WER NICHT AN DIE ZUKUNFT DENKT, WIRD BALD SORGEN HABEN.
Das war die Antwort von Konfuzius auf die Frage der Journalisten zum Zustand des letzten Gegners Shenyang Jinde. Mehr war dem weisen Manne nicht zu entlocken.
Allerdings sickerte aus dem Betreuerstab von Changchun Jinlai Yatai durch, das man über den konditionellen Zustand der Spieler von Trainer D_B_xYz erschrocken war. Zwar gewann das Team von Konfuzius nur 4:2, aber am Ende war der Gegner platt wie
eine Flunder. Allzu viele Punkte dürfte Shenyang Jinde in dieser Saison nicht mehr holen.
Auch wenn Changchun Jinlai Yatai vom vermeintlichen Absturz des noch 6. Platzierten profitieren würde und damit der Abstand zu den Qualifikationsplätzen für den internationalen Wettbewerb nur noch sehr gering ist, verweist man bei den Verantwortlichen von Changchun Jinlai Yatai auf das schwere Restprogramm um die aufkeimende Euphorie möglichst gering zu halten.
Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern.
Das war die Antwort von Konfuzius auf die Frage, ob er mit seiner Mannschaft in dieser Saison die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb schaffen kann. Konfuzius sagte weiter: „Seit ich die Arbeit bei Changchun Jinlai Yatai begonnen habe, ist allen klar, dass wir langfristige Ziele verfolgen und
nicht auf den schnellen Erfolg schielen. In meinen Augen sind die Spieler noch nicht soweit, um sich mit den großen Mannschaften der Liga messen zu können.“
In der Liga trennen Platz 4 und Platz 15 momentan gerade mal 10 Punkte. Da in der Tabelle noch einige Teams mit sehr erfahrenen Trainern hinter Changchun Jinlai Yatai liegen, verbietet es sich fast, auf einen Platz unter den ersten 6 zu spekulieren.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.
Als Konfuzius diese Weisheit in der letzten Pressekonferenz verbreitete, war es für einen Moment lang so still, dass man die berühmte Stecknadel hätte fallen hören können. Obwohl Konfuzius niemand direkt damit ansprach oder gar anschaute, schien sich jeder der anwesenden Journalisten durch diesen Satz persönlich angesprochen.
Was folgte war die sachlichsten Pressekonferenz, die der Pressesprecher von Changchun Jinlai Yatai jemals erlebt hatte. Keine Sticheleien oder Anfeindungen der sonst sehr kritischen Presse gegen über den Leistungen der Mannschaften.
Doch das Beste kam wie immer zum Schluss. Wer genau hingesehen hatte, konnte etwas sehr Sonderbares beobachten: beim Verlassen der Pressekonferenz huschte Konfuzius ein Lächeln über das Gesicht und das hatte es noch nie gegeben.
Lernen, ohne zu denken, ist eitel, denken, ohne zu lernen, ist gefährlich[/]
Mit diesen Worten beendete Konfuzius die Mannschaftsbesprechung nach der erneuten Auswärtsniederlage seiner Mannschaft. Konfuzius ärgerte sich über das fehlende taktische Verständnis seiner Spieler, die sich anscheinend nicht an die besprochene Marschroute gehalten haben. Changchun Jinlai Yatai liegt zwar weiter im Dunstkreis vom begehrten Platz 7, aber der eine oder andere Auswärtspunkt würde dem Team von Konfuzius auch gut zu Gesicht stehen. Offiziell plant man bei Changchun Jinlai Yatai in der kommenden Saison ohne den internationalen Wettbewerb. Speziell den Spielern fällt es aber zunehmend schwerer, solche Statements glaubhaft rüber zu bringen.
Zufriedenheit bringt auch in der Armut Glück, Unzufriedenheit ist Armut, auch im Glück.
18 Punkte in der Hinrunde sind nicht sonderlich viel, aber trotzdem ist Trainer Konfuzius damit zufrieden. Der Abstand zu Platz sechs ist sehr groß und der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz beträgt gerade einmal drei Zähler. In der Pressekonferenz nach dem letzten Hinrundenspiel sagte der Trainer von Changchun Jinlai Yatai: „Wir werden in der Rückrunde unser Spiel Stück für Stück verbessern und uns ausschließlich auf uns konzentrieren. Es wird zwar noch eine Weile dauern, bis alle Spieler die nötige Erleuchtung besitzen, aber mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben.“
Den Namen kennt jeder, den Trainer noch keiner. Das soll sich bald ändern. Der Trainer Konfuzius übernahm überraschend das Team Changchun Jinlai Yatai. Seine Aufgabe ist ganz klar definiert. Nachdem er Land und Leute kennen gelernt hat, soll er mit der Mannschaft wieder an alte Erfolge anknüpfen. Das Wort Meisterschaft möchte natürlich niemand in den Mund nehmen, aber
spätestens in zwei Jahren wollen die Verantwortlichen wieder internationalen Fußball sehen. Man setzt dabei besonders auf die Weisheiten des Konfuzius, mit denen er den Spielern wieder Werte wie Geradlinigkeit und Großmut zurückbringen soll. Der Redaktion versprach Konfuzius, dass er in Zukunft seine Weisheiten auch mit allen Trainern von Copa Mundial teilen will. Wir werden sehen.
Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch nachahmen, das ist der leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.
Vermutlich dachte der eine oder andere Leser, dass Konfuzius ein Scharlatan ist und hier nur mit Floskeln hantiert. Nein seine Weisheiten sind echt und original. Vermutlich wird es eine Weile dauern, bis seine Spieler sich an das Gequatsche ihres Trainers gewöhnt haben, aber wenn sie die Weisheiten ihres Trainers kapiert haben, sollten sich die anderen Teams in der Liga in acht nehmen. Die Frage ist nur, wann die Spieler es kapiert haben.