Girardot, Meister der Vorsaison, Letzter der Jetzigen. Morddrohungen eines verrückten, tierverliebten Ligakollegen. <i>Das ist zuviel.</i> dachte sich ein mit den Nerven im Blankobereich liegender Dugarry, Trainer des besagten Copa-Mustang-Clubs. Und so flüchtete der Coach klamm und heimlich in die Nachbarstadt Villavincencio, wo er zuletzt beim Betreten des Produktions-Geländes für den neuen Bollywood-Streifen "El Hindu"
gesehen wurde. Ob "El Francés" sich zur Abwechslung mal im Filmgeschäft versuchen möchte oder einfach nur zu einer Tasse Tee bei Trainerkollege Sir Apu vorbeischaute, ist noch unklar. Als man einen der (h)indischen Sicherheitsbeamten darauf ansprach, antwortete dieser mit einem weisen Singsang in der Stimme: "Das eine sliest das andele doch nicht aus, odel?" Jedenfalls sollte Dugarry nun erstmal sicher sein vor den tollwütigen Squirrels.
"Zumindest das ist jetzt geklärt." könnte man die Mimik des girardot'schen Aufsichtsratsvorsitzenden, dem Italiener Pedro Scorrero, nach der gestrigen Sitzung des Aufsichtsrats interpretieren. Denn laut Pressesprecher Franco Dalderama hat sich die Hörnchenjagd-Ertragsrate in der zweiten Woche immens verbessert, sodass "wir, hochgerechnet, am Ende des Monats wieder in den schwarzen Zahlen liegen sollten. Denn ich sehe keinen Grund zur Annahme, dass in den nächsten Wochen große relative Ertrags-Verluste auftreten werden." so Dalderama wörtlich. Auf eine Journalisten-Frage, woran es denn liege, dass der Ertrag in der zweiten Woche, im Vergleich zur Ersten, so drastisch angestiegen sei, antwortete Señor Dalderama:
"Wie sie vielleicht schon bemerkt haben, laufen unsere Jagdstaffeln seit einigen Tagen mit kojotischer Begleitung - Sprich: in Begleitung von Kojoten - durchs Land. Diese Kojoten sind der Haupt-Grund, warum wir derzeit so erfolgreich wirtschaften. Und das kam so: Herr Tatter, Oberkommandeur der
Jagdstaffel Colombia-Oeste, kam während eines Kurzurlaubs im Norden der USA (<i>Buh-Rufe aus dem Publikum</i>, d.Red.), das Hauptverbreitungsgebiet der Kojoten, auf die glorreiche Idee, als er während einer seiner "Morgenstund hat Gold im Mund"-Spaziergänge durch die Michigan-Wälder einen Kojoten dabei beobachtete, wie dieser gleich zwei Hörnchen auf einmal hinterherjagte und diese nach wenigen Stunden auch zu fassen bekam, unsere giradot'schen Jagdstaffeln mit diesen "Getiers", wie es Señor Tatter zu sagen pflegt, auszustatten. Allerdings muss ich dazu sagen, dass diese Kojoten noch nicht sonderlich gut dressiert sind. Gefangene Hörnchen werden zwar immer brav beim jeweiligen Herrchen abgeliefert, gefangene Herrchen aber leider nicht."
Bei der gestrigen Pressekonferenz des GFC war Fußball eher Nebensache. So wurde in erster Linie heiß über die ersten Hörnchenjagd-Ergebnisse diskutiert.
Während Co-Trainer Sepp Tatter, Oberkommandeur der Jagdstaffel Colombia-Oeste, eine emotionale Rede inclusive Durchhalteparolen und Kampfansagen a la "Es gibt kein Entkommen!" - zusammen mit einer professionellen Powerpoint-Presentation - vortrug, hielt sich die
Zufriedenheit des Erfinder selbst, Chefcoach Dugarry, eher in Grenzen. "Die Hörnchen sind schlauer und widerstandskräftiger, als wir dachten. Trotz modernster Technik und einer bis ins kleinste Detail ausgefeilten Taktik haben wir nur relativ wenig Beute gemacht. Besonders das Kommando "Colombia-Oeste" hat mich schwer enttäuscht."
Nachdem in den letzten Tagen fiebrhaft nach einer Lösung des Finanz-Problems, welches durch die Trennung vom Hauptsponsor hervorgerufen wurde,gesucht wurde, ist Girardots Trainer Dugarry nun mit einem ebenso verrückten wie genialen Vorschlag vor das Vereins-Präsidium getreten:
So wolle er gleich drei Fliegen mit einer Klatsche schlagen, um 1. das anhaltende nationale Übervölkerung-der-Hörnchen-Problem in Grenzen zu halten oder gar ganz aus der
Welt zu schaffen, 2. den Monatsabschlussbericht des Meisters wieder in die schwarzen Ziffern zu manövrieren und 3. die Fitness der Spieler noch weiter zu verbessern - zusätzlich zum klinsmännischen Fitnesskonzept. Genauere Einzelheiten sind allerdings noch nicht bekannt. "Der Plan ist noch nicht ganz ausgefeilt, das Präsidium zeigte sich aber optimistisch und wird den Vorschlag in seiner endgültigen Fassung wohl annehmen." gab Dugarry zu Kommentar.
Die Verhandlungen des Girardot FC mit dem ehemaligen Hauptsponsor CoTrade, welche sich schon über Monate hinzogen, haben mit dem überraschenden Insolvenzantrag der Firma ein abruptes Ende gefunden. Während Girardot die Vertragsverlängerung nur bei deutlicher Erhöhung des Grundbetrages unterschrieben hätte, wollte CoTrade die Partnerschaft zu wesentlich geringeren Konditionen weiterführen. Da sich wohl auch Verhandlungen mit neuen Bewerbern
über mehrere Wochen hinziehen werden, müssen sich die Verantwortlichen beim Meister für die nächsten Wochen eine andere Finanzquelle zulegen.
Während dessen konnte man auf sportlicher Seite in den letzten Tagen von einer verkehrten Welt sprechen. Denn obwohl Girardot auswärts beim Altmeister Atletico National ein 3:3 erkämpfte, ging das Heimspiel gegen La Equidad , dessen Team man Ende letzter Saison auswärts noch mit 5:3 bezwang, mit 1:3 verloren.
Während im Nachbarstädtchen Villavicencio eifrig gefilmt wird und in den patriotischen Fabriken neue Sondermodelle angefertigt werden, ist nun auch in Girardot die klinsmännsiche Fitnessrevolution eingetreten. So konnte man gestern beim Training des Girardot FC eine ganze Reihe von Ausländern beobachten, die allerlei Übungen mit den sonderlichsten Gerätschaften durchführten und sich intensiv mit Trainer Dugarry und dessen Co Sepp Tatter unterhielten. In der anschließenden PK erklärte Dugarry dann auch, dass man ein neues Fitnessteam aus den USA angestellt habe, um das "Fitness-Defizit" wieder in den Griff zu bekommen. "Welches Fitness-Defizit?"
wird sich so mancher da draußen vielleicht fragen. Des Trainers Antwort: "Auch wenn es sich am ersten Spieltag vielleicht nicht so stark abzeichnete, da wir mit Deportivo Pasto einen Verein unter unserem Nivou empfangen durften und dem 4:0-Sieg daher keine große Bedeutung zufällt, so konnten wir doch über die vollen 90 Mintuen mit unserem ehemaligen Mitaufsteiger Deportes Tolima nicht Schritt halten, was ich auf die mangelnde Fitness unserer Spieler zurückführe. Außerdem ist unser US-Dream-Team auch gut für die drei Neuverpflichtungen aus Neuseeland und Australien, Matthew Junies, Victor Francis und Michael Gregory; so können sie sich schneller einfinden."
Nach der verrückten letzten Saison, wo Centauros - ähnlich wie Atletico Nacional im Vorjahr - fast die gesamte Saison über Tabellenführer der Copa Mustang war - zeitweise mit einem schier unaufholbaren Vorsprung - am Ende - Sprich: am vorletzten Spieltag - aber doch noch überraschend vom vorjährigen Vizemeister Girardot entthront wurde, spricht jetzt ganz Fußball-Kolumbien von den magischen "5" Trainern, die das Land wieder aus den Niederungen des internationalen Fußballs schiffen sollen: "El Francés" (Dugarry), "El Hindú" (Sir Apu), "El Argentino" (Veron), "La Alemana" (marie) y al final "El Polichinela" (Rasenkasper) ;-).
"Man wird sehen, was sich machen lässt. Letzten Endes hängt wahrscheinlich alles davon ab, wieviele Gegentore wir von den anderen Clubs kassieren.Die sind gegen kolumbianische Vereine ja immer hoch motiviert -
weiß der Teufel warum." meinte "El Francés", Trainer des aktuellen Meisters Girardot FC, dazu. Auf die Frage, wie die Chancen für Girardot denn natoinal so stehen, den Titel erfolgreich zu verteidigen, antwortete er: "Der Einstieg ins normale Liga-Geschehen wird sich für uns, insbesondere unsere Akteure, ziemlich schwierig gestalten, zumal wir erstens viel zu spät mit den Vorbereitungen für die neue Saison begonnen haben - ehrlich gesagt haben wir noch keine einzige Trainings-Einheit mit den Neuverpflichtungen, die ja fast die Hälfte des Kaders stellen, gemacht - und zweitens in eine ganz andere Rolle schlüpfen werden, da andere Clubs gegen den aktuellen Meister gerne mit einer meißt wesentlich aggressiveren Variante aufspielen, wie man es diese Saison wieder bei Atletico Nacional erleben konnte. Also ich sehe die Chancen eher als gering an, den Titel - diese Saison - erfolgreich zu verteidigen."
Mindestens 15 Vereine in der Copa Mustang und der Primera B tragen Deportivo (o.ä. z.B. Deportes o. CD (Club Deportivo)) in ihrem Namen. In der Vergangenheit wurden 10 der bisher 17 ausgespielten Meisterschaften ins Deportivo-Lager geholt. Zuletzt war <b>CD</b> Atletico National zweimal erfolgreich. Da weckt ein Artikel, der so selbst- ,unmissverständlich und unzwei- oder mehrdeutig geschrieben ist, wie
"Deportivo riecht Internationalität", doch ziemlich viel Neugierde. Und überhaupt - warum starten wir nicht mal so eine "Deportivo"-Kampagne, wo dann Artikel, wie "Deportivo rutscht ab", in Masse geschrieben werden - natürlich nur von den "Deportivo"-Vereinen -, sodass sich Ausländische Interessenten doch sehr über die Einseitigkeit des kolumbianischen Fußballs wundern sollten.
Einerseits auf die Gegenwart bezogen, da der Girardot FC den altbekannten zweiten Tabelleplatz, den des Vizemeisters, derzeit inne hat,
anderseits auf die Abschlusstabelle bezogen, glaubt man Girardots Trainer Dugarry: "Centauros ist nun schon seit über 15 Spieltagen fast ununterbrochen Tabellenführer, die werden sich den Meistertitel in den letzten 3 Partien nicht mehr nehmen lassen. Ich hoffe für uns, dass wir noch der Titel den Vizemeisters ergattern können, den die Pumas aus Casanare wahrscheinlich auch schon als inoffizielles Saisonziel anvisiert haben. Es war eine sehr durchwachsene Saison für uns. Und ich bin jetzt schon unheimlich stolz auf die Mannschaft, wie sie sich da aus dem unteren Drittel der Tabelle wieder rausgeschlagen hat."
Girardot trifft am nächsten ZAT auf direkte Konkurrenten um den Titel. Mit den Pumas von Veron und den nationalen Athleten aus Medellin hat man den 2. und den 4. der Liga vor sich. Dannach geht's ab in den Sumpf. La Equidat, Real Cartagena, Envigado FC und CD Los Millionarios sind zu Bezwingen - allesamt mitten im Abstiegskampf. Ob dieser kurze Trip nach unten allerdings eine Erholung von den beiden schweren Auftaktspielen wird oder sich ganz im Gegenteil zu einem Kampf um jeden Zentimeter Rasen entwickelt - der Abstiegskampf ist mindestens so hart, wie der um die Meisterschaft - ist nicht vorauszusehen.
Zum Dank für seine Verdienste für den Verein Girardot wurde Co-Trainer Sepp Tatter das städtische Verdienstkreuz der Stadt Girardot übergeben. Der kleine Schweizer, der gleichzeitig auch die Ü60-Mannschaft des Vereins coacht und erfolgreich in die "Copa Schimmel", die höchste Spielklasse dieser Altersklasse, geführt hat, war tief gerührt: "Das ist eine große Ehre für mich. Ich bedanke mich bei allen, die dies möglich gemacht haben..So, jetzt muss ich aber auch weg, mein Flieger wartet." gab Seppel, wie Senor Tatter in seinem Freundeskreis auch genannt wird, zu Protokoll.
Die nun schon seit über 2 Monaten anhaltende Hitzewelle in Nord-West-Südamerika ;-) fordert auch in Girardot erste Opfer. So starben gestern 3 Senioren der Ü74-Mannschaft des örtlichen Fußball-Clubs während eines 2.Liga-Spiels gegen RCD Villavincencio. Auch die Jugend wird von der Sonne nicht verschont: Vorgestern mussten gleich 3 Jugend-Mannschaften des Girardot FC nach einem jeweils 90 minütigen Training in der prallen Mittagssonne ins clubeigene Krankenhaus gebracht werden, Verdacht auf Hitzeschlag.
Der Ligaverband Kolumbiens erwägt, die Anstoßzeiten der Ligaspiele von 16 auf 19 Uhr zu verlegen.
Obwohl ihn viele für den Kampf um die Meisterschaft in der Copa Mustang schon abgeschrieben haben, ist der Girardot FC zu Beginn der Rückrunde dank eines respektablen Schlussspurts in der Hinrunde wieder ganz oben mit dabei: Derzeit belegt der Vizemeister der vergangenen Saison den altbekannten 2.Platz hinter Altmeister Centauros und dessen indischen Nach-Ecuador-Wechsel-Gerüchte-Koch Sir Apu. Aber jetzt stellt sich die Frage, ob es diese Spielzeit überhaupt noch einen richtigen Meisterschaftskampf geben wird. Denn die Centauren haben sich schon 4 Punkte vom großen Verfolgerfeld abgesetzt und könnten beim Spitzenspiel des nächsten ZAT's gegen Girardot mit einem
Sieg schon vieles klar machen, wenn nicht den Titelkampf für sich entscheiden. Ob man bei diesem Aufeinandertreffen jedoch sogar schon von einem Derby reden kann, sollten laut Dugarry, Trainer Girardots, die Fans der beiden Spitzenclubs entscheiden. Gründe für eine derartige Bezeichnung liegen nicht nur auf der Landkarte, wo die Heimatstädte von Girardot (Girardot) und Centauros (Villavincencio) nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen, sondern auch in der (noch jungen) Geschichte der beiden Clubs: So wurden beide Vereine direkt nacheinander Meister der "Primera B" und bewegten sich auch anschließend in der Copa Mustang im Kreise der Meisterschaftsanwärter.
In Girardot ist momentan der Teufel los! Wie schon vor 2 Saisons, als sich Girardot als Meister der 2.Liga für die Copa Mustang qulifizeiren konnte, oder wie schon vor wenigen Wochen, als man in seinem ersten Copa-Mustang-Jahr direkt Vizemeister wurde. Der Grund? Der Girardot FC hat seine erste Aufgabe auf internationalem Terraine erfolgreich und spektakulär gemeistert.
Nicht zuletzt dank Rasenkaspers emotionaler Rede :-) konnte sich Girardot zusammen mit 3 weiteren kolumbianischen Vertretern (Huila, Envigado und Centauros) für die 2.Runde der Copa Americana qualifizieren - ein Erfolg auch für Kolumbien, das erstmals seit der 15.Saison wieder mehr als 3 Vereine in die nächste Runde bringen konnte. Und was war das für ein spektakulärer Kampf zwischen Arnett Gardens aus
Jamaika und Girardot aus Kolumbien! Beide Spiele gingen nach regulärer Spielzeit 5:4 für das Heimteam aus. So musste man in die Verlängerung - und das direkt beim ersten internationalen Auftritt. Schließlich nur dank der mehr erzielten Auswärtstore - denn auch in der Verlängerung wurde viel geschossen und getroffen (2 Tore auf beiden Seiten) - warf Girardot den jamaikanischen Traditionsclub aus dem Wettbewerb. Ein kleiner Vorgeschmack auf die Rache der Kolos in der WM-Quali ;-)!
Als letztes wollte ich noch auf pircpirc's Meldung eingehen, er wolle mit Tulua auch langfristig in Kolumbien verweilen. ->Klasse! Jeh mehr hochkarätige Trainer die Liga bekommt, desto qualitativ besser wird sie, auch international!
Wünsche dir noch viel Erfolg und Spaß!
Das Spitzenspiel des 6. Spieltages zwischen Deportivo Indepediente Medellin und dem Girardot FC verlief wesentliche einseitiger als die bis zum Ende spannende Partie der letzten Saison. Im Gegensatz zum 6:5 vom 27.Spieltag der vergangenen Spielzeit kam Girardot von Anfang an nicht ins Spiel; Medellin kontrollierte das Spiel. Kurz vor der Halbzeit viel dann auch folgerichtig das 1:0 (42.). Die zweite Hälfte der
Partie verlief fast genau so, wie die erste: Medellin spielte, Girardot lief dem Ball hinterher und kurz vor Schluss viel der Treffer zum 2:0-Endstand (89.). Girardot sucht auf fremden Platze immer noch nach der richtigen Form, der Mannschaft gelang bisher noch kein einziges Tor auswärts. Und das wird nach dem nächsten ZAT wohl auch nicht anders sein: Altletico Huila ist bekannt für seine Heimstärke.
Die Fans können es jetzt, 2 Tage nach dem wohl für längere Zeit denkwürdigsten Spieltag der Vereinsgeschichte, immer noch nicht fassen:
Eine über zwei Saisons, sowohl in der zweiten, als auch in der ersten kolumbianischen Liga und über 40 Pflichtspiele andauernde Heimserie findet ihr jähes Ende - La Equidad. Ein Rhytmus, den sich Girardot lange erarbeitet hat, wird urplötzlich unterbrochen. 3:4, 4 Gegentore, das gab's unter Erfolgscoach Dugarry noch nie, 3:4: Dugarry beschreibt: " Nach dem Abpfiff war alles still, keine Fangesänge, keine Pfiffe, einfach nur Stille. Die Spieler blieben noch Minuten-lang auf dem Platz liegen, schauten mit glasigen Augen Richtung Himmel, Gott erbarme uns."