Mao Ze Tung lächelte zufrieden. Soeben hatte sein Team einen klaren 4:0 Sieg gegen Duhok gelandet und auch Samaraa mit 4:0 abgefertigt. „Damit war nach den Trainingsleistungen nicht zu rechnen. Wir haben ein neues System probiert, ich hatte nicht erwartet, dass die Jungs es so schnell umsetzen würden. Die Leistung hat mich wirlich überrascht.“ Scheinbar haben sie es nur für Heimspiele begriffen, denn im Auswärtsspiel bei Al-Minaa setzte es eine deutliche 0:3 Niederlage. Aber nun kommt ja wieder ein Heimspiel…
Trainer Mao Ze Tung ist nicht zu beneiden: Drei Spiele, nur drei Punkte aber drei Verletzte! So ist die "Ausbeute" des letzten ZATs. Bei der 1:0 Niederlage bei AL-Zawraa erlitt der Außenverteidiger Barik El Fleth einen doppelten Wadenbeinbruch. Der Heimsieg gegen Al-Karkh musste noch teurer bezahlt werden: Bei einer missglückten Abwehr prallten der Torhüter Karo Fanghi und ein weiterer Verteidiger so unglücklich zusammen, dass beide mit Verdacht auch Kreuzbandriss ausschieden. Sollte sich diese Diagnose bestätigen, müsste der Verein u.U. noch am Transfermarkt aktiv werden.
Überrascht zeigte sich Trainer Mao Ze Tung über das Angebot seines Kollegen Xelaju, ihm einige Jünglinge zur Auffrischung der Mannschaft zu überlassen. "Ist das ein Eingeständnis, dass die Fußballschule eher ein fröhlicher Kindergarten ist? Spielen die Jungs denn wirklich so schlecht? Außerdem brauchen wir keine jungen, schlechten Spieler, wir haben gute,
gereifte." Wie gut, zeigte sich in den beiden Heimspielen, als jeweils Rückstände noch ausgeglichen wurden (gegen Nassirya) bzw in einen Sieg umgedreht (gegen Mosul). Gerade gegen den Vorletzen gab es zwei unterschiedliche Halbzeiten: 0:2 zur Pause drehte Al-Sinaa den Spieß noch um und gewann 3:2. Hoffentlich zeigt das Team in den nächsten Spielen auch einmal Auswärtsstärke.
"So können wir gerne noch mehr Spiele bestreiten," lachte Trainer Mao Ze Tung sein vermitztes Lächeln. Sein Team benötigte gegen Arbil gerade einmal zehn wache Minuten. Schon in der ersten Minute gelang die Führung, danach verflachte das Spiel. Das 2:0 in der 19. Min. war eher Ergebnis eines Verlegenheitsschusses. Danach tat Al-Sinaa nicht mehr als nötig und kontrollierte das Spiel
sicher. Als die Zuschauer schon fast gingen, folge noch ein Doppelschlag zum etwas zu hohen 4:0. Mit dem glücklichen Auswärtspunkt gelang dem Team der Sprung auf den 6. Platz. Nun kommen schwerere Gegner, insbesondere beim Tabellenführer Al-Talaba wird das Team zeigen müssen, was in ihm steckt. Dazu Mao: "Ich werde eine neue Taktik probieren, es wird sicher für den Gegner überraschend sein."
"Nein", antwortet Mao Ze Tung auf Fragen der Journalisten knapp, "nein, ich habe nicht vor, das Team mit buddhistischen Meditationen auf Titelkurs zu bringen." Der neue Trainer beim Hauptstadtclub Al-Sinaa, der mehrere Jahre im Iran trainiert hat, gab sich optimistisch. "Die Liga im Irak ist in den letzten Jahren sehr stark geworden. Ich bin sicher, dass ich mit mienem Team dazu beitragen werden, dass es weiter so geht. Auch wenn wir nicht sofort um
den Titel mitspielen werden, international sollte es im nächsten Jahr schon sein." Auf die Frage nach seinem Umweg über Neuseeland angesprochen, den Trainerkollege Xelaju anscheinend bewegt, erklärte er lapidar: "Ich war es meiner Frau schuldig, ein Jahr in der Sonne auszuspannen. Doch nun möchte ich wieder richtig angreifen. Ich freue mich auf den Irak, ich freue mich auf Al-Sinaa und ich freue mich auf den ersten Sieg - gegen Xelajus Al-Jaish."
Lange musste der neue Trainer auf das erste Tor seiner Mannschaft warten. Stark präsentierte sich der Altmeister Al Jaish, doch ein Doppelschlag eine Viertelstunde vor Schluss stellte den ersten Heimsieg für Al-Sinaa sicher. "Die Mannschaft hat noch nicht das System gespielt, das mir vorschwebt, doch erst einmal zählt das Ergebnis, "kommentierte Mao Ze Tung seinen Einstand. Im nächsten Heimspiel erwarten die Bagdader mit Arbil einen besonders gefährlichen Gegner: "Die sind wohl immer für ein paar Tore auf des Gegners Platz gut. Wir werden uns darauf einstellen," deutete Mao Veränderungen in der Mannschaft an.