F: Na, zum erstmals positiven Torverhältnis in dieser Saison! Nach einem katastrophalen Start in die Rückrunde scheint sich die Abwehr langsam etwas zu stabilisieren - nicht mehr 4 sondern nur noch 1 Gegentor, das ist doch mal ein Erfolg.
G: Wissen Sie, wenn Deppen wie Sie mir nicht ständig über die Schulter schauen und überflüssige Kommentare abgeben würden, dann könnte ich in aller Ruhe meine Arbeit verrichten und Oviedo zum Meister machen. Aber so wird das halt nichts.
F: Sie meinen also, dass die Presse daran Schuld trägt, dass Oviedo nicht
Meister wird?
G: Schuld tragen trifft es ganz gut, Sie sind ja nicht ganz allein Schuld. Ein bisschen mehr Einsatz meiner Spieler und wir könnten schon jetzt die Meisterschaft feiern!
F: Don Guate, haben Sie heute morgen Ihre Pillen genommen?
G: Nein, ich muss nüchtern sein und einen klaren Kopf haben, wenn ich meine Spieler in 2 Spieltagen zum Meister küre.
F: Don Guate, Sie haben derzeit 10 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer!
G: Sie müssen sich irren! Wir werden Meister!
F: Vielen Dank für diesen Einblick in Ihre derzeitige Verfassung, wir werden uns freuen, nächste Woche wieder mit JEFE reden zu können.
Frage: Don Guate, wir sind mehr als überrascht und noch glücklicher, Sie nach langer Zeit mal wieder persönlich zu treffen. Wie geht es Ihnen?
Guate: Bis vor kurzem ging es mir ausgezeichnet, aber seit ich Sie sehe, wird mir etwas flau im Magen.
F: Ihr Saisonplan scheint ja derzeit aufzugehen, aber die hohen Auswärtsniederlagen konnten Sie noch nicht abstellen.
G: Wie mein Vertreter JEFE ja eindrucksvoll dargelegt hat, sehen wir in der Abwehrarbeit eine Baustelle, die wir langfristig bearbeiten müssen. Mal
gelingt es uns, mal gelingt es uns nicht.
F: Mit dem derzeit zwölften Rang und dem vorherigen elften Platz haben Sie es in dieser Saison noch nicht geschafft, auf einen einstelligen Platz vorzudringen - ist Ihnen das nicht peinlich?
G: Nein. Wir haben unseren Plan und halten uns daran. Ich verstehe nicht, weshalb Sie dermaßen kurzfristig denken! Erst loben Sie mich, dann kritisieren Sie mich. So kann ich nicht arbeiten und werde in Zukunft wohl auf JEFE zurückgreifen müssen. Ich danke Ihnen nicht für dieses Gespräch.
Frage: JEFE, Don Guate weigert sich weiterhin, mit uns zu sprechen und wir sind somit auf Sie angewiesen. Oviedo ist mal wieder auswärts ohne Punktgewinn geblieben, aber Sie blicken recht fröhlich drein - wie kommt das?
José Enrique Fernández Ermato: Ich bin ein fröhlicher Mensch. Außerdem hat gerade das Spiel auf Mallorca gezeigt, dass wir in der Abwehr immer stabiler werden. Die Gegentreffer waren in der vergangenen Saison eindeutig zu viele und daran arbeiten wir in dieser Saison.
F: Aber hilft es soviel, die Spiele nur noch knapp zu verlieren? Sitzt der Frust dann nicht viel höher?
JEFE: Nein. Man
merkt der Mannschaft an, dass diese knapperen Niederlagen ihr Selbstvertrauen geben. Die Rückfahrten nach Oviedo sind nicht mehr ganz so trist wie zu Beginn der Saison.
F: Aber ohne Punkte kommen Sie trotzdem nicht voran...
JEFE: Wissen Sie, solang wir daheim die Siege holen, müssen wir uns nicht mehr mit dem Abstieg beschäftigen, das ist doch schon mal ein erster Schritt in unserem Fünfjahresplan.
F: Sie halten immer noch an diesem bekloptten Plan fest?
JEFE: Ja. Wir gehen kleine Schritte, aber wir bestimmen, wohin wir diese richten.
F: Sie sind ein Poet, munches gracies für das Gespräch.
Frage: Herr José Enrique Fernández Ermato, Sie si-
José Enrique Fernández Ermato: Bitte, nennen Sie mich doch bei meinem bekannten Kürzel, JEFE.
F: Gut, Jefe. In der vergangenen Woche kam es gar nicht zu einer Pressekonferenz, nun sehen wir nur Sie, aber keine Spieler und schon gar nicht Don Guate. Was ist los? Die Mannschaft spielt doch derzeit gut und hat die Abstiegsränger verlassen!
Jefe: Genau! Und gerade deshalb werden Trainer und Spieler fürs erste nicht mehr auf Pressekonferenzen erscheinen - wir wollen uns auf das Wesentliche konzentrieren.
F: Können Sie denn die vor 2 Wochen geäußerten Vermutungen Coelhos, Guatemalaria sei an
Malaria erkrankt, endgültig als Lügenmär ad acta legen?
Jefe: Definitiv. Auch wenn Sie seit jenem ersten Interview nach den Gerüchten nicht mehr mit Don Guate gesprochen haben, kann ich Ihnen versichern, dass es ihm blendend geht.
F: Die Mannschaft scheint sich nach einem schwachen Beginn langsam etwas zu fang-
Jefe: Die Mannschaft ist auf dem besten Wege, unsere Langzeitplanung in die Tat umzusetzen. Aber ich muss an dieser Stelle erneut darauf hinweisen, dass es eine Langzeitplanung ist, die kurzfristigen Schwankungen unterliegt - merken Sie sich das bitte, dann ersparen wir uns nächste Woche einen depperten Einstieg in unser nächstes Gespräch. Munches gracies.
F: Don Guate, auch wenn Ihre Taktik, alle 3 Spiele eine Position nach vorn zu rücken, nicht geklappt hat, so gibt es doch Grund zur Freude: Ihr Stürmer Algo Pequenito wurde in einer europaweiten Abstimmung zum fünfzehntbesten Stürmer Europas gewählt, man hat ihm den Titel Iberodelantero für den besten iberischen Stürmer verliehen und ihm wurde gar eine Lobeshymne gesungen!
G: <i>Bones díes</i> erstmal. Ich freue mich außerordentlich über den großartigen Erfolg Algos, auch wenn wir mit unserer Hymne nicht dort gelandet sind, wo wir hinwollten. Mit seinen fünf Treffern gegen San Sebastián hat Algo mal wieder im Alleingang das Spiel entschieden.
F: Es gibt inzwischen Gerüchte, Vereine wie Real Madrid und Manchester United würden bei Ihnen anfragen und wollten Algo abwerben...
G: Sie sollten wissen, dass ich einer der letzten
bin, die von Gerüchten etwas hören, daher kann ich dazu nichts sagen.
F: Dieser klare Heimsieg kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Sie weiterhin auf dem vorletzten Tabellenplatz rumkrebsen.
G: Krebse sind in Asturien eine Delikatesse, wir wollen als eine solche für unsere Gegner aber nicht herhalten, von daher müssen wir schleunigst dafür sorgen, dass wir neben unserem Iberodelantero noch einen Mezclador de cemento bekommen - derzeit haben wir mit Abstand die meisten Gegentore und sollten hier die Notbremse ziehen. Wir kränkeln derzeit wohl mehr als dass wir rumkrebsen.
F: Wenn Sie schon vom Krebsen reden, Ihr Kollege Paulo Coelho spricht davon, dass Sie an Malaria erkrankt sind - was ist da dran?
G: Wenn ich Sie korrigieren darf, er vermutet es nur und wenn ich krank wäre, säße ich nicht hier bei ihnen sondern würde mich auskurieren, oder?
Frage: Don Guate, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem ersten Heimsieg der Saison!
Guatemalaria: Gracies. Ich denke, dass wir mit diesem Sieg einen ersten wichtigen Schritt hin zu unserem Langzeitziel gemacht haben.
F: Können Sie diese Aussage etwas präzisieren?
G: Pues, wenn Sie sich die Tabelle ansehen, haben wir an einem Spieltag einen Tabellenplatz gut gemacht, oder?
F: Das stimmt.
G: Wenn Sie sich nun ein wenig anstrengen und schauen, wo wir stehen, wenn wir nun jeden Spieltag einen Platz höher steigen, werden Sie feststellen, dass man von unserem Saisonziel, auf einen einstelligen Tabellenplatz zu kommen, nicht mehr weit entfernt ist.
F: Sie wollen sich mit einem 7. Platz
zufriedengeben?
G: Ja. Lieber strebe ich einen siebten Platz an, werde fünfter und freue mich riesig, als dass ich jetzt schon sage, dass wir Meister werden und wir dann fünfter werden. Gewisse Pressefuzzis werden mich dann nämlich teeren und federn, wenn Sie mich verstehen...
F: Jetzt stehen für Sie zwei Auswärtsspiele an, unter anderem bei A Coruna, dem ärgsten Verfolger in der Ewigen Tabelle Spaniens - wie werden Sie in das Spiel gehen?
G: Es wäre natürlich eine große Enttäuschung für uns, wenn wir die Tabellenführung abgeben müssten, aber wir werden auch nicht blindlings in das offene Messer dieser hinterhältigen Galicier laufen.
Frage: Don Guate, auch wenn Sie im Heimspiel durch das 4:5 wenigstens ein paar Tore auf der Habenseite zu verzeichnen haben, darf der Saisonbeginn durchaus als katastrophaler Saisonstart gewertet werden, oder?
Guatemalaria: Definitiv. Aber wenn wir uns ansehen, wie wir letzte Saison gestartet und wo wir am Ende gelandet sind, dann mache ich mir keine Sorgen. Damals sind wir als Tabellenführer gestartet und haben katastrophale Spiele folgen lassen.
F: Und Sie meinen, durch den 20. Tabellenplatz könnte es nur noch besser werden?
G: In der Tat. Ich will jetzt nicht behaupten, dass dies eine taktische
Meisterleistung war, aber nichtsdestotrotz habe ich eigentlich ein gutes Gefühl.
F: Ihre Mannschaft hat schlecht gespielt...
G: Hat sie nicht. Die anderen waren nur etwas besser und haben demzufolge auch nicht unverdient die Punkte mitgenommen. Die Heimpleite war natürlich ärgerlich, denn wir wollen in dieser Saison deutlich heimstärker auftreten als in der vergangenen, aber jetzt müssen die Jungs sich dann halt endlich mal reinhängen. Dann können wir das Feld sicherlich mit Erfolg von hinten aufrollen und noch so manchen Gegner überraschen.
Frage: Don Guate, die Pause zwischen der alten und der neuen Saison ist mal wieder wie im Fluge vergangen.
Guatemalaria: Stimmt, ich habe es noch nicht mal geschafft, Sie zu vermissen! Was für Fragen haben Sie denn heute auf dem Herzen?
F: Wissen Sie, Don, wir würden gern wissen, wie lang Sie noch Trainer in Oviedo sein werden.
G: Ich fühle mich geehrt, dass Sie sogar das Futur benutzen und nicht schon in der Vergangenheit von meiner Tätigkeit berichten. Mein Vertrag ist ohne Befristung.
F: Das heißt, egal wie schlecht Sie in dieser Saison abschneiden, man wird Sie immer noch nicht feuern?
G: Korrekt. Sie
dürfen mich also den Unkündbaren nennen. Falls Sie keine weiteren Anmerkungen, Fragen kann man das ja kaum nennen, haben, würde ich mich gern auf den Platz begeben. Wenn wir in dieser Saison unser Ziel erreichen wollen, müssen wir noch härter arbeiten - sonst wird das mit dem internationalen Geschäft nichts.
F: Don Guate, Sie sprechen vom internationalem Geschäft?
G: In der Tat. Ich rechne mir durchaus Chancen aus: Wir haben eine starke Mannschaft, die sich langsam an das System Guatemalaria gewöhnt und ein wunderbares Umfeld. Ich danke Ihnen für dieses angenehme Plaudern, muss mich nun aber verabschieden. Ta lluéu.
F: Don Guate, Ihre Mannschaft hat es mal wieder nicht geschafft, die Leistung abzurufen, die wir erwartet hatten. Die ganze Saison ist eine einzige Enttäuschung gewesen und nun fragen wir uns, weshalb man Sie auch in der nächsten Spielzeit auf der ovetensischen Bank sehen sollte.
G: Weil ich einen guten Job mache. Weil die Mannschaft langsam mein System versteht. Weil wir in der nächsten Saison deutlich besser spielen werden als in dieser. Weil wir mehr Zeit brauchen, um auch Leute wie Sie zufriedenzustellen.
F: Ihr Nachfolger in Alavés klopft mit der Mannschaft an die Tür nach Europa, Sie zerren an der Tür und stellen gleichzeitig den Fuß so eng, dass die Tür nicht ein einzigen Spalt aufgehen kann.
G: Ich schätze die
Arbeit, die basti782 bei Depor abliefert, das Team hat eine tolle Saison gespielt und hätte es verdient, nächstes Jahr auch in Europa für Aufsehen zu sorgen. Nichtsdestotrotz hat er die Mannschaft ja auch von mir übernommen, ich hatte also nicht die Möglichkeit, im zweiten Jahr zu ernten, was ich dort gesät habe.
F: Also sind eigentlich Sie der Vater des Erfolges in Alavés?
G: Drehen Sie mir die Worte bitte nicht im Munde herum! Ich sage nur, dass ich hier in Oviedo die Chance habe, zu ernten und diese Chance werden wir nutzen. Wir brauchen Zeit, Zeit, Zeit. Sie wissen doch selbst wie das Sprichwort sagt: "Más sabe el diablo por viejo que por diablo." Ich werde im kommenden Jahr darauf zurückkommen, glauben Sie mir.
F: Don Guate, schaut man sich die Spiele, vor allem die Auswärtsspiele, an, die Ihr Team bestritten hat, seit Sie es als Zunge an der Meisterschaftswaage bezeichnet haben, kommt man zu dem, durchaus logischen und gleichzeitig doch sehr traurigen Schluss, dass die Zunge recht lahm ist, als Gewicht kaum auffällt...
G: Können Sie die Frage bitte langsam wiederholen? Da waren mir zu viele Winkel drin.
F: Wohl an: Ihr Team spielt noch schlechter seit unserem letzten Interview.
G: Meinen Sie? Wir sind eines von 5 Teams die die Position halten konnten!
F: Selbst wenn man Ihnen, wie im Falle von Valencia geschehen, einen eindeutigen Plan, leichter als eine IKEA-Anleitung, vorlegt, dann sind Sie nicht in der Lage, zu punkten!
G: Wissen Sie was ich an unserem heutigen Gespräch so angenehm finde? Sie halten sich mit bekloppten
Fragen zurück und verlagern sich stattdessen auf hohle Phrasen auf die ich nicht antworten muss.
F: Noch 6 Spiele, 18 Punkte die zu vergeben sind und Oviedo hat den Klassenerhalt noch nicht sicher, die Meisterschaft ist bei derzeit 16 Punkten Rückstand dagegen weg - Sie in naher Zukunft auch?
G: Na endlich! Seit Wochen warte ich darauf, dass Sie diesen Klassiker wieder auspacken, mit dem Sie mich schon seit Saisonbeginn nerven. Ja, ich bin bald weg und fahre in den wohlverdienten Urlaub. Aber vorher werde ich Ihnen noch beweisen, dass wir eines der folgenden Ziele auf jeden Fall erreichen werden:
- Ein positives Torverhältnis
- Eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte.
Sollte dies nicht der Fall sein, lade ich Sie auf eine Flasche Sidra ein. Ich meine, dass wir noch etwas vom den vergifteten Zeug aus der Hinrunde haben.
F: Don Guate, nach den erneuten Auswärtspleiten dürften Sie eigentlich gar keine Interviews mehr führen, oder?
G: Weil ich eigentlich gefeuert sein sollte? Weil ich rund um die Uhr auf dem Platz stehen und meine Jungs trainieren sollte? Welche Version wollen Sie hören?
F: Sie treffen in den kommenden Tagen auf den Tabellenführer, den Tabellenzweiten und auch noch auf den derzeitigen Dritten im Bunde. Nur Ihrem ehemaligen Verein haben Sie die Punkte bereits abgeliefert. Sehen Sie überhaupt noch die Chance, Ihr angestrebtes Ziel, es in die obere Tabellenhälfte zu schaffen, als erreichbar an?
G: Definitiv! Wir spielen ja auch noch in Valencia. Der dortige Trainer hat uns ja eine
Anleitung gegeben, wie wir seine Taktik durchschauen können! Das dürfte doch gelacht sein, wenn wir dort nicht wenigstens im Wissen, mit welcher Taktik man uns die Punkte abknüpfen wird, auflaufen würden, oder?
F: Zurück zum Kampf um die Meisterschaft - sehen Sie sich als Zünglein an der Waage?
G: Nein, nicht als Zünglein - eher als Zunge!
F: Sie gehen also voller Selbstbewusstsein als voraussichtlicher Punktelieferant in die Partien?
G: Erhobenen Hauptes und voller Stolz, ja. Zaragoza war die erste Mannschaft, die es gewagt hat, einen Dreier aus Oviedo zu entführen, dementsprechend geladen gehen wir in die Partie, denn ab diesem Zeitpunkt hat unsere Pechsträhne begonnen!
Die Luft wird dünner und Don Guate beginnt zu flennen
F: Don Guate, auch ohne das Höhentraining in den Picos de Europa wird für Sie die Luft immer dünner - glauben Sie noch daran, dass Sie das Ende der Saison als Trainer Reals erleben werden?
G: Ja. Und Ihre ewige "Ihr-Ende-ist-nah-Fragestellerei" geht mir gehörig auf den Keks. Wir sind 7 Punkte vom ersten Abstiegsplatz entfernt, haben erneut unser Heimspiel gewonnen und bekommen langsam etwas Konstanz in unser Spiel. Und Sie sehen sich in der Position, meine Position bei Real Oviedo in Frage stellen zu dürfen?
F: Ich bin Reporter, was soll ich sonst tun?
G: Sie könnten beispielsweise mal schauen, wie wir spielen! Sie könnten schauen, dass wir in meiner ersten Saison in Asturien häufig genug gegen einen bösen Gegenwind spielen
mussten, dass man uns gepanschte Sidra untergejubelt hat und unsere Gegner uns den Rasen kaputtgetreten haben. Sie könnten sehen, dass unsere Jugendabteilung besser dasteht als jemals zuvor!
F: Don Guate, Sie spielen nicht im Ernst auf die F-Jugend an, die einen 10. Platz in einer 16er Liga erreicht hat, oder?
G: Doch!
F: Sehen wir da die ersten Tränen in Ihren Augen?
G: Nein, schnief! Sie werden dieses Wochenende erneut eine bärenstarke ovetensische Mannschaft sehen, die geschlossen auftritt und versuchen wird, sich noch auf einen einstelligen Tabellenplatz zu schieben.
F: Sie erlauben, dass wir dieses Gespräch hier beenden, da wir sonst drohen, vor Lachen vom Tresen zu fallen?
G: Lassen Sie mich halt allein! Das schaffe ich auch ohne Sie!
5 zum Abstieg, 8 zur Europareise und wovon träumt Don Guate?
F: Don Guate, herzlichen Glückwunsch!
G: Wozu?
F: Na, zu Ihrem Heimsieg! Durch das 5:0 gegen Santander haben Sie endlich mal wieder daheim einen Sieg eingefahren und dann sogar noch ohne Gegentor. Das sollte Ihnen im Abstiegskampf doch etwas mehr Kraft und Mut geben, oder?
G: Ich danke Ihnen für diese netten Worte. Aber ich sehe den Dreier eher als Unterstützung im Kampf um die internationalen Startplätze.
F: Bitte? Ihre Mannschaft hätte ohne den Sieg nur noch zwei Punkte Rückstand
auf einen Abstiegsplatz und Sie schwärmen von den internationalen Spieltagen?
G: Hätte, wenn und aber - wir haben gewonnen und werden uns im Laufe der Saison noch nach oben arbeiten. Es werden sich uns noch genug Möglichkeiten bieten, den Sprung auf die einstelligen Plätze zu erreichen. Und von dort ist es wirklich nur noch einen Katzensprung nach Europa.
F: Don Guate, wir danken Ihnen für diese Worte, die uns sofort ein Schmunzeln eingebracht und längerfristig ein paar schöne Zitate geschenkt haben.
F: Don Guate, eine Auswärtsklatsche, daheim nur ein 4:4 gegen San Sebastián. Schämen Sie sich nicht für diese Auftritte?
G: Doch, ich schäme mich und finde es einfach nur deprimierend, wie meine Jungs derzeit auftreten. Wir müssen dringend etwas ändern und Ruhe in unser Spiel bekommen. Ich habe mich bisher immer vor die Man-
F: -und wollen nun auspacken? Endlich erzählen, woran es liegt? Oder doch sofort einpacken und Oviedo verlassen?
G:
Nein, nein! Soweit werde ich es nicht kommen lassen. Ich bleibe weiterhin in Vetusta.
F: Vetusta?
G: Das ist einfach nur traurig - Sie sind derart unwissend, dass es wohl egal ist, was ich Ihnen erzähle, oder?
F: Vetusta? Ihre neue Geheimwaffe?
G: Ich danke Ihnen für dieses Gespräch, dass mir nach den deprimierenden Spielen den nötigen Auftrieb gegeben hat. So schlecht kann es mir gar nicht gehen, dass Sie es nicht doch noch schaffen, mich wieder aufzubauen.
F: Don Guate, auch einige Tage nach der Vergabe der Halbjahreszeugnisse haben Sie das Schütteln Ihres Kopfes noch nicht abgestellt - was ist los?
G: Ich kann es einfach nicht verstehen! Diese Noten stellen uns als Deppen da, die dringend Nachhilfe benötigen. Aber wir haben häufig toll gespielt, auswärts endlich mal gewonnen und uns dann daheim innerhalb von 20 Minuten vier Gegentreffer gefangen. Die Moral stimmte, aber drei Anschlusstreffer waren halt
zu wenig um diesen Eisbecher-Vertreter zu besiegen. Ich bin einfach sehr enttäuscht...
F: Enttäuscht vom bisherigen Saisonverlauf? So enttäuscht, dass Sie Ihren Hut nehmen?
G: So enttäuscht, dass ich das Gespräch an dieser Stelle beende und mich mit meiner Mannschaft in unser Mittwochstrainingslager zurückziehe - wenn wir noch international spielen wollen, dann müssen wir uns ranhalten und die 5 Punkte Rückstand wettmachen.
Wie schlecht wird das Halbjahreszeugnis für Guatemalaria?
F: Don Guate, eine weitere Woche ohne wirkliches Erfolgserlebnis - wird Ihnen angesichts der miserablen Tabellensituation nicht langsam bange, dass Sie bei der Rückrunde nicht mehr auf der asturischen Trainerbank sitzen werden?
G: Ich finde es beruhigend, dass Sie sich die Sorgen um meinen Arbeitsplatz machen, dann muss ich das nicht mehr selbst erledigen. Wissen Sie, auch wenn es in der Tabelle nicht so aussieht, ich bin zufrieden mit der Mannschaftsleistung.
F: Das hilft Ihnen aber auch nicht viel, wenn die Trainerleistung als nicht ausreichend bewertet wird.
G: Wenn man die Herbstmeisterschaft als Halbjahreszeugnis sieht, dann wird es sicherlich nicht überall eine glatte Eins geben, aber wenn Sie Ihre
Trauerbrille mal mit einer schönen rosaroten tauschen, dann werden auch Sie feststellen müssen, dass es nur 5 Punkte bis zum internationalen Wettbewerb sind.
F: Also doch heile Welt im asturischen Principado, keine Fünfen oder Sechser auf dem Zeugnis?
G: Ich halte nichts von dieser heile-Welt-böse-Welt-Einteilung. Sicher ist nicht alles rosig bei uns, aber wir werden nicht am Kampf um den Abstieg beteiligt sein, das kann ich Ihnen versprechen. Wir werden uns vielleicht noch etwas Nachhilfe hol-
F: Also gehen Sie auf Einkaufstour um die Mannschaft zu verstärken?
G: Wir benötigen keinen Nachhilfelehrer sondern mehr Training. Ein paar Stunden Nachsitzen haben noch niemandem geschadet.