...so feiert man bei Al-Shabab einen Heimsieg zum Auftakt in die Saison. Vor allem, wenn er ebenso schmutzig errungen wurde. Mit 3:1 konnte man Al Arabi in die Schranken weisen und beschränkte sich dabei auf die bewährten Tugenden: Schauspielerei, Reklamieren und auffe Socken geben. Das Publikum freut's, ist man doch zwei Saisons lang mit schnödem "Tiki Taka" vergrault worden. "Schönes Spiel braucht kein Mensch", wird der Trainer Bananenbieger zitiert. Und da fragt sich der geneigte arabische Fußballästhet: Was hat dieser Mann bloß? - - - Antwort: RECHT hat er!
Mit dem Bananenbieger kommt die Hoffnung nach Ost-Dubai zurück. Der Trainer der grün-weißen Gurkentruppe schöpft nach einem verkorksten Ausflug nach Australien bzw. Neuseeland neuen Mut, dass er mit seinen Jungs in den Emiraten wieder etwas reißen kann: "Einige Spieler haben mich sogar wieder erkannt. Trotzdem muss ich mir das Vertrauen neu erarbeiten. Das dürfte schwer werden. Und wenn ich dann noch sehe, dass die Trainerstühle der Gegner zum Teil immer noch von den gleichen Canaillen besetzt sind, wird mir Angst und bange. Die haben sich doch jetzt schon auf uns eingeschossen und wetten, wer gegen uns die meisten Tore erzielt." Dem wird Al Shabab sicherlich etwas Überraschendes entgegen setzen.
Das kommt davon, wenn man Skinny Norris hinterherreist. Zwei Saisons versucht, den Phoenix aus Wellington aus der Asche auferstehen zu lassen, zweimal gescheitert. Nicht, dass dem Bananenbieger das Kämpferherz fehlen würde, aber langfristig fehlte die Perspektive nach oben in einer australischen Liga, in der der neuseeländische Verein mehr als stiefmütterlich behandelt wurde.
Die Emirate hat der Bananenbieger nie aus den Augen gelassen und sah, dass sich zwischenzeitlich kein kontinuierlicher Nachfolger auf
dem Schleudersitz Al-Shabab finden konnte. Der Vorstand kam schließlich vergangene Woche wieder auf den alten Haudegen zu und überredete ihn, das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. "In diesem Haifischbecken von Liga, in dem auch noch so viele alte Weggefährten zu finden sind, wird es mir eine Freude sein, die Grün-Weißen wieder zu trainieren. Jedes Wochenende tolle Spiele gegen harte Konkurrenz. Das wird ein Spaß! - Erst wenn man die Emirate verlässt, merkt man, was man an ihnen hatte."
Oha, bisschen zu viel Sprechgesang gehört, was?! Auf jeden Fall geht wohl in der A2-Liga noch ne Menge, sogar für Phoenix. Rein rechnerisch ist noch alles drin, nach oben und unten. Also muss Trainerfuchs Bananenbieger wieder einmal alle Register ziehen und klug setzen, um die Platzierung zu halten und den Rückstand auf die drei Plätze, die ins gelobte Land führen, nicht zu große werden zu lassen. Es wäre doch einfach zu schön, wenn man bis zum Ende zumindest ein Wörtchen mitreden könnte. Wenn nur die Rückrunde nicht mehr so lang wäre...
Wer blöde Sprüche klopft, der muss sich nicht wundern. Vor Saisonbeginn noch einen auf dicke Hose gemacht, muss sich Wellington Phoenix nun im Mittelfeld der zweiten Liga rumschlagen. Der Anschluss nach oben ist zwar noch da, aber nur noch so rudimentär, dass man nicht wirklich auf ein Happy End hoffen darf. Ob das dem Trainer Bananenbieger am Ende reicht, um den Job zu behalten? Erste Zweifel sind angebracht, da auch das Auswärtsspiel gegen Skinny Norris zwar mit 4:4 einen schönen Auswärtspunkt einbrachte, aber rund um das Spiel doch ziemliche Langeweile herrschte. Australien ist eben nicht Arabien, das musste auch der Banaenenbieger akzeptieren. Aber man sieht sich ja immer zweimal in der Saison...
Wie so oft muss man sich als Neuling in einem fremden Land erst einmal die Sporen verdienen, mit deren Hilfe man dann vielleicht in ein zwei Jahren erste sportliche Erfolge verzeichnen kann. Warum sollte es dem Bananenbieger anders ergehen?
Zuhause gegen die Brisbane Strikers gabs eine böse 4:4-Überraschung. Und im darauffolgenden Auswärtsspiel unterlag man denkbar knapp mit 0:1 bei den
bis dahin sieglosen Whittlesea Zebras.
"Mit uns kann man es ja machen. Hackt nur alle auf uns rum. Holt eure Punkte gegen uns. Wir sind in Australien ohnehin nur geduldet. Ich kann ja verstehen, dass man als Aussie nicht gegen die Kiwis spielen will. Aber wir haben unsere Ligeneinteilung nicht gemacht. Also findet euch damit ab", sprach ein sichtlich enttäuschter Bananenbieger in die Mikros.
Neuseeland, zweite Liga, letzter Platz, kein Trainer. Der Bodensatz des Kiwi-Fußballs ist in Wellington zu Hause. Wer, wenn nicht der Bananenbieger, ist der passende Trainer für solch einen Verein? In einer Liga, die gespickt ist mit Füchsen (es riecht schon etwas streng...), Schlitzohren, Haudegen ("Touché"), Angsthasen... und mit Skinny Norris. Der alte Fellhändler hat es also nicht lange in Usbekistan ausgehalten und ist auch in die attraktivere Liga gewechselt. Bananenbieger:
"Da brauchte ich nicht lange überlegen. Während in den VAE die Liga ausstirbt, ist hier sogar im Unterhaus die gute Laune Trumpf. Und gegen den "alten Erzfeind" spiele ich doch immer noch gerne. Was nicht heißen soll, dass mir die anderen in der Liga egal wären. Aber der Skinny hat dann doch am Ende Ausschlag. - äh, den Ausschlag gegeben."
So, und um schon jetzt das Wortspiel gleich zu Beginn zu verbraten: Wer wird in der kommenden Saison aus der Asche der Tabelle emporsteigen? - Richtich!
wird Sturm ernten. Oh, wie wahr ist diese alte Volksweisheit. Und gerade in den VAE stimmt dieser Spruch umso mehr, als dass gerade in der Wüste Arabiens der Sturm umso heftiger ausfällt. Noch vor Wochenfrist hatte der Bananenbieger der heimischen Journallie kesse Prognosen in die Blöcke diktiert, von wegen Meisterschaftsanwärter und komische Trikotfarben. Die Konkurrenz reagierte angemessen, nämlich gar nicht und ließ auf dem Platz die Taten folgen
und Tore sprechen. Jetzt findet sich Al-Shabab auf Platz 6 wieder und wird am Ende wohl wieder einmal im Niemandsland der Tabelle landen. Irgendwie passend. Ein farbloser Verein in einem farblosen Land in einer künstlich aufgehübschten Liga mit einem Worthülsen erbrechenden Trainer muss auf Dauer in der Einöde des sportlichen Alltags versanden.
Aber ob es in anderen Ländern Asiens unterhaltsamer zugeht? Bananenbieger ist mittlerweile für alles offen...
freut sich Al-Shabab. Also, so vermessen kann auch nur der Bananenbieger daher kommen. Gut, rein rechnerisch ist der Titel drin für grün-weiß, aber seien wir doch mal ehrlich. Verdient hätten es andere wohl mehr. Al-Shabab ist mit Platz vier gut dabei und hat sich nun den nötigen Respekt in der Liga verschafft, auch wenn der Trainer allzu oft Realität und Wahnsinn verwechselt.
Doch wer kann schon so richtig einen kühlen Kopf bewahren, wenn es in der Wüste um Meisterschaftsehren geht?! Udo
Neururer sicherlich nicht. Wessen Mannschaft mit lila Trikots aufläuft, der hat definitiv andere Probleme als Platz 1. Bleiben Tor-Stan und Herbie. Die werden sich wie seinerzeit Eteokles und Polyneikes gegenseitig eliminieren und zurück bleibt der Seher Theiresias, der alles schon vorausgesehen hat und am Ende abräumt, also Al-Shabab. Doch wahrscheinlich wird es wieder einmal bei Kassandra-Rufen bleiben und alle machen ihr eigenes Ding. Und niemand glaubt dem Bananenbieger. Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt...
Da brat mir doch einer einen Storch. Al-Shabab ist immer noch auf Platz drei der Tabelle und zeigt der Liga, zu was ein Trainer-Greenhorn in der Lage ist. Bananenbieger scheint also nicht nur für die mechanisch-geometrisch korrekte Ausrichtung von gelbem Südfrucht-Obst zuständig zu sein. Nebenbei verhilft er seiner grün-weißen Truppe zu ansehnlichem Fußball, der phasenweise Lust auf mehr (also internationales Geschäft) macht. Dass man in dieser Saison nun auch noch im
Titelrennen mitmischt - auch wenn die Konkurrenz das Team nicht mal im Ansatz für voll nimmt -, ist ein weiteres Indiz für den nachhaltigen Erfolg, der in den Osten Dubais eingekehrt ist. Die Qualifikation für den AFC Cup in der vergangenen Saison war wohl keine Eintagsfliege und wenn diese pastell-verliebten Steppen-Usbeken nicht in den Spielbetrieb zurückgekehrt wären, hätte man in dieser Saison vielleicht den einen oder anderen Startplatz für die kommende Saison mehr...
Allmählich muss man sich bei Wellington Phoenix fragen, ob man nun in der Liga nur mitspielen oder auch oben mitmischen will. Gut, in der ersten Saison sollte man zunächst bescheiden sein. Doch andererseits will man auch nicht im Unterhaus versauern und den Fans zumindest eine Perspektive geben. Auch Sponsoren wollen wenigsten die Bereitschaft sehen, eine Klasse höher zu spielen. So dürfte man bei den Neuseeländern in den kommenden Spielen etwas mehr Angriffslust erwarten, da die Mannschaft gewillt ist. Fans, Sponsoren und Vorstand davon zu überzeugen, dass hier wirklich etwas "ganz Großes" (Zitat Bananenbieger) entstehen kann.
Der Pate steckt im Detail. Wieder einmal wurde der Bananenbieger Opfer des Patenzugsystems. Trotz aller akribischer Vorarbeit und Recherchen (Bob Andrews wurde kurzfristig als Scout zwangsverpflichtet und leistete dank Richtmikrophon und Telefonlawine sehr gute Arbeit) nutze Al-Shabab aller Einsatz nicht und man bekam eine bittere 3:2-Abfuhr vom Hatta Club. Doch auch das langestypische Lamentieren mit großen Gesten wird den grün-weißen die Punkte nicht zurückbringen. Stattdessen muss man den Blick schleunigst nach vorne richten und die kommenden Aufgaben ins Visier nehmen, sonst geht der Fahrstuhl gleich zwei Etagen tiefer. Und das wäre für den international ordentlich aufspielenden Verein doch ein Nummer zu klein...
Das hatte sich Al Jazira wohl ganz anders vorgestellt. Locker in den Osten Dubais jetten, umziehen, Bierchen kippen, Wasserpfeife zischen und auf dem Rasen die Punkte abgreifen. Nicht mit uns. Al-Shabab ließ den amtierenden Tabellenführer eiskalt vor die Wand rennen, spielte Catenaccio vom feinsten und zeigte dabei eindrucksvoll die Handschrift des Trainers Bananenbieger. Und als beide
Mannschaften sich schon mit dem 0:0 abgefunden hatten, sorgte ein Eigentor für die völlig unverdiente Niederlage für Al Jazira. Am Ende ist man dann doch der dumme, wenn man die Bude nicht trifft. Al-Shabab ist es egal. Schmutziger Sieg hin oder her, am Ende zählen die Punkte und der Tabellenplatz und da haben die grün-weißen wieder allen Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu schauen.
Gerade mal 2 Punkte trennen den 1. vom 7.. In der Tabelle kuschelt man fleißig vor sich hin, und das in der Wüste der Emirate. Da gibt's keinen Ausreißer nach oben, noch nicht. Im Moment halten alle schön zusammen, keiner tut dem anderen über die Maßen weh, alle sind Freunde...
Bevor hier noch der literarische Weichzeichner in mir hochkommt (David Hamilton lässt grüßen), muss konstatiert werden: Eng wie ne
Flötenhülle ist auf Dauer auch langweilig. Wo ist der souveräne Tabellenführer, den alle hassen, gegen den alle gewinnen wollen und es doch nicht schaffen? In den vergangenen zwei Jahren hatte der Al Sharjah Wanderers FC diese Posten inne, doch auch torsTibORSTI scheint seine warme Seite entdeckt zu haben. Also wird es Zeit für neue Taten, um die Liga aufzuwecken. Schon am heutigen ZAT sollte irgendein Team damit beginnen!
Ach ja, Al-Shabab wird es nicht sein...
Wenn doch nur die Zahlen nicht wären. Platz 2 klingt zwar klasse, aber wer bei Al-Shabab und allgemein in der Liga mal einen Blick auf TK und Punkte wirft, wird sehen, dass Al-Shabab nun wirklich nicht auf Rosen gebettet ist. Das TK wird weiter schrumpfen, die Konkurrenz wird vorbeiziehen und am Ende bleibt Platz 7 oder 8 - wenn es gut geht. So lernt man bei grün-weiß wieder
einmal, dass man sein TK besser zusammenhalten sollte, wenn man in der Rückrunde konkurrenzfähig sein will. Am Ende wird wohl der vorvergangene ZAT entscheidend sein, als man jeweils 2 Auswärtstore beim Tabellenersten und -zweiten "verschenkte", jeweils 3:2 verlor und nun diese 4,8 TK-Punkte fehlen. Ob man allerdings aus Schaden klug wird, ist bei Bananenbieger immer so ne Sache...
Das ist doch mal eine ganz gute Halbzeitbilanz. Zweiter Platz, TK noch recht ansehnlich, Spielwitz auf högschdem Niveau... Bananenbieger ist zufrieden: "Sicher, die VAE haben durch die Usbeken an Ansehen verloren, vor allem internationale Startplätze. Aber wir wollen diesen kleinen Staat und diese kleine Liga nicht aufgeben. Es gibt auf jeden Fall attraktivere Ligen und Länder, aber so was darf keine Ausrede sein. Sportlich müssen wir halt selbst dafür sorgen, dass man sich wieder nach uns umschaut. Im AFC Cup sind wir auf einem guten Weg, die Presselandschaft ist zwar am Boden, aber ich bin dennoch zuversichtlich, dass Al-Shabab sowohl national als auch international noch für Furore sorgen wird."