Bei Universidad César Vallejo weiß man inzwischen: Wenn Atahualpa mit seinem dreirädrigen Lastenrad auf dem Trainingsgelände eintrifft, kann der Tag beginnen.
Nach dem Training geht es zurück durch die Straßen von Trujillo. Dabei bleibt Atahualpa gerne mal stehen, wenn ihn Fans erkennen. Ein kurzer Plausch über das letzte Spiel, ein paar Fragen zur Mannschaft und natürlich die eine oder andere Diskussion über die Aufstellung – Fußball verbindet eben, auch abseits des Platzes.
Manchmal dauert die Heimfahrt dadurch etwas länger als geplant. Doch das nimmt Atahualpa gelassen und während andere im Feierabendverkehr stehen, rollt er auf seinen drei Rädern gemütlich nach Hause.
Wenn Atahualpa morgens durch Trujillo radelt, ist sein dreirädriges Lastenrad längst zu seinem Markenzeichen geworden. Auf dem Weg zum Trainingsplatz gehen ihm bereits die Gedanken zur nächsten Partie durch den Kopf. Sein Notizbuch hat er immer dabei – schließlich kann einem die entscheidende taktische Idee überall kommen.
Nach dem Training geht es auf dem Heimweg noch über den Markt. Ein paar frische Zutaten für das Abendessen, vielleicht etwas Choclo oder Queso, und schon ist der Einkauf erledigt.
Und wer weiß: Vielleicht entsteht die Idee für den nächsten Sieg ja gerade dann, wenn er gemütlich durch die Straßen von Trujillo rollt.
In den engen Gassen von Trujillo sorgt ein Mann für Aufsehen, der eigentlich längst Geschichte sein sollte: Atahualpa, Trainer von Universidad César Vallejo, ist weiterhin mit seinem Lastenrad unterwegs. Während seine Konkurrenten auf teure Mannschaftsbusse, GPS-Analysen und Sportpsychologen setzen, vertraut Atahualpa auf zwei Räder, einen quietschenden Gepäckträger und eine Ladung, über deren Inhalt selbst der peruanische Fußballverband schweigt.
Jeden Morgen fährt er damit zum Training, umrundet den heiligen Berg, grüßt drei Lamas und verschwindet
anschließend für exakt 17 Minuten in einem alten Inka-Tunnel. Als ihn ein Reporter fragt, was er dort transportiere, lächelt Atahualpa nur geheimnisvoll: „Die Zukunft des peruanischen Fußballs.“
Ein Insider behauptete, im Korb befände sich ein goldener Fußball. Andere vermuten, dass Atahualpa dort lediglich seine Pausenbrote aufbewahrt.
Vor dem nächsten ZAT wurde das Gefährt übrigens unter Polizeischutz gestellt. Angeblich hat jemand versucht, den Inhalt zu stehlen. Atahualpa reagierte gelassen: „Wer mein Lastenrad öffnet, muss gute Nerven haben.“
Seit Wochen fährt Atahualpa durch die Straßen. Ein Mann. Ein Lastenfahrrad. Ein Korb. Und darin: etwas, das besser niemals ans Licht kommen sollte.
Niemand weiß, was sich unter der mysteriösen Plane befindet. Einige behaupten, es sei ein Fußball. Andere schwören, sie hätten dort die verlorene Aufstellung der peruanischen Nationalmannschaft gesehen. Ein älterer Herr aus Cusco behauptet sogar, im Korb seien Baupläne für ein geheimnisvolles Gebäude, was demnächst gebaut werden soll.
Fest steht nur: Der Mann fährt immer Richtung Süden. Warum? Niemand weiß es.
Vielleicht sucht er in Peru nach dem letzten fehlenden Spieler
für seine Mannschaft. Vielleicht transportiert er 17 geheime Taktiktafeln, drei Liter Inka-Cola und einen Torwart, der seit 1986 als vermisst gilt. Vielleicht befindet sich im Korb aber auch einfach nur ein weiteres kleineres Lastenfahrrad.
Besonders verdächtig ist, dass der Mann bei jeder roten Ampel nach links schaut, dreimal „Machu Picchu“ flüstert und anschließend mit der Beschleunigung eines Champions-League-Flügelstürmers davonrast.
Die Behörden sind ratlos. Die FIFA schweigt und sein Verein dementiert jede Beteiligung.
Nur eines ist sicher: Sollte der Mann eines Tages den Korb öffnen, wird die Fußballwelt nicht mehr dieselbe sein.
Ja, auch Atahualpa ist dem Ruf des Alterspräsidenten gefolgt und war in der Kneipe in Tacna.
Und ja, Atahualpa hat sich angeboten, sich und sein Lastenrad mit einzubringen beim Bau des größten Stadions Südamerikas.
Natürlich will er keine Betonpfeiler transportieren, auch an den Abtransport der Erdmassen dachte Atahualpa dabei nicht. Seine Gedanken gingen eher in eine andere Richtung.
Dank KI und digitaler Vernetzung geht heute
vieles schneller als früher. Dokumenten und Unterlagen werden per Mail statt mit der Postkutsche geschickt. Doch ab und an kann es hilfreich sein, wenn man neben der Erfassung von Fluggästen oder GPS Sendern in Autos auch ein Transportmittel zur Verfügung hat, wo Papiergeld Papiere in kleinen Umschlägen oder Taschen diskret von A nach B gebracht werden können. Dafür würde sich zum Beispiel so ein Körbchen eines Lastenrades anbieten.
Atahualpa war mal wieder spät dran und raste mit seinen Lastenrad quer durch die Stadt zum Trainingsgelände. Plötzlich sah er kurz vor sich ein Polizeiauto mit Blaulicht. War er zu schnell gefahren oder hatte ihn der Pöbler von voriger Woche angezeigt?
Da Atahualpa auf Nummer sicher gehen wollte, trat er voll in die Bremse und fuhr sein Rad mitten durch den Wochenmarkt und versuchte so einer möglichen Polizeikontrolle zu
entkommen. Doch richtig schnell kam er durch den überfühlten Markt nicht voran. Egal, zumindest schien ihn die Polizei nicht zu verfolgen. Damit aber niemand im unüberschaubaren Markttreiben ihm in sein Körbchen greifen konnte, bog er schnell wieder auf eine Straße ab und fuhr weiter zum Trainingsgelände. Natürlich kam er zu spät. Der Präsi schaute böse und der Kassenwart hielt grinsend die Hand auf.
Vor ein paar Tagen war Atahualpa mal wieder mit seinem Lastenfahrrad auf dem Weg zum Training, als er von hinten von irgendjemandem auf irgend so einem Vehikel, manch einer mag auch Bonanza Rad oder so dazu sagen, angepöbelt wurde.
Was genau dieser sagte, konnte Atahualpa nicht verstehen, da er immer Kopfhörer beim Fahren trägt. Gerade als Atahualpa über die Schulter schauen wollte, wer da hinter ihm ist, fuhr er mit seinem Lastenrad durch ein riesiges Schlagloch. Fast hat es ihn umgeworfen, aber er
konnten sein Lastenrad gerade noch so rumreißen.
Er hielt an und schaute zur Sicherheit nach, ob noch alles in seinem Körbchen drin war. War es zum Glück. Dann schaute er sich nach dem Pöbler um, der aber ein paar Meter hinter ihm auf der Straße lag und anscheinend weniger Glück mit dem Schlagloch hatte.
Da sich einige Passaten um den Fahrer des anderen Vehikels kümmerten und Atahualpa zum Training musste, trat er wieder in Pedalen seines Lastenfahrrads und fuhr Richtugn Trainingsgelände.
Universidad César Vallejo wabbert weiter im Mittelfeld der Liga. Der Ballast der 2. Liga hängt irgendwie noch im Getriebe, obwohl der Mannschaftsbus nach dem überraschenden Aufstieg in der Durchsicht war.
Trainer Atahualpa ist immer mit dem Lastenfahrrad zum Training unterwegs. Die skeptischen Blicke der Passanten werden aber langsam weniger. Noch ist unklar, warum er gerade ein Lastenfahrrad mtigebracht hat und was er vorne in seinem Körbchen gut vor Wind und Regen geschützt transportiert. Gefragt wurde er bereits von vielen Fans, die ihn haben kommen und gehen sehen am Trainignsgelände. Aber die Saison ist lang, vielleicht wird das Geheimnis ja in den kommenden Wochen gelüftet.
sollte die Entlassung von Josef Hickersberger sein. Ein Urgestein in Peru wird gefeuert. Vielleicht kann er ja schon bald wieder bei seinem eigentlich Verein Alcides Vigo anheuern, denn der dortige Trainer glänzte nämlich auch mit Abwensenheit am letzten ZAT.
Doch kurz zurück zum eigenen Verein. Universidad César Vallejo kann sich vorerst im Mittelfeld halten. Zuhause noch ohne Gegentor und auswärts noch ohne eigenen Treffer. Sollte die Saison so weitergehen, dann wird man mit dem Abstieg wohl nichts zu tun haben. Ob man aber auch den einstelligen Tabellenplatz so halten kann, dass darf wohl bezweifelt werden.
Mehr als die halbe Liga hat aktuell sechs Punkte. Trotzdem fühlen sich sechs Punkte auf Platz sieben besser an, als auf Platz 12 oder 13. Während viele der Kollegen irgendwo in anderen Ländern ihren Urlaub verbringen, kann sich Atahualpa diesen Luxus noch nicht erlauben. Zu lange war er von Land, Liga und Verein weg und muss erst einmal die "Neuen" im Verein kennenlernen, die während seiner Abwesenheit angeheuert haben.
Vieles im Verein hat sich in den letzten Jahren nicht verändert. Zumindestens die Trainerbank fühlt sich noch genauso hart an, wie damals.
Mit einem 3:0 zuhause und einer 0:3 Niederlage bei Alianza Lima ist der Auftakt für den Aufsteiger ganz okay gewesen. Jetzt heißt es fließig zu punkten, damit man nicht frühzeitig in der unteren Tabellenhälfte verhart. Kommende Woche wird das aber nicht so einfach sein. Auswärts geht es gegen Virgen de Chapi FC und daheim empfängt man Colegio Nacional de Iquitos. Insbesondere die Mannschaft um ihren norwegischen Kulttrainer wird wohl der erste Gratmesser daheim werden. Mit zwei Siegen ist die Mannschaft von Ole Gunnar Fidjestöl gestartet. Selbstvertrauen sollten sie wohl genug haben. Für Universidad César Vallejo geht es darum, sich genauso dieses zuzulegen. Mindestens drei Punkte am nächsten ZAT wären dafür ganz gut.
Der Klassenerhalt von Universidad César Vallejo ist zwar noch nicht zu 100% perfekt, aber sehr viel spricht dafür, dass die Mannschaften auch in der kommenden Saison in der 1. Liga spielen wird. Von wem die Mannschaft dann trainiert werden wird, ist dagegen völlig unklar. Fest steht nur, dass sich der aktuelle Trainer eine kreative Auszeit gönnen wird.
Böse Zungen munkeln ja, dass der Grund für seinen Rücktritt die mögliche Meisterschaft von Wanka sein könnte (die Atahualpa mit einer unnötigen Heimniederlage ja mit zu verantworten hat). Andererseits stand der
Entschluss ja schon länger fest, sodass sich der Trainer dieses Vereins diesen Gedanken gleich wieder vergessen kann.
Nichtsdestotrotz blickt Atahualpa mit etwas Wehmut auf die letzten fünf Jahre zurück. Immerhin hat er es geschafft, in einer der besten Ligen Amerikas einen bis dahin eher unbedeutenden Verein aus der Zweitklassigkeit bis in die Champions League Qualifikation zu führen.
Wann und wo Atahualpa wieder auf die Trainerbank zurückkehrt, wird man sehen. Eine Rückkehr nach Peru ist zwar nicht ausgeschlossen, allerdings spricht einiges für ein Engagement in einem anderen Land.
Atahualpa kehrt zu zurück an seine frühere Wirkungsstätte. Unter ihm gelang Universidad César Vallejo der Aufstieg in die Primera División. Nur zwei Jahre später spielte das Team das erste und einzige Mal international. Doch dann treten sich die Wege und mit Universidad César Vallejo ging es dann wieder zurück in die Zweitklassigkeit.
Durch die Ligenerweiterung ergab sich für das Team die Möglichkeit, wieder in die Primera División aufzurücken. Da der Draht zum ehemaligen Trainer nie gänzlich abgerissen war, kam man schnell zusammen und versucht nun gemeinsam die Klasse zu halten. Angesichts der Konkurrenz in der Liga dürfte das aber nicht so einfach werden.
Noch zwei ZAT dann steht fest, wer absteigen muss. Bei Universidad César Vallejo macht sich seit dem letzten ZAT langsam Panik breit. Völlig verzweifelt investierte man auswärts viel von seinen spärlich vorhandenen TK-Reserven. Ergebnis: Null Punkte und fast ebenso wenig TK für die letzten vier Spiele. Mit so wenig TK ist man seinen Gegnern quasi ausgeliefert.
Die Entscheidung darüber ob man versucht bereits gegen Sporting Cristal den/die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen oder erst gegen den neuen Meister im letzten Spiel, wird Atahualpa wohl erst fällen, wenn am Spieltag das momentan leere Glas mindestens drei oder viermal gefüllt worden ist. In diesem Sinne - PROST
Noch drei ZAT mit insgesamt sechs Partien dann steht fest, wer absteigen muss. Momentan ist der Blick auf die Tabelle aus der Sicht von Universidad César Vallejo durchaus erfreulich. Dennoch ist sich der Trainer der brenzligen Situation bewusst. Zwar hat man noch ein Polster auf die Abstiegsplätze, aber die TK-Reserven sind bereits im einstelligen Bereich angekommen und in den beiden verbleibenden Heimspielen empfängt man TK-starke Mannschaften. Da man bei Universidad César Vallejo davon ausgeht, dass man selber nicht mehr all zu viele Punkte einfahren wird, ist man über jeden Patzer der direkten Konkurrenz äußerst froh. Vielen Dank schon mal im Voraus.
Noch vier ZAT mit insgesamt acht Partien dann steht fest, wer Meister ist. Doch wie auch schon andere Kollegen festgestellt haben, ist dies wohl die Entscheidung, die am wenigsten interessiert. (Fast) alle schauen gebannt auf die untere Tabellenhälfte und rechnen und grübeln über den Spielplan. Wie viel TK hat man selber, wie viel mein nächster Gegner? Wer muss noch wann gegen wen ran? Wer nimmt sich eventuell die Punkte gegenseitig noch weg usw. usw.
Eines steht fest, für Universidad César Vallejo wird es richtig schwer, die Klasse zu halten. Atahualpa wird aber alles daran setzen, dass er nach dem Saisonende einen erstklassigen Verein zurücklässt.