Sao Paulo Aus dem sonnigen Sao Paulo begrüßt Sie das Bescheidenere der beiden berühmtesten Fan-Magazine Südamerikas - der Corinthenschnacker - zu seiner fünften Ausgabe!
Der vergangene Spieltag bot aus corinthischer Sicht viel Gesprächsstoff:
Die Maracanã-Story
Da freuten wir uns mit den Spielern und Trainern auf ein packendes Match im Maracanã gegen den heimstarken Fluminense FC, doch wer erwartete uns vor den Toren des Tempels: Niemand.
Wer hatte da seine Finger im Spiel? Die Stadt Rio! Sie verwehrte der 11-Finger-Flu-Crew ein weiteres Mal, auch gegen den Publikums-Magneten Corinthians, den Zutritt zum Maracanã. Und erneut hieß die Bergündung: "Zu einseitige und damit langweilige, schlechtbesuchte, unrentable Spiele." Bei einer Tordifferenz von 24:2 kein Wunder! Also mussten die beiden Hände Plus zwei Finger erneut ins Laranjeiras (portugiesisch für "Bolzplatz") ausweichen. Doch diesmal verhinderten die verplant-naiv-sympathischen Hauptstädter einen erneuten Kantersieg der Flu-Elf, indem sie es vom Maracanã nicht mehr rechtzeitig zum nirgenswo ausgeschilderten Bolzplatz schafften, weshalb die Partie am grünen Tisch "nur" mit 1:0 für Fluminense gewertet wurde. Und Coach Peter musste dafür keinen Finger rühren!
Ronaldo spielt Wettergott
Mit einem Besorgnis erregenden Fitness-Cocktail, bestehend aus exorbitanter Anspannung, blank liegenden Nerven, erregtem, fibrigem Gemüt und einem vollkommen ausgeruhtem Körper trat die Corinthians-Elf dann zu DEM Spiel der Hinrunde wenn nicht der gesamten Saison schlechthin an, im eigenen Stadion, dem Sao Jorge. Denn der Gegner hieß spfc. Richtig, spfc - ohne Vokale und kaum aussprechbar. In der Langform ebenfalls nicht sehr aussagekräftig, da eigentlich jeder Fußballclub in Sao Paulo als Sao Paulo Fußballclub bezeichnet werden kann...
Gegen den nur zweitbesten Fußballclub Sao Paulos der vergangenen Saison musste unbedingt ein Sieg her, wollte man weiter im Rennen um die Stadtmeisterschaft Sao Paulos, dem wichtigsten Fußballwettbewerb Südamerikas, bleiben.
Und so war die Partie gegen den spfc, der - nebenbei bemerkt - nur die zweit-bescheidenste der beiden berühmtesten Fan-Zeitschriften Südamerikas veröffentlicht, schon seit Monaten ausverkauft und auf allen TV-Sendern des Landes live zu verfolgen. Obwohl der spfc als Favorit gehandelt wurde, gestaltete sich das Match von Beginn an sehr ausgeglichen, wobei vor allem die gut stehenden Abwehrreihen glänzten - weshalb es zur Pause noch 0:0 stand. Doch dann - Mitte der zweiten Hälfte -
ging ein ohrenbetäubendes Raunen durch die Zuschauerreihen, abgelöst von Jubel auf der einen und Gelächter auf der anderen Seite: Timão-Coach Dugarry wechselte Ronaldo ein.
Ronaldo, der durch A Mão ins Koma viel.
Ronaldo, der unfrewillig verheiratete.
Ronaldo, der Auferstandene.
Ronaldo, der noch vor wenigen Wochen bei den Bambinis kickte, sich aber - wie berichtet - seit geraumer Zeit nicht mehr beim Training blicken ließ.
Und dieser Mann sollte es richten?
Und dieser Mann sollte es richten!
Er spielte furios, wie verhext, wie verwandelt, wie damals. Er machte das Tor zum 1:0-Endstand, erzielte den Treffer der Saison. Erstes Spiel, erstes Tor - Ronaldo fantastico! Doch damit nicht genug!
Im Anschluss an das Tor kniete sich der Rückkehrer auf den Rasen, erhob die Hände zum Himmel, sprach zu Gott... Und ganz Sao Paulo erstrahlte! Der Himmel, seit Wochen bedeckt von tiefgrauen Wolken - er lichtete sich! Der stürmische Regen erlosch, die Sonne brach durch! Ronaldo - Deus do Tempo!
Resteverwertung durch Chris?
Doch damit noch immer nicht genug. Dieses spektakuläre Spiel brachte noch eine weitere Person in die Schlagzeilen: Chris. Alle nennen ihn nur Chris. Denn seinen Nachnamen versteckt der zwielichtige Trainer des spfc hinter einem mit Klammern versehenen Codewort.
Chris hat im Rahmen der Partie komische Sachen gemacht und komische Sachen gesagt. So schickte der Coach als „Reaktion“ auf die Einwechslung Ronaldos die gesamte Bambini-Abteilung seines Vereins zum Aufwärmtraining und wollte scheinbar komplett alle 11 Spieler auswechseln. Nach einem langen, diskussionsreichen Gespräch mit dem 4.Offiziellen durfte Chris schließlich wenigstens seine 4 Abwehrspieler ersetzen…
Nach Ronaldos Tor legte sich der Trainer dann in der Coachingzone auf den Bauch und blieb so bis zum Schlusspfiff liegen. Bei der anschließenden PK gab Chris, auf dieses merkwürdige Verhalten angesprochen, keine klare Antwort. Viel lieber monologierte er über einen gewissen jolebeau, der einen stinkend-negativen Einfluss gleich auf beide Bambini-Außenverteidiger gehabt haben soll. Dabei fixierte Chris mit Blut unterlaufenen Augen immer wieder den Timão-Coach Dugarry, der vollkommen vertieft irgendetwas auf seinem Notebook abtippte.
Nun, wie lässt sich dieses Verhalten des sonst so beherrschten spfc-Trainers erklären?!
Man munkelt, Chris hatte nicht genug Zeit für einen vernünftigen Artikel entschloss sich kurzer Hand, vor dem Spiel die aus dem Drogenskandal der vergangenen Saison noch übrig gebliebenen Kokainreste auf metabole Art zu vernichten…
Der erste OUZO ohne Alkohol! Und ein BIER mit falschem Artikel…
Seit gegrüßt, Kameruner Trainerinnen und Trainer.
Ich, Mouba NJaije, war einst einer von euch. In mir fließt dasselbe Blut. Auch ich wurde im Busch geboren. Und ich komme in Frieden. Ich weiß, dass meine Rückkehr unerwünscht ist, jetzt, wo kein Verein mehr ohne Trainer ist. Ich wäre das siebzehnte Rad am Wagen...
Aber ich habe eine Mission! So höret mich an!
Ich bringe euch Kunde von einem neuen Copa-Award, dem neusten Stern am Award-Himmel, dem BIER!
Es ist nicht irgendein BIER, es ist DER BIER! Es ist der Bleistift-In-Ehren!
Damit ihr die Bedeutung dieses Ordens richtig einschätzen könnt, sei euch gesagt: Er ist vergleichbar mit dem Grammy des Musikbusiness und dem Oskar der Filmindustrie!
DER BIER wird regelmäßig am Anfang eines Monats für den besten Zeitungsartikel des vergangenen Monats vergeben. Hier wird also der lesenswerteste, zynischste, gemeinste, sadistischste, lustigste, abgefahrenste oder einfach nur interessanteste Zeitungsartikel der Copa-Zeitungslandschaft prämiert!
Die Verleihung findet durch uns, die Jurz, statt. Aber dazu später mehr.
- WER kann einen Artikel bei der Jurz einreichen? - JEDER kann jederzeit einen Artikel bei der Jurz einreichen. Egal ob’s der eigene oder der von jemand Anderem ist.
- WIE reiche ich einen Artikel bei der Jurz ein? -
Das geht via InGame-Mail
oder über eine private Message (PM) im Forum.
Die anderen Jurzmitglieder sind überings Vlad, Skinny Norris, Roque und Chrille.
- WAS passiert dann? -
Am Anfang eines jeden Monats werden im Forum die - nach subjektiver Meinung der Jury - fünf besten eingereichten Artikel zur Wahl freigegeben. Dann können ALLE Spieler, die im Forum registriert sind, an der Abstimmung teilnehmen. Diese wird etwa 4-5 Tage dauern. Außerdem haben wir noch einen Fred eingerichtet, in dem gespamt diskutiert werden kann. Die Siegerehrung findet dann ebenfalls im Forum statt. Sollte DEIN Artikel als Sieger hervorgehen, bekommst du zusätzlich eine private Benachrichtigung und einen Extra-Artikel in Deiner Zeitung - und natürlich de(i)n BIER! Zudem gibt es noch einen zweiten Orden, den OUZO (OooohUnglaublicherZeitungsOrden)! Der ist für besondere Anlässe gedacht - zum Beispiel, wenn sich mehrere Spieler zu einer fulminanten Zeitungsschlacht zusammengerauft haben oder wenn eine krasse Story, die sich aus mehreren Artikeln zusammensetzte, in der Spiegel-Bestseller-Liste auftaucht.
Hierfür können natürlich auch jederzeit gerne Vorschläge eingereicht werden, doch liegt die Entscheidung, ob und an wen der OUZO vergeben werden soll, hier allein bei der Jurz!
Also Blutsbrüder, haut in die Tasten und holt euch den BIER und den OUZO!
Sao Paulo. In der letzten Ausgabe hat sich die berüchtigste Sport-Zeitschrift Sao Paulos ausschließlich mit Themen abseits des Liga-Geschehens und des sportlichen Abscheidens der Timao beschäftigt. Dies wollen wir nun nachholen!
Vor zwei Wochen:
Einer knappen 0:1-Niederlage bei Avai - der ersten Auswärts-Niederlage mit nur einem Tor Abstand seitdem Dugarry bei der Timao das Ruder in die Hand genommen hat - folgte ein souveräner 4:0-Sieg im Sao Jorge über den Vorjahres-19. CR Flamengo. Während dessen ermauschelte sich der SPFC einen 5:3-Erfolg beim schwächelnden Ceara SC - ein Spiel, bei dem vor allem die Lücken in den Abwehrreihen zu glänzen wussten. Verständlicherweise betrübt war die Stimmung im Corinthians-Lager, zumal sich das Wetter - wie berichtet - in Sao Paulo spürbar verschlechterte. Keiner war so richtig in Karnevals-Feier-Laune. Umso verheißungsvoller klang dann die abschließende Partie im "Paradies" Florianopolis, wo Lokalmatador Figueirense auf die Timao wartete und wo das Team fast seine gesamte Saison-Vorbereitung absolvierte. Unter strahlendem Himmel gabs allerdings eine krasse Abfuhr für die Hauptstädter. Allem Anschein nach hatte Figueirenses Coach D.A.Villarreal die Stären und Schwächen der Timao während der Vorbereitungszeit genauestens analysiert und seine Taktik mit Fingerspitzengefühl darauf abgestimmt... Weil sich die Lokalrivalen
Palmeiras und der SPFC daheim keine Blöße gaben und mit souveränen 1:0-Siegen drei völlig unverdiente Punkte einfuhren, kehrte Corinhtians als 14. zurück in die trauernde, in einen Regenmantel gehüllte Metropole - einzig die sportlichen Portugiesen schnitten im paulistanischen Vergleich bisher noch schlechter ab.
Doch auch am vergangenen Spieltag verbesserte sich die (Wetter)Lage trotz zweier Heimsiege (über AAA und Ceara, deren aktueller Rang zum Wetter passt, wie die Faust auf Bacanas Auge) kaum. Vielmehr sorgte die Partie beim Meister Palmeiras - ein schlammbehaftetes 0:3 - für noch klarere (Wetter-)Verhältnisse. Palmeiras, das durch ein 4:1 bei diesmal reichlich uncreativen Brauereimeistern seinen ersten Auswärtssieg der Saison feiern konnte, und der SPFC, der Tabellenschlusslicht Vasco da Gama mit einem glanzvollen 0:0 eine Lektion erteilte, zittern also weiterhin mit einem knappen Vorsprung vor der Timao.
Und nun schauen wir nach vorn: Mit fiebriger Erwartung blicken die Corinthians-Fans auf das anstehende Heimspiel gegen den SPFC und den darauf folgenden Fight bei Portuguesa - gleich zwei Lokalderbys erwarten die Timao, in denen sich der Traditionsclub beweisen kann. Doch zunächst geht es nach Brasiliens Finger-Hauptstadt Rio de Janeiro. Dort wird man von Fluminense im Estadio Maracana erwartet. Ein Sieg über die Mannen von Coach Peter Finger wäre die richtige Einstimmung auf die beiden Derbys...
Sao Paulo. Die am meisten gelesene Zeitschrift Sao Paulos begrüßt Sie zu ihrer dritten Ausgabe!
In den Straßen Sao Paulos herrscht seit vergangenem Freitag eine merkwürdige Tristesse. Eine unerklärliche Dunkelheit untergräbt die exzessiv-berauschenden karnevalistischen Schauspiele. Die Menschen scheinen trotz des Karnevals, trotz dieses an Freude und Heiterkeit eigentlich kaum überbietbaren Ereignisses merklich verstimmt zu sein. Viel weniger Menschen kamen zu den Festlichkeiten auf die Straße. Umso mehr Alkohol floss in die Münder der Mitfeiernden – um den Frust, die Enttäuschung, die Angst wegzuspülen?
Und auch der Himmel scheint mit irgendetwas nicht zufrieden zu sein… Dunkle Wolken zogen am Wochenende über der Hauptstadt auf, Regen folgte. Tränen des Himmels vermischten sich mit jenen der Irdischen. Ein Sturm zog auf, Sinnbild der wütenden, verzweifelnden
Machtlosigkeit des Übernatürlichen angesichts der grausamen Realität.
Doch warum?
Das lesenswerteste Fan-Magazin Sao Paulos weiß die Antwort. Aber aus Gotteserfurcht werden wir es unterlassen den Namen des Schreckens in den Mund zu nehmen, bis Besserung eingetreten ist, bis die Menschen wieder erlöst sind, wieder einen Sinn im Leben sehen. Bis die Dunkelheit, die Macht des Schreckens, wieder aus den Straßen Sao Paulos gewichen ist…
Ronaldo geht’s übrigens blendend. Er kann bereits erste Sätze bilden, wenn auch nur auf italienisch und spanisch. Auch ist er nicht mehr so verrückt nach Baby-Brei. Am Samstag schenkte Maria ihm eine Polizeistation aus LEGO. Seitdem kommt er leider nicht mehr zum Bambini-Training. Allerdings hat sich der 33-Jährige wohl mit dem Sohn seines Vereins-Kollegen Roberto Carlos angefreundet. Vielleicht kann dieser ihn motivieren, wieder am Training teilzunehmen.
Sao Paulo. Der Corinthenschnacker – das auflagenstärkste Kulturmagazin Sao Paulos!
Etwas Unglaubliches ist geschehen! Etwas, das viele erhofften, aber keiner für möglich gehalten hätte. Ein Ereignis, dessen Sensationsgrad den der karnevalistischen Feierlichkeiten im kleinen Fluminense bei weitem übersteigt, sodass die – mit Abstand – renommierteste Boulevard-Zeitschrift Sao Paulos diesem denkwürdigen Momentum, das in vielen Teilen der Welt für Schlagzeilen sorgte, einen Platz auf seiner Titelseite einräumte:
Der von allen geliebte* Hauptstadtclub Corinthians Paulista liegt seit dem letzten Spieltag endlich wieder VOR dem am meisten gehassten* SPFC.
*=Ergebnis einer repäsentativen Umfrage in Sao Paulo unter unseren Lesern.
Doch wie kam dieses glorreiche Ereignis nun zustande? Hierauf weiß die – mit Abstand – qualitativ hochwertigste Gazette Sao Paulos natürlich die richtige Antwort: SPFC hatte bisher nur 2 Heimspiele.Corinthians gewann souverän gegen die KellerkinderLondrina und Goias, während der SPFC bei gegen Fluminense mit 0:5 eine deftige Klatsche einfuhrnoch glimpflich davon kam und in den letzten 4 Spielen nur 1 Tor zustande brachte. Experten gehen davon aus, dass der SPFC am Ende um den Klassenerhalt kämpfen muss, während Corinthians sich – natürlich als bester Club Sao Paulos – für das internationale Geschäft qualifizieren wird!
Nebenbei ist Ronaldo wieder aus dem Koma erwacht. War auch Zeit. Überbracht wurde die Meldung überings von einem Noticias-Journalisten, der nach Angaben der Ärzte die letzten 6 Wochen am Bett des Corinthians-Stars hockte, weil ihn seine Redakton dort vergessen hatte. Nachdem das Redaktionsgebäude der Noticias in Flammen aufgegangen war (was dem Bekanntheitsgrad des Klatschblattes entsprechend natürlich (noch) keine Erwähnung in der Presse fand) und fast die gesamte Noticias-Redaktion beim neuen Fachmagazin für Pralinen, „Sau Pralinos“, eine Anstellung fand, wird der Reporter wohl die noch zu besetzende Stelle des Chefredakteurs im „Sau Pralinos“ übernehmen.
Zurück zu Ronaldo, der alles vergessen zu haben scheint, was
er bisher erlebte, erlernte und getan hat. Jedenfalls schaute der Corinthians-Spieler nur paralysiert und dann neugierig auf das Mikrofon unseres Star-Reporters Carlos Columnos, als dieser ihn für ein erstes Interview im Krankenhaus besuchte. Das Interview musste sogar kurz darauf abgebrochen werden, da Ronaldo, der auf keine der genialen Fragen unseres mehrfach ausgezeichenten Star-Reporters reagierte, nicht davon ablassen wollte, den Schaumstoffschutz des Mirkofons anzuknabbern. Ob Ronaldo dieses Verhalten nur zur Schau stellt, um im Drogenskandal nicht aussagen und gestehen zu müssen, oder ob Ronaldo wirklich „auf den Kopf gefallen ist“, wird sich spätestens beim nächsten Training der Timao zeigen. Dann heißt das Motto: „Kann er den Ball andrehen, muss er sofort gestehen!“ Andernfalls bleibt Trainer Dugarry wohl nichts anderes übrig, als seinen Star zurück in die Bambini-Abeilung zu versetzen.
Auch an die Heirat mit der zwielichtigen Ex-Frau seines Trainers, Maria, konnte sich Ronaldo scheinbar nicht mehr erinnern. Wen wunderts - werfen wir einen Blick zurück auf den etwas eigenartigen Hochzeitsverlauf:
Da war Maria, die Tag für Tag an Ronaldos Seite auf sein Erwachen wartete, die seinen Körper wusch und seine Kleidung wechselte, die ihm jede Nacht einen… Dann war da der Pastor, der tagelang neben Ronaldos Bett stand um aus den Lauten, die dieser alle paar Stunden von sich gab, ein deutliches „JA, ICH WILL!“ herauszufiltern…(letztlich wurde „Ja, Ich hab das Geld! … WillSmith ist mein Vorbild!" als Einverständniserklärung akzeptiert.) Und dann war da Marias Großfamilie, die Ronaldos Großfamilie zwei ihrer Töchter und eine hohe Mitgift versprach, damit diese der Hochzeit zustimmte...
Wer von beiden als Erstes die Scheidung einreichen wird, hängt einerseits davon ab, wie schnell Ronaldo wieder das Sprechen erlernt bzw. wann er endlich mit dem albernen „Ich-erinner-mich-an-nix-mehr“-Spiel aufhört, und anderseits davon, ob Maria noch Liebe für Ronaldo vortäuschen will empfindet, wo dessen lukrative Zukunft als Fußball-Star nun in Frage steht und ihre beiden zwangsverheirateten Schwestern bereits 17 erfolglose Selbstmordversuche hinter sich haben.
Sao Paulo. Willkommen zur ersten Ausgabe des ultimativsten Fanmagazins Sao Paulos - dem Corinthenschnacker! Zum Auftakt wollen wir die ersten Spiele Revue passieren lassen und vor diesem Hintergrund die Vorbereitung der Timao thematisieren *gähn*
Mit nur 3 Punkten aus den ersten 3 Partien rangieren die Corinthians schon wieder im unteren Tabellendrittel - auf Platz 17. Das hat wohl in erster Linie mit dem peinlichen Auftritt im Sao Jorge zu tun. Vor heimischen Publikum gab sich die Mannschaft gegen eine gut aufgestellte Elf aus Guarani mit 3:5 geschlagen! Da half auch eine weiterhin überduchschnittliche Auswärtsstärke, die beim 2:1-Sieg in Natal aufblitzte, nicht viel weiter...
Allen Grund für Trainer Dugarry, seine abwegige Saisonvorbereitung fortzuführen: "Die Spiele haben gezeigt, dass wir noch nicht so weit sind. Die Mannschaft ist in den letzten Wochen spürbar zusammengewachsen, aber noch
konnte die durch den Drogenskandal auseinander gebrochene und nun völlig neu zusammengesetzte Abwehr nicht richtig integriert werden. Dass wir jetzt erneut die zweitmeisten Gegentore der Liga aufweisen, kommt nicht von ungefähr!"
Die Vorbereitung wird die Mannschaft wohl weiterhin im "Paradies" verbringen, wie es Coach Dugarry zu pflegen sagt. Dieses Paradies ist eine Meer-Insel im Südosten Brasiliens, die Florianopolis genannt wird...
Böse Zungen behaupten, der schlechte Saisoneinstand kommt in erster Linie daher, dass die Mannschaft nicht rechtzeitig aus dem Trainingslager zurückgekommen ist. Zum verlorenen Auftaktspiel beim Schlusslicht der letzten Saison - Botafogo FR - reiste die Timao direkt aus dem Traininslager an, woraufhin es von dort aus direkt zurück nach Sao Paulo ging, um nach der Niederlage gegen Guarani - mit einem Zwischenstopp im "Paradies" - nach Natal zu reisen...
Sao Paulo. Wie zu Beginn einer jeden Saison verliehen die Fans des brasilianischen Kult-KLubs Corinthians Sao Paulo auch diesmal wieder ihrer Vereinstreue einen besonderen Nachdruck. Hier zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit: Die Umbennenung einer Bowling-Bahn in "Corinthians Sao Bowlo" sorgte zwar zunächst für eine exorbitant anwachsende Anzahl an Bowling-Fanatikern, allerdings auch zunehmend für leere Ränge im Sao Jorge, weswegen der Verein die Bowling-Bahn-Besitzer verklagte; vor zwei Jahren entwarf man ein zwischenzeitlich in Serie produziertes Pkw-Modell ("Corintho"), das allerdings wohl wegen seiner schwarzen Farbe und seiner mega Power vermehrt von Mafia- und Drogenbanden als Dienstwagen geleast wurde, was natürlich einen schlechten Eindruck
von dem offiziell durchaus seriösen Hauptstadtclub entstehen ließ. Also ging der Verein auch gegen diese Idee vor. Man sieht, die bisherigen Aktionen waren meißt von eher beschaulichem nachhaltigen Nutzen - da dachten sich die Fans, diesmal müsse mal etwas total Ungefährliches und Unkommerzielles daher kommen: Eine seriöse Zeitung. Aber können solch verrückte Fans, wie sie bei Corinthians rumlungern, eine seriöse Zeitung herausbringen? Nein. Also eine unseriöse Zeitung - zack, war der Corinthenschnacker gegründet. So. Und da wir jetzt keinen Platz und keine Zeit mehr haben, um die erst Ausgabe hier reinzupacken, kommt Nr.1 erst nächste Woche raus - der Titel: *Vorbereitung im "Paradies"* - Gott, wie schnulzig, wie seriös...Naja, wir arbeiten dran.
Corinthians inhaftierter Trainer klagt SPFC-Boss an.Chris und Don Hansen involviert.Dugarry beteuert gute Absichten.
Sao Paulo. Vor wenigen Minuten endete im Gefängnis von Sao Paulo eine kurzfristig angesetzte Pressekonferenz, auf der C. Dugarry, inhaftierter Trainer des Hautpstadtclubs Corinthians Paulista, sein seit zwei Wochen währendes Schweigen gegenüber den Medien beendete. Hier der O-Ton: F: "Herr Dugarry, was haben Sie mit der in den Drogenhandel verwickelten Gang A Mâo zu tun und warum sollte Ronaldo sterben?" A: "Zunächst einmal: Ich bin nicht verantwortlich für das Attentat auf Ronaldo. Ronaldo kam ein paar Wochen vor dem Attentat auf mich zu. Er erzählte mir von A Mâo, dass die Gang ihn erpressen würde, dass er deswegen eine Auszeit bräuchte... Worum es genau ging, wollte oder konnte er mir nicht sagen. Da wir ihn aber dringend brauchten und er eine unverzichtbare Persönlichkeit für den Club darstellt, konnte ich ihm die Auzeit nicht gewähren. Stattdessen habe ich mich entschlossen, eigenhändig zu ermitteln und mich in die Gang einzuschleusen.
Durch Zufall stieß ich bei meinen Ermittlungen auf die beiden Seria A-Trainer Don Hansen und Chris, die ihre ganz persönlichen Rechnungen mit der Gang offen haben..."
[Zuruf aus der Noticias-Ecke: "Als ob!"]
F: "Sie sagen, Sie stünden in engem Kontakt mit A Mâo. Was können Sie uns über die Gang sagen?" A: "Fakt ist, dass die Chefs dick einen an der Klatsche haben. Soweit ich weiß verdienen sie ihr Geld hauptsächlich mit Schwarzmarkt-Geschäften im Automobilsektor und betreiben den Drogenhandel nur als Nebentätigkeit. Fakt ist auch, dass die Bande zwar wenige Mitglieder hat, diese aber enorme politische und wirtschaftliche Macht besitzen - auch oder besser gesagt gerade außerhalb des Drogengeschäfts.
Zudem bedient A Mâo hauptsächlich Kunden aus den besseren, wohlhabenderen Kreisen der Gesellschaft. Diese, einmal abhängig gemacht, zahlen dann auch weitaus höhere Preise für das vermeintlich sauberere Zeug von A Mâo. Dadurch ist der Umsatz trotz einer relativ geringen Anzahl an Kunden enorm.
Die Funktionsweise ist eigentlich ziemlich simpel: Ist ein potentieller Kunde ausgemacht, tritt A Mâo zunächst freundschaftlich an diesen heran und versucht ihm die Droge schmackhaft zu machen. Wehrt sich die Person aber unnachgiebig, so schreckt die Gang auch nicht davor zurück, sich die Person über Androhung von Gewalt, Erpressung, Entführung und dergleichen gefügig zu machen. Ähnlich wird es Ronaldo ergangen sein. Er wird sich bis zuletzt gegen den Einfluss von A Mâo gewehrt haben...
Aber eigentlich blicke ich bei denen bis heute nicht durch und viele Handlungen, Prinzipien und Vorgehensweisen verstehe ich nicht. Das alles scheint auf dem Wahnsinn einer Gruppe von Schwerreichen zu gründen, die das Gefühl lieben, Macht über andere Personen auszuüben - stellen Sie sich vor, Sie sehen im Fernsehen, wie Brasiliens Next Topmodel gekürt wird, und ergötzen sich an der Vorstellung, diese Person in die Drogen- und A Mâo-Abhängigkeit zu stürzen. Oder es macht Sie geil, zu wissen, dass der Polizei-Hauptkommissar von Sao Paulo nach Ihrer Pfeife tanzt... So müssten die A Mâo-Bosse ticken."
F: "Sie meinten, dass die Chefs von A Mao der Öffentlichkeit bekannt sind - in Zusammenhang mit anderen Geschäften. Haben Sie Namen? Können Sie konkret sagen, wer die Verschwörer sind? Und wer unter dem Einfluss von A Mao steht?" A: "Ja. Ich könnte Ihnen dutzende Namen nennen. So zum Beispiel Rico Banana, der, wie ich stark vermute, auch den Anschlag auf Ronaldo zu verantworten hat. [Gepolter und Geschrei aus der Noticias-Ecke.] ... Allerdings verlange ich für weitere Auskünfte Gegenleistungen, Sicherheiten... Das sollte nicht hier und jetzt erörtert werden. Für den Moment wissen Sie schon genug."
F: "Hr. Dugarry, wie schleusten sie sich in die Gang ein? Welche Gegenleistungen mussten Sie erbringen? A: "A Mao war daran interessiert, vermehrt prominente Sportler in ihren Einflusskreis zu bringen - fragen sie mich nicht warum, ich weiß es nicht. Jedenfalls verlangte man von mir, dass ich einige meiner Spieler abhängig machen sollte. Die Sache mit Ronaldo war jedoch nicht meine Angelegenheit. Er weiß bis heute nicht, dass ich mich bei A Mao eigeschleust habe. Wenn man so will, war ich für ihn nicht "zuständig" - im Gegensatz zu Senor Banana. ["Unsinn"-Rufe; sie können sich denken aus welcher Ecke] Allerdings habe ich die Suspendierung der 6 Junkies, wie sie von meinem werten Cotrainer liebevoll genannt
wurden, zu verantworten. Ich musste sie dem Einfluss der Gang ausliefern um A Mao irgendwann ans Messer liefern zu können und weiteren Schaden zu verhindern. Das tut mir sehr Leid für die Spieler. Und ich werde die rechtlichen Konsequenzen, die dieses Verhalten nach sich zieht, in vollem Maße tragen."
F: "Welche Rollen spielten ihre beiden Kollegen Don Hansen und Chris bei A Mao und was haben die Beiden dort zu suchen?" A: "Das weiß ich nicht genau. Jedenfalls wollten beide A Mao zur Strecke bringen. Sie hatten die gleichen, guten Absichten wie ich." F: "Wusste ihr Assistent Sepp Tatter oder irgendwer sonst von Ihren Tätgkeiten?" A: "Tatter auf keinen Fall. Zu seiner und meiner Sicherheit habe ich ihn aus dem Spiel gelassen - zum Glück, schaut man sich jetzt seine beeindruckenden Erfolge mit der Mannschaft an. Auch sonst habe ich es tunlichst vermieden, weitere Personen mit einzubeziehen. Fast keiner wusste von meinen Machenschaften..."
F: "Und was ist mit Ihrer Exfrau Maria Carlos? Um sie schwirren ja jede Menge Gerüchte!" A: "Zu Recht! Denn als Ronaldo ins Krankenhaus eingeliefert wurde, fürchteten wir, also Don Hansen, Chris und ich, um seine Sicherheit. Wir suchten nach einem gemeinsamen Vertrauten, der Ronaldo für uns unauffällig bewacht. Und damit trat Maria auf die Bühne. Chris hatte Connections zum Krankenhaus-Oberarzt und so konnten wir Maria dort als Krankenschwester installieren. Sie besuchte zeitgleich Selbstverteidigungskurse und machte einen Waffenschein, um Ronaldos Leben im Ernstfall auch beschützen zu können. Wir sind ihr zu tiefstem Dank verpflichtet."
F: "Aber warum brachte sie den Stein dann so unkontrolliert ins Rollen, indem sie Ronaldos Koma-Gebrabbel in die Öffentlichkeit trug?" A: "Was sollte sie machen? Die andere Krankenschwester hat doch zugehört und wäre an ihrer Stelle zur Polizei gegangen, hätte die Dinge vielleicht noch schwammiger, verquerer dargestellt... Maria ist kein Vorwurf zu machen." F: "Die Noticias werfen Ihnen vor, einer der Drogenbosse der A Mao zu sein. Sie stützen sich auf die Aussagen eines Ex-Mitgliedes. Was haben Sie dazu zu sagen?" A: "Die Noticias sind ein unseriöses Klatschblatt, das noch dazu vom SPFC-Präsidenten Banana finanziert wird... [Empörung aus der alt bekannten Ecke] Es ist nicht schwer zu erraten, aus wessen Feder diese Unterstellungen stammen. Mich würde interessieren, was ihn dazu veranlasste, mich aus dem Verkehr zu ziehen. Es ist vielleicht allgemein bekannt, dass Senor Banana nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, ["Eine Frechheit ist das!", Noticas-Ecke. Die aufmüpfigen, augenscheinlich betrunkenen Journalisten werden aus dem Konferenzsaal geworfen.]... aber jetzt bin ich zwar hinter Gittern, doch kann ich nun problemlos gegen ihn und gegen die ganze Bande aussagen... Ein Mordanschlag wäre jedenfalls plausibler gewesen... Und das sogenannte Ex-Mitglied möchte ich erstmal kennen lernen."
F: "Einer Pressemitteilung der Polzei zur Folge hat man in Ihrem Appartment einige Kilos Kokain gefunden. Wie erklären Sie sich diese Tatsache?" A: "Das kann ich nicht erklären. Ich weiß nicht mit Sicherheit, wie die Drogen in meine Matratze gekommen sind - ich habe sie jedenfalls nicht dort gelagert. Die von mir abhängig gemachten Spieler bekamen ihren Stoff immer direkt aus erster Hand. Allerdings würde es zur Hinterhältigkeit Bananas passen, wenn seine Handlanger die Drogen bei mir versteckt haben sollten. Oder aber jemand von der Polizei steckt hinter der ganzen Sache."
F: "Nehmen wir an, dass all dies nicht einfach nur von Ihnen erfunden wurde, um so auf die glimpflichste Weise aus dem Skandal herauszukommen - Wie stellen Sie sich die Zukunft vor? Die Hand hätte nun ja allen Grund, Sie auf dem schnellsten Wege unter die Erde zu schicken. " A: "Das stimmt allerdings. Ich werde nun wohl, falls ich aus dem Gefängnis entlassen werde, erst einmal undercover leben oder organisiere mir massivem Personenschutz.
Ein Wechsel ins Ausland oder eine anders geartete Fluchtreaktion würden mich auch nicht vor den Rächern der A Mâo bewahren, befürchte ich. Langfristig hoffe ich natürlich, dass man bald alle Mitglieder zu packen bekommt und ich keine Angst mehr zu haben brauche."
Die Polizei gab anschließend bekannt, dass man Dugarrys Aussagen umgehend überprüfen werde und schloss baldige Ermittlungen und weitere Festnahmen nicht aus. Auch die beiden Serie A-Trainer Don Hansen und Chris wolle man diesbezüglich befragen, um dem Wahrheitsgehalt der Aussagen des Corinthians-Trainers auf die Spur zu kommen.
Corinthians-Star redet im Koma.Dugarry verhaftet.Spieler suspendiert.
Sao Paulo. Der im Heimspiel gegen Vasco da Gama schwer verunglückte und seitdem im Koma liegende Corinthians-Star Ronaldo träumte vergangene Woche laut verbalisierend in Gegenwart einer Krankenschwester und löste damit polizeiliche Ermittlungen und eine Entlassungswelle beim Corinthians FC aus.
„Er brabbelte größtenteils unverständliches Zeug“, doch habe sie unter anderem die Namen Dugarry (Trainer Corinthians), Tricolor (Rufname SPFC), Rico Bacana (Präsident SPFC) und A Mão (Die mit dem Skandal in Verbindung gebrachte Drogengang) vernommen, so die Krankenschwester. Zudem habe Comaldo, wie der Spieler scherzhaft-zynisch genannt wird, pausenlos von Drogen, Erpressung, Geld und Angst gefaselt. Einer ersten, am Samstag publizierten Pressemitteilung der Polizei zufolge wurde die Krankenschwester als glaubwürdig eingestuft – auch, weil eine weitere, von ihr herbeigerufene Betreuerin bestätigen konnte, dass des Spielers Mundwerk Töne versprühte.
Mit diesen unfreiwilligen Äußerungen streute der Corinthians-Star becherweise Salz in die Wunde, die der aufkommende Drogenskandal in das Image des paulistanischen Traditionsclubs gerissen hat, und sorgte gleichzeitig dafür, dass nun - laut der bereits erwähnten Pressemitteilung - polizeiliche Ermittlungen sowohl gegen Corinthians-Trainer Dugarry, als auch gegen den SPFC angelaufen sind. Daraufhin begab sich Corinthians-Coach Dugarry noch am Samstag freiwillig in Untersuchungshaft und benannte seinen Co-Trainer Sepp Tatter zum Cheftrainer.
Tatter, der Dugarry schon in Girardot und Guadalajara zur Seite stand, sorgte gleich am heutigen ersten Trainingstag für einen Paukenschlag in der Presse:
Zunächst wurde die komplette Mannschaft zum Drogentest gebeten. Das Skandalöse: Gleich bei 6 Spielern wurden Spuren von Kokain oder gar Heroin im Blut respektive Urin nachgewiesen. Tatter reagierte umgehend mit der sofortigen Suspendierung der „Junkies“, wie er die Junkies nannte. „Die Junkies haben zuletzt bereits im Training und in den Spielen mit ihrem unkontrollierten Verhalten auf sich aufmerksam gemacht. Eigentlich hätte uns schon eher auffallen müssen, dass mit denen irgendwas nicht in Ordnung ist. Wer bekommt bitteschön mitten im Spiel bei einem Pfostentreffer einen Lachflash, wälzt sich anschließend nackt auf dem Rasen und muss ausgewechselt werden? Oder wer lacht bei einem sogar durch ihn selbst verursachten Gegentor, wie Miraculix, nachdem ihm ein Hinkelstein auf den Kopf gefallen ist? Und der eine Typ, der nach der Niederlage gegen Internacional auf unseren Torhüter einschlug, der war natürlich auch abhängig. […] ICH hätte die Spieler schon viel früher untersucht und sie zumindest aus der Stammformation genommen. Das habe ich Christophe auch gesagt, aber er wird seine Gründe gehabt haben, sie weiterhin spielen zu lassen. […] Dumm nur, dass mit Hektor Roinho, Elèsde und Mario Ana 3 der 6 Junkies in unserem Abwehrverbund spielten. Damit
lässt sich zwar die Flut an Gegentoren in den letzten Spielen erklären, aber nun habe ich ein Personalproblem in der Abwehr. […]“ So Sepp Tatter in einer Pressekonferenz, die vor wenigen Stunden endete.
Es sei noch anzumerken, dass sich unter den Junkies auch der uneheliche, ausgestoßene Sohn eines Serie-A-Trainers befindet. Ricosta Ricanabis, Filius des Londrina-Coaches Costa Ricanabis, erkaufte sich mit dem vor Gericht erstrittenen, ihm aus den letzten Jahren zustehenden Kindergeld Anfang der Saison eine Bankplatz-Garantie als dritter Torhüter. Er, da noch minderjährig, soll nun zur Entziehungskur zu seinem Vater nach Londrina geschickt werden. Ob dieser ihn aufnehmen wird, steht jedoch in den Sternen (von denen Ricosta in jüngster Vergangenheit wohl eine Menge zu sehen bekam). Allerdings wäre der Versöhnungsakt ein positives Zeichen, das wir in solch düsteren Zeiten ohne Hoffnung, ohne Zukunft gut gebrauchen könnten…
Angesichts der Ereignisse der letzten Tage befürchten viele Fieles, dass die provokanten Vermutungen, die das Yellow-Press-Klatsch-Blatt Noticias vergangene Woche anstellte, mehr Wahrheitsgehalt in sich tragen könnten, als man von der Zeitung gewohnt ist. Doch auch der SPFC, Geldgeber der auflagenschwachen Hetzschrift, wurde durch Ronaldos Aussagen in den Skandal direkt miteinbezogen und wird wohl bald ebenso ins Kreuzfeuer der Presse geraten.
Nun kauern dutzende Journalisten am Bett des Corinthians-Stars, sabbernd auf seine Lippen starrend und auf weiteres Gebrabbel hoffend – unter ihnen erwartungsgemäß fast die gesamte Noticias-Redaktion, die sich gerne in solch wichtigen Tätigkeiten übt.
Doch auch die seriöse Pressewelt wartet nicht minder gespannt, jedoch mit angemessener Zurückhaltung, auf weitere Enthüllungen in diesem Drogenskandal.
Sportlich indes ist bei Corinthians Alarmstufe Rot angesagt. Mit bangem Blicke werden die kommenden Partien erwartet. Nach drei weiteren Niederlagen in der vergangenen Woche und nun schon 5 Spielen in Serie ohne Sieg bei rekordverdächtigen 19 Gegentoren, sowie einem daraus resultierenden Tabellensturz um 7 Plätze ist Corinthians nun auf Rang 17 und das Saisonziel Klassenerhalt - mit nur einem Punkt Abstand auf die Abstiegsränge - so gefährdet wie lange nicht mehr. Die Punkteteilung bei Figueirense (19.), der bisher letzte Punktgewinn der Timao, könnte sich somit in vielerlei Hinsicht als das entscheidende Resultat im Saisonverlauf erweisen. Der „Dugarry-Bonus“ ist nun vollends verpufft. Mit seiner Flucht in die U-Haft ist der Trainer vielleicht auch einer vorzeitigen Entlassung zuvor gekommen. Jedenfalls werden die anstehende Partien zeigen, was Sepp Tatter so kurzfristig noch retten kann, wie er mit seinem Abwehrproblem umgehen wird und – last but not least – ob Corinthians am Ende einer turbulenten Rückrunde den Gang in die Zweitklassigkeit antreten muss; ohne Trainer, dafür aber mit einem Drogenskandal am Hals. Ein trauriger Abgang, der einem solch populären Verein nicht würdig wäre. „Das wollen wir den Fans nicht antun. Das wäre nicht wieder gut zu machen…“, so Tatter.
Ronaldo im Koma – Corinthians „zurück im Abstiegskampf“
Sao Paulo. Der mit Spannung erwartete vergangene Spieltag war aus corinthischer Sicht von Höhen und Tiefen geprägt, an deren Ende sich der Club nun, laut Trainer Dugarry, wieder „zurück im Abstiegskampf“ befindet.
Zunächst gastierte (Ex-)Spitzenreiter Vasco im Sao Jorge. Diese erste Begegnung konnten die Hauptstädter unerwartet klar und souverän mit 3:0 für sich entscheiden. Mit diesem Erfolg im Rücken gingen die Spieler allerdings allem Anschein nach viel zu selbstsicher und ziellos in das vermeintlich leichtere Duell gegen Figueirense, wo der Bundesliga-Legionär und Trainerneuling Carsten Ramelow sein erstes Heimspiel absolvierte. Am Ende trennten sich beide Mannschaften mit einem 1:1-Unentschieden, das keinem der beiden Teams wirklich weiterhalf. Bemerkenswert, dass Figueirense trotz der nun schon vierten Trainerverpflichtung immer noch – seit dem 18. Spieltag ununterbrochen – auf einem Abstiegsplatz rangiert. Daran konnte bisher auch Ramelow nichts ändern, der bei seinem Debüt mit zwei Auswärtspleiten und eben diesem Unentschieden brillierte. Zwar blieb Figueirense dank der zuletzt ebenfalls desolaten Leistungen des Tabellenschlusslichts Botafogo die rote Laterne erspart, doch entfernte sich das Team vom rettenden Ufer um fünf Punkte. Ein Verbleiben in Liga 1 wird damit immer unwahrscheinlicher.
Zurück zu den Corinthians, die im letzten Spiel den Fluminense FC empfingen. Der FFC gewann 4 der letzten 5 Partien und präsentierte sich auch im Sao Jorge in glänzender Verfassung. Doch Corinthians hielt stark dagegen, vor allem in Form von Ex-Weltfußballer Ronaldo, der seinen Club auch in
Führung schoss und anschließend den zweiten Treffer vorbereitete. Bei der dem zweiten Treffer folgenden Jubelaktion an den Absperrzäunen des Spielfeldes blieb der Stürmer jedoch mit einem Fußballschuh im Gitter hängen und knallte beim Absprungversuch rücklings mit dem Kopf auf die Aschebahn. Der regungslose, in Strömen blutende Körper wurde sofort ins Krankenhaus eingeliefert. Eine genaue Diagnose steht noch aus, doch Fakt ist: Ronaldo liegt schwer verletzt im Koma und wird Wochen, womöglich Monate ausfallen, was auch einen herben Verlust für seinen Club bedeutet. Das Spiel wurde nach zwanzigminütiger Unterbrechung wieder angepfiffen, aber die sichtlich erschütterte und konzeptlos umhertrottende Corinthians-Elf war zum (Mit-)Spielen zunächst gar nicht in der Lage. Fairerweise beließ es der Gegner vorerst bei dem nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff erfolgten Anschlusstreffer und so hieß es zur Pause noch 2:1 für Corinthians. Doch das Verkraften des Geschehenen kann nicht innerhalb weniger Minuten erfolgen und so war auch in der 2. Halbzeit der Ball überwiegend in den Reihen des Gegners oder im Netz der Heimmannschaft zu finden. Schlussendlich war Corinthians mit einer 3:4-Niederlage noch gut bedient. Trainer Dugarry: „Ronaldos schlimmer Unfall wiegt wesentlich schwerer als diese Niederlage gegen einen Titelanwärter. Wir sind durch die beiden letzten Partien wieder zurück in den Abstiegskampf gerutscht, da werden wir Ronaldo noch schmerzlich vermissen.“ In der Tabelle rutschte Corinthians wieder ein Stück nach unten, auf den 13. Tabellenrang, und hat nun nur noch 8 Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze.
Sao Paulo. Die vergangenen drei Meisterschaftspartien sollten zeigen, wie die in der Rückrunde unter Trainer Dugarry wiedererstarkten Corinthians aus Sao Paulo nach bislang durchschnittlich relativ schwachen Gegnern nun im direkten Vergleich mit den "wahren Größen" der Liga darstehen.
Dabei konnte sich Corinthians zwar gegen den derzeit auf Rang 2 liegenden Stadtrivalen Palmeiras mit 2:0 durchsetzen, verlor aber glatt gegen Internacional (Rang 5) mit 0:4 und zog auch gegen den momentan drittplatzierten Sao Paulo FC im zweiten Derby mit 0:3 klar den Kürzeren.
Der Abstand zu den internationalen Rängen - das Traumziel vieler Corinthians-Fans - vergrößerte sich dadurch auf 6 Punkte. Letztlich muss man festhalten, dass
Corinthians zumindest diese Saison nicht an die Spitze heranreichen kann. Doch konnte sich der Club im "Derbyfight" etwas Respekt verschaffen, indem Palmeiras aus dem Sao Jorge gejagt wurde.
Am kommenden Spieltag stehen mit Vasco da Gama und Fluminense zwei weitere Hochkaräter auf der Matte, gegen die sich die Hauptstädter nochmal bewähren können. Auf der anderen Seite wartet mit Figueirense ein Verein aus der Abstiegszone auf die Corinthians. Scheint der Club dem Abstiegskampf zwar vorerst entronnen, so könnte eine Niederlage bei Figueirense gerade angesichts der anderen beiden schweren Partien des Spieltags Corinthians wieder schneller als gedacht zurück in den Sumpf holen. Es wartet also erneut ein interessanter ZAT auf uns...
Sao Paulo Mit den ersten Auswärtstoren und -Punkten unter Dugarry, sowie zwei weiteren souveränen Heimsiegen hat sich der Hauptstadtclub Corinthians Sao Paulo ziemlich gut auf die kommenden beiden Lokalderbys eingestimmt. Dabei geht es nicht nur um die vorübergehende Vorherrschaft in der Stadt, denn mit Palmeiras, dem SPFC und Internacional trifft Dugarry zum ersten Mal auf gleich drei richtige Spitzenclubs, die im Titelkampf - im Gegensatz zu Corinthians - noch eine wichtige Rolle spielen könnten. Von den bisherigen 9 Gegnern konnte
einzig der Santos FC, gegen den man am 24.Spieltag mit 0:3 auswärts den Kürzeren zog und der derzeit auf Platz 3 rangiert, eine vergleichbare Klasse aufweisen. Somit werden die kommenden Spiele zeigen, wie stark Corinthians unter seinem neuen Trainer wirklich geworden ist - nach 5 Siegen aus den letzten 6 Partien stehen die Hauptstädter nun auf Rang 9 und sind nur noch 3 Punkte von den internationalen Rängen entfernt. Bedenkt man, dass der Club vor der Übernahme durch Dugarry noch auf einem Abstiegsplatz lag, ist dies eine enorme Steigerung.
Nach dem ebenso unglücklichen, wie nutzlosen 3:3 am vorvergangenen ZAT gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt (América Natal), kann man den knappen 5:4-Sieg über Botafogo als wahren Befreiungsschlag für den kriselnden Hauptstadtclub Corinthians Sao Paulo bezeichnen. Dass Timao anschließend den Londrina EC niederwälzte, scheint dies zu bestätigen: 10 Tore und 6 Punkte aus den letzten beiden Heimpartien zeugen von neuem Mut und Selbstbewusstsein. Als umso enttäuschender ist dann der Auftritt beim
Santos FC zu betrachten, wo die Mannen von Trainer Dugarry sang- und klanglos mit 0:3 in ihre Schranken gewiesen wurden. Der Befreiungsschlag hallte also nur kurzzeitig nach. Corinthians bleibt auch im zweiten Auswärtsspiel unter Dugarry ohne Tor- und Punkt-Erfolg - dabei stehen die wirklich großen Brocken der Liga noch an. Als nächstes wartet mit Guarani erneut ein entscheidendes Spiel auf Corinthians, aber auch Flamengo und G.P.A. sind lösbare Aufgaben. Es bleibt also weiter abzuwarten, wie sich Corinthians gegen die TOP5 präsentieren wird.
Die ersten Spiele sind gelaufen, die Mannschaft hat ihren Dienst getan, nun treten die Analysten aufs Spielfeld.
Das Debüt von Dugarry, dem neuen Trainer der Corinthians, verlief äußerst durchwachsen. Mit 4 Punkten und 4 Toren aus 3 Partien und das bei Gegnern aus dem unteren Tabellendrittel sind keine Lorbeeren abzustauben: Ein mühseeliger 1:0-Sieg über bereits vor dem Spiel ausgelaufene AAA-Batterien, eine derbe 0:5-Klatsche in Jointville und schließlich ein von individuellen Fehlleistungen geprägtes 3:3-Gemetzel gegen den Tabellen-Zwanzigsten aus Natal. Überzeugend sieht anders aus. Fans und Medien
hielten sich nach Abpfiff der letzten Partie bedeckt - noch kann man solch schwache Leistungen auf die recht kurze Eingewühnungszeit zurückführen; noch befindet sich der Franzose in der Schonfrist, innerhalb der er herausfinden sollte, wie mit dem Team am besten umzugehen ist und wie das taktische Grundkonzept auszusehen hat.
Doch wer die brasilianische Fußball-Presse und -Öffentlichkeit kennt, der weiß auch: Dannach wird all sein Tun und Lassen kommentiert, bewertet und hinterfragt - und das Image, der sportliche (Miss-)Erfolg des Vereins wird sich dann automatisch auch auf das Image des Trainers übertragen...
Am Wochenende verkündete der brasilianische Traditionsverein und Noch-Erstligist Corinthians Sao Paulo überraschend die Verpflichtung des aus Frankreich stammenden und in Guantanamo lebenden Jungtrainers Dugarry. Diese Meldung war nicht nur für Presse und Öffentlichkeit überraschend. Auch der Verein und der Trainer selbst äußerten ihre Verwunderung darüber, wie unvermutet und unkompliziert der Kont(r)akt zu Stande kam. Der Pressemitteilung zu Folge lagen zwischen dem ersten Gespräch und der Vertragsunterzeichnung nur knapp 3 Tage.
Für den Girardot'schen Lokalhelden Dugarry sind die Corinthians die bisher mit Abstand anspruchsvollste und prestigeträchtigste Station als Trainer. Dabei machte der Franzose bei seinem letzten Verein, den Atilistas aus Guadalajara/Mexiko, einem Verein mit vergleichbar renommiertem Ruf zumindest auf nationaler Ebene, eher schlechte Erfahrungen und räumte seinen dortigen Posten frewillig, als der Aufstieg praktisch
nicht mehr realisierbar war. Dugarry schien mit dem immer größer werdenden öffentlichen Druck nicht zurecht gekommen zu sein. Diesen Druck hätte er bei seiner ersten Station als Trainer im kolumbianischen Bergdorf Girardot eigentlich nie gespürt. Nach einer sensationellen ersten Saison, die man als das Überraschungsteam schlechthin und einigem Abstand vor den restlichen Teams an der Spitze der 2.Liga beendete, konnte sich Dugarry auch so ziemlich viel erlauben und nutze diesen -drucklosen- Spielraum für viele risikoreiche Experimente aus. Und siehe da, in der anschließenden Erstligasaison wurde Girardot Vizemeister, dann Meister - und dann kam der Druck. Dugarry und Girardot brachen zunächst zusammen, und dann auseinander. Auch hier zog der Trainer - bereits Mitte der Hinrunde - die Reißleine und zog sich zurück...
Mit Spannung erwarten Fans, Medien und die brasilianische Fußballwelt, wie es sich das Gespann Corinthians-Dugarry entwickeln wird.
Sorry Leutz,
brauche ne kleine Pause bei Copa.
Werde daher (sehr ungern) auch den Girardot FC verlassen.
Hoffe nur, dass das sich dann nicht negativ - da ja Punkte in der Copa Libertadores verloren gehen - auf die Liga bzw. Kolumbien auswirkt.
Vielleicht sieht man sich ja nächste oder übernächste Saison wieder - jeh nachdem, wann ich wieder Zeit für sowas finde.
Also macht`s gut und noch viel Spass bei Copa etc.
PS: @TCK: Das mit den Hörnchen ist noch lange nicht geregelt.;-)
PPS: @El Hindu: Meine Filmrolle darf ruhig sterben ;-).
PPPS: @all: Würde es begrüßen, wenn sich einer schnellstmöglich den Girardot FC schnappen würde - es geht schließlich auch um Punkte in der Copa Libertadores.