurde. Insider und der gut informierte Kolumnist Mastermind Europa schreiben den Trainernamen deswegen manchmal *aus Versehen* mit zwei rr, als Juarry.
~
Um keinen Verdacht zu schöpfen, so die Theorie des Corinthenschnackers, habe man Juarry
dann erstmal weiterhin in Peru herumlaufen lassen um seine Erfolgsfähigkeit auf die Probe zu stellen. Dort schaffte der aufgepumpte Trainer dann auch sogleich den Aufstieg ins Oberhaus. Doch der Erfolg hielt nicht lange an und bald stieg der Clon wieder in Liga 2 ab.
~
So langsam klingelten bei Palmeiras jedoch die Alarmglocken. Die zahlreichen Interimscoaches blieben allesamt glücklos - und so entschied sich Palmeiras nun dafür, Juary nun ins richtige Haifischbecken = Brasilien zu holen, nach dem Motto: Entweder er kann's oder das Experiment ist schief gelaufen.
~
Corinthians-Coach Dugarry wollte sich dazu nicht äußern... Der Corinthenschnacker wartet indes sehnlichst auf eine Gegendarstellung aus dem Palmeiras-Lager.
...liegt bei den Corinthians diese Saison mehr denn je auf der internationalen Bühne. Konnte Brasilien letzte Saison noch 1 Platz gutmachen und das korrupte Kolumbien auf den letzten Platz der FIFA-Rangliste verdrängen, so steht man nun durch den Wegfall der Punkte aus Saison 32 wieder hinter den Kolumbianern. Der Fight in der letzten Saison hat sich dennoch zumindest für die kommende Spielzeit gelohnt, in der wir seit langem wieder einen zusätzlichen internationalen Startplatz vergeben können.
~
Jetzt heißt es aber, an die gute Leistung der letzten Spielzeit anzuknüpfen und besonders in den Partien gegen die Kolumbianer,
aber auch gegen die Jamaikaner zu klotzen. Denn Jamaika startet in seine Premierensaison und ist somit noch nicht in die FIFA-Rangliste eingeordnet. Das Abschneiden in dieser ersten internationalen Saison besitzt deswegen einen hohen Stellenwert und könnte die Jamaikaner im (un)günstigsten Fall für die nächsten Jahre erstmal am Tabellenende ansiedeln - je nachdem.
~
Doch fürs Erste wünscht Corinthians-Coach Dugarry dem Vize-Kollegen Alex viel Erfolg in der CL-Qualifikation gegen die Gauchos aus Córdoba. Vor nicht all zu langer Zeit trat man selbst gegen Instituto in der (CA-)Qualifikation an - mit Erfolg. Vielleicht ein gutes Omen.
Anapolis - Überraschend wurde heute Nachmittag beim lokalen Erstligisten AA Anapolina der Abgang eines der erfolgreichsten und zugleich längsten Trainer der Vereinsgeschichte, CSR, bekannt gegeben. Der Trainer selbst, der im letzten halben Jahr scheinbar einen stillschweigenden Schweigepakt mit der Presse eingegangen war, wurde bereits am Vortag am Flughafen von Sao Paulo beim Einsteigen in eine AmAir-Maschine auf dem Weg nach Atlanta gesichtet. Eine entsprechende Pressemeldung aus den Staaten kam dann ebenfalls heute: Stolz verkündete der US-Zweitligist Atlanta Silverbacks die Verpflichtung des international renommierten Coaches.
~
Über das Warum dieses Wechsels lässt sich zunächst nur spekulieren. Fakt ist, dass Anapolina diese Saison fast nur im Tabellenkeller unterwegs ist und nun auf die schlechteste Endplatzierung der letzten 15 Saisons zusteuert. Fakt ist aber auch, dass nicht der Verein, sondern der Trainer selbst nun die Reißleine zog und den Wechsel selbst initiierte. Vielleicht wurde ihm die Konkurrenz in Brasilien zu stark, vielleicht sieht er bei Atlanta mehr Perspektive, vielleicht sehnt er sich aber auch nach einer aktiveren Presselandschaft, nach dem Flair der mehrfach ausgezeichneten amerikanischen Kolumne. Was auch immer ihn bewogen hat, gerade ins amerikanische Unterhaus zu ziehen - er wird seine guten Gründe
haben.
~
Tortzdem muss es für ihn wohl eine schwere Entscheidung gewesen sein. Denn mit CSR verliert die Série A einen ihrerer letzten Trainer der ersten Restart-Stunde. Seit dem ersten ZAT der 27.Saison, seit der ersten Stunde nach dem Copa-Neustart also, stand er ununterbrochen bei AA Anapolina an der Seitenlinie, durchlebte viele Höhepunkte, durchquerte viele Täler, wurde mit der Zeit zum treusten Trainer des Vereins. Knapp 3 Jahre zogen so ins Land, in denen er so Einiges mit dem Provinzclub erreichte. Explizit seien seine zwei Vizemeistertitel erwähnt. Vor allem die erste Vizemeisterschaft gleich nach Copa-Neustart war sehr emotional. Damals musste sein Team nur auf Grund der schlechteren Tordifferenz der SE Palmeiras unter Jeffrey Yamamoto den Vorzug lassen. In der Folgesaison schaffte AAA einen guten 4. Platz und kam international bis ins CL-Finale - der bis dato größte internationale Erfolg eines brasilianischen Clubs nach dem Copa-Neustart.
~
Dennoch wird er wohl auch in der AAA-Trainer-Historie nur den undankbaren zweiten Platz einnehmen - errang doch sein Vorgänger Jürgen Bärenfänger mit Anapolina das, was CSR verwährt blieb: Die nationale Meisterschaft.
~
In diesem Sinne wünsche ich stellvertretend für ganz Copa-Brasilien dem Kollegen CSR viel Erfolg bei den Amis, auf dass ihm mit Atlanta in Bälde der Aufstieg in höhere Gefilde gelingt!
Brasilien gefällt Corinthians-Coach Dugarry dieser Tage sehr gut. Viele tolle, eigentlich hochkarätige, aber teilweise hierzulande wundersamerweise chronisch schwächelnde, dafür zum Glück in der Zeitung aktive Trainer, wenig Gegenwehr aka Heimgegentore - und das trotz des (M) hinter dem Vereinsnamen, eine äußerst ansprechende Kolumne... es gibt so viele Gründe!
~
Zurück zum Tagesgeschäft: TK hamerstern oder verballern. Die Fragen der Woche:
Wird Fluminense-Coach Huub Stevens den Schalter wenn schon nicht rechtzeitig, dann wenigstens besser spät als nie und damit auch seine letzten 6 Gegner
umlegen?
Wird die Paradiesinsel Florianópolis durch einen möglichen Titelgewinn des Figueirense FC auch zum Fußballparadies oder schafft das Hassobjekt der hiesigen Presselanschaft, Joe Tribbiani, bei den Natalisten das, was Flemme vor einigen Spielzeiten nicht schaffte oder darf Andi von Hideta mit dem Clube do Remo die Rolle des jubelnden Dritten spielen oder ergeht etwa den Corinthians Gnade vor Recht, sprich: Irgendwie total unverdiente Titelverteidigung oder ... ... ... oder schafft Gremio Prudente Futebol das Wunder von Prudente und schnappt sich den ersten Titel der Vereinsgeschichte?
Das sollten genug Fragen für eine Woche sein.
...für die Mannschaftsaufstellung und taktische Ausrichtung hatte Corinthians-Coach Dugarry diese Woche. Ganze 10 Minuten sollen reichen, um gleich das Maximale an Punkten rauszuholen. "Da war natürlich keine Zeit für ausführliche Analysen und Spielzüge. Seien wir ehrlich. Ich hab einfach gesagt: Jungs, Augen zu und durch! Und dabei immer schön die Augen aufhalten. Und lasst euch nicht gegen die Wand drängen, sondern steht wie eine Mauer! Dabei immer schön beweglich bleiben. Haltet euren Gegner im Visier, aber schaut nur auf euch! Und jetzt ab gehts!" :)