Und noch weiter klettert der sozusagen dreifache Titelverteidiger die Tabelle rauf und auch in der Copa Libertadores scheint es zu klappen. Die Methoden des Deus scheinen also zu fruchten. A propos: Der Kubaner ist immer noch überzeugt, dass die vegane Ernährung auch im wilden Nordwesten Mexicos eine Zukunft hat. Schliesslich hat dort sehr viel pflanzliches eine Zukunft (und auch Vergangenheit). Er weiss auch nicht erst seit Mexico, dass man für alles, was man will nur die richtigen
Leute kennen muss.
Und übrigens an Davin: Die Rechnungen für Rum und Zigarren können nicht von Deus sein. Der verteilt diese Dinge nämlich jeweils umsonst. Aber natürlich nur an sehr gute Freunde oder wichtige Persönlichkeiten. Ob Davin eins von beiden ist, muss der selbst beurteilen. Ob der Rum und Zigarren wirklich von Deus stammen, kann der problemlos nach einer weiteren Einladung beurteilen (manchmal verliert er ob der vielen Geschenke etwas den Überblick).
Was auch immer C. Deus in Tijuana angestellt hat, es scheint zu funktionieren: Der Titelverteidiger klettert in der Tabelle aufwärts und übernimmt auch die Führung in seiner Gruppe der Copa Libertadores. "Zugegeben, Herr Davin hat mir ein paar eher unkonventionelle Methoden beigebracht. Aber es war doch sehr nötig, frischen Wind in diese Mannschaft zu bringen, welche nach drei Meisterschaften doch ein
bisschen gesättigt wird. Ich ging natürlich da mit gutem Beispiel voran und habe mir einen beträchtlichen Teil meines Körpergewichts abtrainiert und achte nun auf gesunde Ernährung. Da bin ich auf auf eine mir völlig neue kulinarische Welt gestossen. Deshalb auch die Idee, welche im Titel dieses Artikels steht. Ich glaube Tijuana, der Sündenpfuhl, wartet auf diese zündende Geschäftsidee."
In Celaya gibt es zurzeit vor allem ein Thema: Den neuen Coach, C. Deus. Bislang war der Kubaner zwar als Wandervogel bekannt, aber ebenso als eher phlegmatischer Gourmet und Gourmand. Nun soll er also in Tijuana in schlechte Gesellschaft geraten sein. Wir empfangen den Kubaner auf dem clubeigenen Hubschrauberlandeplatz. In bester Form und Laune steigt er aus der Maschine und stellt sich den Fragen der Presse:
"Herr Deus, wo waren Sie?" "In Tijuana." "Was haben Sie dort gemacht?" "Wissen
Sie, ich bin ein Trainer, der sich ständig weiterbilden will und auch vor neuen Methoden nicht zurückschreckt. Die Mannschaft aus Tijuana hat einen unglaublich guten Lauf und da ich eine Einladung dorthin gekriegt habe, wollte ich mich mal mit Coach Davin austauschen. Es war sehr erbaulich." "Was haben Sie gelernt?" "Genauer ins Detail will ich natürlich nicht gehen. Nur so viel: An der Pressekonferenz war ich NICHT zugegen! Nicht mal Davin kann meine dermassen rumerprobte Leber umhauen!"
Nach zwei Auswärtsspielen ist C. Deus mit seinem Team tatsächlich um einige Plätze abgerutscht. Dramatisieren will er diesen Umstand nicht. Allerdings sind einige Titelkandidaten schon ein wenig enteilt, was sich auch in den Oddset-Quoten wiederspiegelt: Grundsätzlich glauben die Spieler nicht, dass man in Celaya die dritte Titelverteidigung in Folge schafft. Aber wie gesagt, davon lässt sich Deus nicht aus der Ruhe bringen. Dann schon eher von der Tatsache, dass sein liebster Widersacher Tijuana verlassen hat. Nun werden die Artikel wohl noch eher zu Monologen verkommen. Nun ja, immerhin ist die Copa Libertadores noch ein kleiner Aufsteller, wo man sich ja auch viel vorgenommen hat.
Ein ungewohntes Bild, das die mexikanische Tabelle da zeigte: Serienmeister Atletico Celaya auf einem Fast-Abstiegsplatz. Die schlimmsten Befürchtungen der Fans nach der Einstellung von C. Deus als Chefcoach scheinen wahr zu werden. Und schon nach nur zwei Spielen brodelt die Gerüchteküche: Was macht der Kubaner in seiner Freizeit, von der er offenbar zu viel hat, sonst wäre sein Team erfolgreicher.? Kenner ahnen, dass er sich gerne in den zahlreichen Edelrestaurants der Hauptstadt den Bauch vollschlägt. Ein Insider schlägt nun aber Alarm. Der friedfertige und genussvolle Deus soll eine anonyme und lukrative Einladung nach Tijuana bekommen haben. Da schrillen in der Provinz alle Alarmglocken!
Drei Mal in Folge wurde Xerez Meister mit dem ehemaligen Provinzclub Celaya. Die Statuen des angeblich attraktivsten Trainer Lateinamerikas (und somit wohl auch der Welt) in der Stadt des Wassertanks sind kaum zu zählen. Trotzdem hat er Mexiko nun verlassen für den, nach eigener Aussage, besten Klub der Welt: Die Corinthians aus Sao Paulo (gemäss verschiedenen Gerüchten waren aber
die brasilianischen Frauen und die berühmt-berüchtigte Lebensweise der Hafenstadt der massgebende Punkt). Verständlich, dass die Fans in Celaya Aufstand betreiben. Und was tut der Klub um die Lage zu beruhigen? Er verpflichtet den wahrscheinlich erfolglosesten Trainer Amerikas und berühmten Gourmet und Wandervogel C. Deus als Nachfolger des legendären Xerez. Wenn das nur gut geht!
Auch wenn es um Trainer Calvo Deus in letzter Zeit ein wenig ruhig geworden ist, so mischen seine Toros aus Nezahualcóyotl erstmals seit langer Zeit wieder ganz vorne in der mexikanischen Eliteliga mit. "Die Arbeit zahlt sich aus. Ich wusste, dieses Team hat Potenzial." Daneben versucht Deus, das ruhige Leben zu geniessen. "Wäre nicht Xerez, würde man denken, das Land sei verlassen. Immerhin kriege ich von ihm ab und zu ein Lebenszeichen in Form von tollen Genussmittel oder seltsamen Einladungen. Solange die Saison dauert werde ich mein Team aber selbstverständlich nicht verlassen und den vollen Fokus auf den Spocht legen."
Bei den Toros Neza hat man ja zugegebenermassen die Anforderungen für diese Saison ein wenig höher gestellt. Beim Blick auf die aktuelle Tabellenposition wird Calvo Deus aber schon ein wenig mulmig zu Mute: "Ich bin überrascht, wie schnell wir den Tritt gefunden haben. Hoffentlich können wir so weiter machen. Es ist allerdings möglich, dass einige unserer Konkurrenten plötzlich aus ihrem Winterschlaf erwachen, sich aktiv an den nationalen Debatten beteiligen, und/oder aus ihren längeren Urlaubsreisen zurückkehren und dann auch aufdrehen. Bis dahin werden wir unsere Situation natürlich geniessen."
Wie die ganze mexikanische Liga ist auch Calvo Deus zur Weihnachtszeit ein wenig lethargisch geworden. Es ist nicht viel los im schönen Mexico, alle sind mit sich selbst beschäftigt (vielleicht auch mit Drogen, Mädchen, Tequila und ähnlichen Dingen). Senor Deus mag das alles zwar auch, dennoch ist er ob der Trägheit der Liga ein wenig vor den Kopf gestossen. Das Schlimmste daran ist allerdings, dass man daraus kaum Kapital schlagen kann. Wobei: Wann haben die Toros das letzte Mal einen so guten Saisonstart hingelegt? Man kann sich nicht daran erinnern. Also gut möglich, dass Calvo Deus zusammen mit seinem Haudrauf-Kollegen ein bisschen die südamerikanische Küche entdecken geht.
Nachdem die erste Saison bei den Toros Neza für C. Deus überhaupt nicht nach seinen Vorstellungen gelaufen war, wie die ganze Liga eigentlich ist auch der Verein aus Nezahualcóyotl ein bisschen vor sich hin gedümpelt, passt der Kubaner seine Ziele für die kommende Spielzeit ein wenig an und drescht ein paar Phrasen: "Wichtig ist es, dass wir zu Konstanz finden. Daneben muss ich natürlch meine Kochkünste verbessern. Ich werde bei den besten lernen. Schlussendlich ist es einfach wichtig, dass wir am Ende der Saison vor den Männern (wenn man das so sagen kann) platziert stehen werden. Dann können wir den Xerez auch zu einem ordentlichen Festessen einladen."
Andere Klubs machen sich fertig für die Meisterfeier oder kämpfen um den Einzug ins internationale Geschäft. Die Toros Neza hatten von Anfang an nicht damit gerechnet, hier gleich in der ersten Saison unter Calvo Deus vorne mitzumischen (zugegeben ein paar leise Hoffnungen gab es trotz dessen Erfolglosigkeit schon). Dass man aber nun gegen den Abstieg kämpft, ist jedoch eine herbe Enttäuschung. Der kubanische Trainer gibt sich denn
auch selbstkritisch: "Auch wenn vieles nicht so gelaufen ist, wie wir uns das vorgestellt hatten, waren es auch einige fragwürdige taktische Fehlentscheidungen, welche uns in diese missliche Lage brachten. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen und nächste Saison besser abschliessen." Auch wenn sich damit das Gerücht, dass Wandervogel Deus weiterzieht so sicher nicht ganz aus der Welt schaffen lässt.
Eigentlich wollten sich die Toros am letzten Tag eine komfortable Ausgangslage für den Schlussspurt legen, dass dies trotz einem Auswärtsunentschieden nicht gelang, lag vor allem an der überraschenden Gegenwehr irgendwelcher Lagunenbewohner. Calvo Deus ärgert sich, schaut aber nach vorne: "Klar, das hätte besser laufen können. Schlussendlich müssen wir aber zufrieden sein, mit dem was wir haben. Unsere Ausgangslage ist aufgrund des Spielplans keine schlechte. Ich bin überzeugt, dass wir den direkten Klassenerhalt schaffen. Und dann, wie bereits versprochen, werden wir nächste Saison etwas gewiefter angreifen."
Die Frage, die sich Calvo Deus nach diesem ZAT stellt, ist vor allem: Wer mentorte hier wen? Da erdreistet sich der Xerez doch tatsächlich zur Aussage, er sei Deus' Lehrer. Dieser stuft das als lächerlich ein, will aber angesichts der sportlich angespannten Lage keine sinnlose Diskussion vom Zaun brechen. "Wir müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren," so der lebensweise Kubaner, "schliesslich droht der Abstieg. In diesem Sinne ist der Vergleich mit Xerez durchaus angebracht: Wir sind beide waren mit grossen Vorschusslorbeeren nach Mexico gekommen (die wir uns vor allem selber gegeben haben) um dann sportlich im Mittelmass zu versinken." Wir finden diesen Vergleich ein wenig seltsam.
Seit einiger Zeit war es still geworden um den kubanischen Trainer der Toros Neza. Böse Zungen behaupteten gar, Calvo Deus wolle sich den Schmähungen seiner Ligakollegen entziehen. "Nichts liegt mir ferner als das," so sein resoluter Kommentar. "Die kann ich sowieso allesamt nicht ernst nehmen! Much ado about nothing oder wie das heisst." Den Grund seines Fernbleibens wollte Deus aber trotzdem nicht verraten: "Nur so viel: Es hat weder was mit Frauen, noch was mit Essen, noch was mit Fussball zu tun. Aber es war wirklich wichtig." Solche kryptischen, und ausserdem logisch unmöglichen, Aussagen helfen sicherlich kaum mit, seine Sympathielage, die aufgrund der Tabellensituation ein wenig angespannt ist, aufzubessern.
Es scheint, als ob rauschende Parties Calvo Deus zu motivierenden Höchstleistungen antreiben würden. Nach dem gelungenen Abend in Xerez' Villa hatte der Kubaner ein paar neue Freunde gefunden, bzw. beschenkt. Danach konnte seine Mannschaft zum ersten Mal in dieser Saison zwei Siege in Folge einfahren. "Die Abstiegssorgen sind wir noch nicht los," so P. Deus lapidar. "Viel wichtiger ist es allerdings, Atlético Celaya noch einzuholen und die Zustände der Liga zu chaotisieren, worin wir ja schon auf gutem Weg sind. Vielleicht hilft uns das, den Klassenerhalt zu sichern. Es scheint so, dass die werten Kollegen nicht recht aus ihrer lethargischen Routine aufwachen wollen."
Rechtzeitig zum ersten Dreier (-spieltag, nicht die andere Situation) der Saison finden sich die Toros Neza am absoluten Tabellenende wieder. Calvo Deus mag die Situation nicht dramatisieren und wirft weiter Gifrpfeile in Richtung Celaya: "Hauptsache wir sind alle gesund und wohlgenährt. Ausserdem würde es mich nicht sonderlich überraschen, wenn die Tabelle am Ende der Saison genau andersrum aussieht: Wir ganz weit oben und die Männer (oder Memmen?) von Xerez ganz weit unten. Die breite Mittelschicht können wir sozusagen ignorieren. Schimi Dos wird es diese Saison definitiv zu hektisch, Tobsi fehlt es an Konstanz (1 Peso für das fette Phrasenschweinspanferkel), nur vor Tric habe ich zugegebenermassen ein bisschen Bammel:"